Bokashi: Welche Küchenabfälle in den Eimer dürfen und wohin mit dem Ferment
- Obst- und Gemüsereste eignen sich für Bokashi und werden vor dem Einfüllen zerkleinert.
- Holzasche, Plastik, Metall, Glas und kranke Pflanzenteile bleiben draußen.
- Je nach Verfahren fermentiert der gefüllte Eimer etwa 2 bis 6 Wochen luftdicht verschlossen.
- Frischer Eimerinhalt kann bestehende Pflanzen schädigen und kommt nicht direkt an sie heran.
- In einem beschriebenen Verfahren reift 1 Teil Ferment mit 4 Teilen Gartenerde oder Kompost im offenen Behälter nach.
- Faustregel: ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied für die vollständige Eigenverwertung von Bioabfällen.

Bei meinem Bokashi-Eimer tauchen immer wieder zwei Fragen auf: Was darf beim Gemüseputzen hinein, und wohin mit dem Inhalt, wenn er durchfermentiert ist? Beide Antworten hängen zusammen, denn was du einfüllst, landet am Ende in deiner Gartenerde. Dazu kommt ein echtes Risiko: Frischer Eimerinhalt kann bestehende Pflanzen schädigen, wenn er ohne Nachreife an sie herankommt. Ich zeige dir, wie ich die Reste auswähle, vorbereite und das Ferment im Garten verwerte.
Was im Bokashi-Eimer passiert
Bokashi ist eine Vorbehandlung durch Milchsäuregärung: Die Küchenabfälle werden im luftdicht verschlossenen Eimer konserviert, aber noch nicht kompostiert. Je nach Verfahren fermentiert der gefüllte Eimer etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte kann es länger dauern. Wie die Fermentation mit Mikroorganismen und Kleie abläuft und worin sie sich vom klassischen Kompost unterscheidet, erklärt ein eigener Ratgeber.
Welche Küchenabfälle eignen sich für Bokashi?
Bokashi ist für organische Abfälle gedacht, und den Kern bilden die Reste vom Schneidebrett. Alles, was du einfüllst, wird nach der Gärung Teil von Erde oder Kompost. Dieser weitere Weg ist mein Maßstab für die Auswahl.
Obst- und Gemüsereste
Obst- und Gemüseabfälle eignen sich für Bokashi, und bei mir machen sie den Großteil des Eimers aus. Dazu zählen Schalen, Strünke, Kerngehäuse, Blätter und Stiele, aber auch überreifes Obst, das niemand mehr essen mag. Kartoffelschalen gehören genauso dazu wie Möhrengrün, welke Salatblätter oder die harten Enden vom Lauch. Ich sammle alles beim Kochen in einer Schüssel neben dem Brett und schneide es am Schluss in einem Durchgang klein.
Kaffeesatz und Eierschalen
Kaffeesatz und Eierschalen gelten als geeignete Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts. Weil das Bokashi-Ferment nach dem Eimer ohnehin in Erde oder Kompost nachreift, passen beide in diesen Weg. Kaffeesatz enthält StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll)., PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. und KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten., eine bestimmte Düngermenge lässt sich daraus aber nicht ableiten. Eierschalen zerdrücke ich vorher in der Hand, damit sie sich beim Andrücken zwischen die übrigen Reste legen.
Was gehört nicht in den Bokashi-Eimer?
Draußen bleibt bei mir alles, was ich später nicht im Beet haben will. Dabei geht es um Schadstoffe, um Fremdstoffe und um mögliche Krankheitserreger.
Holzasche
Holzasche kann mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein. Deshalb gehört sie weder als Dünger in den Garten noch als Zutat auf den Kompost. Weil Bokashi nur eine Vorstufe vor der Kompostierung ist, hat sie auch im Eimer nichts verloren. Abgekühlte Asche kommt bei mir in den Hausmüll, und ich schütte sie langsam ein, damit kein Staub aufwirbelt.
Plastik, Metall, Glas und Aufkleber
Bokashi verarbeitet organische Abfälle, alles andere bleibt unverändert und findet sich später im Beet wieder. Preisaufkleber auf Obstschalen, Gummibänder vom Gemüsebund und Reste von Netzen ziehe ich deshalb ab, bevor ich schneide. Auch Verpackungsreste, Alufolie und Glasscherben bleiben selbstverständlich draußen.
Kranke Pflanzenteile
Befallene Blätter von Zimmerpflanzen oder kranke Kräuter vom Fensterbrett gebe ich nicht in den Eimer. Für die Gärung gibt es keine Zusage, dass sie Krankheitserreger abtötet. Auch Gartenkompost schafft das nicht zuverlässig, weil ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht werden. Was später im Beet landet, sollte deshalb keine Erreger mitbringen.
Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Gekochtes
Tierische Reste und gekochte Speisereste lasse ich weg, ebenso altes Brot. In der Wurmkiste sind Fleisch, Milchprodukte, Getreideprodukte und gekochte Speisereste ausdrücklich ausgeschlossen. Beim Bokashi halte ich es genauso, weil das Ferment danach offen nachreift und in Erde kommt, in der ich Gemüse ziehe. So bleibt mein Eimer eine Sammelstelle für Pflanzenreste.
Holzasche, Plastik, Metall, Glas, Aufkleber, kranke Pflanzenteile, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und gekochte Reste bleiben bei mir draußen.
So bereitest du Küchenabfälle für Bokashi vor
Zerkleinern vor dem Einfüllen
Obst- und Gemüseabfälle zerkleinerst du, bevor sie in den Eimer kommen. Später presst du das Material dort fest zusammen, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen bleibt. Kleine Stücke lassen sich dabei dichter packen als ganze Strünke oder halbe Äpfel, das merke ich jedes Mal am Stampfer. Harte Teile wie Kohlstrünke und Möhrenenden schneide ich längs und dann quer. Weiche Schalen und welke Blätter reiße ich nur in Streifen.
Die richtige Mischung im Eimer
In den Eimer kommt bei mir, was beim Kochen gerade anfällt: saftige Schalen, Strünke, Kaffeesatz und zerdrückte Eierschalen durcheinander. Den Fermentationsstarter, meist eine Bokashi-Kleie, streue ich so, wie es die Anleitung des Herstellers vorgibt. Die Menge hängt vom jeweiligen Starter ab, deshalb hat die Packungsangabe bei mir Vorrang vor jeder Faustregel. Mit einem festen Verhältnis rechne ich erst nach dem Eimer, wenn das Ferment mit Erde gemischt wird.
Schicht für Schicht in den Eimer
Beim Befüllen drückst du jede Lage fest an und verschließt den Deckel danach wieder luftdicht. Die Flüssigkeit, die sich unter dem Siebeinsatz sammelt, lässt du etwa alle 2 bis 3 Tage ab. Welcher Eimer zu deinem Haushalt passt und wie du ihn befüllst, betreibst und reinigst, steht im Ratgeber zum Bokashi-Eimer.
Ab in den Garten: So verwertest du das fermentierte Bokashi
Ist die Gärung durch, hast du noch keinen fertigen Dünger im Eimer, sondern eine Zwischenstufe vor der Kompostierung. Bevor du das feste Material als Gartendünger nutzt, muss eine Kompostierungsphase folgen. Dafür gibt es zwei Wege: das Nachreifen in Erde oder den Kompost.
Frischen Eimerinhalt gibst du nicht direkt an bestehende Pflanzen, auch nicht ins Pflanzloch oder rund um die Stängel. Er kann sie schädigen. Eingraben direkt neben Gemüse kommt für mich deshalb nicht infrage.
Nachreifen in Erde
Meistens gehe ich den Weg über die Vererdung. Die Werte für Mischen und Nachreifen gehören zu einem häuslichen Verfahren, das mit 6 Wochen geschlossener Fermentation arbeitet.
| Schritt | Was du tust | Richtwert |
|---|---|---|
| Fermentieren | Eimer luftdicht geschlossen stehen lassen | etwa 2 bis 6 Wochen je nach Verfahren, bei Kälte länger |
| Mischen | Ferment mit Gartenerde oder Kompost vermengen | 1 Teil Ferment auf 4 Teile Gartenerde oder Kompost |
| Nachreifen | Mischung im offenen Behälter lagern und gelegentlich umsetzen | weitere 3 Monate |
| Verwenden | fertige Erde flach einarbeiten | keine feste Menge, die Gartenfläche zählt |
Für das Nachreifen nehme ich einen offenen Behälter draußen, denn Bokashi-Ferment kann geruchsintensiv sein und passt eher nach draußen als in Wohnräume. Ich messe die Teile mit demselben Eimer ab und mische Ferment und Erde mit der Grabegabel gründlich durch. Beim Umsetzen schaue ich, wie weit die Reste schon in der Erde aufgegangen sind.
An den Nachreife-Behälter klebe ich ein Stück Kreppband mit dem Datum des Mischens. So muss ich die drei Monate nicht schätzen, wenn ich die Erde verteilen will.
Der Weg über den Kompost
Statt in einen eigenen Behälter kannst du das Ferment auf den Kompost geben, wo es mit dem übrigen Material weiter umgesetzt wird. Ich decke es dort sofort mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, damit offen liegende Küchenreste weniger Fliegen anlocken. Für Gartenkompost reicht die Reifedauer je nach Material und Rotteführung von etwa 4 bis 12 Monaten, deshalb prüfst du zusätzlich den Reifezustand. Wie du Kompost anlegst, pflegst und auf Reife prüfst, steht im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.
Die fertige Erde verwenden
Die nachgereifte Erde arbeite ich wie Kompost nur flach ein. Tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. Die Nährstoffe daraus rechnest du mit, wenn du zusätzlich düngst, genau wie bei Kompost und Mist. Mischst du das Ferment mit Gartenkompost, gilt für die fertige Erde auch dessen Grenze: Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren bekommen keinen gewöhnlichen Gartenkompost, weil er den pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. anhebt.
„Bokashi impft den Boden mit nützlichen Mikroorganismen.“ In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Beobachtete Wirkungen von Bokashi und Mist gingen dort auf das organische Material und die Nährstoffzufuhr zurück. Auch in Gemüsebauversuchen der LWG ließ sich eine Wirksamkeit der eingesetzten Effektiven Mikroorganismen wissenschaftlich nicht nachweisen.
Wie viel Fläche du für dein Bokashi brauchst
Bokashi ist eine Form der Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle, nur mit einem Zwischenschritt im Eimer. Für diese Eigenverwertung gibt es eine Faustregel gegen ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt., die sich an der gedüngten Gartenfläche je Haushaltsmitglied orientiert. Wer die Küchenabfälle eines ganzen Haushalts fermentiert und auf ein kleines Beet bringt, riskiert deshalb, dass sich dort Nährstoffe übermäßig anreichern. Auch organische Dünger lassen sich in zu hoher Menge ausbringen. Reicht deine Fläche nicht, fermentierst du nur einen Teil der Küchenabfälle.
Für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle gelten ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied als Faustregel.
Hast du viel Fläche und große Mengen, findest du im Ratgeber zum Großformat, wie sich Bokashi auf großen Garten und Hof übertragen lässt.
Was du rund um den Eimer noch wissen willst
Was mache ich mit dem Bokashi-Saft?
Für die Verwendung als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen verdünnst du den Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser. Weil er geruchsintensiv sein kann, nutzt du ihn besser draußen als im Wohnraum. Wie du den Saft verdünnst, verwendest und lagerst, erklärt der Ratgeber zur Bokashi-Flüssigkeit.
Geht Bokashi auch ohne Garten?
Ohne Garten wird vor allem die Frage knifflig, wohin Ferment und Saft nach dem Eimer gehen. Wie Bokashi in der Stadtwohnung funktioniert und was du mit Ferment und Sickersaft bei Topf- und Zimmerpflanzen machst, steht im Ratgeber für die Stadtwohnung.
Klappt Bokashi auch im Winter?
Die Fermentation im Haushaltseimer kann bei Zimmertemperatur laufen, bei kalten Bedingungen braucht sie länger. Wie die Fermentierung bei Kälte gelingt und was du im Winter mit dem fertigen Bokashi machst, beschreibt der Winter-Ratgeber.
Und wenn im Eimer etwas schiefgeht?
Riecht der Inhalt anders als erwartet oder verändert er sich kaum, lohnt ein genauer Blick auf Befüllung und Verschluss. Welche Fehler beim Bokashi passieren und wie du gegensteuerst, zeigt ein eigener Ratgeber.
