Gartenpraxis · Düngen, Boden & Kompost · Pflege

Beerendünger selber machen: Kompost, Hornmehl und Bodenleben

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Selbst gemachter Beerendünger lässt sich aus reifem Kompost und einer Stickstoffquelle wie Hornmehl zusammenstellen.
  • Etablierte Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren bekommen Ende März bis Anfang April Kompost, ergänzt um 100 g Hornmehl pro Strauch.
  • Einmaltragende Erdbeeren erhalten ihre wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli.
  • Zu viel Stickstoff kann bei Beerensträuchern das Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten fördern und Frostschäden an unausgereiftem Holz verursachen.
  • Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger keine oder nur wenige Nährstoffe frei.
  • Heidelbeeren bekommen als säureliebende Moorbeetpflanzen keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben.

Bekommen Beerensträucher zu viel Stickstoff, kann das starkes Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung auslösen. Zugleich kann der Überschuss Frostschäden an unausgereiftem Holz verursachen. Ich stelle meinen Beerendünger deshalb selbst zusammen: reifer Kompost als Grundgabe, dazu Hornmehl als Stickstoffquelle. Wie viel davon welche Beere bekommt, richtet sich nach Art, Alter und Bodenbefund. Das Bodenleben entscheidet außerdem mit, wann aus dem Dünger pflanzenverfügbare Nährstoffe werden.

Welche Nährstoffe brauchen Beerenpflanzen?

Beeren brauchen die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium, dazu Magnesium, Kalzium und Spurenelemente wie Eisen und Mangan. Beim Stickstoff zählt die Menge, denn ein Überschuss kann bei Beerensträuchern die Blüten- und Fruchtbildung schwächen. Phosphor, Kalium und Spurenelemente bringt Kompost mit. Vor der Pflanzung eines Erdbeerbeetes wird er genau für diese Versorgung leicht eingearbeitet.

Bei den Spurenelementen entscheidet der pH-Wert mit, darauf komme ich beim Nährstoffmangel zurück. Bei Gehölzen wie Beerensträuchern kann gut verrottete organische Substanz außerdem über chelatbildende Verbindungen die Eisenaufnahme verbessern.

Kurz erklärt

Gekaufter Beerendünger trägt eine NPK-Angabe. NPK 12-12-17 mit 2 % Magnesiumoxid bedeutet zum Beispiel 12 % Stickstoff, 12 % Phosphat als P₂O₅, 17 % Kaliumoxid und 2 % Magnesiumoxid. Mit dieser Angabe vergleichst du Packungen untereinander und mit dem, was dein Bodenbefund verlangt.

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Ob du Beerenobst organisch oder synthetisch düngen solltest und was die Wahl für Ertrag und Fruchtqualität bedeutet, klärt ein eigener Ratgeber.

Beerendünger selber machen: Kompost, Hornmehl und Pflanzenjauche

Selbst gemachter Beerendünger kommt ohne lange Zutatenliste aus. Für etablierte Strauchbeeren ist reifer Kompost vorgesehen, ergänzt um Stickstoff. Als Stickstoffquelle nehme ich Hornmehl. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Für Hornmehl rechnest du mit etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung im Boden. Gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate.

Häufiger Fehler

Auf den Kompost kommt zusätzlich ein Volldünger. Neben Kompost oder verrottetem Mist kann zusätzlicher Volldünger bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen. Ergänze den Kompost deshalb um Stickstoff und lass den Volldünger weg.

Marias Erfahrung

Für das Hornmehl habe ich einen eigenen Messbecher. Die Menge für einen Strauch habe ich einmal mit der Waage abgewogen und die Füllhöhe außen am Becher markiert. Im Frühjahr fülle ich nur noch bis zu dieser Linie.

Wie du einen Kompostplatz mit passendem Standort, Material und System anlegst, zeigt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost. Für die Beeren muss der Kompost reif sein: Ist der Aufwuchs beim Kressetest im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun als in Gartenerde, braucht er weitere Reifezeit. Komposttee setzt du für jede Anwendung frisch an.

Pflanzenjauche aus Blättern und Stängeln

Für eine Pflanzenjauche brauchst du frisches, grob zerkleinertes Kraut und Wasser. Die Werte in der Tabelle beschreiben den Ansatz, keine Ausbringmenge.

Schritt Angabe
Frischer Ansatz 1 kg frische, grob zerkleinerte Blätter und Stängel auf 10 l Wasser
Trockener Ansatz 100 bis 200 g getrocknetes Kraut auf 10 l Wasser
Gärzeit etwa 2 bis 3 Wochen, bei Wärme etwa 14 Tage
Fertig, wenn dunkel gefärbt und kein Schäumen mehr
Wurzeldüngung fertige Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt

Ich lege ein luftdurchlässiges Gitter über den Eimer, damit keine Tiere hineinfallen, und rühre einmal täglich kräftig um. Wie viel Jauche ein Strauch bekommt und wie oft, lässt sich nicht allgemein festlegen, weil Pflanzenbedürfnisse und Bodenvorräte verschieden sind. Ich richte mich deshalb nach Wuchs und Blattfarbe und behalte den letzten Bodenbefund im Blick.

Bokashi, Kaffeesatz und Holzasche

Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung organischer Abfälle. Bevor du das feste Material als Gartendünger nutzt, muss eine Kompostierungsphase folgen. Bokashi-Saft verdünnst du für Gartenfreiflächen im Verhältnis 1:100 mit Wasser. Weil er geruchsintensiv sein kann, verwendest du ihn draußen. Kaffeesatz trocknest du vor der Verwendung und arbeitest ihn als ergänzende Düngegabe in kleinen Mengen in die Erde ein. Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich außerdem als Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts.

Achtung

Holzasche gehört weder an die Beeren noch auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst. Bewahre Dünger und Jauche außer Reichweite von Kindern auf. Besteht der Verdacht, dass ein Kind größere Mengen Dünger aufgenommen hat, rufst du das Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.

Anzeigen

Wie viel Dünger bekommt welche Beere?

Die folgenden Werte gelten für Beeren im Gartenboden. Einen Bodenbefund ersetzen sie nicht, denn die Düngermenge muss die gemessenen Vorräte und alle anderen Gaben berücksichtigen.

Beere Grundgabe Kompost Stickstoff Zeitpunkt
Junge Beerensträucher 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze und Jahr 10 g Hornmehl jährlich, bevorzugt im Frühjahr
Etablierte Strauchbeeren 2 bis 3 l reifer Kompost je Baumscheibe und Jahr bei Johannisbeere, Himbeere und Brombeere 100 g Hornmehl pro Strauch Johannisbeere, Himbeere, Brombeere: Ende März bis Anfang April
Einmaltragende Erdbeeren, Pflanzung 3 bis 5 l Kompost pro m², leicht eingearbeitet keine Angabe vor der Pflanzung
Einmaltragende Erdbeeren, Ertragsbeet keine Angabe 30 bis 45 g Hornmehl pro m² nach der Ernte im Juli
Heidelbeeren keine pauschale Kompost- oder Kalkgabe keine Angabe erst nach pH-Messung

Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren

Etablierte Strauchbeeren bekommen ihren reifen Kompost jährlich auf die Baumscheibe. Bei Johannisbeere, Himbeere und Brombeere ergänzt du diese Gabe Ende März bis Anfang April um Hornmehl. Junge Sträucher erhalten Kompost und Hornmehl je Pflanze, die Werte stehen in der Tabelle. Ich verteile beides auf der feuchten Baumscheibe und harke es nur oberflächlich ein.

Erdbeeren

Vor der Pflanzung arbeitest du Kompost leicht ins Beet ein. Bei einmaltragenden Erdbeeren liegt die wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli. Eine Frühjahrsgabe im Folgejahr ist nur auf leichten Sandböden erforderlich oder wenn sich die Pflanzen schwach entwickeln. Das passt zusammen: Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe, und genau dort sieht die Erdbeerdüngung die zusätzliche Frühjahrsgabe vor. Die Termine beziehen sich auf einmaltragende Sorten.

Heidelbeeren

Heidelbeeren zählen wie Rhododendren und Eriken zu den säureliebenden Moorbeetpflanzen. Pauschale Kalk- oder Kompostgaben bekommen sie deshalb nicht. Die üblichen pH-Bereiche für Gartenböden nehmen Moorbeetpflanzen ausdrücklich aus, also misst du den pH-Wert, bevor du düngst. Im Kübel brauchen Kulturheidelbeeren ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser. Wie du Beerenobst im Topf und Kübel düngst, beschreibt ein eigener Ratgeber. Zu Torf greife ich für saure Erde nicht. Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei.

Wie das Bodenleben deinen Beerendünger umsetzt

Bakterien, Pilze, Regenwürmer, Milben und Springschwänze bilden zusammen das Bodenleben. Welche Gruppe welche Aufgabe übernimmt und wie du den Boden allgemein belebst, erklärt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt zu Humus, Bodenleben und Bodenanalyse.

Für deine Beeren zählt der Ablauf. Humus ernährt die Bodenorganismen, und deren Tätigkeit setzt Nährstoffe frei. So wird auch Hornmehl erst nach und nach pflanzenverfügbar. Über Regenwurmgänge unterstützt das Bodenleben zusätzlich Durchlüftung und Wasserversickerung. Kompost und Mist können neben der Nährstoffzufuhr auch Bodenstruktur und Bodenleben verbessern.

Wie schnell das geht, hängt am Wetter. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger keine oder nur wenige Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen können die Freisetzung verstärken. Hornmehl braucht ohnehin etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung. Wer im kalten, trockenen Frühjahr nachstreut, weil die Sträucher blass bleiben, gibt also Stickstoff in einen Boden, der ihn gerade kaum freisetzt.

Organischer Mulch auf der Baumscheibe vermindert die Verdunstung und liefert den Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung. Ich ziehe die Mulchschicht vor dem Düngen zur Seite und lege sie danach wieder auf die Baumscheibe. Bearbeitet wird das Beet erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist.

Mythos-Check

Effektiven Mikroorganismen wird nachgesagt, dass sie das Bodenleben im Beet fördern. In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die EM-Zugabe jedoch keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen ließen sich auf das organische Material und die Nährstoffzufuhr aus Bokashi und Mist zurückführen.

Wann düngst du Beeren?

Gedüngt wird bevorzugt im Frühjahr, weil sich so Nährstoffverluste durch Auswaschung verringern lassen. Für deine Beeren sieht der Kalender so aus:

  • Ende März bis Anfang April: Kompost und Hornmehl für etablierte Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren
  • vor der Pflanzung: Kompost ins neue Erdbeerbeet
  • Juli, nach der Ernte: Stickstoff für einmaltragende Erdbeeren
  • ab dem Spätsommer: kein Stickstoff mehr für Beerensträucher

Stickstoffdünger gehören in die Vegetationsperiode, bei ausreifenden mehrjährigen Gartenpflanzen setzt du sie ab dem Spätsommer aus. Zu viel Stickstoff kann Frostschäden an unausgereiftem Holz verursachen. Eine späte Stickstoffgabe trifft die Sträucher also genau in der Zeit, in der ihr Holz ausreifen soll.

Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit er unmittelbar wirken kann.

Tipp

Ist der Boden trocken, gieß deine Beerensträucher zuerst durchdringend und dünge danach. Für eingewachsene Gartenpflanzen gelten je Gießgang 10 bis 20 l/m², abhängig von der Bodenart.

Anzeigen

Nährstoffmangel erkennen und richtig deuten

Blattsymptome sind Hinweise, keine Diagnose. Auf diese Bilder achte ich bei meinen Beeren:

  • Hellgrüne bis gelbliche Blätter, die bei den älteren beginnen, können auf Stickstoffmangel hindeuten.
  • Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer eindeutig von Manganmangel unterscheiden.
  • Braune Blattränder oder Flecken zwischen den Blattadern können auf Kalium- oder Magnesiummangel hindeuten.

Bevor du nachdüngst, klärst du die Ursache. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die Nährstofffreisetzung organischer Dünger, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Auch der pH-Wert kann dahinterstecken: Ein zu hoher Boden-pH kann Spurennährstoffmangel verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern sind deshalb zuerst ein Anlass, den pH-Wert zu messen, bevor du Dünger nachlegst.

Eingrenzen lässt sich der Verdacht mit einer Analyse. Die Bodenanalyse zeigt pH-Wert und Nährstoffvorräte, eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse kann einen Mangel nachweisen. Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger.

Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln. Sprühe bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung.

Wenn der Boden zu sauer wird: pH-Wert und Kalk

Für Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren orientierst du dich an den pH-Bereichen für Gartenböden. Welcher Bereich passt, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab.

Bodenart anzustrebender pH-Bereich, je nach Humusgehalt
Sandboden 5,0 bis 6,5
lehmiger Boden 5,5 bis 7,0
toniger Boden 6,0 bis 7,5

Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren sind von diesen Bereichen ausgenommen. Gekalkt wird nur, wenn der Befund einen zu niedrigen pH-Wert zeigt.

Zahl im Blick

Auf leichten Gartenböden ohne Kompostzufuhr und mit nachgewiesen zu niedrigem pH-Wert werden 150 g/m² kohlensaurer Kalk eingearbeitet, auf schweren Gartenböden unter denselben Voraussetzungen 250 g/m². Das geschieht im zeitigen Frühjahr in Abständen von 3 bis 4 Jahren. Kohlensaurer Kalk enthält typischerweise 75 bis 95 % Calciumcarbonat und wirkt vergleichsweise langsam und mild.

Regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² jährlich können im Hausgarten bereits genügend Kalzium nachliefern. Die Kalkmengen gelten aber ausdrücklich für Böden ohne Kompostzufuhr. Wer seine Beeten jedes Jahr mit Kompost versorgt, übernimmt die Kalkmenge also nicht blind, sondern entscheidet nach dem Bodenbefund.

Auch Dünger verschieben den pH-Wert. Ammoniumsulfat wirkt bodenversauernd, Kalksalpeter kann den pH-Wert erhöhen.

Anzeigen

So erstellst du deinen Düngeplan fürs Beerenbeet

  1. Bodenprobe nehmen. Für die Mischprobe stichst du 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt in eine einheitlich genutzte Fläche ein und sparst Wege, Ränder und Kompostnähe aus. Aus der gut vermischten Sammelprobe gehen etwa 500 g Erde in die Standarduntersuchung. Ich sammle die Einstiche in einem sauberen Eimer und schreibe Beet und Datum auf den Beutel.
  2. Befund lesen. Prüfe zuerst den pH-Wert, dann die Versorgungsstufen. Steht ein Nährstoff in Stufe E, setzt du die Düngung damit vorübergehend aus.
  3. Alle Gaben zusammenzählen. Die Düngermenge berücksichtigt die gemessenen Vorräte und alles, was du zusätzlich gibst, also Kompost, Mist und andere Dünger.
  4. Grundgabe und Stickstoff festlegen. Kompost ist die Basis, Hornmehl die Stickstoffquelle, die Mengen je Beerenart stehen in der Tabelle weiter oben.
  5. Termine eintragen. Frühjahr für die Sträucher, Juli für einmaltragende Erdbeeren, ab dem Spätsommer kein Stickstoff mehr. Ich trage die Termine für jedes Beet in meinen Gartenkalender ein.
  6. Probe wiederholen. Die Standarduntersuchung wiederholst du alle 4 bis 5 Jahre. Für die pH-Kontrolle gelten Abstände von 5 bis 6 Jahren.

Wie du den Boden im Gemüsegarten untersuchst, lockerst und Humus aufbaust, zeigt ein eigener Ratgeber, der auch fürs Erdbeerbeet hilft.

Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden. Kompost, Grünschnitt und Erntereste halten Nährstoffe dagegen im Gartenkreislauf. Wie du Überdüngung erkennst und was die Versorgungsstufen für die Düngermenge bedeuten, steht im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost unter Mangel und Überdüngung.

Mini-Checkliste

Vor dem Streuen im Frühjahr prüfst du: Bodenbefund aktuell, pH passend zur Bodenart, Kompost reif, Boden feucht, Hornmehl abgemessen, Heidelbeeren ausgenommen.

Passt dazu

Stehen deine Erdbeeren im Gemüsegarten, hilft dir der Beetplaner, Zehrer-Einstufung und Anbaupausen zu berücksichtigen. Welche Kulturen als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Wer auch Rosen pflegt, findet im Ratgeber, welche Nährstoffe Rosen brauchen und wie Rosendünger mit dem Bodenleben zusammenwirkt.

Häufige Fragen

Was ist Beerendünger und welche Nährstoffe enthält er für Beerenpflanzen?
Beerendünger versorgt Erdbeeren und Beerensträucher mit den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie mit Magnesium und Spurenelementen. Bei gekauften Düngern nennt die NPK-Angabe auf der Packung die Gehalte an Stickstoff, Phosphat und Kaliumoxid in Prozent. Selbst zusammenstellen lässt er sich aus Kompost, der Phosphor, Kalium und Spurenelemente liefert, und einer Stickstoffquelle wie Hornmehl.
Welche unterschiedlichen Nährstoffbedürfnisse haben verschiedene Beerenarten?
Etablierte Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren im Gartenboden bekommen jährlich reifen Kompost, der Ende März bis Anfang April um 100 g Hornmehl pro Strauch ergänzt werden kann. Einmaltragende Erdbeeren erhalten ihre wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli und können im Gartenbeet dann mit 30 bis 45 g Hornmehl pro m² versorgt werden. Heidelbeeren zählen zu den säureliebenden Moorbeetpflanzen und sollen keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben erhalten.
Was sind die Unterschiede zwischen Kompost und Hornspänen als Beerendünger?
Kompost liefert Phosphor, Kalium und Spurenelemente und kann zugleich Bodenstruktur und Bodenleben verbessern. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten dagegen typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate bis zur Umsetzung im Boden, für Hornmehl rechnet man mit etwa 6 Wochen. Bei Strauchbeeren schließen sich beide nicht aus: Die jährliche Kompostgabe wird dort um Stickstoff ergänzt, etwa aus Hornmehl.
Wie beeinflussen Bodenlebewesen die Verfügbarkeit von Nährstoffen für Beerenpflanzen?
Humus ernährt die Bodenorganismen, und deren Tätigkeit setzt Nährstoffe frei. Organische Dünger wie Hornmehl werden deshalb erst nach und nach pflanzenverfügbar. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger keine oder nur wenige Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen können die Freisetzung dagegen verstärken.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Düngung von Beerenpflanzen?
Im Hausgarten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, um Auswaschungsverluste zu verringern. Etablierte Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren bekommen Kompost und Hornmehl Ende März bis Anfang April, einmaltragende Erdbeeren ihre wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli. Ab dem Spätsommer setzt du Stickstoff bei Beerensträuchern aus, denn zu viel Stickstoff kann Frostschäden an unausgereiftem Holz verursachen. Den Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus.
Was versteht man unter dem Bodenleben und wie kann man es gezielt fördern?
Zum Bodenleben gehören die Organismen im Boden, von Bakterien und Pilzen bis zu Regenwürmern, Milben und Springschwänzen. Diese Organismen ernähren sich von Humus und setzen durch ihre Tätigkeit Nährstoffe frei, Regenwurmgänge unterstützen zudem Durchlüftung und Wasserversickerung. Fördern lässt sich das Bodenleben mit Kompost, Grünschnitt und Ernteresten sowie mit organischem Mulch, der zugleich die Verdunstung vermindert. Bearbeitet wird der Boden erst, wenn er nicht mehr zu feucht ist.
Zuletzt geprüft:
↑