Blumenwiese im Schatten: Schattsaum und Stauden statt Sonnenwiese
- Unter dicht stehenden Bäumen passt statt der üblichen Blumenwiese eine Mischung für Gehölzsäume oder eine Pflanzung aus Schattenstauden.
- Ein Schattsaum ist für wenig betretene, voll- bis teilschattige Gehölzränder gedacht und wird vorzugsweise im Spätsommer gesät.
- Manche Arten im Schattsaum werden erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif.
- Die Veitshöchheimer Schattenmischungen eignen sich nicht für stark durchwurzelte Baumscheiben.
- Einen etablierten Schattsaum mähst du einmal im Jahr, möglichst abschnittsweise im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr.
- Falllaub darf liegen bleiben, solange immergrüne Arten nicht darunter verschwinden.
Die Ecke unter den Bäumen soll blühen, und vom sonnigen Rasenstück ist noch Wiesensaatgut übrig. Genau das passt dort nicht: Stark beschattete Gartenflächen eignen sich nicht für die übliche mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Blumenwiese. Blühen kann es trotzdem, nur mit anderen Pflanzen. Am Gehölzrand passt eine Saummischung, im Gehölzbereich eine Pflanzung aus schattenverträglichen Stauden, und im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. kommen einzelne Wiesenarten infrage.
An schattigen Stellen halte ich immer dieselbe Reihenfolge ein. Zuerst schaue ich mir Licht, Boden und Baumwurzeln an. Erst danach entscheide ich, ob ich säe oder pflanze.
Warum die Sonnenwiese unter Bäumen nicht funktioniert
Eine Blumenwiese braucht Licht und in der Regel einen mageren, durchlässigen Boden. Wie du beides einschätzt und die Fläche vorbereitest, steht im Ratgeber dazu, welcher Standort sich für eine Blumenwiese eignet und wie du ihn vorbereitest.
Unter dicht stehenden Bäumen setzt du statt der gewöhnlichen Blumenwiese besser auf eine Zusammenstellung, die eigens für Gehölzsäume gedacht ist. Auch bei gepflanzten Staudenmischungen gelten Gehölzrand und Gehölz als eigene Standorte. Sie werden anders behandelt als trockene, frische oder feuchte Freiflächen.
Wie empfindlich lichtliebende Arten auf Schatten reagieren, zeigt das Frühlings-Adonisröschen. Nimmt der Gehölzbewuchs um es herum zu, kann es zuerst die Blüte einstellen und später ganz verschwinden.
Ich gehe im Vorfrühling, solange die Laubbäume kahl sind, über die Fläche und stecke Stäbe dorthin, wo Licht auf den Boden fällt. Im Sommer wiederhole ich das unter belaubten Kronen. Danach steche ich an mehreren Stellen mit dem Spaten ein und schaue, wie dicht die Baumwurzeln im Oberboden sitzen.
Welche Lösung zu deiner schattigen Fläche passt
Schatten ist nicht gleich Schatten. Für die Wahl zählen Licht, Bodenfeuchte, Nährstoffe und der Wurzeldruck der Gehölze.
| Deine Fläche | Was dort passt |
|---|---|
| Halbschattiger Rand einer Wiese oder eines Beets | Wiesen- und Sommerblumen mit dem Lichtbedarf sonnig bis halbschattig |
| Wenig betretener, voll- bis teilschattiger Gehölzrand mit trockenem, nährstoffärmerem bis mäßig nährstoffreichem Boden | Schattsaum als Ansaat |
| Halbschattiger bis schattiger Gehölzbereich mit frischem bis zeitweise trockenem, mäßig nährstoffreichem Boden und höchstens mäßigem Wurzeldruck | Gepflanzte Schattenmischung wie Schattensilber |
| Stark durchwurzelte BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. oder Unterpflanzung flach wurzelnder Bäume | Die Veitshöchheimer Schattenmischungen eignen sich hier nicht |
Stark durchwurzelte Stellen lasse ich bei der Planung außen vor. Ich fange dort an, wo der Spaten noch gut in den Boden geht.
Im Halbschatten: Wiesenarten, die weniger Licht vertragen
Liegt die Fläche nur zeitweise im Schatten, musst du auf Wiesenblumen nicht verzichten. Bei den folgenden Arten ist der Lichtbedarf mit sonnig bis halbschattig angegeben.
| Art | Wuchshöhe | Aussaatzeit | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|
| Gänseblümchen | 5 bis 20 cm | März bis Juli | mehrjährig, LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. |
| Hainblume | 10 bis 20 cm | April bis Juni, September | für Gartenränder und Gefäße |
| Margerite | 60 bis 80 cm | März bis Juli | mehrjährig, Düngung kann sie aus dem Wiesenbestand verdrängen |
| Gemeine Nachtviole | 60 bis 100 cm | April bis Juni, September | in einer Nachtfaltermischung mit Gemeiner Nachtkerze kombiniert |
| Schmuckkörbchen | 30 bis 150 cm | April bis Juni | einjährig, nicht winterhart |
| Büschelschön (Phacelia) | 60 bis 100 cm | April bis September | einjährig |
Schmuckkörbchen und Büschelschön sind einjährig. Für gezielt angelegte einjährige Sommerblumenflächen ist jedes Jahr eine neue Einsaat vorgesehen.
Die Lichtzahl nach Ellenberg ordnet Pflanzen auf einer Skala von 1 für Tiefschatten bis 9 für Volllicht ein. Die Margerite hat die Lichtzahl 7, das Gänseblümchen die Lichtzahl 8.
Beide Arten vertragen Halbschatten und stehen auf dieser Skala trotzdem nahe am Volllicht. Für den halbschattigen Rand reicht das, für den tiefen Schatten unter dichten Kronen nicht.
Schattsaum ansäen: was im Schatten anders läuft
Ein Schattsaum ist eine Ansaat aus Wildblumen und Gräsern für den Rand von Gehölzen. Die Schattsaum-Mischung für Ursprungsgebiet 11 enthält unter anderem Frühlings-Platterbse, Nesselblättrige Glockenblume und Rote Lichtnelke, dazu Hain-Rispengras, Waldzwenke und Wald-Segge.
Ein Schattsaum ist für wenig betretene Gehölzränder gedacht, die voll- bis teilschattig liegen. Der Boden darf dort trocken und nährstoffärmer bis mäßig nährstoffreich sein. Gesät wird vorzugsweise im Spätsommer.
Die passende Mischung finden
Die Bezeichnung Wildblumenmischung garantiert noch keine heimischen Wiesenarten. Prüf deshalb Artenliste, Lebensdauer und Standortangaben, bevor du kaufst. Für gebietseigenes Saatgut ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Frag beim Kauf nach dem Ursprungsgebiet und gleich es mit deinem Wohnort ab.
Artenliste einsehbar, Arten als heimisch und mehrjährig ausgewiesen, Standortangabe passt zu Gehölzsaum oder Schatten, Ursprungsgebiet passt zu deiner Region, Herkunftsnachweis wie VWW Regiosaaten oder Regiozert vorhanden.
Boden und Saat
Vor der Saat entferne ich konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch mitsamt den Wurzeln. Wie bei einer dauerhaften Garten-Blumenwiese reichere ich den Boden vorher nicht mit Kompost an. Auch Kompost ist Dünger und kann bei zu hohen Gaben Nährstoffe anreichern.
Bei der Saattechnik halte ich mich an die Grundregeln der Wiesenansaat: feines Saatgut obenauf, anwalzen, danach gleichmäßig feucht halten. Zeitfenster, Saatmenge und Handgriffe findest du im Ratgeber, wann und mit welcher Technik du Blumenwiesensamen aussäst. Brauchst du einen Weg durch den Saum, halte ihn mit regelmäßigem Kurzmähen frei.
Geduld in den ersten Jahren
Ein Schattsaum dieser Art wird 60 bis 120 cm hoch. Manche seiner Arten werden erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif.
In Wildblumenmischungen keimen die Arten zudem unterschiedlich schnell, manche erst nach einem KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume.. Wie der Saum im ersten Jahr aussieht, sagt darum wenig über sein späteres Bild. Ich grabe eine Saumfläche nach dem ersten Jahr nicht um, sondern schaue mir an, welche Arten nachkommen.
Schattenstauden und Zwiebeln pflanzen
Für halbschattige bis schattige Gehölzbereiche gibt es Mischungen zum Pflanzen statt zum Säen. Die Mischung Schattensilber ist für frischen bis zeitweise trockenen, mäßig nährstoffreichen Boden mit höchstens mäßigem Wurzeldruck vorgesehen. Zu ihren Pflanzen gehören Große Sternmiere, Haselwurz und Behaarte Hainsimse.
Erprobte Staudenmischpflanzungen kombinieren Gerüststauden, Begleiter, BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. und Füllstauden. Daraus entsteht ein abgestufter Höhenaufbau.
Für Schattensilber sind 9 bis 12 Stauden und 30 Blumenzwiebeln je m² vorgesehen. Staudenmischpflanzungen rechnen sonst meist mit 7 bis 9 Stauden je m², wobei Standort und Pflanzthema Abweichungen erfordern können.
Frühjahrsblühende Zwiebeln setzt du im Herbst, von September bis November. Als Faustregel bekommen sie eine Erdschicht von etwa der doppelten Zwiebelstärke. Auf schweren Böden schützt Kies oder grober Sand im Pflanzloch vor anhaltender Nässe. Welche Zwiebelarten in einer fertigen Schattenmischung stecken, zeigt ihre Artenliste.
Im Schatten muss man nicht gießen? Das stimmt so nicht. Gepflanzte Staudenmischungen brauchen bei anhaltender Trockenheit in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. durchdringendes Wässern. Später kann bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung nötig werden. Der Schattsaum ist zudem gerade für trockene Gehölzränder gedacht: Schatten heißt nicht automatisch feucht.
Pflege im Schatten: Mähen, Rückschnitt und Laub
Eine sonnige Blumenwiese mähst du je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr und räumst das Mähgut ab. Wie du dabei vorgehst, steht im Ratgeber dazu, wie du eine Blumenwiese im Jahreslauf mähst und pflegst. Im Schatten weicht der Rhythmus davon ab.
| Fläche | Wann | Wie |
|---|---|---|
| Etablierter Schattsaum | im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr | einmal im Jahr, möglichst abschnittsweise |
| Saummischung, deren Winterstände stehen bleiben sollen | vor dem Neuaustrieb, zwischen April und Anfang Mai | einmal im Jahr |
| Gepflanzte Veitshöchheimer Schattenmischung | im Spätwinter, vor dem Austrieb der Zwiebelpflanzen | von Hand zurückschneiden, immergrüne Arten aussparen |
Ich mähe den Saum in Abschnitten und lasse jedes Mal einen Teil stehen.
Bei gepflanzten Mischungen mit Zwiebeln bestimmt der Austrieb den Termin. Der RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. gehört vor den Austrieb der Zwiebelpflanzen, und deren Laub entfernst du erst, wenn es vollständig abgetrocknet ist. Wer erst nach dem Austrieb schneidet, schneidet die Zwiebeltriebe also mit ab.
Falllaub darf in Schattenstaudenpflanzungen liegen bleiben, solange immergrüne Arten nicht vollständig unter einer dicken Laubschicht verschwinden. Ich ziehe das Laub deshalb nur von den immergrünen Arten herunter und lasse den Rest liegen.
Eine dauerhafte, artenreiche Blumenfläche dünge ich nicht routinemäßig. Auf mageren Flächen würde Dünger die konkurrenzstarken Gräser zusätzlich fördern.
Einzelne Problemkräuter wie Stumpfblättriger Ampfer ziehe ich in jungen Ansaaten möglichst früh von Hand. Kleine Bestände der Riesen-Goldrute entferne ich über mehrere Jahre immer wieder von Hand. Dabei verletze ich den Boden so wenig wie möglich, weil verletzter Boden ihre Keimlinge fördert. Große Stauden teile ich im Frühling oder Herbst, setze die Teilstücke sofort wieder ein und gieße sie gut an.
Was der Schattsaum Insekten bietet
Stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen, und abschnittsweises Mähen lässt Rückzugsräume für Tiere stehen. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen nur an Glockenblumen, wie sie mit der Nesselblättrigen Glockenblume im Schattsaum wachsen. Was Blühflächen Insekten insgesamt bringen, steht im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Nutzen für Insekten.





