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Universalerde auf dem Balkon: befüllen, gießen, nachdüngen, überwintern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Pflanzgefäße brauchen freie Abzugslöcher, Balkonkästen eine Dränageschicht von mindestens etwa 1 bis 2 cm.
  • Torffreie Universalerde kann oben trocken und unten nass sein: Prüfe die Feuchte tiefer im Gefäß.
  • Nach dem Einpflanzen in ausreichend vorgedüngte Erde reicht der Vorrat häufig 4 bis 6 Wochen.
  • Flüssigdünger nur auf feuchte Erde geben, einen ausgetrockneten Ballen zuerst wässern.
  • Immergrüne Kübel im Winter isolieren und bei Trockenheit an frostfreien Tagen durchdringend gießen.
Eintopfen einer Zimmerpflanze mit frischer Blumenerde
Foto: Anna Shvets · Pexels License · Quelle ↗

Im Balkonkasten hat Universalerde wenig Raum und keinen Gartenboden unter sich, der Wasser oder Nährstoffe nachliefert. Fehler beim Befüllen und Gießen zeigen sich deshalb an den Pflanzen: als faulende Wurzeln im nassen Kasten oder als schlappe Pflanzen, obwohl Dünger in der Erde steckt. Ich beginne jede Bepflanzung darum unter dem Kasten und prüfe zuerst, ob die Abzugslöcher frei sind.

Hier findest du die Arbeitsschritte vom leeren Kasten bis zum Winter: Drainage und Befüllen, Gießen, Nachdüngen, die Ansprüche typischer Balkonpflanzen und die Überwinterung immergrüner Kübel.

Universalerde kurz eingeordnet

Universalerde ist eine Blumenerde für viele Pflanzengruppen, kein Spezialsubstrat für besondere Ansprüche. Viele Pflanzen bevorzugen in Blumenerden einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5, besondere Kulturansprüche berücksichtigst du gesondert. Was Universalerde ausmacht und woraus sie besteht, erklärt ein eigener Ratgeber.

Beim Kauf hilft das Etikett. Es nennt die Ausgangsstoffe in absteigenden Volumenanteilen, dazu pH-Wert, Nährstoffe und Salzgehalt. Worauf du bei Auswahl und Einsatz von Universalerde für Topfpflanzen achtest, steht im Ratgeber dazu.

Für Topferde in Kübeln und Blumenkästen wird ein Salzgehalt von 2,5 bis 3 g/l angegeben. Aussaaterde sollte dagegen unter 0,5 g/l liegen, für Saaten nimmst du also eine nährstoffärmere Anzuchterde. Welche Erde wofür taugt und was Torf ersetzt, erklärt der Grundlagenteil zu Erden und Substraten bei Düngen, Boden und Kompost.

Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei. Achte deshalb auf die Angabe torffrei oder ohne Torf, denn als torfreduziert bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Welche ökologischen Probleme herkömmliche Universalerde hat und was nachhaltige Alternativen leisten, liest du im Ratgeber zur nachhaltigen Universalerde.

Drainage: Wie kommt das Wasser aus dem Kasten?

Jedes Pflanzgefäß braucht einen funktionierenden Wasserablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Fehlt er, staut sich das Wasser im Wurzelraum. Staunässe kann dort Sauerstoffmangel und Fäulnis verursachen und die Nährstoffaufnahme der Wurzeln unterbrechen.

Über die Abzugslöcher kommt eine Dränageschicht. Für Balkonkästen wird sie mit mindestens etwa 1 bis 2 cm beschrieben, in größeren Gefäßen wird sie dicker. Ich nehme dafür Blähton. Eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht ist ein Beispiel für Pflanzgefäße mit Wasserablauf.

Bei torffreier Universalerde kannst du zusätzlich Bims oder Zeolith in den Topfboden geben. Beide mineralischen Materialien speichern Wasser. Kübel stelle ich auf kleine Holzkeile. So bleibt zwischen Gefäßboden und Stellfläche Abstand, und das Wasser kann ablaufen.

Bei den meisten Gefäßpflanzen entfernst du nach starken Regenfällen angestautes Wasser zügig aus dem Untersetzer. Oleander ist eine Ausnahme: Er kann an heißen Tagen von einem Wasserrest im Untersetzer profitieren. Zitruspflanzen reagieren dagegen empfindlich auf Staunässe.

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Wie befülle und bepflanze ich Kästen und Kübel?

Häufiger Fehler

Erde aus dem Beet in den Kasten schaufeln. Reiner Gartenboden kann beim Wässern verschlämmen und verdichten, als Gefäßfüllung eignet er sich deshalb schlecht.

Die Universalerde füllst du locker auf die Dränageschicht. Gerade beim Umstieg auf torffreie Erde wässerst du trockene Topfballen vorher, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ich tauche sie dafür in einen Eimer Wasser. Danach setzt du jede Pflanze so tief wie zuvor, drückst das Substrat leicht an und lässt oben einen Gießrand frei. Beim Kübel sind das ein bis zwei Fingerbreiten.

Je größer das Gefäß, desto mehr Wasser und Nährstoffe kann die Erde darin speichern. Mischst du eigenen Kompost unter, nimm nur vollständig verrotteten, gesiebten Kompost. In selbst gemischter Balkonkastenerde sollte er höchstens 30 % ausmachen.

Sand lockert leichte Erde nicht automatisch. Er kann leichte Substratbestandteile zusammendrücken und so den Feinporenanteil und die Wasserkapazität der Mischung erhöhen. Mehr Struktur bringen mineralische Bestandteile wie Blähton, Bims oder Splitt.

Riecht frisch geöffnete Erde intensiv, kann das von mikrobieller Aktivität stammen. Verdorben ist sie deshalb nicht automatisch. Auch sichtbare Pilze können Zersetzer organischer Bestandteile sein und bedeuten nicht automatisch eine Erkrankung der Pflanzen.

Gießen: Woran erkennst du, dass der Kasten Wasser braucht?

Torffreie und torfreduzierte Universalerde kann an der Oberfläche schon trocken sein, während sie weiter unten noch nass ist. Der Blick von oben täuscht also. Entscheidend ist die Feuchte im unteren Substratbereich, die du mit dem Finger oder am Gewicht des Gefäßes prüfst.

Marias Erfahrung

Ich hebe kleine Kästen vor dem Gießen kurz an und stecke zusätzlich einen Finger tief in die Erde. Gegossen wird bei mir erst, wenn beides auf trocken hindeutet.

Torffreie Substrate musst du oft häufiger in kleineren Portionen gießen, besonders wenn die Mischung grob und holzreich ist. Rindenhumus speichert zum Beispiel weniger Wasser als Torf. Den Rhythmus passt du an den Wasserbedarf der Pflanzen und an Sonne, Regen und Wind am Standort an.

Gemüse gießt du bevorzugt morgens direkt in den Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, und das Laub bleibt möglichst trocken.

Hängen die Blätter schlaff, prüfst du vor dem nächsten Gießen die Feuchte. Auch vernässte, geschädigte Wurzeln können Welke verursachen. Ist die Erde durchnässt und sind die Wurzeln noch nicht verfault, gießt und düngst du bis zum Abtrocknen nicht.

Hartes Gießwasser kann den pH-Wert im Substrat anheben und bei Topfpflanzen Eisenchlorosen begünstigen. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten, sind aber nicht immer sicher von Manganmangel zu unterscheiden. Bei kalkbedingter Chlorose von Balkon- und Kübelpflanzen ist kalkarmes Gießwasser eine geeignete Korrektur. Geranien vertragen weiches Regenwasser ohnehin häufig besser als hartes Leitungswasser.

Was tun, wenn der Kasten ausgetrocknet ist?

In einem Versuch mit Balkonkästen verringerte Wassermangel das Pflanzenwachstum, obwohl genügend Nährstoffe vorhanden waren. Das passt dazu, dass Wurzeln Nährsalze in Wasser gelöst aufnehmen. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome verursachen, obwohl die Erde Nährstoffe enthält.

Flüssigdünger gehört nur auf feuchte Erde, weil hohe Salzkonzentrationen sonst die Wurzeln schädigen können. Wer einen ausgetrockneten Kasten zuerst düngt, hilft der Pflanze also nicht: Ohne Wasser nimmt sie die Nährsalze kaum auf, und die Lösung kann die Wurzeln zusätzlich schädigen. Erst gießen, dann düngen.

Achtung

Bei großer Hitze und Trockenheit gibst du eine nötige Flüssigdüngung niedrig konzentriert auf vorher angefeuchtete Erde. Das Laub benetzt du dabei nicht.

Schlaffe, randtrockene oder schwach entwickelte Balkonpflanzen können unter Trockenheit leiden. Dieselben Bilder können aber auch Staunässe, Wurzelkrankheiten, Wurzelfraß oder Salzschäden hervorrufen. Deshalb schaust du erst in die Erde, bevor du zum Dünger greifst.

Mythos-Check

Wasserspeichernde Granulate bringen den Kasten sicher durch den Sommer? In Untersuchungen zum torffreien Hobbygartenanbau zeigten Superabsorber und Netzmittel kaum praxistaugliche Effekte. Ein größeres Erdvolumen kann dagegen mehr Wasser bevorraten.

Rindenmulch als Verdunstungsschutz passt nicht in jeden Kasten. Für Gemüse, Einjahresblumen und junge Staudenpflanzungen wird er nicht empfohlen.

Ab wann muss ich nachdüngen?

Stickstoff unterstützt Blatt- und Triebwachstum, Phosphor wirkt im Energiehaushalt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Wie Haupt- und Spurennährstoffe und der Bedarf einer Pflanze zusammenhängen, erklärt der Grundlagenteil zu Nährstoffen im Grundlagenartikel zu Düngen, Boden und Kompost.

Nach dem Einpflanzen in ausreichend vorgedüngte Erde kannst du zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzlichen Dünger verzichten. Die vorhandene Grunddüngung rechnest du an, bevor du nachlegst. Für viele Kübelpflanzen mit Winterruhe liegt die Düngezeit zwischen Ende April und August.

Häufiger Fehler

Die 4 bis 6 Wochen als Düngerhythmus lesen. Die Spanne beschreibt, wie lange der Vorrat frischer, vorgedüngter Erde häufig reicht. Wie oft du danach düngst, hängt von der Pflanze und der Düngerform ab.

Langzeitdünger oder Flüssigdünger?

Langzeitdünger mischst du beim Bepflanzen von Balkon- und Kübelgefäßen direkt unter das Substrat. Ist der Kasten schon bepflanzt, streust du ihn gleichmäßig auf, bedeckst ihn leicht mit Erde und gießt von oben an. Wirksam wird er nur in Verbindung mit Wasser.

Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchte ab. Die Wirkungsdauer steht auf der Verpackung. Bei manchen harzumhüllten Depotdüngern bezieht sich die angegebene Laufzeit auf 21 °C und verkürzt sich bei höheren Temperaturen.

Kübelpflanzen mit ausreichend bemessener Depotdüngung brauchen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe. Eine hohe Bevorratung kann den Salzgehalt im Substrat allerdings zeitweise über den günstigen Bereich anheben.

Flüssigdünger dosierst du nach der Anweisung des Produkts und gibst ihn nur auf feuchte Erde. Düngestäbchen steckst du in die Erde im Wurzelbereich, auch hier gilt die Dosierung der Packung. Nach anhaltendem Regen ausgewaschene Nährstoffe kannst du Balkonblumen mit einem schnell wirkenden Flüssigdünger nachliefern. Freigesetzte Nährstoffe können auch bei Langzeitdüngung durch übermäßiges Gießen ausgewaschen werden.

Selbst angesetzte Pflanzenjauche verdünnst du für die Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder einen festen Rhythmus gibt es dafür nicht, weil ihr Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit schwankt.

Torffreie Universalerde: Stickstoff im Blick

Auch vorgedüngte torffreie Erde kann zeitweise zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen. Organische Bestandteile torffreier Erde können beim Abbau Stickstoff binden. Bei hohem Holzfaseranteil kann deshalb mehr Stickstoffdüngung nötig sein als bei der bisher verwendeten Erde. Hornspäne oder Hornmehl zur Ergänzung mischst du schon vor dem Pflanzen unter.

Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden. In kleinen Gefäßen kann ihre Wirkung deshalb verzögert und unzureichend einsetzen. Zeigt sich ein Stickstoffmangel erst im Sommer, kommt eine nachträgliche Horngabe im Kasten also leicht zu spät. Einen bestätigten Mangel können mineralische oder flüssige Dünger rasch ausgleichen.

Zu viel Dünger erkennen und beheben

Ein überhöhtes Salzangebot durch Dünger kann Wurzeln schädigen und braune Blattränder verursachen, besonders bei Kübelpflanzen. Braune Ränder allein beweisen aber nichts, denn auch Trockenheit kann ähnliche Symptome hervorrufen. Weiße, kristalline Beläge am Topfrand können aus Salzen des Gießwassers stammen und belegen allein ebenfalls keine Überdüngung.

Zu viel Stickstoff kann auffallend dunkelgrünes, weiches Wachstum hervorrufen. Eine sehr hohe Stickstoffversorgung kann zudem Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten.

Bei Salzschäden stellst du das Düngen ein. Ist die Überdüngung bestätigt, spülst du den Wurzelballen langsam durch, während das Wasser frei abfließen kann. In schweren Fällen topfst du um und entfernst dabei möglichst viel der belasteten alten Erde. Kranke Pflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an.

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Was brauchen Balkonblumen, Kräuter und Gemüse?

In Universalerde wachsen sehr unterschiedliche Pflanzen nebeneinander, ihr Bedarf unterscheidet sich aber. Die Tabelle bündelt die wichtigsten Werte.

Pflanzen Worauf du achtest Düngung
Pelargonien (Geranien) im Regen ein leichtes Substrat mit höchstens 30 % Kompost; weiches Regenwasser wird häufig besser vertragen ohne Langzeitdünger nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage flüssiger Volldünger
Fuchsienhochstämmchen ab den ersten Knospen ist ein kaliumbetonter Dünger möglich ohne Langzeitdünger von Anfang März bis September wöchentlich; Langzeitdünger aufstreuen und 1 bis 2 cm tief einarbeiten
Rucola, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie Gefäß mit Abzugslöchern nach jedem Schnitt Hornmehl oder flüssiger Universaldünger
Thymian, Salbei, Lavendel karge, trockene Erde; Mischbeispiel für mediterrane Kräuter im Gefäß: ein Drittel Kompost, zwei Drittel mineralische Bestandteile wie Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch zurückhaltend
Tomaten im Kübel mindestens 10 l Substrat, gleichmäßige Wasserversorgung Starkzehrer; in torffreiem Substrat als Beispiel etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter als Grundgabe

Balkonblumen

Pelargonien gehören zu den Starkzehrern und brauchen mehr Nährstoffe als viele andere Balkonpflanzen. Staunässe kann ihre Wurzeln faulen lassen und Wachstum wie Blüte beeinträchtigen. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C bilden sie keine neuen Blütenanlagen. Gießwasser mit organischem Flüssigdünger brauchst du im selben Gießgang auf, weil es sonst gären kann.

Für mehr Blüten brauchst du keinen phosphatbetonten Blütendünger, er ist aus Sicht der Pflanzenernährung keine sinnvolle pauschale Wahl. Ein Stickstoffüberschuss kann die Blütenbildung dagegen beeinträchtigen.

Kräuter und Gemüse

Für Kräutergefäße eignet sich Universal- oder Kübelpflanzenerde, solange Abzugslöcher Staunässe verhindern. Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie brauchen eine regelmäßigere Versorgung als viele genügsame mehrjährige Gewürzkräuter. Bei Basilikum fördert viel Stickstoff zwar das Wachstum, der Gehalt an ätherischem Öl nimmt aber durch Verdünnung ab. Eine zurückhaltende Düngung unterstützt bei Lavendel einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs.

Tomaten gelten als Starkzehrer, Erbsen als Schwachzehrer. Während des Fruchtwachstums kann bei Balkongemüse eine zusätzliche Flüssigdüngung nötig werden. Salate sowie fortlaufend tragende Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen bis zur Ernte eine gute Wasserversorgung. Schwankt sie bei Tomaten, kann das den Kalziumtransport in die Früchte stören und Blütenendfäule begünstigen. Gurken reagieren zudem empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen.

Wann Universalerde nicht passt

Kalkempfindliche Kübelpflanzen setzt du in ein Azaleen- oder Moorbeetsubstrat, das zu ihren Ansprüchen passt. Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser. Für Zitruspflanzen im Kübel werden Spezialsubstrate mit einem pH-Wert von 5,0 bis 5,5 empfohlen. Orchideen brauchen ein besonders luftiges Substrat. Wann Universalerde reicht und wann eine Spezialerde besser passt, klärt der Ratgeber zum Vergleich der beiden Erden.

Mehrjährige Kübelpflanzen

Stehen Pflanzen mehrere Jahre im selben Gefäß, ist strukturstabile Kübelpflanzenerde sinnvoll. Diese Erde beugt Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich vor. Mineralische Bestandteile wie Splitt, Bims oder Blähton unterstützen die Stabilität. Für langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate werden 30 bis 40 Volumen-% Blähton als Beimischung beschrieben.

Der Nährstoffbedarf unterscheidet sich stark. Kübeloliven und Lorbeer zählen zu den Schwachzehrern. Oleander, Engelstrompete und Chinesischer Roseneibisch haben dagegen einen hohen Nährstoffbedarf. Oleander braucht im Sommer auch viel Wasser, an heißen Tagen kann Gießen morgens und abends nötig sein.

Umtopfen steht an, wenn der Ballen so stark durchwurzelt ist, dass kaum noch Erde zu sehen ist. Der neue Topf sollte oben mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben als der alte. Regulär topfst du Kübelpflanzen nach der Ruhezeit von März bis Mai um.

Wie kommen Immergrüne und Balkonblumen durch den Winter?

Immergrüne Kübelpflanzen verdunsten auch im Winter Wasser. Hitze- oder frostgeschädigte Wurzeln können bei Kübelbuchs Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen und Blattschäden verursachen. Ein Buchs im Kübel verliert also weiter Wasser, während erfrorene Wurzeln es schlechter nachliefern. Deshalb schützt du im Winter die Wurzeln und gießt bei Trockenheit in frostfreien Phasen durchdringend.

Kübelbuchs schützt du mit einer isolierenden Unterlage und einer Umhüllung des Topfes vor Wurzelschäden. Für winterharte Kübelpflanzen eignet sich auch ein größerer Außenbehälter, dessen Zwischenraum du mit Laub oder Stroh füllst. Bei Kübelrosen schützt du den Wurzelbereich gegen abruptes Durchfrieren.

Ich prüfe meine immergrünen Kübel an milden Wintertagen mit dem Finger und gieße nur, wenn die Erde trocken ist und kein Frost herrscht.

Winterruhende Kübelpflanzen wachsen nur wenig und brauchen kaum zusätzliche Nährstoffe. Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann Stauden und Gehölze im Winter zusätzlich gefährden. Für Buchs im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger zur vollständigen Versorgung nicht aus.

Kühl und frostfrei überwinterte Pelargonien brauchen in dieser Ruhephase keinen Dünger. Fuchsienhochstämmchen bleiben von Mitte September bis Ende Februar ungedüngt.

Mini-Checkliste

Kübel winterfest machen

  • isolierende Unterlage unter den Topf, Umhüllung um den Topf
  • angestautes Wasser nach starkem Regen aus dem Untersetzer leeren
  • Düngen einstellen
  • an frostfreien Tagen die Feuchte prüfen und bei Trockenheit durchdringend gießen

Wie du Universalerde im Jahreslauf einsetzt, vom Frühjahr bis zu Frostschutz und Lagerung im Winter, zeigt der Ratgeber zum Jahresverlauf.

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Alte Erde und angebrochene Säcke

Krankheitsfreie Vorjahreserde lässt sich bei Balkonkästen und Kübeln bis etwa 30 Liter Inhalt aufbereiten. Du mischst sie dazu mit etwa einem Drittel frischer Erde, Substrat von Pflanzen mit Wurzelfäule verwendest du nicht wieder. Wie Erden und Substrate grundsätzlich funktionieren, steht im Grundlagenartikel zu Düngen, Boden und Kompost.

Angebrochene Säcke lagerst du gut verschlossen, kühl und schattig. Torffreie Erde verbrauchst du möglichst bald, weil bei längerer Lagerung Nährstofffreisetzung und Salzgehalt zunehmen können. Ausgetrocknete Reste befeuchtest du und mischst sie in kleinen Mengen frischer Erde bei.

Häufige Fragen

Wie verhindert man Staunässe bei Balkonpflanzen in Universalerde?
Jedes Pflanzgefäß braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. In Balkonkästen hilft zusätzlich eine Dränageschicht von mindestens etwa 1 bis 2 cm, in größeren Gefäßen darf sie dicker sein. Kübel stehen besser auf kleinen Holzkeilen, und nach starkem Regen leerst du angestautes Wasser zügig aus dem Untersetzer. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte auch tiefer im Gefäß, weil gerade torffreie Erde oben trocken und unten noch nass sein kann.
Wie bereitet man Balkonkästen mit Universalerde richtig vor?
Zuerst kontrollierst du, ob die Abzugslöcher frei sind, und legst eine Dränageschicht aus Blähton ein. Dann füllst du die Universalerde locker ein, setzt die Pflanzen so tief wie zuvor und drückst die Erde leicht an. Oben bleibt ein Gießrand frei, damit das Gießwasser nicht über den Rand läuft. Trockene Wurzelballen wässerst du vor dem Einsetzen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
Welche Düngungsstrategien eignen sich für Pflanzen in Universalerde?
Nach dem Einpflanzen in ausreichend vorgedüngte Erde kannst du zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzlichen Dünger verzichten. Danach versorgst du die Pflanzen über einen Langzeitdünger, den du schon beim Bepflanzen unter die Erde mischst, oder über Flüssigdünger nach Packungsanweisung. Flüssigdünger kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Starkzehrer wie Pelargonien erhalten ohne Langzeitdünger nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.
Stimmt es, dass Universalerde für alle Pflanzenarten gleich gut geeignet ist?
Nein. Kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren und Heidelbeeren brauchen ein Substrat mit niedrigem pH-Wert, Kulturheidelbeeren im Kübel etwa pH 4,0 bis 5,0. Orchideen wie Phalaenopsis benötigen ein sehr luftiges Rindensubstrat, und für Aussaaten nimmst du die nährstoffärmere Anzuchterde. Thymian, Salbei und Lavendel wachsen auf kargen Böden, und zu starke Düngung kann bei Kräutern weiches Wachstum und weniger Aroma verursachen.
Wie wirken sich torffreie Alternativen in Universalerde auf das Pflanzenwachstum aus?
In einem Versuch mit Beet- und Balkonpflanzen lieferten 5 von 6 getesteten torffreien oder torfreduzierten Erden gute Pflanzenqualitäten mit nur geringen Unterschieden zur torfbasierten Kontrolle. In der Pflege verhalten sich torffreie Erden aber anders: Die Oberfläche kann trocken sein, während die Erde weiter unten noch nass ist. Außerdem kann auch vorgedüngte torffreie Erde zeitweise zu wenig verfügbaren Stickstoff bereitstellen, besonders bei hohem Holzfaseranteil.
Welche Rolle spielt die Bodenstruktur von Universalerde für die Wurzelentwicklung?
Ein geeignetes Kübelsubstrat verbindet kleine Poren, die Wasser speichern, mit größeren Poren für den Wasserabzug und die Luftversorgung der Wurzeln. Sackt die Erde zusammen, kann sie im unteren Gefäßbereich verdichten und vernässen. Für mehrjährige Kübelpflanzen eignet sich deshalb strukturstabile Kübelpflanzenerde, deren Stabilität mineralische Bestandteile wie Blähton, Bims oder Splitt unterstützen.
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