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Geräte für Linsen-Keimsprossen: Keimglas, Keimschale, Sprossenturm und ihre Pflege

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Linsen eignen sich Keimglas, Keimschale und Sprossenturm; entscheidend ist, dass das Spülwasser vollständig abläuft.
  • Im Keimglas spülst du Linsen 3- bis 4-mal täglich und stellst das Glas danach schräg zum Abtropfen.
  • Ein Sprossenturm mit gestapelten Schalen zieht mehrere Sorten gleichzeitig auf getrennten Ebenen.
  • Nach jeder Ernte reinigst du das Gerät mit heißem Wasser und Spülmittel und spülst klar nach.
  • Linsensprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene.
Speise-Linsen als formatfüllende Schüttung getrockneter, flacher Körner in Braun-, Grau- und Grüntönen
Foto: micka randrianjafisolo · Pexels License · Quelle ↗

Rote Linsen keimen lassen kannst du in einem schlichten Einmachglas, in einer Keimschale oder in einem Sprossenturm mit mehreren Etagen. Welches Gerät zu dir passt, hängt davon ab, wie viel du ansetzt und ob mehrere Sorten gleichzeitig wachsen sollen. Für alle drei gilt dieselbe Regel: Das Spülwasser muss vollständig ablaufen, und jedes Teil muss sich gründlich reinigen lassen. Die hohe Feuchtigkeit und Wärme beim Keimen begünstigen nämlich auch die Vermehrung von Mikroorganismen. Ich ziehe meine Linsen im Glas und hole den Turm hervor, sobald mehrere Sorten parallel laufen sollen.

Linsen-Keimsprossen wachsen ohne Erde, nur mit Wasser im Gefäß. Microgreens ziehst du dagegen auf Erde oder Vlies, und für ihre grünen Blätter brauchen sie Licht. Was Sprosse, Grünsprosse und Microgreen voneinander unterscheidet, erklärt der Grundlagenratgeber; hier geht es um die Geräte für Linsen.

Welche Geräte eignen sich für Linsen-Keimsprossen?

Für Linsen kommen drei Gerätetypen infrage. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie das Wasser abläuft und wie viele Sorten gleichzeitig Platz haben.

Gerät Aufbau Stärke Darauf achte ich
Keimglas oder Einmachglas Glas, Wasser wird durch ein Sieb oder Tuch abgegossen ein vorhandenes Einmachglas genügt 1 bis 1,5 l Fassungsvermögen, nach dem Spülen schräg stellen
Keimschale Schale, in der die Saat ausgebreitet keimt für alle Keimsaaten, besonders für schleimbildende hell, aber ohne direkte Sonne aufstellen
Sprossenturm oder Sprossenbox gestapelte Schalen mit Wasserabzug verschiedene Sorten gleichzeitig auf getrennten Ebenen Wasser aus jeder Ebene vollständig ablaufen lassen

Linsen kannst du in allen drei Geräten ansetzen. Der Unterschied liegt in Menge, Sortenzahl und darin, wie viele Teile du hinterher spülen musst.

Keimglas: so ziehst du Linsen im Glas

So arbeitest du mit dem Glas

Ein Einmachglas wird ohne Umbau zum Keimglas, wenn du das Wasser durch ein Sieb oder ein Tuch abgießt. Fertige Sprossengläser arbeiten nach demselben Prinzip. Nach jedem Spülen stellst du das Glas schräg, damit das Restwasser ablaufen kann. Ich lehne mein Glas dafür in eine flache Schüssel und rieche bei der Gelegenheit kurz an den Linsen.

Wie oft du Linsen im Glas spülst

Für viele Keimsaaten genügt es, das Glas zweimal täglich mit frischem Wasser zu spülen. Linsen als Hülsenfrucht wäschst du während der Keimung häufiger: 3- bis 4-mal täglich. Nach jedem Durchgang muss das Wasser vollständig abtropfen. Im Sommer brauchen Sprossen mehr Wasser als im Winter. Zum Spülen nehme ich abgekochtes Trinkwasser, wie es das BfR für die Sprossenanzucht zu Hause empfiehlt.

Weil Linsen mehrmals am Tag gespült werden und das Glas danach jedes Mal schräg abtropfen muss, braucht es einen festen Platz, an dem Glas und Schüssel stehen bleiben können.

Zahl im Blick

Für die Einmachglas-Methode nimmst du ein Glas mit 1 bis 1,5 Liter Fassungsvermögen. Die empfohlene Raumtemperatur liegt bei 18 bis 22 °C. Linsen spülst du während der Keimung 3- bis 4-mal täglich.

Häufiger Fehler

Kresse, Senf oder Rucola landen im Sprossenglas. Diese schleimbildenden Samen lassen sich auf einer feuchten Unterlage besser ziehen als im Glas, für sie nimmst du eine Keimschale.

Was für und gegen das Glas spricht

Ein Glas ist schnell einsatzbereit, weil ein Einmachglas mit Sieb oder Tuch genügt; dafür keimt darin nur eine Sorte, und für schleimbildende Samen ist es weniger geeignet. Einen Vergleich nach Handhabung, Ertrag, Platz und Kosten findest du im Ratgeber, ob Glas oder Sprossenbox besser zu dir passt.

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Keimschale: vielseitig für Linsen und schleimbildende Saaten

Eine Keimschale ist für alle Keimsaaten vorgesehen, also auch für Linsen. Gedacht ist sie besonders für schleimbildende Samen wie Kresse, Senf oder Rucola, die sich auf einer feuchten Unterlage besser ziehen lassen als im Glas. Ziehst du neben Linsen auch Kresse oder Senf, ist die Schale deshalb das vielseitigere Gerät: Sie nimmt beide Saaten auf, das Glas nur die Linsen.

Auch aus der Schale muss das Wasser nach dem Spülen vollständig abtropfen. Ich kippe sie dafür kurz über der Spüle und warte, bis nichts mehr nachläuft. Danach kommt sie zurück an ihren hellen Platz ohne direkte Sonne.

Sprossenturm und Sprossenbox: mehrere Sorten auf mehreren Etagen

Sprossenturm, Etagenkeimgerät oder Sprossenbox: Die Namen wechseln, das Prinzip bleibt gleich. Gestapelte Schalen mit Wasserabzug tragen die Saat, und auf den Ebenen können verschiedene Keimsaaten gleichzeitig wachsen. Linsensprossen lassen sich in einer solchen Box anziehen. Eine Keimsprossenbox mit getrennten Ebenen nimmt zum Beispiel bis zu 3 verschiedene Sprossenarten zugleich auf.

Wie viel Saat auf eine Etage kommt

Für eine Sprossenbox mit gestapelten Schalen sieht ein Hersteller je Schale 1 bis 2 Esslöffel Saatgut vor. Andere Modelle können davon abweichen, deshalb gilt für dein Gerät die Gebrauchsanleitung. Dort steht auch, wie du den Turm spülst. Wichtig ist, dass danach aus jeder Ebene das Wasser vollständig abläuft.

Ebenen zeitversetzt belegen

Zeitversetzt angesetzte Keimsaaten ermöglichen aufeinanderfolgende Ernten. Belegst du die Ebenen eines Turms nacheinander statt alle auf einmal, erntest du deshalb fortlaufend aus einem einzigen Gerät. Deine Ansätze planen kannst du mit dem Aussaatkalender für Keimsprossen und Microgreens zum Ausdrucken.

Dafür hat ein Turm mehr Einzelteile, und du reinigst nach der Ernte jede Schale einzeln.

Marias Erfahrung

Ich klebe an jede Ebene meines Turms einen Streifen Kreppband mit Sorte und Ansatztag. Beim Spülen sehe ich so auf einen Blick, welche Schale als nächste an der Reihe ist.

Wo das Keimgerät am besten steht

Für die Einmachglas-Methode wird eine Raumtemperatur von 18 bis 22 °C empfohlen. In genau diesem Bereich liegt auch die Keimtemperatur von Linsen. Keimgläser, Keimschalen und Sprossenboxen stehen möglichst hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eine Fensterbank kühlt im Winter aus, und trockene, warme Heizungsluft darunter kann die Wasserverluste zusätzlich erhöhen. Ein heller Platz in Küche oder Wohnraum passt deshalb oft besser. Mein Glas steht auf der Arbeitsplatte neben der Spüle, abseits vom Fenster.

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Worauf ich beim Kauf eines Keimgeräts achte

Zuerst schaue ich auf das Material, denn alles, was mit den Sprossen in Berührung kommt, sollte für Lebensmittel geeignet sein.

Tipp

Das Glas-Gabel-Symbol kennzeichnet Materialien, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind. Fehlt es auf Schale, Deckel oder Sieb, frage ich beim Händler nach.

Genauso wichtig ist mir, dass sich das Gerät vollständig zerlegen lässt. Siebdeckel, Schalen und Wasserabzug müssen einzeln mit heißem Wasser und Spülmittel erreichbar sein. Bei Keimschalen und Türmen prüfe ich außerdem, ob das Wasser aus jeder Ebene restlos ablaufen kann. Ein Glas wähle ich mit 1 bis 1,5 Liter Fassungsvermögen, passend zur Einmachglas-Methode.

Rote Linsen keimen lassen: der Ablauf in Kürze

Rote Linsen werden ausdrücklich als Keimsaat angeboten, und ich nehme nur solche Saat, die für essbare Keimlinge vorgesehen ist. Linsen weichst du 8 bis 12 Stunden ein, gießt dann ab und füllst sie ins Glas, in die Schale oder in den Turm. Jeden Schritt von der Linsenwahl bis zur Ernte beschreibt die Anleitung, wie du Linsen-Keimsprossen zu Hause Schritt für Schritt ziehst.

Linsen keimen in 3 bis 5 Tagen, und ein Erntezeichen ist die Samenschale, die sich ablöst. Geerntete Sprossen kommen abgedeckt in den Kühlschrank und werden möglichst schnell verbraucht, denn auch gekühlt können sie rasch verderben. Wann Sprossen, Grünsprossen und Microgreens jeweils erntereif sind, erklärt der Grundlagenratgeber im Abschnitt Ernten.

Keimgeräte reinigen und pflegen

Vor jedem Ansatz

Für die Anzucht verwendest du nur saubere Gefäße. Ich spüle Glas oder Schalen direkt vor dem Befüllen noch einmal mit klarem Wasser aus, auch wenn sie sauber im Schrank standen.

Nach jeder Ernte

Geräte, die mit rohen Lebensmitteln in Kontakt kommen, reinigst du gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel. Anschließend spülst du sie mit klarem Wasser nach. Ich nehme dafür alles auseinander: beim Glas den Siebdeckel, beim Turm jede Schale und den Wasserabzug. Danach lasse ich alle Teile offen trocknen, bevor ich sie wegräume.

Mythos-Check

„Keimgeräte muss man nach jedem Ansatz desinfizieren.“ Für Küchenflächen und Geräte im Privathaushalt reichen in der Regel einfache Haushaltsreiniger. Spezielle Desinfektionsmittel brauchst du nur, wenn Arzt oder Gesundheitsamt dazu raten.

Wenn ein Ansatz schimmelt

Zeigt ein Ansatz Schimmel, verwirfst du ihn vollständig und isst nichts davon. Das Gerät reinige ich danach wie nach jeder Ernte, Teil für Teil.

Mini-Checkliste

Gerät vor dem Befüllen sauber? Nach der Ernte zerlegt? Mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt und klar nachgespült? Alle Teile offen getrocknet, bevor sie in den Schrank kommen?

Sicher essen: Linsensprossen nur durcherhitzt

Selbst gezogene Linsensprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, denn gründliches Waschen kann die Keimbelastung verringern, entfernt Krankheitserreger aber nicht zuverlässig. Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr verzichten auf frische rohe Sprossen. Die übrigen Regeln vor dem ersten Bissen stehen im Grundlagenratgeber im Abschnitt Hygiene und Sicherheit.

Linsensprossen sind ein Lebensmittel und kein Heilmittel. Wie du sie durcherhitzt in Suppen, Pfannengerichten oder Currys unterbringst, zeigt der Ratgeber, wie Linsen-Keimsprossen in deinen Speiseplan passen. Ab wann und wie Kinder Linsensprossen bekommen, klärt ein eigener Ratgeber zu Linsen-Keimsprossen für Kinder.

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Häufige Fragen

Welche Keimgeräte eignen sich am besten für die Sprossenzucht?
Für Linsen-Keimsprossen eignen sich ein Keimglas oder Einmachglas, eine Keimschale und ein Sprossenturm mit gestapelten Schalen und Wasserabzug. Das Glas fasst eine Sorte, die Keimschale nimmt alle Keimsaaten auf, auch schleimbildende wie Kresse, und der Turm zieht mehrere Sorten auf getrennten Ebenen. Bei jedem Gerät zählen lebensmitteltaugliches Material, ein vollständiger Wasserabzug und Teile, die sich gründlich reinigen lassen.
Worin unterscheiden sich Keimgläser von Keimschalen bei der Sprossenproduktion?
Im Keimglas gießt du das Wasser durch ein Sieb oder Tuch ab und stellst das Glas danach schräg, damit Restwasser ablaufen kann. Eine Keimschale ist für alle Keimsaaten vorgesehen, besonders für schleimbildende Samen wie Kresse, Senf und Rucola. Diese Samen lassen sich auf einer feuchten Unterlage besser ziehen als im Glas. Linsen kannst du in beiden Geräten ansetzen.
Was sind die Vor- und Nachteile von Sprossentürmen gegenüber anderen Keimmethoden?
In einem Sprossenturm wachsen verschiedene Keimsaaten gleichzeitig auf getrennten Ebenen aus gestapelten Schalen mit Wasserabzug. Setzt du die Ebenen zeitversetzt an, erntest du nacheinander statt alles auf einmal. Dafür hat ein Turm mehr Einzelteile, die du nach jeder Ernte zerlegen und mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen musst.
Wie funktioniert die Anzucht von Linsen-Keimsprossen zu Hause?
Du nimmst Linsen, die ausdrücklich als Keimsaat angeboten werden, und weichst sie 8 bis 12 Stunden ein. Danach spülst du sie im Keimglas, in der Keimschale oder im Sprossenturm 3- bis 4-mal täglich und lässt das Wasser jedes Mal vollständig abtropfen. Das Gerät steht hell, aber ohne direkte Sonne, bei einer Raumtemperatur von 18 bis 22 °C. Linsen keimen in 3 bis 5 Tagen und werden nur durcherhitzt gegessen.
Warum ist Hygiene bei der Keimsprossen-Anzucht so wichtig?
Die Feuchtigkeit und Wärme, die Samen zum Keimen brauchen, begünstigen auch die Vermehrung von Mikroorganismen. Deshalb arbeitest du nur mit sauberen Gefäßen, wäschst vor und nach dem Umgang mit Samen und rohen Sprossen die Hände und ziehst Sprossen getrennt von anderen Lebensmitteln an. Gründliches Waschen kann die Keimbelastung verringern, entfernt Krankheitserreger aber nicht zuverlässig, deshalb isst du Sprossen nur durcherhitzt. Ein verschimmelter Ansatz wird vollständig verworfen.
Müssen alle Keimsprossen vor dem Verzehr gekocht werden?
Ja, Sprossen solltest du zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen nur vollständig durcherhitzt essen, auch wenn du sie selbst gezogen hast. Gegen bakterielle Krankheitserreger müssen an allen Stellen mindestens 70 °C erreicht werden. Diese Temperatur muss mindestens 2 Minuten lang anhalten. Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr verzichten auf frische rohe Sprossen.
Welche Zubereitungsmethoden eignen sich für Keimlinge aus roten Linsen?
Keimlinge aus roten Linsen isst du nur vollständig durcherhitzt, zum Beispiel in Pfannengerichten, Suppen oder Currys. Dabei müssen an allen Stellen mindestens 70 °C erreicht werden. Diese Temperatur muss mindestens 2 Minuten anhalten. Roh als Topping über ein fertiges Gericht gestreut, erfüllen die Keimlinge diese Bedingung nicht.
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