Bokashi-Eimer richtig nutzen: Auswahl, Befüllen, Saft ablassen, Reinigen
- Ein Bokashi-Eimer braucht einen luftdichten Verschluss und einen Siebeinsatz, unter dem sich Flüssigkeit sammelt und ablassen lässt.
- Zerkleinerte Obst- und Gemüsereste drückst du beim Befüllen fest an, damit weniger Luft eingeschlossen bleibt.
- Den Bokashi-Saft lässt du etwa alle 2 bis 3 Tage über den Ablass ab.
- Wer laufend Küchenreste hat, nutzt zwei Eimer im Wechsel: Einer wird befüllt, der andere fermentiert verschlossen.
- Nach dem Entleeren reinigst du Eimer und Bauteile und lässt sie an der Luft trocknen.

Ein Bokashi-Eimer ist schnell gekauft. Ob die Küchenreste darin sauber fermentieren, hängt an wenigen Details: am dichten Deckel, am Sieb mit Ablass und an der Art, wie du befüllst. Ich prüfe bei jedem Eimer zuerst, ob der Deckel fest schließt und ob sich der Hahn leicht öffnen und wieder schließen lässt. Hier geht es um die Praxis mit dem Eimer, von der Auswahl über das Befüllen und Saftablassen bis zur Reinigung.
Was ist Bokashi, kurz gesagt?
Bokashi ist eine Vorbehandlung von Küchenabfällen durch Milchsäuregärung im luftdicht verschlossenen Eimer, auf die noch eine Kompostierungsphase folgt. Wie die Fermentation mit Mikroorganismen und Kleie abläuft und worin sie sich vom klassischen Kompost unterscheidet, erklärt ein eigener Ratgeber. Wo Bokashi und Wurmkiste in der Kompostpflege stehen, zeigt der Abschnitt Kompost pflegen, prüfen und verwenden.
Welcher Bokashi-Eimer passt zu deinem Haushalt?
Jeder Haushalts-Bokashi-Eimer braucht zwei Dinge: einen luftdichten Verschluss und einen Siebeinsatz, unter dem sich Flüssigkeit sammelt und ablassen lässt. Fehlt eines davon, hast du ein Sammelgefäß, aber keinen Bokashi-Eimer.
Worauf achtest du beim Kauf?
Diese Punkte prüfst du, bevor du einen Bokashi-Eimer kaufst.
- Der Deckel schließt luftdicht und sitzt auch nach häufigem Öffnen fest.
- Ein Siebeinsatz trennt das Ferment von der Flüssigkeit darunter.
- Der Ablass am Boden lässt sich öffnen und wieder dicht schließen.
- Ein Stampfer zum Andrücken liegt bei oder passt durch die Öffnung.
- Ein herausnehmbarer Inneneimer erleichtert das Entleeren.
- Für Dichtung und Hahn gibt es Ersatzteile.
Bokashi-Eimer gibt es aus Kunststoff, Edelstahl oder Keramik. Prüf bei jedem Werkstoff dieselben Punkte: dichter Deckel, dichter Ablass und ein Sieb im Eimer.
Reicht ein Eimer oder brauchst du zwei?
Nach dem letzten Befüllen bleibt der volle Eimer etwa 2 bis 3 Wochen verschlossen. In dieser Zeit fallen in der Küche weiter Reste an, und ein zweiter Eimer nimmt sie auf, während der erste fermentiert. Für einen Haushalt mit laufend Küchenresten heißt das: Zwei Eimer im Wechsel ersparen dir, den fermentierenden Eimer zu öffnen oder neue Reste anderswo unterzubringen.
Schreib das Datum der letzten Befüllung mit einem wasserfesten Stift auf den Deckel. Ab diesem Tag zählst du die Fermentationszeit, und neue Reste wandern in den zweiten Eimer.
Welche Größe passt zu dir?
Für die Größe zählt, wie schnell dein Haushalt einen Eimer füllt. Miss das beim ersten Durchgang: Notier den Tag, an dem du beginnst, und den Tag, an dem der Eimer voll ist. Daran siehst du, ob ein Eimer reicht oder ob du einen zweiten dazunimmst.
| Deine Situation | Was passt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Wenige Küchenreste, Garten oder Kompost vorhanden | ein Eimer | Für Reste, die während der Fermentation anfallen, brauchst du einen anderen Platz. |
| Laufend viele Küchenreste | zwei Eimer im Wechsel | Einer wird befüllt, der andere bleibt verschlossen. |
| Wohnung ohne Garten | Eimer bei Zimmertemperatur in der Küche | Ferment und Saft können geruchsintensiv sein und werden besser außerhalb der Wohnung verwendet. |
| Kühler Standort im Winter | Durchgänge mit mehr Vorlauf planen | Bei Kälte kann die Fermentation länger dauern. |
| Großer Garten oder Hof | größere Ausrüstung | Ausrüstung und Ablauf planst du gesondert. |
Ohne Garten stellt sich vor allem die Frage, wohin Ferment und Saft gehen. Antworten darauf gibt der Ratgeber, wie du Bokashi ohne Garten in der Wohnung betreibst. Größere Mengen behandelt der Beitrag, wie sich Bokashi auf großen Garten und Hof hochskalieren lässt.
Was darf in den Bokashi-Eimer?
Obst- und Gemüseabfälle kannst du für Bokashi verwenden, am besten vor dem Einfüllen zerkleinert. Welche weiteren Küchenabfälle passen und was draußen bleibt, steht im Ratgeber, welche Küchenabfälle in den Bokashi-Eimer dürfen und wie du sie vorbereitest. Dort geht es auch darum, wie du das Ferment im Garten verwertest.
Wie befüllst du den Bokashi-Eimer?
Beim Befüllen kommt es auf zwei Handgriffe an: Luft herausdrücken und den Deckel sofort wieder schließen.
- Setz den Siebeinsatz ein und prüf, ob der Ablass geschlossen ist.
- Schneide Obst- und Gemüsereste klein, bevor sie in den Eimer kommen.
- Gib die Reste lagenweise hinein. Arbeitest du mit Bokashi-Kleie, streust du sie nach der Anleitung des Herstellers über jede Lage.
- Drück jede Lage fest zusammen, damit weniger Luft eingeschlossen bleibt. Ein Stampfer erleichtert das.
- Schließ den Deckel danach sofort wieder luftdicht.
- Wiederhol das, bis der Eimer voll ist, und notier dann das Datum der letzten Befüllung.
Festdrücken und dichter Deckel gehören zusammen: Bokashi fermentiert luftdicht verschlossen, und beim Befüllen verringerst du die eingeschlossene Luft.
Ich sammle die Schalen zuerst in einer Schüssel neben dem Schneidebrett und schneide sie dort klein. Danach öffne ich den Eimer nur einmal, fülle alles ein, drücke es an und schließe den Deckel sofort.
Was tust du während der Fermentation?
Unter dem Sieb sammelt sich Flüssigkeit, der Bokashi-Saft. Lass ihn etwa alle 2 bis 3 Tage über den Ablass ab. Stell dazu ein Glas unter den Hahn und schließ ihn danach wieder dicht. Der Saft kann geruchsintensiv sein, deshalb verwendest du ihn draußen und nicht in Wohnräumen. Für Gartenfreiflächen verdünnst du ihn im Verhältnis 1:100 mit Wasser.
Für den Standort reicht Zimmertemperatur, der Eimer kann also in der Küche oder in der Speisekammer stehen. So sieht dein Rhythmus mit dem Eimer aus:
| Was | Wann | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Befüllen | wenn Reste anfallen | zerkleinern, festdrücken, Deckel sofort schließen |
| Saft ablassen | etwa alle 2 bis 3 Tage | Hahn danach wieder dicht schließen |
| Geschlossen fermentieren | nach dem letzten Befüllen etwa 2 bis 3 Wochen | Deckel zulassen, Datum notieren |
| Weiterverarbeiten | nach der Fermentation | mit Erde vermischen oder kompostieren |
| Reinigen | nach dem Entleeren | Eimer und Bauteile säubern und an der Luft trocknen |
Je nach Verfahren dauert die geschlossene Fermentation etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte kann sie länger dauern. Woran du erkennst, dass sie gelungen ist, beschreibt der Ratgeber zur Bokashi-Fermentation. Für die kalte Jahreszeit gibt es einen eigenen Ratgeber, wie die Bokashi-Fermentation bei Kälte gelingt.
Bokashi riecht nicht? Ferment und Saft können geruchsintensiv sein. Deshalb verwendest du beide besser außerhalb der Wohnung, auch wenn der Eimer selbst in der Küche steht.
Was passiert mit dem vollen Eimer?
Frischer Eimerinhalt ist noch kein fertiger Dünger und kann bestehende Pflanzen schädigen, wenn du ihn direkt zum Düngen nimmst. Du vermischst das Ferment deshalb mit Erde oder gibst es in den Kompost, damit es weiter umgesetzt wird. Wie das im Garten Schritt für Schritt geht, steht im Ratgeber zu den passenden Küchenabfällen.
Was tun, wenn ein Durchgang nicht klappt?
Läuft ein Durchgang anders als erwartet, prüfst du zuerst die Handgriffe: dichter Deckel, fest angedrückte Lagen und regelmäßig abgelassener Saft. Was sonst dahinterstecken kann, zeigt der Ratgeber, welche Fehler beim Bokashi häufig passieren und wie du gegensteuerst.
Wie reinigst du den Eimer nach dem Entleeren?
Nach dem Entleeren reinigst du Eimer und Bauteile und lässt alles an der Luft trocknen, bevor du neu befüllst. Spül Eimer, Sieb und Deckel mit warmem Wasser aus, bei Bedarf mit einer milden Seifenlösung. Den Ablasshahn spülst du gründlich durch, weil der Saft durch ihn läuft. Auf scharfe Reinigungsmittel verzichtest du, denn sie können das Material angreifen.
Ich spüle den Eimer draußen am Wasserhahn aus und stelle die Teile einzeln zum Trocknen auf. Erst wenn alles trocken ist, setze ich Sieb, Hahn und Deckel wieder zusammen.
Wie pflegst und lagerst du den Eimer zwischen zwei Durchgängen?
Den leeren Eimer bewahrst du trocken und vor direkter Sonne geschützt auf. Leg den Deckel dabei nur locker auf, damit Restfeuchte entweichen kann. Im Winter lagerst du ihn frostfrei, damit das Material keinen Schaden nimmt.
Vor jedem neuen Durchgang prüfst du Dichtung und Ablasshahn. Weil der Eimer luftdicht schließen muss, tauschst du eine rissige oder verformte Dichtung aus, bevor du wieder befüllst. Ein Hahn, der tropft oder klemmt, wird ebenfalls ersetzt, denn über ihn lässt du den Saft ab.
