Rasen · Rasen · Anbau

Saatdichte beim Rasen: wie viel Gramm je m² du für welchen Rasentyp säst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für die Neuansaat mit einer passenden Regelsaatgutmischung gelten im Regelfall 25 g Saatgut je m².
  • Für viele übliche Hausrasen-Neuansaaten reichen 20–25 g je m²; maßgeblich bleibt die Aufwandmenge deiner Mischung.
  • Eine Herstellerreihe nennt für ihre Zier-, Spiel- und Gebrauchs-, Schatten- und Sommerrasenmischung bei der Neuanlage jeweils 25–35 g je m².
  • Zu viel Saat kann die Konkurrenz der Gräser verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen.
  • Der Regelwert gilt für die Ansaat; für die Reparatur beschädigter Stellen werden etwa 20 g je m² als Orientierung genannt.
  • Auf Blumenrasen und artenreiche Trockenrasen überträgst du den Regelwert nicht, dort zählt die Angabe der jeweiligen Mischung.

Bevor ich Rasen säe, lese ich die Aufwandmenge auf der Packung und wiege die Saat für die ganze Fläche ab. Mehr Saat bringt dabei keine zusätzliche Sicherheit, sie kann sogar schaden. Fällt die Saat dagegen ungleichmäßig oder unter der Angabe, können lückige Stellen entstehen. Welche Menge zu deinem Rasentyp passt, entscheidet vor allem die Mischung, die du wählst.

Wie viel Rasensaat brauchst du je Quadratmeter?

Für die Ansaat mit einer passenden Regelsaatgutmischung (RSM) bringst du im Regelfall 25 g Saatgut je m² aus. Für viele übliche Hausrasen-Neuansaaten reichen 20–25 g je m². Beide Angaben sind Orientierungswerte für die Neuanlage. Nennt deine Mischung eine eigene Aufwandmenge, gilt diese.

Kurz erklärt

Saatdichte, Saatmenge und Aufwandmenge meinen hier dasselbe: wie viel Gramm Saatgut auf einen Quadratmeter Fläche kommen. Die Gesamtmenge für deine Fläche ergibt sich aus der Fläche in Quadratmetern mal der Aufwandmenge je m².

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Saatdichte je Rasentyp: die Werte im Überblick

Den Rasentyp legst du über die Mischung fest. Ihre Auswahl richtet sich nach der vorgesehenen Nutzung der Fläche. Die Tabelle zeigt, welche Saatmengen für die Neuanlage genannt werden und worauf sie sich beziehen.

Rasentyp Saatmenge bei der Neuanlage Worauf sich der Wert bezieht
Rasen mit passender Regelsaatgutmischung im Regelfall 25 g/m² Regelwert für die Ansaat
Übliche Hausrasen 20–25 g/m² viele Neuansaaten; die Angabe der Mischung bleibt maßgeblich
Zierrasen 25–35 g/m² Herstellerangabe für eine als Zierrasen angebotene Mischung
Spiel- und Gebrauchsrasen 25–35 g/m² Herstellerangabe für eine Spiel- und Gebrauchsrasenmischung
Schattenrasen 25–35 g/m² Herstellerangabe für eine Schattenmischung
Sommerrasen 25–35 g/m² Herstellerangabe für eine Sommerrasenmischung
Blumenrasen, artenreicher Trockenrasen Angabe der jeweiligen Mischung Regelwert nicht übertragbar

Die Werte für Zier-, Spiel- und Gebrauchs-, Schatten- und Sommerrasen stammen aus derselben Mischungsreihe eines Herstellers. Diese Reihe nennt für alle vier Typen dieselbe Spanne. Der Rasentyp ändert dort die Saatmenge bei der Neuanlage also nicht, er entscheidet über die Mischung. Maßgeblich bleibt deshalb die Angabe auf der Mischung, die du kaufst.

Zierrasen

Zierrasen dient überwiegend der repräsentativen Wirkung. Ein dichter Zierrasen braucht feinblättrige Gräser. Achte beim Kauf darauf, dass deine Mischung solche Gräser enthält, und übernimm ihre Aufwandmenge.

Spiel- und Gebrauchsrasen

Spiel- und Gebrauchsrasen wählst du für Flächen, die regelmäßig betreten und bespielt werden. Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen. Für einen Sportrasen gilt dasselbe: Du nimmst die Aufwandmenge der belastbaren Mischung, die du dafür kaufst.

Schattenrasen

Für eine Schattenmischung nennt dieselbe Herstellerreihe bei der Neuanlage ebenfalls 25–35 g je m². In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden lässt sich auch mit Schattenrasenmischungen langfristig kein zufriedenstellender Rasen erhalten. Wer dort mit mehr Saat gegensteuert, ändert am Licht nichts und riskiert die Nachteile der Überdosierung, also verstärkte Konkurrenz und Pilzkrankheiten. Für dauerhaft schattige Bereiche kommen statt Rasen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.

Blumenrasen und artenreicher Trockenrasen

Blumenrasen und artenreiche Trockenrasen säst du mit eigenen Mischungen. Den Regelwert für Regelsaatgutmischungen überträgst du nicht auf sie, hier zählt allein die Angabe der jeweiligen Mischung. Unter Trockenrasen laufen zwei verschiedene Flächen, ein Gräserrasen und ein artenreicher Trockenrasen. Werte der einen Fläche überträgst du nicht auf die andere.

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Was die Saatmenge sonst beeinflusst

Boden

Ich halte mich auf jedem Boden an die Aufwandmenge der Mischung und verbessere stattdessen den Boden. Reine Sandböden speichern Wasser und Nährstoffe nur unzureichend, lehmige oder tonige Unterböden neigen zur Verdichtung. Schwere Lehmböden lassen sich mit Sand durchlässiger machen, sehr sandige Böden mit gut umgesetztem Grünkompost speicherfähiger. Wie du den Boden vor der Saat vorbereitest, steht im Abschnitt zu Standort und Boden unseres Rasen-Ratgebers.

Jahreszeit und Wetter

Günstige Zeitfenster für die Rasenaussaat liegen etwa von Mitte April bis Mitte Juni und von August bis Mitte September. Voraussetzung sind eine geeignete Bodentemperatur und ausreichend Feuchtigkeit. Im Herbst hilft die im Boden gespeicherte Wärme, und die Feuchtigkeit lässt sich leichter sicherstellen. Im Frühjahr kann dagegen stärkerer Unkrautdruck auftreten.

Eine Sommersaat gleiche ich nicht mit zusätzlicher Saat aus. Ich lege die Aussaat lieber in eines der Zeitfenster. Die keimende Saat braucht durchgehend Feuchtigkeit, denn trocknet sie aus, kann der Keimling absterben. Die günstigen Monate hast du mit dem Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken griffbereit.

Die Tücken der Saatdichte

Bei der Saatdichte kann es in beide Richtungen schiefgehen: zu viel Saat und zu wenig oder fleckig verteilte Saat.

Mythos-Check

„Lieber etwas mehr Saat, dann wird der Rasen dichter.“ Zu viel Rasensaat kann die gegenseitige Konkurrenz der Gräser verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Halte dich deshalb an die empfohlene Aufwandmenge deiner Mischung.

Bleibt die Saat unter der Angabe oder fällt sie ungleichmäßig, können lückige Stellen entstehen. In lückigen Rasenneuanlagen können Hirsearten keimen, wenn die Bodentemperatur über 20 °C liegt.

Verteile die Saat von Hand oder mit dem Streuwagen gleichmäßig in Längs- und Querrichtung. Kleine Flächen besäst du bei Windstille in zwei gekreuzten Arbeitsgängen von Hand.

Marias Erfahrung

Ich messe die Fläche mit dem Maßband aus und rechne die Gesamtmenge aus Fläche und Aufwandmenge. Die abgewogene Saat teile ich in zwei Hälften, eine für den Gang längs und eine für den Gang quer. Größere Flächen unterteile ich mit Schnüren in Felder, deren Größe ich kenne, und wiege für jedes Feld die passende Menge ab. So sehe ich unterwegs, ob ich zu schnell streue.

Häufiger Fehler

Den Regelwert der Neuansaat auf die Nachsaat übertragen. Die 25 g je m² gelten für die Ansaat mit einer passenden Regelsaatgutmischung. Für die Nachsaat gibt es eigene Angaben, die du im nächsten Abschnitt findest.

Saatmengen für Ausbesserungen und Nachsaat

Für die Reparatur beschädigter Rasenstellen werden als allgemeine Orientierung etwa 20 g Saatgut je m² genannt. Die Herstellerangaben für die Nachsaat zeigt die Tabelle.

Nachsaat mit Saatmenge je m²
allgemeiner Orientierung für Reparaturstellen etwa 20 g
Rasennachsaat nach einer Herstelleranleitung 20 g
Zierrasen- oder Sommerrasenmischung einer Herstellerreihe 20 g
Schattenmischungen 20–25 g, je nach Mischung

Prüfe vor der Nachsaat, ob die Gräser wirklich abgestorben sind. Ein nach Trockenheit brauner, etablierter Rasen kann nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Nachgesät wird deshalb erst in die Lücken, die danach bleiben. Weidelgrasbetonte Reparaturmischungen schließen solche Lücken zügig, weil sie schnell keimen und sich bestocken.

Wie du die Saatgutmenge für eine Nachsaat nach Lückenbild und Fläche ausrechnest, zeigt ein eigener Ratgeber. Den Ablauf findest du in der Anleitung, wie du eine Rasennachsaat von der Vorbereitung bis zum Vogelschutz durchführst. Nachsäen lässt sich bei feuchtwarmer Witterung von April bis September. Wann und wie du einen Gebrauchsrasen nachsäst, steht ebenfalls in einem eigenen Beitrag.

Einarbeiten und die ersten Wochen: kurz gefasst

Rasensaat wird je nach Mischung nur angedrückt oder flach eingearbeitet und danach leicht angedrückt, damit sie direkten Bodenkontakt bekommt. In der Keimphase darf die oberste Bodenschicht nicht austrocknen, auch wenn schon erste Halme zu sehen sind. Ein Gartenvlies kann die frische Fläche vor Vogelfraß schützen. Saattiefe und Keimung behandelt der Rasen-Ratgeber im Abschnitt zum Säen, die Wassermengen der Keimphase im Abschnitt zum Gießen.

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Häufige Fragen

Welche Saatdichte ist für Zierrasen richtig?
Für die Neuanlage mit einer als Zierrasen angebotenen Mischung nennt ein Hersteller 25–35 g Saatgut je m². Für viele übliche Hausrasen reichen 20–25 g je m², maßgeblich bleibt aber die Aufwandmenge deiner konkreten Mischung. Wähle eine Mischung mit feinblättrigen Gräsern, denn die braucht ein dichter Zierrasen.
Wie unterscheidet sich die Saatdichte bei verschiedenen Rasentypen?
Der Rasentyp bestimmt vor allem, welche Mischung du wählst, und die Mischung gibt die Saatmenge vor. Für die Neuansaat mit einer passenden Regelsaatgutmischung gelten im Regelfall 25 g je m². Eine Herstellerreihe nennt für ihre Zier-, Spiel- und Gebrauchs-, Schatten- und Sommerrasenmischung bei der Neuanlage einheitlich 25–35 g je m². Auf Blumenrasen und artenreiche Trockenrasen überträgst du den Regelwert nicht, dort gilt die Angabe der jeweiligen Mischung.
Braucht Schattenrasen mehr Saatgut als andere Rasentypen?
Eine Herstellerreihe nennt für ihre Schattenmischung bei der Neuanlage dieselbe Spanne wie für ihre anderen Rasentypen, nämlich 25–35 g je m². Halte dich an die Aufwandmenge deiner Mischung. In tiefem Schatten von Gehölzen oder Gebäuden lässt sich auch mit Schattenrasenmischungen langfristig kein zufriedenstellender Rasen halten. Dort kommen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.
Führen mehr Rasensamen automatisch zu dichterem Rasen?
Nein, nicht automatisch. Zu viel Rasensaat kann die gegenseitige Konkurrenz der Gräser verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Halte deshalb die empfohlene Aufwandmenge deiner Mischung ein und verteile sie gleichmäßig über die Fläche.
Welche Saatmenge wird für die Nachsaat empfohlen?
Als allgemeine Orientierung für die Reparatur beschädigter Rasenstellen werden etwa 20 g Saatgut je m² genannt. Für Schattenmischungen liegen die Herstellerangaben zur Nachsaat bei 20–25 g je m². Den Regelwert der Neuansaat überträgst du nicht auf die Nachsaat, maßgeblich ist die Angabe deiner Mischung.
Wann ist eine gute Zeit für die Rasenaussaat?
Günstige Zeitfenster liegen etwa von Mitte April bis Mitte Juni und von August bis Mitte September, sofern Bodentemperatur und Feuchtigkeit passen. Im Herbst hilft die im Boden gespeicherte Wärme, und du hältst die Saat leichter feucht. Im Frühjahr musst du eher mit stärkerem Unkrautdruck rechnen.
Muss ich bei einer Sommersaat mehr Rasensamen nehmen?
Halte dich auch im Sommer an die Aufwandmenge deiner Mischung, denn zu viel Saat kann die Konkurrenz der Gräser verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Wichtig ist, dass die keimende Saat durchgehend feucht bleibt, weil ein ausgetrockneter Keimling absterben kann. Leichter sicherstellen lässt sich diese Feuchtigkeit bei einer Herbstaussaat.
Wie verteile ich Rasensamen gleichmäßig?
Teile die abgewogene Saat in zwei Hälften und streue sie in gekreuzten Arbeitsgängen, einmal längs und einmal quer. Das geht von Hand oder mit dem Streuwagen, kleine Flächen lassen sich gut von Hand besäen. Säe bei Windstille, damit die Samen dort landen, wo du sie haben willst.
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