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Rasenerde mit Zusätzen: Was Mykorrhiza, Hydrogel, Pflanzenkohle und EM leisten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mykorrhizapilze unterstützen die Nährstoffaufnahme, doch bei rund 84 % von 28 geprüften Produkten blieb im Gewächshaus die gewünschte Wurzelbesiedlung aus.
  • Effektive Mikroorganismen veränderten in einem Laborversuch weder die mikrobielle Biomasse noch die Nährstofflöslichkeit nachweisbar.
  • Ein Superabsorber-Gesteinsmehl-Gemisch erhöhte in einem Topfversuch auf Sandboden die Grasbiomasse.
  • Pflanzenkohle kann Nährstoffe zeitweise binden, ihre Eigenschaften hängen von Ausgangsmaterial und Herstellung ab.
  • Nährstoffe aus Kompost und anderen organischen Bodenverbesserern ziehst du vom Düngerbedarf deines Rasens ab.

Auf vielen Säcken Rasenerde stehen heute Zusätze: Mykorrhiza, Hydrogel, Pflanzenkohle, Zeolith oder effektive Mikroorganismen. Das Risiko liegt weniger im Preis als in der Pflege danach. Wer sich auf den Zusatz verlässt, kürzt vielleicht Dünger oder Wasser, ohne zu wissen, ob im Boden etwas passiert. Bevor ich so etwas in meinen Rasen bringe, lasse ich den Boden untersuchen und lese auf der Packung nach, was genau drinsteckt.

Mit Bodengesundheit meine ich zweierlei: ein Bodenleben, das Pflanzenreste abbaut und Nährstoffe freisetzt, und eine Struktur, die Wasser und Luft durchlässt. Die Grundlagen dazu findest du im Rasen-Ratgeber zu Standort, Boden, Gießen und Düngen. Hier geht es darum, was die Zusätze leisten und wie du Düngung und Gießen an sie anpasst.

Was die Zusätze versprechen und was bekannt ist

Jeder Zusatz kommt mit einem Versprechen. Daneben steht, was Versuche und Fachempfehlungen zeigen und was das für deine Pflege heißt.

Zusatz Was ihm nachgesagt wird Was bekannt ist Was du daraus machst
Mykorrhiza bessere Nährstoffaufnahme der Gräser Die Pilze besiedeln Wurzeln und umliegenden Boden und unterstützen die Nährstoffaufnahme. Bei rund 84 % von 28 geprüften Produkten blieb im Gewächshausversuch die gewünschte Wurzelbesiedlung aus. Düngung nicht pauschal kürzen, erst auf einer Teilfläche testen
Hydrogel (Superabsorber) mehr Wasser im Wurzelraum In einem Topfversuch mit Sandboden erhöhte ein Superabsorber-Gesteinsmehl-Gemisch die Grasbiomasse gegenüber unbehandeltem Boden. weiter nach Kontrolle gießen, nicht nach Etikett
Pflanzenkohle (Biokohle) bessere Bodenstruktur und Nährstoffhaltung Die Eigenschaften hängen von Ausgangsmaterial und Herstellungsverfahren ab. Die hohe Sorption kann Nährstoffe zeitweise der Pflanze entziehen. Versorgung beobachten, nach Bodenuntersuchung düngen
Zeolith Speicher für Nährstoffe und Wasser Wirkung im Hausrasen mit einer unbehandelten Teilfläche vergleichen. nur mit Vergleichsfläche ausprobieren
Effektive Mikroorganismen (EM) mehr Bodenleben In einem Laborversuch mit Wickroggenmaterial bei 12 °C änderten sie weder mikrobielle Biomasse noch Nährstofflöslichkeit nachweisbar. an den Lebensbedingungen im Boden ansetzen
Kompost organisches Material fürs Bodenleben Er kann die Wasserleit- und Wasserspeicherfähigkeit verbessern und bei fehlendem Bedarf überversorgen. Menge nach Situation wählen, Nährstoffe beim Düngen abziehen
Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Was im Rasenboden arbeitet

Unter der Grasnarbe leben Bakterien, Pilze, Algen und Einzeller. Diese Mikroorganismen bauen Pflanzenreste ab und setzen die organisch gebundenen Nährstoffe in pflanzenverfügbarer Form frei. Regenwürmer verarbeiten organisches Material zu stabilen Bodenaggregaten, und ihre Röhren verbessern Belüftung und Versickerung.

Kurz erklärt

Die Rhizosphäre ist der Wurzelraum, in dem Pflanzen und Bodenorganismen besonders eng zusammenwirken. In diesem Raum besiedeln auch Mykorrhizapilze die Wurzeln und den umliegenden Boden.

Wie aktiv dieses Bodenleben ist, hängt von Bodenfeuchte, Temperatur, pH-Wert und Nährstoffstatus ab. Im Labor erfasst man Menge und Aktivität der Mikroben über die mikrobielle Biomasse und die Basalatmung. Einiges davon steuerst du im Alltag selbst. Ich lasse fein zerkleinertes Schnittgut auf der Fläche liegen, weil es sich zersetzt und dabei Nährstoffe an den Rasen zurückgibt.

Bei verdichteter Oberfläche kann Aerifizieren helfen, wenn du die Löcher anschließend mit Rasensand verfüllst. Der Sand bildet durchlässige Kanäle und unterstützt die Belüftung, eine tiefgründige Verdichtung behebt er aber nicht. Wie du dabei vorgehst, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Vertikutieren und Aerifizieren.

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Mykorrhiza im Rasen: Symbiose ja, Garantie nein

Mykorrhizapilze besiedeln die Wurzeln und den Boden rund um sie herum. Sie unterstützen ihre Wirtspflanze dabei, Nährstoffe aufzunehmen. Mit genau diesem Effekt werben Rasenerden, die Mykorrhiza enthalten. Ob die Pilze aus einem Produkt in deinem Boden tatsächlich Wurzeln besiedeln, ist eine eigene Frage.

Zahl im Blick

28 handelsübliche Mykorrhizaprodukte wurden in kontrollierten Gewächshausversuchen geprüft. Bei rund 84 % davon kam die gewünschte Wurzelbesiedlung nicht zustande.

Die Hilfe bei der Nährstoffaufnahme setzt voraus, dass der Pilz die Wurzeln besiedelt, und genau das blieb bei den meisten geprüften Produkten aus. Mit dem Sack kaufst du also nicht automatisch die Symbiose.

Deshalb kürze ich die Düngung wegen eines Mykorrhiza-Zusatzes nicht. Was dem Boden fehlt, zeigt die Bodenuntersuchung und nicht das Etikett. Willst du ein Produkt ausprobieren, nimm die Aufwandmenge von der Packung und behandle zuerst nur eine Teilfläche.

Marias Erfahrung

Für solche Tests stecke ich zwei gleich große Teilflächen mit einer Schnur ab. Nur eine bekommt den Zusatz, gemäht, gegossen und gedüngt werden beide gleich. Ich fotografiere beide vom selben Standpunkt aus und notiere Datum und Aufwandmenge im Gartenheft.

Hydrogele: was ein Topfversuch zeigt und was nicht

Hydrogele sind Superabsorber, die im Boden Wasser binden sollen. Ein Topfversuch mit Sandboden lieferte ein positives Ergebnis. Ein Gemisch aus Superabsorber und Gesteinsmehl erhöhte dort die Grasbiomasse gegenüber unbehandeltem Boden.

Aus diesem Ergebnis lässt sich weder eine Aufwandmenge für deinen Rasen noch eine Einsparung beim Gießen ablesen. Über lehmige Böden sagt ein Versuch auf Sand ohnehin wenig.

Reine Sandböden speichern Wasser und Nährstoffe nur unzureichend, und der Topfversuch lief auf genau so einem Boden. Wenn ein Wasserspeicher-Zusatz für deinen Rasen infrage kommt, dann am ehesten auf Sand.

Für sandige Flächen gibt es außerdem den Weg über organische Substanz. Eine sandige Rasentragschicht sollte zur Wasserspeicherung 1 bis 3 Gewichts-% organische Substanz enthalten. Vor einer Neuansaat lassen sich leichte Böden durch gründliches Einarbeiten von geeignetem Oberboden und gut umgesetztem Kompost verbessern.

Mythos-Check

„Mit Hydrogel im Boden kann ich seltener gießen.“ Eine feste Einsparung lässt sich aus dem Topfversuch nicht ableiten. Ich gieße mit Zusatz genauso nach Kontrolle wie ohne und sehe nach dem Wässern mit dem Spaten nach, wie tief das Wasser gekommen ist.

Pflanzenkohle: Material und Herstellung entscheiden mit

Pflanzenkohle, oft auch Biokohle genannt, ist kein einheitlicher Stoff. Ihre Eigenschaften hängen vom Ausgangsmaterial und vom Herstellungsverfahren ab. Dazu kommt ihre hohe Sorption: Sie kann Nährstoffe binden und den Gräsern zeitweise vorenthalten. Ich frage deshalb beim Kauf nach, woraus und wie die Kohle hergestellt wurde.

Achtung

Weil Pflanzenkohle Nährstoffe zeitweise binden kann, rechne nach dem Einarbeiten nicht mit einer besseren Versorgung. Beobachte Farbe und Wuchs der Fläche und richte die Düngung nach der Bodenuntersuchung aus.

Zeolithe: nur mit Vergleichsfläche

Zeolithe werden als mineralische Speicher für Nährstoffe und Wasser angeboten. Willst du sie ausprobieren, gehst du vor wie bei Mykorrhiza: Aufwandmenge von der Packung, eine behandelte und eine unbehandelte Teilfläche, Düngung weiter nach Bodenuntersuchung.

Effektive Mikroorganismen: was der Laborversuch zeigt

Effektive Mikroorganismen, kurz EM, sind Mischungen lebender Mikroben, die das Bodenleben anregen sollen. In einem Laborversuch wurden sie zu Wickroggenmaterial gegeben. Die Temperatur lag dabei bei 12 °C. Weder die mikrobielle Biomasse noch die Löslichkeit der Nährstoffe veränderte sich nachweisbar.

Ein einzelner Laborversuch ist kein Rasen im Garten. Eine Wirkung, auf die du deine Pflege bauen kannst, zeigt er aber auch nicht.

Die Lebensbedingungen der Bodenorganismen hängen von Feuchte, Temperatur, pH-Wert und Nährstoffstatus ab, und die zugegebenen EM änderten im Versuch die mikrobielle Biomasse nicht nachweisbar. Wer mehr Bodenleben will, setzt deshalb bei diesen Bedingungen an. Zu ihnen gehört der pH-Wert, dessen Zielbereich für Rasen von der Bodenart abhängt und von 4,8 bis 6,3 reicht. Dazu gehört auch das organische Material, das Kompost dem Bodenleben liefert.

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Kompost: Mengen für bestehenden Rasen

Kompost liefert dem Bodenleben organisches Material und kann die Wasserleit- und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern. Er bringt aber auch Nährstoffe mit und kann den Boden bei fehlendem Bedarf überversorgen. Die Menge richtet sich deshalb nach der Situation.

Situation Menge Rahmen
Gelegentliche Gabe auf bestehendem Rasen etwa 3 bis 5 l/m² feiner RAL-Fertigkompost, Körnung 0/6 im Abstand von 3 bis 5 Jahren
Jährlich wiederkehrende Kompostdüngung etwa 2 l/m² Orientierungswert
Nährstoffarme Rasenfläche 5 l gesiebter Kompost je m² als Frühjahrsgabe zur Grundversorgung und Humuszufuhr

Solange ich den Nährstoffstand nicht kenne, wähle ich die gelegentliche Gabe, weil auch Kompost bei fehlendem Bedarf überversorgen kann. Ich verteile ihn nach dem Mähen und arbeite ihn mit dem Rechen in die Grasnarbe ein, bis die Halme wieder frei stehen.

Häufiger Fehler

Kompost wird gestreut und danach trotzdem die volle Düngermenge ausgebracht. Die Nährstoffe aus Kompost und anderen organischen Bodenverbesserern ziehst du vom ermittelten Düngerbedarf ab.

Düngung anpassen, wenn Zusätze im Boden sind

Die Nährstoffversorgung deines Rasens richtest du am Pflanzenbedarf und an der Bodenuntersuchung aus. Daran ändert ein Zusatz nichts.

Die Bodenprobe entnimmst du aus 0 bis 10 cm Tiefe, und das Standardpaket im Labor erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert. Bei einem in Gehaltsklasse D eingestuften Grundnährstoff genügt ein Düngeersatz von 50 % des erwarteten Entzugs. Wie du Probe und Gehaltsklassen liest, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Düngen.

Für die einzelnen Zusätze heißt das:

  • Mykorrhiza, Zeolith und EM: Eine pauschale Kürzung der Düngung lässt sich damit nicht begründen. Du düngst weiter nach Bodenuntersuchung.
  • Pflanzenkohle: Sie kann Nährstoffe zeitweise binden. Rechne deshalb nicht damit, dass die Kohle Dünger einspart.
  • Hydrogel: Für die Düngung lässt sich aus dem Topfversuch nichts ableiten.

Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung kann die Freisetzung dagegen stark ansteigen und den Bedarf überschreiten. Im Frühjahr erwärmt sich der Boden zudem langsamer als die Luft, sodass organisch gebundene Nährstoffe zunächst verzögert frei werden. Bei großer Hitze und Trockenheit regst du den Rasen nicht mit zusätzlicher Düngung zum Wachstum an, auch nicht mit Zusatz im Boden.

Ich notiere jede Gabe mit Datum und Menge im Gartenheft, egal ob Kompost, Dünger oder Zusatz.

Gießen anpassen: messen statt schätzen

Ob ein Zusatz das Wasserverhalten deines Bodens verändert, zeigt dir die Messung und nicht das Etikett. Ein Regenmesser erfasst den Niederschlag und hilft dir, den zusätzlichen Bedarf einzuschätzen. Miss außerdem, wie viel Wasser Schlauch, Brause oder Regner tatsächlich abgeben. Nach dem Wässern prüfst du mit dem Spaten die Eindringtiefe: Bei etabliertem Rasen soll das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich kommen.

Auf einer Testfläche mit Zusatz mache ich diese Spatenprobe immer auch auf der Vergleichsfläche daneben. Nimmt der Boden das Wasser nur langsam auf, gibst du die Menge in Teilgaben mit kurzen Versickerungspausen.

Eine mit Bodenfeuchtesensoren gesteuerte Bewässerung kann die Wassergaben bedarfsgerecht auslösen. Der Fühler muss dafür Boden und Feuchte seines Bewässerungskreises repräsentieren. Versorgt ein Kreis den ganzen Rasen, gehört der Fühler deshalb nicht in die Teilfläche mit Zusatz.

Örtliche Bewässerungsverbote und Einschränkungen gehen jeder allgemeinen Gießempfehlung vor. Die Mengen für Keimphase und etablierten Rasen stehen im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Gießen.

Zukunftsrasen: Tragschicht und Gräser vor dem Zusatz

Planst du einen Zukunftsrasen, der Trockenphasen besser verkraften soll, fängst du bei Bodenart, Tragschicht und Gräsern an. Für Hausrasen verbindet lehmiger Sand Belastbarkeit mit geringerem Bewässerungs- und Düngeaufwand als eine stark sandige Sportplatztragschicht. Als Richtwert für die Vegetationstragschicht einer Neuanlage gelten etwa 15 cm. Für die Einarbeitung in diese Tragschicht gelten 12 bis 18 l gütegesicherter Fertigkompost je m² als Richtwert.

Tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel und Wiesenschwingel können bei einer Neuanlage die Verträglichkeit trockener Bedingungen verbessern. Wann die Ansaat passt, zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für Rasen.

Wird ein etablierter Rasen bei Trockenheit braun, kann er nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Nachgesät wird erst dort, wo tatsächlich Pflanzen abgestorben sind und größere Lücken bleiben.

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Bevor du einen Zusatz kaufst

Mini-Checkliste

Die Bodenuntersuchung mit pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium liegt vor. Verdichtete Stellen hast du geprüft. Zusammensetzung und Aufwandmenge auf der Packung sind gelesen. Eine Vergleichsfläche ohne Zusatz ist abgesteckt. Nährstoffe aus Kompost und anderen organischen Bodenverbesserern sind im Düngeplan abgezogen. Die Spatenprobe nach dem Wässern ist eingeplant.

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Häufige Fragen

Verbessern Mykorrhiza-Pilze die Rasengesundheit?
Mykorrhizapilze besiedeln Wurzeln und den umliegenden Boden und unterstützen ihre Wirtspflanze bei der Nährstoffaufnahme. Ob ein gekauftes Produkt diese Besiedlung erreicht, ist offen: Von 28 geprüften handelsüblichen Produkten kam bei rund 84 % in kontrollierten Gewächshausversuchen die gewünschte Wurzelbesiedlung nicht zustande. Kürze die Düngung deshalb nicht pauschal, sondern richte sie nach der Bodenuntersuchung aus.
Welche Vorteile bieten Hydrogele in der Rasenerde?
Hydrogele sind Superabsorber, die im Boden Wasser binden sollen. In einem Topfversuch mit Sandboden erhöhte ein Gemisch aus Superabsorber und Gesteinsmehl die Grasbiomasse gegenüber unbehandeltem Boden. Eine Aufwandmenge oder eine feste Wassereinsparung für deinen Rasen lässt sich daraus nicht ableiten. Gieße deshalb weiter nach Kontrolle und prüfe mit dem Spaten, wie tief das Wasser eindringt.
Fördern effektive Mikroorganismen das Bodenleben im Rasen?
Als effektive Mikroorganismen in einem Laborversuch bei 12 °C zu Wickroggenmaterial gegeben wurden, ließ sich weder bei der mikrobiellen Biomasse noch bei der Nährstofflöslichkeit eine Veränderung nachweisen. Wie aktiv das Bodenleben ist, hängt von Bodenfeuchte, Temperatur, pH-Wert und Nährstoffstatus ab. An diesen Bedingungen setzt du an, etwa mit Kompost, der dem Bodenleben organisches Material liefert.
Wie wird eine Bodenanalyse vor der Rasensanierung durchgeführt?
Du mischst 10 bis 15 Einzelproben aus 0 bis 10 cm Tiefe unterhalb der Grasnarbe zu einer Mischprobe. Wurzeln und Pflanzenreste entfernst du, dann gehen rund 500 g Boden in einem sauberen, beschrifteten Kunststoffbeutel an das Labor. Das Standardpaket erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert, Humus, Salz, Spurennährstoffe und Schwermetalle lassen sich zusätzlich untersuchen. Nach dem Ergebnis wählst du Kalk- und Nährstoffgaben gezielt aus, bevor du über Zusätze entscheidest.
Was ist der Unterschied zwischen Rasensubstrat und herkömmlichem Gartenboden?
Für einen Hausrasen zählt vor allem die Bodenart der Tragschicht, nicht der Name auf dem Sack. Lehmiger Sand verbindet Belastbarkeit mit einem geringeren Bewässerungs- und Düngeaufwand als eine stark sandige Sportplatztragschicht. Reine Sandböden speichern Wasser und Nährstoffe nur unzureichend, während lehmige oder tonige Unterböden zur Verdichtung neigen. Als Richtwert für die Vegetationstragschicht einer Rasenanlage gelten etwa 15 cm.
Kann spezielle Rasenerde den Wasserverbrauch senken?
Eine feste Einsparquote lässt sich für Zusätze wie Hydrogel nicht angeben: Ein Topfversuch auf Sand zeigte mehr Grasbiomasse, über den Wasserverbrauch im Garten sagt das nichts. Eine sandige Rasentragschicht sollte zur Wasserspeicherung 1 bis 3 Gewichts-% organische Substanz enthalten, und Kompost kann die Wasserspeicherfähigkeit verbessern. Wie viel du gießen musst, zeigt die Kontrolle: Bei etabliertem Rasen soll das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich eindringen.
Welche Rolle spielt Smart Gardening bei modernen Rasenerden?
Eine mit Bodenfeuchtesensoren gesteuerte Bewässerung kann die Wassergaben bedarfsgerecht auslösen. Dafür muss der Fühler Boden und Feuchtigkeit seines Bewässerungskreises repräsentieren. Ein Regenmesser ergänzt die Steuerung, weil er den Niederschlag erfasst und den zusätzlichen Bedarf einschätzen hilft. Örtliche Bewässerungsverbote und Einschränkungen gehen jeder Automatik vor.
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