Gartenkalender August: Was du jetzt erntest, säst und pflanzt
- Lagerkartoffeln erntest du bei trockenem Wetter etwa zwei Wochen nach dem Absterben des Laubes.
- Zwiebeln sind erntereif, wenn das Laub von selbst umknickt und eintrocknet, Knoblauch, wenn die Blätter vergilben.
- Spinat und Feldsalat säst du von Anfang August bis Mitte September direkt ins Beet.
- Endivien, Zuckerhut, Grünkohl und Chinakohl setzt du ab August besser als Jungpflanzen.
- Erdbeerableger pflanzt du idealerweise von Ende Juli bis spätestens Mitte August.
- Lavendel bekommt nach der Blüte nur einen leichten Schnitt, der kräftige Schnitt gehört ins Frühjahr.

Im August kommen Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch aus der Erde, und mit jeder Ernte wird ein Beet frei. Für manche Herbstkultur ist die Zeit für eine Aussaat dann schon zu knapp, für Spinat und Feldsalat beginnt sie gerade. Ich gehe deshalb jedes Jahr Anfang August mit meiner Beetskizze durch den Garten und markiere, welches Beet nach der Ernte frei wird.
Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch nach den Reifezeichen am Laub ernten. Spinat und Feldsalat direkt säen. Endivien, Zuckerhut und Chinakohl als Jungpflanzen setzen. Erdbeerableger bis spätestens Mitte August pflanzen. Stabtomaten weiter ausgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte.. Lavendel nach der Blüte leicht schneiden.
Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch ernten
Bei allen drei Kulturen liest du den Erntezeitpunkt am Laub ab, nicht am Kalender. Wer zu früh erntet, holt Knollen und Zwiebeln aus der Erde, die für das Lager noch nicht bereit sind.
Lagerkartoffeln: erst das Laub, dann die Knollen
Lagerkartoffeln erntest du erst etwa zwei Wochen nach dem Absterben des Laubes. Ist das Kraut im August noch grün, bleiben die Knollen in der Erde. Für die Ernte wartest du auf trockenes Wetter und holst die Knollen schonend heraus. Ich setze die Grabegabel neben der Reihe an und hebe die Knollen von unten an.
Zum Einlagern taugen nur gesunde, unverletzte Knollen. Verletzte Kartoffeln lege ich beiseite und verbrauche sie zuerst. Lagere die übrigen kühl, dunkel und trocken. Grüne oder stark keimende Kartoffeln kommen nicht auf den Teller.
Zwiebeln: wenn das Laub von selbst umknickt
Bei Speisezwiebeln beginnt die Erntereife, wenn das Laub von selbst umknickt und zunehmend eintrocknet. Ich ziehe sie an einem trockenen Tag aus der Erde und lasse sie gründlich trocknen. Erst danach kommen sie an einen kühlen, trockenen Lagerplatz. Zwiebeln mit trockenem Laub flechte ich gern zu Zöpfen und hänge sie auf.
Knoblauch: nach dem Vergilben der Blätter
Knoblauch ist erntereif, wenn seine Blätter vergilben. Grab ihn bei trockenem Wetter aus und lass ihn anschließend nachtrocknen. Wie bei den Zwiebeln lassen sich die Stängel zu Zöpfen flechten.
Was sonst im August reif wird
Tomaten, Paprika und Auberginen tragen jetzt, Zucchini und Bohnen pflückst du laufend. Die Tabelle zeigt, woran du den Erntezeitpunkt erkennst und wie du die Ernte kurz aufbewahrst.
| Kultur | Erntezeitpunkt | Nach der Ernte |
|---|---|---|
| Längliche Zucchini | üblicherweise bei etwa 20 bis 25 cm Fruchtlänge | bitter schmeckende Früchte entsorgen |
| Tomaten | laufend, sobald die Früchte reif sind | bei 12 bis 16 °C außerhalb des Kühlschranks etwa 4 bis 5 Tage lagern, getrennt von anderen Früchten |
| Mangold | laufend die äußeren Blätter und Stiele, die Herzblätter bleiben stehen | in ein feuchtes Tuch gewickelt etwa 1 bis 2 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks |
| Gartenbohnen | laufend | nur ausreichend gegart essen |
| Sonnenblume | Erntezeit von August bis Oktober | eignet sich als Schnittblume |
Mangold ist eine zweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. Pflanze, die du im ersten Jahr nutzt. Weil die Herzblätter stehen bleiben, treibt er nach jeder Ernte weiter aus.
Schmeckt eine Zucchini bitter, spuck den Bissen aus und wirf die Frucht weg. Die giftigen Cucurbitacine werden auch beim Kochen nicht zerstört. Samen und Hülsen von Gartenbohnen enthalten Phasin, iss sie deshalb nur ausreichend gegart; schonendes Dünsten oder Dämpfen ist dafür keine verlässliche Zubereitung. Das Kochwasser von Mangold und Spinat gießt du weg. Und wer im August einkocht: Unauffälliges Aussehen, Geruch und Geschmack schließen bei selbst eingemachtem Gemüse Botulinum-Neurotoxine nicht aus.
Stabtomaten: ausgeizen und rechtzeitig entspitzen
Stabtomaten geizt du auch im August weiter aus, während des Wachstums alle 1 bis 2 Wochen. Idealerweise entfernst du die Seitentriebe aus den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe., solange sie 5 bis 10 cm lang sind. Kompakte Buschtomaten geizt du nicht aus, denn sie behalten ihre fruchttragenden Verzweigungen.
Beim EntspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. kappst du die Triebspitze, damit die Kraft der Pflanze in die bereits angesetzten Früchte geht. Wann das sinnvoll ist, hängt von der KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. ab. Im ungeheizten oder schwach geheizten Erwerbsanbau reichen die Empfehlungen von Anfang bis Mitte August. Für den Hausgarten gilt spätestens Mitte September. Ich breche die Spitze über dem obersten Blütenstand aus und notiere mir das Datum.
Gießen, Düngen, Braunfäule: das Wichtigste für August
Ein durchdringender Gießgang im Gemüsebeet liegt bei etwa 20 bis 25 l/m², solange der Unterboden noch leicht feucht ist. Gieß direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter möglichst trocken bleiben. Bei Bohnen ist die Wasserversorgung während Blüte und Fruchtbildung besonders wichtig.
Noch kräftig wachsende Starkzehrer wie Tomaten können im August weiterhin Stickstoff brauchen. Humusreiche Böden liefern allerdings häufig genug nach, und eine Bodenuntersuchung mit Düngeempfehlung hilft dir, die Gabe abzustimmen.
An Tomaten ermöglichen Luftfeuchten über 90 % oder tropfnasse Blätter der Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten., Sporen zu bilden und keimen zu lassen. Zur Vorbeugung bekommen Tomaten ein Regendach und stehen möglichst weit entfernt von Kartoffeln. Gießt du im Wurzelbereich, vermeidest du zumindest tropfnasses Laub durch die Gießkanne.
Wie du Gießen, Düngen und Pflanzenschutz übers ganze Gartenjahr planst, zeigt der Ratgeber zur Gartenplanung.
Nachsäen und nachpflanzen: was im August noch ins Beet kommt
Vor der NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. hackst du das abgeerntete Beet flach durch. Das entfernt junge Unkräuter und vermindert Wasserverluste. Für einige Kulturen reicht die Zeit bis zum Herbst nur noch, wenn du Jungpflanzen setzt.
| Kultur | Säen oder pflanzen | Zeitfenster |
|---|---|---|
| Spinat | Direktsaat für die Herbstkultur | Anfang August bis Mitte September |
| Feldsalat | Direktsaat für die Herbstkultur | Anfang August bis Mitte September |
| Radieschen ‘Sora’ | Direktsaat | März bis September |
| Winterportulak | Direktsaat | je nach Kulturführung August bis Oktober |
| Endivien | Jungpflanzen setzen | bis Ende August |
| Zuckerhut | Jungpflanzen setzen | ab August als Pflanzung statt Aussaat |
| Chinakohl | Jungpflanzen setzen | ab August, Direktsaat nur Anfang bis Ende Juli |
| Grünkohl | Jungpflanzen setzen | bis Anfang August, Ernte ab Ende Oktober |
| Winterporree | Jungpflanzen setzen | je nach Sorte und Ernteziel bis Anfang August |
| Erdbeeren | bewurzelte Ableger und Grünpflanzen setzen | idealerweise Ende Juli bis spätestens Mitte August |
Endivien, Zuckerhut, Grünkohl und Chinakohl pflanzt du ab August besser, weil die verbleibende Zeit für eine Aussaat zu knapp wird. Beim Chinakohl endet das Fenster für die Direktsaat mit dem Juli, wer es verpasst hat, greift also zu Jungpflanzen.
Die Vorkultur für Herbstkulturen beginnt schon im Juni. Endivien werden von Juni bis Mitte Juli vorgezogen, Blumenkohl und Brokkoli für die Herbsternte schon Anfang bis Mitte Juni. Diese Anzuchten gehören zu den Arbeiten, die im Juni anstehen.
Spinat als Nachkultur säst du im Abstand von 3 bis 5 cm in der Reihe. Die Reihen liegen mindestens 25 cm auseinander. Im August gesäter Feldsalat lässt sich ab November ernten. Winterportulak hältst du nach der Saat gleichmäßig feucht. Für seine Keimung sind Bodentemperaturen bis maximal 12 °C optimal.
Radieschen der Sorte ‘Sora’ säst du 1 bis 2 cm tief und vereinzelst sie auf 3 bis 5 cm in der Reihe, bei 15 cm Reihenabstand. Bei 8 bis 20 °C keimen sie in 7 bis 14 Tagen.
Radieschen passen auch als kurzlebige Zwischenkultur zwischen länger stehende Gemüse. Du erntest sie, bevor die Hauptkultur den Platz braucht. Welche Nachbarn zusammenpassen, kannst du im Mischkultur-Planer nachsehen.
„Grünkohl muss erst Frost abbekommen, sonst schmeckt er nicht mild.“ Frost ist dafür nicht nötig, denn auch eine längere Reifezeit bei niedrigen Temperaturen begünstigt die Zuckeranreicherung. Gepflanzt bis Anfang August, erntest du ihn ab Ende Oktober.
Ich halte jede Nachsaat mit dem Beetplaner fest, mit Gemüseart, Belegungszeit sowie Vor- und Nachkultur. Diese Notizen nehme ich mit, wenn ich die ersten Aussaaten im Februar plane.
Erdbeeren für das nächste Jahr pflanzen
Bewurzelte Erdbeerableger und Grünpflanzen setzt du idealerweise von Ende Juli bis spätestens Mitte August. Die Pflanzung gehört also in die erste Monatshälfte. Hast du eigene Ableger gezogen, trennst du die bewurzelten Kindel von der Mutterpflanze und pflanzt sie ein. Ich nehme dafür nur Ableger, die schon gut bewurzelt sind, und gieße sie im Wurzelbereich an.
Gründüngung für Beete, die frei bleiben
Willst du ein Beet nicht mehr mit Herbstgemüse belegen, säst du eine Gründüngung. Sie hält den Boden bedeckt, und je nach Art friert sie im Winter ab oder du arbeitest sie im Frühjahr ein.
Achte dabei auf die Pflanzenfamilie. Kohl, Rettich, Radieschen und Gartenkresse gehören zu den Kreuzblütlern. Baust du viel Kohl oder Radieschen an, nimm weder Ölrettich noch Gelbsenf, sondern zum Beispiel Phacelia oder Buchweizen. Leguminosen wie Erbsen, Bohnen und Lupinen können mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff binden.
Auf sandigen Böden mit niedrigem pH-Wert und Kohlherniegefahr sollten 5 Jahre lang keine Kreuzblütler aufeinanderfolgen. Wie du die Fruchtfolge über mehrere Jahre planst, erklärt der Ratgeber zur Gartenplanung.
Eine weitere Möglichkeit ist die Feld-Sonnenblume. Botanisch ist sie keine eigene Art, sondern gehört zu Helianthus annuus, der Gemeinen Sonnenblume. Je nach Saatgutangebot lässt sie sich von Mai bis August säen. Die Samen kommen 3 bis 5 cm tief in die Erde. Sie wird ungefähr 150 bis 200 cm hoch. Als tiefwurzelnde Gründüngung kann sie zur Lockerung unterer Bodenschichten beitragen.
Sonnenblumen und Ringelblumen sollten als Gründüngung nicht unmittelbar vor oder nach Salat stehen. Ein Beet, auf dem im nächsten Frühjahr Salat wachsen soll, bekommt also eine andere Gründüngung. Für die Sonnenblume selbst ist eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren vorgesehen, deshalb notiere ich, wo sie stand.
Hast du erst später Zeit, bleibt Winterroggen: Er lässt sich noch bis Mitte oder Ende Oktober säen. Welche späten Grüneinsaaten im Oktober infrage kommen, steht im Kalender für den Oktober.
Ziergarten im August: schneiden, ausputzen, vermehren
Lavendel nach der Blüte leicht schneiden
Nach der Blüte schneidest du Lavendel nur leicht zurück und entfernst vor allem die verblühten Blütenstängel. Der kräftige Schnitt gehört ins Frühjahr. Ins alte Holz schneide ich dabei nicht. Die abgeschnittenen Blüten trockne ich für Duftsäckchen.
Verblühtes bei Sommerblumen entfernen
Bei Geranien, Petunien und Fuchsien fördert das Entfernen verwelkter Blüten weitere Blüten. Ich knipse Verblühtes ab, sobald ich es beim Gießen sehe.
Zweijährige pikieren und auspflanzen
Hast du Zweijährige wie Vergissmeinnicht, Goldlack, Bartnelken, Stockrosen oder Marienglockenblumen gesät, pikierst du die Sämlinge jetzt. Danach setzt du sie in die Lücken im Blumenbeet. Kneifst du die Triebspitzen aus, können sich die Pflanzen stärker verzweigen und buschiger wachsen.
Stecklinge von Sträuchern schneiden
Sträucher wie Hortensien, Johannisbeeren oder Lavendel kannst du im August über Stecklinge vermehren. Die Jungpflanzen sind genetische Kopien der Mutterpflanze. Schneide gesunde Triebe ab, entferne die unteren Blätter und stecke die Triebe in torffreies Substrat. Prüfe die Feuchte unterhalb der Oberfläche, denn torffreies Substrat trocknet oben rasch ab. Dem Weidenwasser, einem Sud aus Weidenrinde, wird nachgesagt, dass es die Wurzelbildung anregt. Ich arbeite ohne und stecke die Triebe direkt in Substrat.
Stauden teilen: erst gegen Monatsende
Viele Stauden sind im August verblüht, teilen kannst du sie gegen Monatsende, wenn die Sommerhitze nachlässt. Wie du dabei vorgehst, steht bei den Gartenarbeiten im September.
