Blumen · Blumenzwiebeln & Knollen · Probleme

Biologischer Pflanzenschutz für Blumenzwiebeln: vorbeugen, absammeln, Nützlinge fördern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 14 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Biologischer Pflanzenschutz verzichtet auf chemisch-synthetische Mittel und setzt auf Vorbeugung, Kontrolle, Handarbeit und Nützlinge.
  • Vor dem Pflanzen jede Zwiebel prüfen: fest, trocken, glatthäutig und ohne weiche, kranke oder angefressene Stellen.
  • Lilienhähnchen sind 6 bis 8 mm lang und glänzend rot: Käfer absammeln und Blätter mit Eiern oder Larven entfernen.
  • Bei Gladiolenthripsen das Laub im Herbst rechtzeitig kürzen, damit die Tiere nicht in ihre Winterquartiere an den Knollen wandern.
  • Beete mit Frühlingsblühern alle 2 Jahre im Herbst mit Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist versorgen; kalken nur nach gemessenem pH-Wert.
  • Jauchen und Brühen sind Hausmittel ohne Wirkzusage; pflanzliche Herkunft allein macht keinen Auszug zum erlaubten Pflanzenschutz.

Rote Käfer an den Lilien, silbrig gesprenkelte Gladiolenblätter, eine Tulpe, die verkrüppelt aus der Erde kommt: In solchen Momenten liegt der Griff zum Spritzmittel nahe. Ich setze früher an, bei der Zwiebel in meiner Hand, beim Boden und bei den Tieren, die ohnehin im Beet unterwegs sind. Keine dieser Methoden garantiert dir gesunde Pflanzen. Zusammen senken sie aber das Risiko für Fäulnis und Befall, und das ganz ohne chemisch-synthetische Mittel.

Was biologischer Pflanzenschutz bei Blumenzwiebeln bedeutet

Biologischer Pflanzenschutz verzichtet auf chemisch-synthetische Mittel. Du arbeitest stattdessen mit Vorbeugung, genauer Beobachtung, Handarbeit und den natürlichen Gegenspielern der Schädlinge. Ein steriles Beet ist dabei nicht das Ziel: Einzelne Läuse dürfen vorkommen, solange ihre Gegenspieler mitarbeiten.

Bei Blumenzwiebeln fängt das lange vor dem ersten Blatt an, denn viele Probleme sitzen in der Zwiebel selbst oder im Boden um sie herum. Staunässe im Winter kann Zwiebeln faulen lassen. Auf Tulpenzwiebeln können Pilz-Dauerkörper sitzen, und in weichen Narzissenzwiebeln können Maden der Narzissenfliege stecken.

Was du davon hast

Ein handfester Vorteil betrifft die Nützlinge. Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven und parasitierende Schlupfwespen gehören zu den natürlichen Gegenspielern von Blattläusen. Arbeiten sie schon an einer Kolonie, kann ein Eingriff überflüssig sein. Ein chemisches Mittel kann genau diese Helfer treffen. Wenn du bei den ersten Läusen spritzt, schwächst du also womöglich die Tiere, die dir den Eingriff erspart hätten.

Auch Bestäuber gehören ins Bild. Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse liefern Hummeln und Honigbienen früh im Jahr Nahrung. Ungefüllte Dahlien können Insekten im Sommer Pollen und Nektar bieten. Dein Zwiebelbeet ist für diese Besucher ein Futterplatz, an dem du keine Mittel ausbringen willst, die Insekten treffen können.

Für die Zwiebeln selbst zählt, dass Vorbeugung an den Ursachen ansetzt. Fäulnis durch Staunässe oder Schwitzwasser im Lager gehst du über Boden, Lagerung und Kontrolle an. Gesunde Pflanzenreste können als Kompost Humus und Nährstoffe ins Beet zurückführen, sodass der Kreislauf im Garten bleibt.

Marias Erfahrung

Bevor ich an einer verlausten Triebspitze etwas unternehme, suche ich sie nach Marienkäfern sowie nach Florfliegen- und Schwebfliegenlarven ab. Sitzen dort welche, lasse ich die Kolonie in Ruhe und sehe mir die Stelle beim nächsten Rundgang wieder an.

Was an Blumenzwiebeln auftreten kann

An Blumenzwiebeln können Fäulnis und Pilze wie Tulpenfeuer, Grauschimmel oder Fusarium auftreten. Dazu kommen Schädlinge wie Narzissenfliege, Lilienhähnchen, Gladiolenthripse, Schnecken und Wühlmäuse. Woran du die einzelnen Erreger erkennst und wie du bei Befall vorgehst, zeigt der Ratgeber dazu, welche Schädlinge und Krankheiten Blumenzwiebeln befallen.

Bei Tulpen prüfst du die Zwiebeln vor dem Setzen auf braune Flecken mit etwa 1 mm großen schwarzen Dauerkörpern, die auf Tulpenfeuer hindeuten können. Ein solcher Fund ist für sich allein keine sichere Diagnose, krankheitsverdächtige Zwiebeln sortierst du trotzdem aus.

Bei Narzissen können schlechter Austrieb und ausbleibende Blüte zusammen mit weichen, madenbesetzten Zwiebeln auf die Narzissenfliege hinweisen. Das Schadbild und das Vorgehen bei Befall beschreibt derselbe Ratgeber zu Schädlingen und Krankheiten.

Anzeigen

Vorbeugen: bei der Zwiebel und im Boden anfangen

Gesunde Zwiebeln auswählen und richtig lagern

Ich nehme jede Zwiebel vor dem Setzen einmal in die Hand und drücke sie leicht. Pflanzfähige Zwiebeln sind trocken, fest und glatthäutig. Zwiebeln mit weichen, kranken oder angefressenen Stellen sortierst du aus, ebenso geschrumpfte oder schimmelige. Weiche und matschige Exemplare kommen bei mir in den Hausmüll, nicht ins Pflanzloch.

Wenn gekaufte Zwiebeln von Frühlingsblühern bis zur Pflanzung warten müssen, lagerst du sie dunkel und luftig bei etwa 18 °C. Luftundurchlässige Beutel sind dafür ungeeignet, weil sich darin Schwitzwasser bildet, das Fäulnis begünstigt. Halte die Zwiebeln außerdem getrennt von Äpfeln, denn deren Reifegas Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern. Für Frühlingsblüher sind September und Oktober günstige Pflanzmonate, bei geeigneter Witterung geht es auch noch im November.

Mini-Checkliste

Ist die Zwiebel fest, trocken und glatthäutig? Fehlen weiche, schimmelige und angefressene Stellen? Liegen wartende Zwiebeln dunkel, luftig und fern von Äpfeln statt in einer geschlossenen Tüte?

Achtung

Narzissen enthalten in allen Pflanzenteilen giftige Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin. Nach dem Verschlucken können sie schwere Magen-Darm-Beschwerden verursachen, und Haut- oder Augenkontakt kann Reizungen auslösen. Bei der Kaiserkrone ist vor allem die alkaloidhaltige Zwiebel giftig. Ich trage beim Sortieren Handschuhe. Iss keine dieser Zwiebeln.

Standort und Bodenvorbereitung

Beim Standort zählt, dass Wasser abziehen kann, denn Nässe oder Staunässe im Winter kann im Herbst gepflanzte Zwiebeln faulen lassen. Bei schweren Böden wird eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies unter den Zwiebeln empfohlen. Welches Licht deine Art braucht und wie du das Beet herrichtest, steht im Überblick zu Standort und Boden für Blumenzwiebeln und Knollen.

Bodengesundheit fördern

Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Für Beete mit frühlingsblühenden Zwiebeln wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist empfohlen. Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Kompost zählt als Dünger, und bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten im Boden schränkst du ihn ein. Beim Pflanzen von Tulpen gehören Mist, Kompost und andere Dünger nicht direkt ins Pflanzloch.

Ob du kalkst, entscheidet der gemessene pH-Wert. Eine Kalkgabe ist nur sinnvoll, wenn er unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Ein zu hoher pH-Wert kann die Verfügbarkeit von Nährstoffen einschränken. Zeigerpflanzen geben dir Hinweise auf den Standort, ersetzen aber keine Nährstoff- und pH-Analyse.

Zahl im Blick

Für eine repräsentative Bodenprobe mischst du 10 bis 15 Teilproben, die über eine einheitlich genutzte Fläche verteilt sind, und schickst ungefähr 500 g davon zur Untersuchung. Als allgemeine Kompost-Obergrenze für Gartenboden gelten 2 bis 3 l je m² und Jahr, damit es nicht zu einer Phosphatüberversorgung kommt.

Im Boden arbeiten Mikroorganismen ohnehin mit. Organische Dünger stellen ihre Nährstoffe erst nach mikrobiellem Abbau bereit. Bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe setzen sie keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Ein durchlässiger, nicht vernässter Boden ist also auch die Voraussetzung dafür, dass Kompost und Mist ihre Nährstoffe abgeben können. Ich pflege dieses Bodenleben über Kompost, Mulch und eine lockere Struktur.

Eine organische Mulchdecke beschattet offenen Boden und vermindert die Verdunstung. Bei feuchter Witterung kann sie Nacktschnecken begünstigen, deshalb wägst du ihren Nutzen gegen mögliche Fraßschäden ab. Rasenschnitt lässt du vorher antrocknen und bringst ihn nur dünn aus, damit er nicht verklebt und fault.

Liegt eine Fläche länger unbewachsen, verbessert eine Gründüngung durch Durchwurzelung und Bodenbedeckung die Bodenstruktur. Blühende Phacelia liefert dabei zusätzlich Pollen und Nektar für Insekten.

Arten und Sorten passend zum Boden wählen

Was du steuern kannst, ist die Passung zwischen Art, Klasse und Standort. Tulpen brauchen lockeren, nährstoffreichen und durchlässigen Boden, weil anhaltende Nässe bei ihnen Fäulnis und Pilzbefall begünstigt. Tulpen reagieren außerdem empfindlicher auf nasse Böden als Narzissen. Auf einem feuchteren Gartenboden ist die Wahl von Narzissen statt Tulpen deshalb schon ein Stück Pflanzenschutz. Wildtulpen bevorzugen sonnige Plätze mit durchlässigem, im Sommer trockenem Boden.

Soll ein Tulpenbeet über Jahre bestehen, wählst du nach Ausdauer. Darwin-Hybriden, lilienblütige und Fosteriana-Tulpen gelten als relativ langlebig und blühfreudig. Einfache frühe Tulpen gelten als robust und im Garten gut ausdauernd. Triumph-Tulpen sind für dauerhaft wiederkehrende Pflanzungen weniger zuverlässig. Gefüllte späte Tulpen sind wegen ihrer dicht gefüllten Blüten regenempfindlich.

Für Bestäuber lohnen sich ungefüllte und geeignete halbgefüllte Blüten. Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar.

Beetwechsel und Partnerpflanzen

Nach Befall mit Tulpenfeuer oder Grauschimmel sollten Tulpen auf ein anderes Beet wechseln. Partnerpflanzen wie Blaustern zu Narzissen sind Gestaltung, verlass dich nicht darauf, dass sie Schädlinge oder Krankheiten fernhalten. Wann ein Beetwechsel ansteht und wie du Befall einordnest, beschreibt der Ratgeber zu Schädlingen und Krankheiten an Blumenzwiebeln.

Biologische Methoden gegen Schädlinge

Gegen Schädlinge gehst du in einer festen Reihenfolge vor: erst hinschauen, dann von Hand eingreifen, Nützlinge fördern und Barrieren setzen.

Absammeln, abspritzen, wegschneiden

Blattläuse sitzen an Zierpflanzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Die Läuse können Blätter kräuseln und Honigtau absondern, auf dem sich Rußtau bildet. Bei schwachem Befall kann Abspritzen mit einem Wasserstrahl als erste Maßnahme ausreichen. Ich halte dabei die freie Hand hinter den Trieb, damit er nicht abknickt. Beginnenden Befall an einzelnen Trieben entfernst du von Hand oder mit einem gezielten Schnitt.

Auch die Pflege spielt hinein. Wassermangel und stark stickstoffbetonte Düngung können einen stärkeren Blattlausbesatz begünstigen. Gieß bei Trockenheit durchdringend, bevor auch der Untergrund austrocknet, und verzichte auf stickstoffbetonte Gaben.

Nützlinge fördern, bevor du eingreifst

Insekten brauchen neben Blütennahrung auch Nist- und Überwinterungsplätze. Totholz-, Reisig- und Steinhaufen bieten Gartentieren Unterschlupf sowie Nist- und Überwinterungsplätze. Offene, warme und sonnige Bodenstellen nutzen bodennistende Wildbienen, sofern dort kein Wasser steht. Eine Pflanzenauswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot für Insekten.

Zwiebelblumen tragen ihren Teil dazu bei. Krokusse liefern Bienen und Hummeln im Frühjahr Pollen und Nektar. Kugelköpfiger Lauch bietet Bienen im Juli Nahrung. Wenn du Gehölze, Stauden und Zwiebelblumen kombinierst, verteilt sich das Blütenangebot über die Saison.

Gekaufte Nützlinge gezielt auszusetzen, ist im Freiland nur eingeschränkt sinnvoll. Dort betrifft es vor allem Nematoden gegen bestimmte Bodenschädlinge. Temperatur, Luft- oder Bodenfeuchte und Licht müssen dabei zur eingesetzten Art passen.

Barrieren gegen Schnecken und Wühlmäuse

Schneckenkragen können frisch ausgepflanzte Jungpflanzen schützen. Das gilt nur, solange keine überhängenden Pflanzenteile eine Brücke über die Barriere bilden. Schneckengefährdete Dahlien ziehst du in Töpfen vor, bevor sie ins Beet kommen.

Fraßgefährdete Zwiebeln setzt du gruppenweise in Drahtkörben in den Gartenboden. Ich markiere solche Stellen mit Stäben, damit ich beim Graben nicht hineinsteche. Auf Kaiserkronen als Abwehr verlässt du dich besser nicht, denn sie bieten keinen verlässlichen Schutz vor Wühlmäusen.

Fallen: was sie zeigen und was nicht

Gelbtafeln fangen in befallenen Zimmerpflanzen ausgewachsene, fliegende Trauermücken. Bei Zwiebeln, die du im Topf auf der Fensterbank ziehst, zeigen sie dir, ob Mücken unterwegs sind.

Mythos-Check

Bierfallen gelten als einfache Hilfe gegen Schnecken. Bierfallen können aber zusätzliche Schnecken aus der Umgebung anlocken und auch Nützlinge töten. Ich verzichte deshalb darauf und setze auf Schneckenkragen.

Jauchen, Brühen und Hausmittel einordnen

Brennnesseljauche, Knoblauch- oder Schachtelhalmbrühe, Schmierseife und Rapsöl werden oft gegen Läuse, Thripse oder Pilze empfohlen. Dem Knoblauch wird wegen seines Geruchs eine abschreckende Wirkung nachgesagt, der Brennnessel eine stärkende. Verlass dich beim Schutz deiner Blumenzwiebeln nicht auf diese Hausmittel.

Eine pflanzliche Herkunft macht einen Auszug außerdem nicht automatisch zu einem erlaubten Pflanzenschutz. Auch Auszüge aus Pflanzen werden wegen Risiken oder unerfüllter Anforderungen abgelehnt. Wo ein Stoff für den Pflanzenschutz genehmigt ist, sind Kulturpflanze, Schaderreger, Anwendungsart, Konzentration, Aufwandmenge und Wiederholungsabstand verbindlich.

Eine Pflanzenjauche ist vor allem ein Dünger für die Wurzeln. Der Nährstoffgehalt einer Jauche schwankt mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit. Einen allgemeingültigen Ausbringungstakt gibt es nicht, weil Nährstoffbedarf und Bodenvorrat die Anwendung bestimmen.

Kurz erklärt

Ein chemisches Pflanzenschutzmittel bleibt das letzte Mittel. Im Hausgarten kommt nur ein Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten infrage, und auch dann nur gegen den angegebenen Schaderreger, an den vorgesehenen Kulturen und nach Gebrauchsanleitung. Trag die vorgeschriebene Schutzkleidung, halte die Wartezeit ein und entsorge Reste wie angegeben. Bedenke, dass ein solches Mittel auch Nützlinge treffen kann.

Natürliche Methoden gegen Krankheiten

Nässe vermeiden, Luft an die Pflanzen lassen

Gegen Pilze arbeitest du vor allem über Feuchtigkeit und Luft. Grauschimmel zeigt sich an Zierpflanzen als grauer Sporenträgerrasen auf faulenden Pflanzenteilen. Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, trockene Pflanzen zur Nacht und Luftbewegung. Gieß deshalb morgens und direkt in den Wurzelbereich. Morgendliches Gießen lässt benetzte Blätter schneller abtrocknen, sodass deine Pflanzen eher trocken in die Nacht gehen.

Abgefallene Tulpenblütenblätter, die auf dem Laub kleben, sammelst du ab, weil sie bei Regen faulen können. Regelmäßige Sommerbewässerung benachbarter Pflanzen kann ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen. Setz deshalb keine stark wasserbedürftigen Sommerblumen direkt über Tulpen, die im Boden bleiben.

Hygiene: kranke Teile raus, Verletzungen vermeiden

Bei Dahlien beginnt die Hygiene schon beim Pflanzloch. Es muss die Knolle aufnehmen, ohne dass Teile abbrechen, weil frische Verletzungen Pilzen den Eintritt ermöglichen. Vor dem Einlagern darf in den hohlen Stängeln kein Wasser zurückbleiben, denn es begünstigt Fäulnis.

Fusarium oxysporum kann mit Substraten und Kulturgefäßen verbreitet werden und mit Dauersporen mehrere Jahre im Boden oder auf Kulturmaterial überdauern. Ich setze deshalb keine neuen Zwiebeln in die alte Erde eines Topfes, in dem Zwiebeln gefault sind.

An Anemonen können Blattälchen eckige, von Blattadern begrenzte gelbe bis braune Flecken verursachen. Bestätigt sich der Befall, entsorgst du die Pflanzen über den Hausmüll, kompostierst sie nicht und nimmst sie nicht zur Vermehrung.

Häufiger Fehler

Kranke Zwiebeln und befallenes Laub landen auf dem Kompost, weil sie ja organisch sind. Erreger können dort bei unzureichender Rottetemperatur überdauern. Material mit Wurzel- oder Stängelfäule, Welkeerkrankungen oder Virusbefall gehört nicht auf den Gartenkompost, ich entsorge es über den Hausmüll.

Anzeigen

Lilien und Gladiolen gezielt schützen

Lilien: Lilienhähnchen erkennen und absammeln

Das Lilienhähnchen erkennst du an seiner Farbe. Die erwachsenen Käfer sind 6 bis 8 mm lang, ihr Körper glänzt rot, Kopf, Fühler und Beine sind schwarz. An Lilien und Kaiserkronen verursachen sie Lochfraß und fressen an den Blatträndern. Geschädigt werden die Pflanzen von den roten Käfern und von ihren kotbedeckten Larven.

Die biologische Antwort ist Handarbeit. Sammle die Käfer ab und pflücke Blätter ab, auf denen Eier oder Larven sitzen. Wer nur die auffälligen Käfer entfernt, lässt die Larven weiterfressen, deshalb gehören die besetzten Blätter dazu.

Ich gehe dafür langsam an jedem Trieb entlang und drehe auch Blätter um. Käfer und abgepflückte Blätter sammle ich in einer Schale und entsorge sie über den Hausmüll. Kaiserkronen kontrolliere ich gleich mit, weil das Lilienhähnchen auch an ihnen frisst.

Gladiolen: Thripse erkennen und im Herbst handeln

Gladiolenthripse können silbrige Sprenkelungen und Verformungen an Blättern und Blüten verursachen. Ein gesprenkeltes Blatt ist aber noch keine Diagnose. Spinnmilben saugen überwiegend an Blattunterseiten und können feine Gespinste sowie weißlichgelbe, später bräunliche Flecken hinterlassen.

Bei Thripsbefall zählt der Herbst. Schneide das Laub rechtzeitig zurück, damit die Thripse nicht in ihre Winterquartiere an den Knollen abwandern. Die Knollen gräbst du vor dem Durchfrieren des Bodens aus und überwinterst sie luftig bei etwa 8 bis 12 °C. Weil die Knollen ohnehin ins Winterlager kommen, entscheidet der rechtzeitige Laubschnitt mit darüber, ob du Thripse mit einlagerst.

Vor dem Pflanzen prüfst du die Knollen wie jede Zwiebel: fest, gesund, ohne weiche Stellen oder Fraßschäden. Gartengladiolen pflanzt du im Frühjahr nach dem letzten Frost an einen Platz mit voller Sonne und gut wasserdurchlässigem Boden.

Tipp

Markiere im Sommer die Gladiolen, an denen du silbrige Sprenkel gesehen hast. Im Herbst weißt du dann, bei welchen Pflanzen du das Laub rechtzeitig kürzt und welche Knollen du beim Einlagern genau anschaust.

Wie die Methoden zusammenspielen

Keine einzelne Maßnahme trägt den Pflanzenschutz allein. Im Zwiebelbeet greifen sie ineinander: Der Boden bekommt Kompost und, wo eine Fläche länger frei liegt, eine Gründüngung. Die Arten wählst du nach Nässe und Sonne. Nützlinge finden Nahrung, wenn Gehölze, Stauden und Zwiebelblumen über die Saison nacheinander blühen.

Auch beim Mulchen und Jäten denkst du an den Bestand. In Staudenmischpflanzungen richtet sich der Mulch nach dem Standort: Mineralischer Mulch passt auf trockene Freiflächen, an frischen bis feuchten Stellen nimmst du Rindenkompost. Unerwünschte Pflanzen ziehst oder stichst du in solchen Pflanzungen aus, denn Hacken stört die Bestandsentwicklung.

Welche Maßnahmen sich je nach Problem anbieten, zeigt die Übersicht.

Problem Biologische Maßnahmen
Fäulnis durch Nässe durchlässiger Boden, Drainageschicht bei schweren Böden, Zwiebeln luftig lagern
Grauschimmel ausreichende Standweite, morgens in den Wurzelbereich gießen, Luftbewegung
Blattläuse auf Nützlinge prüfen, mit Wasser abspritzen, befallene Triebe entfernen
Lilienhähnchen Käfer absammeln, Blätter mit Eiern oder Larven abpflücken
Gladiolenthripse Laub im Herbst rechtzeitig kürzen, Knollen vor dem Pflanzen prüfen
Schnecken Schneckenkragen, gefährdete Dahlien im Topf vorziehen
Wühlmäuse Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe setzen
Kranke Pflanzenteile aussortieren, nicht kompostieren

Wachsam bleiben: kontrollieren und richtig deuten

Gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen setzen sorgfältige Beobachtung und eine korrekte Diagnose der Schadursache voraus. Was du an Blättern und Zwiebeln siehst, ist dabei ein Hinweis, keine Diagnose. Die Tabelle zeigt, wo ich beim Kontrollgang hinschaue.

Wo du hinschaust Worauf du achtest
Triebspitzen und Blattunterseiten Blattläuse, Honigtau, gekräuselte Blätter; bei feinen Gespinsten an Spinnmilben denken
Blätter von Lilien und Kaiserkronen Loch- und Blattrandfraß, rote Käfer, kotbedeckte Larven
Gladiolenlaub und Blüten silbrige Sprenkel und Verformungen
Austrieb der Tulpen verkrüppelte Blätter mit grau-braunen Flecken
Jungpflanzen im Beet Schneckenfraß, Blätter, die eine Brücke über den Schneckenkragen bilden
Zwiebeln und Knollen im Lager Schimmel, Faulstellen, weiche Stellen
Dahlien in der Mittagssonne hängende Blätter können normal sein und zeigen allein keinen Gießbedarf an

Blattflecken können durch Pilze, Bakterien, Schadtiere oder nichtparasitäre Einflüsse entstehen. Auch schwaches Wachstum beweist allein keinen Nährstoffmangel, dahinter können Lichtmangel, Bodenvernässung oder Wurzelfäulen stecken. Bei unklaren Schäden kann dir eine Pflanzenschutzberatung weiterhelfen. Für die Diagnose sind Befallsumfang, Befallsverteilung und bisherige Maßnahmen hilfreich, deshalb notiere ich mir das gleich beim Kontrollgang.

Skizziere deine Beete im Beetplaner und trag dort ein, wo welche Zwiebeln stehen und wo es Befall gab. So weißt du im nächsten Herbst, welches Beet für Tulpen nach einem Befall nicht infrage kommt.

Auch das Lager gehört zur Kontrolle. Ausgegrabene Zwiebeln verblühter Frühjahrsblumen bewahrst du bis zum Herbst luftig und kühl auf und kontrollierst sie regelmäßig auf Schimmel oder Fäulnis.

Anzeigen

Praktisch umsetzen: Pflanzenschutz im Jahreslauf

Viele Handgriffe fallen ohnehin an, wenn du Zwiebeln kaufst, pflanzt und einlagerst. Bau den Pflanzenschutz dort ein, wo du die Zwiebeln sowieso in der Hand hast.

Zeitpunkt Was du für gesunde Zwiebeln tust
Beim Kauf auf feste, trockene Zwiebeln ohne weiche, schimmelige oder angefressene Stellen achten
Bis zur Pflanzung Frühlingsblüher dunkel und luftig bei etwa 18 °C lagern, ohne luftdichte Beutel, getrennt von Äpfeln
September und Oktober, bei geeigneter Witterung auch November Frühlingsblüher pflanzen und angießen, ohne Staunässe zu erzeugen
Herbst, alle 2 Jahre Beete mit Frühlingsblühern mit Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist versorgen
Austrieb und Wachstum auf verformte Blätter, Läuse und Fraß achten, Jungpflanzen mit Schneckenkragen schützen
Solange Lilien und Kaiserkronen im Laub stehen Lilienhähnchen absammeln, besetzte Blätter abpflücken
Herbst bei Gladiolen Laub bei Thripsbefall rechtzeitig kürzen, Knollen vor dem Durchfrieren ausgraben und luftig bei etwa 8 bis 12 °C lagern
Einlagern der Dahlien hohle Stängel ohne Wasser, Knollen frostfrei und dunkel bei etwa 4 bis 8 °C

Die Pflanzzeiten deiner Arten behältst du mit dem druckbaren Pflanzkalender für Blumenzwiebeln im Blick.

Zur Pflege gehört, das Laub nach der Blüte stehen zu lassen, bis es verwelkt ist, damit die Zwiebel Reserven für die nächste Blüte aufbaut. Hohe Dahlien stützt du, weil Wind und Regen die Triebe niederdrücken oder abbrechen können. Wie sich diese Arbeiten über das Jahr verteilen, beschreibt der Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen im Abschnitt zur Pflege.

Beliebt im Shopaus dem samen.live Shop
Produkt-
bild
Ananasblumensamen
Zum Shop
Produkt-
bild
Kurkuma
Zum Shop

Häufige Fragen

Was bedeutet biologischer Pflanzenschutz bei Blumenzwiebeln und welche Vorteile bietet er?
Biologischer Pflanzenschutz bei Blumenzwiebeln verzichtet auf chemisch-synthetische Mittel und arbeitet mit gesundem Pflanzgut, einem durchlässigen, gepflegten Boden, Kontrolle, Handarbeit und natürlichen Gegenspielern. Ein Vorteil: Marienkäfer, Florfliegenlarven und Schwebfliegenlarven bleiben im Beet, und wo sie schon an Blattläusen arbeiten, kann ein Eingriff überflüssig sein. Chemische Mittel können solche Nützlinge treffen. Eine Garantie gibt keine Methode, zusammen senken sie aber das Risiko für Fäulnis und Befall.
Welche natürlichen Methoden gibt es zur Bekämpfung von Schädlingen an Blumenzwiebeln?
Lilienhähnchen sammelst du ab und pflückst Blätter mit Eiern oder Larven ab. Schwachen Blattlausbefall kannst du mit einem Wasserstrahl abspritzen oder einzelne befallene Triebe gezielt wegschneiden. Schneckenkragen schützen frisch ausgepflanzte Jungpflanzen, solange keine überhängenden Blätter eine Brücke bilden, und gegen Wühlmäuse setzt du Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe. Bierfallen sind keine gute Wahl, weil sie zusätzliche Schnecken anlocken und Nützlinge töten können.
Welche Rolle spielen Nützlinge im Vergleich zu Schädlingen im Gartenökosystem?
Nützlinge sind die natürlichen Gegenspieler der Schädlinge: Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven und parasitierende Schlupfwespen gehören zu den Gegenspielern von Blattläusen. Prüfe vor einem Eingriff, ob sie schon an einer Kolonie arbeiten, denn dann kann der Eingriff überflüssig sein. Unterschlupf finden sie in Totholz-, Reisig- und Steinhaufen, Nahrung in einer Blütenfolge vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst. Gekaufte Nützlinge auszusetzen, ist im Freiland nur eingeschränkt sinnvoll und betrifft dort vor allem Nematoden gegen bestimmte Bodenschädlinge.
Wie kann die Bodengesundheit zur Stärkung von Blumenzwiebeln beitragen?
Ein durchlässiger Boden ist wichtig, weil Nässe und Staunässe im Winter Blumenzwiebeln faulen lassen können. Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen; für Beete mit Frühlingsblühern wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist empfohlen. Kalke nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du den Kompost ein.
Worin unterscheiden sich biologischer und chemischer Pflanzenschutz bei Blumenzwiebeln?
Biologischer Pflanzenschutz arbeitet ohne chemisch-synthetische Mittel, mit Vorbeugung, Kontrolle, Absammeln, Barrieren und Nützlingen. Chemische Pflanzenschutzmittel dürfen im Hausgarten nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, gegen den angegebenen Schaderreger, an den vorgesehenen Kulturen und nach Gebrauchsanleitung eingesetzt werden. Solche Mittel können Nützlinge treffen, die einen Eingriff sonst vielleicht überflüssig gemacht hätten. Wer doch zu einem chemischen Mittel greift, trägt die vorgeschriebene Schutzkleidung, hält Wartezeiten ein und entsorgt Reste wie angegeben.
Welche präventiven Maßnahmen schützen Blumenzwiebeln vor Befall?
Prüfe die Zwiebeln vor dem Pflanzen und sortiere weiche, kranke, schimmelige oder angefressene aus. Lagere sie bis zur Pflanzung luftig und nicht in luftundurchlässigen Beuteln, weil Schwitzwasser Fäulnis begünstigt. Pflanze in durchlässigen Boden und gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter schneller abtrocknen und die Pflanzen trocken in die Nacht gehen. Nach Befall mit Tulpenfeuer oder Grauschimmel sollten Tulpen auf ein anderes Beet wechseln.
Welche Mythen existieren über die Wirksamkeit biologischer Pflanzenschutzmethoden?
Ein Irrtum ist, dass pflanzliche Herkunft einen Auszug automatisch zum erlaubten Pflanzenschutz macht; auch Auszüge aus Pflanzen werden wegen Risiken oder unerfüllter Anforderungen abgelehnt. Kaiserkronen bieten keinen verlässlichen Schutz vor Wühlmäusen, und Partnerpflanzen wie Blaustern zu Narzissen sind Gestaltung, kein Schutz. Bierfallen können zusätzliche Schnecken anlocken und Nützlinge töten. Eine Brennnesseljauche ist vor allem ein Dünger für die Wurzeln, und ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit.
Zuletzt geprüft:
↑