Gartenkalender Juli: Was du jetzt säst, pflanzt, gießt und erntest
- Chinakohl säst du von Anfang bis Ende Juli direkt, ab August wird er besser gepflanzt.
- Blumenkohl und Brokkoli aus der Juni-Anzucht pflanzt du von Anfang bis Mitte Juli für die Herbsternte aus.
- Gemüse gießt du durchdringend im Wurzelbereich, als Orientierung mit etwa 20 bis 25 l/m² je Gießgang, angepasst an Bodenfeuchte und Witterung.
- Angewelkten Rasenschnitt bringst du nur bodendeckend aus, weil dicke Schichten zusammenkleben können.
- Stabtomaten geizt du während des Wachstums alle 1 bis 2 Wochen aus.
- Bitter schmeckende Zucchini spuckst du aus und entsorgst sie, Erhitzen zerstört die Cucurbitacine nicht.
- Gut bewurzelte Erdbeerableger pflanzt du idealerweise von Ende Juli bis Mitte August.

Im Juli tragen Zucchini, Bohnen und Tomaten, und zugleich werden die ersten Beete frei. Was du jetzt nachsäst oder nachpflanzt, steht im Herbst und Winter im Beet. Für Buschbohnen mit Septemberernte und für Chinakohl aus Direktsaat liegt der Termin im Juli, Brokkoli und Blumenkohl kommen bis Mitte Juli ins Beet. Ich gehe Anfang Juli mit Notizbuch durch den Garten und schreibe auf, welches Beet als Nächstes frei wird und was dort hinkommt.
Dazu kommen die Arbeiten, die die Hitze mit sich bringt. Gemüse braucht durchdringende Wassergaben, der Boden soll bedeckt bleiben, und Stabtomaten wollen ausgegeizt werden.
Was säst und pflanzt du im Juli?
Saattiefe, Abstände und die Planung über das ganze Gartenjahr sind Grundlagen, die nicht am Juli hängen. Wie du Aussaat und Pflanzung im Saisonplan verteilst, erklärt der Ratgeber zur Gartenplanung. Hier stehen nur die Termine, die im Juli fällig werden.
| Kultur | Was im Juli ansteht | Ziel |
|---|---|---|
| Buschbohnen | Direktsaat ins Beet bis Anfang Juli | Ernte im September |
| Chinakohl | Direktsaat von Anfang bis Ende Juli | Herbstkultur, ab August besser pflanzen |
| Radieschen ‘Sora’ | Direktsaat, möglich von März bis September | kurzlebige Zwischenkultur |
| Blumenkohl, Brokkoli | Auspflanzen von Anfang bis Mitte Juli, Vorkultur Anfang bis Mitte Juni | Herbsternte |
| Endivien | Vorkultur bis Mitte Juli, Pflanzung bis Ende August | Herbstkultur |
| Grünkohl | Pflanzung von Anfang Juni bis Anfang August | Winterernte ab Ende Oktober |
| Winterporree | Pflanzung im Juli, je nach Sorte | Ernte von Januar bis Mai |
| Wirsing ‘Winterfürst 2’ | Pflanzung von Ende Juni bis Anfang Juli | Freilandernte von November bis Februar |
Chinakohl kannst du den ganzen Juli direkt ins Beet säen. Ab August wird er wie Endivien, Zuckerhut und Grünkohl besser gepflanzt, weil die verbleibende Zeit für eine Aussaat zu knapp wird. Wer Chinakohl direkt säen will, braucht dafür also den Juli.
Für Blumenkohl und Brokkoli brauchst du Jungpflanzen aus der Anzucht im Juni. Was im Juni im Gemüsegarten ansteht, zeigt der Kalender für den Vormonat.
Radieschen nutze ich als kurzlebige Zwischenkultur in Lücken zwischen länger stehenden Kulturen. Eine solche Zwischenkultur wird geerntet, bevor die Hauptkultur daneben den Platz braucht. Welche Kulturen sich auf einem Beet als Nachbarn kombinieren lassen, kannst du vorab prüfen. Mischkultur kann einen gesunden Garten unterstützen, vor jedem Problem schützt sie nicht.
Ein Kulturschutznetz über frischen Saaten und Pflanzungen kann Schädlinge abhalten, wenn die Maschenweite passt. Netze mit 1,35 mm Maschenweite können unter anderem vor Gemüsefliegen und Raupen schützen, gegen die kleineren ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. sind 0,8 mm erforderlich. Verlass dich nicht allein darauf und schau regelmäßig unter das Netz.
Wie bereitest du ein abgeerntetes Beet für die Nachkultur vor?
Abräumen und Wurzelunkraut entfernen
Sobald eine Kultur abgeerntet ist, räumst du die Pflanzenreste ab. Wurzelunkräuter wie Disteln und Quecke ziehst du möglichst mit den Wurzeln heraus, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Wie viel Kompost die Nachkultur bekommt, richtet sich nach dem Bodenbefund. Kompost zählt außerdem als Nährstoffquelle mit, wenn du weitere Düngergaben berechnest.
Die Nachkultur nach der Familie wählen
Kulturen derselben Pflanzenfamilie folgen nicht direkt aufeinander, damit bodenbürtige Krankheiten wie die Kohlhernie weniger Gelegenheit bekommen. Kohl, Rettich, Radieschen und Gartenkresse gehören zu den Kreuzblütlern. Auf ein Beet, auf dem gerade Radieschen standen, setzt du deshalb keinen Grünkohl. Wenn du Vor- und Nachkulturen im Beetplaner einträgst, siehst du im nächsten Jahr, welche Familie wo stand.
Ich notiere bei jedem abgeräumten Beet, was dort stand und was als Nächstes hinkommt. Im Frühjahr lege ich diese Notizen neben den neuen Plan, bevor ich die Beete verteile.
Wenn das Beet bis zum Herbst frei bleibt
Bleibt ein Beet ohne Nachkultur, kannst du eine Gründüngung säen. Die als Gründüngung angebotene Feld-Sonnenblume lässt sich von Mai bis August säen. Als TiefwurzlerTiefwurzler sind Pflanzen, deren Wurzeln bis in tiefere Bodenschichten reichen, im Gemüsegarten etwa Möhre, Pastinake, Tomate oder Mangold. Sie ergänzen sich gut mit Flachwurzlern, weil beide Wasser und Nährstoffe aus unterschiedlichen Schichten holen. kann sie zur Lockerung unterer Bodenschichten beitragen. Botanisch gehört sie zur Art Helianthus annuus und erreicht ungefähr 150 bis 200 cm Höhe. Unmittelbar vor oder nach Salat baust du sie nicht an.
Das Saatbett für Spinat und Feldsalat im August
Spinat und Feldsalat für die Herbstkultur säst du von Anfang August bis Mitte September direkt. Ein falsches Saatbett bereitest du 2 bis 4 Wochen vor der Aussaat vor. Du lässt darin die Unkrautsamen keimen und entfernst die Keimlinge anschließend oberflächlich. Wer Anfang August Spinat säen will, legt das falsche Saatbett also schon im Juli an. Im August gesäter Feldsalat kann ab November geerntet werden.
Was musst du im Juli ausdünnen?
Im Mai und Juni gesäte Möhren, Radieschen und Salate stehen jetzt oft zu dicht, und du ziehst die überzähligen Pflanzen heraus. Gut entwickelte Salatpflanzen kannst du in Lücken setzen, bei Wurzelgemüse und Radieschen lohnt das Verpflanzen in der Regel nicht. Wie du beim Ausdünnen vorgehst, steht im Abschnitt Pflege des Ratgebers zur Gartenplanung.
Wie gießt und mulchst du in der Juli-Hitze?
Gemüse gießt du direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter möglichst trocken bleiben. Ein Gießgang soll durchdringend sein und bis in den Unterboden reichen. Wie viel Wasser das ist, hängt von Bodenfeuchte und Witterung ab.
Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet sind etwa 20 bis 25 l/m² vorgesehen, solange der Unterboden noch leicht feucht ist. Als Orientierung reichen die Werte von 10 bis 15 l/m² in mehreren Schritten bis 20 bis 25 l/m² je Gießdurchgang. Die Menge passt du an Bodenfeuchte und Witterung an.
Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Spaten, ob der Boden unter der Oberfläche noch feucht ist. Bei Bohnen achte ich besonders während der Blüte und Fruchtbildung auf eine ausreichende Wasserversorgung. Kübel mit torffreier Erde trocknen an der Oberfläche rasch ab, deshalb prüfst du die Feuchte darunter.
Mulchen und hacken
Angewelkter Rasenschnitt hält den Boden bedeckt. Du bringst ihn nur so dünn aus, dass der Boden noch leicht durchscheint, und legst bei Bedarf nach. Flaches Hacken entfernt junge Unkräuter und vermindert Wasserverluste.
Frischen Rasenschnitt dick aufs Beet packen. Dicke Schichten können zusammenkleben. Angetrockneten Rasenschnitt bringst du deshalb nur bodendeckend aus und erneuerst ihn bei Bedarf.
Was braucht dein Beet, bevor du in den Urlaub fährst?
Für die Zeit deiner Abwesenheit zählt vor allem das Wasser. Plane Aussaaten möglichst so, dass Radieschen, Salat und Buschbohnen nicht gerade dann reif werden, wenn du weg bist. Kurz vor der Abfahrt erntest du, was reif ist, und gießt das Gemüsebeet durchdringend. Danach deckst du den Boden mit angewelktem Rasenschnitt ab. Wie lange die Feuchte reicht, hängt von Boden und Wetter ab, deshalb sprichst du am besten jemanden an, der nach dem Beet sieht und bei Bedarf gießt.
Reife Früchte ernten. Das Gemüsebeet im Wurzelbereich durchdringend gießen. Angewelkten Rasenschnitt bodendeckend auflegen. Kübel unter der Oberfläche auf Feuchte prüfen. Eine Gießhilfe für die Zeit deiner Abwesenheit absprechen.
Was brauchen Tomaten im Juli?
Tomaten kommen gewöhnlich ab Mitte Mai ins Freie, sobald keine Kälte mehr droht. Wie das Auspflanzen rund um die Eisheiligen abläuft, zeigt der Mai-Kalender. Im Juli stehen AusgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte., Stützen und trockenes Laub im Vordergrund.
Ausgeizen
Bei Stabtomaten entfernst du die Seitentriebe aus den Blattachseln. Kompakte Buschtomaten behalten dagegen ihre fruchttragenden Verzweigungen. Während des Wachstums geizt du Stabtomaten alle 1 bis 2 Wochen aus. Die GeiztriebeAls Geiztriebe bezeichnet man bei Tomaten die Seitentriebe. Bei Stabtomaten, deren Haupttrieb immer weiter wächst, brichst du sie beim Ausgeizen regelmäßig aus. nimmst du vorzugsweise ab, wenn sie 5 bis 10 cm lang sind. Das EntspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. hat im Juli noch Zeit, denn für den Hausgarten reichen die Empfehlungen je nach KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. bis spätestens Mitte September.
Stützen und bestäuben
Schwere Rispen sicherst du zusätzlich mit Schnüren und Rispenbügeln, damit sie nicht abknicken. Vorsichtiges Rütteln an der Pflanze kann die Selbstbestäubung unterstützen, weil dadurch Pollen auf die Narbe gelangen. Ich rüttle kurz am Stab, wenn ich ohnehin zum Anbinden an der Pflanze bin.
Kraut- und Braunfäule vorbeugen
Die Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. an Tomaten geht auf den Erreger Phytophthora infestans zurück. Luftfeuchten über 90 % oder tropfnasse Blätter ermöglichen seine Sporenbildung und Sporenkeimung. Bei ausreichender Feuchtigkeit und 15 bis 23 °C kann er schon 3 bis 4 Tage nach einer Infektion Sporen der nächsten Generation bilden.
Zur Vorbeugung baust du Tomaten möglichst weit von Kartoffeln entfernt an und schützt sie mit einem Regendach vor Niederschlägen. Tropfnasse Blätter ermöglichen die Sporenkeimung, und Gießen im Wurzelbereich hält die Blätter möglichst trocken. Deshalb gießt du Tomaten nur unten an den Wurzeln und nie über das Laub.
Was erntest du im Juli, und worauf achtest du dabei?
Zucchini, Gurken, Tomaten, Auberginen und Bohnen werden im Hochsommer reif, oft mehrere zugleich. Die Erntezeit bestimmt auch, wann ein Beet wieder frei wird.
| Kultur | Woran du den Zeitpunkt erkennst | Nach der Ernte |
|---|---|---|
| Zucchini | erste Ernte etwa 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung, längliche Früchte bei etwa 20 bis 25 cm Länge | bitter schmeckende Früchte entsorgen |
| Mangold | nur die äußeren Blätter und Stiele ernten, die Herzblätter bleiben für den weiteren Austrieb | in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach etwa 1 bis 2 Tage frisch |
| Tomaten | reife Früchte laufend abnehmen | bei 12 bis 16 °C außerhalb des Kühlschranks etwa 4 bis 5 Tage, getrennt von anderen Früchten |
| Knoblauch | die Blätter vergilben, geerntet wird bei trockenem Wetter | nachtrocknen |
| Speisezwiebeln | das Laub knickt von selbst um und trocknet zunehmend ein | gründlich trocknen, dann kühl und trocken lagern |
| Lagerkartoffeln | etwa zwei Wochen nach dem Absterben des Laubes, schonend und bei trockenem Wetter | kühl, dunkel und trocken lagern |
Freilandgurken am Rankgitter trocknen nach Nässe schneller ab und lassen sich leichter ernten. Etablierter Rhabarber hat jetzt Pause. Seine reguläre Ernte endet gegen Ende Juni, damit die Pflanze Reservestoffe für das Folgejahr einlagern kann.
Schmeckt eine Zucchini bitter, spuckst du den Bissen aus und entsorgst die Frucht, denn die giftigen Cucurbitacine werden auch durch Erhitzen nicht zerstört. Grüne Gartenbohnen enthalten in Samen und Hülsen Phasin und kommen nur ausreichend gegart auf den Tisch, schonendes Dünsten oder Dämpfen ist keine verlässliche Zubereitung. Grüne oder stark keimende Kartoffeln isst du nicht.
Ernte haltbar machen
Wird mehr reif, als du frisch essen kannst, machst du einen Teil haltbar. Einkochen, Einfrieren, Trocknen und Fermentieren kommen dafür infrage. Bei selbst eingekochtem Gemüse schließen unauffälliges Aussehen, Geruch und Geschmack eine Belastung mit Botulinum-Neurotoxinen nicht aus. BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. und Kochen vermindern den Oxalsäuregehalt von Mangold, das Kochwasser verwendest du dabei nicht weiter.
Erdbeeren: Ausläufer nutzen oder entfernen?
Bei frühen Erdbeersorten bilden sich jetzt Ausläufer mit kleinen Jungpflanzen, den Kindeln. Brauchst du keine neuen Pflanzen, schneidest du die Ausläufer ab, damit das Beet nicht zuwuchert. Für eigene Jungpflanzen setzt du die Kindel in kleine Töpfe, solange sie noch mit der Mutterpflanze verbunden sind. Erst wenn sie bewurzelt sind, trennst du die Verbindung. Gut bewurzelte Ableger pflanzt du idealerweise von Ende Juli bis Mitte August.
Ich markiere schon während der Ernte die Pflanzen, die am reichsten getragen haben, und ziehe nur von ihnen Ableger.
Was ist im Ziergarten zu tun?
Verwelkte Blüten an Geranien, Petunien und Fuchsien entfernst du laufend, das fördert weitere Blüten. Nach der Lavendelblüte schneidest du leicht zurück und nimmst dabei vor allem die verblühten Blütenstängel ab. Den kräftigen Schnitt hebst du dir für das Frühjahr auf.
Die Gemeine Sonnenblume blüht von Juni bis Oktober und wird 30 bis 500 cm hoch. Hohe Exemplare bindest du bei Bedarf an einen fest im Boden verankerten Stab, damit sie unter dem Gewicht der Blüte nicht umknicken. Lass die Fruchtstände nach der Blüte stehen, denn sie bieten Gartenvögeln im Herbst und Winter Nahrung. Gesät werden Sonnenblumen für die Blüte von April bis Mai, und welche Aussaaten im April anstehen, zeigt der Kalender für das Frühjahr.
