Geräte für Linsen-Keimsprossen: Keimglas, Keimschale, Sprossenturm und ihre Pflege
- Für Linsen eignen sich Keimglas, Keimschale und Sprossenturm; entscheidend ist, dass das Spülwasser vollständig abläuft.
- Im Keimglas spülst du Linsen 3- bis 4-mal täglich und stellst das Glas danach schräg zum Abtropfen.
- Ein Sprossenturm mit gestapelten Schalen zieht mehrere Sorten gleichzeitig auf getrennten Ebenen.
- Nach jeder Ernte reinigst du das Gerät mit heißem Wasser und Spülmittel und spülst klar nach.
- Linsensprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene.

Rote Linsen keimen lassen kannst du in einem schlichten Einmachglas, in einer Keimschale oder in einem Sprossenturm mit mehreren Etagen. Welches Gerät zu dir passt, hängt davon ab, wie viel du ansetzt und ob mehrere Sorten gleichzeitig wachsen sollen. Für alle drei gilt dieselbe Regel: Das Spülwasser muss vollständig ablaufen, und jedes Teil muss sich gründlich reinigen lassen. Die hohe Feuchtigkeit und Wärme beim Keimen begünstigen nämlich auch die Vermehrung von Mikroorganismen. Ich ziehe meine Linsen im Glas und hole den Turm hervor, sobald mehrere Sorten parallel laufen sollen.
Linsen-Keimsprossen wachsen ohne Erde, nur mit Wasser im Gefäß. Microgreens ziehst du dagegen auf Erde oder Vlies, und für ihre grünen Blätter brauchen sie Licht. Was Sprosse, Grünsprosse und Microgreen voneinander unterscheidet, erklärt der Grundlagenratgeber; hier geht es um die Geräte für Linsen.
Welche Geräte eignen sich für Linsen-Keimsprossen?
Für Linsen kommen drei Gerätetypen infrage. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie das Wasser abläuft und wie viele Sorten gleichzeitig Platz haben.
| Gerät | Aufbau | Stärke | Darauf achte ich |
|---|---|---|---|
| Keimglas oder Einmachglas | Glas, Wasser wird durch ein Sieb oder Tuch abgegossen | ein vorhandenes Einmachglas genügt | 1 bis 1,5 l Fassungsvermögen, nach dem Spülen schräg stellen |
| Keimschale | Schale, in der die Saat ausgebreitet keimt | für alle Keimsaaten, besonders für schleimbildende | hell, aber ohne direkte Sonne aufstellen |
| Sprossenturm oder Sprossenbox | gestapelte Schalen mit Wasserabzug | verschiedene Sorten gleichzeitig auf getrennten Ebenen | Wasser aus jeder Ebene vollständig ablaufen lassen |
Linsen kannst du in allen drei Geräten ansetzen. Der Unterschied liegt in Menge, Sortenzahl und darin, wie viele Teile du hinterher spülen musst.
Keimglas: so ziehst du Linsen im Glas
So arbeitest du mit dem Glas
Ein Einmachglas wird ohne Umbau zum Keimglas, wenn du das Wasser durch ein Sieb oder ein Tuch abgießt. Fertige Sprossengläser arbeiten nach demselben Prinzip. Nach jedem Spülen stellst du das Glas schräg, damit das Restwasser ablaufen kann. Ich lehne mein Glas dafür in eine flache Schüssel und rieche bei der Gelegenheit kurz an den Linsen.
Wie oft du Linsen im Glas spülst
Für viele Keimsaaten genügt es, das Glas zweimal täglich mit frischem Wasser zu spülen. Linsen als HülsenfruchtHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. wäschst du während der Keimung häufiger: 3- bis 4-mal täglich. Nach jedem Durchgang muss das Wasser vollständig abtropfen. Im Sommer brauchen Sprossen mehr Wasser als im Winter. Zum Spülen nehme ich abgekochtes Trinkwasser, wie es das BfR für die Sprossenanzucht zu Hause empfiehlt.
Weil Linsen mehrmals am Tag gespült werden und das Glas danach jedes Mal schräg abtropfen muss, braucht es einen festen Platz, an dem Glas und Schüssel stehen bleiben können.
Für die Einmachglas-Methode nimmst du ein Glas mit 1 bis 1,5 Liter Fassungsvermögen. Die empfohlene Raumtemperatur liegt bei 18 bis 22 °C. Linsen spülst du während der Keimung 3- bis 4-mal täglich.
Kresse, Senf oder Rucola landen im Sprossenglas. Diese schleimbildenden Samen lassen sich auf einer feuchten Unterlage besser ziehen als im Glas, für sie nimmst du eine Keimschale.
Was für und gegen das Glas spricht
Ein Glas ist schnell einsatzbereit, weil ein Einmachglas mit Sieb oder Tuch genügt; dafür keimt darin nur eine Sorte, und für schleimbildende Samen ist es weniger geeignet. Einen Vergleich nach Handhabung, Ertrag, Platz und Kosten findest du im Ratgeber, ob Glas oder Sprossenbox besser zu dir passt.
Keimschale: vielseitig für Linsen und schleimbildende Saaten
Eine Keimschale ist für alle Keimsaaten vorgesehen, also auch für Linsen. Gedacht ist sie besonders für schleimbildende Samen wie Kresse, Senf oder Rucola, die sich auf einer feuchten Unterlage besser ziehen lassen als im Glas. Ziehst du neben Linsen auch Kresse oder Senf, ist die Schale deshalb das vielseitigere Gerät: Sie nimmt beide Saaten auf, das Glas nur die Linsen.
Auch aus der Schale muss das Wasser nach dem Spülen vollständig abtropfen. Ich kippe sie dafür kurz über der Spüle und warte, bis nichts mehr nachläuft. Danach kommt sie zurück an ihren hellen Platz ohne direkte Sonne.
Sprossenturm und Sprossenbox: mehrere Sorten auf mehreren Etagen
Sprossenturm, Etagenkeimgerät oder Sprossenbox: Die Namen wechseln, das Prinzip bleibt gleich. Gestapelte Schalen mit Wasserabzug tragen die Saat, und auf den Ebenen können verschiedene Keimsaaten gleichzeitig wachsen. Linsensprossen lassen sich in einer solchen Box anziehen. Eine Keimsprossenbox mit getrennten Ebenen nimmt zum Beispiel bis zu 3 verschiedene Sprossenarten zugleich auf.
Wie viel Saat auf eine Etage kommt
Für eine Sprossenbox mit gestapelten Schalen sieht ein Hersteller je Schale 1 bis 2 Esslöffel Saatgut vor. Andere Modelle können davon abweichen, deshalb gilt für dein Gerät die Gebrauchsanleitung. Dort steht auch, wie du den Turm spülst. Wichtig ist, dass danach aus jeder Ebene das Wasser vollständig abläuft.
Ebenen zeitversetzt belegen
Zeitversetzt angesetzte Keimsaaten ermöglichen aufeinanderfolgende Ernten. Belegst du die Ebenen eines Turms nacheinander statt alle auf einmal, erntest du deshalb fortlaufend aus einem einzigen Gerät. Deine Ansätze planen kannst du mit dem Aussaatkalender für Keimsprossen und Microgreens zum Ausdrucken.
Dafür hat ein Turm mehr Einzelteile, und du reinigst nach der Ernte jede Schale einzeln.
Ich klebe an jede Ebene meines Turms einen Streifen Kreppband mit Sorte und Ansatztag. Beim Spülen sehe ich so auf einen Blick, welche Schale als nächste an der Reihe ist.
Wo das Keimgerät am besten steht
Für die Einmachglas-Methode wird eine Raumtemperatur von 18 bis 22 °C empfohlen. In genau diesem Bereich liegt auch die KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. von Linsen. Keimgläser, Keimschalen und Sprossenboxen stehen möglichst hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eine Fensterbank kühlt im Winter aus, und trockene, warme Heizungsluft darunter kann die Wasserverluste zusätzlich erhöhen. Ein heller Platz in Küche oder Wohnraum passt deshalb oft besser. Mein Glas steht auf der Arbeitsplatte neben der Spüle, abseits vom Fenster.
Worauf ich beim Kauf eines Keimgeräts achte
Zuerst schaue ich auf das Material, denn alles, was mit den Sprossen in Berührung kommt, sollte für Lebensmittel geeignet sein.
Das Glas-Gabel-Symbol kennzeichnet Materialien, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind. Fehlt es auf Schale, Deckel oder Sieb, frage ich beim Händler nach.
Genauso wichtig ist mir, dass sich das Gerät vollständig zerlegen lässt. Siebdeckel, Schalen und Wasserabzug müssen einzeln mit heißem Wasser und Spülmittel erreichbar sein. Bei Keimschalen und Türmen prüfe ich außerdem, ob das Wasser aus jeder Ebene restlos ablaufen kann. Ein Glas wähle ich mit 1 bis 1,5 Liter Fassungsvermögen, passend zur Einmachglas-Methode.
Rote Linsen keimen lassen: der Ablauf in Kürze
Rote Linsen werden ausdrücklich als Keimsaat angeboten, und ich nehme nur solche Saat, die für essbare Keimlinge vorgesehen ist. Linsen weichst du 8 bis 12 Stunden ein, gießt dann ab und füllst sie ins Glas, in die Schale oder in den Turm. Jeden Schritt von der Linsenwahl bis zur Ernte beschreibt die Anleitung, wie du Linsen-Keimsprossen zu Hause Schritt für Schritt ziehst.
Linsen keimen in 3 bis 5 Tagen, und ein Erntezeichen ist die Samenschale, die sich ablöst. Geerntete Sprossen kommen abgedeckt in den Kühlschrank und werden möglichst schnell verbraucht, denn auch gekühlt können sie rasch verderben. Wann Sprossen, Grünsprossen und Microgreens jeweils erntereif sind, erklärt der Grundlagenratgeber im Abschnitt Ernten.
Keimgeräte reinigen und pflegen
Vor jedem Ansatz
Für die Anzucht verwendest du nur saubere Gefäße. Ich spüle Glas oder Schalen direkt vor dem Befüllen noch einmal mit klarem Wasser aus, auch wenn sie sauber im Schrank standen.
Nach jeder Ernte
Geräte, die mit rohen Lebensmitteln in Kontakt kommen, reinigst du gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel. Anschließend spülst du sie mit klarem Wasser nach. Ich nehme dafür alles auseinander: beim Glas den Siebdeckel, beim Turm jede Schale und den Wasserabzug. Danach lasse ich alle Teile offen trocknen, bevor ich sie wegräume.
„Keimgeräte muss man nach jedem Ansatz desinfizieren.“ Für Küchenflächen und Geräte im Privathaushalt reichen in der Regel einfache Haushaltsreiniger. Spezielle Desinfektionsmittel brauchst du nur, wenn Arzt oder Gesundheitsamt dazu raten.
Wenn ein Ansatz schimmelt
Zeigt ein Ansatz Schimmel, verwirfst du ihn vollständig und isst nichts davon. Das Gerät reinige ich danach wie nach jeder Ernte, Teil für Teil.
Gerät vor dem Befüllen sauber? Nach der Ernte zerlegt? Mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt und klar nachgespült? Alle Teile offen getrocknet, bevor sie in den Schrank kommen?
Sicher essen: Linsensprossen nur durcherhitzt
Selbst gezogene Linsensprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, denn gründliches Waschen kann die Keimbelastung verringern, entfernt Krankheitserreger aber nicht zuverlässig. Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr verzichten auf frische rohe Sprossen. Die übrigen Regeln vor dem ersten Bissen stehen im Grundlagenratgeber im Abschnitt Hygiene und Sicherheit.
Linsensprossen sind ein Lebensmittel und kein Heilmittel. Wie du sie durcherhitzt in Suppen, Pfannengerichten oder Currys unterbringst, zeigt der Ratgeber, wie Linsen-Keimsprossen in deinen Speiseplan passen. Ab wann und wie Kinder Linsensprossen bekommen, klärt ein eigener Ratgeber zu Linsen-Keimsprossen für Kinder.


