Blähton im Garten: Drainage, Beimischung und was er nicht kann
- Blähton hilft nur gegen Staunässe, wenn das Gefäß einen Wasserablauf hat.
- Im Balkonkasten sollte die Drainageschicht mindestens etwa 1 bis 2 cm hoch sein, in größeren Gefäßen dicker.
- Für langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate eignen sich 30 bis 40 Volumen-% Blähton als strukturstabilisierende Beimischung.
- Selbst in kleiner Körnung nimmt Blähton höchstens 25 Volumen-% Wasser auf.
- Blähton hat nahezu keine Kationenaustauschkapazität und kann deshalb kaum Nährstoffe festhalten.

Steht nach einem Gewitter das Wasser im Kübel, ist der Sack Blähton schnell geholt. Ich schaue vorher nach, ob das Wasser unten überhaupt hinauskann. Blähton hilft gegen StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. nur in Gefäßen mit Wasserablauf, und auch dort ist er Drainageschicht oder Zuschlag, aber keine Erde.
Im Garten hat er seinen Platz an drei Stellen: als unterste Schicht im Topf, als Beimischung in Kübelerde und als Unterbau im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche.. Einen schweren Beetboden lockerst du mit anderen Mitteln.
Was ist Blähton und was kann er?
Blähton ist gebrannter Ton. Das Brennen verändert die Tonstruktur: Gegenüber ungebranntem Ton besitzt Blähton nahezu keine Kationenaustauschkapazität mehr. Er kann also kaum Nährstoffe binden und später wieder abgeben.
Die Kationenaustauschkapazität beschreibt, wie gut ein Material positiv geladene Nährstoffionen austauschbar binden kann. Im Boden leisten das Tonminerale und organische Substanz: Sie halten die Ionen fest und geben sie später an die Bodenlösung ab.
Auch Wasser nimmt Blähton nur begrenzt auf. Selbst in kleiner Körnung sind es höchstens 25 Volumen-%. Im Topf zählt vor allem seine Stabilität: Als mineralischer Zuschlag verbessert Blähton, wie Bims und Splitt, die StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten. von Kübelpflanzenerde.
Ein geeignetes Kübelsubstrat verbindet kleine Poren, die Wasser speichern, mit größeren Poren für Wasserabzug und Luft. Mineralische Zuschläge helfen, diese Struktur möglichst dauerhaft zu erhalten.
„Blähton speichert Nährstoffe und gibt sie langsam an die Wurzeln ab.“ Das trifft nicht zu, denn gebrannter Ton hat nahezu keine Kationenaustauschkapazität mehr. Huminstoffe können Nährstoffionen dagegen speichern und wieder abgeben. In einer Mischung halten also die Humusbestandteile der Erde die Nährstoffe fest, nicht der Blähton.
Wie legst du eine Drainageschicht aus Blähton an?
Zuerst kommt das Loch. Pflanzgefäße brauchen Ablauflöcher, damit überschüssiges Wasser entweichen kann und keine wurzelschädigende Staunässe entsteht. Das gilt für Kübel ebenso wie für Kräutertöpfe und Balkonkästen. Bevor ich einen Kübel befülle, drehe ich ihn um und prüfe, ob jedes Abzugsloch frei ist. Erst dann folgt der Blähton als unterste Lage über den Löchern.
Im Balkonkasten sollte die Drainageschicht mindestens etwa 1 bis 2 cm hoch sein, in größeren Gefäßen wird sie dicker. Für Töpfe mit Wasserablauf kannst du dich an einer etwa 3 cm hohen Blähtonschicht orientieren. Oben bleibt beim Einfüllen der Erde ein Gießrand von 1 bis 2 cm frei.
Wer Blähton in ein Gefäß ohne Loch füllt, verhindert damit keine Staunässe. Das Wasser hat keinen Ausgang, und der Blähton selbst nimmt höchstens 25 Volumen-% auf.
Unter dem Kübel muss das Wasser ebenfalls weg können. Kleine Holzkeile lassen Abstand zwischen Gefäßboden und Stellfläche, sodass es abläuft. Nach starkem Regen kippe ich angestautes Wasser zügig aus den Untersetzern. Oleander kann an heißen Tagen dagegen von einem Wasserrest im Untersetzer profitieren, während Zitruspflanzen empfindlich auf Staunässe reagieren.
Der Topf steht im Übertopf, und darin sammelt sich unbemerkt Wasser. Dauerhaft wassergefüllte Übertöpfe können Luftmangel im SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. verursachen und die Wurzeln absterben lassen. Heb den Topf an und kipp stehendes Wasser aus dem Übertopf aus.
Ob unten noch Wasser steht, siehst du von oben nicht. Bei torffreien Topfsubstraten kann die Oberfläche trocken wirken, während tiefer noch Wasser vorhanden ist. Ich stecke deshalb vor dem Gießen den Finger tief in die Erde und hebe den Topf kurz an, um sein Gewicht zu fühlen. Ist ein Kübel trotzdem vernässt, die Wurzeln aber noch nicht verfault, setzt du Gießen und Düngen aus. Das gilt, bis die Erde abgetrocknet ist und die Pflanze sich erholt hat.
Abzugslöcher frei? Blähton als unterste Schicht über die Löcher geben. Darauf strukturstabile Kübelpflanzenerde füllen, bei Dauerpflanzungen mit Blähton gemischt. Einen Gießrand freilassen. Den Kübel auf Holzkeile stellen und Wasser aus dem Untersetzer nach starkem Regen auskippen.
Wie viel Blähton gehört in die Kübelerde?
Für Pflanzen, die mehrere Jahre im selben Gefäß stehen, ist strukturstabile Kübelpflanzenerde sinnvoll. Sie beugt Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. im unteren Gefäßbereich vor, und Blähton gehört zu den Zuschlägen, die diese Stabilität unterstützen. In langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate kommen 30 bis 40 Volumen-% Blähton als strukturstabilisierende Beimischung.
Diese Mischungen kannst du als Ausgangspunkt nehmen:
| Einsatz | Mischung |
|---|---|
| Langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate | 30 bis 40 Volumen-% Blähton als Beimischung |
| Balkonkasten | bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost, der Rest zu gleichen Teilen RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt., Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlite |
| Topfkakteen aus Trockengebieten | ein Teil organische auf zwei Teile mineralische Bestandteile, als mineralische Anteile etwa Blähton, Lava und Bims |
| Olive im Kübel | gut durchlässige Kübelpflanzenerde mit mineralischen Zuschlägen wie Lava oder Blähtonsplitt |
Als Grundlage nimmst du Kübelpflanzenerde und keinen reinen Gartenboden, denn der kann im Gefäß beim Wässern verschlämmen und verdichten. Sand wirkt in einer Topfmischung anders als Blähton: Er kann leichte Bestandteile zusammendrücken und erhöht dadurch Feinporenanteil und Wasserkapazität.
Ich messe Erde und Blähton mit demselben Eimer ab und nicht mit der Waage, weil die Mischwerte Volumenanteile sind. Gemischt wird bei mir auf einer Plane mit der Schaufel, bis keine Blähtonnester mehr zu sehen sind.
Bei Blähton für Bauzwecke spielt der Salzgehalt keine entsprechende Rolle. Blähton für Pflanzen sollte dagegen die RAL-Höchstwerte einhalten, darauf achtest du beim Kauf.
Lohnt sich Blähton im Hochbeet?
Im Hochbeet kann eine Drainageschicht ganz unten liegen. Verrottende organische Unterfüllungen können dort zusammensacken und verdichten, sodass ihre Drainagewirkung nachlässt. Blähton ist als gebrannter Ton mineralisch und verrottet nicht, als unterste Lage behält er deshalb seine Struktur.
Hat dein Hochbeet einen geschlossenen Boden, etwa auf Terrasse oder Balkon, ist es im Grunde ein großes Pflanzgefäß. Es braucht dann wie jeder Kübel einen Wasserablauf, und die Drainageschicht fällt dicker aus als im Balkonkasten. Ich prüfe nach dem ersten kräftigen Regen, ob am Ablauf Wasser austritt. Was du danach ins Hochbeet setzt, planst du im Beetplaner nach Zehrern und Anbaupausen.
Hilft Blähton bei schwerem Gartenboden?
Im offenen Beet mische ich keinen Blähton unter. Die 30 bis 40 Volumen-% gelten für Kübel- und Gehölzsubstrate. Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Die Fingerprobe verrät sie: Feuchte, tonreiche Erde klebt und lässt sich gut formen.
Gelockert wird so ein Boden mit organischer Substanz, denn Kompost und Rindenhumus lockern beide schwere Böden. Für mehr Durchlässigkeit kannst du 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m² einarbeiten, weitere Gaben richten sich nach dem Bodenzustand. Bearbeitet wird erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haftet. Wie HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. und BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. das Gefüge aufbauen, liest du im Abschnitt über Boden, Humus und Bodenleben.
