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Krankheiten und Schädlinge bei mehligkochenden Kartoffeln erkennen und bekämpfen: vom Befund zur Maßnahme

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Symptome sind Hinweise, keine Diagnosen: Sieh dir Blattunterseite, Stängelbasis und Knollen zusammen an.
  • Bräunliche Flecken mit weißem Pilzsaum auf der Blattunterseite können auf Krautfäule hindeuten, Ringflecken auf älteren Blättern auf Alternaria.
  • Kartoffelkäfer, ihre orangefarbenen Eigelege und die Larven sammelst du schon ab den ersten Funden ab.
  • Befallenes Kraut gehört nicht auf den eigenen Kompost, bei extremem Krautfäulebefall entsorgst du es über die Biotonne.
  • Bei Verdacht auf Kartoffelkrebs schaltest du umgehend den zuständigen Pflanzenschutzdienst ein.
Kartoffel-Knollen frisch gerodet mit anhaftender Erde auf dem Acker, zwei Hände greifen von oben in den Haufen
Foto: alma_karsymbek · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ein brauner Fleck auf dem Kartoffellaub kann auf Krautfäule hindeuten, auf eine andere Blattkrankheit oder auf Trockenstress. Wer vorschnell urteilt, reißt gesunde Pflanzen heraus oder lässt einen echten Krankheitsherd stehen. Bei Kartoffelschädlingen ist es ähnlich, denn Fraßschäden an der Knolle können vom Drahtwurm stammen, ähnliche Schäden aber auch von Rhizoctonia. Ich gehe deshalb bei feuchtem Wetter in fester Reihenfolge durch meine Reihen und entscheide erst, wenn mehrere Hinweise zusammenpassen.

Mehligkochende Kartoffeln haben unter den drei Kochtypen den höchsten Stärkegehalt und zerfallen beim Kochen leichter. Die Befunde in diesem Ratgeber gelten für Kartoffeln allgemein. Wie anfällig deine Sorte für eine bestimmte Krankheit ist, verrät ihre Sortenbeschreibung. Die Anbaugrundlagen lasse ich hier weg; sie stehen im Beitrag darüber, wie du mehligkochende Kartoffeln für Püree und Knödel anbaust.

So gehe ich beim Kontrollgang vor

Die typischen Befunde sitzen je nach Erreger an unterschiedlichen Stellen der Pflanze. Deshalb schaue ich bei jedem Kontrollgang an denselben Stellen nach:

  • Blattunterseite: Hier sitzen die orangefarbenen Eigelege des Kartoffelkäfers, bei Krautfäule teils auch ein schmaler weißer Pilzsaum.
  • Ältere Blätter: An ihnen zeigen sich Ringflecken der Alternaria und Aufhellungen zwischen den Blattadern.
  • Stängelbasis: Eine dunkle, faulige Basis kann auf Schwarzbeinigkeit hindeuten.
  • Knollen: Schale und Anschnitt prüfe ich bei der Ernte und später im Lager.

Ein einzelner Befund ist ein Hinweis, keine Diagnose. Blattverfärbungen und Kümmerwuchs können auch durch Trockenstress, Staunässe oder Wurzelschäden entstehen. Ich sehe mir deshalb immer auch die Nachbarn eines verdächtigen Stocks an, bevor ich handle.

Marias Erfahrung

Den Kontrollgang verbinde ich mit Arbeiten, die ohnehin anstehen. Beim Hacken und Anhäufeln drehe ich einzelne Blätter um und sehe mir die Unterseiten an.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.

Anbauort

Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.

Pflege

Pflege

In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.

Düngung

Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Kartoffel
GartenkalenderAussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Was hinter Flecken, Pocken und Fraßschäden stecken kann

Die Tabelle ordnet typische Befunde möglichen Ursachen zu. Sie ersetzt keine Diagnose, zeigt dir aber, wo du genauer hinschauen solltest.

Wo Was du siehst Kann hindeuten auf
Blätter und Stängel graugrüne bis braune Flecken bei feuchter Witterung, später vorzeitig absterbendes Kraut Kraut- und Knollenfäule
Blattunterseite bräunliche Flecken mit schmalem weißem Pilzsaum Kraut- und Knollenfäule
Blattunterseite orangefarbene Eigelege, dazu Larven und Käfer mit Fraß am Laub Kartoffelkäfer
ältere Blätter braune Flecken mit konzentrischen Ringen Alternaria
ältere Blätter Aufhellungen zwischen den Blattadern Magnesiummangel, möglich sind aber auch Trockenstress, Staunässe oder Wurzelschäden
Blätter starr und nach oben eingerollt Blattrollvirus
Blätter Mosaik oder Strichel Kartoffelvirus Y, je nach Stamm
Stängelbasis dunkelbraun bis schwarz verfärbt und faulig Schwarzbeinigkeit
Knolle außen bleigraue, eingesunkene Flecken, innen braunes Gewebe Kraut- und Knollenfäule
Knollenschale braune, korkartige Flecken Gewöhnlicher Kartoffelschorf
Knollenschale schwarze Pocken Rhizoctonia
Knolle Fraßschäden Drahtwurm; Dry-core-Symptome durch Rhizoctonia können ähnlich aussehen
Knolle Knollennekrosen, also abgestorbenes Gewebe Kartoffelvirus Y oder Tabak-Rattle-Virus; die eindeutige Klärung kann ein Labor erfordern
Achtung

Grüne Stellen an der Knolle entstehen durch Licht und deuten auf einen erhöhten Gehalt an Glykoalkaloiden wie Solanin hin. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht. Keime und grüne Stellen schneidest du großzügig weg. Beim Anhäufeln schützen die Erddämme die wachsenden Knollen vor Licht.

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Kraut- und Knollenfäule erkennen und richtig reagieren

Bei feuchter Witterung zeigen sich graugrüne bis braune Flecken an Blättern und Stängeln. An der Blattunterseite sitzt dann teilweise ein schmaler weißer Pilzsaum. Breitet sich der Befall aus, kann das Kraut vorzeitig absterben. Für mehligkochende Sorten ist das mehr als ein Laubschaden, denn die Knollen lagern nur Stärke ein, solange das Kraut grün ist. Stirbt es durch Krautfäule früh ab, kann genau die Stärke fehlen, nach der sich der mehlige Kochtyp richtet.

Zahl im Blick

Im Haus- und Kleingarten gelten anhaltende Blattnässe und 13 bis 18 Grad als optimale Infektionsbedingungen. Je nach Angabe begünstigen auch eine Luftfeuchte über 80 % und 8 bis 12 Grad die Krankheit, oberhalb von 21 Grad entwickelt sich der Erreger nicht weiter. Bei feuchter Witterung keimen die Sporen schon innerhalb weniger Stunden bei 12 bis 15 Grad aus.

Die Sporen verbreiten sich über Wind und Wasserspritzer. Ich gieße deshalb morgens den Boden und nicht das Laub. Bei feuchtem Wetter in diesen Temperaturbereichen kontrolliere ich die Blattunterseiten besonders aufmerksam.

Jetzt dran

Bräunliche Flecken mit weißem Saum auf der Blattunterseite gefunden? Prüfe die Nachbarpflanzen und gieß nur noch den Boden. Befallene Pflanzenreste kommen nicht auf den Hausgartenkompost, bei extremem Befall entsorgst du das Kraut über die Biotonne. Bei der Ernte nimmst du alle Knollen auf und sortierst die mit bleigrauen, eingesunkenen Flecken aus.

Tomaten, Paprika, Physalis, Auberginen und Birnenmelonen gelten als unverträgliche Nachbarn für Kartoffeln. Als Nachtschattengewächse teilen sie Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule. Im Werkzeug zur Mischkultur siehst du, welche Nachbarn zu Kartoffeln passen.

Alternaria, Schwarzbeinigkeit, Schorf und Rhizoctonia unterscheiden

Diese vier Krankheiten beschreibe ich nur so weit, wie du sie zum Erkennen und für die nächsten Handgriffe brauchst. Wie du vorbeugst, fasse ich weiter unten kurz zusammen.

Alternaria: Ringflecken auf älteren Blättern

Alternaria zeigt sich typischerweise an älteren Blättern, und zwar mit braunen Flecken, die konzentrische Ringe tragen. An diesen Ringen unterscheide ich sie von der Krautfäule.

Häufiger Fehler

Jeden braunen Blattfleck gleich für Krautfäule halten und Pflanzen herausreißen. Schau zuerst, ob die Flecken Ringe tragen und auf älteren Blättern sitzen oder ob unterseits ein weißer Saum zu sehen ist. Bei unklarem Bild beobachtest du die Pflanze weiter.

Schwarzbeinigkeit: faulige Stängelbasis

Eine dunkelbraun bis schwarz verfärbte, faulige Stängelbasis deutet typischerweise auf Schwarzbeinigkeit hin. Passt das Bild, nimmst du die Pflanze samt ihren Knollen heraus. Pflanzenreste mit hartnäckigen Stängelfäulen gehören nicht auf den Hauskompost.

Schorf: korkige Flecken auf der Schale

Gewöhnlicher Kartoffelschorf bildet braune, korkartige Flecken auf der Schale. Auf leichten Standorten können Schorf und unzureichende Wasserversorgung eher zum Problem werden. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört eine ausreichende Wasserversorgung während der Knollenbildung. Eine nötige Kalkung legst du in die Fruchtfolge nach den Kartoffeln, weil eine direkte Kalkgabe mit überhöhtem pH-Wert den Schorfbefall fördern kann. Agria, deren Kochtyp von vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend angegeben wird, besitzt eine mittlere bis hohe Anfälligkeit für Schorf.

Rhizoctonia: schwarze Pocken auf der Knolle

Schwarze Pocken auf der Knollenschale sind ein typischer Hinweis auf Rhizoctonia. Vorkeimen und Pflanzen in erwärmten Boden fördern einen zügigen Aufgang und unterstützen so die Vorbeugung. Abgereifte Bestände erntest du nicht verspätet, weil eine späte Ernte Rhizoctonia begünstigt. Vorkeimen zählt auch zu den Techniken, mit denen sich der Ertrag mehligkochender Kartoffeln steigern lässt.

Viren: Blattroll und Y-Virus deuten

Das Blattrollvirus kann starre, nach oben eingerollte Blätter verursachen. Das Y-Virus zeigt sich je nach Stamm als Mosaik, als Strichel oder als Nekrose in der Knolle. Solche Knollennekrosen können äußerlich denen des Tabak-Rattle-Virus ähneln. Für eine eindeutige Klärung kann dann eine Laboruntersuchung nötig sein.

Blattläuse können Viren auf Kartoffeln übertragen. Selbst eine Behandlung gegen die Läuse verhindert die Übertragung des Y-Virus nicht zuverlässig, weil sie so schnell geht. Ich setze deshalb beim Pflanzgut an und kaufe zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln. Alte Sorten können gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein, was du bei einer alten mehligen Sorte wie Vitelotte bedenken solltest.

Pflanzenreste mit Viruserkrankungen gehören nicht auf den Hauskompost. Ist auf deiner Fläche das Tabak-Rattle-Virus bekannt, eignen sich Gelbsenf und Phacelia dort nicht als Gründüngung vor Kartoffeln.

Kartoffelschädlinge erkennen: Käfer, Drahtwurm und Blattlaus

Bei den Kartoffelschädlingen im Garten geht es meist um drei: Kartoffelkäfer, Drahtwurm und Blattlaus. Hier stehen Erkennung und direkte Handgriffe. Wie du daraus einen ganzheitlichen natürlichen Pflanzenschutz gegen Kartoffelschädlinge aufbaust, zeige ich in einem eigenen Beitrag.

Kartoffelkäfer: Eigelege unter den Blättern

Kartoffelkäfer und ihre Larven fressen am Laub. Ihre orangefarbenen Eigelege sitzen auf den Blattunterseiten. Im Garten sammelst du schon die ersten Käfer ab, dazu die Eigelege und die Larven. Ich drehe dafür beim Kontrollgang Blatt für Blatt um.

Drahtwurm: Fraß an der Knolle

Drahtwürmer leben als Larven im Boden, ihr Fraß zeigt sich an den Knollen. Nicht jeder Schaden stammt von ihnen, denn Dry-core-Symptome durch Rhizoctonia können Drahtwurmfraß ähneln. Kartoffelköder zur Ermittlung eines Befalls versagen auf humusreichem Boden. Eine intensive Bodenbearbeitung kann die Larven im Boden dezimieren. Nach dem Umbruch von Grünland, Kleegras oder Stilllegungsflächen pflanzt du in den ersten 3 Jahren keine Kartoffeln.

Blattläuse: Virusüberträger mit vielen Gegenspielern

Blattläuse können an Kartoffeln Viren übertragen. Ihre Bekämpfung ist im Garten trotzdem in der Regel nicht erforderlich. Zu ihren natürlichen Gegenspielern gehören Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Blattlausschlupfwespen und räuberische Gallmücken. Korb- und Doldenblütler können Schwebfliegen in den Garten locken und fördern. Im Hobbygarten ist es sinnvoller, diese vorhandenen Nützlinge zu fördern, als gezüchtete auszubringen.

Mythos-Check

Studentenblumen halten Schädlinge von Kartoffeln fern? Sie gelten als gute Mischkulturpartner, und vielleicht helfen sie. Günstige Nachbarschaftseffekte sind aber schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Verlass dich deshalb nicht darauf.

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Pflanzenschutzmittel nur als letzter Schritt

Ich setze zuerst auf Absammeln, genaues Hinschauen und saubere Beete ohne kranke Pflanzenreste. Reicht das nicht, bleibt als letzter Schritt ein Pflanzenschutzmittel. Als Privatperson darfst du nur Mittel verwenden, deren Kennzeichnung die Anwendung durch nichtberufliche Anwender ausdrücklich zulässt. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung und beachte die Wartezeit bis zur Ernte. Reste und Verpackungen entsorgst du vorschriftsgemäß. Bedenke, dass solche Mittel auch Nützlinge treffen können.

Wann du Fachleute einschaltest

Manche Befunde klärst du nicht allein. Bei Verdacht auf Kartoffelkrebs schaltest du umgehend den zuständigen Pflanzenschutzdienst ein. Die Kartoffelzystennematoden Globodera rostochiensis und Globodera pallida sind Quarantäneschädlinge. Für sie ist ein Bekämpfungsprogramm vorgeschrieben, das resistente Sorten mit Anbaupausen verbindet. Auch unklare Knollennekrosen können eine Laboruntersuchung erfordern.

Vorbeugen in Kürze

Zertifiziert virusfreies Pflanzgut, krautfäuletolerante Sorten, Sorten mit frühem Knollenansatz und luftige Bestände, die schneller abtrocknen, können das Krankheitsrisiko senken. Auf derselben Fläche gilt eine Anbaupause von 4 bis 6 Jahren, die du im Beetplaner über die Jahre festhältst. Durchwuchskartoffeln entfernst du aus den Folgekulturen, weil Krankheiten und Schädlinge darin bis zum nächsten Anbau überdauern können. Ausführlich geht es darum im Beitrag, wie du mehlige Kartoffeln durch Vorbeugung gesund hältst.

Ernte, Lager und Düngung kurz gefasst

Ernte: Lagerkartoffeln erntest du als Faustregel etwa 2 bis 3 Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts, wenn die Schale fest ist. Verletzte Knollen legst du getrennt und verbrauchst sie bald.

Lager: Gelagert wird dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad. Kontrolliere den Vorrat alle paar Tage und sortiere kranke oder faule Knollen sofort aus. Folienverpackungen eignen sich nicht, weil sich darin Feuchtigkeit und Schimmel bilden können.

Düngen: Ein Überangebot an Stickstoff kann Abreife und Schalenfestigkeit verzögern. Siehst du Aufhellungen zwischen den Blattadern älterer Blätter, denk auch an die Düngung, denn hohe Kaliumgaben können die Aufnahme von Magnesium vermindern.

Alles Weitere steht in meinem Kartoffel-Ratgeber in den Abschnitten zu Ernte, Lagern und Düngen.

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Häufige Fragen

Welche Hauptschädlinge befallen mehligkochende Kartoffeln am häufigsten?
Im Garten geht es meist um Kartoffelkäfer, Drahtwürmer und Blattläuse. Käfer, Larven und die orangefarbenen Eigelege auf den Blattunterseiten sammelst du von Hand ab. Drahtwürmer schädigen die Knollen, Blattläuse können Viren übertragen, ihre Bekämpfung ist im Garten aber in der Regel nicht nötig. Die Kartoffelzystennematoden sind Quarantäneschädlinge, für die ein Bekämpfungsprogramm vorgeschrieben ist.
Wie wirkt sich Kraut- und Knollenfäule auf mehligkochende Kartoffeln aus?
Bei feuchter Witterung entstehen graugrüne bis braune Flecken an Blättern und Stängeln, unterseits teils mit weißem Pilzsaum, und das Kraut kann vorzeitig absterben. Weil die Knollen nur Stärke einlagern, solange das Kraut grün ist, kann ein früher Krautverlust mehligen Sorten genau diese Stärke kosten. Befallene Knollen zeigen außen bleigraue, eingesunkene Flecken und innen braunes Gewebe; sortiere sie bei der Ernte aus.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Speisekartoffeln und Pflanzkartoffeln bei der Krankheitsresistenz?
Widerstandsfähigkeit gegen einzelne Krankheiten wird je Sorte beschrieben, etwa als Krautfäuletoleranz oder als Resistenz gegen Zystennematoden. Beim Pflanzgut kommt es zusätzlich auf den Gesundheitszustand an, deshalb wird für den Anbau zertifiziertes, virusfreies Pflanzgut empfohlen. Damit sicherst du dir im Reklamationsfall auch Rechtsansprüche gegenüber dem Lieferanten.
Wie wirken sich verschiedene Bodentypen auf die Krankheitsresistenz mehligkochender Kartoffeln aus?
Leichte Standorte können eher unter Schorf und unzureichender Wasserversorgung leiden, deshalb achtest du dort während der Knollenbildung auf ausreichend Wasser. Schwere Böden erwärmen sich langsam; weil Pflanzen in erwärmten Boden die Vorbeugung gegen Rhizoctonia unterstützt, wartest du dort ab, bis der Boden erwärmt ist. Als günstig gilt ein Boden-pH von 5,0 bis 6,0, wobei die übrigen Kulturen der Fruchtfolge mitzudenken sind. Eine nötige Kalkung legst du in die Fruchtfolge nach den Kartoffeln, weil eine direkte Kalkgabe mit überhöhtem pH-Wert Schorf fördern kann.
Wie erkennt man frühzeitig einen Drahtwurmbefall bei mehligkochenden Kartoffeln?
Drahtwürmer leben als Larven im Boden, ihr Fraß zeigt sich an den Knollen. Zur Ermittlung eines Befalls werden Kartoffelköder genutzt, die auf humusreichem Boden allerdings versagen. Verwechsle den Fraß nicht mit Dry-core-Symptomen durch Rhizoctonia, die ähnlich aussehen können. Nach dem Umbruch von Grünland, Kleegras oder Stilllegungsflächen pflanzt du in den ersten 3 Jahren keine Kartoffeln.
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