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Petunien im Jahreslauf: Was wann zu tun ist und wie kalt die Nächte sein dürfen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Petunien sind botanisch frostempfindliche Mehrjährige und blühen im Garten als Richtwert von Mai bis zum ersten Frost.
  • Bei kälteempfindlichen Sorten können Temperaturen unter 10 °C Kälteschäden mit vergilbenden Blättern verursachen.
  • Den Auspflanztermin nennt die Sorte; vor Mitte Mai bepflanzte Kästen und Kübel brauchen bei drohendem Spätfrost Schutz.
  • An heißen Tagen können Petunien 1 l Wasser oder mehr je Pflanze und Tag brauchen.
  • Verblühtes knipst du mit den Fingern ab; das fördert die weitere Blüte und vermindert Krankheitsherde.
  • Zum Überwintern stehen Petunien hell bei 5 bis 10 °C, ohne Dünger und mit wenig Wasser.
Dicht bepflanztes Sommerblumenbeet mit Zinnien und Tagetes in voller Blüte
Foto: hai pham tuan · Pexels License · Quelle ↗

Bei Petunien entscheidet oft der Zeitpunkt über die Saison. Stellst du sie zu früh hinaus, kann eine kühle Nacht die Blätter empfindlicher Sorten vergilben lassen. Holst du sie im Herbst zu spät herein, endet die Blüte mit dem ersten Frost, bevor du dich fürs Überwintern entschieden hast. Ich plane meine Petunien deshalb nach Jahreszeiten und schaue in jeder Phase zuerst auf die Temperatur, dann auf die Pflanze.

Der Jahreszyklus der Petunie

Botanisch ist die Garten-Petunie eine frostempfindliche mehrjährige Pflanze. Im Garten blüht sie als Richtwert von Mai bis zum ersten Frost. Eine einjährige Gartenkultur kann auch eine botanisch ausdauernde Pflanze betreffen, die den Winter vor Ort nicht übersteht. So behandelst du die Petunie, solange du sie nicht hell und kühl ins Haus holst.

Das Petunien-Jahr hat damit fünf Abschnitte. Am Anfang steht die Vorkultur im Haus, danach folgen Abhärten und Auspflanzen. Der Sommer gehört dem Gießen, Nachdüngen und Ausputzen. Im Herbst entscheidest du zwischen Kompost und Winterquartier, und wer überwintert, versorgt die Pflanzen bis zum Frühjahr hell und kühl.

Welche Temperaturen brauchen Petunien, auch nachts?

Für kühle Nächte gibt es eine Grenze, die ich mir merke. Bei kälteempfindlichen Petuniensorten können Temperaturen unter 10 °C Kälteschäden mit vergilbenden Blättern verursachen. Frost beendet die Blüte im Freien, denn Gartenpetunien sind frostempfindlich. Für Anzucht und Winterquartier gelten ganz andere Werte, deshalb stehen alle Phasen hier nebeneinander.

Phase Temperatur Was das für dich heißt
Keimung 22–25 °C Samen liegen auf der Erde, angedrückt und nicht bedeckt
Nach der Keimung 12–16 °C in einem gärtnerischen Kulturverfahren kühler stellen, weil viel Wärme bei Lichtmangel lange, weiche Triebe begünstigt
Abhärten niedrigere Temperaturen und mehr Belüftung bei niedrigen Nachttemperaturen wieder schützen
Auspflanzen nach Sortenangabe, ‘Velvet Purple’ F1 nicht vor Mitte Mai vor Mitte Mai bepflanzte Kästen und Kübel bei drohendem Spätfrost schützen
Sommer und Herbst unter 10 °C Kälteschäden mit vergilbenden Blättern bei kälteempfindlichen Sorten möglich
Erster Frost Frost die Blüte im Freien endet
Winterquartier 5–10 °C, hell kein Dünger, wenig Wasser, abseits beheizter Luft

Nach dem Auspflanzen lese ich die Nachtwerte an einem Thermometer ab, das den Tiefstwert speichert. Liegt der Wert unter 10 °C, sehe ich mir bei empfindlichen Sorten das Laub genauer an. Gelbes Laub kann dann auf Kälte hindeuten, ist aber noch keine Diagnose, denn gelbe Blätter haben mehrere mögliche Ursachen.

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Frühjahr: Vorkultur im Haus

Die Saison beginnt im Haus: Petuniensamen streust du auf die Erde, drückst sie leicht an und bedeckst sie nicht. Den Termin gibt die Sortenangabe vor, die Petunie ‘Velvet Purple’ F1 etwa wird von Januar bis März vorgezogen. Wie du Petuniensamen als Lichtkeimer aussäst und bis zum Abhärten heranziehst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Spätes Frühjahr: Abhärten und Auspflanzen

Wann dürfen Petunien ins Freie?

Kurz erklärt

Abhärten heißt, vorgezogene Beet- und Balkonpflanzen vor dem Auspflanzen mit niedrigeren Temperaturen und mehr Belüftung an das Freiland zu gewöhnen. Bei mildem Wetter stehen sie zuerst geschützt im Schatten und kommen dann schrittweise in die Sonne.

Ich trage meine Jungpflanzen an geeigneten Frühlingstagen hinaus und hole sie wieder herein, wenn kalte Nächte angesagt sind. Vorgezogene Sommerblumen müssen bei niedrigen Nachttemperaturen wieder geschützt werden, auch nach einem warmen Tag. Erst wenn die Pflanzen tagsüber auch in der Sonne stehen können, plane ich das Auspflanzen.

Den Auspflanztermin nennt die Sorte. Die Petunie ‘Velvet Purple’ F1 kommt nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Bepflanzt du Kästen und Kübel früher, brauchen sie bei drohenden Spätfrösten Schutz. Früh bepflanzte Kästen stelle ich deshalb so auf, dass ich sie bei einer Frostwarnung schnell unters Dach tragen kann.

Auspflanzen ins Beet oder in Gefäße

Petunien stehen sonnig bis halbschattig, starker Schatten vermindert die Blüte. Wegen ihres hohen Nährstoffbedarfs brauchen sie im Beet nährstoffhaltigen, gut durchlässigen Boden. Welcher Platz mit Licht, Wärme und Windschutz zu deinen Petunien passt, klärt der Ratgeber zum Standort.

In Kästen und Kübeln kommt es auf Erde und Wasserabzug an. Pflanzgefäße brauchen Ablauflöcher, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis begünstigt. Für Petunien werden Substrate mit niedrigem pH-Wert empfohlen. Petunienerde hat einen niedrigeren pH-Wert als selbst gemischte, komposthaltige Substrate. Außerdem sollte die Erde die Wurzeln auch nach starkem Regen oder einer Trockenphase weiter mit Luft und Wasser versorgen.

In geprüften gemischten Balkonpflanzungen wurden schwache Partner im Sommer teils verdrängt, während Petunien häufig dominanter wurden. Zugleich begünstigt ein sehr dichter Bestand bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung von Grauschimmel. Wer beim Pflanzen eng setzt, bekommt im Sommer also beides: bedrängte Nachbarn und ein höheres Grauschimmel-Risiko. Ich lasse beim Setzen deshalb sichtbar Luft zwischen den Pflanzen, auch wenn der Kasten anfangs leer wirkt.

Erste Pflege nach dem Auspflanzen

Bis die Wurzeln eingewachsen sind, gieße ich ganz normal, auch in Kästen mit Wasserreservoir. Der Speicher unterstützt das Gießen erst bei eingewurzelten Balkonpflanzen, etwa 2 bis 3 Wochen nach der Pflanzung. Untersetzer leere ich nach Regen, damit keine Nässe an den Wurzeln steht.

Petunien haben einen hohen Nährstoffbedarf. Wann du mit dem Nachdüngen beginnst, bestimmt die Vordüngung der Erde, und die Dosierung steht auf der Düngerpackung. Womit und wie viel du Petunien düngst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Bei Starkregen und Hagel schützt du Petunien, ich rücke meine Kübel dann unter das Vordach. Vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können bei Balkonpflanzen zu Befallsstellen für Grauschimmel werden. Solche Teile schneide ich beim Gießen gleich heraus.

Sommer: die Hauptsaison

Im Sommer stehen drei Arbeiten an: gießen, ausputzen und die Pflanzen gut durch Hitzetage bringen.

Gießen nach Bedarf

Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht, denn die Häufigkeit richtet sich nach Bodenart, Temperatur und Niederschlägen. Ich prüfe die Feuchte mit dem Finger und gieße morgens direkt in den Wurzelbereich, bei Bedarf zusätzlich abends. Wie oft und womit, zeigt der Ratgeber, wie du Petunien nach Bedarf gießt.

Ausputzen und Rückschnitt

Verblühte Petunienblüten knipst du mit den Fingern ab, das fördert die weitere Blüte und vermindert Krankheitsherde. Ich erledige das nebenbei beim Gießen und sehe mir dabei die Blattunterseiten an. Wann ein Rückschnitt nötig ist und wie er die Pflanzen kompakt hält, erklärt der Ratgeber dazu, wann und wie du Petunien zurückschneidest.

Schutz vor Sommerhitze

An heißen Tagen können Petunien 1 l Wasser oder mehr je Pflanze und Tag brauchen. Je kleiner das Pflanzgefäß, desto schneller trocknet die Erde darin aus. Beides zusammen heißt: Eine kleine Ampel kommt an Hitzetagen schneller an ihre Grenze als ein großer Kasten mit mehr Erdvolumen. Für sonnige Plätze pflanze ich deshalb lieber in große Gefäße.

Im Beet vermindert eine Mulchdecke die Verdunstung und die Aufheizung des Bodens. Flüssigdünger gebe ich bei großer Hitze und Trockenheit nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchtete Erde und nie über das Laub.

Häufiger Fehler

Rohen, nicht kompostierten Rindenmulch zwischen die Petunien streuen. Für Beete mit Einjahresblumen ist er ungeeignet. Besser passt angewelkter, unkrautsamenfreier Grasschnitt, den du in dünnen Schichten aufbringst, damit er nicht verklebt oder schimmelt.

Herbst: Blüte nutzen, Kübel schützen, entscheiden

Der Herbst ist bei Petunien noch Blütezeit, denn als Richtwert blühen sie bis zum ersten Frost. Wie oft du gießt, hängt auch von der Temperatur ab, deshalb prüfe ich jetzt vor jedem Gießen die Feuchte. Kühle Nächte behalte ich im Blick, weil kälteempfindliche Sorten unter 10 °C mit vergilbenden Blättern reagieren können.

Jetzt dran

Sobald für deine Gegend Frost angekündigt ist, entscheidest du für jede Pflanze: Kompost oder Winterquartier.

Einjährige Kultur oder Überwinterung?

Mythos-Check

„Petunien sind einjährig.“ Botanisch stimmt das nicht: Die Garten-Petunie ist eine frostempfindliche mehrjährige Pflanze. Einjährig ist nur ihre Kultur im Garten, weil sie Frost im Freien nicht verträgt.

Die einjährige Kultur spart dir im Winter Platz und Pflege, und im Frühjahr kannst du neue Sorten ausprobieren. Gesunde Pflanzen kommen bei mir auf den Kompost. Teile mit auffälligen Flecken oder Belägen sortiere ich vorher aus und entsorge sie getrennt.

Überwintern kommt infrage, wenn du im Haus einen hellen Platz bei 5 bis 10 °C hast und die Pflanze gesund ist. Bei Hybridsorten hat das einen eigenen Grund. Aus selbst geernteten Samen von Hybriden entstehen nicht zuverlässig Pflanzen mit den Eigenschaften der Eltern, die überwinterte Pflanze bleibt dagegen dieselbe. Wer eine F1-Sorte genau so wiederhaben will, kommt mit eigenen Samen also nicht sicher ans Ziel.

Schutzmaßnahmen für Kübel und Kästen

Achtung

In frei stehenden Pflanzgefäßen friert der Wurzelballen schneller durch als im Gartenboden.

Kübel und Kästen, die ich überwintern will, hole ich deshalb vor der ersten angekündigten Frostnacht herein. Was vorher zu tun ist, fasst die Liste zusammen.

Mini-Checkliste

Jede Pflanze vor dem Einräumen auf Schädlinge kontrollieren; befallene Exemplare getrennt aufstellen; abgestorbene Teile entfernen; einen hellen Platz bei 5 bis 10 °C abseits beheizter Luft wählen; den Dünger weglassen.

Petunien im Winter: hell, kühl, wenig Wasser

Für die Überwinterung wird allgemein ein heller Platz im Haus bei 5 bis 10 °C empfohlen. Die Pflanzen stehen dabei abseits beheizter Luft. Im Winterquartier brauchen Petunien keinen Dünger und nur wenig Wasser. Ich gieße erst, wenn die Erde abgetrocknet ist, und dann direkt aufs Substrat. Abgestorbene Blätter zupfe ich bei meinen Kontrollgängen ab und sehe mir dabei auch die Blattoberseiten an.

Bei kälteempfindlichen Sorten passen Winterspanne und Kältegrenze nicht ganz zusammen. Unter 10 °C können sie Kälteschäden mit vergilbenden Blättern zeigen. Bei solchen Sorten schaue ich im Winterquartier besonders genau auf das Laub. Ob und wie du vor dem Einräumen zurückschneidest, beschreibt der Rückschnitt-Ratgeber.

Im Frühjahr stelle ich überwinterte Kübel zuerst an einen halbschattigen, windgeschützten und warmen Platz im Freien. Vor Mitte Mai brauchen sie bei drohenden Spätfrösten Schutz, genau wie frisch bepflanzte Kästen.

Marias Erfahrung

Meine Überwinterungskandidaten stehen in einem hellen Raum, den ich nicht heize. Dort hängt ein Thermometer mit Tiefstwertanzeige, und in mein Gartenheft trage ich die Werte zusammen mit jedem Gießtag ein.

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Spezielle Pflegetipps für verschiedene Petuniensorten

Petunien unterscheiden sich nach Blütengröße und Wuchs, und daraus ergibt sich der passende Platz.

Gruppe Wuchs Darauf achtest du
Grandiflora großblütig geschützter Platz
Multiflora buschiger als Grandiflora wetterfester, auch für offene Plätze
Hängepetunien und Surfinien stark überhängend Kästen, Ampeln und Schalen; vollsonnig bis halbschattig; reichlich gießen; Erde mit niedrigem pH-Wert
Potunien kurzwachsend, meist kegelförmig kompakte Gefäßgestaltung

Kleinere Petunienblüten sind gegenüber Wettereinflüssen robuster als größere. Für einen offenen Balkon nehme ich deshalb Multiflora-Petunien, Grandiflora bekommt bei mir einen Platz unter dem Vordach.

Bei Surfinien achte ich besonders auf die Erde. Selbst gemischte, komposthaltige Substrate haben oft einen hohen pH-Wert und sind für sie häufig ungeeignet. Hängepetunien haben außerdem einen hohen Nährstoffbedarf, ähnlich wie Pelargonien.

Für gemischte Kästen brauchst du kräftige Partner, weil sich Petunien in Mischpflanzungen häufig durchsetzen. Eine geprüfte Gefäßkombination verband die Petunie ‘Ray Salmon’ mit Pelargonium ‘Brocade Fire Night’, Salvia ‘GoGo Coral’ und Lysimachia ‘Goldi’. Am Salbei dieser Pflanzung wurden Bienen oder Hummeln beobachtet.

Häufige Probleme und Lösungen bei Petunien

Ein Blattbild ist ein Hinweis, keine Diagnose. Ich prüfe deshalb zuerst Feuchte, Licht und Temperatur, bevor ich etwas an Dünger oder Erde ändere.

Gelbe junge Blätter mit grünen Adern

Gelbe junge Blätter mit zunächst grünen Blattadern können auf Eisenmangel hinweisen. Der kann auch entstehen, wenn ein hoher pH-Wert die Eisenaufnahme blockiert, obwohl Eisen vorhanden ist. Bei Petunien begünstigen ein zu hoher pH-Wert und kalkhaltiges Gießwasser solche Chlorosen. Hohe Carbonathärte im Gießwasser kann den pH-Wert der Erde zusätzlich anheben. Wer mit hartem Wasser gießt, kann den pH-Wert also Schritt für Schritt in den Bereich treiben, der Chlorosen begünstigt. Regenwasser eignet sich als weiches und salzarmes Gießwasser. Eindeutig ist das Bild trotzdem nicht, denn Eisenmangel lässt sich nicht immer von anderem Spurennährstoffmangel unterscheiden.

Gelbe ältere Blätter

Gelbe ältere Blätter können bei Beet- und Balkonpflanzen durch Wasser-, Licht-, Temperatur-, Salz- oder Nährstoffstress entstehen. Kommen helles Laub und gehemmtes Wachstum dazu, kann das auf allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel hindeuten. In torffreier Erde kann trotz Vordüngung zu wenig Stickstoff verfügbar sein. Nach kühlen Nächten denke ich außerdem an die Kältegrenze von 10 °C bei empfindlichen Sorten.

Welke trotz Gießen

Welke Blätter an Gefäßpflanzen können von Wassermangel kommen, aber auch von Staunässe, Wurzelfäule oder Salzschäden nach zu hoher Düngergabe. Vor dem nächsten Gießen prüfe ich deshalb die Feuchte im Ballen und sehe nach, ob die Abzugslöcher frei sind. Bei torffreier Erde fühle ich tiefer im Topf nach oder hebe den Kasten an, weil die Oberfläche schneller abtrocknet als die Erde darunter. Bei Salzschäden durch zu hohe Düngergaben kann ein Austausch der Erde helfen.

Wenig Blüten

Starker Schatten vermindert die Blüte, das prüfe ich zuerst. Danach schaue ich, ob Verblühtes hängen geblieben ist, denn das Entfernen verblühter Blüten fördert die weitere Blüte. Einen phosphatbetonten Blütendünger nehme ich nicht als Pauschallösung, weil er keine fachlich sinnvolle pauschale Strategie zur Blütenförderung ist.

Lange, weiche Triebe bei Jungpflanzen

Werden Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün, kann das auf zu wenig Licht hindeuten. Viel Wärme bei Lichtmangel begünstigt lange, weiche Triebe, deshalb senkst du nach der Keimung die Temperatur.

Schädlinge und Krankheiten

Silbrig-gelbe Sprenkel auf den Blattoberseiten und bei starkem Befall Gespinste können auf Spinnmilben hindeuten, die Petunien unter trockenen Bedingungen befallen können. Schwacher Blattlausbefall lässt sich häufig mit einem Wasserstrahl abspülen, und faulende Teile mit grauem Belag entfernst du. Wie du Krankheiten und Schädlingen bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, zeigt der Überblick zu den Sommerblumen.

Nützliche Werkzeuge und Hilfsmittel für die Petunienpflege

Für die Nachtwerte im Frühjahr und Herbst nutze ich ein Thermometer, das den Tiefstwert speichert, und hänge es auf Höhe der Kästen. Zum Gießen sammle ich Regenwasser, denn es eignet sich als weiches und salzarmes Gießwasser. In einem Garten mit kleinen Kindern wird die Regentonne kindersicher verschlossen.

Kästen mit Wasserreservoir unterstützen das Gießen, sobald die Pflanzen eingewurzelt sind. Feuchteabhängige Tropfsysteme versorgen herkömmliche Balkonkästen und Kübel abhängig von der Substratfeuchte mit Wasser. Die Tropfer brauchen Schutz davor, zu verstopfen oder zu verkalken.

Zum Ausputzen genügen die Finger. Für Rückschnitte nehme ich eine saubere Schere. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinige ich Werkzeug und Handschuhe, bevor ich an die gesunden gehe.

Planung für die nächste Saison

Im Winter notiere ich, welche Sorte an welchem Platz stand und wie sie mit Regen und Hitze zurechtkam. Daraus entsteht meine Sortenliste für das nächste Jahr.

Wer von eigenen Petunien Samen ernten will, lässt einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntet bei trockenem Wetter. Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen die Samenbildung begrenzen, deshalb nehme ich diese Blüten bewusst vom Ausputzen aus. Die Samen trocknen auf Papier nach, kommen beschriftet in Tüten und lagern kühl, dunkel und trocken. Bei F1-Sorten rechne ich mit Nachkommen, die anders aussehen als die Mutterpflanze.

Älteres Saatgut prüfe ich vor der Saison mit einer Keimprobe auf feuchtem, nicht nassem Küchenpapier, das gegen Austrocknung abgedeckt ist. Anzuchtschalen wasche ich im Winter aus, weil die Vorkultur saubere Gefäße mit Wasserabzug und frische Aussaaterde braucht. Den Starttermin für die Vorkultur trägst du in den Aussaatkalender für Sommerblumen ein. Wo Petunien im nächsten Jahr im Beet stehen sollen, skizzierst du im Beetplaner.

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Das Petunien-Jahr im Überblick

Die Tabelle fasst die Arbeiten nach Zeitraum zusammen. Die genauen Termine richten sich nach der Sorte und dem Wetter bei dir.

Zeitraum Was ansteht Worauf du achtest
Winter bis Frühjahr Vorkultur im Haus nach Sortenangabe, ‘Velvet Purple’ F1 von Januar bis März Keimung bei 22–25 °C, danach kühler und hell
Frühjahr pikieren und abhärten bei niedrigen Nachttemperaturen wieder schützen
Nach Sortenangabe, ‘Velvet Purple’ F1 nicht vor Mitte Mai auspflanzen in Beet, Kasten oder Ampel vor Mitte Mai bepflanzte Gefäße bei Spätfrost schützen
Mai bis erster Frost gießen nach Bedarf, ausputzen, nachdüngen nach Vordüngung Nachtwerte unter 10 °C bei empfindlichen Sorten
Heiße Sommertage Feuchte prüfen, morgens gießen 1 l oder mehr je Pflanze und Tag möglich
Herbst Kompost oder Winterquartier Kübel vor der ersten Frostnacht hereinholen
Winter hell bei 5–10 °C, kein Dünger, wenig Wasser Saatgut, Gefäße und Pflanzplan vorbereiten
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Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Petunien-Aussaat?
Den Termin gibt die jeweilige Sortenangabe vor, die Petunie 'Velvet Purple' F1 etwa wird von Januar bis März im Haus vorgezogen. Die feinen Samen streust du auf die Erde, drückst sie leicht an und bedeckst sie nicht. Zur Keimung brauchen Petunien 22 bis 25 °C. Danach stellst du sie kühler und hell, weil viel Wärme bei Lichtmangel lange, weiche Triebe begünstigt.
Wie oft müssen Petunien gegossen und gedüngt werden?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht: Du gießt nach Bedarf und prüfst vorher die Feuchte mit dem Finger. An heißen Tagen können Petunien 1 l Wasser oder mehr je Pflanze und Tag brauchen, gegossen wird morgens direkt in den Wurzelbereich. Den Beginn der Nachdüngung bestimmt die Vordüngung der Erde, die Dosierung die Packungsangabe des Düngers. Im Winterquartier bekommen Petunien keinen Dünger.
Was bedeutet Pikieren bei der Petunienanzucht?
Pikieren heißt, die Sämlinge aus der Saatschale einzeln in eigene Töpfe zu setzen. Der Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Keimblätter entwickelt sind und das erste Laubblatt sichtbar wird. Du hältst den Sämling ohne Zug an den Keimblättern, setzt ihn mit gerader Wurzel in Pikiererde mit etwas Dünger und gießt an. In einem gärtnerischen Kulturverfahren werden Petunien nach der Keimung bei 12 bis 16 °C weitergezogen.
Worin unterscheiden sich Hängepetunien von aufrecht wachsenden Sorten?
Hängepetunien wie die Surfinien wachsen stark überhängend und eignen sich für Balkonkästen, Ampeln und Schalen. Sie haben einen hohen Nährstoffbedarf, werden reichlich gegossen und vertragen vollsonnige bis halbschattige Plätze. Für Beete und kompakte Gefäße gibt es buschig wachsende Multiflora-Petunien und kurzwachsende Potunien mit meist kegelförmigem Aufbau.
Was ist der Unterschied zwischen Surfinia und klassischen Petunien?
Surfinien zählen zu den hängenden Petunien: Als Hängesurfinien wachsen sie stark überhängend und füllen Balkonkästen, Ampeln und Schalen. Klassische Gartenpetunien gibt es dagegen auch als großblütige Grandiflora- und buschig wachsende Multiflora-Sorten. Bei Surfinien verdient die Erde Aufmerksamkeit, denn selbst gemischte, komposthaltige Substrate sind wegen ihres oft hohen pH-Werts häufig ungeeignet. Petunienerde bietet einen niedrigeren pH-Wert.
Welche häufigen Schädlinge befallen Petunien und wie erkennt man sie?
Unter trockenen Bedingungen können Spinnmilben Petunien befallen und silbrig-gelbe Sprenkel auf den Blattoberseiten sowie bei starkem Befall Gespinste verursachen. Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen und können gekräuselte oder verkrüppelte Blätter verursachen. Thripse können mit ihrer Saugtätigkeit silbrig graue Stellen und bei starkem Blütenbefall deformierte Blüten hinterlassen. Schwachen Blattlausbefall spülst du häufig schon mit einem Wasserstrahl ab.
Welche Pflanzenkombinationen eignen sich als Begleiter für Petunien?
Petunien brauchen kräftige Partner, denn in geprüften gemischten Balkonpflanzungen wurden schwache Partner im Sommer teils verdrängt, während Petunien häufig dominanter wurden. Eine geprüfte Gefäßkombination verband die Petunie 'Ray Salmon' mit Pelargonium 'Brocade Fire Night', Salvia 'GoGo Coral' und Lysimachia 'Goldi'. Am Salbei dieser Pflanzung wurden Bienen oder Hummeln beobachtet.
Was ist der Unterschied zwischen Grandiflora und Multiflora Petunien?
Grandiflora-Petunien tragen große Blüten und brauchen einen geschützten Platz. Multiflora-Petunien wachsen buschiger und sind wetterfester. Generell sind kleinere Petunienblüten gegenüber Wettereinflüssen robuster als größere. Für offene, ungeschützte Kästen eignen sich deshalb Multiflora-Sorten, Grandiflora stellst du besser unter ein Vordach.
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