Gemüse · Exoten & Gemüse-Raritäten · Anbau

Tabaksamen lagern und keimen lassen: Keimprobe, Lichtkeimung, Pikieren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Tabaksamen kühl und trocken lagern, gut verschlossen und beschriftet.
  • Ältere Partien vor der Aussaat mit einer Keimprobe aus genau abgezählten Samen prüfen.
  • Echter Tabak ist Lichtkeimer: Samen auf die Erde säen, leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken.
  • Keimtemperatur für Echten Tabak: 18 bis 22 °C.
  • Bis zur Keimung vergehen 7 bis 14 Tage.
  • Pikieren, sobald die Sämlinge groß genug sind; auspflanzen ab etwa Mitte Mai.

Du hast eine Tüte Tabaksamen vom Vorjahr ausgesät, und in der Schale tut sich nichts. Dann weißt du nicht, ob das Saatgut gelitten hat oder ob die Aussaat nicht gepasst hat. Darum gehe ich jedes Jahr in derselben Reihenfolge vor. Ich lagere die Samen kühl und trocken und prüfe ältere Partien mit einer Keimprobe. Erst danach säe ich sie oben auf die Erde ins Licht. So trenne ich die Frage nach dem Saatgut von der Frage nach der Aussaat.

Alle Werte in diesem Ratgeber beziehen sich auf Echten Tabak, Nicotiana tabacum.

Welcher Tabak hier gemeint ist

Echter Tabak ist eine einjährige Pflanze und wird 150 bis 200 cm hoch. Ziertabak wie die Sorte „Scharlachkönig“ gehört dagegen zu Nicotiana × sanderae; für ihn gelten die Keimwerte hier nicht automatisch. Wie sich Tabak zwischen den übrigen Arten einordnet, zeigt der Überblick, welche Arten im Bereich Exoten und Gemüse-Raritäten wachsen.

Tabaksamen lagern: kühl, trocken und gut verschlossen

Gartensaatgut gehört grundsätzlich an einen kühlen, trockenen Ort, und Tabaksamen machen da keine Ausnahme. Sie zählen zu den orthodoxen Samen. So heißen Samen, die das Austrocknen vertragen und sich deshalb trocken aufbewahren lassen.

Angebrochene Tüten fülle ich in ein Schraubglas und stelle es in den Kühlschrank. Auf den Deckel schreibe ich Sorte, Jahr und das Ergebnis der letzten Keimprobe. Beim Öffnen sehe ich dadurch sofort, wie alt eine Partie ist und wie sie zuletzt gekeimt hat.

Tipp

Lass das Glas nach dem Herausnehmen geschlossen stehen, bis es Raumtemperatur hat. Öffnest du es kalt, kann sich Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft an den Samen niederschlagen.

Wie lange bleiben Tabaksamen keimfähig?

Die Keimfähigkeit hängt an der Saatgutpartie und daran, wie kühl und trocken die Samen gelagert waren. Das Datum auf dem Glas verrät mir nur das Alter einer Partie. Wie gut sie noch keimt, zeigt erst die Keimprobe.

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Keimprobe: So prüfst du, wie gut deine Samen noch keimen

Eine Keimprobe ist eine kleine Probeaussaat vor der eigentlichen Aussaat. Dafür zählst du die Samen genau ab, denn nur so kannst du die Keimleistung deines Saatguts später einschätzen. Bei mir läuft die Probe unter denselben Bedingungen wie die richtige Aussaat: auf Aussaaterde, ohne Erdabdeckung, hell und warm. Die winzigen Samen nehme ich dafür mit einer angefeuchteten Zahnstocherspitze einzeln auf.

Mini-Checkliste

So setze ich eine Keimprobe an.

  • Ein Schälchen mit Aussaaterde füllen, glatt streichen und anfeuchten.
  • Die Samen einzeln abzählen und die Zahl notieren.
  • Die Samen auf die Erde legen und nur leicht andrücken.
  • Eine Haube darüber, hell stellen und bei 18 bis 22 °C halten.
  • Nach Ablauf der Keimdauer auszählen.

Normale Keimlinge zählen, nicht jeden Keim

Beim Auszählen unterscheidest du normal entwickelte Keimlinge von Samen, die nur angekeimt sind, und von missgebildeten Keimlingen. Mitgezählt werden bei mir nur die normal entwickelten. Teilst du ihre Zahl durch die Zahl der ausgelegten Samen, erhältst du die Keimrate deiner Partie. Daraus leitest du ab, wie viele Samen du für die gewünschte Zahl an Jungpflanzen brauchst.

Die Probe dauert so lange wie die Keimung selbst, bei Echtem Tabak also 7 bis 14 Tage. Setz sie deshalb so früh an, dass das Ergebnis vor deinem Aussaattermin feststeht.

Wann du Tabak aussäst

Echten Tabak ziehst du im Haus vor, die Kultur startet zwischen Februar und April. Meine Schalen säe ich im März. Ins Freie dürfen die Jungpflanzen ab etwa Mitte Mai, wenn die Spätfrostgefahr vorbei ist. Zwischen Aussaat und Auspflanzen stehen sie also bei dir im Haus, und nach dem Pikieren braucht jede einen eigenen Topf. Plane dafür rechtzeitig einen hellen Platz ein.

Wenn du Tabak zusammen mit anderen Exoten vorziehst, behältst du die Termine mit dem druckbaren Aussaatkalender für Exoten im Blick.

Tabak ist Lichtkeimer: Was das für die Aussaat heißt

Kurz erklärt

Lichtkeimer brauchen Licht, um zu keimen. Ihre Samen gehören deshalb auf die Erde und nicht hinein.

Echter Tabak gehört zu den Lichtkeimern. Seine Samen sind dazu winzig: Ihr Tausendkorngewicht liegt, an Wild- und Genbankmaterial gemessen, bei 0,01 bis 0,0856 g. Für die Saattiefe gilt ein Bereich von 0 bis 0,5 cm. Weil die Samen Licht zum Keimen brauchen, nehme ich davon das untere Ende und lasse sie ganz an der Oberfläche liegen. Angedrückt werden sie trotzdem, damit sie Kontakt zur feuchten Erde bekommen.

Schritt für Schritt säen

  1. Eine flache Schale mit nährstoffarmer, humoser und durchlässiger Aussaaterde füllen und die Oberfläche glatt streichen.
  2. Die Erde anfeuchten, bevor die Samen daraufkommen.
  3. Die Samen gleichmäßig auf der Oberfläche verteilen.
  4. Mit einem Brettchen leicht andrücken, ohne Erde darüberzustreuen.
  5. Eine durchsichtige Haube aufsetzen, damit die Oberfläche nicht austrocknet.
Häufiger Fehler

Die frisch gesäte Schale wird mit der Gießkanne überbraust. Dabei kann das Wasser die feinen Samen in Ritzen und unter die Erde schwemmen. Ich befeuchte die Oberfläche in der Keimphase deshalb nur mit einem feinen Sprüher.

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Wärme, Licht und Feuchte bis zur Keimung

Punkt Echter Tabak
Keimtemperatur 18 bis 22 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Saattiefe 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer
Kulturstart im Haus Februar bis April
Auspflanzen ab etwa Mitte Mai, nach Ende der Spätfrostgefahr

Halte die Schale bei 18 bis 22 °C. Ein Thermometer direkt neben der Schale zeigt mir, ob das auf der Fensterbank auch stimmt, denn dort kann es anders warm sein als in der Raummitte. Hell soll die Saat stehen, aber nicht in der prallen Sonne. Unter einer geschlossenen Haube kann es dort wärmer werden als die obere Grenze von 22 °C. Reicht das Fensterlicht nicht, hänge ich eine Pflanzenlampe über die Schale.

Die Erde bleibt gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Bevor ich nachfeuchte, prüfe ich am Rand der Schale mit dem Finger, damit die Samen in der Mitte liegen bleiben. Beschlägt die Haube stark oder zeigt sich ein weißer Flaum auf der Erde, der auf Schimmel hindeuten kann, nehme ich sie ab und lüfte.

Zahl im Blick

Sortenwerte können von den Werten der Art abweichen. Die Tabaksorte „Virginia Gold“ keimt bei 15 bis 20 °C innerhalb von 5 bis 10 Tagen. Stehen für deine Sorte eigene Werte auf der Tüte, richte dich nach diesen.

Keimlingspflege: von den Keimblättern bis zum Pikieren

Sobald die ersten Keimblätter zu sehen sind, nehme ich die Haube ab. Die Sämlinge brauchen ab jetzt so viel Licht, wie der Platz hergibt, notfalls unter der Pflanzenlampe. Gegossen wird weiter nach Fingerprobe: gleichmäßig feucht, nie nass.

Pikieren

Tabak pikierst du, sobald die Sämlinge dafür groß genug sind. Als Zeichen nehme ich die ersten Laubblätter, die nach den Keimblättern erscheinen. Mit einem Pikierstab hebe ich jeden Sämling einzeln heraus und setze ihn in einen eigenen kleinen Topf. Angefasst wird er dabei am Keimblatt, nicht am zarten Stängel. Danach halte ich die Erde wieder gleichmäßig feucht.

Achtung

Nikotin steckt von Natur aus im Tabak, und in hohen Dosen ist es ein starkes Nervengift. Anzuchtschalen und Töpfe stehen bei mir deshalb außer Reichweite kleiner Kinder, und nach dem Pikieren wasche ich die Hände mit Seife unter fließendem Wasser. An größeren Pflanzen arbeite ich mit Handschuhen, weil Hautkontakt mit den nikotinhaltigen Blättern zur Grünen Tabakkrankheit mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel führen kann.

Abhärten vor dem Auspflanzen

Vor dem Umzug ins Freie härtest du die Jungpflanzen ab. Dafür senkst du die Temperatur und lüftest mehr, damit sie sich an die Bedingungen draußen gewöhnen.

Nach der Anzucht: Auspflanzen, Pflege und Recht in Kürze

Auspflanzen und Standort

Nach dem Abhärten kommt Tabak an einen sonnigen, nicht windexponierten Platz im Freiland oder in einen Balkonkübel. Abstände, Boden und die Pflege bis zur Ernte zeigt der Ratgeber, wie du Tabak im Hausgarten anbaust. Für die Kultur unter Glas liest du nach, wie du Tabak im Gewächshaus kultivierst.

Gießen und Düngen

Ausgepflanzter Echter Tabak wird während der Wachstumszeit flüssig gedüngt. Wie viel Wasser und Dünger er über die Saison braucht, ohne über- oder unterversorgt zu sein, steht im Ratgeber, wie du Tabakpflanzen bedarfsgerecht gießt und düngst.

Schädlinge und Krankheiten

Wie du an ausgepflanztem Tabak Schädlingen vorbeugst und sie absammelst, gehört zu den Grundlagen im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten, im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge. Selbst angesetzte Nikotinbrühe gegen Schädlinge lasse ich weg, denn sie kann für Menschen lebensgefährlich sein.

Recht und Gesundheit

Tabak ist keine Küchenpflanze, und der Konsum von Tabakerzeugnissen schadet der Gesundheit auch dann, wenn der Tabak aus dem eigenen Garten stammt. In Deutschland befreit § 30 Absatz 1 Nummer 2 TabStG Tabakwaren aus selbst angebautem Rohtabak, die du für den eigenen Bedarf herstellst und verwendest, von Tabaksteuer und Verpackungszwang. Welche weiteren Risiken und Fragen der Anbau als Hobby mit sich bringt, liest du im Ratgeber, welche Vorzüge und Risiken Tabakanbau als Hobby hat.

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Häufige Fragen

Wie müssen Tabaksamen gelagert werden, damit sie keimfähig bleiben?
Tabaksamen lagerst du wie anderes Gartensaatgut kühl und trocken. Sie gehören zu den orthodoxen Samen, die das Austrocknen vertragen und sich trocken aufbewahren lassen. Ein gut verschlossenes Gefäß, beschriftet mit Sorte und Jahr, hält die Partien auseinander. Ältere Samen prüfst du vor der Aussaat mit einer Keimprobe aus genau abgezählten Körnern.
Welche Bedingungen brauchen Tabaksamen für die Keimung?
Echter Tabak keimt bei 18 bis 22 °C. Als Lichtkeimer liegt die Saat an der Oberfläche der nährstoffarmen Aussaaterde und wird nur angedrückt. Die Erde bleibt gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und die Schale steht hell. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage.
Tabak ist ein Lichtkeimer: Was bedeutet das für die Aussaat?
Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen, deshalb kommen Tabaksamen nicht unter die Erde. Du verteilst sie gleichmäßig auf der angefeuchteten Aussaaterde und drückst sie nur leicht an. Eine durchsichtige Haube schützt die Oberfläche vor dem Austrocknen und lässt das Licht durch.
Welches Substrat eignet sich für die Aussaat von Tabaksamen?
Für die Anzucht eignet sich nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Fülle sie in eine flache Schale, streiche die Oberfläche glatt und feuchte sie vor der Aussaat an. Danach hältst du sie gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und prüfst vor erneutem Gießen mit dem Finger.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Pikieren von Tabaksämlingen?
Tabak pikierst du, sobald die Sämlinge groß genug dafür sind. Ein gutes Zeichen sind die ersten Laubblätter, die nach den Keimblättern sichtbar werden. Dann setzt du jeden Sämling einzeln in einen eigenen Topf und hältst die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass.
Was ist bei der Tabakanzucht aus Samen besonders zu beachten?
Echten Tabak ziehst du zwischen Februar und April im Haus vor und säst ihn als Lichtkeimer auf die Erdoberfläche. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen durch niedrigere Temperaturen und mehr Lüftung ab. Ins Freiland oder in den Balkonkübel kommen sie ab etwa Mitte Mai an einen sonnigen, nicht windexponierten Platz. Tabak enthält Nikotin, in hohen Dosen ein starkes Nervengift, und ist deshalb keine Küchenpflanze.
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