Schleifenblume in der Stadt: Wirkung für Wildbienen und wo du sie pflanzt
- Die Immergrüne Schleifenblume blüht im April und Mai; die Sorte 'Appen-Etz' ist damit eine frühe Nahrungsquelle für Wildbienen.
- Geeignete Stadtplätze sind Trockenmauern, Kiesflächen, Pflanztröge und sonnige Beeteinfassungen.
- Sie braucht einen sonnigen bis vollsonnigen Platz mit durchlässigem, trockenem bis frischem Boden.
- Auf Kiesflächen gehört mineralischer Mulch dazu, Rindenmulch ist dort ungeeignet.
- In einem von der LWG untersuchten Fassadensystem hat sich die Sorte 'Appen-Etz' nicht bewährt.
- Die einjährige Doldige Schleifenblume eignet sich für Beet, Balkon, Topf und Hochbeet.

Für eine sonnige Hofmauer, einen Kiesstreifen vor dem Haus oder einen Trog auf der Dachterrasse suchst du eine Pflanze, die Sonne verträgt und früh blüht. Ich setze an solchen Stellen gern die Immergrüne Schleifenblume ein, weil sie im April und Mai blüht und mit durchlässigem, kargem Boden auskommt. Was sie in der Stadt bewirkt, wo sie hinpasst und wo ihre Grenzen liegen, zeige ich dir hier.
Was bewirkt die Schleifenblume in der Stadt?
Ihr Beitrag zum Stadtgrün ist zuerst eine frühe Blüte. Die Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens) blüht im April und Mai. Die Sorte ‘Appen-Etz’ ist mit dieser frühen Blüte eine Nahrungsquelle für Wildbienen. Dazu kommt, wo die Pflanze wächst: an Trockenmauern, auf Kiesflächen, in Pflanztrögen und an sonnigen Beeteinfassungen.
Für das ganze Insektenjahr reicht sie allein aber nicht. Ihre Blüte endet im Mai, und eine artenreiche Pflanzung mit unterschiedlichen Blütezeiten verlängert das Blütenangebot für Insekten. Plane die Schleifenblume deshalb als frühen Baustein und setze Partner für Sommer und Herbst dazu.
Oft liest du, Schleifenblumen würden Feinstaub binden, Straßen kühlen, Streusalz vertragen oder die Pflegekosten einer Stadt senken, und neue Stadtsorten sollen noch mehr leisten. Ich plane die Schleifenblume nach Standort und Blütezeit.
Und die Wirkung als Heilpflanze?
Falls du bei „Wirkung“ an Heilkunde denkst: Hier geht es um die Schleifenblume als Zierpflanze. Nachgesagte Wirkungen ersetzen keinen ärztlichen Rat. Iss keine Pflanzenteile aus Garten oder Stadtbeet, die nicht sicher als essbar bestimmt sind.
Zwei Schleifenblumen, zwei Aufgaben
Für die Stadt sind zwei Arten interessant. Die Immergrüne Schleifenblume ist ein polsterförmiger HalbstrauchEin Halbstrauch ist eine ausdauernde Pflanze, die unten verholzt, während die Triebe des laufenden Jahres krautig und grün bleiben. Er steht zwischen Staude und Gehölz; Beispiele sind Lavendel, Salbei und Thymian. mit verholzender Basis, die Doldige Schleifenblume (Iberis umbellata) ist einjährig und nicht winterhart. Was beide botanisch auszeichnet, steht im Ratgeber zu den botanischen Besonderheiten der Schleifenblume. Wie sich die Lebensläufe von Stauden, Zweijährigen und Gräsern unterscheiden, erklärt das Kurzporträt im Stauden-Ratgeber.
Wo passt die Schleifenblume in der Stadt hin?
Die Immergrüne Schleifenblume braucht einen sonnigen bis vollsonnigen Platz. Der Boden soll durchlässig sein, trocken bis frisch. Geeignet sind Trockenmauern, Kiesflächen, Pflanztröge und sonnige Beeteinfassungen.
Übertragen auf die Stadt sind das die Trockenmauer im Hof, der Kiesstreifen am Hauseingang, der Trog auf Terrasse oder Dachterrasse und die Kante eines sonnigen Vorgartenbeets. Schattige Baumscheiben und Hinterhöfe ohne direkte Sonne erfüllen ihre Ansprüche nicht. Worauf es beim Standort im Einzelnen ankommt, zeigt der Ratgeber zum passenden Standort für die Schleifenblume.
| Merkmal | Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens) | Doldige Schleifenblume (Iberis umbellata) |
|---|---|---|
| Lebensform | polsterförmiger Halbstrauch mit verholzender Basis | einjährig, nicht winterhart |
| Blütezeit | April und Mai | Juni bis August |
| Licht | sonnig bis vollsonnig | sonnig |
| Boden | durchlässig, trocken bis frisch, pH 6 bis 8 am Gartenstandort | feucht und gut durchlässig, nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich, neutral bis alkalisch |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | Zone 6a, −23,3 bis −20,5 °C | nicht winterhart |
| Abstand | 36 cm Pflanzabstand als Polster, ohne eigene Reihenangabe | 20 cm in der Reihe, 20 cm Reihenabstand |
| Stadtplätze | Trockenmauer, Kiesfläche, Pflanztrog, Beeteinfassung | Beet, Balkon, Topf, Hochbeet |
Die klassischen Gartenplätze von Trockenmauer bis Balkon beschreibt der Ratgeber über Einsatzorte der Schleifenblume im Garten. Wie du sie im Steingarten pflanzt und gestaltest, erklärt ein eigener Ratgeber. Wie die Schleifenblume mit Hitze, Trockenheit und Frost umgeht, vertieft der Beitrag zur Anpassung der Schleifenblume an extreme Wetterbedingungen.
Fassade und Gründach: Wo ist Vorsicht angebracht?
An der Fassade bin ich zurückhaltend, und das hat einen konkreten Grund.
Rechne bei einem Fassadensystem nicht fest mit der Schleifenblume. Die Sorte ‘Appen-Etz’ hat sich in einem von der LWG untersuchten Fassadenbegrünungssystem nicht bewährt, weil Vitalität und Deckung nicht ausreichten.
Für solche Dächer eignen sich zum Beispiel Gräser wie Regenbogen-Schwingel und Blaugras. Wenn du ein Dach begrünen willst, plane die Schleifenblume deshalb lieber in einem Trog auf der Dachterrasse ein.
Wie legst du eine Kiesfläche für die Schleifenblume an?
Auf einer Kiesfläche entscheidet der Untergrund, denn die Schleifenblume braucht durchlässigen Boden. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule.
Zuerst entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Bodenverdichtungen. Verdichtete Unterböden lockerst du, lehmigen Boden machst du mit Sand oder feinem Kies durchlässiger. Auf steinigem oder sandigem Boden lockerst du die unkrautfreie Fläche tief. Bei bindigem Lehm- oder Tonboden trägst du nach der Kiesbeetmethode zuerst die obere Schicht ab und lockerst danach den Untergrund tiefgründig. Bei Staunässe müssen auch tiefer liegende Verdichtungen weg.
Obenauf kommt mineralischer Mulch aus Kies oder Splitt. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. ist auf einer trockenen Kiesfläche mit Immergrüner Schleifenblume ungeeignet, weil er ein feucht-saures Milieu schafft. Kompost zur Anreicherung lässt du weg, denn für PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. ist eine Kompostgabe nicht sinnvoll. Gedüngt wird beim Pflanzen ebenfalls nicht.
| Arbeitsschritt | Maß |
|---|---|
| Lockern auf steinigem oder sandigem Boden | 30 bis 40 cm tief |
| Abtragen auf bindigem Lehm- oder Tonboden | obere 30 cm, danach den Untergrund tiefgründig lockern |
| Mineralischer Mulch, Körnung | 8 bis 16 mm |
| Mineralischer Mulch, Schichtstärke | 5 bis 7 cm |
Bevor ich auf einer Stadtfläche Kies verteile, steche ich an mehreren Stellen den Spaten tief ein und sehe mir die Schichten an. An feuchter, nicht nasser Erde mache ich dann die Fingerprobe: Körnigkeit, Formbarkeit und Klebrigkeit zeigen mir, ob ich Sand, Lehm oder Ton vor mir habe.
Wie gelingt die Schleifenblume im Pflanztrog?
Wo kein offener Boden zur Verfügung steht, ist der Pflanztrog der passende Stadtplatz. Für Steingartenpflanzen in Gefäßen eignet sich ein lockeres, nährstoffarmes Substrat. Für die Sorte ‘Snow Flurries’ der Immergrünen Schleifenblume passt im Topf ein gut drainiertes Staudensubstrat. Der Substrat-pH liegt dafür zwischen 5,5 und 7,5.
Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft. Bei torffreier Erde prüfst du die Feuchte vor dem Gießen auch unten im Topf, weil eine trockene Oberfläche tiefere Nässe verdecken kann. Gedüngt wird gering bis mäßig und ohne hohe Stickstoffgaben.
Im Winter braucht der Trog Aufmerksamkeit. Auch winterharte Pflanzen können im Kübel erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert. Isoliere das Gefäß deshalb an Wand, Oberfläche und Boden, aber so, dass Gießen und Wasserabzug möglich bleiben. Immergrüne Freilandpflanzen im Kübel schützt eine luftdurchlässige Beschattung vor Frosttrocknis in der Wintersonne. Weil die Immergrüne Schleifenblume ihr Laub über Winter behält, braucht ein sonnig stehender Trog diesen Schatten. An frostfreien Tagen gießt du bei Bedarf auch im Winter.
Den Untersetzer über Winter unter dem Trog stehen lassen. Darin staut sich Wasser, das beim Gefrieren Schäden verursachen und den Topf auffrieren lassen kann. Nimm ihn deshalb weg, bevor der Frost kommt.
Die Doldige Schleifenblume eignet sich als Beet- und Balkonpflanze, für Topf und Hochbeet. Weil die Art einjährig ist, setzt du sie jedes Jahr neu. Im Kasten planst du in der Reihe 20 cm Abstand. Bei mehreren Reihen rechnest du auch zwischen den Reihen mit 20 cm. Lass die Pflanzen nicht zu dicht stehen, und dünge die Sorte ‘Red Flash’ im Topf gelegentlich.
Für größere Kübel im Stadtraum zeigt ein eigener Ratgeber, wie sich Schmucklilien in der Stadtplanung einsetzen lassen.
Doldige Schleifenblume: Aussaat und Blumenmischungen
Die Doldige Schleifenblume ist die Art für Flächen, die du jedes Jahr neu einsäst. Ihre Blüte fällt in die Monate Juni bis August und folgt damit auf die Blüte der Immergrünen Schleifenblume. Die Pflanzen werden 20 bis 30 cm hoch und ebenso breit.
Die Doldige Schleifenblume säst du direkt ins Freiland. Für die Quedlinburger Mischung ist das von März bis Mai möglich. Für die Art allgemein reicht das Aussaatfenster von April bis Juni. Die samen.liveckst du nur dünn ab, drückst sie leicht an und hältst sie feucht. Zur Keimung bleibt die Saat dunkel. Nach dem Auflaufen vereinzelst du die Quedlinburger Mischung im Mai oder Juni.
Die Immergrüne Schleifenblume kannst du ebenfalls selbst ziehen, wenn du eine größere Fläche bepflanzen willst. Ihre Samen bleiben an der Oberfläche liegen. Für die Aussaat empfiehlt die Gesellschaft der Staudenfreunde sandige Aussaaterde.
| Angabe | Doldige Schleifenblume | Immergrüne Schleifenblume |
|---|---|---|
| Aussaatzeit | April bis Juni, Quedlinburger Mischung März bis Mai | März bis Mai |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, nur dünn abdecken | 0 cm, Samen bleiben an der Oberfläche |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C | 15 bis 18 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage, Quedlinburger Mischung etwa 14 Tage | 8 bis 14 Tage |
| Aussaaterde | keine Angabe | feuchte AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. oder Kokosfasersubstrat, sandige Aussaaterde |
| VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. | Quedlinburger Mischung im Mai oder Juni auf 15 cm | keine Angabe |
Die Aussaattermine deiner Arten trägst du dir in den Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken ein.
Die Mischung ‘Veitshöchheimer Ganz in Rosa’
Ein Beispiel für größere Flächen ist die wiesenartige Mischung ‘Veitshöchheimer Ganz in Rosa’. Die Mischung enthält die einjährige Doldige Schleifenblume sowie mehrjährige Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) und Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea). Die Sommermahd beginnt ab dem zweiten Standjahr und liegt zum Blütenende der Wiesen-Flockenblume. Weil die Schleifenblume darin einjährig und nicht winterhart ist, bilden die mehrjährigen Partner den dauerhaften Bestand der Fläche.
Welche Partner und Nistplätze braucht die Schleifenblume?
Damit Insekten über die Saison Nahrung finden, kombinierst du Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher. Früh im Jahr ergänzen Winterling, Schneeglöckchen, Krokusse und Lungenkraut das Angebot. Im Sommer übernimmt die Doldige Schleifenblume, im Spätsommer und Herbst ergänzen ungefüllte Dahlien, Astern und Herbstkrokusse.
Partner wählst du nach denselben Ansprüchen. Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffversorgung und Licht zusammenpassen. Für Stein- und Mauerpflanzungen eignen sich Polsterstauden wie Blaukissen, Polsterphlox und Silberwurz als Nachbarn. Zu violetten Blaukissen setzt die weiß blühende Iberis sempervirens einen Kontrast, gelb blühendes Steinkraut einen zweiten. Zierlauch und Lilien können in passenden Steingartenpflanzungen ab dem Frühsommer die Blüte der Frühjahrsstauden ergänzen.
Wildbienen brauchen neben Blüten auch Nistplätze. Je nach Art sind das offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen, Hohlräume oder Pflanzenstängel. Stein- und Holzhaufen sowie Totholz ergänzen eine Blütenpflanzung um Brut- und Rückzugsräume. Auf Kiesflächen lasse ich deshalb eine kleine Stelle ohne Mulch als offenen Boden liegen.
Pollen dient Bienen als Aufbaunahrung, Nektar liefert ihnen Energie. Achte deshalb bei allen Partnern auf offene, ungefüllte Blüten, denn stark gefüllte Blüten bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung.
Wie du die Arten auf deiner Fläche verteilst, skizzierst du im Beetplaner zum Aufteilen deiner Fläche.
Was ist bei der Pflege auf Stadtflächen anders?
Wird eine Staudenfläche im Spätwinter flächig bodennah zurückgeschnitten, braucht die Schleifenblume eine Ausnahme. Die Immergrüne Schleifenblume ist ein Halbstrauch, und Halbsträucher sowie winter- und immergrüne Stauden sind vom flächigen Rückschnitt ausgenommen. Wer die Fläche maschinell schneidet, spart die Polster also aus, dort genügt häufig das Entfernen brauner oder kranker Blätter.
Zwischen den Pflanzen wird nicht gehackt. In Staudenmischpflanzungen ziehst du unerwünschte Pflanzen oder stichst sie aus, weil Hacken die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. stört. In jungen Steingartenpflanzungen entfernst du BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. und überzählige Sämlinge rechtzeitig, auch im Winter. Auf einer Gemeinschaftsfläche klärst du vorab, wer in der Anwachsphase gießt.
Gegossen wird je nach Bodengüte vor allem in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen. Beim Pflanzen düngst du nicht, später nur zurückhaltend und bei kümmerlichem Wachstum. Den Ablauf über das Jahr mit Rückschnitt, Winter und Mulch beschreibt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Pflege im Jahreslauf.




