Teicherde im Jahreslauf: Was dein Teich von März bis Winter braucht
- Röhricht- und Sumpfpflanzen bleiben über den Winter stehen und werden erst im März zurückgeschnitten.
- Für neue Teichpflanzen eignet sich besonders die Zeit von Mitte Mai bis Ende Juli.
- Entschlammt wird außerhalb der Kaulquappenzeit, zum Beispiel im September.
- Herbstlaub holst du heraus, weil seine Zersetzung Nährstoffe freisetzt und späteres Algenwachstum begünstigt.
- Im naturnahen Teich genügt eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies.

Am Teich hängt viel davon ab, wann du etwas tust. Ich schneide Röhricht erst im März, setze neue Teichpflanzen zwischen Mitte Mai und Ende Juli und hole den Schlamm im September heraus. Ein großer Frühjahrsputz am Teichgrund kommt in diesem Kalender nicht vor. Zwischen den festen Terminen sorge ich vor allem dafür, dass Laub, Futterreste und Algenmatten nicht im Wasser verrotten.
Was Teicherde im Teich leisten soll
Im naturnahen Teich soll die Erde den Pflanzen Halt geben und selbst wenig Nährstoffe ins Wasser bringen. Hohe Nitrat- und Phosphatgehalte im Teichwasser fördern starkes Algenwachstum, und der Abbau abgestorbener Algen kann Sauerstoffmangel verursachen. Wie Nährstoffe, Spurenelemente und Pflanzenbedarf zusammenhängen, erklärt der Ratgeber zu Düngen, Boden und Kompost.
Der Jahreskalender für Teicherde und Teichgrund
Diese Termine plane ich fest ein. Alles andere richtet sich danach, was ich am Wasser sehe: Algen, Trübung, Laub und Futterreste.
| Zeitraum | Arbeit | Grund |
|---|---|---|
| März | Röhricht- und Sumpfpflanzen zurückschneiden, Schnittgut herausholen | Bis dahin erhalten die stehenden Halme ihre Frostschutz- und Gasaustauschfunktionen |
| Mitte Mai bis Ende Juli | Neue Teichpflanzen setzen | Für die Bepflanzung eignet sich diese Zeit besonders |
| Sommer | Fadenalgen abfischen, Wasser zeitweise beschatten, auf Futterreste achten | Beschattung mildert die Erwärmung, Fischfutter kann eine wichtige Phosphatquelle sein |
| September | Teichgrund entschlammen | Naturnahe Teiche werden außerhalb der Kaulquappenzeit entschlammt |
| Laubfall im Herbst | Herbstlaub herausholen, Laubschutznetz mehrmals täglich kontrollieren | Zersetztes Laub setzt Nährstoffe frei und begünstigt späteres Algenwachstum |
| Winter | Halme stehen lassen, Teichgrund nicht bearbeiten | Der RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. folgt erst im März |
Frühjahr: Rückschnitt im März, Pflanzen ab Mitte Mai
Im März schneide ich die Röhricht- und Sumpfpflanzen zurück, die über den Winter gestanden haben. Das Schnittgut sammle ich gleich aus dem Wasser, damit es nicht am Grund verrottet. Den Schlamm lasse ich im Frühjahr liegen, auch wenn er nach dem Winter gut zu sehen ist. Naturnahe Gartenteiche werden außerhalb der Kaulquappenzeit entschlammt, zum Beispiel im September.
Neue Teichpflanzen setzen
Für die Bepflanzung eines Gartenteichs eignet sich besonders die Zeit von Mitte Mai bis Ende Juli. Im zeitigen Frühjahr bereite ich deshalb nur die Pflanzkörbe vor und überlege, welche Pflanze in welche Zone kommt. Mit Pflanzkörben oder beschwerten Pflanzinseln pflanzt du, ohne den ganzen Grund flächig mit SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. abzudecken. Für Seerosen eignet sich steinfreier Untergrundlehm mit einer Kiesabdeckung. Wie du frische Teicherde einbringst, ohne das Wasser zu trüben, behandelt der Ratgeber zum Auftragen von Teicherde.
Die Flachwasserzone liegt etwa 10 bis 40 cm unter der Wasserlinie. Die Mittel- und Tiefwasserzone beginnt ab etwa 40 cm.
Sommer: Wärme, Fische und trübes Wasser
Bis Ende Juli kannst du noch nachpflanzen, danach geht es im Sommer vor allem ums Beobachten. Steht die Sonne lange auf dem Wasser, beschatte ich den Teich zeitweise. Zeitweilige Beschattung mildert die sommerliche Erwärmung des Teichwassers.
Wer Fische hält, trägt mit dem Futter Nährstoffe ein. Fischfutter kann eine wichtige Phosphatquelle im Gartenteich sein, und auch Fischkot und Futterreste belasten das Wasser mit Nährstoffen. Ich füttere deshalb nur, während ich danebenstehe, und schaue, ob Futter ungefressen zu Boden sinkt.
Wird das Wasser trüb, liegt das nicht zwingend an der Teicherde. Gründelnde Fische wie Goldfische können Partikel vom Teichboden aufwirbeln und das Wasser so trüben.
Im Sommer stecke ich an mehreren Stellen einen Stab in den Grund und merke mir, wo er tief im weichen Schlamm versinkt. Dort setze ich im September als Erstes den Kescher an.
Algen durchs Jahr: ein Maßnahmenblock
Gegen Algen setze ich nicht auf einen einzelnen Eingriff. Ich arbeite das ganze Jahr daran, dass weniger Nährstoffe im Wasser landen. Im März hole ich das Schnittgut vom Rückschnitt heraus. Den Sommer über fische ich Fadenalgen ab und achte beim Füttern auf Reste. Sobald das Laub fällt, kommt es aus dem Teich, weil seine Zersetzung Nährstoffe freisetzt und späteres Algenwachstum begünstigt. Im Winter bleibt der Grund in Ruhe, und die Halme stehen.
Fadenalgen kannst du abfischen, solltest dabei aber die Kleinlebewesen schonen, die darin sitzen. Ich drehe die Fäden mit einem Stock auf, lege sie direkt an den Uferrand und schaue nach, ob Tiere zurück ins Wasser kriechen, bevor ich sie wegtrage. Was du so herausholst, wird nicht mehr am Grund abgebaut, und genau dieser Abbau abgestorbener Algen kann Sauerstoffmangel verursachen.
Herbst: im September entschlammen, Laub abfangen
Im September entschlamme ich den Teichgrund, denn naturnahe Gartenteiche sollen außerhalb der Kaulquappenzeit entschlammt werden. Ich arbeite mit dem Kescher vom Rand aus und kippe jeden Zug in eine flache Wanne am Ufer. Dort suche ich den Schlamm nach Tieren ab, bevor ich ihn wegbringe.
Ein Laubschutznetz über dem Wasser fängt Blätter ab, bevor sie hineinfallen. Wo der Wind das Laub über die Wiese zum Teich treibt, stelle ich zusätzlich einen Laubfangzaun auf. Was trotzdem ins Wasser gerät, kescher ich ab, solange die Blätter fallen. Pflanzen in Körben, die nicht winterhart sind, hebe ich jetzt heraus und überwintere sie frostfrei.
Ein Laubschutznetz über dem Gartenteich musst du mehrmals täglich auf verfangene Tiere kontrollieren und rechtzeitig wieder entfernen.
Röhricht und Sumpfpflanzen beim Herbstputz gleich mit abschneiden. Sie bleiben über den Winter stehen und kommen erst im März an die Reihe, damit ihre Frostschutz- und Gasaustauschfunktionen erhalten bleiben.
Winter: Halme stehen lassen, Grund in Ruhe lassen
Der Schlamm ist im September herausgekommen, der Rückschnitt folgt erst im März: Dazwischen steht am Teichgrund keine geplante Arbeit an. Röhricht- und Sumpfpflanzen bleiben stehen, weil sie über den Winter Frostschutz- und Gasaustauschfunktionen erfüllen. Ich hole im Winter nur noch Laub heraus, das ich vom Ufer aus erreiche, und lasse die Teicherde selbst unberührt.
Vor dem Winter gehe ich diese Punkte durch.
- Laubschutznetz abgenommen
- Röhricht und Sumpfpflanzen stehen gelassen
- Nicht winterharte Korbpflanzen frostfrei untergebracht
- Restlaub vom Ufer aus herausgeholt
Muss ich Teicherde düngen oder den pH-Wert korrigieren?
Nachdüngen steht in meinem Teichkalender nicht. Nährstoffe gelangen auch über Fischfutter, Fischkot und zersetztes Laub ins Wasser, und hohe Nitrat- und Phosphatgehalte fördern starkes Algenwachstum. Welche Nährstoffe und welcher pH-Wert in Teicherde stecken und wie sie auf Algen wirken, vertieft ein eigener Ratgeber.
Beim pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. vermindert eine hohe Pufferkapazität des Wassers die Schwankungen, deshalb gehört zur Beurteilung auch die CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. oder das Säurebindungsvermögen. Einen pH unter 7 anzusteuern, ist keine gesichert wirksame Maßnahme gegen Veralgung. Was der Wert für Pflanzen und Algen bedeutet, steht im selben Ratgeber zum Nährstoffgehalt.
Teicherde ergänzen: was in den naturnahen Teich darf
Ergänze ich nach dem Entschlammen Substrat, nehme ich im naturnahen Teich nur mineralisches Material. Auf der Abdichtung genügt eine etwa 10 cm starke Auflage aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Bestandteile. Für ein reines Sumpfbeet kann dagegen lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein, obwohl organische Zuschläge im übrigen Teich vermieden werden.
Welche Teicherde zu welcher Zone und welchem Teichtyp passt, klärt der Ratgeber zur Wahl der Teicherde. Was an den gängigen Irrtümern zu Teicherde dran ist, etwa am jährlichen Komplettaustausch, liest du in einem eigenen Beitrag nach.
Das ganze Jahr: Wasserstand und Teichrand
Sinkt der Wasserstand, schaue ich zuerst auf den Teichrand. Ich gehe den Rand ab und prüfe, ob Erde, MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. oder überhängende Pflanzen über die Kapillarsperre hinweg den Gartenboden berühren.
Die Kapillarsperre trennt das Teichwasser vom angrenzenden Erdreich. Sie verhindert, dass der Teich Wasser verliert, weil das Erdreich es wie ein Docht herauszieht.
