Herbstkrokusse vermehren: Knollen teilen und neu setzen
- Knollen erst ausgraben, wenn das Laub vollständig verwelkt ist.
- Nur feste, gesunde Knollen ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren weiterverwenden.
- Crocus speciosus und Safrankrokus 6 bis 8 cm tief in Gruppen setzen und gründlich angießen.
- Spätestens im Pflanzfenster von Ende August bis Mitte September wieder einpflanzen.
- Brutknollen blühen nach 1 bis 2 Jahren, kräftige Knollen können schon im ersten Herbst blühen.
Ein dichter Horst Herbstkrokusse liefert dir beim Teilen Knollen für neue Stellen, und jede davon trägt die Erbanlagen ihrer Mutterpflanze. Du vermehrst also genau die Farbe, die dir an diesem Horst gefällt. Heikel ist vor allem der Zeitpunkt, denn wer grünes Laub zu früh abräumt, kann die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Ich stecke deshalb Stäbe an meine Horste, solange das Laub noch zu sehen ist, und grabe erst, wenn es ganz verwelkt ist.
Herbstkrokusse sind Krokus-Arten, die im Herbst blühen, etwa Crocus speciosus, der Safrankrokus Crocus sativus, Crocus pulchellus oder Crocus nudiflorus. Die Arten bleiben niedrig, Crocus speciosus wird zum Beispiel etwa 8 bis 15 cm hoch. Welche Herbstkrokus-Arten es gibt und wie du sie pflanzt, pflegst und mit anderen Herbstblühern kombinierst, zeigt der Ratgeber über Herbstkrokus-Arten im Spätsommergarten.
Warum Teilen der kürzere Weg zu mehr Herbstkrokussen ist
Krokusse können sich im Garten über Brutknollen und über Samen vermehren. Für dich zählt vor allem, wie lange du jeweils auf Blüten wartest. Junge Krokusse aus Brutknollen können nach 1 bis 2 Jahren zum ersten Mal blühen. Aus Samen gezogene Krokusse brauchen dafür bis zu 4 Jahre. Teilen ist damit der kürzere Weg zu blühenden Gruppen.
Dazu bleibt beim Teilen erhalten, was du an deinen Pflanzen schätzt. Vegetativ vermehrte Tochterpflanzen tragen dieselben Erbanlagen wie die Mutterpflanze. Bei SämlingenSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. mischen sich dagegen die Anlagen beider Eltern, unveränderte Sortenmerkmale sind dort nicht garantiert.
Beim Safrankrokus stellt sich die Wahl gar nicht: Er ist triploid, wird in der üblichen Gartenkultur über Brutknollen vermehrt und eignet sich nicht für eine gewöhnliche Samenzucht. Bei den übrigen Arten bleibt die Aussaat möglich, sie dauert nur länger. Nach der Befruchtung schiebt sich die Fruchtkapsel der Krokusse über den Boden und gibt dort die reifen Samen frei. Wie Aussaat und Knollenteilung bei Krokussen allgemein ablaufen, beschreibt der Ratgeber zum Vermehren von Krokussen über Knollen und Samen.
Einen festen Teilungsrhythmus brauchen Herbstkrokusse nicht. Krokusse können am passenden Standort über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn sie ungestört wachsen dürfen. Ich teile nur, wenn ich Knollen für eine neue Stelle haben möchte. Wie unterschiedlich Vermehrung bei Zwiebeln und Knollen aussieht, zeigt der Abschnitt Vermehren im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen.
Wann du Herbstkrokusse teilst
Den Termin gibt dir das Laub, nicht der Kalender. Solange die Blätter grün sind, bilden die Pflanzen Reserven für die nächste Blüte. Erst wenn sie vollständig verwelkt sind, hebst du die Knollen aus. Am anderen Ende steht das Pflanzfenster: Herbstblühende Krokusse kommen von Ende August bis Mitte September in die Erde, manche Anleitungen nennen schon den Juli. Weil das Laub bis zum Verwelken Reserven bildet und die Teilstücke bis zum Ende des Pflanzfensters wieder in der Erde sein sollen, liegt dein Teilungstermin genau dazwischen.
Stehen deine Herbstkrokusse im Rasen, sparst du die Stellen beim Mähen aus, bis die Blätter verwelkt sind. Dort stecke ich die Markierungsstäbe besonders sorgfältig, weil nach dem Mähen oberirdisch nichts mehr zu sehen ist. Das Datum zum Wiedereinsetzen trage ich mir in den Pflanzkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken ein.
Frühjahrskrokusse haben einen eigenen Richtwert, für sie gilt etwa der Sommer nach dem Laubeinzug. Wie du diese Frühlingsboten pflanzt und pflegst, liest du im Ratgeber über Frühjahrskrokusse am richtigen Standort.
Herbstkrokusse ausgraben und teilen: Schritt für Schritt
Den Horst als Ganzes ausheben
Ich steche die Grabegabel in weitem Bogen um die markierte Stelle, damit die Zinken keine Knolle treffen. Dann hebe ich den ganzen Horst mitsamt Erde an. Über einer flachen Kiste schüttle ich die Erde ab, damit keine kleine Brutknolle im Beet zurückbleibt.
Auch die Herbstzeitlose blüht im Herbst, und vor ihrer Sommerruhe bildet sie eine Tochterknolle. Wächst sie im selben Beet, können ihre Knollen beim Ausgraben in deiner Kiste landen. Markiere gemischte Beete deshalb schon zur Blüte: Krokusblüten haben 3 Staubblätter, Herbstzeitlosenblüten 6. Bei der Herbstzeitlose sind alle Pflanzenteile giftig, vor allem Samen und Knolle, und sie enthalten das Alkaloid Colchicin. Die Blätter der Herbstzeitlose können mit Bärlauch verwechselt werden, und ihr Verzehr kann tödlich enden. Knollen, die du nicht sicher zuordnen kannst, hältst du getrennt, und nichts davon wird gegessen.
Knollen prüfen und aussortieren
Jetzt sortierst du streng. Weiterverwenden solltest du nur feste, gesunde Knollen ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren. Weiche und matschige Knollen sortierst du aus und entsorgst sie. Was krank aussieht, gehört nicht auf den Hauskompost, weil Krankheitserreger dort bei unzureichender RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können. Eine geschwächte oder kranke Knolle nimmst du auch dann nicht als Ausgangsmaterial, wenn sie groß ist. Nach Arbeiten an kranken Knollen reinige ich die Grabegabel gründlich, bevor ich den nächsten Horst aushebe. Woran du Fäulnis und Schädlinge an Zwiebeln und Knollen erkennst, steht im selben Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Brutknollen lösen und nach Größe sortieren
Beim Ausheben findest du neben den großen Knollen kleinere Brutknollen. Über sie vermehren sich Krokusse vegetativ. Ich löse sie mit den Fingern und schneide nicht. Was nicht nachgibt, bleibt zusammen und kommt als Paar wieder in die Erde. Danach sortierst du nach Größe, weil eine größere Knolle ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte ist. Die großen Knollen setzt du dorthin, wo du im Herbst Blüten sehen willst. Die kleinen bekommen eine eigene Ecke, die ich markiere, damit ich sie später nicht für eine leere Stelle halte.
Ich lege mir beim Teilen zwei Schalen hin, eine für die großen Knollen und eine für die kleinen Brutknollen. Jede Schale bekommt ein Etikett mit Art und Fundstelle, bevor ich den nächsten Horst aushebe.
Wenn die Knollen warten müssen
Ich setze die Teilstücke am liebsten gleich wieder ein. Müssen sie bis zum Pflanzfenster warten, lagerst du sie luftig und kühl und kontrollierst sie dabei auf Schimmel oder Fäulnis. Leg sie außerdem nicht neben Äpfel, denn deren ReifegasReifegas ist die gängige Bezeichnung für Ethylen, ein Gas, das manches Obst selbst bildet, besonders Äpfel. Es lässt Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen, welken oder austreiben. Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern.
Die geteilten Knollen bis zum Pflanzen in einer Plastiktüte aufheben. In luftundurchlässigen Beuteln bildet sich Schwitzwasser, und das begünstigt Fäulnis. Eine offene Kiste an einem luftigen, kühlen Platz ist die bessere Wahl.
Geteilte Herbstkrokusse wieder einsetzen
Herbstkrokusse brauchen einen Platz ohne stauende Nässe; ob für deine Art Sonne oder HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. passt, klärt der Ratgeber zum passenden Standort für Herbstkrokusse. Auf schwerem Boden kommt unter die Knollen eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies, damit Wasser abziehen kann.
Für die Tiefe richtest du dich nach deiner Art. Auf Packungen findest du für Herbstblüher widersprüchliche Angaben von 6 bis 10 cm. Ich halte mich an die Werte der jeweiligen Art:
| Pflanzung | Tiefe | Abstand in der Gruppe | Anordnung |
|---|---|---|---|
| Crocus speciosus im Beet | etwa 6 bis 8 cm | etwa doppelte Knollendicke als allgemeine Faustregel | für eine sichtbare Gruppe mindestens 20 Knollen |
| Safrankrokus (Crocus sativus) | 6 bis 8 cm, Gartenempfehlungen reichen bis etwa 10 cm | etwa 8 bis 10 cm im konkreten Sortiment | für eine sichtbare Gruppe mindestens 20 Knollen |
| Krokusse im Rasen | 8 cm | etwa doppelte Knollendicke als allgemeine Faustregel | ausstreuen und dort setzen, wo die Knollen liegen bleiben |
Heb für jede Gruppe ein Pflanzloch in der passenden Tiefe aus. Setz die Knollen mit der Spitze nach oben hinein, sofern eine Spitze zu erkennen ist. Dann füllst du Erde auf und drückst sie leicht an. Zum Schluss gießt du gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist, aber ohne dass StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. entsteht.
Im Rasen hebst du ein Rasenstück an, setzt die Knollen darunter in den Boden und legst das Stück wieder auf. Für ein natürliches Bild streue ich die Knollen vorher über die Fläche und pflanze sie dort, wo sie liegen bleiben. Im Beet setze ich die großen Teilstücke lieber in Gruppen, weil mehrere Knollen an einer Stelle stärker wirken als gleichmäßig einzeln verteilte. Wo Wühlmäuse unterwegs sind, kann ein lückenlos geschlossener Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite die Knollen vor Fraß schützen. Wohin die neuen Gruppen kommen, zeichne ich vorher im Beetplaner für deinen Garten ein, damit ich die Stellen im nächsten Jahr wiederfinde.
Knolle fest und ohne weiche Stellen, Spitze nach oben, Tiefe passend zur Art, Gruppe statt Einzelknolle, gründlich angegossen ohne Staunässe, Stelle markiert.
Wann geteilte Herbstkrokusse wieder blühen
Neu gesetzte Herbstkrokusse blühen ab Oktober, eingewachsene schon ab September. Deine großen Teilstücke sind nach dem Einsetzen wieder eine Neupflanzung. Blüht die geteilte Gruppe im ersten Herbst später als gewohnt, liegt das also im üblichen Rahmen und ist kein Zeichen für einen Fehler beim Teilen. Die kleinen Brutknollen brauchen länger, ihre markierte Ecke lässt du bis dahin in Ruhe.
„Geteilte Herbstkrokusse blühen im ersten Jahr nicht.“ Pauschal stimmt das nicht. Kräftige Knollen können nach dem Neusetzen schon im ersten Herbst blühen, neu gepflanzte Herbstkrokusse tun das ab Oktober. Kleine Brutknollen brauchen dagegen 1 bis 2 Jahre bis zur ersten Blüte.
Wie du geteilte Herbstkrokusse weiter pflegst
Nach dem Einsetzen brauchen die Teilstücke vor allem Ruhe an einem Platz ohne Staunässe. Das Laub bleibt auch bei ihnen stehen, bis es von selbst verwelkt ist. Die Pflege übers Jahr beschreibt der Ratgeber über Herbstkrokus-Arten im Spätsommergarten, Grundsätzliches zum Laub steht im Abschnitt Pflege des Blumenzwiebel-Überblicks.


