Kräuter · Kräuter · Anbau

Kräuter auf der Fensterbank vorziehen: Saattiefe, Wärme und Licht für jede Art

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Anzuchterde anfeuchten und andrücken, dann säen: Kamille nur andrücken, Basilikum und Thymian höchstens dünn bedecken, Petersilie 0,5–1 cm, Koriander 1–2 cm tief.
  • Keimtemperatur und Keimdauer unterscheiden sich stark je Art – die Tabelle im Artikel nennt dir die belegten Spannen.
  • Mit der Sprühflasche feucht halten; die Haube des Zimmergewächshauses lüften, sobald sie beschlägt.
  • Nach den ersten echten Blättern pikieren und die Jungpflanzen an den hellsten Platz stellen.
  • Frostempfindliche Arten wie Basilikum und Majoran erst zur Pflanzzeit etwa Mai–Juni ins Freie.
Junge Sämlinge mit behaarten Stängeln und ersten Laubblättern stehen dicht an dicht im Gegenlicht
Foto: AndreasGoellner · Pixabay Content License · Quelle ↗

Im März steht das Beet noch kalt und nass da, und du willst trotzdem im Frühsommer Basilikum ernten und nicht erst im Herbst. Die Fensterbank überbrückt genau diese Lücke: Ich säe dort ab März in Schalen, kontrolliere beim Gießen die Feuchte der Erde und stelle die Sämlinge nach dem Keimen ins hellste Fenster, das ich habe. Wie das für die einzelnen Arten läuft – wer bedeckt wird, wer Wärme braucht, wer Geduld verlangt – steht hier.

Die Grundlagen zu Direktsaat, Vorkultur und den feinen Samen trägt der Kräuter-Überblick; wenn dir Begriffe wie Lichtkeimer neu sind, lies zuerst, wie Aussaat und Vorkultur bei Kräutern grundsätzlich funktionieren. Hier geht es um die Praxis am Fenster.

Was du für die Anzucht brauchst

Du brauchst nicht viel: flache Schalen oder kleine Töpfe mit Abzugslöchern, feine Anzuchterde, eine Sprühflasche, Etiketten und einen Stift. Anzuchterde ist nährstoffarm und fein – genau das, was quellende Samen und junge Wurzeln vertragen. Gartenerde aus dem Beet ist dafür zu grob und zu schwer.

Ich feuchte die Erde vor dem Einfüllen an, bis sie sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt, fülle die Schale, streiche die Oberfläche glatt und drücke sie leicht an. Erst dann kommen die Samen. Das Etikett schreibe ich vorher, mit Art, Sorte und Datum – frisch gekeimt sehen sich Kerbel und Petersilie zum Verwechseln ähnlich, und ohne Datum weißt du nicht, ob eine leere Schale noch Geduld verdient.

Mini-Checkliste

Schale mit Abzugslöchern · Anzuchterde · Sprühflasche · Etiketten mit Datum · Untersetzer · heller Fensterplatz · optional Haube oder Zimmergewächshaus

Bedecken oder nicht: die Saattiefe je Art

Hier passieren die meisten Fehler bei der Kräuteranzucht, und sie sind vermeidbar, weil die Angaben je Art bekannt sind.

Etliche Kräuter sind Lichtkeimer. Kamille wird nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Basilikum, Thymian, Majoran, Bohnenkraut, Zitronenmelisse und Kerbel säst du oberflächennah, drückst die Samen an und bedeckst sie höchstens dünn – die Saattiefe liegt bei 0–0,5 cm. Bei Oregano gilt dasselbe, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass eine dickere Abdeckung die Keimung beeinträchtigen kann. Koreanische Minze und Liebstöckel gehören ebenfalls in diese Gruppe mit 0–0,5 cm.

Anders die Arten, deren Samen in die Erde kommen: Petersilie wird 0,5–1 cm tief gesät und mit Erde bedeckt. Schnittlauch liegt je nach Quelle bei 0,5–2 cm, Schnittknoblauch bei 0,5–1 cm, Salbei bei etwa 0,5 cm. Koriander kommt 1–2 cm tief, Bärlauch ebenfalls 1–2 cm mit lockerer Erde darüber. Borretsch säst du 2 cm tief – aber der ist ein Fall fürs Beet, dazu unten mehr.

Sehr feine Samen wie die von Kamille oder Thymian lassen sich schlecht greifen. Ich mische sie auf einem Blatt Papier mit etwas trockenem Sand und streue die Mischung dann über die Schale; der helle Sand zeigt mir, wo schon etwas liegt. Dann drücke ich mit einem flachen Brettchen an, damit die Samen Kontakt zur feuchten Erde bekommen.

Häufiger Fehler

Lichtkeimer werden „zur Sicherheit” mit einer ordentlichen Schicht Erde bedeckt – und keimen dann schlecht oder gar nicht. Wenn du unsicher bist, drück lieber nur an und siebe höchstens einen Hauch Erde darüber.

Saatscheiben als Abkürzung

Bei Saatscheiben liegen die Samen schon im passenden Abstand auf abbaubarem Papier; du legst die Scheibe auf die angefeuchtete Erde und hältst sie feucht. Für Zitronenmelisse sieht die Bingenheimer-Anleitung Saatscheiben ausdrücklich ohne Sandabdeckung vor. Wie du mit Saatbändern und Saatscheiben arbeitest und welche Kräuter sich dafür kombinieren lassen, liest du im Artikel zur Aussaat mit Saatbändern.

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Wärme: Keimtemperatur und Keimdauer je Art

Die Fensterbank hat gegenüber dem Beet einen Vorteil, den du nutzen solltest: Du kannst die Temperatur halten. Die Spannen unten stammen aus mehreren Quellen und decken sich nicht immer – deine Sorte kann am Rand liegen, deshalb hat die Angabe auf deiner Samentüte Vorrang.

Kraut Saattiefe Keimtemperatur Keimdauer Vorkultur / Pflanzzeit
Basilikum 0–0,5 cm, Lichtkeimer 15–22 °C 7–25 Tage Pflanzzeit etwa Mai–Juni
Sommer-Bohnenkraut etwa 0–0,5 cm, Lichtkeimer 15–20 °C 7–24 Tage Voranzucht März–April, Pflanzzeit etwa Mai–Juni
Estragon – etwa 16–22 °C etwa 7–21 Tage Vorkultur etwa März–Juni, Pflanzzeit etwa April–Mai
Kamille 0 cm, nur andrücken 10–20 °C 7–15 Tage Voranzucht März–April
Kerbel etwa 0–0,5 cm, Lichtkeimer 8–20 °C 7–20 Tage Freilandsaat Mai–Juli
Koreanische Minze etwa 0–0,5 cm, Lichtkeimer 15–20 °C 14–21 Tage Kulturstart März–Juni
Koriander 1–2 cm 10–22 °C 12–21 Tage Vorkultur etwa März–April, Pflanzzeit etwa April–Juni
Liebstöckel 0–0,5 cm 18–22 °C 14–21 Tage Vorkultur März–Juni
Majoran 0–0,5 cm, andrücken, höchstens dünn bedecken 15–20 °C 7–35 Tage Voranzucht März–Mai, Pflanzzeit etwa Mai–Juni
Oregano 0–0,5 cm, dünn bedeckt 16–20 °C (Vorkultur bis 22 °C) 7–14 Tage Vorkultur März–Juni, Auspflanzen ab Mai
Petersilie 0,5–1 cm, bedecken 14–20 °C 14–30 Tage Pflanzzeit etwa April–August
Salbei etwa 0,5 cm, bedecken etwa 18–22 °C etwa 7–21 Tage Voranzucht März–April, Pflanzzeit etwa April–Juni
Schnittknoblauch 0,5–1 cm 15–20 °C 14–28 Tage Aussaat April–August
Schnittlauch 0,5–2 cm 10–20 °C 7–25 Tage Pflanzzeit etwa April–September
Thymian etwa 0–0,5 cm, Lichtkeimer 15–25 °C 10–21 Tage Voranzucht März–Mai, Pflanzzeit etwa März–Mai
Zitronenmelisse etwa 0–0,5 cm, Lichtkeimer etwa 18–25 °C 7–30 Tage Voranzucht März–Mai, Pflanzzeit etwa April–August
Zitronengras – 20–25 °C 14–21 Tage vorziehen Ende Februar bis April

Zwei Dinge liest du aus der Tabelle heraus. Erstens: Ein normal beheiztes Zimmer liegt für die meisten Arten im passenden Bereich; die Wärmeliebhaber wie Zitronengras oder Zimtbasilikum mit 20–25 °C stelle ich näher an die Heizung, Kerbel und Kamille dürfen auch ins kühlere Schlafzimmerfenster. Zweitens: Die Keimdauer streut enorm. Majoran kann 7 bis 35 Tage brauchen, Petersilie 14 bis 30, Zitronenmelisse 7 bis 30. Das ist kein Zeichen für schlechtes Saatgut, sondern normal.

Marias Erfahrung

Ich säe die Langsamen – Petersilie, Majoran, Zitronenmelisse – immer in eigene Schalen und nie zusammen mit Kamille oder Kerbel. Sonst steht neben einer grünen Schale wochenlang eine scheinbar leere, und ich bin versucht, sie abzuräumen, bevor die Keimdauer überhaupt abgelaufen ist. Das Datum auf dem Etikett hält mich davon ab.

Ein Wort zur Keimrate: Für Basilikum liegt sie bei 80 %, für Petersilie und Schnittlauch bei 70 %. Rechne also mit Ausfall und setze nicht auf jedes einzelne Korn.

Zahl im Blick

Zimtbasilikum will es nach der Aussaat warm und feucht bei etwa 20–30 °C; ausgewachsene Pflanzen vertragen keine Temperaturen unter 10 °C. Für Thai-Basilikum ‘Siam Queen’ gilt eine Keimtemperatur von 15 bis 20 °C, dünn bedeckt – ins Freiland kommt die Sorte nicht vor Mitte Mai.

Feucht halten, ohne zu ertränken

Gieße die Aussaat nicht mit der Kanne. Ein Wasserstrahl schwemmt die feinen Samen zusammen oder spült sie in eine Ecke der Schale. Ich arbeite mit der Sprühflasche und benetze die Oberfläche, bis sie dunkel glänzt, dann höre ich auf. Alternativ stellst du die Schale in einen Untersetzer mit Wasser und lässt die Erde von unten saugen, bis die Oberfläche dunkel wird; danach kippst du das restliche Wasser weg.

Die Erde soll gleichmäßig feucht bleiben, aber nie nass. Steht Wasser in der Schale, fehlt den Samen Luft, und ein weißer oder grauer Flaum auf der Erde kann auf zu viel Nässe und stehende Luft hindeuten. Trocknet die Oberfläche hell aus, sprühst du nach – quellende Samen vertragen es nicht, wieder zu vertrocknen.

Ein Zimmergewächshaus oder eine Klarsichthaube hält Feuchtigkeit und Wärme gleichmäßiger, ist aber keine Pflicht. Ich hebe die Haube ab, sobald die Innenseite beschlägt, wische das Kondenswasser weg und setze sie erst wieder auf, wenn die Luft darunter getauscht ist. Zeigen sich die ersten Keimlinge, bleibt die Haube ganz weg.

Tipp

Beschrifte die Sprühflasche, damit sie nicht mit dem Blattglanz- oder Putzmittel verwechselt wird, und fülle sie mit zimmerwarmem Wasser – kaltes Leitungswasser kühlt die Erde auf der Schale spürbar ab.

Licht nach der Keimung

Lichtkeimer wie Basilikum, Thymian oder Kamille brauchen schon zum Keimen einen hellen Platz, ohne pralle Mittagssonne; Petersilie, Schnittlauch und Koriander unter ihrer Erdschicht kommen auch etwas abseits vom Fenster in Gang. Sobald die Keimlinge da sind, entscheidet für alle das Licht. Zu dunkel stehende Sämlinge werden lang, dünn und blass, weil sie dem Fenster nachwachsen. Das hellste Fenster ist jetzt der richtige Platz, und ich drehe die Schalen beim Gießen jedes Mal um eine Vierteldrehung, damit die Pflänzchen nicht alle in eine Richtung kippen.

Wärme und Licht müssen nach der Keimung zusammenpassen: Ein sehr warmer, aber dunkler Platz treibt die Sämlinge in die Länge. Steht deine Schale über der Heizung, prüfe mit dem Finger die Erdfeuchte häufiger, weil die aufsteigende Luft die Oberfläche schnell austrocknet.

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Pikieren und Vereinzeln

Nach den beiden Keimblättern erscheinen die ersten echten Blätter, die schon wie das spätere Kraut aussehen. Jetzt entscheidest du: Stehen die Sämlinge locker, lässt du sie noch. Stehen sie dicht, vereinzelst du – überzählige Pflänzchen werden herausgezupft – oder du pikierst.

Beim Pikieren feuchte ich die Erde an, hebe die kräftigsten Sämlinge mit einem Pikierstab oder Bleistift samt Wurzel heraus und fasse sie dabei nur am Keimblatt, nie am Stiel. Jedes Pflänzchen kommt in ein eigenes Loch in frischer Erde, wird angedrückt und angesprüht. Schwache und beschädigte Keimlinge sortiere ich aus. Frisch pikierte Pflanzen stelle ich für ein paar Tage hell, aber ohne pralle Mittagssonne, und beobachte, ob sie wieder aufrecht stehen.

Basilikum wird gern im Büschel gezogen; die Quellen nennen dafür 10 bis 25 cm Pflanzabstand – je nach Pflanzweise (Büschel/Tuff enger, Einzelpflanzen weiter) und Sorte. Ich lasse deshalb beim Pikieren mehrere Basilikum-Sämlinge als kleinen Tuff zusammen, statt jeden einzeln zu setzen.

Gießen und Düngen der Jungpflanzen

Vorgezogene Kräuter sind in der Anzuchterde nicht unterversorgt, sondern bewusst knapp gehalten. Die meisten Arten gelten als schwachzehrend; beim Umtopfen in nährstoffreichere Erde oder beim Auspflanzen in ein Beet mit Kompost zum Start bekommen sie, was sie für die Saison brauchen. Basilikum, Borretsch und Liebstöckel sind die Ausnahmen und gelten als starkzehrend. Wie du Kräuter mit Maß gießt und düngst und warum üppige Stickstoff- und Wassergaben das Aroma flacher machen, erklärt der Abschnitt zu Gießen, Düngen und Pflegen im Kräuter-Überblick.

Abhärten und Auspflanzen

Vor dem Umzug nach draußen gewöhne ich die Jungpflanzen an Wind und Sonne: an milden Tagen stundenweise raus an einen geschützten, hellen Platz, abends wieder rein, und von Tag zu Tag länger draußen. So bleiben die weichen Blätter ohne Sonnenbrand und die Stängel werden fester.

Der Termin richtet sich nach der Art. Thymian hat eine Pflanzzeit von etwa März–Mai, Salbei etwa April–Juni, Estragon etwa April–Mai, Koriander etwa April–Juni, Petersilie etwa April–August, Zitronenmelisse etwa April–August und Schnittlauch etwa April–September. Die Frostempfindlichen warten: Basilikum, Sommer-Bohnenkraut und Majoran werden etwa Mai–Juni gepflanzt, Thai-Basilikum kommt nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Sommer-Bohnenkraut und Majoran sind nicht freiland-winterhart, Basilikum ebenfalls nicht – ein später Frost kann eine ganze Anzucht kosten.

Bei Petersilie gibt es einen zweiten Grund, nicht zu früh zu pflanzen: Ihre Blütenbildung wird durch niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C ausgelöst, blühende Pflanzen sind nicht mehr nutzbar, und das Risiko ist beim sehr frühen Anbau am größten. Kerbel setzt du in den Halbschatten und gießt bei Trockenheit, um vorzeitiger Blüte entgegenzuwirken.

Die Abstände gelten als System aus Abstand in der Reihe und Reihenabstand: Basilikum 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand, Petersilie 15 cm bei 25 cm, Thymian 20 cm bei 25 cm, Schnittlauch 20 cm bei 30 cm, Majoran 20 cm bei 25 cm. Alle weiteren Arten kannst du im Beetplaner mit Abstand, Standort und Kulturstart nachschlagen. Beim Zusammenstellen des Beets gibt es Unverträglichkeiten auch innerhalb einer Standort-Gruppe – die mediterranen Aromatiker Thymian, Salbei, Rosmarin und Lavendel gelten untereinander als schwierige Nachbarn, unter den Doldenblütlern Dill, Kerbel, Koriander und Petersilie; das Mischkultur-Werkzeug zeigt dir die Kombinationen.

Wer statt ins Beet auf den Balkon pflanzt, findet die Standort- und Topffragen für Kräuter auf dem Balkon in einem eigenen Artikel. Und wann welches Kraut Monat für Monat gesät wird, steht im Aussaatkalender für Kräutersamen; zum Ausdrucken gibt es ihn auch als Aussaatkalender für Kräuter als Druckversion.

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Welche Kräuter du besser nicht vorziehst

Nicht alles gehört auf die Fensterbank. Borretsch säst du 2 cm tief, er wird 60 bis 90 cm hoch und ist starkzehrend – den setze ich direkt ins Beet, mit 20 cm in der Reihe und 30 cm Reihenabstand. Kümmel ist zweijährig und frostunempfindlich; er bildet im ersten Jahr die Rosette und blüht im zweiten, die Vorkultur bringt dir also keinen Vorsprung. Dill säe ich ebenfalls direkt und bis August alle 3 Wochen nach, damit die Ernte bis in den Herbst reicht.

Bärlauch ist ein Sonderfall für Geduldige: Vorkulturfenster ist etwa Januar–März und Oktober–Dezember, die Keimdauer liegt bei etwa 30–60 Tagen, gesät wird 1–2 cm tief mit lockerer Erde darüber. Auf der warmen Fensterbank hat er nichts verloren, das läuft draußen in Töpfen.

Die Halbsträucher Salbei und Thymian lassen sich aus Samen ziehen – die Werte stehen in der Tabelle –, brauchen aber Zeit, bis aus dem Sämling ein Busch wird. Wenn dir das zu lang dauert, kaufst du eine Jungpflanze und ziehst dafür die einjährigen Blattkräuter selbst vor.

Passt dazu

Was nach der Anzucht beim Kräuteranbau typischerweise schiefgeht – vom Gießen bis zur Ernte – und wie du es vermeidest, liest du in den Tipps für eine üppige Kräuterernte.

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Häufige Fragen

Welche Kräuter eignen sich für die Anzucht auf der Fensterbank?
Gut vorziehen lassen sich Basilikum, Bohnenkraut, Kamille, Koriander, Majoran, Oregano, Petersilie, Salbei, Schnittlauch, Thymian und Zitronenmelisse – für alle sind Keimtemperatur und Keimdauer bekannt. Borretsch säe ich lieber direkt: Seine Samen kommen 2 cm tief in die Erde, und die Pflanze wird 60 bis 90 cm hoch. Kümmel ist zweijährig und frostunempfindlich, der braucht die warme Fensterbank nicht.
Worin unterscheiden sich Lichtkeimer und Dunkelkeimer bei Kräutern?
Lichtkeimer wie Basilikum, Thymian, Majoran, Bohnenkraut, Kerbel und Zitronenmelisse werden oberflächennah gesät, angedrückt und höchstens dünn mit Erde bedeckt; Kamille wird nur angedrückt und gar nicht bedeckt. Petersilie kommt 0,5–1 cm tief in die Erde und wird bedeckt, Schnittlauch 0,5–2 cm, Koriander 1–2 cm. Bei Oregano kann eine dickere Abdeckung die Keimung beeinträchtigen – das gilt als Warnung für alle feinen Samen.
Welche Keimtemperatur brauchen Kräutersamen im Haus?
Die Spannen liegen weit auseinander: Kerbel keimt bei 8–20 °C, Kamille und Schnittlauch bei 10–20 °C, Basilikum bei 15–22 °C, Thymian bei 15–25 °C und Zimtbasilikum bei 20–25 °C. Ein normal beheiztes Zimmer passt für die meisten dieser Arten. Miss die Temperatur direkt an der Schale nach, denn auf der Fensterbank ist es nachts oft kühler als im Raum.
Brauche ich ein Zimmergewächshaus für Kräutersamen?
Nötig ist es nicht, aber die Haube hält Feuchtigkeit und Wärme gleichmäßiger. Sobald die Innenseite beschlägt, nimm sie kurz ab und lass die Feuchtigkeit raus, weil stehende, nasse Luft Schimmel fördern kann. Zeigen sich die ersten Keimlinge, bleibt die Haube ganz weg.
Warum muss ich Kräuterkeimlinge pikieren?
Stehen die Sämlinge zu dicht, konkurrieren sie um Licht und Wasser und bleiben dünn und lang. Sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blätter da sind, hebst du die kräftigsten Pflänzchen mit einem Pikierstab aus und setzt sie einzeln in Töpfe. Schwache und beschädigte Keimlinge sortierst du dabei aus.
Wann kommen die vorgezogenen Kräuter nach draußen?
Das hängt an der Art: Für Thymian gilt eine Pflanzzeit von etwa März–Mai, für Petersilie etwa April–August, für Schnittlauch etwa April–September. Basilikum, Bohnenkraut und Majoran sind frostempfindlich und werden etwa Mai–Juni gepflanzt; Thai-Basilikum kommt nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Petersilie setzt du nicht zu früh raus, weil Temperaturen zwischen 0 und 10 °C die Blüte auslösen können.
Stimmt es, dass gedüngte Kräuter weniger Aroma haben?
Üppige Stickstoff- und Wassergaben gelten zu Recht als Aromakiller: Das Kraut wächst zwar schneller, schmeckt aber flacher und wird weicher und anfälliger. Die meisten Kräuter sind schwachzehrend und kommen mit Kompost zum Start weit. Ausnahmen sind Basilikum, Borretsch und Liebstöckel, die als starkzehrend gelten.
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