Laubmulch: Was Herbstlaub deinem Boden bringt und wie du es ausbringst
- Herbstlaub ist organischer Mulch aus dem eigenen Garten: Es vermindert Austrocknung und Erosion und hemmt Unkraut.
- Bodenorganismen bauen das Laub ab, setzen dabei Nährstoffe frei und fördern die Krümelstruktur.
- Im Gemüsebeet sind etwa 2 bis 3 cm Laub eine Orientierung, zwischen Stauden und unter Hecken dünne Lagen.
- Ein hoch eingestellter Rasenmäher zerkleinert Rasenlaub und mischt es mit Rasenschnitt, so zersetzt es sich schneller.
- Laub mit Sternrußtau unter Rosen oder mit Blattbräune unter Buchs entfernst du, statt damit zu mulchen.
- Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei, Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni.

Jeden Herbst liegt auf meinem Rasen derselbe Laubteppich, und jedes Jahr wäre es bequem, ihn einfach in Säcke zu stopfen. Dann verlässt aber genau der Mulch den Garten, den die Bäume gerade kostenlos geliefert haben. Als Decke auf dem Beet schützt Herbstlaub den Boden und füttert das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf.. Ob das gelingt, entscheiden drei Dinge: welche Blätter du nimmst, wie fein sie sind und wohin du sie legst.
Was Laubmulch im Boden bewirkt
Laubmulch ist eine Schicht aus Blättern auf offenem Boden, mehr nicht. Als organische MulchschichtEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. vermindert sie Austrocknung und Erosion und hemmt das Unkrautwachstum. Im Sommer bremst die Decke außerdem Bodenerhitzung, Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten..
Unter dem Laub arbeitet das Bodenleben. BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. bauen den organischen Mulch ab, setzen dabei Nährstoffe frei und fördern mit ihrer Tätigkeit die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk.. Das Laub liefert ihnen Nahrung für den Abbau und für die Humusbildung. Weil sandige Böden ohnehin weniger Wasser speichern und Humus gerade in leichten Böden die Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit verbessert, lohnt sich die Laubdecke auf Sand besonders. Wie Bodenart, Humus und Bodenleben zusammenspielen, findest du im Überblick zu Boden, Humus und Bodenleben.
„Unter einer Laubdecke wächst kein Unkraut mehr.“ Eine Mulchauflage unterdrückt Samenunkräuter, bestehende Wurzelunkräuter beseitigt sie aber nicht zuverlässig. Vor dem Mulchen entferne ich deshalb die vorhandenen Wildkräuter, steche Wurzelunkräuter aus und lockere den Boden.
Welches Laub in den Mulch gehört
Gesundes Laub von Rasen, Wegen und Beeten deines Gartens kannst du als Mulch verwenden. Anders ist es bei krankem Falllaub. Blätter mit Sternrußtau unter Rosen und mit Blattbräune unter Buchs entfernst du, um erneute Infektionen einzudämmen. Gartenkompost tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab, weil die nötigen RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht werden; befallenes Laub gehört also auch nicht auf den eigenen Komposthaufen. Ich gebe es in die Biotonne.
Beim Rechen sortiere ich gleich vor Ort. Das Laub unter Rosen und Buchs kommt in einen eigenen Eimer, alles andere fahre ich mit der Schubkarre zu den Beeten.
Walnusslaub lasse ich ebenfalls aus dem Beet heraus, weil ihm nachgesagt wird, mit seinem Inhaltsstoff Juglon das Wachstum anderer Pflanzen zu hemmen. Bambuslaub dagegen kann als Mulch liegen bleiben und führt dabei Silizium zurück.
Aus dem Gartenteich holst du Herbstlaub heraus. Seine Zersetzung setzt Nährstoffe frei und begünstigt späteres Algenwachstum.
Spannst du ein Laubschutznetz über den Teich, kontrolliere es mehrmals täglich auf verfangene Tiere und nimm es rechtzeitig wieder ab.
Laub sammeln und zerkleinern
Rasenlaub nehme ich mit dem Rasenmäher auf und stelle die Schnitthöhe dafür hoch ein. Der Mäher zerkleinert die Blätter und mischt sie mit Rasenschnitt, wodurch sie sich schneller zersetzen. Auch der Rasenschnitt im Gemisch liefert Stickstoff nach, den du berücksichtigst, wenn du das Beet zusätzlich düngst.
Das Häckselgut ist fein und oft feucht, und genau solches Material darf nicht zu einer dichten, faulenden Decke werden; ich verteile es deshalb locker in Lagen, statt es aufzuhäufen.
Was ich nicht gleich ausbringe, bevorrate ich neben dem Kompost und kombiniere es im Winter in dünnen Lagen mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln. Riecht der Kompost nach Ammoniak, steckt zu viel nährstoffreiches Material darin, und ich mische Laub bei. Wie du einen Kompost aufsetzt und pflegst, beschreibt der Ratgeberbereich zu Düngen, Boden und Kompost.
Wo und wie dick du Laub ausbringst
Wie viel Laub wohin gehört, hängt von der Fläche ab:
| Fläche | Wann | Schicht | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Gemüsebeet | wenn die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind, bei Tomaten, Kürbis und Bohnen erst ab Mai oder Juni | etwa 2 bis 3 cm als Orientierung | Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei |
| Zwischen Stauden | im Herbst, wenn das Laub fällt | dünne Lagen | keine dichte, faulende Decke |
| Unter Hecken | im Herbst, auf bewuchsfreien Flächen auch schon gegen Ende des Winters | dünne Lagen | Wildkräuter vorher entfernen |
| Magere Staudenpflanzungen auf leichten Böden | entfällt | kein Laub | Kies, Splitt oder Lava passen besser |
| Gartenteich | entfällt | kein Laub | Herbstlaub herausholen |
Einen Teil des Laubs hebe ich für das Gemüsebeet auf, das ich erst im späten Frühjahr mulche. PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. und trockenheitsliebende mediterrane Stauden brauchen dagegen magere Böden. Organischer Mulch würde solchen Pflanzungen unerwünschte Nährstoffe zuführen, deshalb bekommen sie mineralischen Mulch.
Gewöhnlicher Gartenkompost ist für Rhododendren wegen seiner pH-erhöhenden Wirkung ungeeignet, verrottetes Laub kommt dagegen als saurer organischer Bestandteil zur Bodenverbesserung infrage; für das Moorbeet lohnt sich also ein eigener Laubvorrat.
Laub verrottet, die Decke wird also mit der Zeit dünner. Ich kontrolliere die Bodenbedeckung bei meinen Beetrunden und lege bei Bedarf nach.
Eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen. Im Gemüsebeet hebe ich die Decke deshalb bei meinen Beetrunden an und schaue darunter nach.
Laub über den Winter und im Frühjahr
Leere Beete lasse ich über den Winter nicht nackt liegen. Zusammen mit GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. und möglichst kurzen Brachzeiten kann Mulch Nährstoffverluste und ungeschützte Bodenphasen vermindern. Eine Mulchdecke schützt den Boden außerdem vor Abtrag durch Wind und Wasser.
Im Frühjahr kann die Decke stören. Eine früh aufgebrachte Mulchschicht verzögert die Erwärmung und Abtrocknung des Bodens, und Saatrillen müssen ohnehin frei bleiben; auf Beeten für frühe Aussaaten reche ich das Laub deshalb zur Seite. Bearbeitet wird das freigelegte Beet erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haftet. Das beiseitegelegte Laub kommt zurück, sobald die Gemüsepflanzen ungefähr 10 cm hoch sind. Bei Tomaten, Kürbis und Bohnen warte ich damit bis Mai oder Juni.
Welche Beete früh eingesät werden und wo später Tomaten oder Kürbis stehen, kannst du Beet für Beet im Beetplaner festhalten.
Laubmulch und Stickstoff
Liegen viele Zweige oder Häcksel im Laub, denk an den Stickstoff. Beim Abbau holziger und strohiger Mulchmaterialien können Mikroorganismen dem Boden Stickstoff entziehen. Hellen unter der Decke vor allem ältere Blätter deiner Gemüsepflanzen auf, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Trockenheit, Staunässe oder verdichteter Boden können allerdings ähnliche Symptome verursachen. Ob du nachdüngst, entscheidest du nach Bodenbefund und Bedarf der Kultur; wie Düngen nach Bedarf funktioniert, steht ebenfalls im Ratgeberbereich zu Düngen, Boden und Kompost.
