Rasen · Rasen · Anbau

Rasen nachsäen Schritt für Schritt: von der Bestandsaufnahme bis zum Vogelschutz

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Vor der Nachsaat klärst du, warum die Stelle kahl ist; brauner Rasen kann nach Trockenheit und ausreichendem Regen wieder austreiben.
  • Den Altbestand kurz mähen, den Filz längs und quer herausarbeiten und alles Material vollständig abräumen.
  • Eine Herstelleranleitung empfiehlt für die Nachsaat 20 g Saatgut je m², maßgeblich bleibt die Angabe deiner Mischung.
  • Die Saat in zwei Hälften längs und quer streuen, flach einarbeiten und leicht andrücken.
  • Keimende Saat ständig feucht halten und in der Keimphase alle 1 bis 2 Tage wässern.
  • Kleine nachgesäte Stellen schützt ein Gartenvlies vor Vogelfraß.

Eine kahle Stelle im Rasen bleibt selten lange leer: Wächst dort kein Gras nach, können sich andere Pflanzen im offenen Boden ansiedeln. Ich gehe eine Nachsaat deshalb immer in derselben Reihenfolge an. Erst kläre ich, warum die Lücke entstanden ist, dann bereite ich den Boden vor, säe, drücke an und halte die Keimlinge feucht. Genau so führt dich diese Anleitung durch die Arbeit, von der Bestandsaufnahme bis zum Schutz vor Vögeln.

Kurz erklärt

Bei der Nachsaat bringst du neue Grassamen in einen bestehenden Rasen, um Lücken und dünne Stellen zu schließen. Der vorhandene Rasen bleibt dabei stehen. Bei einer Neuanlage baust du dagegen die ganze Fläche neu auf.

Die Nachsaat im Überblick

Die Tabelle zeigt die acht Schritte auf einen Blick, die Abschnitte darunter erklären jeden davon.

Schritt Was du tust Worauf du achtest
1 Bestandsaufnahme Lücken abstecken, Ursache klären Braun ist nicht gleich abgestorben
2 Zeitpunkt und Mischung Termin bei feuchtwarmer Witterung, Mischung nach Nutzung wählen Keine ausgeprägte Trockenphase
3 Mähen und Filz entfernen Kurz mähen, längs und quer vertikutieren Schnittgut und Filz vollständig abräumen
4 Saatbett vorbereiten Kahlstellen aufrauen, Mulden füllen, Löwenzahn ausstechen Kalk nur nach Bodenuntersuchung
5 Säen Saat halbieren, längs und quer streuen Aufwandmenge der Mischung einhalten
6 Einarbeiten Flach einrechen, leicht andrücken Direkter Bodenkontakt
7 Wässern Keimende Saat ständig feucht halten Feine Brause, nichts wegspülen
8 Schützen Vlies auflegen, Stellen absperren Unter dem Vlies die Feuchte prüfen
Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Schritt 1: Lücken finden und ihre Ursache klären

Ich gehe vor jeder Nachsaat einmal langsam über den Rasen und stecke jede kahle Stelle mit einem Holzstab ab. Danach frage ich bei jeder Stelle, warum dort kein Gras mehr wächst. Säst du nach, ohne die Ursache abzustellen, wachsen die jungen Gräser unter denselben Bedingungen wie die alten.

Diese Ursachen kommen für Lücken infrage:

  • Tritt: Auf Wegen, vor Gartenbänken und auf Spielflächen wird der Boden fest getreten.
  • Licht: Unter Bäumen und an Hauswänden bekommt das Gras wenig Sonne.
  • Trockenheit: Ein brauner Rasen nach einem trockenen Sommer ist nicht zwangsläufig abgestorben.
  • Moos: Es kann durch Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden.
  • Nässe: Staunässe, kühl-feuchte Bedingungen und liegen gebliebenes Laub begünstigen winterliche Rasenpilzkrankheiten wie Schneeschimmel.
  • Rasenfilz: Eine Filzschicht solltest du spätestens ab 1 cm Dicke entfernen. Ich steche dafür mit dem Spaten ein kleines Stück aus und messe die Schicht mit dem Zollstock.

Aus der Runde ergeben sich drei Wege. Sind die Gräser nur braun, wartest du ab. Sind Pflanzen abgestorben und Lücken geblieben, säst du nach. Zieht sich der Schaden über große Teile der Fläche, prüfst du, ob eine Neuanlage zweckmäßiger ist. Dazu mehr im Abschnitt zur großflächigen Erneuerung.

Mini-Checkliste

Sind die Pflanzen abgestorben oder nur braun? Liegt die Stelle im tiefen Schatten? Ist der Boden dort festgetreten oder verfilzt? Steht nach Regen Wasser auf der Fläche? Erst wenn du die Ursache abstellen kannst, lohnt sich die Nachsaat.

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Schritt 2: Zeitpunkt und Mischung festlegen

Zeitpunkt: Rasennachsaat ist bei feuchtwarmer Witterung von April bis September möglich. Für eine Saat im Herbst spricht die gespeicherte Bodenwärme, außerdem lässt sich die Feuchtigkeit leichter sicherstellen, während im Frühjahr mehr Unkraut auflaufen kann. Welches Fenster zu deinem Garten passt, erklärt der Beitrag dazu, wann im Jahr sich die Nachsaat für einen bestehenden Rasen anbietet.

Mischung: Die Rasenmischung wählst du nach der Nutzung der Fläche, denn ein Spielrasen wird anders beansprucht als ein Zierrasen. Für schnellen Lückenschluss eignen sich weidelgrasbetonte Reparaturmischungen, weil sie schnell keimen und sich zügig bestocken. Welche Gräser Schatten oder Trockenheit vertragen, zeigt der Überblick über die vier Rasengräser und ihre Eigenschaften.

Schritt 3: Kurz mähen und Rasenfilz entfernen

Vor der Nachsaat mähst du den Altbestand kurz. Danach räumst du Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste vollständig von der Fläche. Ich mähe dafür mit Fangkorb und reche die Fläche anschließend noch einmal quer ab.

Dann kommt der Rasenfilz heraus. Mit dem Vertikutierer arbeitest du ihn erst längs, dann quer heraus und räumst das gelöste Material ab, bevor du säst. Stell die Messer so ein, dass sie den Filz durchtrennen und den Boden nur anritzen. Nach der ersten Bahn halte ich an und schaue nach, ob der Filz durchtrennt und der Boden nur angeritzt ist. Kleine Stellen kannst du auch mit einem Eisenrechen bearbeiten.

Nachgesäte Samen müssen direkten Kontakt zum Boden bekommen, und die Fläche soll vor der Saat frei von Schnittgut und Pflanzenresten sein. Jede Filzschicht, die liegen bleibt, liegt also genau zwischen Samen und Boden.

Braucht dein Rasen Nährstoffe, kannst du ihn etwa 14 Tage vor dem Vertikutieren bedarfsgerecht düngen. Wie du beide Arbeitsgänge zeitlich aufeinander abstimmst, zeigt der Beitrag, wie du Vertikutieren und Nachsaat sinnvoll kombinierst.

Schritt 4: Das Saatbett vorbereiten

Kahle Stellen und Mulden

Kahle Stellen rechst du mit einem Eisenrechen auf, bis die Oberfläche krümelig ist. Steine, Wurzeln und grobe Unkräuter sammelst du dabei heraus. Mulden und Löcher füllst du mit einer Mischung aus Sand und Kompost und ziehst die Oberfläche eben. Sand arbeitest du nur in ausreichend trockenen Boden ein, damit das Bodengefüge keinen Schaden nimmt.

Unkraut ausstechen

Löwenzahn stichst du vor der Nachsaat gezielt aus, weil der Mäher seine tiefe Pfahlwurzel nicht entfernt. Ich setze den Unkrautstecher dicht neben der Rosette an und hebele die Wurzel möglichst vollständig heraus. Das entstandene Loch füllst du mit Erde und besäst es gleich mit.

Kalk nur nach Bodenuntersuchung

Kalk streust du nur, wenn eine Bodenuntersuchung ihn verlangt. Die Untersuchung zeigt, ob der Boden unter- oder überversorgt ist, und damit, welche Kalk- und Nährstoffgaben nötig sind. Für die Probe stichst du Erde an 10 bis 15 Stellen der Fläche aus. Jede Einzelprobe stammt aus 0 bis 10 cm Tiefe. Du mischst die Proben gründlich und schickst rund 500 g davon zur Untersuchung ein.

Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, kalkst du nicht. Die Zielbereiche je Bodenart findest du im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Mythos-Check

Moos im Rasen heißt nicht automatisch, dass Kalk fehlt. Moosarten wachsen auch auf alkalischen Böden, deshalb beweist Moos für sich allein weder sauren Boden noch Kalkbedarf. Ob du kalken musst, zeigt die Messung.

Verdichtete und sandige Stellen

Lehmige und tonige Unterböden neigen zur Verdichtung, reine Sandböden speichern dagegen Wasser und Nährstoffe nur unzureichend. Eine verdichtete Oberfläche kannst du aerifizieren und die Löcher anschließend mit Rasensand verfüllen. Die Belüftungslöcher reichen dabei bis etwa 10 cm in den Boden. Eine tiefgründige Verdichtung behebt das Aerifizieren allerdings nicht. Sehr sandige Stellen machst du mit gut umgesetztem Grünkompost speicherfähiger, den du gründlich einarbeitest. Genauer beschreibt der Beitrag, wie du sandige, lehmige und tonige Böden auf die Nachsaat vorbereitest.

Schritt 5: Die Saat ausbringen

Wie viel Saatgut du brauchst

Eine Herstelleranleitung empfiehlt für die Rasennachsaat 20 g Saatgut je m². Maßgeblich bleibt die Aufwandmenge auf der Packung deiner Mischung, und die hältst du ein. Zu viel Saat kann die Konkurrenz zwischen den Keimlingen verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Miss deine Lücken mit dem Zollstock aus und rechne die Fläche mit der Packungsangabe auf Gramm um. Ausführlicher steht im Beitrag, wie du die Saatmenge für deine Lücken ausrechnest.

Marias Erfahrung

Ich wiege die Saat für jede abgesteckte Stelle mit der Küchenwaage ab und fülle sie in zwei Becher. Den einen streue ich längs, den anderen quer. So sehe ich schon vor dem Streuen, wie viel Saat auf welche Stelle gehört.

So verteilst du die Saat gleichmäßig

Teil die abgewogene Saat in zwei Hälften. Die erste Hälfte streust du längs über die Stelle, die zweite quer dazu. Kleine Flächen besäst du von Hand und wartest dafür Windstille ab. Für größere Flächen nimmst du einen Streuwagen und fährst ihn ebenfalls in Längs- und Querbahnen.

Schritt 6: Saat einarbeiten und andrücken

Nachgesäte Rasensamen müssen direkten Kontakt zum Boden bekommen. Dafür arbeitest du sie flach ein: Zieh einen Rechen locker über die besäte Stelle, ohne die Samen zu vergraben. Für Rasensaat nennen Anleitungen je nach Anleitung eine Tiefe von etwa 0,5 bis 1 cm. Manche Mischungen werden gar nicht eingearbeitet, sondern nur angedrückt. Welcher Weg für deine Mischung gilt, steht auf der Packung.

Danach drückst du die Saat leicht an. Kleine Stellen trete ich über einem Brett fest, das ich Stück für Stück weiterlege. Größere Flächen fährst du mit einer leichten Rasenwalze ab.

Schritt 7: In der Keimphase wässern

Keimende Rasensamen brauchen ununterbrochen Feuchtigkeit, denn trocknen sie aus, kann der Keimling absterben. Die Nachsaat wässerst du deshalb wie jede keimende Rasensaat:

Phase Wassermenge je Gang Rhythmus
Erste drei Wochen der Keimung 5 l/m², bei Bedarf bis 10 l/m² alle 1 bis 2 Tage
Große Hitze zusätzlich kurz überbrausen an heißen Tagen

Gieß mit feiner Brause, damit das Wasser die Samen nicht wegspült. Mit dem Finger prüfe ich, ob die oberste Bodenschicht noch feucht ist.

Hör nicht auf, sobald die ersten Halme stehen. Deutsches Weidelgras keimt unter günstigen Bedingungen früher als Rotschwingel und die Rispen, und bei gemischten Ansaaten muss die obere Bodenschicht auch dann feucht bleiben, wenn schon erste Halme zu sehen sind. Wer beim ersten Grün mit dem Gießen nachlässt, lässt also genau die Gräser trocken, die noch im Boden keimen.

Wie oft und wie viel du in den späteren Phasen gießt, erklärt der Beitrag, wie oft und mit wie viel Wasser du frische Rasensaat gießt. Wann sich das erste Grün zeigt, hängt auch von den Gräsern der Mischung ab. Mehr dazu liest du unter wovon die Keimdauer nach der Nachsaat abhängt.

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Schritt 8: Vor Vögeln schützen und die Fläche schonen

Frische Saat lockt Vögel an. Kleine nachgesäte Stellen deckst du deshalb mit einem Gartenvlies ab und beschwerst die Ränder mit Steinen. Heb das Vlies beim Gießen kurz an und prüf, ob der Boden darunter feucht ist.

Danach braucht die Fläche Ruhe. Eine Herstelleranleitung nennt etwa 4 bis 6 Wochen, bis eine gut gepflegte Nachsaat wieder belastbar ist. Ich spanne bis dahin ein Flatterband um die frisch besäten Stellen.

Nach der Nachsaat: bis zum ersten Schnitt

Den ersten Schnitt nach der Nachsaat empfiehlt eine Herstelleranleitung bei etwa 10 cm Aufwuchshöhe. Gekürzt wird dann auf 5 bis 6 cm, und bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich. Schonung, ungleichmäßige Keimung und neue Kahlstellen behandelt der Beitrag, wie du nachgesäte Stellen bis zum Einwachsen pflegst.

Nachsaat bei Trockenheit oder Hitze

Braun heißt nicht tot. Ein etablierter Rasen, der in einer Trockenphase braun geworden ist, kann nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Nachgesät wird erst dort, wo Pflanzen tatsächlich abgestorben sind und größere Lücken bleiben. Ich warte deshalb den nächsten ausgiebigen Regen ab und schaue dann, wo sich wieder grüne Triebe zeigen.

Während einer ausgeprägten Trockenphase vertikutierst du nicht. Vertrockneten Gräserfilz entfernst du bei der Regeneration mit einem Eisenrechen, das ist schonender als ein Motorvertikutierer. Wer mitten in der Hitze vertikutiert, reißt also womöglich Gräser heraus, die nach dem nächsten Regen wieder ausgetrieben hätten.

Verbleibende Lücken kannst du nach sommerlicher Trockenheit im September oder Oktober nachsäen. Bei dieser Gelegenheit wählst du eine Mischung, die besser zu deinem Standort passt. Der grobblättrige Rohrschwingel gilt als hitze- und trockenheitsverträglich. Die schattentolerante Lägerrispe verträgt Trockenheit dagegen nur schlecht.

Keimt die Saat bei großer Hitze, überbraust du sie zusätzlich kurz. In Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich. Bedarfsgerecht versorgt wird der Rasen erst wieder, wenn ausreichend Feuchte zurück ist und er sichtbar wächst.

Achtung

In warmem Boden keimt nicht nur Rasen. Hirsearten können bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen keimen. Schau dir sommerliche Nachsaaten deshalb genau an und zieh auflaufende Ungräser früh heraus.

Sonderfälle: Schatten, Hang und stark genutzte Flächen

Im Schatten

Im Schatten säst du mit einer Schattenmischung nach, deren Nachsaatmengen je nach Mischung bei 20 bis 25 g je m² liegen. Nach erfolgreicher Nachsaat mähst du dort auf etwa 6 bis 7 cm Schnitthöhe. Im tiefen Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält sich aber auch mit Schattenmischungen langfristig kein zufriedenstellender Rasen; dort kommen statt jährlicher Nachsaat Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.

Am Hang

Am Hang können Regen und Gießwasser frische Samen nach unten spülen. Rech die Saat deshalb quer zum Gefälle ein und gieß mit feiner Brause. Matten aus Kokosfasern oder Jute können die Saat zusätzlich an Ort und Stelle halten.

Auf Spielflächen und Trampelpfaden

Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen. Für schnellen Lückenschluss eignet sich Ausdauerndes Weidelgras, weil es sich schnell regeneriert. Es läuft als Orientierung innerhalb von 7 bis 15 Tagen auf. Ist der Boden dort festgetreten, lockerst du ihn vorher, wie beim Saatbett beschrieben. Danach sperrst du die Stelle ab, bis sie wieder belastbar ist.

Großflächige Rasenerneuerung: Nachsaat oder Neuanlage?

Ziehen sich Lücken über den ganzen Rasen, klärst du zuerst, ob eine Nachsaat noch reicht. Eine Herstellerfaustregel rät zur Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium wie Unkraut, Kahlstellen, unerwünschten Gräsern oder Unebenheiten mehr als 50 % der Fläche betroffen sind. Besteht der Rasen zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Wie du abwägst, erklärt der Beitrag, ob eine Nachsaat reicht oder eine Neuanlage sinnvoller ist.

Reicht die Nachsaat, arbeitest du in Abschnitten. Teil die Fläche so ein, dass du jeden Abschnitt am selben Tag mähen, vertikutieren, besäen und wässern kannst. Ich markiere mit einer gespannten Schnur, bis wohin ich gesät habe. Gemäht, vertikutiert und abgeräumt wird genauso wie auf kleinen Stellen: erst kurz mähen, dann den Filz längs und quer herausarbeiten und alles abräumen.

Das Saatgut verteilst du mit dem Streuwagen, mit halber Menge erst längs und dann quer. Angedrückt wird mit einer leichten Rasenwalze. Für sehr große Flächen kann sich eine gemietete Nachsaatmaschine lohnen. Zum Wässern stellst du einen Rasensprenger mit feinem Strahl so auf, dass er jeden frisch besäten Abschnitt erreicht.

Typische Fehler bei der Nachsaat

Typische Fehler sind zu dicht ausgebrachte Saat, ein Saatbett, das in der Keimphase austrocknet, und Vertikutieren mitten in einer Trockenphase. Zu dichte Saat kann Pilzkrankheiten begünstigen, und trocknet der Boden aus, können Keimlinge absterben. Eine Übersicht mit Folgen und Abhilfe findest du unter was bei Nachsaat und Nachpflege typischerweise schiefgeht.

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Langfristig: Pflege und Nachsaatplanung

Für die laufende Pflege gilt: Bei jedem Mähgang schneidest du höchstens ein Drittel der Wuchshöhe ab. Rasenfilz entfernst du spätestens ab einer Schichtdicke von 1 cm. Wie du über das Jahr mähst, düngst und gießt, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Pflege im Jahreslauf.

Für die Nachsaatplanung führe ich eine einfache Liste. Ich gehe im Frühjahr und im Spätsommer über den Rasen und notiere, wo Lücken entstehen. Kehrt eine Lücke an derselben Stelle wieder, suche ich zuerst die Ursache, bevor ich wieder säe.

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Häufige Fragen

Was versteht man unter Rasennachsaat und warum ist sie notwendig?
Bei der Rasennachsaat bringst du neue Grassamen in einen bestehenden Rasen, um kahle oder dünn gewordene Stellen zu schließen. Nötig wird sie, wenn Pflanzen tatsächlich abgestorben sind und Lücken bleiben, etwa nach Trittschäden oder einem trockenen Sommer. Ein nach Trockenheit brauner Rasen kann nach ausreichendem Regen aber wieder austreiben, deshalb wartest du vor der Nachsaat den nächsten ausgiebigen Regen ab.
Wie bereitet man den Boden für die Rasennachsaat richtig vor?
Du mähst den Altbestand kurz und räumst Schnittgut sowie abgestorbene Pflanzenreste vollständig ab. Danach arbeitest du den Rasenfilz längs und quer heraus und rechst kahle Stellen auf, bis die Oberfläche krümelig ist. Löwenzahn stichst du aus, Mulden füllst du auf, und gekalkt wird nur, wenn eine Bodenuntersuchung es verlangt.
Welche besonderen Herausforderungen gibt es bei der Nachsaat in schattigen Bereichen?
Im Schatten säst du mit einer Schattenmischung nach, deren Nachsaatmengen je nach Mischung bei 20 bis 25 g je m² liegen. Nach erfolgreicher Nachsaat mähst du dort auf etwa 6 bis 7 cm Schnitthöhe. Im tiefen Schatten von Gehölzen oder Gebäuden hält sich aber auch mit Schattenmischungen langfristig kein zufriedenstellender Rasen. Dort kommen Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien infrage.
Wie führt man eine großflächige Rasenerneuerung durch?
Zuerst prüfst du, ob eine Nachsaat noch reicht: Eine Herstellerfaustregel rät zur Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium wie Unkraut oder Kahlstellen mehr als 50 % der Fläche betroffen sind. Reicht die Nachsaat, teilst du die Fläche in Abschnitte, die du jeweils am selben Tag mähen, vertikutieren, besäen und wässern kannst. Das Saatgut verteilst du mit dem Streuwagen in Längs- und Querbahnen und drückst es mit einer leichten Rasenwalze an.
Worin unterscheiden sich Vertikutieren und normales Rasenmähen bei der Vorbereitung?
Beim Mähen kürzt du nur die Halme des Altbestands. Der Vertikutierer durchtrennt dagegen den Rasenfilz und ritzt den Boden an, damit die Samen später direkten Bodenkontakt bekommen. Du mähst zuerst kurz, vertikutierst dann längs und quer und räumst Schnittgut und Filz vollständig ab.
Welche häufigen Fehler sollten bei der ersten Mahd nach der Rasennachsaat vermieden werden?
Mäh nicht zu früh: Eine Herstelleranleitung empfiehlt den ersten Schnitt nach der Nachsaat bei etwa 10 cm Aufwuchshöhe. Gekürzt wird dann auf 5 bis 6 cm und nicht tiefer. Nimm einen Mäher mit scharfem Messer, damit die jungen Gräser sauber geschnitten und nicht herausgerissen werden.
Warum ist eine gleichmäßige Verteilung bei der Rasensaat so wichtig?
Wo zu viel Saat liegt, kann die Konkurrenz zwischen den Keimlingen zunehmen, und Pilzkrankheiten werden begünstigt. Wo zu wenig liegt, bleiben Lücken offen. Teil das Saatgut deshalb in zwei Hälften und streu die eine längs, die andere quer; kleine Flächen besäst du bei Windstille von Hand.
Stimmt es, dass Rasennachsaat nur im Frühjahr durchgeführt werden sollte?
Nein, Rasennachsaat ist bei feuchtwarmer Witterung von April bis September möglich. Für den Herbst sprechen die gespeicherte Bodenwärme und eine leichter sicherzustellende Feuchtigkeit, im Frühjahr kann dagegen mehr Unkraut auflaufen. Lücken, die nach einem trockenen Sommer bleiben, kannst du auch im September oder Oktober nachsäen.
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