Blumen · Blumenzwiebeln & Knollen · Anbau

Blumenzwiebeln noch im Januar stecken: offener Boden, Topf oder Wachs

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ja, als späte Ausweichpflanzung im Januar oder Februar, wenn der Boden frostfrei ist und bis März noch ausreichend Kälte zu erwarten ist.
  • Günstiger sind September und Oktober; bei geeigneter Witterung geht es auch noch im November.
  • Ist der Boden gefroren, setzt du die Zwiebeln in Töpfe und hältst sie kalt, ohne dass die Erde vernässt oder durchfriert.
  • Im Freiland austreibende Tulpen und Narzissen verlieren durch den Austrieb allein ihre Frostverträglichkeit nicht; offene Blüten kann starker Frost schädigen.
  • Im Lager ausgetriebene Zwiebeln setzt du behutsam in einen Topf oder wachst sie als Deko fürs Haus ein.
  • Steck nur feste, trockene Zwiebeln ohne weiche, kranke oder angefressene Stellen.

Im Januar finde ich beim Aufräumen im Schuppen manchmal noch ein Netz Tulpenzwiebeln, das im Herbst liegen geblieben ist. Wegwerfen musst du so einen Fund nicht, denn Frühjahrszwiebeln lassen sich als späte Ausweichpflanzung noch im Januar oder Februar setzen. Dafür muss der Boden frostfrei sein, und bis März muss noch ausreichend Kälte zu erwarten sein. Ist die Erde gefroren, weichst du auf Töpfe aus, und für schon ausgetriebene Zwiebeln gibt es eigene Lösungen bis hin zur Hülle aus Wachs.

Kann man Blumenzwiebeln im Januar noch pflanzen?

Ja, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Die erste betrifft den Boden: An der Pflanzstelle darf er nicht gefroren sein, sonst bekommst du die Zwiebeln gar nicht in die Erde. Bei der zweiten geht es um das Wetter danach, denn eine Spätpflanzung setzt voraus, dass bis März noch ausreichend Kälte kommt. Kälte nach dem Stecken ist hier also erwünscht, ein gefrorener Boden beim Stecken dagegen nicht.

Das gilt für Frühjahrszwiebeln allgemein, etwa für Tulpen, Narzissen und Krokusse. Jede Woche Warten verkürzt die Kältezeit bis März, auf die eine Spätpflanzung angewiesen ist. Ich stecke vergessene Zwiebeln deshalb am ersten Tag, an dem sich der Boden stechen lässt, und hebe sie nicht für Februar auf.

Bis wann können Blumenzwiebeln gepflanzt werden?

Die reguläre Pflanzzeit für Frühjahrsblüher liegt im Herbst, der Januar ist die Notlösung danach. Die Zeitfenster staffeln sich so:

Zeitraum Was gilt
September und Oktober günstige Pflanzmonate für frühlingsblühende Zwiebeln
November bei geeigneter Witterung noch möglich
Ende September bis Mitte November empfohlene Herbstpflanzung für Tulpen, Wildtulpen eingeschlossen
September bis Dezember Pflanzzeit-Angabe für Tulpen und den Sibirischen Blaustern
Januar und Februar späte Ausweichpflanzung in frostfreien Boden, wenn bis März noch ausreichend Kälte zu erwarten ist

Wer die Wahl hat, pflanzt also im Herbst. Wie du Zwiebeln dafür auswählst und Schritt für Schritt setzt, zeigt der Ratgeber zur Herbstpflanzung von Blumenzwiebeln. Die Pflanzzeiten der einzelnen Arten hast du im Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken auf einem Blatt.

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Was tun, wenn der Boden gefroren ist?

Ob die Zwiebeln ins Beet kommen, entscheidet der Boden an genau der Stelle, an der sie wachsen sollen. Ist er gefroren, lässt er sich nicht bearbeiten, und eine Spätpflanzung setzt ohnehin frostfreien Boden voraus. In einer geschützten Ecke, etwa an einer Hauswand, kann die Erde noch offen sein. Das nützt dir aber nur, wenn die Stelle als Platz für die Zwiebeln überhaupt infrage kommt.

Jetzt dran

Stich an der geplanten Stelle mit der Grabegabel in die Erde. Geht sie hinein, pflanzt du ins Beet; kommt sie im gefrorenen Boden nicht durch, nimmst du den Topf.

Ausweichen in den Topf

Bleibt der Boden zu, setzt du die Zwiebeln in Töpfe mit frischer Blumenerde. Jedes Gefäß braucht freie Ablauflöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Die Zwiebeln kommen mit der Spitze nach oben hinein, danach gießt du sie gründlich an. Soll die Pflanzung auf dem Balkon bleiben, nimm einen breiten, tiefen Kasten, denn er schützt die Wurzeln im Winter besser als kleine Gefäße.

Getopfte Frühjahrszwiebeln überwinterst du kalt, ohne dass die Erde vernässt oder durchfriert. Ich stelle die Gefäße dafür in das unbeheizte Gartenhaus und prüfe mit dem Finger, ob die Erde nass wird oder gefriert. Sobald der Boden im Garten wieder offen ist, senkst du die Töpfe im Beet ein. Wird im Frühjahr der Austrieb sichtbar, können die Pflanzen an ihren endgültigen Platz umziehen. Wo das sein soll, zeichnest du vorher im Beetplaner für deinen Garten ein.

Topf oder Kasten können auch einfach stehen bleiben. Nach der Blüte räumst du das Gefäß aus dem Blickfeld, während das Laub an einem ungestörten Platz weiter einzieht.

Mini-Checkliste

Gefäß mit freien Ablauflöchern; frische Blumenerde; Zwiebeln mit der Spitze nach oben; gründlich angießen; kalter Platz, an dem die Erde weder vernässt noch durchfriert.

So steckst du die Zwiebeln im Januar ins Beet

Bevor eine Zwiebel nach dem langen Liegen im Schuppen in die Erde kommt, nehme ich jede einzeln in die Hand. Pflanzfähig ist sie, wenn sie trocken, fest und glatthäutig ist. Weiche, kranke oder angefressene Stellen sind ein Grund, sie auszusortieren. Bei Tulpen schaust du zusätzlich nach braunen Flecken mit schwarzen Pilz-Dauerkörpern, denn ein solcher Fund kann auf Tulpenfeuer hindeuten.

Als Faustregel kommt etwa die zwei- bis dreifache Zwiebelstärke an Erde über die Zwiebel, die Spitze zeigt nach oben. Zwischen den Zwiebeln lässt du 2 bis 3 Zwiebelbreiten Platz, wobei die Angabe zur Sorte Vorrang hat. Die artübergreifenden Regeln zu Abstand, Tiefe und Boden findest du im Pflanz-Kapitel unseres Überblicks über Blumenzwiebeln und Knollen. Zum Schluss gießt du gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist.

Die Zwiebeln sind schon ausgetrieben: was jetzt?

Zuerst klärst du, wo der Trieb entstanden ist, denn danach richtet sich der nächste Schritt.

Austrieb im Beet

Tulpen und Narzissen aus der Herbstpflanzung zeigen manchmal schon im Winter grüne Spitzen. Ausgraben oder umsetzen musst du sie deswegen nicht.

Mythos-Check

„Was schon grün ist, erfriert beim nächsten Frost.“ Tulpen und Narzissen, die im Freiland von selbst austreiben, verlieren durch den Austrieb allein ihre Frostverträglichkeit nicht. Gefährdet sind offene Blüten, denn starker Frost kann sie schädigen.

Wird starker Frost angesagt und stehen schon Blüten offen, lege ich Reisig locker über die Stelle. Reisig schützt die Blüten nicht sicher vor Frostschäden.

Austrieb im Beutel

Anders liegt der Fall, wenn die Zwiebeln schon im Lager ausgetrieben sind. Gekaufte Zwiebeln von Frühlingsblühern sind nur für ein vorübergehendes Zwischenlager bis zur Pflanzung gedacht, dunkel und luftig bei etwa 18 °C. Die Entwarnung aus dem Beet bezieht sich auf Zwiebeln, die im Freiland austreiben, und lässt sich auf einen Trieb aus dem warmen Lager nicht einfach übertragen. Ich setze solche Zwiebeln deshalb nicht ungeschützt ins kalte Beet.

Willst du sie später im Garten haben, nimm den Topf. Du setzt die Zwiebel behutsam mit der Spitze nach oben, damit der Trieb nicht abbricht, und behandelst das Gefäß wie bei Bodenfrost: kalt, aber ohne dass die Erde vernässt oder durchfriert. Willst du die Blüte jetzt im Haus sehen, wachst du die Zwiebel ein.

Häufiger Fehler

Den Beutel mit Zwiebeln im Keller neben die Äpfel legen. Deren Reifegas Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern, deshalb lagern Blumenzwiebeln getrennt von Äpfeln.

Blumenzwiebeln in Wachs: Deko aus ausgetriebenen Zwiebeln

Beim Einwachsen bekommt die Zwiebel eine Hülle aus Wachs und steht ohne Topf und Erde auf dem Tisch. Für Trieb und Blüte greift sie auf ihre Vorräte zurück, denn Tulpen und Narzissen speichern Reserven in verdickten Blattteilen ihrer Zwiebeln. Für ausgetriebene Zwiebeln passt das gut, weil sie ohnehin schon wachsen. Ich nehme dafür nur Zwiebeln, die sich beim Prüfen fest anfühlen und keine weichen Stellen haben.

So wachst du eine Zwiebel ein

Du brauchst eine Schüssel Wasser, Wachs und einen Topf zum Schmelzen. Kerzenreste eignen sich gut, welches Wachs du nimmst, ist Geschmackssache.

  1. Leg die Zwiebel in Wasser, damit sie sich vollsaugen kann.
  2. Lass sie abtropfen und an der Luft oberflächlich trocknen.
  3. Schmilz das Wachs und lass den Topf dabei nicht aus den Augen.
  4. Lass das Wachs abkühlen, bis es nur noch lauwarm ist, und prüf die Temperatur, bevor die Zwiebel hineinkommt.
  5. Tauch die Zwiebel ins Wachs und halte die Austriebsstelle frei.
  6. Wiederhole das Tauchen, bis die Zwiebel bis auf die Austriebsstelle geschlossen umhüllt ist.
  7. Lass die Wachsschicht ganz trocknen und stell die Zwiebel an einen hellen Platz.
  8. Ist sie verblüht, entfernst du das Wachs und pflanzt die Zwiebel in den Garten.

Im Beet lässt du das Laub stehen, bis es verwelkt ist, damit die Zwiebel Reserven für eine nächste Blüte aufbauen kann.

Achtung

Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig, die Zwiebel eingeschlossen. Die Pflanzen enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin, und nach dem Verschlucken können schwere Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Auch Haut- oder Augenkontakt kann reizen, deshalb trage ich beim Einwachsen und Pflanzen Handschuhe. Iss keinen Teil davon.

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Häufige Fragen

Können Blumenzwiebeln von Tulpen und Narzissen auch im Januar noch gepflanzt werden?
Ja, als späte Ausweichpflanzung lassen sich Tulpen- und Narzissenzwiebeln im Januar oder Februar noch setzen. Voraussetzung ist ein frostfreier Boden an der Pflanzstelle und die Aussicht, dass bis März noch ausreichend Kälte kommt. Ist der Boden gefroren, pflanzt du die Zwiebeln in Töpfe und überwinterst sie kalt, ohne dass die Erde vernässt oder durchfriert. Günstiger als der Januar sind September und Oktober, bei geeigneter Witterung auch noch der November.
Warum können Blumenzwiebeln bei Bodenfrost besser in Töpfe gepflanzt werden?
In gefrorenen Boden bekommst du die Zwiebeln nicht hinein, und eine späte Pflanzung im Beet setzt ohnehin frostfreien Boden voraus. Im Topf mit frischer Blumenerde und freien Ablauflöchern kannst du sie trotzdem setzen und an einem kalten Platz überwintern, an dem die Erde weder vernässt noch durchfriert. Sobald der Gartenboden offen ist, senkst du die Töpfe im Beet ein. Wird im Frühjahr der Austrieb sichtbar, können die Pflanzen an ihren endgültigen Platz umziehen.
Wie funktioniert das Einwachsen von Blumenzwiebeln mit Wachs?
Du legst die Zwiebel in Wasser, damit sie sich vollsaugt, lässt sie abtropfen und an der Luft oberflächlich trocknen. Dann schmilzt du Wachs, zum Beispiel aus Kerzenresten, und lässt es abkühlen, bis es nur noch lauwarm ist. Die Zwiebel tauchst du so oft ein, bis sie bis auf die freie Austriebsstelle geschlossen umhüllt ist, und stellst sie nach dem Trocknen an einen hellen Platz. Nach der Blüte entfernst du das Wachs und pflanzt die Zwiebel in den Garten.
Worin unterscheiden sich Frühjahrsblüher von anderen Zwiebelpflanzen bei der Frostverträglichkeit?
Tulpen gelten als winterhart, und Tulpen und Narzissen, die im Freiland von selbst austreiben, verlieren durch den Austrieb allein ihre Frostverträglichkeit nicht. Offene Blüten können bei starkem Frost allerdings Schaden nehmen. Dahlien und Canna sind dagegen nicht winterhart. Dahlienknollen werden ausgegraben und frostfrei gelagert, Gladiolenknollen holst du vor dem Durchfrieren des Bodens aus der Erde.
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