Koreanische Minze vermehren: Aussaat, Stecklinge und Teilung Schritt für Schritt
- Drei Wege führen zu mehr Pflanzen: Aussaat, Stecklinge im Sommer und Teilung des Horsts.
- Die Samen sind Lichtkeimer: nur andrücken, höchstens 0–0,5 cm bedecken, bei 15–20 °C keimen sie in 14–21 Tagen.
- Frühjahrsaussaat blüht im ersten Jahr, Sommeraussaat liefert Jungpflanzen zum Überwintern.
- Stecklinge und Teilstücke sind genetisch identisch mit der Mutterpflanze, Sämlinge nicht.
- Ausgepflanzt wird mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand.

Eine einzelne Koreanische Minze im Beet ist schnell abgeerntet, und der Nachschub aus dem Handel ist jedes Jahr wieder ein Posten. Dabei gibt die Pflanze dir selbst alles, was du für Nachwuchs brauchst: Samen, weiche Sommertriebe und einen Horst, der sich teilen lässt. Ich halte in meinem Kräuterbeet immer eine Mutterpflanze zurück, die ich nicht beernte, sondern nur beobachte – an ihr schneide ich StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze., an ihr lasse ich Samen ausreifen. Welche der drei Methoden für dich passt, hängt davon ab, wie viele Pflanzen du willst und ob sie der Mutterpflanze gleichen sollen.
Kurz eingeordnet: was du da vermehrst
Koreanische Minze ist Agastache rugosa – eine mehrjährige, robuste und winterharte Staude aus der Gattung Agastache, die horstig oder schaftförmig wächst und etwa 60–120 cm hoch wird, häufig um 90–100 cm. Sie steht als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. an sonnigen bis halbschattigen Plätzen auf frischem bis mäßig trockenem, durchlässigem Boden; die Blüte reicht von Juni bis Oktober, geerntet wird von Juli bis Oktober. Wie die Kräuter-Welten mediterran-trocken und frisch-feucht auseinanderzuhalten sind und was Einjährige von Mehrjährigen unterscheidet, liest du im Grundlagenartikel zu den zwei Kräuter-Welten und den drei Lebensläufen. Alles, was speziell zu dieser Art gehört, sammelt der Art-Hub zur Koreanischen Minze.
Welche Methode passt zu deinem Ziel?
- Aussaat: viele Pflanzen aus einer Tüte, aber jede Pflanze ist genetisch ein Stück anders als die Mutter. Frühjahrsaussaat blüht im ersten Jahr, Sommeraussaat liefert Jungpflanzen, die du über den Winter bringst.
- Stecklinge: genetisch identische Kopien einer Pflanze, die dir gefällt. Der Weg der Wahl, wenn Aroma und Wuchs genau so bleiben sollen.
- Teilung: wenige, aber sofort kräftige Pflanzen – und zugleich die Verjüngung eines älteren Horsts.
Aus selbst gesammelten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen entstehen, die deutlich anders aussehen als die Mutterpflanze. Wenn du eine bestimmte Sorte erhalten willst, nimm Stecklinge oder Teilstücke.
Aussaat: Lichtkeimer brauchen Geduld und Licht
Die samen.liver Koreanischen Minze sind LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte.. Das heißt: Sie kommen auf die Oberfläche, werden angedrückt und höchstens 0–0,5 cm dünn bedeckt. Ich säe in frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Erde, drücke die Samen mit dem Handballen an und gieße mit feiner Brause an, damit nichts abgeschwemmt wird.
Bei 15–20 °C keimt Koreanische Minze in 14–21 Tagen. Kulturstart ist von März bis Juni möglich; von der Aussaat bis zur Kultur-Ende rechnen die Kulturdaten mit 126–140 Tagen.
Während der Keimung darf das Saatgut nicht austrocknen. Ich kontrolliere jeden Morgen die Oberfläche und sprühe nach, statt zu gießen – so bleibt die Erde mäßig feucht und locker, ohne dass Wasser steht.
Zwei Aussaatfenster, zwei Ziele
Säst du im Frühjahr, blühen die Pflanzen noch im ersten Jahr. Eine Sommeraussaat ist dagegen dafür gedacht, Jungpflanzen zu gewinnen, die du überwinterst und im nächsten Jahr auspflanzt. Für die Jungpflanzenanzucht gilt: Sämlinge einzeln pikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und im ersten Jahr geschützt, etwa im Gewächshaus, weiterkultivieren. Die passenden Monate trägst du dir aus dem Aussaatkalender für Koreanische Minze zum Ausdrucken in den Gartenplan ein.
Vom Sämling zur Jungpflanze
Sobald die Sämlinge stehen, stelle ich sie etwas kühler – das hält sie gedrungen. Etwa 4–6 Wochen nach der Keimung werden sie einzeln pikiert. Ins Beet oder ins HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. kommen sie mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand; im Topf richtet sich die Gefäßgröße nach der ausgewachsenen Pflanze, und das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, rechnet dir der Beetplaner mit den Abständen für Kräuter aus.
Die Samen wie Gemüsesaat eingraben. Eine dickere Erdschicht nimmt den Lichtkeimern das Licht – dann wartest du vergeblich und gibst dem Saatgut die Schuld.
Eigenes Saatgut gewinnen
Dafür lasse ich ausgewählte Mutterpflanzen bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen. Die Samenstände nehme ich bei trockenem Wetter mit der Schere ab, breite sie auf Papier aus und lasse sie nachtrocknen. Feine Samen trenne ich mit einem Sieb von den trockenen Samenhäuten. Beschriftet, kühl, dunkel und trocken gelagert, bleibt das Saatgut brauchbar; bei älteren Beständen zeigt eine Probeaussaat mit abgezählten Samen, wie viel Keimkraft noch da ist.
Stecklinge: die Mutterpflanze kopieren
Stecklinge erhalten die Eigenschaften der Mutterpflanze – wer eine besonders aromatische oder standfeste Koreanische Minze hat, vervielfältigt genau diese. Geschnitten wird im Sommer. Ich suche feste, noch nicht verholzte Triebe ohne Knospen oder Blüten mit drei bis vier Blattpaaren und schneide sie unterhalb eines Blattpaares ab. Weil die Pflanze von Juni bis Oktober blüht, greife ich gezielt zu Seitentrieben, die noch keinen Blütenansatz zeigen.
gesunde Mutterpflanze · Triebe fest, nicht verholzt, blüten- und knospenfrei · drei bis vier Blattpaare · Schnitt unterhalb eines Blattpaares · saubere, scharfe Klinge
Die unteren Blattpaare streife ich ab und stecke die Triebe in nährstoffarmes, durchlässiges Substrat, das ich mit Sand oder Perlit auflockere. Dann stehen die Stecklinge hell, aber ohne grelle Sonne, unter einer Folienabdeckung. Die Abdeckung kontrolliere ich auf Feuchte und Schadstellen und lüfte sie kurz, damit nichts fault.
Wie lange die Bewurzelung dauert, hängt von Wärme und Trieb ab – ich verlasse mich auf zwei Zeichen: Die Spitze schiebt neue Blätter, und beim vorsichtigen Zupfen am Trieb spüre ich Widerstand. Dann wird eingetopft und die Jungpflanze schrittweise an Freiluft gewöhnt, ehe sie mit 30 × 30 cm ins Beet oder in ihr endgültiges Gefäß kommt.
Ich stecke immer mehr Triebe, als ich Pflanzen brauche, und beschrifte jede Schale mit Datum und Mutterpflanze. Beim Lüften sortiere ich schlaffe oder fleckige Stecklinge sofort aus, statt zu hoffen.
Teilung: den Horst verjüngen
Weil Koreanische Minze horstig wächst, lässt sie sich teilen. Für mehrjährige Kräuterstauden gilt eine Teilung nach 3–5 Jahren als allgemeine Empfehlung zur Verjüngung. Den Zeitpunkt lege ich am Wurzelstock fest: Teile, wenn du am Stock die neuen Triebspitzen oder austriebsfähigen Augen klar erkennst – so bekommt jedes Teilstück, was es zum Weiterwachsen braucht. Ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. auf 30 cm über dem Boden ist bei Bedarf im März möglich und macht den Horst übersichtlich.
So gehe ich vor:
- Den Horst großzügig ausgraben und die Erde abschütteln, bis die Wurzelstruktur sichtbar ist.
- Den Stock mit Spaten oder Messer in Teilstücke zerlegen – jedes mit mindestens einem austriebsfähigen Auge oder einer vitalen Triebspitze.
- Die Teilstücke sofort wieder einpflanzen und gut wässern.
Für den neuen Platz entferne ich vorher Wurzelunkräuter und lockere Verdichtungen. Wo bereits Koreanische Minze stand, gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, also lieber eine frische Stelle wählen. Auch geteilt bleibt der Abstand bei 30 cm in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen, denn der Platzbedarf richtet sich nach der Endgröße mit 30–40 cm Wuchsbreite. Schwierige Nachbarn sind andere Aromatiker wie Ysop, Lavendel, Zitronenmelisse, Minze, Basilikum, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Knollenziest und Thymian – prüfe die Kombination im Mischkultur-Planer für dein Beet. Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts.
Vegetativ vermehrte Pflanzen – Stecklinge und Teilstücke – sind genetisch mit der Mutterpflanze identisch. Nachkommen aus Samen sind genetisch verschieden. Deshalb sichert Teilung die Sorte, Aussaat bringt Vielfalt.
Nach der Vermehrung: Standort, Pflege und Ernte im Überblick
Deine neuen Pflanzen wollen einen sonnigen bis halbschattigen, möglichst geschützten Platz auf durchlässigem, frischem bis mäßig trockenem Boden; als Schwachzehrer kommen sie mit einer bescheidenen Versorgung aus. Was das für Gießen und Düngen heißt, steht im Hub-Abschnitt Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß, die Details zu Beet und Pflege liest du in Anbau und Pflege der Koreanischen Minze im Kräutergarten. Für die Kultur im Gefäß gibt es einen eigenen Ratgeber, wie Koreanische Minze im Topf gedeiht.
Geerntet wird von Juli bis Oktober; die Blätter lassen sich frisch oder getrocknet für Getränke, Süßspeisen und Tee verwenden. Wie du den Erntezeitpunkt triffst und die Blätter trocknest, zeigt dir der Artikel zu Ernte und Konservierung der Koreanischen Minze; die Grundregeln – Vormittag, kurz vor der Blüte, Ernte als Pflege – trägt der Hub-Abschnitt Ernten und Konservieren. Die Pflanze hat Tradition als Teekraut; bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.
Wenn deine Jungpflanzen stehen und kräftig wachsen sollen, findest du weiterführende Hinweise in den Tipps für üppiges Wachstum der Koreanischen Minze.


