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Bokashi-Fehler erkennen und vermeiden: vom dichten Eimer bis zur Nachreife

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bokashi ist eine Vorbehandlung durch Milchsäuregärung im luftdichten Eimer, danach muss das Ferment in Erde oder Kompost weiter umgesetzt werden.
  • Küchenreste vorher zerkleinern und jede Lage fest andrücken, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen bleibt.
  • Die Flüssigkeit unter dem Siebeinsatz etwa alle 2 bis 3 Tage ablassen, auch während der Fermentation.
  • Nach dem letzten Befüllen bleibt der Eimer etwa 2 bis 3 Wochen geschlossen, bei Kälte kann es länger dauern.
  • Frischer Eimerinhalt kann bestehende Pflanzen schädigen, deshalb folgt erst eine Nachreife mit Erde oder Kompost.
  • Bokashi-Ferment und Bokashi-Saft können geruchsintensiv sein und gehören eher nach draußen als in die Wohnung.
Gelb und schwarz verfärbte Blätter als Zeichen von Blattschäden
Foto: Laython Photos · Pexels License · Quelle ↗

Du öffnest den Bokashi-Eimer, und etwas stimmt nicht: Der Deckel sitzt locker, unter dem Sieb steht Flüssigkeit, oder deine Pflanzen kümmern nach der ersten Gabe. Für jede dieser Beobachtungen gibt es einen Handgriff, den du prüfen kannst. Ich gehe meinen Eimer dafür an zwei Stellen durch. Die erste ist das Befüllen und Lagern, die zweite die Zeit danach, in der das Ferment in Erde nachreift.

Was im Bokashi-Eimer passiert und was danach kommt

Bokashi ist eine Vorbehandlung durch Milchsäuregärung: Zerkleinerte Küchenreste fermentieren in einem luftdicht verschlossenen Eimer. Danach ist das Material noch kein fertiger Dünger, sondern muss mit Erde vermischt oder kompostiert weiter umgesetzt werden. Wie die Fermentation mit Effektiven Mikroorganismen und Kleie funktioniert und worin sie sich vom Kompost unterscheidet, erklärt der Ratgeber dazu.

Woran erkennst du, wo der Fehler liegt?

Diese Übersicht nutze ich, wenn mir am Eimer etwas auffällt. Die Hinweise sind keine Diagnose, sie zeigen dir, wo du zuerst nachsehen kannst.

Was du bemerkst Was dahinterstecken kann Was du tust
Der Deckel schließt nicht bündig Reste klemmen am Rand oder an der Dichtung Rand und Dichtung säubern, dann schließen
Zwischen den Resten bleiben Hohlräume Stücke zu grob oder nicht angedrückt Vorher zerkleinern, jede Lage fest andrücken
Unter dem Siebeinsatz steht Flüssigkeit Hier sammelt sich der Bokashi-Saft Etwa alle 2 bis 3 Tage ablassen
Saft und Ferment riechen stark Beides kann geruchsintensiv sein Draußen verwenden, nicht in Wohnräumen
Der volle Eimer steht in einem kalten Raum Bei Kälte braucht die Fermentation länger Mehr Zeit einplanen, Zimmertemperatur reicht
Pflanzen kümmern nach einer Gabe direkt aus dem Eimer Frisches Ferment kann bestehende Pflanzen schädigen Ferment erst mit Erde oder Kompost nachreifen lassen
Die Mischung in der Nachreife riecht faulig Sie kann zu nass sein Umsetzen, trockenes Strukturmaterial untermischen
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Welche Reste machen im Eimer Ärger?

Für Bokashi kommen vor allem zerkleinerte Obst- und Gemüseabfälle infrage. Ich schneide Strünke, Schalen und Kerngehäuse am Brett klein, bevor sie in den Eimer kommen. Zerkleinert lassen sich die Reste fest zusammendrücken, sodass zwischen ihnen möglichst wenig Luft bleibt.

Was im Eimer landet, landet später in Erde oder Kompost, denn dort wird das Ferment weiter umgesetzt. Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot gehören wegen der Rattengefahr nicht auf den Gartenkompost. Wer sie in den Bokashi-Eimer gibt, holt sich dieses Problem also nur mit Verzögerung in den Garten.

Auch Holzasche hat im Eimer nichts verloren. Wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen taugt sie weder als Gartendünger noch als Kompostzutat, abgekühlt gehört sie in den Hausmüll. Welche Küchenabfälle in den Eimer dürfen und wie du das Ferment später im Garten verwertest, behandelt ein eigener Ratgeber.

Kommt Luft in deinen Eimer?

Ein Haushalts-Bokashi-Eimer braucht einen luftdichten Verschluss und einen Siebeinsatz, unter dem sich die Flüssigkeit sammelt und abgelassen wird. Ohne dichten Deckel fehlt dem Eimer der Luftabschluss, den die Milchsäuregärung braucht.

Woran du einen undichten Eimer erkennst

Schau dir zuerst den Verschluss an, bevor du den Inhalt verdächtigst. Typische Stellen sind:

  • Der Deckel rastet nicht ringsum ein oder lässt sich an einer Seite anheben.
  • Am Rand oder in der Dichtung kleben Reste.
  • Der Ablasshahn steht offen oder tropft.
  • Die oberste Lage liegt locker und zeigt sichtbare Hohlräume.

So hältst du die Luft draußen

Drücke jede neue Lage fest zusammen, damit möglichst wenig Luft zwischen den Resten bleibt. Ich nehme dafür einen Stampfer und arbeite vom Rand zur Mitte. Danach wische ich Rand und Dichtung mit einem Tuch ab und schließe den Deckel. Ist der Eimer voll, bleibt er zu, bis die Fermentation durch ist. Den Saft lässt du in dieser Zeit nur unten über den Hahn ab.

Nach dem Entleeren reinigst du Eimer und Einzelteile und lässt sie an der Luft trocknen, bevor du neu startest. Welcher Eimer zu deinem Haushalt passt und wie du ihn reinigst und pflegst, steht im Ratgeber zum Bokashi-Eimer.

Marias Erfahrung

Nach dem letzten Befüllen klebe ich ein Stück Kreppband mit dem Datum auf den Deckel. So sehe ich, wie lange der Eimer schon zu ist, ohne ihn öffnen zu müssen.

Wie viel kann die Kleie ausrichten?

Wenn du mit Kleie arbeitest, ersetzt sie keinen der anderen Handgriffe. Auch mit Kleie braucht der Eimer einen dichten Deckel, fest angedrückte Reste und regelmäßigen Saftablass. Wie viel Kleie auf eine Lage gehört, gibt die Packung vor. Ich halte mich daran und streue sie über die ganze Fläche, nicht nur in die Mitte.

Wie Kleie und Mikroorganismen bei der Gärung zusammenspielen, erklärt der oben verlinkte Ratgeber zur Fermentation.

Mythos-Check

„Die Mikroorganismen aus dem Bokashi machen den Boden besser.“ In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen der Bokashi-Gaben wurden auf das organische Material und die Nährstoffzufuhr zurückgeführt. Ob ein mikrobielles Präparat überhaupt etwas bewirkt, hängt von Boden, Klima, vorhandenen Mikroben und Produktqualität ab.

Wann muss der Saft raus?

Unter dem Siebeinsatz sammelt sich Flüssigkeit, der Bokashi-Saft. Lass ihn etwa alle 2 bis 3 Tage ab. Das gilt auch, wenn der volle Eimer schon geschlossen fermentiert. Ich lasse den Saft in ein Schraubglas laufen und trage es gleich nach draußen, weil Bokashi-Saft geruchsintensiv sein kann.

Wohin mit dem abgelassenen Saft?

Als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen wird Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt. Wegen seines Geruchs verwendest du ihn draußen und nicht in Wohnräumen.

Mythos-Check

„Bokashi ist geruchsfrei.“ Bokashi-Ferment und Bokashi-Saft können geruchsintensiv sein. Deshalb eignen sich beide eher für die Verwendung draußen als in Wohnräumen.

Wo und wie lange steht der volle Eimer?

Für die Fermentation reicht Zimmertemperatur. Steht der Eimer kalt, etwa in einem ungeheizten Raum, dauert die Fermentation länger. Den vollen Eimer öffnest du in dieser Zeit nicht, um weiter zu sammeln. Dafür arbeite ich mit einem zweiten Eimer: Darin sammle ich neue Küchenreste, während der erste geschlossen fermentiert.

Zahl im Blick

Nach dem letzten Befüllen bleibt der Eimer etwa 2 bis 3 Wochen geschlossen. Je nach Verfahren nennen Anleitungen für die geschlossene Fermentation etwa 2 bis 6 Wochen, bei kalten Bedingungen auch länger. Die Weiterverarbeitung danach kommt gesondert hinzu.

Warum gehört das Ferment nicht direkt ins Beet?

Frischer Eimerinhalt sollte nicht unmittelbar zum Düngen bestehender Pflanzen verwendet werden, weil er sie schädigen kann. Vor dem Einsatz als Gartendünger muss eine Kompostierungsphase folgen: Das Ferment wird mit Erde vermischt oder kompostiert weiter umgesetzt. Die Fermentation konserviert die Reste nur als Zwischenstufe, und frisches Ferment kann Pflanzen schädigen. Der Tag, an dem du den Eimer öffnest, ist deshalb nicht der Tag fürs Beet.

Häufiger Fehler

Den fertig fermentierten Eimer direkt rund um Gemüse oder Stauden verteilen. Frisches Ferment kann bestehende Pflanzen schädigen. Gib ihm zuerst die Nachreife in Erde oder Kompost.

So läuft die Nachreife

Ein beschriebenes häusliches Verfahren arbeitet mit festen Anteilen und einer langen Reifezeit im offenen Behälter.

Zahl im Blick

Nach 6 Wochen geschlossener Fermentation wird 1 Teil Ferment mit 4 Teilen Gartenerde oder Kompost gemischt. Die Mischung reift weitere 3 Monate in einem offenen Behälter und wird gelegentlich umgesetzt. Das ist ein beschriebenes Verfahren, kein fester Fahrplan für jeden Eimer.

Ich mische in einer alten Mörtelwanne und setze die Mischung mit der Grabegabel um, wenn ich ohnehin im Garten zu tun habe. Wie du das nachgereifte Material im Garten einbringst, behandeln die oben verlinkten Ratgeber zur Fermentation und zu den Küchenabfällen ausführlicher.

Wie du die Nachreife im Blick behältst

In der Nachreife behandelst du die Mischung wie Kompost: Riecht sie faulig, kann sie zu nass sein und lässt sich durch Umsetzen mit trockenem, strukturreichem Material verbessern. Ammoniakgeruch spricht für zu viel nährstoffreiches Material, dem du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischst. Bevor die Mischung ins Beet geht, prüfst du ihre Reife wie beim Gartenkompost; wie du Kompost pflegst, prüfst und verwendest, findest du im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Achtung

Für die Nachreife gelten dieselben Hygieneregeln wie beim Kompostieren. Iss und trink nicht nebenher und wasch dir danach die Hände. Sehr trockenes Material feuchtest du vor dem Umlagern an, damit weniger Staub entsteht. Menschen mit Schimmelpilzallergie oder schwerer Immunschwäche wird von der Eigenkompostierung abgeraten.

Wie viel Bokashi verträgt dein Garten?

Auch organische Dünger können zu viel werden und Pflanzen und Umwelt belasten. Für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle gilt als Faustregel gegen Überdüngung ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Die Wirkung von Bokashi-Gaben wurde im Feldversuch auf das organische Material und die Nährstoffzufuhr zurückgeführt. Zusammen heißt das: Die nachgereifte Bokashi-Erde zählt bei der Düngung mit, so wie Kompost, dessen Nährstoffe du von zusätzlichen Gaben abziehst.

Eigene Verwertung ist nur sinnvoll, wenn im Garten tatsächlich Bedarf für das Ergebnis besteht. Fehlt dir die Fläche, steht im Ratgeber für die Stadtwohnung, wohin mit Ferment und Sickersaft, wenn du keinen Garten hast.

Häufige Fragen

Was ist Bokashi-Kompostierung und wie funktioniert sie?
Bokashi ist eine Vorbehandlung organischer Küchenabfälle durch Milchsäuregärung in einem luftdicht verschlossenen Eimer. Du gibst vor allem zerkleinerte Obst- und Gemüsereste hinein, drückst sie fest an und lässt die Flüssigkeit unter dem Siebeinsatz regelmäßig ab. Nach dem letzten Befüllen bleibt der Eimer etwa 2 bis 3 Wochen geschlossen. Danach muss das Ferment mit Erde vermischt oder kompostiert werden, bevor es als Gartendünger taugt.
Was unterscheidet fermentierte organische Materie von normalem Kompost?
Fermentiertes Material aus dem Bokashi-Eimer ist durch Milchsäuregärung konserviert, aber noch kein fertiger Kompost. Bevor du es als Gartendünger einsetzt, muss es mit Erde vermischt oder kompostiert weiter umgesetzt werden, denn frischer Eimerinhalt kann bestehende Pflanzen schädigen. In einem beschriebenen Verfahren reift die Mischung mit Gartenerde oder Kompost weitere 3 Monate in einem offenen Behälter und wird dabei gelegentlich umgesetzt.
Welche Küchenabfälle eignen sich nicht für den Bokashi-Eimer?
Für Bokashi kommen vor allem zerkleinerte Obst- und Gemüseabfälle infrage. Weil das Ferment später in Erde oder Kompost weiterverarbeitet wird, lässt du gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot besser weg, denn auf dem Gartenkompost locken sie Ratten an. Holzasche gehört wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen weder in den Kompost noch in den Eimer, sondern abgekühlt in den Hausmüll.
Was passiert, wenn der Bokashi-Eimer nicht richtig abgedichtet wird?
Dann fehlt der Luftabschluss, den ein Haushalts-Bokashi-Eimer für die Milchsäuregärung braucht. Prüfe, ob der Deckel ringsum schließt und Rand und Dichtung frei von Resten sind. Drücke jede Lage zerkleinerter Reste fest an, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen bleibt. Ist der Eimer voll, bleibt er bis zum Ende der Fermentation zu, und den Saft lässt du nur unten ab.
Wie wichtig ist der regelmäßige Ablass des Bokashi-Safts?
Der Ablass gehört fest zum Verfahren: Die Flüssigkeit sammelt sich unter dem Siebeinsatz und wird etwa alle 2 bis 3 Tage abgelassen. Das gilt auch während der Fermentation, wenn der volle Eimer geschlossen bleibt. Als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen wird Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt. Weil er geruchsintensiv sein kann, verwendest du ihn draußen und nicht in Wohnräumen.
Stimmt es, dass Bokashi-Kompostierung völlig geruchsfrei ist?
Nein. Bokashi-Ferment und Bokashi-Saft können geruchsintensiv sein, deshalb eignen sich beide eher zur Verwendung draußen als in Wohnräumen. Halte den Eimer während der Fermentation geschlossen und lass den Saft über den Ablass unten ab.
Eignet sich die Bokashi-Methode auch für größere Haushalte oder Gemeinschaften?
Ein zweiter Eimer hilft, weil du darin neue Küchenreste sammelst, während der erste geschlossen fermentiert. Entscheidend ist aber die Fläche: Als Faustregel gegen Überdüngung braucht die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Eigene Verwertung ist nur sinnvoll, wenn für das Ergebnis tatsächlich Bedarf besteht. Für eine gemeinsame Verwertung in einer Wohnanlage klärst du vorab, wer betreut, ob die Hausverwaltung zustimmt und wohin das fertige Material geht.
Zuletzt geprüft:
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