Wunderblumen und Artenvielfalt: Was die Nachtblüher Faltern und Bienen bieten
- Wunderblumen öffnen ihre duftenden Blüten am späten Nachmittag und schließen sie am nächsten Morgen, bestäubt werden sie von nachtaktiven Schwärmern.
- Die ungefüllten Blüten sind zusätzliche Nahrung für Nachtfalter, zugleich ist die Wunderblume als Bienenweide eingestuft.
- Sie blüht von Juli bis Oktober und damit auch im Spätsommer, wenn vielerorts Blüten fehlen.
- Dekolichter beeinträchtigen nachtaktive Arten, ein Nachtgarten für Falter bleibt deshalb möglichst dunkel.
- Eine Wunderblume ersetzt keinen Lebensraum: Heimische Pflanzen, Raupenfutter und offene Bodenstellen gehören dazu.

Wenn ich an Sommerabenden noch einmal durch den Garten gehe, bleibe ich zuerst bei den Wunderblumen stehen. Ihre Blüten öffnen sich am späten Nachmittag und bleiben bis zum nächsten Morgen offen. Damit versorgen sie Insekten, die du tagsüber kaum zu sehen bekommst, denn zwischen 80 und 95 % der heimischen Schmetterlinge sind nachtaktiv.
Wer die Wunderblume für mehr Artenvielfalt pflanzt, sollte wissen, was sie leistet und was nicht. Sie liefert Nahrung, einen ganzen Lebensraum ersetzt sie nicht. Mit passenden Partnerpflanzen, dunklen Nächten und Nistplätzen wird daraus ein Garten, der auch nach Sonnenuntergang etwas bietet.
Was ist die Wunderblume? Der Steckbrief
Die Wunderblume heißt botanisch Mirabilis jalapa. Sie ist eine mehrjährige Knollenpflanze, wird bei uns aber häufig einjährig kultiviert, weil sie nicht winterhart ist. Die Merkmale, auf die es für Beet und Insekten ankommt, fasst die Tabelle zusammen.
| Merkmal | Wunderblume (Mirabilis jalapa) |
|---|---|
| Lebensform | mehrjährige Knollenpflanze, häufig einjährig kultiviert |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
| Wuchshöhe | 60–80 cm |
| Wuchsbreite | 30–50 cm |
| Blütezeit | Juli bis Oktober |
| Blütenöffnung | später Nachmittag bis zum nächsten Morgen |
| Duft | duftende Blüten |
| Blütenfarben einer angebotenen Mischung | Gelb, Lila, Orange, Pink, Rot und mehrfarbig |
| Licht | sonnig, geschützt vor kalten, austrocknenden Winden |
| Feuchte | feucht |
| Insekten | Nachtfalter, als BienenweideAls Bienenweide bezeichnet man Blütenpflanzen, die Honig- und Wildbienen reichlich Nektar und Pollen bieten. Auch eine Fläche, die mit solchen Pflanzen bepflanzt oder eingesät ist, heißt Bienenweide. eingestuft, nützlingsfreundlich |
| Vase | keine Schnittblume |
Herkunft, Sorten und den Einsatz als Beetpflanze und Sichtschutz findest du im Ratgeber über Merkmale, Sorten und Verwendung der Wunderblume im Garten. Hier geht es um das, was die Pflanze für Insekten bedeutet.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; vor kalten, austrocknenden Winden schützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Vor kalten, austrocknenden Winden schützen; vor dem Herausnehmen der Knollen im Herbst zurückschneiden.
- Düngung
Für gutes Wachstum gelegentlich düngen und mäßig mit Wasser versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Blumenrabatten und Beete.
Warum öffnet die Wunderblume ihre Blüten erst abends?
Bestäubt wird die Wunderblume von nachtaktiven Schwärmern, und auf diese Besucher ist ihr Tagesrhythmus abgestimmt. Ihre Blüten gehen in den Abendstunden auf, die ersten schon am späten Nachmittag. Geschlossen wird erst am nächsten Morgen. Dazu kommt der Duft, denn die Wunderblume zählt zu den duftenden Sommerblumen.
Wie früh die Blüten genau aufgehen, ist nicht überall gleich. Öffnungs- und Schließzeiten von Blüten hängen auch von Klima, Lichtverhältnissen und dem Zusammenspiel mit Tieren ab. Ich gehe deshalb an warmen und an kühlen Abenden ans Beet und vergleiche, wann die ersten Blüten offen sind.
Welche Insekten besuchen Wunderblumen?
Nachtfalter und Schwärmer
Für Nachtfalter sind die ungefüllten Blüten der Wunderblume ein zusätzliches Nahrungsangebot. Ungefüllte Blüten erleichtern Insekten den Zugang zu Nektar und Pollen. Bei stark gefüllten Zierblüten kommen sie dagegen häufig nur schwer heran. Die Schwärmer sind an der Wunderblume nicht nur Gäste, sie übernehmen die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport., für die sich die Blüten abends öffnen. Welche Arten das in deinem Garten sind, zeigt dir eigenes Hinschauen in der Dämmerung.
Bienen und andere Blütenbesucher
Ein reiner Nachtfalter-Spezialist ist die Wunderblume nicht. Sie ist als Bienenweide eingestuft und gilt als nützlingsfreundlich. Wie stark Insekten eine Pflanze anfliegen, ist allerdings sehr selektiv. Bei Beet- und Balkonpflanzen werden sogar einzelne Farbsorten innerhalb einer Art und Serie unterschiedlich stark besucht. Ich setze deshalb eine Farbmischung und schaue an mehreren Abenden, an welchen Blüten sich etwas tut.
Was bringt die Wunderblume der Artenvielfalt in deinem Garten?
Blüten bis in den Herbst
Die Wunderblume blüht von Juli bis Oktober. Vielerorts fehlt es im zeitigen Frühjahr und vor allem im Spätsommer an einem ausreichenden Blütenangebot. Mit ihrer Blüte von Juli bis Oktober deckt die Wunderblume also einen Teil der Spätsommerlücke ab, in der vielerorts Blüten fehlen. Für das zeitige Frühjahr brauchst du andere Pflanzen.
Warum ungefüllte Blüten zählen
Für bienenfreundliche Pflanzungen eignen sich viele ungefüllte und halbgefüllte Blüten als Pollen- und Nektarquellen. Stark gefüllte Blüten meidest du besser, denn gefüllte Zuchtformen sind häufig steril und bieten dann keine Nahrung für Bienen. Eine feste Regel ist das nicht: Auch gefüllt blühende Zierpflanzen können noch Pollen oder Nektar bilden. Die Füllung allein bestimmt den Bienenwert also nicht sicher. Bei der Wunderblume stellt sich die Frage nicht, ihre Blüten sind ungefüllt.
Was eine einzelne Pflanze nicht leisten kann
Eine Wunderblume im Beet ist ein Nahrungsangebot, kein vollständiger Lebensraum. Neben Nektar brauchen Schmetterlinge Pflanzen, an denen ihre Raupen fressen. Für Tagpfauenauge und Kleinen Fuchs sind das zum Beispiel Brennnesseln. Einige spezialisierte Wildbienen sind außerdem auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Deshalb ergänzt du ein Blütenangebot aus Gartenpflanzen um heimische Arten regionaler Herkunft.
„Mit Wunderblumen rettest du bedrohte Nachtfalter.“ Eine einzelne Gartenpflanze ist kein Artenschutzprogramm. Die Wunderblume gibt Nachtfaltern zusätzliche Nahrung, mehr nicht. Dunkle Nächte, Raupenfutterpflanzen und heimische Arten gehören dazu, wenn dein Garten Faltern mehr bieten soll als Nektar.
Wie legst du einen Nachtgarten für Falter an?
Ein Nachtgarten verbindet Pflanzen, die abends blühen oder duften, mit möglichst dunklen Nächten. Die Wunderblume ist dafür ein guter Anfang, sie braucht aber Partner.
Setz die Wunderblumen dorthin, wo du abends sitzt. Duftpflanzen nimmst du an Sitzplätzen, Terrassen und Gartenwegen gut wahr, und die Besucher siehst du aus der Nähe.
Partner mit Abendduft
Einige Pflanzen duften gerade abends und passen deshalb zur Wunderblume. Die Tabelle zeigt drei Beispiele und was du bei ihnen beachten solltest.
| Pflanze | Was sie mitbringt | Zu beachten |
|---|---|---|
| Nachtviole (Hesperis matronalis) | duftet besonders in den Abendstunden | die Nachtviolen-Mischung blüht erst ab dem zweiten Jahr |
| Levkojenmischung ‘Duftbouquet’ | duftet abends besonders intensiv, Gartenlevkojen können Bestäuber anziehen | in heißem Sommerklima verkürzt sich die Blütezeit |
| Vanilleblume ‘Sonnenwende’ | Vanilleduft, der abends zur Geltung kommt, als Bienenweide eingestuft | alle Pflanzenteile sind giftig, nicht trockenheitstolerant |
Bei der Vanilleblume bedenkst du die Giftigkeit, wenn kleine Kinder im Garten spielen. Die Nachtviole planst du mit etwas Vorlauf ein, weil die Mischung erst im zweiten Jahr blüht.
Heimische Pflanzen für Nachtinsekten
Zu den heimischen Pflanzen für nachtaktive Insekten gehören Echtes Seifenkraut, Gewöhnliche Wegwarte, Königskerzen, Moschus-Malve sowie Rote und Weiße Lichtnelke. Die Moschus-Malve steht nicht nur auf dieser Liste. Sie bietet auch Hummeln, Bienen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. Pollen und Nektar und dient wie andere Wildmalven verschiedenen Schmetterlingsarten als Raupenfutter. Neben die Wunderblume gesetzt, versorgt sie also Nachtinsekten, Tagbesucher und Raupen zugleich. Sie wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen mit nährstoffreichem Boden.
Licht aus für die Nachtfalter
Dekolichter wie Solarleuchten und Lichterketten beeinträchtigen nachtaktive Arten. Wer Wunderblumen für Nachtfalter pflanzt und daneben eine Lichterkette brennen lässt, arbeitet also gegen das eigene Ziel. Brauchst du im Garten Licht, wähle zielgerichtetes, nach unten strahlendes, warmweißes Licht mit geringer Leuchtintensität und Bewegungsmelder. Ich schalte die Terrassenlampe aus, bevor ich mich abends zu den Wunderblumen setze.
Wunderblumen in Sitzplatznähe; Partner mit Abendduft wie Nachtviole oder Levkoje; heimische Arten wie Wegwarte, Königskerzen und Lichtnelken; Dekolichter aus; nötiges Licht warmweiß, schwach, nach unten gerichtet und mit Bewegungsmelder.
Blüten vom Frühjahr bis zum Herbst
Ein insektenfreundlicher Garten bietet vom Frühjahr bis zum Herbst blühende Pflanzen. Dafür kombinierst du Arten mit unterschiedlichen Blühzeiten. Krokus und Lungenkraut im Frühjahr, Schmuckkörbchen und Kornblume im Sommer sowie ungefüllte Herbstastern können das Angebot für Bienen über die Saison ergänzen. Myrten-Astern bringen noch im Oktober Blüten für Bienen. Die Wunderblume ergänzt diese Folge von Juli bis Oktober um ein Angebot am Abend. Deine Blühfolge kannst du mit dem Beetplaner für dein Beet zusammenstellen.
Was brauchen Insekten außer Blüten?
Blüten liefern Nahrung, Insekten brauchen aber auch Orte zum Nisten und Überwintern.
Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten nistet im Boden. Sie profitieren von offenen Bodenstellen, die besonnt sind und langfristig ungestört bleiben.
Lass deshalb eine sonnige Stelle unbewachsen und tritt dort möglichst nicht hinein. Totholz sowie Stein- und Holzhaufen ergänzen das Blütenangebot um Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten. Baust du ein Nistholz, bohrst du die Gänge splitterfrei ins Längsholz und lässt sie auf der Rückseite geschlossen. Marienkäfer finden unter Laubschichten und in PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. Schutz für den Winter.
Im Staudenbeet schneidest du die vorjährigen Stängel erst im Frühjahr ab. Über Winter stehen gelassene Stängel bieten Insekten Quartiere, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Ich lasse neben meinem Wunderblumenbeet deshalb ein Stück Staudenbeet bis zum Frühjahr stehen.
Was weiß man über Wunderblumen, und was kannst du selbst beobachten?
Gescheckte Blüten
Hinter gescheckten Blüten der Wunderblume steckt eine Transposon-vermittelte Mutation im Gen CYP76AD3. Dieses Gen gehört zur Betalain-Synthese der Pflanze. Warum eine Wunderblume verschiedenfarbige Blüten tragen kann, erklärt ein eigener Ratgeber ausführlich.
Was Blühpflanzen für Nützlinge leisten
Ungefüllte Ringelblumen und Kosmeen bieten erwachsenen SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und Schwebfliegen gut zugängliche Blütennahrung. Damit unterstützen sie auch Blattlausfeinde. In einem Versuch im Kohlanbau mit Kornblume, Ringelblume und Steinkraut wurden mehr räuberische Nützlinge wie Spinnen, Laufkäfer und Kurzflügler beobachtet. Der Schädlingsdruck war dort aber nur etwas niedriger. Blühpflanzen fördern Nützlinge, eine Garantie gegen Schädlinge sind sie nicht. Das gilt auch für die Wunderblume, die als nützlingsfreundlich gilt.
Dein eigener Blüh- und Besucherkalender
Was an deinen Wunderblumen passiert, findest du durch eigenes Beobachten heraus. Für eine Blumenuhr protokolliert man Pflanzenart, Standort, Datum, Uhrzeit, Witterung und den Blütenzustand, also offen oder geschlossen. Bei der Wunderblume notierst du genau diese Angaben und schreibst dazu, welche Insekten du an den Blüten siehst. Wann deine Pflanzen öffnen und schließen, leitest du aus den Zeiten an deinem eigenen Standort ab. Über eine Saison siehst du so, ob Wetter und Licht den Rhythmus bei dir verschieben.
Ich lege für die Wunderblumen ein kleines Heft an und setze mich in der Dämmerung mit Stift und Taschenlampe ans Beet. Die Lampe schalte ich nur kurz und nach unten gerichtet ein, wenn ich etwas aufschreibe.
Nachtbesucher fotografieren
Wer die Besucher festhalten will, hat in der Dämmerung mit Bewegung und wenig Licht zu tun. Eine kurze Verschlusszeit vermindert Bewegungsunschärfe bei bewegten Motiven wie Faltern im Anflug. Mit höheren ISO-Werten kann das Bildrauschen zunehmen, wie stark, hängt vom Kamerasensor ab. Rückst du nah an die Blüte, wird der scharf abgebildete Tiefenbereich kleiner. RAW-Dateien enthalten mehr Bildinformationen als JPEG-Dateien, brauchen aber passende Software zum Bearbeiten. Ich fotografiere im Restlicht der Dämmerung und verzichte auf eine Zusatzlampe am Beet.
Beobachten mit Kindern
Gemeinsame Gartenarbeit gibt Kindern Gelegenheit, Naturvorgänge zu beobachten, Pflanzen zu pflegen und Verantwortung zu übernehmen. Bei der Wunderblume können sie verfolgen, wie sich die Blüten am Abend öffnen und wer danach zu Besuch kommt.
Die Wunderblume ist eine Schaupflanze, keine Naschpflanze. Für ihre Blüten und Samen gibt es keine Verzehrempfehlung, auch nicht als Dekoration auf dem Teller. Kleine Kinder beaufsichtigst du im Garten stets, und nach der Gartenarbeit werden vor dem Essen die Hände gewaschen. Hat ein Kind möglicherweise giftige Pflanzenteile verschluckt, entferne Reste aus dem Mund, ruf ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löse kein Erbrechen aus.
Selbstaussaat und eigene Samen: Wie gehst du damit um?
Lässt du Verblühtes an der Wunderblume stehen, können Samen ausreifen. Möchtest du keine Sämlinge an Stellen, an denen du sie nicht geplant hast, entfernst du welke Blüten. Bei Sommerblumen kann das die Samenbildung begrenzen und zugleich weitere Blüten fördern. Für die Nachtfalter heißt das: AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. nimmt ihnen nichts weg, es kann sogar weitere Blüten bringen.
Tauchen im Frühjahr Sämlinge auf, unterscheidest du sie beim Jäten sicher von unerwünschten Keimlingen. Deine Samen bleiben dabei im Garten. In der freien Natur darf Saat- und Pflanzgut nur innerhalb seiner Vorkommensgebiete ausgebracht werden, und Gärten, die zu Gebäuden gehören, zählen nicht zur freien Natur.
Samen sammeln und lagern
Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest bei trockenem, sonnigem Wetter. Die Samen trocknest du auf Papier nach und trennst sie von Pflanzenresten. Dann beschriftest du sie und lagerst sie kühl, dunkel und trocken in dicht schließenden Gefäßen. Stammt deine Wunderblume aus einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Ob älteres Saatgut noch keimt, prüfst du mit einer Probeaussaat aus genau abgezählten Körnern.
Samen verpacken, bevor sie ganz trocken sind. Luftdicht und kühl kommen nur vollständig getrocknete Samen ins Lager, damit Feuchtigkeit und Wärme ihnen nicht schaden.
Anbau, Kübel und Winter: das Wichtigste in Kürze
VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. kannst du Wunderblumen ab März oder April, gesät wird auch noch im Mai. Die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in die Erde, und nach draußen dürfen die Pflanzen erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Wie Direktsaat, Vorkultur und Pflege bei Sommerblumen grundsätzlich laufen, liest du im Sommerblumen-Ratgeber zu Aussaat, Vorkultur und Pflege.
Im Kübel gedeiht die Wunderblume ebenfalls, sie ist topfgeeignet und passt in Terrassen- und Gefäßbepflanzungen. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht.
Wunderblumen lassen sich überwintern, ihre Knollen brauchen dafür einen frostfreien Platz, und gut überwinterte Pflanzen werden mit den Jahren größer. Welche Arbeiten von der Aussaat bis zum Winterquartier anfallen, zeigt der Jahresplan zur Pflege von Wunderblumen.
Bei schwachem Blattlausbefall genügt an Zierpflanzen wie der Wunderblume häufig ein Wasserstrahl, und vorher schaust du nach Nützlingen wie Marienkäfern. Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtest du im insektenfreundlichen Garten, weil das auch nützliche Insekten schont. Wie du bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, steht im Sommerblumen-Ratgeber unter Krankheiten und Schädlinge.


