Langlebige Pflanzen fürs Grab: ganzjährig grün und pflegeleicht
- Eine dauerhafte Grabbepflanzung wählst du nach Fläche und Licht aus, auch nach der Wintersonne nach dem Laubfall.
- Efeu, niedrige Spindelsträucher und geeignete Sedum-Sorten können dauerhafte Flächen auf Gräbern bilden.
- Im Schatten passen unter anderem Efeu und Immergrün, kriechender Thymian bevorzugt vollsonnige, leichte Böden.
- Bodendecker wachsen je nach Pflanzdichte nach etwa 2 bis 4 Jahren zu einer Fläche zusammen.
- Grabschalen brauchen ein strukturstabiles Substrat und einen funktionierenden Wasserabzug.
- Lies die Friedhofsordnung, bevor du Pflanzen kaufst.
Ein Grab siehst du nicht jeden Tag. Zwischen zwei Besuchen vergeht oft viel Zeit, und so lange muss die Bepflanzung ohne dich auskommen. Wer nur nach dem Aussehen im Gartencenter kauft, kann nach einem trockenen Sommer vor Lücken stehen.
Ich gehe deshalb zuerst mit Zollstock und Notizblock ans Grab und kaufe erst danach. Notiert werden die Größe der Fläche, das Licht und die Vorgaben der Friedhofsordnung.
Welche Pflanzen für das Grab bleiben ganzjährig grün?
Eine Grabbepflanzung, die das ganze Jahr hält, beginnt mit einer Fläche aus Dauergrün. Dafür kommen Efeu, niedrige Spindelsträucher und geeignete Sedum-Sorten infrage, denn alle drei können auf Gräbern dauerhafte Flächenpflanzungen bilden. Welche davon passt, hängt vom Licht ab. Für schattige Flächen eignen sich unter anderem Efeu und Immergrün. Kriechender Thymian bevorzugt dagegen vollsonnige, leichte Böden.
BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. wachsen abhängig von der Pflanzdichte nach etwa 2 bis 4 Jahren zu einer geschlossenen Fläche zusammen.
Zum Dauergrün kommen Stauden und Polsterpflanzen, die zu dem Platz passen, den du hast. Die Tabelle ordnet bewährte Grabpflanzen nach dem Standort.
| Platz am Grab | Pflanzen, die dazu passen |
|---|---|
| Schattig | Efeu, Immergrün, Funkien, Farne |
| Halbschattig | Astilbe |
| Sonnig bis halbschattig | Wald-Vergissmeinnicht |
| Feuchter Boden | Astilbe, Frauenmantel |
| Sonnig und mager | Lavendel, Thymian |
| Sonnig und trocken | Fetthennen, Mauerpfeffer |
| Durchlässig und nährstoffarm | Hauswurz, Fettblatt, Polsterphlox |
Hauswurz, Fettblatt und Polsterphlox brauchen nach dem Einwachsen wenig Pflege. Als blühende Bodendecker haben sich Storchschnabel und Waldsteinie bewährt, die Bergenie bringt ledrige, immergrüne Blätter mit.
Höhe und Struktur geben kleine immergrüne Gehölze wie Zwergwacholder oder kleinblütige Rhododendren. Rhododendren benötigen ein saures Bodenmilieu und bekommen deshalb keine pauschale Kalkgabe. Buchsbaum passt zu formalen Gräbern, kann aber anfällig für Schädlinge sein und braucht regelmäßigen FormschnittFormschnitt ist der regelmäßige, intensive Schnitt, mit dem Hecken und andere Gehölze in einer festen Form gehalten werden, etwa als kantige Formhecke. Er unterscheidet sich vom zurückhaltenden Schnitt frei wachsender Gehölze..
Wie prüfe ich Licht und Fläche am Grab?
Eine dauerhafte Grabbepflanzung wählst du nach der verfügbaren Fläche und nach den Lichtverhältnissen aus. Zum Licht zählt auch die Wintersonne, die nach dem Laubfall auf das Grab fallen kann. Efeu und Immergrün sind Pflanzen für schattige Flächen. Steht das Grab unter Laubbäumen, planst du deshalb mit zwei Lichtlagen: dem Sommerschatten und der möglichen Wintersonne.
Ich schaue mir darum immer die Bäume ringsum an und notiere, ob ein Laubbaum oder ein Nadelbaum den Schatten wirft.
Auf Pflanzenetiketten begegnen dir drei Begriffe. Absonnig heißt hell, aber ohne direkte Sonne, während dichter Vollschatten insgesamt sehr lichtarm ist. Halbschatten meint als Orientierung bis zu etwa 4 Stunden direkte Sonne, ein fester Grenzwert ist das nicht. Wie du den Standort nach dem Lauf der Sonne einschätzt, steht in den Grundlagen zur Gartenplanung.
Lies vor dem Kauf die Friedhofsordnung. Die Ordnung kann die Höhe der Pflanzen, einzelne Arten oder sogar die Farbgebung regeln, und jeder Friedhof handhabt das anders.
Friedhofsordnung gelesen. Pflanzfläche ausgemessen. Licht im Sommer und nach dem Laubfall notiert. Boden angefasst: sandig und trocken oder lehmig und feucht. Bei Schalen den Wasserabzug geprüft.
Was ist bei Graberde anders als bei Gartenerde?
Graberde ist ein fertig gemischtes Substrat für Grabflächen und Schalen. Klassische Mischungen enthalten meist mehr organisches Material wie Torf oder Kompost und sind lockerer als gewöhnliche Gartenerde. Was in deinem Sack steckt, steht auf der Verpackung.
Darunter liegt der gewachsene Friedhofsboden, der sandig und trocken oder lehmig und feucht sein kann. Die Pflanzen wurzeln in beidem, deshalb zählt bei der Auswahl auch der Untergrund.
Bei torffreier Graberde ersetzen Holzfasern, RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt., Substratkompost und Kokosprodukte den Torf. Achte auf die eindeutige Kennzeichnung als torffrei. Das RAL-Gütezeichen für Substrate steht außerdem für regelmäßige unabhängige Qualitätskontrollen.
Torffreie Substrate verhalten sich beim Gießen anders. Die Oberfläche trocknet rasch ab, während das Substrat weiter unten noch nass sein kann. Welke wiederum kann durch Trockenheit ebenso entstehen wie durch Staunässe. Wer nur auf die helle Oberfläche und schlappe Blätter schaut, gießt also womöglich in nasse Erde. Ich stecke vor dem Gießen den Finger in die Erde und greife erst zur Kanne, wenn es auch unter der Oberfläche trocken ist.
Ein hoher Holzfaseranteil kann außerdem eine zusätzliche Stickstoffdüngung erforderlich machen. Angebrochene torffreie Erde verbrauchst du möglichst bald und lagerst sie bis dahin gut verschlossen, kühl, trocken und lichtgeschützt.
Was brauchen bepflanzte Grabschalen?
Dauerhaft bepflanzte Grabschalen benötigen ein strukturstabiles Substrat und einen Wasserabzug, der funktioniert. Das Gefäß soll standfest sein und zum Grab passen. Ton- und Keramikgefäße sind in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest, das prüfst du vor dem Kauf.
Das Abzugsloch der Schale setzt sich zu oder fehlt ganz. Überschüssiges Wasser kann dann nicht ablaufen, und es entsteht Staunässe. Halte das Loch frei.
Dauerbepflanzung oder Wechselbepflanzung?
Bei der Dauerbepflanzung bleiben Bodendecker, winterharte Stauden und kleine Gehölze über Jahre stehen. Bei der Wechselbepflanzung tauschst du die Pflanzen mit der Jahreszeit aus. Das bringt Abwechslung, bedeutet aber mehr Arbeit und regelmäßige Neuanschaffungen.
| Jahreszeit | Typische Wechselpflanzen |
|---|---|
| Frühjahr | Stiefmütterchen, Primeln |
| Sommer | Begonien, Geranien |
| Herbst | Chrysanthemen, Alpenveilchen |
| Winter | Christrosen, Winterheide |
Für ein pflegeleichtes Grab empfehle ich die Mischform: ein Rahmen aus Dauergrün und in der Mitte ein kleines Feld für den Wechselflor. Der Rahmen bleibt grün, auch wenn du einen Wechsel auslässt. Bei Geranien im Wechselfeld lohnt das Ausputzen, denn das Entfernen verwelkter Blüten fördert weitere Blüten.
Ich zeichne die Grabfläche vor dem Kauf auf ein Blatt Papier und trage zuerst den grünen Rahmen ein. Erst danach lege ich fest, wo das Feld für den Wechselflor hinkommt und wie groß es wird.
Bei der Auswahl darf auch die Bedeutung mitreden. In der Trauerkultur steht Efeu für Treue und ewiges Leben, die Rose für Liebe und die Lilie für Reinheit. Das Vergissmeinnicht erinnert an die Verstorbenen. Solche Pflanzen setzt du als einzelne Akzente in eine schlichte Dauerbepflanzung.
Wechselflor kannst du selbst vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Hornveilchen der Sorte ‘Helen Mount’ ziehst du ab Februar bei 16 bis 20 °C vor und bedeckst die Samen nur dünn mit Erde, sie keimen in 7 bis 14 Tagen. Wald-Vergissmeinnicht säst du meist im Juni oder Juli in Saatschalen im Freiland und pflanzt sie im Herbst an ihren endgültigen Platz.
Wie bleibt das Grab in jeder Jahreszeit ansehnlich?
Im Winter kommt die Farbe nicht von Blüten. Dann können immergrünes oder farbiges Laub, Früchte, Rinde und stehen gelassene Gräser die Farbwirkung übernehmen. Als Strukturschmuck eignen sich außerdem die standfesten, trockenen BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. von Fetthenne und Brandkraut. Gesunde Staudenstängel und Samenstände lasse ich deshalb über den Winter stehen und schneide nur heraus, was krank ist oder in den Weg ragt.
Den Frühling holst du mit Zwiebelblumen ins Grab, die du zwischen Bodendecker und Stauden setzt. Krokusse und Narzissen blühen, bevor die Stauden ausgetrieben haben. Für den Sommer sorgen blühende Stauden wie Storchschnabel, Frauenmantel oder Astilbe, dazu passen Lilien als Zwiebelblumen für die Sommermonate.
| Zwiebelblume | Pflanzzeit | Pflanztiefe | Boden |
|---|---|---|---|
| Tulpe | Ende September bis Mitte November | Pflanzloch 2- bis 3-mal so tief, wie die Zwiebel hoch ist | durchlässig, ohne Staunässe |
| Oriental-Lilie ‘Baferrari’ | März oder April | etwa 10 cm | humos, mäßig feucht, gut durchlässig |
Die Oriental-Lilie ‘Baferrari’ blüht im Juli und August. Achte bei ihr besonders während der Winterruhe darauf, dass keine Staunässe entsteht. Für Krokusse und Narzissen richtest du dich nach der Angabe auf der Packung. Das Laub der Zwiebelblumen entfernst du erst, wenn es vollständig eingezogen ist.
Auf größeren Grabflächen kannst du Stauden wie im Beet staffeln. LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden. geben das Gerüst vor, niedrigere Begleitstauden ergänzen deren Blüte, und Füllstauden schließen die Lücken. Wie du ein Blumenbeet von der Struktur bis zur Pflanzung aufbaust, zeigt der Ratgeber zu Blumenbeeten.
Wer Insekten etwas bieten will, wählt ungefüllte Blüten und kombiniert Früh- und Spätblüher, denn beides verlängert das nutzbare Nahrungsangebot.
Wie viel Pflege braucht eine Dauerbepflanzung?
Pflegeleicht heißt nicht pflegefrei. Bodendecker brauchen je nach Pflanzdichte etwa 2 bis 4 Jahre, bis die Fläche zusammengewachsen ist. Auch etablierte Bestände benötigen danach gelegentlich einen begrenzenden Rückschnitt. Die Arbeit verschiebt sich also nur: Anfangs jätest du in den Lücken, später schneidest du an den Rändern.
Vor dem Pflanzen
Entferne Wurzelunkräuter wie Disteln und Quecke möglichst mit der ganzen Wurzel, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Lockere verdichtete Stellen, bevor die ersten Pflanzen in die Erde kommen.
In den ersten Jahren
Frisch gesetzte Stauden sind auf dich angewiesen. Für Staudenmischpflanzungen gilt: In den ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. wässerst du bei anhaltender Trockenheit wiederholt und durchdringend. Daran orientiere ich mich auch am Grab. Später gießt du nach der Bodenfeuchte und nicht nach dem Kalender.
Wenn die Fläche geschlossen ist
Bei Efeu schneide ich die Triebe zurück, die über die Einfassung hinauswachsen. Lavendel bekommt nach der Blüte nur einen leichten Rückschnitt, bei dem vor allem die verblühten Blütenstängel fallen. Der kräftige Schnitt gehört ins Frühjahr. Herbstlaub nimmst du von Wegen und Einfassung, zwischen Stauden kann es in dünnen Lagen liegen bleiben.
Gedüngt wird nach Bedarf, denn zu viel Dünger kann das Wachstum antreiben und dir zusätzliche Schnittarbeit bringen. Bei Schädlingen und Krankheiten gilt die Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Beides vertiefen die Grundlagen zur Gartenplanung in den Abschnitten zum Düngen und zu Krankheiten und Schädlingen.
Befallene Pflanzenteile schneide ich heraus und nehme sie vom Grab mit. Ungefüllte Korb- und Doldenblüten bieten SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. Pollen und Nektar, und deren Larven fressen Blattläuse. Eine Garantie gegen Befall ist das nicht.
Wohnst du weit entfernt, kann eine Friedhofsgärtnerei Bepflanzung und regelmäßige Pflege übernehmen.

