Alle Fachwörter im Glossar

Trockenstress

Trockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden.

An heißen, windigen Sommertagen verdunsten Pflanzen enorme Wassermengen. Laubgehölze zeigen den Mangel schnell: Erst welkt das Laub, dann entstehen braune Blattrandnekrosen, die leicht mit Streusalzschäden oder Kaliummangel verwechselt werden. Nadelgehölze reagieren deutlich verzögert, ihre Nadeln werden von innen heraus braun und fallen ab. Das volle Ausmaß zeigt sich oft erst in den Folgejahren, und vorgeschädigte Pflanzen sind besonders anfällig für Pilzinfektionen und Schädlinge.

Vorbeugen kannst du mit durchdringendem Gießen. Um trockenen Boden 10 Zentimeter tief zu durchfeuchten, braucht es etwa 10 Liter Wasser je Quadratmeter, für 20 Zentimeter Tiefe 20 Liter. Teile die Menge in kleinere Gaben, damit sie nicht oberflächlich abläuft. Frisch gepflanzte Gehölze brauchen etwa 3 Jahre für ein ausreichendes Wurzelsystem und sollten bei langer Trockenheit schon vor dem Welken gewässert werden. Prüfe vorher die Bodenfeuchte, denn auch Staunässe lässt Pflanzen welken.

Beispiel aus dem Garten

Hängen an einem heißen, windigen Sommertag die Blätter schlaff, weil die Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann, ist das Trockenstress. Ich prüfe dann zuerst die Bodenfeuchte und gieße durchdringend in mehreren kleineren Gaben.

Quelle: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) ↗ – „Stress – wenn Pflanzen sprechen könnten …“ (Günter Wilde, Beratungsteam Gartenbau, 15.08.2025), Abschnitt „Wasser – Wassermangel“. Geprüft am .

Mehr dazu in unseren Ratgebern

Verwandte Begriffe