Kakteen und Sukkulenten: Woran du sie unterscheidest und was sie verbindet
- Sukkulenz ist eine Eigenschaft und keine Pflanzenfamilie: Pflanzen vieler Familien speichern Wasser, die Kakteen sind eine davon.
- Kakteen erkennst du an den Areolen, kleinen Polstern aus stark verkürzten Seitentrieben, an denen die Dornen sitzen.
- Kakteendornen sind umgebildete Blätter, und Pereskien tragen als Kakteen sogar voll entwickelte Laubblätter.
- Kaktusähnliche Euphorbien sind keine Kakteen und können stark haut- und schleimhautreizenden Milchsaft enthalten.
- Sukkulenten gießt du im Wachstum durchdringend und erst wieder, wenn die oberen 2 bis 3 cm abgetrocknet sind.

Auf dem Etikett steht „Sukkulente“, im Topf sitzt etwas Stacheliges, und schon stellt sich die Frage nach der richtigen Pflege. Ein Weihnachtskaktus darf das ganze Jahr über nicht vollständig austrocknen. Ein Wüstenkaktus bekommt dagegen im Winter eine trockene Ruhezeit. Manche kaktusähnliche Euphorbie enthält zudem Milchsaft, der Haut und Schleimhäute stark reizen kann. Wenn ich eine neue Pflanze bekomme, drehe ich den Topf deshalb langsam im Licht und suche die kleinen Polster, auf denen die Dornen sitzen.
Die kurze Antwort auf die Frage nach SukkulentenSukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in verdickten Blättern, Trieben oder Wurzeln speichern und so längere Trockenzeiten überdauern. Der Begriff beschreibt eine Anpassung im Körperbau, keine einzelne Pflanzenfamilie. und Kakteen lautet: Jeder typische Kaktus ist eine Sukkulente, aber längst nicht jede Sukkulente ist ein Kaktus.
Sind Kakteen Sukkulenten?
Sukkulenz bezeichnet die Fähigkeit einer Pflanze, Wasser zu speichern. Diese Fähigkeit kommt in ganz unterschiedlichen Pflanzenfamilien vor, und die Kakteen sind eine davon. Das Wort Kaktus beschreibt also eine Verwandtschaft, das Wort Sukkulente eine Bauweise.
Zu den Sukkulenten gehören deshalb auch Pflanzen aus ganz anderen Familien. Aloe-Arten speichern Wasser in ihren Blättern, der Elefantenfuß Beaucarnea recurvata in seinem Stamm. Afrikanische sukkulente Wolfsmilchgewächse sehen amerikanischen Kakteen sogar zum Verwechseln ähnlich.
Selbst der Satz „Alle Kakteen sind Sukkulenten“ hat eine Ausnahme. Pereskien gehören zu den Kakteen, tragen aber voll entwickelte Laubblätter und besitzen noch keinen ausgeprägten wasserspeichernden Stamm. Weil Sukkulenz das Speichern von Wasser meint und den Pereskien genau dieser Speicherstamm fehlt, ist ein dicker Körper kein sicheres Kakteenmerkmal. Verlässlich sind die Areolen.
Was macht Kakteen und Sukkulenten so besonders?
Das Besondere an beiden Gruppen liegt im Umgang mit Wasser. Sukkulente Pflanzen speichern es je nach Art in Blättern, Wurzeln oder im Stamm. Eine kompakte Gestalt mit relativ kleiner Oberfläche vermindert zusätzlich die Verdunstung.
Bei vielen Kakteen kommt der CAM-Stoffwechsel hinzu. Dabei nehmen die Pflanzen Kohlendioxid nachts auf. Tagsüber nutzen sie es für die PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben., während die Spaltöffnungen geschlossen bleiben.
In ihrer Heimat sind große Kakteen auch Lebensraum für Tiere. Der Gilaspecht baut Nisthöhlen in Saguaro-Kakteen, und verlassene Höhlen nutzt auch der Elfenkauz. Verschiedene Kakteenarten zählen zudem zu den geschützten Arten, deren internationalen Handel das Washingtoner Artenschutzübereinkommen regelt.
Was haben Kakteen und Sukkulenten gemeinsam?
Ähnliche Formen aus getrennten Familien
Dass afrikanische Wolfsmilchgewächse und amerikanische Kakteen sich so ähneln, hat einen klaren Grund. Die Ähnlichkeit beruht auf Anpassungen an Trockenheit, die unabhängig voneinander entstanden sind. Botanisch spricht man von konvergenter Entwicklung: Ähnliche Lebensbedingungen haben in getrennten Familien ähnliche Formen hervorgebracht.
Gleiche Grundregeln in der Pflege
Auch in der Pflege gelten für beide Gruppen dieselben Grundregeln:
- Erde: Kakteensubstrat soll gut wasserdurchlässig und nicht stark kalkhaltig sein, Sukkulentenerde locker und gut wasserdurchlässig.
- Licht: Sukkulenten einschließlich der Kakteen brauchen je nach Herkunft und Art halbschattige bis sonnige Plätze.
- Gießen: Als Orientierung gießt du im Wachstum durchdringend und erst wieder, wenn die oberen 2 bis 3 cm Substrat trocken sind. Das gilt für trockenheitsangepasste Kakteen ebenso wie für andere sukkulente Topfpflanzen.
- Frühjahr: Nach der Winterruhe gewöhnst du beide langsam an direkte Sonne.
- Winter: Bei weniger Licht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn der Raum warm bleibt.
Weil die Gießprobe und der Anspruch an durchlässige Erde bei trockenheitsangepassten Kakteen und anderen Sukkulenten übereinstimmen, kannst du viele von ihnen nach demselben Grundschema pflegen. Abweichungen ergeben sich je nach Herkunft und Art.
Worin unterscheiden sich Kakteen und andere Sukkulenten?
Der grundlegende Unterschied ist botanisch. Kakteen bilden eine eigene Familie, die Kakteengewächse oder Cactaceae, während Sukkulenz eine Eigenschaft vieler Familien ist. An der Pflanze selbst zeigt sich der Unterschied vor allem an Areolen, Dornen und Blättern.
Areolen: das Erkennungszeichen der Kakteen
Areolen sind kleine Polster auf dem Kakteenkörper, die aus stark verkürzten Seitentrieben hervorgehen. Für Kakteen sind sie charakteristisch, und an ihnen sitzen die Dornen. Beim Bestimmen schaue ich deshalb zuerst, ob die Dornen auf solchen Polstern stehen.
Kaktus oder andere Sukkulente?
- Sitzen die Dornen auf kleinen Polstern? Dann spricht das für einen Kaktus.
- Trägt die Pflanze Areolen und zugleich voll entwickelte Laubblätter? Dann kann es eine Pereskie sein.
- Hat sie keine Areolen und speichert sichtbar in dicken Blättern wie die Aloe? Dann ist es eine andere Sukkulente.
- Ist sie als Euphorbie etikettiert und sieht trotzdem aus wie ein Kaktus? Dann arbeitest du an ihr nur mit Handschuhen.
Dornen statt Blätter
Kakteendornen entstehen aus Blattanlagen und sind damit umgebildete Blätter. Bei einigen Kakteen können besondere Oberflächenstrukturen der Dornen sogar Wassertropfen sammeln und nach oben transportieren. Viele andere Sukkulenten behalten dagegen ihre Blätter und speichern darin Wasser, Aloe-Arten zum Beispiel. Beim Elefantenfuß liegt der Speicher im Stamm.
Kaktus oder Euphorbie?
Kaktusähnliche Euphorbien gehören zu den Wolfsmilchgewächsen. Von Weitem lassen sie sich mit Säulen- oder Kugelkakteen verwechseln, im Umgang macht der Unterschied aber viel aus.
„Was stachelig ist und wie eine Säule wächst, ist ein Kaktus.“ Das stimmt nicht. Eine kaktusähnliche Form kann auch eine Euphorbie bedeuten, verlässlich für Kakteen sind die Areolen.
Kaktusähnliche Euphorbien können einen stark haut- und schleimhautreizenden Milchsaft enthalten. Ich trage beim Umtopfen und Schneiden solcher Pflanzen Handschuhe. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktierst du unverzüglich ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe und löst kein Erbrechen aus. Ein Haustier bringst du bei Vergiftungsverdacht sofort in eine tierärztliche Praxis und nimmst verdächtige Pflanzenreste mit.
Formen und Blüten: die Vielfalt der Kakteen und Sukkulenten
Kakteen: Säulen, Kugeln und flache Glieder
Bei den Kakteen reicht die Spanne von mächtigen Säulen wie dem Saguaro über Kugelformen bis zu flachen, gegliederten Trieben. Feigenkakteen besitzen ein flaches Wurzelsystem. Weihnachts- und Osterkakteen zeigen, wie verschieden Kakteen sein können. Als tropische Blattkakteen gehören diese Pflanzen nicht in die pralle Sonne, und sie dürfen ganzjährig nicht vollständig austrocknen.
Sukkulenten: Blattspeicher, Stammspeicher, Kaktusformen
Bei den übrigen Sukkulenten prägt der Ort des Wasserspeichers die Gestalt. Aloe-Arten tragen dicke Speicherblätter, Echeverien bilden RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz. aus fleischigen Blättern. Der Elefantenfuß legt seinen Vorrat im Stamm an. Kaktusähnliche Euphorbien schließlich ähneln Säulen- und Kugelkakteen, ohne zur selben Familie zu gehören.
Kakteenblüten: oft nur für eine Nacht
Die einzelne Blüte von Selenicereus grandiflorus, der Königin der Nacht, öffnet sich nur für eine Nacht und verblüht am Morgen. Bis eine solche Pflanze blüht, braucht sie Zeit: Blühreife ist zu erwarten, wenn die Triebe etwa daumendick und mindestens 1 m lang sind. Auch die weißen, duftenden Blüten der Drachenfrucht Hylocereus undatus öffnen sich meist für eine Nacht. Mit ihnen lockt die Pflanze Motten oder Fledermäuse zur Bestäubung an.
Bei Feigenkakteen übernehmen meist Bienen die Bestäubung. Die Bienen suchen am Griffel entlang nach Pollen und begünstigen so den Pollentransfer. Ein Besucher wird allerdings erst zum Bestäuber, wenn er Pollen auf eine Narbe überträgt. Wie Kakteen und Insekten bei Anlockung, Bestäubung und Schutz zusammenarbeiten, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Beim Weihnachtskaktus begünstigen kurze Tage die Blütenbildung. Wie du Kakteen zum Blühen bringst und welche Art wann blüht, erklärt ebenfalls ein eigener Ratgeber.
Was der Unterschied für die Pflege bedeutet
Für die Pflege zählt weniger die Familie als die Herkunft einer Pflanze. Ein Kaktus aus der Halbwüste und ein Weihnachtskaktus brauchen ganz Verschiedenes. Eine Aloe vera verlangt dagegen beim Licht ähnlich viel wie ein sonnenliebender Kaktus.
| Anspruch | Wüsten- und Halbwüstenkakteen | Weihnachts- und Osterkakteen | Andere Sukkulenten |
|---|---|---|---|
| Licht | heller Fensterplatz als Richtwert für sonnenliebende Arten | als tropische Blattkakteen vor praller Sonne schützen | je nach Herkunft und Art halbschattig bis sonnig |
| Gießen im Wachstum | durchdringend, erneut erst bei trockenen oberen 2 bis 3 cm | nie vollständig austrocknen lassen | durchdringend, erneut erst nach Abtrocknen der oberen 2 bis 3 cm |
| Winter | trockene Winterruhe bei etwa 8 bis 12 °C, die die Blüte fördern soll | auch in der Ruhezeit nicht vollständig austrocknen lassen | kühle Winterruhe für geeignete Arten, Empfehlungen von 8 bis 12 °C bei trockener Herkunft bis 10 bis 14 °C in allgemeinen Pflegehinweisen |
Die Winterwerte gelten für Arten, die eine kühle Ruhe vertragen, und sind keine pauschale Regel für alle Kakteen.
Boden: Welche Erde brauchen Sukkulenten?
Sukkulenten brauchen eine lockere, gut wasserdurchlässige Erde. Gut geeignet ist ein Substrat mit mineralischen Bestandteilen wie Blähton, Lava oder Bims, ergänzt um organische Komponenten. Lava und Bims verbessern dabei die StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten., und eine strukturstabile Erde beugt Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. im unteren Topfbereich vor. Mineralisch heißt trotzdem nicht trocken, denn Bims und Zeolith können Wasser speichern.
Beim Gefäß achtest du auf Folgendes:
- Der Topf braucht funktionsfähige Abzugslöcher.
- Ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und dadurch die Wurzeln zu schädigen.
- Ein unglasierter Tontopf verliert zusätzlich Wasser über seine poröse Wand, ein Kunststofftopf nicht. Durch sein höheres Eigengewicht kann Ton außerdem die Standfestigkeit verbessern.
Bevor ich frische Erde einfülle, prüfe ich, ob das Abzugsloch frei ist.
Die Zürcher Sukkulentensammlung nennt für den Austausch der Erde etwa 3 bis 5 Jahre. Nach dem Umtopfen empfiehlt sie eine Gießpause von 10 bis 14 Tagen, damit verletzte Wurzeln verheilen können.
Für Kakteen gilt Ähnliches, denn Kakteensubstrat soll gut wasserdurchlässig und nicht stark kalkhaltig sein. Welche Erde zu welchem Zimmerkaktus passt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Kakteen als Zimmerpflanzen pflegst.
Licht: Wie hell müssen Sukkulenten stehen?
Sukkulenten brauchen je nach Herkunft und Art halbschattige bis sonnige Plätze. Aloe vera verlangt wie sonnenliebende Kakteen mehr Licht als Kolbenfaden oder Einblatt. Bei der Platzwahl berücksichtigst du den Abstand zum Fenster und lichthemmende Vorhänge. Wie hell eine Stelle wirklich ist, misst ein Luxmeter direkt am geplanten Platz. Für eine Pflanzenlampe sind die artspezifische Lichtintensität und ein pflanzengeeignetes Spektrum maßgeblich.
Im Winter wird es heikel, wenn wenig Licht auf zu viel Wärme trifft. Diese Kombination kann bei Zimmerpflanzen Blattfall verursachen. Welche Arten mit wenig Licht zurechtkommen, zeigt der Ratgeber über Kakteen und Sukkulenten für schattige Standorte.
Nach dem Winter kommt die Sukkulente sofort an die pralle Sonne. Gewöhne sie stattdessen langsam an direkte Sonne, bei Kakteen mit leichter Schattierung am Anfang. Kübelpflanzen, die aus dem Winterquartier ins Freie ziehen, stellst du zuerst schattig auf.
Sonnenliebende Zimmerkakteen stehen am hellen Fensterplatz, tropische Blattkakteen schützt du vor praller Sonne. Bei Lichtmangel und gleichzeitig zu viel Wasser können Kakteen ungewöhnlich lang wachsen und vergeilen. Mehr zu Standort und Arten steht im Ratgeber zu Kakteen als Zimmerpflanzen.
Gießen: Wann brauchen Sukkulenten Wasser?
Als allgemeine Orientierung gießt du sukkulente Topfpflanzen während des Wachstums durchdringend, sodass das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist. Erneut gegossen wird erst, wenn die oberen 2 bis 3 cm abgetrocknet sind. Überschüssiges Wasser darf bei den meisten Topfpflanzen nicht im Untersetzer bleiben. Einen allgemeingültigen Gießabstand gibt es nicht, weil sich Erden und klimatische Bedingungen unterscheiden.
Weil die Gießprobe nur die oberen 2 bis 3 cm erfasst und torffreie Erde oben schneller abtrocknen kann als unten, reicht der FingertestBeim Fingertest steckst du einen Finger in die Erde und fühlst, wie feucht sie unterhalb der Oberfläche noch ist. So erkennst du vor dem Gießen, ob Topf oder Beet wirklich Wasser braucht. dort allein nicht. Prüf bei torffreiem Substrat auch die Feuchte im unteren Bereich, zum Beispiel über das Gewicht des Topfes.
Ich gieße mit zimmerwarmem Regenwasser, weil kaltes oder hartes Leitungswasser empfindlichen Arten Probleme bereiten kann. Im Winter brauchen Zimmerpflanzen bei weniger Licht auch weniger Wasser, deshalb gießt du dann zurückhaltender.
Wirkt eine Sukkulente welk, obwohl die Erde nass ist, können durch Vernässung geschädigte Wurzeln die Ursache sein. Schlaffe Blätter können allerdings auch auf Trockenstress hindeuten, deshalb prüfst du zuerst die Erde. Steht der Ballen nass, entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter.
Weihnachts- und Osterkakteen sind die Ausnahme auf der Sukkulenten-Fensterbank. Diese Pflanzen sollen auch außerhalb der Wachstumszeit nicht völlig austrocknen.
Ich hebe meine Sukkulententöpfe vor und nach dem Gießen an. So vergleiche ich das Gewicht des frisch gegossenen mit dem des abgetrockneten Topfes. Zusätzlich fühle ich mit dem Finger in der oberen Erdschicht nach.
Bei trockenheitsangepassten Kakteen gilt im Wachstum dieselbe Gießprobe der oberen 2 bis 3 cm. Wasser im Untersetzer oder Übertopf schüttest du nach 10 Minuten weg, und gegossen wird vorzugsweise morgens. Wie oft und womit du Kakteen je nach Art und Jahreszeit gießt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Kakteen richtig bewässerst.
Beliebte Sukkulenten für Fensterbank und Büro
Für die Wohnung kommen Sukkulenten mit ganz verschiedenen Wasserspeichern infrage. Die Übersicht ordnet gängige Arten danach, wo sie ihr Wasser speichern, und nennt den Punkt, auf den du bei ihnen besonders achtest.
| Pflanze | Wasserspeicher | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Aloe vera | Blätter | viel Licht, ähnlich wie für sonnenliebende Kakteen |
| Echeverie | fleischige Blätter in einer Rosette | lockere, mineralische Erde und die Gießprobe |
| Geldbaum (Crassula ovata) | dicke Blätter | kein übergroßer Topf, ein Tontopf kann die Standfestigkeit verbessern |
| Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) | Stamm | durchdringend gießen, dann die oberen 2 bis 3 cm abtrocknen lassen |
| Kaktusähnliche Euphorbien | kaktusähnlicher Körper | Milchsaft kann Haut und Schleimhäute stark reizen, Handschuhe tragen |
| Weihnachts- und Osterkaktus | flache Triebglieder, botanisch ein Kaktus | nie vollständig austrocknen lassen, keine pralle Sonne |
Aloe vera steht bei mir als Zierpflanze am Fenster. Bei Echeverie und Geldbaum halte ich mich an das gemeinsame Grundschema für Sukkulenten: lockere, mineralische Erde, ein halbschattiger bis sonniger Platz und Gießen erst nach dem Abtrocknen der oberen Erdschicht.
Steht auf dem Etikett nur „Sukkulente“, frag beim Kauf nach der Herkunft der Pflanze. Bis du mehr weißt, startest du mit dem Grundschema und beobachtest, wie die Pflanze auf Licht und Wasser reagiert.
Düngen, Winterruhe und Vermehrung kurz gefasst
Düngen
Flüssigen Kakteendünger gibst du während des aktiven Wachstums mit dem Gießwasser und nie auf völlig trockenes Substrat. Ein Dünger mit geringerem Stickstoffanteil, der Phosphor und Kalium betont, ist für Kakteen günstiger als ein stark stickstoffbetonter. Die Grundregeln stehen im Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt dazu, wie du Zimmerpflanzen in der Wachstumsphase düngst.
Winterruhe
Die Temperaturen für die Winterruhe stehen in der Vergleichstabelle, eine pauschale Regel für alle Kakteen sind sie nicht. Für die Königin der Nacht werden zum Überwintern 14 bis 18 °C empfohlen, also deutlich mehr als für Wüstenkakteen. Wie ein Winterquartier für Zimmerpflanzen grundsätzlich aussieht, beschreibt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Ruhezeit und Überwinterung.
Vermehrung
Bei der Aussaat der Kakteen-Liebhaber-Mischung drückst du die Samen an und bedeckst sie nur ganz leicht mit Sand. Bis zur Keimung hältst du die Aussaat unter Folie oder Glas gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Mehr zu Aussaat und Vermehrung steht im Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Aussaat, Pflanzung und Vermehrung.
Kakteenarten, Gestaltung und Probleme kurz gefasst
Kakteenarten für den Einstieg
Welcher Kaktus zu dir passt, hängt vor allem davon ab, ob du ihm einen hellen Platz und bei Bedarf eine kühle Winterruhe bieten kannst. Gängige Zimmerkakteen mit ihren Ansprüchen stellt der Ratgeber zu Kakteen als Zimmerpflanzen vor.
Gestaltung drinnen und draußen
In eine gemeinsame Schale gehören nur Pflanzen mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe, deshalb setze ich einen Weihnachtskaktus nicht zur Aloe vera. In Berlin wachsen winterharte Opuntien und weitere Kakteengattungen im Freiland auf sonnigen, gut drainierten Beeten, teils unter einem Regendach gegen WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten.. Für Arrangements im Zimmer gibt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Pflege rund um die Blüte weitere Hinweise.
Schädlinge und Krankheiten
Woll- und Schmierläuse erkennst du bei Kakteen unter anderem an weißer Wachswolle am WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt., Spinnmilben werden durch warme, trockene Heizungsluft begünstigt. Unpassende Wasserversorgung kann bei Kakteen Wurzelfäule, Wachstumsstillstand oder ein Schrumpfen des Pflanzenkörpers verursachen. Wie du vorbeugst und kontrollierst, beschreibt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

