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Rindenhumus: Wirkung im Boden, Stickstoffzehrung und Eigenbau

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rindenhumus ist zerkleinerte, kompostierte und nach Korngrößen sortierte Rinde, kein Rindenmulch.
  • Eingearbeitet lockert er besonders schwere Böden, bringt aber meist weniger Nährstoffe mit als Grüngutkompost.
  • Sein pH-Wert liegt je nach Baumart bei 5,0 bis 7,0, sauer ist er also nicht automatisch.
  • Ausgereifter Rindenhumus bindet nur noch wenig Stickstoff, eine angepasste Stickstoffversorgung kann trotzdem nötig sein.
  • Für die wiederholte Bodenverbesserung gelten höchstens 2 bis 3 l je m² und Jahr im mehrjährigen Durchschnitt.
  • Wer Rinde selbst kompostiert, mischt stickstoffreiches Material dazu und richtet sich nach dem Reifezustand statt nach einer festen Frist.
Gesunde, humusreiche Gartenerde in den Händen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Schwerer, tonreicher Boden klebt, lässt Wasser nur langsam durch und neigt eher zu Staunässe. Rindenhumus lockert solche Böden, wenn du ihn ins Beet einarbeitest. Ich mache das auch, prüfe aber vorher, ob das Material ausgereift ist und welchen pH-Wert es mitbringt. Unreife Rinde kann den Pflanzen vorübergehend Stickstoff entziehen, und sauer ist Rindenhumus längst nicht immer.

Was ist Rindenhumus?

Rindenhumus ist Rinde, die zerkleinert, kompostiert und nach Korngrößen sortiert wurde. Im Garten dient er als Bodenhilfsstoff und als Bestandteil von Pflanzerden. Beim Kompostieren werden wachstumshemmende Phenole und Gerbstoffe der Rinde abgebaut. Von welcher Baumart die Rinde stammt, beeinflusst unter anderem den pH-Wert.

Davon zu unterscheiden ist Rindenmulch: Er besteht aus Rinde, die nicht entsprechend kompostiert wurde, und dient als Abdeckmaterial. Wegen seiner wachstumshemmenden Gerbstoffe passt er nicht ins Gemüsebeet. Welches Material zu welchem Zweck passt, zeigt der Ratgeber, worin sich Rindenhumus und Rindenmulch im Beet unterscheiden.

Wie wirkt Rindenhumus im Boden?

Eingearbeitet in Gemüse- und Blumenbeete lockert Rindenhumus besonders schwere Böden. Nährstoffe bringt er dagegen meist weniger mit als Grüngutkompost. Damit ist er eher ein Strukturverbesserer als ein Nährstofflieferant. Je nach Ware kann er aber erhöhte Gehalte an Kalium, Phosphor und Mangan aufweisen, auf die du bei salzempfindlichen Kulturen besonders achtest.

Eigenschaft Angabe Was das für dich heißt
Ausgangsmaterial zerkleinerte, kompostierte, nach Korngrößen sortierte Rinde Phenole und Gerbstoffe werden beim Kompostieren abgebaut
pH-Wert 5,0 bis 7,0, abhängig von der Baumart nicht automatisch sauer, im Zweifel nachmessen
Wasserkapazität als Substratbestandteil 40 bis 55 % des Materialvolumens, weniger als Torf Gefäße mit viel Rindenhumus brauchen unter Umständen häufiger Wasser
Rohdichte ungefähr doppelt so hoch wie bei Weißtorf Mischungen mit viel Rindenhumus werden schwerer
Nährstoffe meist weniger als Grüngutkompost, teils erhöhte Kalium-, Phosphor- und Mangangehalte salzempfindliche Kulturen besonders beachten
Stickstoff ausgereifte Ware bindet nur noch wenig, legt aber leichter fest als Grüngutkompost Stickstoffversorgung produktbezogen beurteilen

In Töpfen mit torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es unten noch nass ist. Ich prüfe die Feuchte deshalb unter der Oberfläche oder über das Topfgewicht, bevor ich nachgieße.

Als organisches Material kann Rindenhumus außerdem die Bodenlebewesen unterstützen. Wie Humus die Bodenorganismen ernährt und so Durchlüftung und Versickerung fördert, erklären die Grundlagen zu Boden, Humus und Bodenleben.

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Stickstoffzehrung: Wann bindet Rindenhumus Stickstoff?

Holzige, stickstoffarme Materialien wie Rindenmulch, Holzhäcksel oder Stroh können beim Abbau Stickstoff binden. Die Mikroorganismen, die sie zersetzen, entziehen dem Boden dabei vorübergehend Stickstoff, der dann den Wurzeln fehlt.

Kurz erklärt

Von Stickstofffestlegung spricht man, wenn Mikroorganismen holziges, stickstoffarmes Material abbauen und dabei Stickstoff aus dem Boden binden. Die Wurzeln kommen an diesen Stickstoff vorübergehend nicht heran. Stickstoffzehrung meint dasselbe.

Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet bei weiterer Umsetzung nur noch wenig Stickstoff, denn eine ausreichende Fermentation vermindert die Festlegung. Unzureichend gereifte Ware verhält sich deshalb eher wie Rindenmulch, der als nicht kompostierte Rinde beim Abbau Stickstoff bindet. Gut gereift heißt aber nicht stickstoffneutral: Gegenüber Grüngutkompost legt Rindenhumus Stickstoff leichter fest, und wie stark, beurteilst du produktbezogen. Auch bei gut fermentierter Ware kann die Kultur eine angepasste Stickstoffversorgung brauchen.

Bei RAL-gütegesichertem Rindenhumus gehört die Stickstoffstabilisierung zu den kontrollierten Merkmalen. Wie du gute Ware beim Kauf erkennst und richtig lagerst, erklärt der Ratgeber zu Qualität, Kauf und Lagerung von Rindenhumus.

Was tun, wenn die Pflanzen schwächeln?

Bleiben Pflanzen nach dem Einarbeiten im Wuchs zurück und verfärben sich ältere Blätter hell- bis gelbgrün, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Dieselben Bilder können aber auch Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung hervorrufen. Ich prüfe deshalb zuerst mit dem Spaten Bodenfeuchte, Gefüge und Wurzelbild, bevor ich an Dünger denke.

Fehlt tatsächlich Stickstoff, ergänzt du ihn nach Bedarf und rechnest an, was Boden, Kompost oder Mist bereits liefern. Hornmehl setzt seinen Stickstoff schneller frei als Horngrieß und Hornspäne. Wie du den Bedarf ermittelst, steht im Grundlagenteil zum Düngen nach Bedarf.

Häufiger Fehler

Jede Aufhellung nach dem Einarbeiten sofort mit zusätzlichem Dünger beantworten. Auch organische Dünge- und Bodenverbesserungsmittel können bei übermäßiger Zufuhr zur Überdüngung führen. Ich notiere mir deshalb pro Beet, wann es Rindenhumus, Kompost oder Dünger bekommen hat, und rechne diese Gaben beim nächsten Düngen mit.

Ist Rindenhumus sauer? pH-Wert und Mangan

Je nach Baumart liegt der pH-Wert von Rindenhumus zwischen 5,0 und 7,0. Als Bestandteil von Pflanzerden kann er sogar hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen. Wer ihn zum Ansäuern einplant, verlässt sich also auf etwas, das die einzelne Charge nicht garantiert.

Mythos-Check

„Rindenhumus macht den Boden sauer.“ Pauschal stimmt das nicht, denn Rindenhumus ist nicht durchgehend sauer. Sinken kann der pH-Wert dagegen in der Bodenkontaktschicht unter Mulch aus Nadelgehölzrinde. Das betrifft eine Mulchauflage und keinen eingearbeiteten Rindenhumus.

Dazu kommt das Mangan. Rindenhumus gehört zu den manganreichen Substratbestandteilen, und in saurem Substrat kann viel Mangan die Eisenversorgung der Pflanzen beeinträchtigen. Bei hohen Rindenhumusanteilen vermeidest du deshalb pH-Werte unter 6. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer eindeutig von Manganmangel unterscheiden.

Zahl im Blick

Für Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen gilt ein anzustrebender pH-Bereich von 5,0 bis 6,5, rindenhumushaltige Mischungen sollten eher im oberen Teil liegen. In torffreien Substraten mit manganreichen Bestandteilen wie Rindenhumus können Eisenmangelchlorosen schon bei pH 5,0 bis 5,5 auftreten.

Rindenhumus im Rhododendronbeet

Für Rhododendren kann Rindenhumus Bestandteil der Pflanzmischung sein, deren pH-Wert 5,5 nicht überschreiten sollte. Genau in diesem sauren Bereich können hohe Rindenhumusanteile über Mangan einen Eisenmangel auslösen. Im Moorbeet gehört Rindenhumus deshalb als Bestandteil in die Mischung und nicht als Hauptmasse. Als weitere saure organische Bestandteile kommen verrottetes Laub und Nadelerde infrage.

Den pH-Wert der fertigen Mischung misst du nach. Verlässlich gelingt das im Substrat mit einer kalibrierten Glas-Einstichelektrode, denn einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Werte liefern. Welcher pH-Bereich zu deinem übrigen Gartenboden passt, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab und steht im Grundlagenteil zu pH-Wert und Kalk.

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Wie viel, wann und wo setzt du Rindenhumus ein?

Menge: Für die wiederholte Bodenverbesserung gilt die Kompostempfehlung von höchstens 2 bis 3 l Rindenhumus je m² und Jahr im mehrjährigen Durchschnitt. Mengen für einzelne Böden, Kulturen und Zwecke sowie Hilfe bei einer Überdosierung findest du im Ratgeber, wie du Rindenhumus passend zu Boden und Kultur dosierst.

Zeitpunkt: Den passenden Moment im Gartenjahr findest du im Ratgeber, in welcher Jahreszeit du Rindenhumus wofür einsetzt. Unabhängig vom Monat arbeite ich ihn erst ein, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr am Gerät haftet.

Einsatzorte: In Gemüse- und Blumenbeete arbeitest du Rindenhumus ein, vor einer Gehölzneupflanzung wird er oberflächlich eingeharkt. Auf Gehölzflächen und frischen bis feuchten Staudenflächen kannst du nährstoffarmen Rindenhumus auch als Mulch auflegen. Welche Gemüsearten davon profitieren, beschreibt der Ratgeber, wie du Rindenhumus im Gemüsegarten einsetzt.

Rindenhumus selbst herstellen

Rindenhumus selbst machen heißt, Rinde zu kompostieren, bis die Gerbstoffe abgebaut sind und das Material nur noch wenig Stickstoff bindet. Für Kompost gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis des Ausgangsmaterials von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Rinde zählt aber zu den stickstoffarmen Materialien. Ein Haufen aus reiner Rinde braucht deshalb stickstoffreiches Material als Ausgleich.

  1. Zerkleinern: Grobe Rindenstücke häcksle ich vor dem Aufsetzen, denn Rindenhumus besteht aus zerkleinerter Rinde.
  2. Mischen: Ich schichte die Rinde mit angewelktem Rasenschnitt, der Stickstoff liefert. Der Rasenschnitt braucht seinerseits lockeres, trockenes Strukturmaterial, damit er nicht zu einer nassen, faulenden Masse verdichtet. Feuchte und trockene, grobe und feine Lagen wechseln sich ab.
  3. Feucht halten: Der Haufen bleibt gut durchlüftet und feucht, aber nicht nass. Bei der Feuchteprobe fühlt er sich an wie ein ausgedrückter Schwamm.
  4. Umsetzen und riechen: Auflockern und Umsetzen verbessern die Belüftung. Riecht es faulig, ist der Haufen zu nass. Riecht es nach Ammoniak, steckt zu viel nährstoffreiches Material darin, dann mischst du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt unter.
  5. Reife prüfen: Erwärmt sich der feuchte, belüftete Haufen nach erneutem Umsetzen nicht mehr, ist die aktive Rotte vorbei. Reifes Material ist gleichmäßig feinkrümelig und riecht nach feuchter Walderde. Die Pflanzenverträglichkeit prüfst du mit einem Kressetest gegen Gartenerde.
  6. Sieben: Zum Schluss siebe ich das Material, weil Rindenhumus nach Korngrößen sortiert wird. Grobe Reste kommen auf den nächsten Haufen.

Wie lange reine Rinde braucht, hängt wie beim Gartenkompost von Material und Rotteführung ab. Ich richte mich deshalb nach dem Reifezustand und nicht nach dem Kalender. Wie du einen Kompost grundsätzlich aufsetzt, pflegst und den Kressetest auswertest, steht im Grundlagenteil zum Kompost.

Tipp

Ist dir eine eigene Rindenmiete zu aufwendig, nutze Rinde als Strukturmaterial im normalen Kompost. Für Schnellkomposter empfiehlt sich ein Vorrat trockener Materialien wie kleiner Äste, Rindenmulch oder Stroh, den du regelmäßig untermischst.

Selbst kompostiert oder gekauft?

Bei gütegesichertem Rindenhumus werden neben der Stickstoffstabilisierung auch pH-Wert, Salzgehalt, Fremdstoffe und Schwermetallgehalte kontrolliert. Bei selbst kompostierter Rinde übernimmt diese Prüfung niemand außer dir. Eigener Rindenhumus bleibt deshalb eine unbekannte Charge, bis du ihn selbst geprüft hast.

Marias Erfahrung

Meinen Rindenhaufen beschrifte ich mit Startdatum und Mischung. Bevor ich das Material verwende, messe ich den pH-Wert und mache einen Kressetest. Danach entscheide ich, ob es ins Beet, unter die Gehölze oder zurück auf den Haufen kommt.

Welche Alternativen zu Rindenhumus gibt es?

Rindenhumus lockert besonders schwere Böden, Kompost verbessert zusätzlich die Wasser- und Nährstoffspeicherung sandiger Böden. Auf leichtem Sandboden ist Kompost deshalb die naheliegende Wahl. Für weitere Ziele gibt diese Übersicht eine Orientierung:

Dein Ziel Passendes Material Worauf du achtest
Struktur verbessern und Nährstoffe liefern reifer Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe; kann den pH-Wert anheben und passt deshalb nicht zu Moorbeetpflanzen
Sehr durchlässiger, trockener Ziergartenboden 0,5 bis 1 kg Bentonit je m² zusammen mit Kompost Bentonit ist ein tonhaltiger Zuschlag für mehr Wasser- und Nährstoffspeicherung
Schwerer Boden soll durchlässiger werden 2 bis 5 l gewaschener Sand ohne Feinanteile je m² weitere Gaben hängen vom Bodenzustand ab
Boden unter Gehölzen abdecken Rindenmulch oder Pinienrinde Pinienrinde bindet beim Abbau vergleichsweise wenig Stickstoff und ist strukturstabil
Sonnige, trockene Pflanzung auf magerem Boden mineralischer Mulch wie Kies, Splitt oder Lava bildet keinen Humus und legt beim Abbau keinen Stickstoff fest
Boden mit Pflanzenwurzeln lockern Gründüngung durchwurzelt und lockert den Boden und bewahrt Nährstoffe vor Auswaschung

Torf nehme ich nicht: Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei. In torffreien Erden kann Rindenhumus den Torf zusammen mit Holzfasern, Kokosmaterial und Substratkompost ersetzen. Den ausführlichen Vergleich mit Kompost, Torf, Hornspänen und Gesteinsmehl findest du im Ratgeber, wann welcher Bodenverbesserer die bessere Wahl ist.

Häufige Fragen

Was ist Rindenhumus und wie unterscheidet er sich von Kompost?
Rindenhumus ist Rinde, die zerkleinert, kompostiert und nach Korngrößen sortiert wurde. Er lockert besonders schwere Böden und dient auch als Bestandteil von Pflanzerden. Gegenüber Grüngutkompost enthält er meist weniger Nährstoffe und kann Stickstoff leichter festlegen. Kompost liefert dagegen mehr Nährstoffe und kann den pH-Wert des Bodens anheben.
Welche Vorteile bietet Rindenhumus für die Bodenstruktur?
Eingearbeitet in Gemüse- und Blumenbeete lockert Rindenhumus besonders schwere Böden. Weil beim Kompostieren der Rinde wachstumshemmende Phenole und Gerbstoffe abgebaut werden, eignet er sich anders als Rindenmulch auch fürs Gemüsebeet. Für sandige Böden, die Wasser und Nährstoffe besser halten sollen, eignet sich Kompost, denn er verbessert deren Speicherfähigkeit.
Wie gut speichert Rindenhumus Wasser?
Rindenhumus speichert weniger Wasser als Torf. Als Substratbestandteil liegt seine Wasserkapazität bei 40 bis 55 % des Materialvolumens. In Gefäßen mit viel Rindenhumus kann deshalb häufigeres Gießen nötig sein. Prüfe die Feuchte vorher unter der Oberfläche, weil torffreie Erde oben trocken und unten noch nass sein kann.
Worin unterscheiden sich Rindenhumus und Rindenmulch?
Rindenhumus ist kompostierte Rinde, Rindenmulch besteht aus Rinde, die nicht entsprechend kompostiert wurde. Rindenhumus arbeitest du als Bodenverbesserer ein oder mischst ihn in Pflanzerden, Rindenmulch dient als Abdeckmaterial. Wegen wachstumshemmender Gerbstoffe ist Rindenmulch für Gemüsebeete ungeeignet, unter Zier- und Obstgehölzen eignet er sich dagegen als Abdeckung.
Stimmt es, dass Rindenhumus immer zu Stickstoffmangel führt?
Nein, nicht automatisch. Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet bei weiterer Umsetzung nur noch wenig Stickstoff, weil eine ausreichende Fermentation die Festlegung vermindert. Gegenüber Grüngutkompost legt er Stickstoff aber leichter fest, deshalb kann je nach Produkt und Kultur eine angepasste Stickstoffversorgung nötig sein.
Ist Rindenhumus sauer und eignet er sich für Rhododendren?
Rindenhumus ist nicht automatisch sauer, sein pH-Wert liegt je nach Baumart zwischen 5,0 und 7,0. Er kann Bestandteil einer Rhododendron-Pflanzmischung sein, deren pH-Wert 5,5 nicht überschreiten sollte. Eine saure Mischung garantiert er nicht, weil er auch hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen kann. Miss deshalb den pH-Wert der fertigen Mischung nach.
Welche Rolle spielt die Kompostierung bei der Herstellung von Rindenhumus?
Erst die Kompostierung macht aus zerkleinerter Rinde Rindenhumus. Dabei werden wachstumshemmende Phenole und Gerbstoffe abgebaut, und eine ausreichende Fermentation vermindert die spätere Stickstofffestlegung. Wer Rinde selbst kompostiert, mischt stickstoffreiches Material dazu, weil Rinde zu den stickstoffarmen Materialien zählt, und richtet sich am Ende nach dem Reifezustand.
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