Wunderblume in der Küche: Warum ihre Blüten nicht auf den Teller gehören
- Ob die Blüten der Wunderblume als Lebensmittel unbedenklich sind, ist nicht geklärt; deshalb gehören sie nicht in Salat, Tee oder Sirup.
- Samen und Wurzeln der Wunderblume sind giftig und in eine geringe Giftigkeitsstufe eingeordnet; der Umgang mit den Wurzeln kann Hautentzündungen auslösen.
- Essbar ist nur, was für genau diese Art als essbar feststeht, nie automatisch die ganze Gattung oder Familie.
- Für Teller und Glas eignen sich Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume, Kornblume, Gartenstiefmütterchen oder Würz-Tagetes.
- Blüten für die Küche sind unbehandelt, sicher bestimmt, morgens gepflückt, gewaschen und ohne Stempel, Staubblätter und grüne Teile.
- Am abendlichen Esstisch wirkt die Wunderblume als Duftpflanze: Sie öffnet am späten Nachmittag und schließt am nächsten Morgen.

Die Blüten der Wunderblume leuchten in Gelb, Pink, Orange oder Rot und sehen aus, als gehörten sie auf einen Sommersalat. Genau dort lasse ich sie weg. Die Pflanze hat giftige Teile, und ob ihre Blüten unbedenklich sind, ist nicht geklärt. Wenn du Wunderblumen im Beet hast und trotzdem Blütenfarbe in Küche und Glas bringen willst, erfährst du hier, worauf du achtest und welche Arten du stattdessen nimmst.
Sind die Blüten der Wunderblume essbar?
Die Wunderblume heißt botanisch Mirabilis jalapa. Für genau diese Art ist nicht geklärt, ob ihre Blüten als Lebensmittel unbedenklich sind, und deshalb empfehle ich keinen Verzehr. Das gilt für jede Zubereitung: roh im Salat, aufgegossen als Tee, gekocht als Sirup, eingefroren im Eiswürfel oder kandiert auf der Torte.
Klar ist dagegen, welche Teile giftig sind. Samen und Wurzeln der Wunderblume sind giftig und in eine geringe Giftigkeitsstufe eingeordnet. Der Umgang mit den Wurzeln kann außerdem Hautentzündungen auslösen. Die geringe Stufe ist keine Entwarnung für die Blüten, denn sie beschreibt nur Samen und Wurzeln.
„Bunte Gartenblüten kann man essen, wenn sie in Rezepten auftauchen.“ Das stimmt nicht. Essbar ist nur, was für genau diese Art als essbar feststeht. Eine solche Freigabe lässt sich nie auf die Gattung oder die Familie übertragen, und für die Wunderblume gibt es sie nicht.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; vor kalten, austrocknenden Winden schützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Vor kalten, austrocknenden Winden schützen; vor dem Herausnehmen der Knollen im Herbst zurückschneiden.
- Düngung
Für gutes Wachstum gelegentlich düngen und mäßig mit Wasser versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Blumenrabatten und Beete.
Giftige Teile im Beet: Samen, Wurzeln und Selbstaussaat
Die Wunderblume kann sich kräftig selbst aussäen und dabei unkrautartig ausbreiten. Weil gerade ihre Samen giftig sind, verteilt die Pflanze ihre giftigen Teile so selbst im Beet. Wächst sie neben Kräutern oder essbaren Blüten, schaue ich vor dem Pflücken für die Küche genau hin, was dazwischen aufgelaufen ist. Selbst gesammelte Blüten und Blätter kommen nur auf den Teller, wenn du sie sicher von giftigen Arten unterscheiden kannst.
Auch bei der Pflege begegnen dir die giftigen Teile. Die Knollen kannst du vor dem ersten Frost ausgraben und frostfrei überwintern. Ich ziehe dabei Handschuhe an, weil der Umgang mit den Wurzeln die Haut entzünden kann.
Kinder und Haustiere im Garten mit Wunderblumen
Kleine Kinder beaufsichtigst du im Garten und auf dem Balkon stets und erklärst ihnen früh, welche Gefahren es gibt. Nach der Gartenarbeit waschen sie vor dem Essen die Hände. In frei zugänglichen Kita-Bereichen werden Pflanzen mit giftigen Bestandteilen nicht gepflanzt. Die Wunderblume mit ihren giftigen Samen und Wurzeln gehört deshalb nicht dorthin.
Hat ein Kind Samen oder Wurzelstücke in den Mund genommen, entfernst du die Reste aus dem Mund und löst kein Erbrechen aus. Dann rufst du ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an. Für die Beratung zählen Pflanzenart, gegessener Pflanzenteil, Menge und Zeitpunkt sowie Alter und Gewicht des Kindes. Bei lebensbedrohlichen Anzeichen rufst du sofort den Rettungsdienst unter 112.
Besteht bei Hund oder Katze ein Vergiftungsverdacht, kontaktierst du sofort die Tierarztpraxis und nimmst bekannte Pflanzenreste mit. Hausmittel gibst du keine, und Erbrechen löst du auch beim Tier nicht aus.
Was stattdessen auf den Teller und ins Glas kommt
Wer Blütenfarbe in die Küche holen will, nimmt Arten, bei denen die Essbarkeit für genau diese Art feststeht. Bei den folgenden Sommerblumen ist das für die genannten Teile der Fall.
| Art | Essbare Teile | Verwendung in der Küche |
|---|---|---|
| Kapuzinerkresse | junge Blätter, Blüten, Knospen | Salat, Kräuterquark, essbare Dekoration; Geschmack würzig-scharf und leicht senfartig |
| Ringelblume | Blüten | gelbe bis orange Dekoration auf dem Salat; ausgekocht als gelber Sud anstelle von Safran |
| Kornblume | Blüten | essbare Dekoration, Salatzutat |
| Gartenstiefmütterchen (Viola × wittrockiana) | Blüten | Nachspeisen, Süßspeisen, Saft, Kompott |
| Petunie | Blüten | essbare Dekoration für Salate und Desserts |
| Tagetes tenuifolia | Blätter, Blüten | würzen Salate, Süßspeisen und Getränke |
| Würz-Tagetes ‘Hot Mexican’ (Tagetes lucida) | Blätter, Blüten | Salate, Soßen, Geflügel, Kakao, Tee; intensiv-würziges Aroma mit feiner Anisnote |
Bei der Großen Kapuzinerkresse beginnt die Blatternte ab Mai. Ihre Blüten erntest du von Juni bis Oktober.
Für den Verzehr bestimmte Blüten dürfen nicht mit chemischen Mitteln behandelt sein. Ich nehme deshalb nur Blüten aus Beeten, bei denen ich weiß, was dort ausgebracht wurde. Denk auch an Allergien: Die Pollen essbarer Blüten können bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Kontaktallergene wie Sesquiterpenlaktone kommen vor allem bei Korbblütlern vor, zu denen die Ringelblume gehört. Auch Tagetes-Züchtungen können Stoffe enthalten, die Allergien auslösen.
Welche Sommerblumen sich essen lassen und welche giftig sind, ordnet der Überblick zu essbaren Blüten und giftigen Arten unter den Sommerblumen ein.
Essbare Blüten pflücken und vorbereiten
Ich pflücke Blüten für die Küche morgens, dann sind sie am frischesten und halten länger. Gepflückt wird nur an Stellen, die du genau kennst und die Tieren nicht als Toilette dienen. Am besten verwendest du die Blüten direkt nach dem Pflücken, damit sie nicht an Geschmack verlieren. Musst du warten, halten sie sich in einer Schale mit Wasser einige Stunden im Kühlschrank frisch.
Vor dem Verzehr suchst du die Blüten nach Tieren ab und wäschst sie unter fließendem Wasser. Danach tupfst du sie vorsichtig mit Haushaltspapier trocken. An den Blüten entfernst du Stempel, Staubblätter und grüne Teile. Kapuzinerkresseblüten befreist du vorsichtig von Insekten und wäschst sie sehr sanft.
Art sicher bestimmt und für genau diese Art als essbar bekannt; unbehandelt; an einer Stelle gepflückt, die du kennst und die Tieren nicht als Toilette dient; morgens geerntet; auf Tiere geprüft und vorsichtig gewaschen; Stempel, Staubblätter und grüne Teile entfernt.
Getränke und Haltbarmachen: Essig, Zucker, gelber Sud
Für Getränke eignen sich Blätter und Blüten der Tagetes tenuifolia, die auch Getränke würzen. Die Würz-Tagetes ‘Hot Mexican’ verfeinert Kakao und Tees. Mit Blüten des Gartenstiefmütterchens verfeinerst du Saft oder Kompott.
Für einen Blütenessig setzt du unbehandelte und trockene essbare Blüten oder Kräuter in einer sterilisierten Flasche an. Der Ansatz ruht mindestens eine Woche an einem kühlen, dunklen Ort. Danach filterst du die Blüten ab. Von der Kapuzinerkresse legst du geschlossene Knospen und unreife Samen in Kräuteressig ein, sie dienen dann als Ersatz für Kapern.
Zum Verzuckern streichst du einzelne Blütenblätter mit fein verquirltem Eiweiß ein und bestreust sie mit sehr feinem Kristallzucker. Anschließend trocknen sie bei 50 °C im Ofen. Für Nachspeisen bieten sich dafür Blütenblätter des Gartenstiefmütterchens an. Ringelblumen färben Speisen gelb: Ausgekocht ergeben ihre Blüten einen kräftig gelben Sud, der Safran als Farbgeber ersetzen kann.
Kräuteröl mit frischen Kräutern auf Vorrat ansetzen. Selbst hergestellte Kräuteröle gehören in den Kühlschrank und werden spätestens am Tag nach der Herstellung verzehrt.
Die Wunderblume am Abendtisch: Duft statt Zutat
Mit dem Essen hat die Wunderblume bei mir trotzdem zu tun, nur nicht auf dem Teller. Ich setze sie dorthin, wo wir abends draußen sitzen. Ihre Blüten öffnen sich am späten Nachmittag, schließen sich am nächsten Morgen und duften. Wie Levkojen und Goldlack zählt sie zu den Nachtduftern. Weil Duftpflanzen an Sitzplätzen und Terrassen gut wahrnehmbar sind und die Wunderblume erst gegen Abend öffnet, gehört sie in die Nähe des abendlichen Esstischs. Im Kübel lässt sie sich direkt an die Terrasse stellen; wie das in Kübel, Balkonkasten und Hängekorb gelingt, zeigt der Ratgeber zu Wunderblumen auf dem Balkon.
Am Abend kommen Nachtfalter, für sie sind die ungefüllten Blüten ein zusätzliches Nahrungsangebot. Zwischen 80 und 95 % der heimischen Schmetterlinge sind nachtaktiv. Dekolichter wie Solarleuchten und Lichterketten beeinträchtigen diese nachtaktiven Arten. Brauchst du am Tisch Licht, nimm gezielt nach unten strahlendes, warmweißes Licht mit geringer Leuchtintensität und Bewegungsmelder.
Was für eine Pflanze ist die Wunderblume?
Die Wunderblume ist eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Knollenpflanze, die bei uns häufig einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. kultiviert wird, weil sie nicht winterhart ist. Ihre gescheckten Blüten gehen auf eine Mutation im Farbstoff-Gen CYP76AD3 zurück, die ein springendes Erbgutstück, ein Transposon, ausgelöst hat. Herkunft, Merkmale, Nachtblüte und Sorten stellt das Porträt vor, was die Wunderblume im Garten auszeichnet, den artübergreifenden Rahmen gibt das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber.
Was braucht die Wunderblume im Beet?
Ins Beet oder im Gefäß nach draußen kommt die Wunderblume erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Sie wächst in den meisten Böden und auch im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone., bevorzugt aber volle Sonne, und gut überwinterte Pflanzen werden mit den Jahren größer. Die Aussaat beschreibt der Ratgeber, wie du Wunderblumen im Garten aussäst; AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Pflege erklärt der Pflegeabschnitt im Sommerblumen-Ratgeber.


