Thujadünger richtig dosieren: Menge ausrechnen, Magnesium einplanen, Überdüngung erkennen
- Junge Thujahecken bekommen im zweiten und dritten Jahr nach der Pflanzung einmal im Frühjahr einen magnesiumhaltigen Mehrnährstoffdünger.
- Ältere Thujahecken kannst du zu Beginn der Wachstumssaison mit Kompost versorgen.
- Düngermenge in g/m² = Düngebedarf in g/m² × 100 ÷ Nährstoffgehalt des Düngers in %.
- Nach Mitte Juli bekommt die Hecke keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe ausreifen.
- Braune Nadeln können von Wassermangel kommen und beweisen für sich allein keinen Magnesiummangel.

Wird die Thujahecke braun oder wächst sie kaum noch, liegt der Griff zum Dünger nahe. Genau dieser Reflex kann der Hecke schaden. Zu starke Düngung kann bei Thuja die Salzbelastung im Boden erhöhen und Wuchsdepressionen bis zum Absterben begünstigen. Braune Nadeln können außerdem schlicht von Wassermangel kommen. Ich greife an meiner Hecke deshalb zuerst mit dem Spaten in den Boden und erst danach zur Düngertüte.
Hier liest du, welcher Dünger in welchem Alter der Hecke passt und wie du die Menge aus Bodenbefund und Etikett ausrechnest. Dazu kommen die Rolle des Magnesiums und die Warnzeichen für Über- und Unterdüngung.
Welcher Dünger passt zur Thujahecke?
Entscheidend ist, wie lange die Hecke schon steht. Im zweiten und dritten Jahr nach der Pflanzung genügt bei Thuja eine einmalige Frühjahrsdüngung mit einem magnesiumhaltigen Mehrnährstoffdünger. Ist diese Aufbauphase vorbei, kannst du die Hecke zu Beginn der Wachstumssaison mit Kompost versorgen.
| Phase der Hecke | Was sie bekommt | Wann |
|---|---|---|
| 2. und 3. Jahr nach der Pflanzung | einmalige Gabe magnesiumhaltiger Mehrnährstoffdünger | Frühjahr |
| Jahre nach der Aufbauphase | Kompost | zu Beginn der Wachstumssaison |
| jedes Alter | kein stickstoffhaltiger Dünger mehr | nach Mitte Juli |
Für Kompost gibt es eine Obergrenze, die im ganzen Garten gilt. Damit der Boden nicht mit Phosphat überdüngt wird, soll die jährliche Kompostgabe 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten. Bei meiner jungen Hecke bleibe ich bei der einen Gabe im Frühjahr und notiere mir das Datum.
Wie viel Thujadünger braucht die Hecke?
Die Düngermenge richtet sich nach dem Bodenbefund, dem Bedarf der Pflanze und der Angabe auf dem Produkt. Nährstoffe aus Kompost rechnest du dabei mit.
Die Packungsangabe ist nur der Startwert
Die Dosierempfehlung auf der Packung gilt nur dann unverändert, wenn dein Boden optimal versorgt ist und keine weiteren Nährstoffe über andere Dünger oder Kompost dazukommen. Versorgst du eine ältere Hecke mit Kompost und streust zusätzlich die volle Packungsmenge, düngst du also doppelt. Nährstoffe aus Kompost, StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. oder Gründüngung ziehst du deshalb von der Düngermenge ab, die du zusätzlich brauchst.
Der Rechenweg: Bodenbefund plus Etikett
Die genaue Menge berechnest du aus dem ungedeckten Nährstoffbedarf und dem Nährstoffgehalt deines Düngers. Den Bedarf liefert eine Bodenuntersuchung mit Düngeempfehlung. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Lass dabei auch Magnesium bestimmen, und Stickstoff musst du gesondert beauftragen.
Düngermenge in g/m² = Düngebedarf des Nährstoffs in g/m² × 100 ÷ Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in %. Den Bedarf liest du aus der Düngeempfehlung zu deinem Bodenbefund, den Gehalt vom Etikett.
Je niedriger der Gehalt auf dem Etikett, desto mehr Dünger brauchst du für denselben Bedarf. Hornspäne enthalten zum Beispiel typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff. Die Gesamtmenge für deine Hecke erhältst du, wenn du den Wert in g/m² mit der gedüngten Fläche in m² malnimmst. Ich schreibe mir für jeden Nährstoff Bedarf und Etikettwert nebeneinander auf, rechne die Menge aus und hole erst dann die Waage.
Kalter Boden ist ein Sonderfall. Niedrige Bodentemperaturen vermindern die Nährstoffaufnahme, und mehr Dünger gleicht diese begrenzte Aufnahme nicht automatisch aus. Wie du die Bodenprobe nimmst und warum Kompost im Befund mitzählt, erklärt das Kapitel Düngen im Ratgeber Stauden und Ziergräser.
Nimm vor der nächsten Frühjahrsgabe eine Bodenprobe unter deiner Hecke, notiere die Gehalte vom Etikett deines Düngers und rechne die Menge je m² aus, bevor du streust.
Magnesium: wofür die Hecke es braucht
Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls, des grünen Blattfarbstoffs. Für junge Thujahecken ist ein magnesiumhaltiger Mehrnährstoffdünger vorgesehen. Achte beim Kauf also darauf, dass Magnesium auf dem Etikett steht.
Mehr Magnesium ist trotzdem nicht automatisch besser. Weist dein Befund hohe oder sehr hohe Magnesiumgehalte aus, setzt du die Düngung mit Magnesium aus. Dann gilt für dich die Düngeempfehlung zum Befund und nicht die Regel für junge Hecken. Ungezielt nachgelegter Dünger hat noch einen Nachteil: Unkontrollierte Düngung kann über unausgewogene Nährstoffverhältnisse die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen.
Braune Thuja bedeutet Magnesiummangel? Nicht unbedingt. Braune Nadeln und vertrocknende Triebe können durch Wassermangel entstehen und beweisen für sich allein keinen Magnesiummangel. Ob Magnesium knapp ist, klärt die Bodenuntersuchung. Erklärt sie das Schadbild nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand zeigen.
Was in einem Thujadünger steckt
Ob die Packung Thujadünger, Koniferendünger oder Mehrnährstoffdünger heißt, für die Dosierung zählt das Etikett. Dort liest du ab, welche Nährstoffe mit welchem Gehalt in Prozent enthalten sind. Diese Prozentwerte setzt du in den Rechenweg ein.
| Nährstoff | Aufgabe in der Pflanze | Darauf achtest du beim Dosieren |
|---|---|---|
| Stickstoff (N) | Eiweiß, ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub., Wachstum von Laub und Trieben | nach Mitte Juli nicht mehr geben; zu viel macht den Wuchs mastig und krankheitsanfälliger |
| Phosphor (P) | Energiehaushalt, Erbsubstanz, Zellmembranen | Kompost kann bereits zu viel Phosphat liefern; bei hohen Gehalten aussetzen |
| Kalium (K) | regelt den Zellinnendruck und damit den Wasserhaushalt | bei hohen Gehalten aussetzen |
| Magnesium (Mg) | Bestandteil des Chlorophylls | für junge Hecken im Dünger vorgesehen; bei hohen Gehalten aussetzen |
| Eisen, Mangan, Kupfer, Zink | unterstützen Chlorophyll- und Eiweißaufbau | Verfügbarkeit hängt stark vom pH-Wert ab |
Mehr zu Haupt- und Spurennährstoffen steht im selben Kapitel des Stauden-Ratgebers und ausführlich in der Anleitung, wie du Stauden und Bodendecker nach Bedarf düngst.
Organisch oder mineralisch?
Organische Dünger wie Hornspäne werden erst durch BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. pflanzenverfügbar und setzen bei Trockenheit kaum, bei feuchtwarmem Wetter unter Umständen sehr viel frei. Leicht lösliche mineralische Dünger wirken schnell, können bei nicht bedarfsgerechter Anwendung aber Stickstoffverluste durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. verursachen. Welche Düngerform zu deiner Hecke passt, liest du im Ratgeber, wie du Koniferenhecken vom Zeitpunkt bis zur Ausbringung düngst.
Pflanzenjauche wird zur Wurzeldüngung in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt und um die Pflanzen herum an die Wurzeln gegossen. Feste Mengen oder Intervalle gibt es dafür nicht, weil Pflanzenbedarf und Bodenvorrat zählen.
Überdüngung erkennen und korrigieren
Zu viel Dünger hat bei Thuja mehrere mögliche Folgen. Zu starke Düngung kann die Salzbelastung des Bodens erhöhen und damit Wuchsdepressionen bis zum Absterben begünstigen. Mit Stickstoff überdüngte Pflanzen wachsen mastig und sind anfälliger für Krankheiten. Zu späte oder zu reichliche Gaben erhöhen bei Gehölzen zudem die Gefährdung im Winter. Überhöhte oder zu häufige Stickstoffgaben können außerdem als Nitrat ausgewaschen werden.
Unkontrollierte Düngung kann obendrein die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen. Eine überdüngte Hecke kann also aussehen wie eine unterversorgte, und eine weitere Gabe kann das Ungleichgewicht noch vergrößern.
Die Hecke wird braun, also kommt noch einmal Dünger dazu. Steckt Wassermangel dahinter, braucht die Hecke Wasser und keinen Dünger. Steckt eine Salzlast durch zu starke Düngung dahinter, kann jede weitere Gabe die Belastung erhöhen.
So korrigierst du zu viel Dünger
Setz die Düngung zuerst aus und lass den Boden untersuchen. Zeigt der Befund hohe oder sehr hohe Gehalte bei Phosphat, Kalium oder Magnesium, bleibt genau dieser Nährstoff weg. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du auch weitere Kompostgaben ein, denn auch organische Dünger können zu einer Überversorgung führen. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt alle 4 bis 5 Jahre eine Bodenuntersuchung machen, um solche Anreicherungen zu erkennen.
Für meine Hecke führe ich ein kleines Heft mit Datum, Dünger, Gehalt vom Etikett und Menge jeder Gabe. Vor jeder neuen Gabe schlage ich nach, was die Hecke im laufenden Jahr schon bekommen hat, Kompost eingeschlossen.
Unterdüngung erkennen und ausgleichen
Hellt die Hecke auf oder legt sie kaum zu, liegt der Verdacht auf Nährstoffmangel nahe. Solche Zeichen sind aber nur Hinweise, denn sie können auch andere Ursachen haben. Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und so Mangelsymptome hervorrufen.
Auch Eisen ist an der Chlorophyllbildung beteiligt. Eisenmangelchlorosen können durch einen zu hohen Boden-pH oder durch verdichteten oder vernässten Boden entstehen. Bei einem pH-Wert über 7,0 kann Eisen stark eingeschränkt verfügbar sein, auch wenn der Boden genug davon enthält.
Rindenmulch kann bei seiner Zersetzung Stickstoff binden. Weil Stickstoff das Wachstum von Laub und Trieben trägt, kann eine mit Rinde gemulchte Hecke knapp an Stickstoff werden, obwohl du sie gedüngt hast.
Heb eine Scholle aus dem Wurzelraum und prüfe an Farbe und Gefühl, ob dort Feuchtigkeit ist. Achte auf Staunässe und verdichteten Boden. Denk an Rindenmulch als möglichen Stickstoffbinder. Lass pH-Wert, Phosphat, Kalium und Magnesium im Labor bestimmen. Erst danach entscheidest du über Dünger.
Mangel gezielt ausgleichen
Bestätigt der Befund einen Mangel, rechnest du die fehlende Menge mit dem Rechenweg aus und gibst sie auf feuchten Boden. Vor einer Spurenelementgabe prüfst du pH-Wert und BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben.. Zusätzliche Bodendüngung behebt eine eingeschränkte Verfügbarkeit nämlich nicht zuverlässig.
Eine gezielte BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann die Festlegung von SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. im Boden vorübergehend umgehen, ihre Wirkung hält aber nur begrenzt. Als alleinige Versorgung mit HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. ist sie in der Regel zu aufwendig, weil dafür viele Behandlungen nötig wären. Spritz am besten abends oder bei bedecktem Himmel, denn starke Sonne kann die Lösung konzentrieren und Blattschäden verursachen. Bei empfindlichen Pflanzen ist vorher eine Probespritzung sinnvoll.
Zeitpunkt, Wasser und Schnitt rund ums Düngen
Gedüngt wird im Frühjahr, und nach Mitte Juli bekommt die Hecke keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe ausreifen. Kompost bringst du lieber im Spätwinter oder Frühjahr aus als im Herbst, so wird weniger Nitrat ausgewaschen. Den Dünger gibst du auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Zweige, weil Wurzeln Nährsalze nur gelöst im Bodenwasser aufnehmen.
Gieß bei Bedarf durchdringend, bevor der Boden auch im Untergrund ganz austrocknet, am besten morgens direkt in den Wurzelbereich. Ist bei Hitze eine Flüssigdüngung nötig, gibst du sie niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden, mehr dazu in der Anleitung, wie du Stauden und Bodendecker in Trockenzeiten düngst. Thujahecken schneidest du von Anfang an jährlich oben schmaler als unten und nie zurück ins alte Holz.
Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert auch Kalzium und kann den pH-Wert anheben, das rechnest du bei der Kalkfrage mit. Wie pH-Wert und Bodenart zusammenhängen, erklärt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.




