Bodenvorbereitung für Kräutermischungen: ein Beet, zwei Böden
- Eine Kräutermischung vereint zwei Welten – mediterran-trocken und frisch-feucht. Bereite deshalb zwei Bodenzonen vor statt eines Einheitssubstrats.
- Als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr; in der mediterranen Zone kannst du darunterbleiben oder ganz darauf verzichten.
- Basilikum, Borretsch und Liebstöckel sind als starkzehrend eingestuft und bekommen eine eigene, nährstoffreichere Ecke.
- Mediterrane Aromatiker wie Thymian, Salbei, Rosmarin und Lavendel gelten untereinander als schwierige Nachbarn, Doldenblütler wie Dill, Kerbel, Koriander und Petersilie ebenso – vor der Aussaat sortieren.
- In Töpfen und im Hochbeet bekommt jede Welt ihr eigenes Substrat; Abflusslöcher und eine Drainageschicht gehören immer dazu.

Thymian und Petersilie in eine Mischung zu setzen dauert kaum Zeit. Ob beide bis in den Herbst zufrieden wachsen, entscheidet der Boden darunter: Der eine will es mager und durchlässig, die andere humos und gleichmäßig feucht. Ein Einheitssubstrat trifft dann höchstens eine der beiden Arten. Ich lege meine Kräutermischungen deshalb nicht auf einem durchgehend gleichen Boden an, sondern teile Beet oder Gefäße vor dem ersten Spatenstich in Zonen. Wie du diese Zonen vorbereitest, welche Ecke die StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. bekommen und welche Nachbarn du gleich trennst, steht hier.
Warum ein Boden für alle Kräuter nicht reicht
Küchenkräuter teilen sich grob in zwei Welten. Mediterran-trocken sind Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano, Lavendel und Bohnenkraut: Sie verlangen die volle Sonne und einen Boden, in dem Wasser nicht stehen bleibt. Oregano bildet an warmen, trockenen Standorten das meiste Aroma und ist staunässeempfindlich. Frisch-feucht sind Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Minze und Zitronenmelisse: Sie gedeihen sonnig bis halbschattig und wollen humosen Boden, der Feuchtigkeit hält. Für Schnittlauch werden humusreiche, mittelschwere Böden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,5 genannt, Löffelkraut mag es feucht, durchlässig und humos.
Eine „Kräutermischung” ist deshalb keine Pflanzenliste, sondern zwei Bodentypen auf einer Fläche. Der Standort folgt derselben Logik: Für die meisten Kräuter ist ein sonniger bis halbschattiger Platz passend, die mediterranen Arten brauchen die volle Sonne, Kerbel steht als Halbschatten-Kraut auf der anderen Seite. Wie du die beiden Welten erkennst und ihnen den richtigen Platz gibst, erklärt der Hub-Abschnitt zu den zwei Kräuter-Welten und ihren Standorten. Hier geht es um das, was unter den Wurzeln liegt.
Das Beet in zwei Bodenzonen teilen
Die Grundarbeit ist für beide Zonen gleich: lockern, Steine heraus, Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch gründlich entfernen, Oberfläche krümelig ziehen. Wie fein das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. für Kräutersamen sein muss und was Lichtkeimer bei der Abdeckung brauchen, steht im Artikel zur Bodenvorbereitung speziell für die Aussaat von Kräutersamen. Danach trennen sich die Wege.
Zone eins – mager und durchlässig. Sie liegt an der sonnigsten Stelle des Beets, gern leicht erhöht, damit Regen abläuft. Ich mische dort Sand oder feinen Kies unter und lasse den Kompost weitgehend weg. Schwerer Lehmboden bekommt in dieser Zone den meisten Sand, sandiger Boden braucht kaum Nachhilfe. Für Oregano gilt ein pH-Wert von 6 oder höher als günstig, das Beet muss also nicht sauer sein.
Zone zwei – humos und wasserhaltend. Hier arbeitest du reifen Kompost in die obere Bodenschicht ein. Reif erkennst du daran, dass er erdig riecht und krümelt. Sandiger Boden bekommt zusätzlich Laubkompost, damit er Wasser hält; schwerer Boden bekommt Kompost für die Struktur und etwas Sand gegen Verdichtung. Miss den pH-Wert mit einem Testset, bevor du korrigierst – Kalken ist die übliche Maßnahme, wenn der Wert deutlich unter den genannten Spannen liegt, dosiert nach der Messung.
Als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, um Gartenpflanzen bedarfsgerecht zu ernähren. Für eine Kräutermischung heißt das: Diese Menge gehört in die frisch-feuchte Zone und in die Starkzehrer-Ecke. In der mediterranen Zone kannst du sie unterschreiten oder ganz auf Kompost verzichten.
Die Starkzehrer bekommen eine eigene Ecke
Die große Mehrheit der Kräuter ist als schwachzehrend eingestuft. Drei Arten fallen heraus: Basilikum, Borretsch und Liebstöckel gelten als starkzehrend und danken eine nährstoffreichere Erde. In einer Mischung verdienen sie eine dritte Zone, die du deutlich reicher mit Kompost versorgst als den Rest.
Basilikum ist dabei der Sonderfall: Es will einen sonnigen Standort wie die Mediterranen, aber Nährstoffe wie ein Blattkraut. Seine Ecke liegt also in der Sonne und trotzdem im humosen Boden. Gepflanzt wird es mit 10 cm Abstand in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand; die Spanne reicht je nach Pflanzweise und Sorte von 10 bis 25 cm – Büschel enger, Einzelpflanzen weiter. Liebstöckel wird 100 bis 150 cm hoch und braucht als Einzelpflanze 50 cm in der Reihe bei 50 cm Reihenabstand. Er gehört an den Rand oder in den Hintergrund, sonst beschattet er die kleineren Kräuter. Borretsch liegt mit 60 bis 90 cm Wuchshöhe dazwischen.
Die Starkzehrer-Ecke ist auch die Nahtstelle zum Gemüsebeet: Basilikum steht in der Mischkultur-Matrix als guter Partner für Tomaten, Gurken, Melonen und Kürbis, Borretsch für Erdbeeren und Bohnen. Wer die Ecke an das Gemüse grenzen lässt, spart sich doppelte Bodenvorbereitung.
Das ganze Mischbeet gleichmäßig mit Kompost oder Dünger versorgen, damit das Basilikum genug bekommt. Dann bekommen Thymian, Salbei und Rosmarin dieselbe Gabe – und üppige Stickstoff- und Wassergaben gelten bei ihnen als Aromakiller: Das Kraut wächst schneller, schmeckt aber flacher und wird weicher und anfälliger. Dünge die Zone, nicht das Beet.
Mehr braucht es zur Ernährung nicht: Für die schwachzehrende Mehrheit genügt ein lebendiger Boden mit Kompost zum Start oft für die ganze Saison. Die Grundsätze dazu stehen im Hub-Abschnitt „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß”.
Nachbarn sortieren, bevor der Boden verteilt ist
Wenn die Zonen stehen, folgt die Frage, wer in welcher Zone neben wem wächst. Die Mischkultur-Matrix nennt auch innerhalb einer Standort-Gruppe ausdrückliche Unverträglichkeiten – und zwar genau bei den Arten, die du aus Bodensicht gerade zusammengelegt hast. Mit dem Mischkultur-Planer prüfst du jede geplante Nachbarschaft, bevor du säst. Die wichtigsten Gruppen, deren Mitglieder untereinander als schwierige Nachbarn gelten:
| Gruppe | Arten, die untereinander als unverträglich geführt werden |
|---|---|
| Mediterrane Aromatiker (LippenblütlerLippenblütler sind eine Pflanzenfamilie, deren verwachsene Blütenblätter eine Ober- und eine Unterlippe bilden. Typisch sind ein vierkantiger Stängel und paarweise gegenüberstehende Blätter, die beim Zerreiben oft auffallend riechen; dazu gehören Küchenkräuter wie Salbei, Thymian und Majoran.) | Thymian, Salbei, Rosmarin, Lavendel, Oregano, Majoran, Basilikum, Bohnenkraut, Ysop, Minze, Zitronenmelisse, Anisminze, Koreanische Minze |
| DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. | Dill, Kerbel, Koriander, Petersilie, Anis, Kümmel, Kreuzkümmel, Fenchel, Liebstöckel, Schnittsellerie |
| KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. | Estragon, Ringelblume, Kamille, Parakresse, Süßkraut, Würz-Tagetes |
| Kressen-Verwandtschaft | Kresse, Winterkresse, Löffelkraut, Rauke, Blattsenf |
| Melde-Verwandtschaft | Kräutermelde, Quinoa, Salzkraut, Spinat, Mangold |
Das heißt nicht, dass Thymian und Salbei nie in ein Beet dürfen. Es heißt, dass die mediterrane Zone nicht als dichter Block aus lauter Lippenblütlern geplant wird, sondern mit Abstand und Zwischenpflanzen aus anderen Gruppen – etwa Schnittlauch, der in keiner dieser Listen steht. Dasselbe gilt für Dill und Petersilie in der feuchten Zone. Mischkultur unterstützt das Beet, sie garantiert nichts.
Minze steht in der Matrix mit allen anderen Lippenblütlern als unverträglich – Basilikum, Melisse, Thymian, Salbei eingeschlossen. Ich setze Minze grundsätzlich in einen eigenen Topf mit humoser Erde und stelle ihn neben die feuchte Zone, statt sie ins Beet zu pflanzen. So bleibt die Nachbarschaft im Beet frei, und die Minze bekommt trotzdem ihren feuchten Boden.
Zur Bodenvorbereitung gehört auch der Blick auf das Vorjahr. Oregano ist selbstunverträglich; empfohlen wird ein Fruchtwechsel von 4 bis 5 Jahren zu Lippenblütlern. Für Dill ist eine Anbaupause von 5 Jahren hinterlegt, für Basilikum 4 Jahre, für Petersilie 3 Jahre, für Kümmel zu anderen Doldenblütlern sogar 7 bis 10 Jahre. Wenn du die Zonen im nächsten Jahr verschiebst, notiere dir, welche Familie wo stand.
Gefäße und Hochbeet: ein Substrat je Welt
In Töpfen und Kästen ist die Zonierung am einfachsten, weil jedes Gefäß sein eigenes Substrat bekommt. Ein Kübel für die mediterrane Welt wird mit Sand oder feinem Kies abgemagert, ein Kübel für die frisch-feuchte Welt bekommt humose, kompostreiche Erde, ein dritter für Basilikum reichere Erde in voller Sonne. Abflusslöcher sind Pflicht, darüber kommt eine Drainageschicht aus Blähton oder grobem Kies und ein Vlies, damit die Erde nicht in die DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. rutscht. Wie du die Erde für Kübelkräuter im Einzelnen mischst oder auswählst, steht im Artikel über die passende Erde für Kräuter im Kübel.
Im Hochbeet gilt dasselbe Prinzip auf einer Fläche: mediterrane Zone an die Sonnenseite und den Rand, wo das Substrat schneller abtrocknet, feuchte Zone zur Mitte oder zur schattigeren Seite. Die Gartenakademie empfiehlt für ein Hochbeet eine Höhe von 70 bis 80 cm; je nach Körpergröße sind 70 bis 100 cm üblich. Die lichte Breite liegt ideal bei 1,40 bis 1,50 m, damit du die Mitte von beiden Seiten erreichst – wichtig, wenn dort die Zone sitzt, die du am häufigsten erntest. Wer zusätzlich Sand in den mediterranen Bereich einarbeitet, hält die Zone auch im humosen Hochbeetsubstrat durchlässig.
Die Zonen zahlen sich später beim Gießen aus: Die mediterrane Seite bekommt selten Wasser und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist, die frisch-feuchte Seite gleichmäßig, bevor die Blätter schlappen – morgens und an den Fuß der Pflanze. Die Einzelheiten stehen im Hub-Abschnitt „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß”.
Der letzte Blick vor der Aussaat
Bevor Saatgut in die Erde kommt, gehe ich die Zonen einmal ab: Ich greife in jede Zone und prüfe, ob die Erde krümelt oder klumpt, und ich kontrolliere, ob die Starkzehrer-Ecke sichtbar dunkler und kompostreicher ist als der Rest. Die Grenzen zwischen den Zonen markiere ich mit Steinen oder Holzstäben, weil sie nach dem ersten Regen sonst nicht mehr zu sehen sind.
Dann folgt die Pflanzenliste: Steht Minze im eigenen Topf? Grenzen zwei Lippenblütler oder zwei Doldenblütler direkt aneinander? Liegt eine Anbaupause aus dem Vorjahr auf einer Zone? Wenn alles passt, richtet sich der Rest nach dem AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. der einzelnen Arten und nach ihrer Keimweise – Lichtkeimer wie Thymian und Basilikum oberflächennah, Bärlauch 1–2 cm tief. Beides trägt der Hub-Abschnitt „Aussaat: Vorkultur, DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. und die feinen Samen”. Der Boden ist ab hier fertig; ab jetzt arbeitet die Mischung.




