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Gartenteichpflege: So bleiben Wasser, Pflanzen und Tiere gesund

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Nährstoffarmes, sandreiches und humusarmes Pflanzsubstrat und wenig organischer Eintrag helfen, übermäßiges Algenwachstum zu begrenzen.
  • Fadenalgen fischst du mechanisch ab und schonst dabei die Kleintiere, die darin leben.
  • Herbstlaub holst du aus dem Teich; in dünnen Lagen darf es auf abgeräumten Beeten oder zwischen Stauden liegen bleiben.
  • Pflanzen der Röhricht- und Sumpfzone schneidest du erst im März zurück, weil ihre Halme im Winter Frostschutz und Gasaustausch unterstützen.
  • Eine schneeverschattete Eisdecke kann den Sauerstoffmangel verschärfen, und ausreichende Tiefe allein verhindert ihn nicht.
  • Den Teichfilter wählst du nach Teichgröße und Fischbesatz aus.
  • Die Wasserhyazinthe steht auf der EU-Unionsliste invasiver Arten und darf im gewöhnlichen Hobbygarten nicht gehalten, vermehrt oder verwendet werden.

Fadenalgen im Flachwasser, Laub am Grund und im Winter eine verschneite Eisdecke: Ein bestehender Gartenteich zeigt dir übers Jahr, wo Pflege fehlt. Hinter vielen dieser Bilder stehen zwei Fragen. Wie viele Nährstoffe gelangen ins Wasser, und wie viel Sauerstoff bleibt darin? Ich gehe meinen Teich deshalb immer in derselben Reihenfolge durch. Zuerst schaue ich, was hineinkommt, dann hole ich heraus, was zu viel ist, und erst danach prüfe ich Pumpe und Filter.

Gartenteichpflege bedeutet, einen vorhandenen Teich so zu führen, dass Wasser, Pflanzen und Tiere gesund bleiben. Dazu gehören der Nährstoffeintrag, die Pflanzen in ihren Zonen, die Teichbewohner und die Technik, verteilt über das ganze Jahr.

Warum wird das Teichwasser grün?

Algen breiten sich übermäßig aus, wenn sie im Wasser viele Nährstoffe finden. Zwei Dinge helfen, das zu begrenzen: ein nährstoffarmes, sandreiches und humusarmes Pflanzsubstrat und ein geringer Eintrag organischer Substanz. Organische Substanz ist alles, was im Teich verrottet. Dazu zählen Laub, abgestorbene Pflanzenteile und Futterreste, die zu Boden sinken und dort Schlamm bilden.

Wer Teichpflanzen in humusreiche Gartenerde setzt, bringt also selbst Nährstoffe in den Teich, die er an anderer Stelle mit Kescher und Laubnetz mühsam fernhält. Für neue Pflanzen nimmst du deshalb mageres, sandiges Substrat und keine Erde aus dem Beet.

Häufiger Fehler

Teichpflanzen nachdüngen. Im Teich kann jede zusätzliche Nährstoffquelle auch den Algen zugutekommen. Ich setze neue Pflanzen in nährstoffarmes Substrat und dünge sie danach nicht.

Welche Wasserwerte solltest du messen?

Ein Wassertest-Set zeigt dir den pH-Wert und Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat. Ich schreibe jede Messung mit Datum in ein Heft. So sehe ich, ob sich ein Wert über die Saison verschiebt, und kann ihn neben das legen, was ich am Teich beobachte. Wird das Wasser trüb oder ändert sich das Verhalten der Fische, messe ich zusätzlich nach.

Wie entfernst du Fadenalgen, ohne Tiere zu schädigen?

Fadenalgen fischst du mechanisch ab. Gut geht das mit einem glatten Holzstab: Drehe ihn im Algenpolster, bis sich die Fäden darum wickeln, und zieh ihn langsam heraus. In den Fäden leben Kleintiere, die du dabei schonst. Arbeite deshalb ruhig und reiß die Algen nicht in einem Zug aus dem Wasser.

Marias Erfahrung

Ich lege abgefischte Fadenalgen flach am Teichrand ab, mit dem Ende zum Wasser hin. Bevor ich sie wegtrage, schaue ich nach, ob sich darin noch etwas bewegt, und setze es zurück ins Wasser.

Grünes, trübes Wasser kann auf Schwebealgen hindeuten. Die lassen sich nicht abfischen. Bei ihnen setzt du ebenso beim Nährstoffeintrag an und prüfst, ob der Filter zu deinem Teich passt.

Mythos-Check

Ein gesunder Teich ist nicht algenfrei. Pflege soll übermäßiges Algenwachstum begrenzen, nicht jede einzelne Alge entfernen.

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Laub, Schlamm und Folie: Was muss raus?

Herbstlaub holst du aus dem Teich, bevor es absinkt. Ich spanne dafür vor dem Laubfall ein Netz über die Wasserfläche und keschere ab, was daneben landet.

Wegwerfen musst du das Laub nicht. In dünnen Lagen kann es auf abgeräumten Beeten oder zwischen Stauden liegen bleiben. Welche Beete im Herbst frei sind, siehst du, wenn du deine Flächen im Beetplaner einträgst. Wie das Laub in die Pflege des übrigen Gartens passt, zeigt der Überblick, wie du Pflege und naturnahe Bereiche in deiner Gartenplanung verbindest.

Am Grund sammelt sich mit der Zeit Schlamm aus Blättern, Pflanzenresten und Futter. Mit einem Schlammsauger holst du ihn heraus, ohne den Teich leeren zu müssen. Arbeite dich dabei Stück für Stück vor und schau in den Auffangbehälter, ob Tiere mitgekommen sind.

Die Teichfolie reinigst du mit einer weichen Bürste, damit sie keine Kratzer bekommt. Einen Riss flickst du, sobald du ihn entdeckst. Sinkt der Wasserstand auch an kühlen Tagen deutlich, kann das auf ein Leck hindeuten.

Teichpflanzen: Welche Pflege braucht welche Zone?

Teichpflanzen wachsen in mehreren Zonen, und jede braucht einen anderen Handgriff. Was in der Saison abstirbt, holst du heraus, solange es noch schwimmt oder steht. Am Grund würde es zum organischen Eintrag, den du klein halten willst.

Zone Beispiele Pflege
Unterwasser Hornkraut zu dichte Bestände auslichten, abgestorbene Triebe herausnehmen
Schwimmblatt Seerosen, Teichrosen vergilbte Blätter am Stiel abschneiden, dichte Polster auslichten
Röhricht- und Sumpfzone Sumpfiris, Sumpfdotterblume, Sumpfvergissmeinnicht Rückschnitt erst im März
Ufer Blutweiderich überhängende Triebe einkürzen, Verwelktes aus dem Wasser holen

Wann schneidest du Röhricht und Sumpfpflanzen zurück?

Pflanzen der Röhricht- und Sumpfzone schneidest du erst im März zurück. Ihre Halme unterstützen im Winter den Frostschutz und den Gasaustausch. Gleichzeitig kann eine schneeverschattete Eisdecke den Sauerstoffmangel im Teich verschärfen. Wer das Röhricht schon im Herbst bodennah abschneidet, nimmt dem Teich also eine Hilfe beim Gasaustausch, genau wenn der Sauerstoff knapp werden kann.

Ich schneide die alten Halme im März ab und nehme das Schnittgut vollständig aus dem Wasser, damit es nicht am Grund verrottet.

Achtung

Die Wasserhyazinthe (Pontederia crassipes) steht auf der EU-Unionsliste invasiver Arten. Im gewöhnlichen Hobbygarten darfst du sie weder halten noch vermehren oder verwenden. Das gilt auch dann, wenn sie dir als Schwimmpflanze gegen Algen angeboten wird.

Wie versorgst du Fische und andere Teichbewohner?

Futter, das nicht gefressen wird, sinkt ab und zählt wie Laub zum organischen Eintrag. Füttere deshalb nur so viel, wie die Fische fressen. Ich schaue nach dem Füttern auf den Grund und keschere Reste heraus. Die Futtermenge passt du an Jahreszeit und Wassertemperatur an, sodass du weniger fütterst, wenn das Wasser im Herbst kälter wird.

Schnappen Fische an der Oberfläche nach Luft, kann das auf Sauerstoffmangel hindeuten. Bewegung an der Wasseroberfläche kann dann helfen, etwa durch einen Oberflächenbelüfter. Prüfe in diesem Fall auch die Wasserwerte.

Gegen Fischreiher kann ein Netz über dem Teich helfen. Seerosenblätter und ein dicht bewachsenes Ufer geben den Fischen zusätzlich Verstecke.

Neben Fischen leben im Teich Kleintiere, die du bei jeder Arbeit mitdenkst: beim Algenfischen, beim Schlammsaugen und beim Rückschnitt. Wie ein Teich zusammen mit Totholz und Nisthilfen Lebensraum bietet, zeigt der Ratgeber dazu, wie du deinen Garten mit Teich, Totholz und Nisthilfen für Wildtiere gestaltest.

Was leisten Filter, Pumpe und Belüftung?

Die Auswahl eines Teichfilters richtet sich nach der Teichgröße und dem Fischbesatz. Ein mechanischer Filter hält Schwebstoffe zurück. Im biologischen Filter bauen Bakterien gelöste Stoffe ab. Ein UV-Klärer wird gegen Schwebealgen eingesetzt, er ersetzt aber nicht, den Nährstoffeintrag klein zu halten.

Den Filter reinigst du, wenn der Durchfluss nachlässt. Ich vergleiche dafür den Wasserstrahl am Rücklauf mit dem Bild nach der letzten Reinigung. Ist er deutlich schwächer, nehme ich den Filter auseinander. Beim Wechsel der UV-Lampe hältst du dich an die Angabe des Herstellers.

Die Pumpe nimmst du im Frühjahr wieder in Betrieb und prüfst dabei Ansauggitter, Schläuche und Verbindungen. Im Herbst reinigst du Pumpe und Filter und lagerst sie ein, wenn sie über Winter nicht laufen.

Für Sauerstoff sorgt Bewegung an der Wasseroberfläche, weil sie den Gasaustausch fördert. Ein Oberflächenbelüfter bewegt die Oberfläche direkt, ein Sprudelstein am Grund leitet feine Luftblasen ins Wasser. Ein Bachlauf bewegt das Wasser ebenfalls. Für Planung und Bau solcher Elemente lies nach, wie du Wasserspiele im Garten planst, baust und betreibst.

Was steht im Gartenteich wann an?

Jahreszeit Was ansteht
Frühjahr Röhricht und Sumpfpflanzen im März zurückschneiden, Abgestorbenes herausholen, Pumpe und Filter in Betrieb nehmen, Wasserwerte messen, neue Pflanzen in mageres Substrat setzen
Sommer Fadenalgen abfischen, Wasserstand kontrollieren und nachfüllen, Fische bei Hitze beobachten, wuchernde Pflanzen auslichten
Herbst Laubnetz spannen, Laub abkeschern, weniger füttern, nicht winterharte Pflanzen herausnehmen, Technik reinigen, Röhricht stehen lassen
Winter Eisfreihalter einsetzen, Schnee vom Ufer aus von der Eisfläche räumen, Eis nicht aufhacken

Wie bringst du den Teich durch den Winter?

Eine geschlossene Eisdecke trennt das Wasser von der Luft. Liegt Schnee darauf, kommt kaum noch Licht hindurch. Eine solche schneeverschattete Eisdecke kann den Sauerstoffmangel im Teich verschärfen. Eine ausreichende Tiefe allein verhindert das nicht.

Fege den Schnee deshalb vom Ufer aus von der Eisfläche und betritt das Eis dafür nicht. Ein Eisfreihalter hält eine Stelle offen, über die Gase entweichen können. Die stehenden Halme im Röhricht unterstützen den Gasaustausch zusätzlich. Das Eis hackst du nicht auf, weil die Schläge die Fische stören können.

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