Obst · Obst & Obstgehölze · Anbau

Obstbäume im Waldgarten pflanzen: Schichten, Abstand, Begleitpflanzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ein Waldgarten kombiniert hohe und niedrige Obstbäume mit Beerensträuchern, Kletterpflanzen, Bodendeckern und unterirdisch genutzten Pflanzen.
  • Planungsregel für den lichten Waldgarten: Baumabstand mindestens die Summe beider ausgewachsenen Baumhöhen, kleinere Bäume auf die Südseite.
  • Bei jungen Streuobstbäumen unterstützt eine mindestens 5 Jahre bewuchsfrei gehaltene Baumscheibe das Anwachsen, die Unterpflanzung am Stamm kommt deshalb später.
  • Mischkultur unterstützt, garantiert aber nichts: Die Vorteile zeigen sich nicht an jedem Standort gleichermaßen.
  • Mit der Ernte verlassen Nährstoffe den Garten, deshalb kann auch ein Waldgarten ergänzende Nährstoffzufuhr brauchen.

Ein Waldgarten sieht auf dem Papier einfach aus: oben Obstbäume, darunter Beeren, am Boden Kräuter. Im Garten teilen sich diese Pflanzen aber Licht und Wasser, und gerade junge Obstbäume können darunter leiden. Ich stecke deshalb jeden Baum zuerst mit einem Pflock ab und zeichne seine ausgewachsene Krone in den Plan, bevor ich etwas bestelle. Wie du Schichten, Abstand und Begleitpflanzen so wählst, dass die Bäume genug Licht und Wasser bekommen, steht in den folgenden Abschnitten.

Obstbäume im Wald pflanzen: Geht das?

Hinter der Frage steht meist die Idee des Waldgartens, und der ist kein Wald. Unter einem geschlossenen Kronendach halten sich nur Arten, die Schatten vertragen, so wie Rotbuche und Weißtanne. Schon die Waldkiefer braucht viel Licht. Ein essbarer Waldgarten wird deshalb licht geplant, und Obstbäume gehören in den Garten oder an einen offenen Rand, nicht in den dichten Bestand.

Zwei Planungsregeln sorgen im lichten Waldgarten mit Unterpflanzung für dieses Licht. Die kleineren Bäume stehen auf der Südseite. Zwischen zwei Bäumen bleibt außerdem mindestens so viel Abstand, wie beide ausgewachsen zusammen hoch sind. Zusammen zeigen die beiden Regeln, wie offen so ein Garten ist: Zwischen den Kronen bleibt Platz, und die Sonne erreicht auch die Sträucher darunter.

Auf fremdem Waldgrund pflanzt du nichts ohne Zustimmung des Eigentümers. Im eigenen Garten erkundigst du dich vorher nach den örtlichen Bestimmungen und hältst die Grenzabstände für Bäume und Sträucher ein.

Was ist ein Waldgarten, und welche Schichten hat er?

Ein Waldgarten übernimmt vom Wald den Aufbau in Schichten, nicht die Dichte. Er kann hohe und niedrige Obstbäume mit Beerensträuchern, Kletterpflanzen, Bodendeckern und unterirdisch genutzten Pflanzen kombinieren. Besetzen musst du nicht jede Schicht. Nimm die, für die Platz und Licht bei dir reichen.

Wie ordne ich einen Obstbaum einer Schicht zu?

Die Antwort steckt in der Unterlage. Bei veredelten Obstbäumen bestimmt sie wesentlich, wie groß der Baum später wird. Ein Apfel auf schwacher Unterlage eignet sich als Buschbaum oder Spindelbusch und passt damit in die niedrige Baumschicht. Ein Apfelhochstamm auf Sämlingsunterlage gehört in die hohe Schicht. Ich frage beim Kauf zuerst nach der Unterlage und schreibe sie in meinen Pflanzplan, weil ich die Endhöhe für den Abstand brauche.

Kurz erklärt

Die Unterlage ist der Wurzelteil, auf den die Obstsorte veredelt wird. Die Unterlage bestimmt wesentlich die spätere Baumgröße. Die schwachen Apfelunterlagen M27, M9 und M26 eignen sich für Buschbäume, Spindelbüsche und kleine Spaliere. Wegen ihrer unzureichenden Standfestigkeit brauchen Bäume auf diesen Unterlagen zeitlebens eine Stütze.

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Wie plane ich die Fläche?

Beobachte die Fläche möglichst über alle Jahreszeiten, bevor du pflanzt. Dazu gehört der Sonnenverlauf im Sommer und im Winter. Zeichne danach mehrere räumliche Varianten und vergleiche sie. Arten und Sorten legst du erst fest, wenn die Aufteilung steht.

Was du oft pflegst oder erntest, kommt nah an die Plätze, an denen du dich ohnehin aufhältst. Das verkürzt die Pflegewege. Ich setze Kräuter und Beeren deshalb in die Nähe der Terrasse und die großen Bäume weiter nach hinten. Diese Schritte stammen aus der Permakultur, und mehr dazu steht im Ratgeber darüber, wie Obstbäume in ein Permakultur-Konzept passen.

Wie viel Abstand brauchen die Bäume?

Für einen lichten Waldgarten mit Unterpflanzung gilt als Planungsregel: Zwei Bäume stehen mindestens so weit auseinander, wie beide ausgewachsen zusammen hoch sind. Zähle also die Endhöhen der beiden Nachbarn zusammen und miss diese Strecke zwischen den Stämmen ab. Die kleineren Bäume ordnest du auf der Südseite an, damit der Schatten der großen nicht auf sie fällt. Die Regel kostet Fläche. Dafür bekommen Sträucher und Stauden zwischen den Bäumen Licht.

Für die Gemüse- und Kräuterflächen dazwischen hilft ein Werkzeug, mit dem du deine Beete vorab einteilst.

Brauchen die Obstgehölze einen Befruchter?

Apfel- und Birnbäume benötigen in der Regel eine passende andere Befruchtersorte. Diese Sorte kann auch in der Nachbarschaft stehen, du musst sie also nicht zwingend selbst pflanzen. Aronia ist selbstfruchtbar, hier kann schon eine einzelne Pflanze Früchte bilden. Sanddorn ist zweihäusig, für den Fruchtansatz brauchst du männliche und weibliche Pflanzen.

Was pflanze ich an den Rand?

Soll am Rand ein Waldbaum dazukommen, etwa als Windschutz, dann wähle ihn nach dem Standort. Feldahorn verträgt Hitze sowie Luft- und Bodentrockenheit besser als Spitzahorn und besonders Bergahorn. Die Sandbirke besitzt dagegen nur eine geringe Trockenheitstoleranz. Auch für solche Bäume gilt die Abstandsregel.

Mini-Checkliste

Fläche über alle Jahreszeiten beobachtet, Sonnenverlauf im Sommer und im Winter notiert. Mehrere Varianten gezeichnet und verglichen. Unterlage und Endhöhe jedes Baums erfragt. Baumabstand mindestens gleich der Summe beider ausgewachsenen Baumhöhen. Kleinere Bäume auf der Südseite. Befruchtersorte für Apfel und Birne geklärt.

Welche Pflanzen passen in welche Schicht?

Die Tabelle nennt Beispiele und das, was sie von ihrem Platz verlangen. Wähle nach deinem Boden und deinem Licht aus, nicht nach der Länge der Liste.

Schicht Beispiel Was die Pflanze verlangt
Hohe Baumschicht Apfelhochstamm auf Sämlingsunterlage gibt Licht und Abstand für alles darunter vor; Apfel und Birne benötigen in der Regel eine passende andere Befruchtersorte
Niedrige Baumschicht Apfel auf schwacher Unterlage als Buschbaum oder Spindelbusch zeitlebens eine Stütze
Strauchschicht Johannis- und Stachelbeere als Busch erzogen etwa 1–1,3 m Abstand; Johannisbeeren vertragen auch leichten Halbschatten
Strauchschicht Aronia selbstfruchtbar, eine einzelne Pflanze kann Früchte bilden
Strauchschicht Sanddorn sonniger Platz mit durchlässigem, gut durchlüftetem und tiefgründigem Boden ohne Staunässe; männliche und weibliche Pflanzen
Strauchschicht Kornelkirsche verträgt Trockenheit, bevorzugt kalkhaltige Böden
Strauchschicht Schwarzer Holunder Beeren nie roh essen
Kletterpflanzen Kiwibeere bei Trockenheit ab Mitte bis Ende Mai bis zum Ernteende etwa zweimal wöchentlich jeweils 5–8 l/m²
Stauden Rhabarber Dauerkultur mit langfristig nutzbarem Platz; sonnig, leichter Schatten wird vertragen, Schattenlagen begünstigen Blattflecken; Pflanzabstand 150 cm, Reihenabstand 130 cm
Stauden und Kräuter Leguminosen können den Boden über Knöllchenbakterien zusätzlich mit Stickstoff anreichern
Bodenschicht Waldheidelbeere kalkarme, saure Böden

Zwei Zeilen schließen sich gegenseitig aus: Die Kornelkirsche bevorzugt kalkhaltige Böden, die Waldheidelbeere benötigt kalkarme, saure. Welche von beiden zu dir passt, entscheidet also dein Boden und nicht der Katalog.

Achtung

Die Beeren des Schwarzen Holunders isst du nie roh, denn sie enthalten Sambunigrin, das Blausäure freisetzt. Der krautig wachsende Zwergholunder ist giftig und kein Wildobst, verwechsle ihn nicht mit dem Schwarzen Holunder. Beim Rhabarber verwendest du nur die Stiele und entfernst die oxalsäurereichen Blätter und Blattansätze vor der Zubereitung.

Was leisten Begleitpflanzen, und wo liegen ihre Grenzen?

Liefern Leguminosen den Stickstoff für die Bäume?

Leguminosen können den Boden zusätzlich mit Stickstoff anreichern. Das läuft über ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien, und die gehen diese Verbindung nur mit jeweils passenden Leguminosenarten ein. Obstbäume und Obststräucher werden allerdings nur mäßig mit Stickstoff versorgt, weil ein Überschuss das Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten verstärkt. Mehr Stickstoffsammler sind unter Obst deshalb nicht automatisch besser. Rechne ihren Beitrag ein, bevor du zusätzlich Stickstoff gibst.

Helfen Blüten gegen Schädlinge?

Mehrjährige Blühstreifen in Obstanlagen bieten den natürlichen Gegenspielern von Schädlingen Schutz und Nahrung. Im Waldgarten können blühende Stauden und Kräuter zwischen den Gehölzen diese Aufgabe übernehmen. Mischkultur unterstützt dabei, sie garantiert nichts: Die beobachteten Vorteile treten nicht an jedem Standort und unter allen Bedingungen gleichermaßen auf.

Zahl im Blick

Im europäischen EcoOrchard-Freilandversuch waren die Fruchtschäden durch die Mehlige Apfelblattlaus bei Bäumen mit benachbarten Blühstreifen um 15 % geringer als in den Kontrollparzellen. Das ist ein Versuchsergebnis, keine Zusage für deinen Garten.

Für Gemüse und Kräuter in den unteren Schichten kannst du nachschlagen, welche Kulturen sich als Nachbarn vertragen.

Warum bleibt der Platz am Stamm zuerst frei?

Jede Unterpflanzung verbraucht Wasser, das dem jungen Baum fehlen kann. In einem Versuch der LWG mit jungen Apfelbäumen auf leichten lehmigen Sandböden erwiesen sich die geprüften Untersaaten als ungeeignet, weil die Wasserkonkurrenz zu hoch war. Bei jungen Streuobstbäumen unterstützt außerdem eine Baumscheibe das Anwachsen, die mindestens 5 Jahre bewuchsfrei bleibt. Für den Waldgarten folgt daraus: Sträucher und Stauden kommen zuerst in die Zwischenräume, und direkt am Stamm pflanzt du erst, wenn der Baum eingewachsen ist. Ich halte die Baumscheiben meiner jungen Bäume frei und setze die Beeren in die Lücken dazwischen.

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Wie lege ich den Waldgarten an?

Ich pflanze von groß nach klein: zuerst die Bäume, dann die Sträucher, zuletzt Stauden und Bodendecker. So stehen die Stämme fest, bevor ich die Zwischenräume einteile. Die Handgriffe selbst sind dieselben wie bei jedem Obstgehölz. Ausführlich stehen sie in den Grundlagen dazu, wie du Obstgehölze pflanzt, mulchst, schneidest, gießt und düngst. Hier folgen nur die Punkte, die im Waldgarten mehr Gewicht haben.

Für Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Zwetschge und Mirabelle eignet sich die Herbstpflanzung ab Mitte Oktober. Die Veredelungsstelle bleibt mindestens 10 cm über dem Boden, damit die Edelsorte keine eigenen Wurzeln bildet und die Wirkung der Unterlage umgeht. Daran hängt im Waldgarten der ganze Plan, denn nach der Baumgröße, die die Unterlage vorgibt, hast du Schicht und Abstand festgelegt.

Vor die Pflanzung gehört eine Bodenanalyse, weil pH-Wert und Nährstoffe über die Pflanzenwahl mitentscheiden. Verdichteten Boden lockerst du erst tief, nachdem du das Bodenprofil geprüft hast, und nur bei ausreichend trockenem Boden.

Beim Mulch zählt das Material. Frische Holzhäcksel gehören weder in den Aushub des Pflanzlochs noch auf die Baumscheibe junger Obstgehölze, weil ihre Zersetzung den Pflanzen verfügbaren Stickstoff entziehen kann. Auf den Gehölzflächen dazwischen nimmst du Holzhäcksel, die einige Monate abgelagert sind, und bringst sie etwa 5–7 cm dick aus.

Wie pflege ich den Waldgarten in den Jahren danach?

Wie gieße ich bei mehreren Schichten?

Prüfe vor erneutem Gießen mit einer Spatenprobe, wie weit der Boden durchfeuchtet ist. Welke Blätter können nämlich auf Wassermangel hindeuten, aber auch auf geschädigte Wurzeln in nassem Boden. Als Orientierung für Trockenphasen dient eine wöchentliche Gabe von etwa 10–15 l je kleinem Obstbaum oder Beerenstrauch. Ich steche im Sommer an mehreren Stellen mit dem Spaten ein, bevor ich den Schlauch hole.

Wie halte ich die unteren Schichten hell?

Winterschnitt fördert bei Obstbäumen den Austrieb, ein angepasster Sommerschnitt kann starkes Wachstum bremsen. Lichte die Krone trotzdem nicht stark aus, um Sonne nach unten zu holen. Bei Apfelbäumen erhöht ein zu starkes Auslichten das Sonnenbrandrisiko der Früchte, weil schützende Blätter fehlen. Licht für die unteren Schichten planst du deshalb über den Abstand ein, nicht nachträglich mit der Säge.

Muss ich im Waldgarten düngen?

Ob und was du düngst, zeigt die Bodenanalyse. Obstbäumen und Beerensträuchern in den ersten Standjahren reichen im Kompostverfahren der Bayerischen Gartenakademie 1–1,5 l reifer Kompost je Pflanze und Jahr für Phosphor und Kalium. Reifen Kompost harkst du vorzugsweise zum Austrieb im Frühjahr oberflächennah ein und vergräbst ihn nicht.

Was kontrolliere ich im Lauf des Jahres?

Bei jungen Obstbäumen prüfst du Anbindung und Verbissschutz mehrmals im Jahr. Den Mulch auf den Baumscheiben junger Obstgehölze nimmst du ab September weg, weil die Abdeckung Wühlmäusen Schutz bietet. Für Schnitt, Gießen und Düngen im Einzelnen gelten die Grundlagen für Obstgehölze.

Welche Vorteile hat der Waldgarten gegenüber einer klassischen Obstpflanzung?

Der Unterschied liegt im Aufbau, und daraus folgen Vorteile wie Nachteile.

Punkt Klassische Obstpflanzung Waldgarten
Aufbau meist eine Baumform in Reihen hohe und niedrige Obstbäume mit Beerensträuchern, Kletterpflanzen, Bodendeckern und unterirdisch genutzten Pflanzen
Abstand fest je Baumform und Unterlage; im Hausgarten für Apfelspindeln auf M9 oder gegebenenfalls M26 2 m in der Reihe und 3,5 m Reihenabstand, für Apfelhochstämme auf Sämlingsunterlagen 10 m in der Reihe und 10 m Reihenabstand mindestens die Summe beider ausgewachsenen Baumhöhen, kleinere Bäume auf der Südseite
Ernte Baumobst Baumobst, dazu Stauden, Beeren und Wildobst: Rhabarber von Mai bis Juni, Aronia je nach Reife ab Mitte August bis Oktober, Holunder von August bis Oktober, Kornelkirsche im September und Oktober
Nützlinge abhängig von Blühstreifen in der Anlage blühende Unterpflanzung kann Gegenspielern von Schädlingen Schutz und Nahrung bieten
Wasser Baumscheibe lässt sich einfach bewuchsfrei halten Unterpflanzung kann jungen Bäumen Wasser entziehen
Pflege einheitliche Arbeit je Reihe jede Art mit eigenen Ansprüchen, mehr Beobachtung

Ob sich die Vorteile bei dir zeigen, hängt vom Standort ab. Plane deshalb mit den Nachteilen in der rechten Spalte genauso fest wie mit den Vorteilen.

Mythos-Check

„Ein Waldgarten versorgt sich selbst.“ So pauschal stimmt das nicht. Mit der Ernte verlassen Nährstoffe den Kreislauf, und selbst ökologische Obstbaubetriebe können auf ergänzende Nährstoffzufuhr angewiesen sein. Leguminosen können Stickstoff ergänzen, und arbuskuläre Mykorrhizapilze können Bodennährstoffe für die verbundenen Pflanzen aufnehmen. Die Kontrolle per Bodenanalyse ersetzt beides nicht.

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Geht ein Waldgarten auch im kleinen Garten?

Ja, wenn du die Bäume klein wählst. Die Abstandsregel rechnet mit den ausgewachsenen Höhen, und die Höhe hängt bei veredelten Bäumen wesentlich an der Unterlage. Mit Apfelbäumen auf schwachen Unterlagen verlangt die Regel also weniger Fläche. Dafür brauchen diese Bäume zeitlebens eine Stütze, die du gleich mit einplanst. Die hohe Baumschicht lässt du in diesem Fall weg.

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Häufige Fragen

Was ist ein Waldgarten und wie unterscheidet er sich von herkömmlichen Obstplantagen?
Ein Waldgarten kombiniert hohe und niedrige Obstbäume mit Beerensträuchern, Kletterpflanzen, Bodendeckern und unterirdisch genutzten Pflanzen auf derselben Fläche. Eine herkömmliche Obstpflanzung setzt dagegen meist eine Baumform in Reihen mit festem Abstand. Im lichten Waldgarten stehen die kleineren Bäume auf der Südseite, und als Planungsregel gilt ein Baumabstand von mindestens der Summe beider ausgewachsenen Baumhöhen.
Welche Rolle spielen Obstbäume in einem Waldgarten-Ökosystem?
Obstbäume bilden die hohe und die niedrige Baumschicht und geben damit Licht und Abstand für alles darunter vor. Welche Schicht ein veredelter Baum besetzt, hängt wesentlich an der Unterlage, denn sie bestimmt die spätere Baumgröße. Apfel- und Birnbäume benötigen außerdem in der Regel eine passende andere Befruchtersorte, die auch in der Nachbarschaft stehen kann.
Wie nutzen Waldgärten natürliche Nährstoffkreisläufe zur Selbstregulation?
Laub und Mulch bleiben auf der Fläche, und Leguminosen können den Boden über ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien zusätzlich mit Stickstoff anreichern. Arbuskuläre Mykorrhizapilze können Bodennährstoffe aufnehmen und den verbundenen Pflanzen zur Verfügung stellen. Geschlossen ist der Kreislauf damit nicht, denn mit der Ernte verlassen Nährstoffe den Garten. Auch ein Waldgarten kann deshalb ergänzende Nährstoffzufuhr brauchen.
Welche Synergien entstehen zwischen verschiedenen Pflanzenarten im Waldgarten?
Leguminosen können Stickstoff in den Boden bringen, allerdings gehen Knöllchenbakterien diese Symbiose nur mit jeweils passenden Leguminosenarten ein. Blühende Pflanzen können den natürlichen Gegenspielern von Schädlingen Schutz und Nahrung bieten, wie es mehrjährige Blühstreifen in Obstanlagen tun. Solche Vorteile treten nicht an jedem Standort gleichermaßen auf, und Unterpflanzung kann jungen Bäumen auch Wasser entziehen.
Wie führt man eine Standortanalyse für einen geplanten Waldgarten durch?
Beobachte die Fläche möglichst über alle Jahreszeiten und notiere den Sonnenverlauf im Sommer und im Winter. Lass außerdem den Boden untersuchen: Eine übliche Grunduntersuchung für Gartenboden erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert. Unterschiedlich genutzte oder unterschiedlich beschaffene Flächen beprobst du getrennt und beschriftest sie eindeutig.
Welche Schritte sind bei der Bodenvorbereitung für einen Waldgarten wichtig?
Prüfe zuerst das Bodenprofil und lockere verdichteten Boden nur dann tief, wenn er ausreichend trocken ist. Reifen Kompost harkst du oberflächennah ein, statt ihn in tiefere Schichten zu vergraben. Frische Holzhäcksel gehören weder in den Aushub des Pflanzlochs noch auf die Baumscheibe junger Obstgehölze, weil ihre Zersetzung den Pflanzen verfügbaren Stickstoff entziehen kann.
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