Boretsch anbauen: Direktsaat, Pflege und Blütenernte im Beet
- Boretsch ist einjährig, wird 60 bis 90 cm hoch und steht sonnig bis halbschattig.
- Freilandsaat von März bis Juli, 2 cm tief; die Samen keimen bei 8 bis 20 °C Bodentemperatur in 14 bis 21 Tagen.
- Abstand in Reihen: 20 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand; großzügiger 30 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand.
- Boretsch ist Starkzehrer: Kompost zum Start, aber keine Stickstoffmast.
- Junge Blätter und Blüten von Mai bis Oktober frisch ernten; Blätter und Blüten nur selten und in kleinen Mengen essen.

Boretsch macht dir den Anbau leicht: einmal direkt ins Beet gesät, wächst er zu einer 60 bis 90 cm hohen Pflanze heran und liefert von Mai bis Oktober junge Blätter mit Gurkenaroma und blaue Sternblüten. Was schiefgeht, geht meist am Anfang schief – zu tief gesät, zu eng gestellt, zu fett gedüngt – oder am Ende, wenn er sich überall selbst aussät. Ich säe Boretsch direkt ins Beet und ziehe dafür eine flache Rille, in die ich die Samen einzeln lege. Hier steht, wie du vom Samen bis zur Blütenernte vorgehst.
Was Boretsch ist und wohin er im Kräuterbeet gehört
Boretsch (Borago officinalis) ist ein einjähriges Raublattgewächs: Stängel und Blätter sind rau behaart, die Blüten sternförmig und meist leuchtend blau. Als Einjähriger läuft er in einer Saison von der Aussaat bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. und wird jedes Jahr neu gesät – oder sät sich selbst aus. Im Beet gehört er nicht zu den trocken stehenden Mediterranen, sondern zu den Blattkräutern, die einen nährstoffreichen Boden wollen; wie sich die beiden Kräuter-Welten und die drei Lebensläufe unterscheiden, liest du im Kräuter-Überblick zu den zwei Kräuter-Welten und den drei Lebensläufen der Kräuter.
Standort und Boden: sonnig bis halbschattig, nährstoffreich
Boretsch steht sonnig bis halbschattig. Als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. – zusammen mit Basilikum und Liebstöckel eine der Ausnahmen unter den sonst schwachzehrenden Kräutern – dankt er eine nährstoffreichere Erde; als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, um Gartenpflanzen bedarfsgerecht zu ernähren. Welche BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. im Detail passen und wie sich die SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. am Standort steuern lässt, steht im Ratgeber zu Standort und Boden für Boretsch.
Aussaat: Direktsaat von März bis Juli
Boretsch säst du direkt ins Freiland. Das Fenster reicht von März bis Juli, viele Anleitungen nennen Mai bis Juli. Die Samen kommen 2 cm tief in die Erde – als Faustregel etwa die dreifache Samenstärke – und werden mit Erde bedeckt und angedrückt. Sie keimen bei 8 bis 20 °C Bodentemperatur innerhalb von 14 bis 21 Tagen; bis dahin hältst du die Saatreihe gleichmäßig feucht.
Für den Abstand gibt es zwei Systeme, je nachdem, wie dicht der Bestand werden soll:
- DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. in Reihen: 20 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand; andere Anleitungen nennen 25 cm in der Reihe bei 30 cm Reihenabstand.
- Freistehende Einzelpflanzen mit mehr Luft: 30 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand.
Ich säe in der Rille etwas dichter, als der Endabstand vorgibt, und ziehe nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. die schwächeren Sämlinge heraus, bis die kräftigsten im Zielabstand stehen. Boretsch lässt sich auch im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehen; dazu gibt es einen eigenen Ratgeber. Zeitpunkt, Methoden und die Technik Schritt für Schritt beschreibt der Ratgeber zur richtigen Aussaat von Boretsch.
Pflege: gießen mit Maß, Kompost statt Stickstoffmast
Boretsch gießt du gleichmäßig, bevor die großen Blätter schlappen – morgens und an den Fuß der Pflanze, nicht über das Blatt. Bei der Versorgung reicht der Kompost zum Start: Wer das Kraut mit Stickstoff und Wasser mästet, bekommt schnelleres, aber weicheres und flacher schmeckendes Laub, das anfälliger wird – das gilt auch für den Starkzehrer Boretsch. Mehr dazu steht im Kräuter-Überblick im Abschnitt „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß“.
Ein luftiger Stand im vorgesehenen Abstand kann das Laub nach Regen schneller abtrocknen lassen, und mastig gewachsene Pflanzen sind anfälliger. Ich kontrolliere beim Gießen die Blattunterseiten und den Stand der Pflanzen und räume abgeknickte Stängel gleich weg.
Mischkultur: gute Nachbarn und eine Unverträglichkeit
Boretsch verträgt sich mit Erdbeeren, mit Endivie, Zichorie, Radicchio und Chicorée sowie mit Prunk-, Stangen- und Buschbohnen. Unverträglich ist er mit Phacelia. Mischkultur unterstützt die Kulturen, sie garantiert nichts.
Boretsch braucht auf derselben Fläche eine Anbaupause von 4 Jahren. Weil er sich selbst aussät, laufen seine Sämlinge oft genau dort auf, wo er im Vorjahr stand – zupfe sie dort weg und lass nur die stehen, die auf einer neuen Fläche gekeimt sind.
Boretsch wird intensiv von Bienen beflogen. Er zählt zu den Bienennährpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden; deutsche Honige weisen nach bisherigen Untersuchungen dennoch keine oder nur sehr geringe Gehalte auf. Welche Kräuter und Gemüse sich darüber hinaus mit Boretsch kombinieren lassen, führt der Ratgeber zu sinnvollen Kombinationen im Kräutergarten aus.
Ernte und Verwendung: junge Blätter, blaue Blüten, frisch
Für Boretsch gilt die allgemeine Ernteregel: am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Geerntet werden junge Blätter und die Blüten, das Erntefenster reicht von Mai bis Oktober, und beides wird frisch verwendet. Ich pflücke die Blüten einzeln am Vormittag und lege sie flach in eine Schale, damit sie nicht gequetscht werden.
Die jungen Blätter bringen Gurkenaroma in Salat und Quark; Boretsch ist eines der sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße, zusammen mit Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Blüten dekorieren Salate und Getränke, gern in Eiswürfel eingefroren. In Öl angesetzt ist Boretsch keine Vorratsidee: In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden; solche Öle gehören in den Kühlschrank und werden spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht.
Boretsch enthält in allen Pflanzenteilen leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide in wechselnden Mengen, auch in den Blüten. Iss Blätter und Blüten deshalb nur selten und in kleinen Mengen. Boretsch wurde früher auch als Heilpflanze genutzt. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.
Schnitttechnik, Lagerung und Konservieren Schritt für Schritt findest du im Ratgeber zum Ernten und Konservieren von Boretsch.
Saisonende: abräumen, Samen lenken, neu säen
Beim ersten Frost hat Boretsch als Einjähriger seinen Lebenszyklus beendet: Die Pflanzen werden abgeräumt und im Frühjahr neu gesät. Eine Überwinterung ist bei ihm kein Thema – was im Herbst noch steht, kommt auf den Kompost. Wer Samen ernten will, lässt einige BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. ausreifen; die reifen Nüsschen fallen von selbst aus und laufen im Frühjahr auf. Ich lasse im Spätsommer wenige Blütenstände stehen und ziehe im Frühjahr die Sämlinge dort heraus, wo sie stören, solange sie klein sind. Wie du die Selbstaussaat am Standort im Zaum hältst, behandelt der Standort-Ratgeber ausführlicher.





