Kartoffellagerung: Behälter, Kontrolle und welche Sorten lange halten
- Für Speisekartoffeln gelten 4 bis 6 Grad im Dunkeln als ideal.
- Kleine Vorräte kommen in Papiertüten oder Jutesäcke, nicht in Folie.
- Größere Mengen liegen locker auf Lattenrosten oder Horden, bis etwa 40 cm hoch.
- Sieh den Vorrat alle paar Tage durch und nimm faule Knollen sofort heraus.
- Annabelle hat eine geringe Keimruhe und gehört nicht in den Wintervorrat.

Im Oktober liegen die Knollen fest und trocken in der Kiste, irgendwann im Winter treiben die ersten aus, andere werden grün oder weich. Wie lange dein Vorrat hält, hängt vom Lagerplatz, vom Behälter, von deiner Kontrolle und von der Sorte ab. Ich lege meine Ernte deshalb nach Sorten getrennt ein und sehe alle paar Tage nach. Annabelle zum Beispiel treibt wegen ihrer geringen Keimruhe früh aus und ist keine Sorte für den Wintervorrat.
Die Grundregel: dunkel, kühl und luftfeucht
Die Grundregeln, wie du Kartoffeln kühl, dunkel und luftfeucht lagerst, fasse ich hier nur kurz zusammen: Für Speisekartoffeln gelten 4 bis 6 Grad als ideal. Licht lässt die Knollen ergrünen, und oberhalb von 8 Grad beginnen sie zu keimen. Für die Dauerlagerung gilt außerdem eine konstante relative Luftfeuchte von 85 bis 92 Prozent in einem dunklen Raum als Richtwert.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.
- Anbauort
Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.
Pflege
- Pflege
In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.
- Düngung
Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.
Wie lange hält Annabelle? Lagerfähigkeit nach Sorte
Annabelle ist eine festkochende Sorte, die je nach Sortenübersicht als sehr früh oder früh eingeordnet wird. Ihre Keimruhe ist gering, deshalb neigt sie früh zum Austreiben und braucht ein kühles Lager. Zusammen mit der Reifegruppe ergibt das eine klare Planung: Sehr frühe Sorten gelten als nicht lagerfähig, frühe als lagerfähig bis in den Herbst. Annabelle verbrauchst du also spätestens im Herbst und legst sie nicht für den Winter ein.
Erntest du Annabelle als Frühkartoffel bei noch grünem Kraut, ist ihre Schale häufig noch nicht vollständig fest. Solche unreif geernteten Knollen halten höchstens eine Woche, deshalb holst du sie portionsweise aus dem Beet und verbrauchst sie möglichst sofort.
Keimruhe ist die Zeit nach der Ernte, in der eine Knolle noch nicht austreibt. Eine Sorte mit geringer Keimruhe wie Annabelle treibt im Lager früh aus, eine mit sehr langer Keimruhe wie Adretta bleibt länger ruhig.
Reifegruppe und Lagerfähigkeit im Überblick
Die Reifegruppe deiner Sorte zeigt dir grob, wie lange sie sich lagern lässt.
| Reifegruppe | Beispielsorten | Ernte und Lager |
|---|---|---|
| sehr früh | Glorietta | Ernte im Juli, nicht lagerfähig |
| früh | Sieglinde, Belana | lagerfähig bis in den Herbst |
| mittelfrüh | Agria, Adretta, Freya, Bellinda | lagerfähig bis ins Frühjahr |
| spät | Cara | Ernte im September oder Oktober |
Als Lagerkartoffeln eignen sich Sorten mit geringer Keimfreudigkeit. Adretta, eine mittelfrühe mehligkochende Sorte, hat eine sehr lange Keimruhe und gilt als gut lagerfähig. Freya ist ebenfalls mittelfrüh und mehligkochend und wird als gut lagerfähig beschrieben. Mehr dazu steht in meiner Anleitung, wie du mehligkochende Kartoffeln über den Winter lagerst.
Ich pflanze neben einer frühen Sorte immer eine mittelfrühe Lagersorte und lege beide Ernten getrennt ein. Die frühe Sorte steht im Lager vorn, damit ich sie zuerst verbrauche. Die Pflanztermine beider Sorten trage ich in den druckbaren Kartoffelkalender ein.
Vor dem Einlagern: trocken, ungewaschen, unverletzt
Lagerkartoffeln erntest du bei trockenem Wetter und erst, wenn die Knollen erntereif sind und ihre Schale fest ist. Die Knollen bleiben ungewaschen, nur grobe Erdklumpen kommen ab, und verletzte Knollen legst du getrennt zum baldigen Verbrauch. Wie sie rasch abtrocknen und ins Lager kommen, steht im Ernte-Kapitel meines Kartoffel-Ratgebers und in der Anleitung, wie du Kartoffeln nach der Ernte behandelst.
Wohin mit dem Vorrat: Behälter und Lagerplatz
Kleine Mengen: Papiertüte oder Jutesack
Für kleine Vorräte nehme ich Papiertüten oder Jutesäcke, weil beide Luft durchlassen. Die gefüllten Tüten und Säcke kommen an den dunklen, kühlen Lagerplatz.
Kartoffeln im Folienbeutel lassen. In Folie können sich Feuchtigkeit und Schimmel bilden, deshalb füllst du die Knollen nach dem Einkauf gleich in Papier oder Jute um.
Größere Mengen: Lattenrost und Holzhorde
Größere Vorräte schüttest du locker auf Lattenroste oder hölzerne Horden. Dort können die Knollen bis etwa 40 cm hoch liegen. Ich gebe jeder Sorte eine eigene Horde und hänge ein Schild mit Sorte und Erntedatum daran, damit ich beim Durchsehen weiß, welche Knollen zuerst dran sind. Obst bekommt einen eigenen Platz, getrennt von den Kartoffeln.
Ohne kühlen Lagerraum
Kannst du Kartoffeln nur in der Küche oder in einem gewöhnlichen Keller aufbewahren, kaufst du besser kleine Mengen und verbrauchst sie bald. Miss dort die Temperatur nach. Liegt der Raum dauerhaft über 8 Grad, hältst du den Vorrat klein, weil die Knollen dann zu keimen beginnen.
Eine Kartoffelmiete im Garten ist eine alte Lagerform für große Mengen. Ich nutze sie nicht, weil ich meinen Vorrat alle paar Tage durchsehen will und dafür einen Platz brauche, an den ich jederzeit herankomme. Auch als Miete muss ein Winterlager frostfrei bleiben.
Kontrolle im Lager: alle paar Tage durchsehen
Sieh deinen Vorrat alle paar Tage durch und nimm kranke oder faule Knollen sofort heraus. Ich fange bei Sorten wie Annabelle an, die früh austreiben, und hebe die oberen Knollen an, um auch die unteren zu sehen.
Diese Knollen nimmst du beim Durchsehen heraus:
- weiche, faulige oder schimmelige Knollen
- Knollen mit bleigrauen, eingesunkenen Flecken
- grüne oder stark keimende Knollen
- verletzte Knollen, die beim Einlagern durchgerutscht sind
Lüften, ohne die Knollen nass zu machen
Warme Zuluft kann auf kalten Knollen Kondenswasser bilden. Weil anhaftende Feuchtigkeit den Verderb begünstigt, holst du dir mit warmer Luft im kalten Lager genau die Nässe zurück, die du nach der Ernte abgetrocknet hast. Ich lüfte meinen Lagerraum deshalb nur, wenn die Luft draußen nicht wärmer ist als drinnen.
Probleme im Lager: Keime, grüne Stellen, Fäulnis, Frost
Keime und grüne Stellen
Treiben die Knollen aus, kann das Lager zu warm sein, denn oberhalb von 8 Grad beginnen sie zu keimen. Bei Sorten mit geringer Keimruhe wie Annabelle geht es früher los. Grüne Stellen können darauf hindeuten, dass Licht an die Knollen kommt. Beides ist mehr als ein Schönheitsfehler: Glykoalkaloide wie Solanin und Chaconin sitzen vor allem in den Keimen und Augen, und grünliche Stellen deuten auf einen erhöhten Gehalt hin.
Knollen, die grün sind, stark keimen oder bitter schmecken, isst du nicht. Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig heraus.
Ein Apfel in der Kartoffelkiste soll das Keimen bremsen, Holunderblätter oder Lavendel zwischen den Knollen ebenso. Verlass dich nicht darauf. Kartoffeln lagerst du getrennt von Obst, und gegen frühes Austreiben setzt du auf ein kühles Lager.
Faule und kranke Knollen
Nässe kann den Verderb begünstigen, deshalb kommen nur abgetrocknete Knollen ins Lager und keine in Folie. Bleigraue, eingesunkene Flecken auf der Schale und braunes Gewebe innen können auf Kraut- und KnollenfäuleKnollenfäule meint meist den Befall von Kartoffelknollen durch den Pilz Phytophthora infestans, den Erreger der Kraut- und Knollenfäule; die Knollen faulen oft erst im Lager. Allgemeiner heißt so jede Fäulnis an Knollen, auch an Blumenknollen. hindeuten. Solche Knollen sortierst du aus, auf den eigenen Kompost gehören sie nicht. Wie du der Krankheit schon im Beet vorbeugst, steht im Kapitel zu Krankheiten und Schädlingen meines Kartoffel-Ratgebers.
Frost
Das Winterlager muss frostfrei bleiben. Ich lege deshalb ein Thermometer zu den Kisten und lese es beim Durchsehen mit ab. Droht im Lagerraum Frost, bringst du den Vorrat an einen frostfreien Platz.



