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Wildblumenmischungen für naturnahe Gärten: So kombinierst du sie mit Gehölzen, Stauden und Rasen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Neben dichten Gehölzen passt eine Gehölzsaum-Mischung, denn eine typische Blumenwiese braucht Sonne ohne dichte Gehölzkonkurrenz.
  • Einen Schattsaum säst du vorzugsweise im Spätsommer, manche seiner Arten werden erst nach 3–4 Jahren blühreif.
  • Staudenmischpflanzungen sehen meist 7–9 Stauden je m² vor, je nach Standort und Pflanzthema mit Abweichungen.
  • Für Bienen wählst du ungefüllte Blüten, weil vollständig gefüllte Blüten keinen Pollen und nur wenig Nektar bieten.
  • Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur nach § 40 BNatSchG, maßgeblich bleibt der Einzelfall.
  • Öffentliche Flächen bepflanzt du nur nach Abstimmung mit dem Grünflächenamt und mit dessen Zustimmung.

Wildblumen sollen in deinen Garten, aber der ist keine freie Wiesenfläche. Da gibt es Sträucher am Rand, ein Staudenbeet, Rasen zum Spielen und vielleicht ein paar Kübel auf der Terrasse. Eine typische Blumenwiese braucht Sonne und keine dichte Konkurrenz durch Gehölze, deshalb passt eine einzige Mischung selten in alle Ecken. Ich gehe vor dem Saatgutkauf mit einem Notizblock durch den Garten und schreibe für jeden Bereich auf, wie viel Licht er bekommt und wie oft wir ihn betreten.

Daraus ergeben sich drei Aufgaben: die passende Mischung für den Gehölzrand, Wildstauden fürs Beet und ein Blick auf Recht und Förderung.

Welche Mischung passt zu welchem Gartenteil?

Bevor du kaufst, ordnest du jedem Bereich einen Mischungstyp zu. Die Tabelle zeigt die Zuordnung, die ich für meine eigene Planung nutze.

Gartenteil Was passt Worauf du achtest
Sonnige, freie Fläche Blumenwiesenmischung passend zum Boden Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene Wiesengesellschaften
Gehölzrand im Voll- oder Teilschatten Schattsaum- oder Gehölzsaum-Mischung Nur für wenig betretene Bereiche
Stark beschattete Fläche Schattenverträgliche Stauden oder passende Saummischung Keine übliche mehrjährige Blumenwiese
Staudenbeet Gepflanzte Wildstauden mit ähnlichen Ansprüchen Ungefüllte Blüten, gestaffelte Blütezeiten
Neben Rasen und Wegen Kräuterrasen oder Blumeninseln Regelmäßig gemähte Ränder halten Wege frei
Kübel und Kasten Wildstauden im großen Gefäß Substrat nach dem natürlichen Standort

Mischungstyp, Standort und Tiere: kurz eingeordnet

Einjährige Sommerblumenmischungen blühen nach einer Aussaat ab Mitte April nach etwa 6 bis 8 Wochen, werden aber jedes Jahr neu eingesät. Auf Dauer angelegte mehrjährige Garten-Blühmischungen können 10 Jahre und länger bestehen, manche Arten darin blühen erst im zweiten Lebensjahr. Lies nach, welche Mischungsart zu welchem Ziel passt, bevor du dich festlegst.

Eine Mischung muss zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung deines Standorts passen. Weil die Bezeichnung Wildblumen keine heimischen Arten garantiert, prüfst du vor dem Kauf Artenliste und Herkunft. Wie du regionale Mischungen nach Standort und Herkunftsregion auswählst, steht im Beitrag über regionales Saatgut.

Eine Blühfläche für Wildbienen sollte Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthalten. Eine Saatmischung für Fledermäuse und Nachtfalter kombiniert dagegen etwa Gemeine Nachtkerze, Gewöhnliche Nachtviole und Weiße Lichtnelke. Welche Arten bedrohten Wildbienen und Schmetterlingen gezielt helfen, klärt ein eigener Beitrag.

Aussaat, Schröpfschnitt in den ersten Wochen, Gießen und Mähen laufen auf allen Flächen ähnlich ab. Die Grundlagen dazu findest du gesammelt im Ratgeber, wie du Wildblumen von der Aussaat bis zur Mahd pflegst. Was Blühflächen leisten, zeigt der Beitrag darüber, was Blumenmischungen Bestäubern, Nützlingen und dem Boden bringen.

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Wildblumen und Gehölze: Saum statt Wiese

Am Gehölzrand ist weniger Licht, und Sträucher und Bäume machen allem darunter Konkurrenz. Neben dichten Gehölzen gehört deshalb eine Mischung für den Gehölzsaum hin, denn eine typische Blumenwiese braucht Sonne ohne dichte Gehölzkonkurrenz. Stark beschattete Flächen eignen sich für schattenverträgliche Stauden oder passende Saummischungen, nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese. Einzelne Wiesenarten zeigen die Grenze deutlich: Die Wegwarte verträgt es auf Dauer schlecht, von Gräsern oder Gebüschen überwachsen zu werden.

Mythos-Check

„Unter Bäumen blüht die Wiese eben etwas spärlicher.“ Unter dicht stehenden Bäumen empfiehlt sich statt einer gewöhnlichen Blumenwiese eine Zusammenstellung, die eigens für Gehölzsäume gedacht ist.

Der Schattsaum: Aussaat für den Gehölzrand

Ein Schattsaum ist eine Mischung für wenig betretene Gehölzränder im Voll- oder Teilschatten. Er kommt mit trockenem, nährstoffärmerem bis mäßig nährstoffreichem Boden zurecht. Säen solltest du ihn vorzugsweise im Spätsommer.

Merkmal Schattsaum
Standort wenig betretene Gehölzränder im Voll- oder Teilschatten
Boden trocken, nährstoffärmer bis mäßig nährstoffreich
Aussaat vorzugsweise im Spätsommer
Höhe 60–120 cm
Blühreife manche Arten erst nach 3–4 Jahren
Mahd im etablierten Saum möglichst abschnittsweise im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr
Beispielarten für Ursprungsgebiet 11 Hain-Rispengras, Waldzwenke, Wald-Segge, Frühlings-Platterbse, Nesselblättrige Glockenblume, Rote Lichtnelke

Weil du im Spätsommer säst und manche Arten erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif werden, sagt der erste Sommer wenig über den späteren Saum aus. Ich mähe meinen Saum in Abschnitten, damit immer ein Teil bis zum nächsten Schnitt stehen bleibt.

Gepflanzte Schattenstauden und Wurzeldruck

Wo du lieber pflanzt als säst, gibt es erprobte Schattenmischungen aus Stauden und Zwiebeln.

Zahl im Blick

Für die gepflanzte Mischung Schattensilber sind 9–12 Stauden und 30 Blumenzwiebeln je m² vorgesehen. Sie ist für halbschattige bis schattige Gehölzbereiche gedacht, mit frischem bis zeitweise trockenem, mäßig nährstoffreichem Boden und höchstens mäßigem Wurzeldruck.

Zu Schattensilber gehören unter anderem Große Sternmiere, Haselwurz und Behaarte Hainsimse. Für stark durchwurzelte Baumscheiben und die Unterpflanzung flach wurzelnder Bäume eignen sich die Veitshöchheimer Schattenmischungen nicht. Gepflanzte Veitshöchheimer Schattenmischungen schneidest du im Spätwinter von Hand zurück, bevor die Zwiebelpflanzen austreiben. Immergrüne Arten sparst du dabei aus.

Bei Schattenstaudenpflanzungen darf Falllaub liegen bleiben, solange die immergrünen Arten nicht ganz unter einer dicken Laubschicht verschwinden. Ich ziehe im Herbst nur das Laub von den immergrünen Polstern und lasse den Rest liegen.

Der Gehölzrand als Lebensraum

Dichte Dornsträucher und Kletterpflanzen bieten Singvögeln Brutplätze und ergänzen so eine offene Gartenwiese. Viele Gartenvögel brauchen in der Brutzeit tierische Nahrung, im Herbst und Winter liefern Fruchtstände und Beeren zusätzliches Futter. Der Stieglitz nutzt Sämereien, und stehen gelassene, ausgereifte Fruchtstände unterstützen sein Nahrungsangebot.

Für Wildbienen, die im Totholz nisten, sind Baumstämme, Baumstrünke und starke Äste geeigneter als dünnes Reisig. Um Totholz- und Lesesteinhaufen lässt du einen unbearbeiteten Pufferstreifen von etwa 50 cm. Niststrukturen brauchen ein vielfältiges Blütenangebot in unmittelbarer Nähe, und am Gehölzrand liefert genau das der Saum: Totholzhaufen und Schattsaum gehören dort also zusammen.

Marias Erfahrung

Starke Äste aus dem Gehölzschnitt schichte ich als Haufen direkt an den Saum. Den Streifen rund um den Haufen lasse ich beim Mähen aus.

Wildblumen im Staudenbeet

Wildblumen müssen nicht als Wiese wachsen. Im Staudenbeet setzt du sie als gepflanzte Wildstauden ein und kombinierst sie nach Höhe, Blütezeit und Standort.

Partner, die zusammen blühen

Weiße Wiesen-Margeriten und blau blühender Salbei blühen gleichzeitig und bilden einen klaren Kontrast. Acker-Witwenblume, Wiesen-Margerite und Wiesen-Salbei werden auch gemeinsam in heimischen Wiesen- und Saumblumenmischungen eingesetzt. Ich pflanze Margeriten und Salbei in kleinen Gruppen direkt nebeneinander.

Art Höhe Blüte Gut zu wissen
Wiesen-Margerite 60–80 cm Mai bis Oktober sonnig bis halbschattig, mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden
Wiesen-Salbei 20–60 cm Mai bis Juli wächst auf Magerrasen und Magerwiesen
Acker-Witwenblume 30–80 cm in Kultur Juli und August in Kultur für trockene, sonnige Plätze; keimt unregelmäßig über mehrere Wochen
Rundblättrige Glockenblume 15–50 cm je nach Standort Juni bis Oktober einzelne Scherenbienenarten sammeln Pollen ausschließlich an Glockenblumen

Die Tauben-Skabiose gehört im Veitshöchheimer Blaulicht zusammen mit Wiesen-Salbei und Wiesen-Margerite zu den mehrjährigen Arten. Als Wildart blüht sie von Juli bis November und wächst in kalkreichen Trocken- und Halbtrockenrasen sowie in mäßig trockenen Wiesen. Wie du Wildblumen gestalterisch im Beet einsetzt, zeigt ein Beitrag mit Arten für den Garten.

Aufbau, Dichte und Ausbreitung

Erprobte Staudenmischpflanzungen kombinieren Gerüststauden, Begleiter, Bodendecker und Füllstauden zu einem abgestuften Höhenaufbau. Meist sind 7 bis 9 Stauden je m² vorgesehen, Standort und Pflanzthema können Abweichungen erfordern. Die Dichte richtet sich nach dem Platzbedarf der ausgewachsenen Arten und nach ihrer Ausbreitungskraft.

Das Gewöhnliche Leinkraut breitet sich durch Ausläufer aus, die Nachtviole erhält sich an passenden Standorten durch reichliche Selbstaussaat. Für das Leinkraut planst du deshalb mehr Raum ein als für Nachbarn ohne Ausläufer. Trockene, frische und feuchte Freiflächen sowie Gehölzrand und Gehölz behandelst du als getrennte Standorte.

Zahl im Blick

Die Staudenmischung Veitshöchheimer Blütentraum kombiniert Rasselblumen mit Steppen-Salbei ‘Ostfriesland’ und Silber-Raugras ‘Algäu’. Ihre Pflanzliste sieht 8 Rasselblumen als Füllpflanzen auf 10 m² Gesamtfläche vor. Gedacht ist sie für offene, sonnige Standorte, die nicht dauerhaft trocken und nicht extrem nährstoffarm sind.

Blüte staffeln, ungefüllt wählen

Für Bienen wählst du ungefüllte Sorten, weil vollständig gefüllte Blüten keinen Pollen und nur wenig Nektar bieten. Im Frühjahr ergänzen Lungenkraut, Winterlinge und Krokusse das Angebot, im Spätsommer und Herbst Wasserdost, Besenheide, Efeu und ungefüllte Astern. Heimische Stauden für spezialisierte Wildbienen darfst du außerdem durch früh oder spät blühende Arten anderer Herkunft ergänzen. Wie du die Blüte deiner Mischungen von Frühjahr bis Herbst verlängerst, steht in einem eigenen Beitrag.

Stängel über Winter stehen lassen

Bei geeigneten Staudenpflanzungen bleiben die Stängel über Winter stehen und werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Verholzte Stängel und Blütenreste dienen kleinen Insekten als Winterversteck. Abgestorbene Königskerzen- und Distelstängel sollen mehrjährig stehen bleiben, weil markstängelnistende Wildbienen frühestens im Folgejahr einziehen und ihre Brut erst im übernächsten Jahr schlüpft. Krankes Pflanzenmaterial entfernst du trotzdem.

Neben Stängel, die ein weiteres Jahr stehen sollen, stecke ich im Herbst einen Bambusstab. Beim Frühjahrsschnitt erkenne ich sie so und schneide nur die übrigen. Für die Wiese findest du das Gleiche im Beitrag, welche Wildblumen wann blühen und warum die Wiese im Winter stehen bleibt.

Anwachsen, Düngen, Vorziehen

Gepflanzte Staudenmischungen brauchen bei anhaltender Trockenheit in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden durchdringendes Wässern. Später kann bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung nötig werden.

Viele Wildstauden kommen mit wenig Dünger aus. Bei der Blauen Rasselblume ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig, die Wiesen-Flockenblume düngst du nur zurückhaltend.

Häufiger Fehler

Kompost gilt als harmlos und landet reichlich im Wildstaudenbeet. Auch Kompost und Stallmist sind Dünger und können bei zu hohen Gaben Nährstoffe im Boden anreichern.

Große Stauden teilst du im Frühling oder Herbst, setzt die Teilstücke sofort wieder ein und gießt sie gut an. Ziehst du Wildstauden selbst vor, pikierst du die Sämlinge nach den Keimblättern und ersten Folgeblättern und setzt sie erst als kräftige Jungpflanzen ins Beet. Wie du Wildblumen von der Saatschale bis zur ersten Blüte bringst, liest du im Beitrag zur Anzucht.

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Neben dem Rasen und im Kübel

Übergang zum Rasen

Nicht jede Fläche muss eine hohe Wiese werden: Ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen bleibt blütenreich und betretbar. Neben hochwachsenden Blumenwiesen fängt an Wegen und Beeten ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen umfallende Halme auf. Wie du Rasen umwandelst und Übergangszonen anlegst, erklärt der Beitrag zur Integration in bestehende Gärten.

Wildblumen in Kübel und Kasten

Größere Gefäße puffern bei Wildstauden Wasser- und Temperaturschwankungen besser als kleine Töpfe und brauchen funktionierende Abflusslöcher. Im selben Gefäß kombinierst du nur Arten mit ähnlichen Ansprüchen an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe und mit vergleichbarer Konkurrenzkraft. Weitere Einsatzorte vom Balkon bis zum kleinen Garten sammelt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt zu den Einsatzorten.

Recht und Förderung: Was für deinen Garten gilt

Garten oder freie Natur?

Für Ansaaten in der freien Natur gelten nach § 40 BNatSchG eigene Vorgaben. Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht dazu, maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall. Auch extensiv genutzte Flächen innerhalb von Siedlungen können zur freien Natur gehören, deshalb sind die Anforderungen an gebietseigene Herkünfte dort im Einzelfall zu prüfen.

Für das Beet am Wohnhaus greift die Regel also grundsätzlich nicht, für ein extensiv genutztes Stück Land ohne Bezug zu einem Gebäude kann sie greifen. Frag in diesem Fall vor der Aussaat bei deiner Gemeinde nach. Die Zertifikate VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft von Wildpflanzensaatgut nach. Sie zertifizieren das Saatgut, nicht deinen Garten.

Achtung

Trockenrasen gehören in Deutschland zu den gesetzlich geschützten Biotopen nach § 30 Absatz 2 Nummer 3 BNatSchG. Liegt so eine Fläche auf deinem Grundstück, klärst du mit der Behörde, was dort erlaubt ist, bevor du etwas einsäst.

Samen aus der freien Landschaft sammelst du nicht nebenbei. Selbst eine Saatgutbank braucht für Sammlungen bei geschützten Pflanzen oder in Naturschutzgebieten eine behördliche Genehmigung. Ich ernte samen.liveshalb nur von Pflanzen aus meinem eigenen Garten.

Öffentliche Flächen und fremde Grundstücke

Ein Eigentümer darf andere grundsätzlich von Einwirkungen auf sein Grundstück ausschließen, soweit Gesetze oder Rechte Dritter nichts anderes bestimmen. Vor einer Bepflanzung öffentlicher Flächen stimmst du das Vorhaben mit dem zuständigen Grünflächenamt ab und holst dessen Zustimmung ein. Samenbomben gehören also weder auf das Nachbargrundstück noch ins öffentliche Grün, solange niemand zugestimmt hat. In Köln gibt es dafür einen geregelten Weg: abgestimmte Patenschaften für Baumbeete und öffentliche Grünflächen.

Blühwiesen an Straßen müssen so geplant und gepflegt werden, dass ihre Vegetation die Verkehrssicht nicht verdeckt. Die drei Veitshöchheimer Sommerblumenmischungen Sommertöne, Gelbtöne und Pastelltöne bleiben unter 1 m Wuchshöhe, damit sie Sichtachsen im innerstädtischen Straßenraum weniger beeinträchtigen.

Tipp

Grenzt deine Wildblumenfläche an Gehweg oder Straße, mähst du dort einen Rand regelmäßig. Ein gemähter Rand kann verhindern, dass Pflanzen in den Weg hängen, und macht die Pflege erkennbar.

Mini-Checkliste

Bevor eine gemeinsame Pflanzaktion auf öffentlicher Fläche startet:

  • Die Zustimmung des Grünflächenamts liegt vor.
  • Der Wasserzugang ist geklärt.
  • Die Zuständigkeiten für Gießen, Jäten und Müllbeseitigung sind langfristig verteilt.
  • Anwohner, Kindergärten und andere örtliche Partner sind einbezogen.

Förderprogramme

Einzelne Städte unterstützen private Begrünungsmaßnahmen. In Offenburg zählt dazu auch das Anlegen einer Blumenwiese. Frag bei deiner Stadt oder Gemeinde nach, ob es ein vergleichbares Programm gibt und welche Bedingungen daran hängen, bevor du anfängst.

Agrarumweltmaßnahmen, Öko-Regelungen und Vertragsnaturschutz begegnen dir beim Thema Blühflächen ebenfalls. Diese Förderwege kommen je nach Land und Fläche für landwirtschaftliche Blühstreifen infrage.

Zertifizierung für naturnahe Gärten

Für die bayerische Naturgartenzertifizierung werden unter anderem der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, chemisch-synthetische Dünger und Torf bewertet. Dazu kommt die ökologische Vielfalt des Gartens. Ein insektenfreundlicher Garten braucht neben Blüten auch Nistplätze, Überwinterungsräume und Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien.

Jetzt dran

Geh mit dieser Liste durch deinen Garten und notiere, was schon da ist:

  • Totholz, Laub- und Steinhaufen oder eine Trockenmauer
  • offene oder schütter bewachsene Bodenstellen für bodennistende Wildbienen
  • eine Wasserstelle mit rauen, flach benetzten Rändern und Ausstiegshilfe
  • Raupenfutterpflanzen wie die Große Brennnessel für Tagpfauenauge und Landkärtchen
  • Stängel, die über Winter stehen bleiben
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Häufige Fragen

Was genau sind Wildblumenmischungen und welche Pflanzen enthalten sie typischerweise?
Wildblumenmischungen sind Saatgutmischungen, und ihre Zusammensetzung unterscheidet sich stark. Eine dauerhafte Blumenwiese besteht aus Gräsern und Wildkräutern, eine Sommerblumenansaat dagegen überwiegend aus einjährigen Arten. Kornblume und Klatschmohn können dauerhaften Mischungen für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt sein. Weil die Bezeichnung Wildblumen keine heimischen Arten garantiert, prüfst du vor dem Kauf die Artenliste und die Angaben zu heimisch und mehrjährig.
Wie unterscheiden sich einjährige von mehrjährigen Wildblumenmischungen in der Entwicklung?
Einjährige Sommerblumenmischungen blühen nach einer Aussaat ab Mitte April etwa 6 bis 8 Wochen später und werden jedes Jahr neu eingesät. Bei mehrjährigen Mischungen blühen einzelne Arten erst im zweiten Lebensjahr, und das Blühbild verändert sich über die Jahre. Eine mehrjährige Kräuterwiese kann bis zu 3 Jahre für ihre Entwicklung brauchen. Auf Dauer angelegte Garten-Blühmischungen können dafür 10 Jahre und länger bestehen.
Welche Kriterien solltest du beim Kauf von Wildblumensaatgut beachten?
Prüf zuerst die Artenliste, denn die Bezeichnung Wildblumen belegt weder heimische Arten noch die Eignung als dauerhafte Wiese. Die Mischung muss außerdem zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung deines Standorts passen. Für die Herkunft ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt, und Zertifikate wie VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft nach.
Wie beeinflusst die Bodenqualität die Entwicklung von Wildblumenwiesen?
Zu hohe Gaben schnell verfügbaren Stickstoffs fördern Gräser und hochwüchsige Kräuter, die niedrigwüchsige Wiesenkräuter verdrängen. Deshalb wird eine magere, artenreiche Blumenwiese nicht gedüngt. Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene Wiesengesellschaften, wenn du die Mischung passend zum Boden wählst. Auf wüchsigen Standorten kann regelmäßiges Abräumen des Mähguts bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken, verlassen solltest du dich darauf aber nicht.
Welchen Einfluss haben verschiedene Mähzeitpunkte auf die Artenzusammensetzung?
Der passende Mähtermin hängt von Pflanzenentwicklung und Witterung ab und richtet sich nach der Samenbildung der blühenden Pflanzen. Zu seltenes Mähen kann auf Dauer die Gräser fördern und die Blütenvielfalt verringern. Auf stärker wachsenden Wiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten das Signal für den ersten Schnitt sein. Mähst du in zeitlich versetzten Teilabschnitten, bleiben Rückzugsräume für die Tiere der Wiese erhalten.
Was ist der Unterschied zwischen einer Wildblumenwiese und einem naturnahen Garten?
Eine Wildblumenwiese ist eine Fläche aus Gräsern und Wildkräutern, ein naturnaher Garten verbindet sie mit weiteren Lebensräumen. Ein insektenfreundlicher Garten braucht neben Blüten auch Nistplätze, Überwinterungsräume und Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien. Totholz, Laub- und Steinhaufen sowie Trockenmauern ergänzen das Blütenangebot um Brutplätze für Insekten. Dichte Dornsträucher und Kletterpflanzen bieten zusätzlich Singvögeln Brutplätze.
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