Gemüse · Keimsprossen & Microgreens · Wissen

Weizengras oder Keimsprossen: Nährwert, Anbau und Geschmack im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Weizengras sind die jungen grünen Teile der Weizenpflanze, bevor sich typische Ähren bilden.
  • Die Nährstoffkonzentration von Weizengras liegt in der Regel nicht über der von frischem Obst und Gemüse.
  • Keimsprossen erntest du samt Saatkorn und Wurzel, Weizengras wird geschnitten und unter anderem als Saft oder Pulver angeboten.
  • Mungbohnensprossen sind nach etwa 3 bis 5 Tagen erntereif, Weizengras braucht im Grow-Kit etwa 7 bis 10 Tage.
  • Sprossen gehören nur vollständig durcherhitzt auf den Teller, auch selbst gezogene.

Weizengras gilt als Nährstoffwunder, das Glas Mungbohnen daneben wirkt unscheinbar. Wer zu Hause nur Platz für einen Ansatz hat, will wissen, ob das Gras den längeren Weg lohnt. Ich setze beides nebeneinander an und vergleiche drei Dinge: was drinsteckt, wie viel Arbeit es macht und wie es schmeckt.

Die Grundlagen bleiben hier kurz. Was Keimsprossen, Grünsprossen und Microgreens unterscheidet, erklärt der Überblick zu Keimsprossen und Microgreens. Dieser Ratgeber bleibt beim direkten Vergleich.

Weizensprossen und Weizengras: zwei Stufen desselben Korns

Aus demselben Weizenkorn entstehen zwei verschiedene Lebensmittel. Weizensprossen sind Keimsprossen: Du erntest die junge Pflanze mit Saatkorn und Wurzel und isst alles zusammen. Weizengras heißen dagegen die jungen grünen Teile der Weizenpflanze, bevor sie typische Ähren ausbildet.

Wie nah beide beieinanderliegen, zeigt eine beschriebene Weizenkultur. Ganze Sprossen liefert sie nach 2 bis 3 Tagen. Gras zum Schnitt steht dort nach 10 bis 12 Tagen bereit. Du vergleichst also vor allem zwei Erntezeitpunkte: Früh isst du das ganze Korn mit Keim, später nur das geschnittene Grün.

Als klassische Keimsprossen dienen in diesem Vergleich Alfalfa, Mungbohne und Linse aus dem Glas. Weizengras als einzelne Kultur behandelt ein eigener Ratgeber.

Sind Weizensprossen und Weizengras gesund? Der Nährwert im Vergleich

Weizensprossen und Weizengras sind Lebensmittel, die eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen können. Ein Heilmittel sind sie nicht, und ärztlichen Rat ersetzen sie bei Beschwerden nicht. Mehr dazu steht im Überblick im Abschnitt zu Küche und Nährwerten, hier folgt nur der Vergleich.

Mythos-Check

„Weizengras liefert mehr Nährstoffe als jedes Gemüse.“ Weizen- und Gerstengras enthalten Nährstoffe in der Regel nicht konzentrierter als frisches Obst und Gemüse. Bestätigende wissenschaftliche Studien zu einem gesundheitlichen Nutzen der beiden Gräser gibt es nur wenige.

Für die Sprossen aus dem Glas gibt es Tabellenwerte, jeweils für 100 g rohe Ware.

Lebensmittel Protein je 100 g Vitamin C je 100 g
Alfalfasprossen, roh (BLS) 4 g 8,2 mg
Mungbohnensprossen, roh (BLS) 3,2 g 11 mg
Linsensprossen, roh (Tabellenwert) 4,65 g 25,75 mg
Weizengras abhängig von Boden, Erntemethode und Weiterverarbeitung abhängig von Boden, Erntemethode und Weiterverarbeitung

Seine Nährstoffzusammensetzung hängt von Boden, Erntemethode und Weiterverarbeitung ab. Auch bei Sprossen kann der Mineralstoffgehalt je nach Produktionsverfahren stark schwanken, und Nährstofftabellen enthalten Durchschnittswerte. Ein Vergleich auf die Nachkommastelle sagt deshalb wenig über deine eigene Schale aus.

Die Tabelle beschreibt rohe Ware, auf den Teller kommen Sprossen aber durcherhitzt. Die Nährwertprofile von Alfalfa, Brokkoli, Mungbohnen, Linsen und Radieschen vergleicht ein eigener Ratgeber im Einzelnen.

Weizen ist außerdem ein glutenhaltiges Getreide und zählt in Sprossenmischungen zu den Allergenen, auf die du achtest. Welche Rolle Keimsprossen in glutenfreier Kost, veganer Ernährung oder Sporternährung spielen, klärt ein weiterer Ratgeber.

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Anbau im Vergleich: Glas gegen Schale

Beim Anbau unterscheiden sich beide vor allem in Gefäß und Zeit.

Merkmal Keimsprossen im Glas Weizengras
Gefäß Einmachglas, bei der Einmachglas-Methode mit 1 bis 1,5 l Fassungsvermögen Grow-Kit mit Gitter über Wasser, Weizengrassieb mit Schale oder Schale mit Erde
Einweichen Linsen 8 bis 12 Stunden je nach Herstelleranleitung 8 bis 12 Stunden
Wasser in der Regel zweimal täglich spülen, Glas danach schräg stellen im Grow-Kit verdunstetes Wasser nachfüllen, im Sprossengarten zwei- bis dreimal täglich wässern
Standort hell, ohne direkte Sonne im Grow-Kit hell, ohne direkte Sonne
Bis zur Ernte Mungbohne etwa 3 bis 5 Tage, Alfalfa je nach Anleitung etwa 5 bis 8 Tage im Grow-Kit etwa 7 bis 10 Tage (Herstellerangabe)
Geerntet wird die junge Pflanze mit Saatkorn und Wurzel das geschnittene Gras

Für die kurze Sprossenanzucht genügen sauberes Wasser und ein geeignetes Gefäß, Erde oder Dünger brauchst du nicht. Weizengras verlangt eine Fläche: Im Grow-Kit verteilst du die Keimsaat auf einem Gitter und füllst die Schale mit Wasser. Eine Herstelleranleitung sieht das Keimglas für die vollständige Weizengrasanzucht nicht vor. Bei einem Weizengrassieb keimen die Körner zuerst 2 bis 3 Tage im Glas vor. Danach stehen sie etwa 12 bis 14 Tage in der Schale.

Auf Erde bedeckst du die eingeweichten Körner nach einer Herstelleranleitung mit etwa 1 cm lockerer Erde. Für die kurze Weizengraskultur in Anzuchtschalen im Haus wird Substrat ohne zugesetzten Dünger empfohlen.

Mungbohnen erntest du nach etwa 3 bis 5 Tagen. Weizengras braucht im Grow-Kit etwa 7 bis 10 Tage. Das Glas ist also früher wieder frei, und zeitversetzt angesetzte Saaten liefern dir Ernten nacheinander. Bei der Planung hilft der druckbare Aussaatkalender für Keimsprossen und Microgreens.

Für beide gilt dieselbe Sorgfalt. Nimm ausschließlich Samen, die ausdrücklich für die Anzucht essbarer Keimlinge vorgesehen sind. Reinige Glas, Gitter und Schale nach jeder Kultur gründlich. Zeigt sich Schimmel, entsorgst du den Ansatz vollständig, denn Kochen macht ihn nicht wieder sicher. Den ganzen Ablauf vom Einweichen bis zur Ernte beschreibt der Überblick im Abschnitt zum Ansetzen und Aussäen.

Geschmack: Gemüse gegen Getränk

Beim Geschmack vergleichst du zwei verschiedene Dinge. Keimsprossen isst du als Gemüse, mit Saatkorn, Spross und Wurzel. Weizengras wird unter anderem als gepresster Saft und als Pulver aus getrocknetem, vermahlenem Gras angeboten. Du stellst also ein Gemüse neben ein Getränk, und beides lässt sich nur begrenzt gegeneinander abwägen.

Für die Sprossen aus dem Glas sind die Aromen beschrieben. Alfalfa- und Linsensprossen gelten als mild und nussig, Mungbohnensprossen als süßlich und nussig. Brokkoletti, die als Brokkoli-Keimsaat angeboten werden, schmecken fein würzig. Wie sich die Keimsprossen-Sorten in Geschmack, Textur und Küchenverwendung unterscheiden, zeigt der Sorten-Ratgeber.

Beim Keimen kann Stärke zu einfachen Zuckern umgebaut werden, und so kann ein süßlicher Geschmack entstehen. Ein Sprossen-Mix aus Rettich-, Mungbohnen- und Weizensamen wird als süßlich und nussig mit pikanter Note beschrieben.

Marias Erfahrung

Ich notiere bei jedem Ansatz den Tag auf einem Zettel am Gefäß. Bei Mischungen mit Rettich achte ich besonders auf das Datum, weil Rettichsprossen mit längerer Keimdauer an Schärfe gewinnen.

Roh oder erhitzt: der Unterschied auf dem Teller

Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch wenn du sie selbst gezogen hast. Dabei müssen an allen Stellen mindestens 70 °C erreicht werden. Diese Temperatur hältst du mindestens 2 Minuten. Gründliches Waschen kann die Keimbelastung verringern, verlass dich aber nicht darauf: Krankheitserreger entfernt es nicht zuverlässig vollständig. Auf frische rohe Sprossen und Keimlinge verzichten Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr.

Weizengras ist davon nicht ausgenommen: Blatt- und Grasprodukte für grüne Smoothies können ebenfalls mit Krankheitserregern belastet sein. Einen frisch zubereiteten grünen Smoothie stellst du bis zum Verzehr möglichst bei höchstens 7 °C kalt und verbrauchst ihn noch am Herstellungstag. Für Sprossen gibt es mit dem Durcherhitzen also eine klare Küchenregel. Beim frischen Grassaft bleiben dir saubere Verarbeitung, Kühlung und schneller Verbrauch.

Durcherhitzt passen Sprossen in Pfannengerichte, Suppen oder Currys. Mehr zur Verwendung steht im Überblick unter Küche und Nährwerte.

Kosten, Aufwand und Ausblick

Keimsprossen und Junggrün ziehst du im Innenraum ganzjährig, das gilt auch für Weizen. Im Aufwand unterscheiden sich beide vor allem darin, dass das Gras Gefäß und Platz länger bindet als eine Sprossensaat. Kosten, Nachhaltigkeit und Ausblick ordnet der Überblick im Abschnitt zum ganzjährigen Eigenanbau auf kleinem Raum ein.

Weizengras oder Keimsprossen: Womit fängst du an?

Fang mit einem Glas Mungbohnen an. Dafür brauchst du nur sauberes Wasser und ein geeignetes Gefäß, und die Küchenregel ist klar. Weizengras nimmst du dazu, wenn du den Saft trinken möchtest und Platz für eine Schale hast. Ich stelle die Grasschale dann neben das Glas und prüfe nach dem Spülen beide Ansätze auf Geruch und Farbe.

Weizen kannst du auch als Sprosse mit Hülsenfrüchten kombinieren. Hülsenfrüchte und Getreide zusammen können die Verwertbarkeit pflanzlicher Proteine erhöhen. Gemeinsam angezogene Saaten brauchen allerdings zueinander passende Einweichzeiten, Pflegeabläufe und Keimzeiten. Ob du Keimsprossen besser als Mischung oder als Einzelsorte ziehst, wägt ein eigener Ratgeber ab.

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Häufige Fragen

Wie baut man Weizengras zuhause an und was muss dabei beachtet werden?
Die Körner werden zuerst eingeweicht, Herstelleranleitungen nennen dafür 8 bis 12 Stunden. Danach wächst das Gras auf einem Gitter über Wasser oder in einer Schale mit Erde, hell und ohne direkte Sonne. In einem Grow-Kit ist es nach Herstellerangabe in etwa 7 bis 10 Tagen erntereif. Zeigt sich Schimmel, entsorgst du den ganzen Ansatz.
Wie lange dauert die Keimzeit der verschiedenen Sprossenarten im Vergleich zu Weizengras?
Mungbohnen- und Radieschensprossen sind je nach Anleitung nach etwa 3 bis 5 Tagen erntereif. Alfalfa braucht mit etwa 5 bis 8 Tagen länger. Weizengras steht noch länger: Für ein Grow-Kit werden etwa 7 bis 10 Tage bis zur Ernte genannt. Ein zu kühler Raum oder überaltertes Saatgut können die Keimung behindern.
Wie kann man Keimsprossen und Weizengras in Smoothies und Säften verwenden?
Weizengras wird unter anderem als gepresster Saft angeboten. Sprossen dagegen sollten nur vollständig durcherhitzt gegessen werden und gehören deshalb nicht roh in den Mixer. Blatt- und Grasprodukte für grüne Smoothies können ebenfalls mit Krankheitserregern belastet sein. Einen frisch zubereiteten grünen Smoothie stellst du bis zum Verzehr möglichst bei höchstens 7 °C kalt und verbrauchst ihn noch am Herstellungstag.
Welche Rolle spielt die Hygiene beim Sprossenanbau und wie verhindert man Schimmelbildung?
Feuchtigkeit und Wärme, die Sprossen zum Keimen brauchen, begünstigen auch die Vermehrung von Mikroorganismen. Saubere Gefäße, zweimal tägliches Spülen im Keimglas und vollständiges Abtropfen können das Schimmelrisiko senken, eine Garantie geben sie nicht. Einen verschimmelten Ansatz entsorgst du vollständig, denn Kochen macht ihn nicht wieder sicher.
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