Rhododendron-Check: pH-Wert und Nährstoffe per Bodenanalyse prüfen
- Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5.
- Die obere Toleranz reicht bis etwa pH 6,0.
- Die Bodenprobe kommt aus dem äußeren Wurzelbereich, 0 bis 30 cm tief.
- Ins Labor gehen 500 g gut gemischte Erde.
- Für die Düngeplanung zählen pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium.
- Kalk und Gartenkompost gehören nicht pauschal ins Rhododendronbeet.
- Die Schwefelmenge zum Absenken des pH bestimmt eine Probesäuerung im Labor.

Die jungen Blätter deines Rhododendrons werden gelb, nur die Adern bleiben grün. Bevor ich in so einem Fall Dünger streue, ziehe ich eine Bodenprobe. Eine gezielte Rhododendrondüngung setzt voraus, dass du den Boden-pH und die vorhandenen Nährstoffe kennst. Ohne diese Werte düngst du auf Verdacht und gibst womöglich einen Nährstoff, den der Boden schon reichlich hat.
Welcher pH-Wert passt zum Rhododendron?
Rhododendren bevorzugen überwiegend einen sauren Boden mit pH 4,5 bis 5,5. Die obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. gewöhnlicher Rhododendren reicht bis etwa pH 6,0, höher sollte der Wert nicht steigen. Ein ungeeigneter pH kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Beim Rhododendron kann das Eisen treffen: Gelbe junge Blätter mit noch grünen Blattadern sind dann möglich, auch wenn Eisen im Boden vorhanden ist.
Ist dein Gartenboden weniger sauer, gibt es kalktolerante INKARHO-Rhododendren. Auf mittelschweren humosen Böden kommen sie gegebenenfalls bis pH 6,5 infrage.
| Boden oder Pflanzengruppe | Anzustrebender pH-Wert |
|---|---|
| Rhododendren, überwiegend bevorzugt | 4,5 bis 5,5 |
| Rhododendren, obere Toleranz | bis etwa 6,0 |
| INKARHO-Rhododendren auf mittelschweren humosen Böden | gegebenenfalls bis 6,5 |
| Gartenboden aus Sand, je nach Humusgehalt | 5,0 bis 6,5 |
| Lehmiger Gartenboden, je nach Humusgehalt | 5,5 bis 7,0 |
| Toniger Gartenboden, je nach Humusgehalt | 6,0 bis 7,5 |
Die Bereiche für Sand, Lehm und Ton nehmen besondere Ansprüche ausdrücklich aus, etwa die von Moorbeetpflanzen. Ein pH, der für lehmigen Gartenboden im Zielbereich liegt, kann für deinen Rhododendron also zu hoch sein.
Warum erst messen und dann düngen?
Am Blatt lässt sich die Ursache nicht sicher ablesen. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer eindeutig von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden. Vergilben Blätter und fallen ab, können auch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress dahinterstecken. Auch Trockenheit kann Mangelsymptome auslösen, wenn die Nährstoffe im Boden durchaus vorhanden sind, denn Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf.
Ein zu hoher pH kann ebenfalls einen Mangel verursachen, obwohl der Nährstoff im Boden steckt. Ein Befund mit pH-Wert und Nährstoffgehalten zeigt dir deshalb, ob du am pH ansetzen musst oder an der Versorgung. Wie du einzelne Symptome einordnest, erklärt der Ratgeber dazu, woran du Nährstoffmangel beim Rhododendron erkennst und wie du ihn behebst.
So nimmst du die Bodenprobe
Für die Probe nehme ich einen Spaten, einen sauberen Eimer und einen Beutel. So gehe ich vor:
- Einstichstelle: Ich steche im äußeren Wurzelbereich ein.
- Tiefe: Die Probe erfasst den Boden von 0 bis 30 cm.
- Verteilung: Das Beet behandle ich als einheitlich genutzte Fläche und verteile 10 bis 15 Einstiche gleichmäßig darüber.
- Aussparen: Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost lasse ich aus.
- Mischen: Alle Einzelproben kommen in den Eimer und werden gründlich vermischt.
- Abfüllen: Von der Mischprobe gehen 500 g Erde in den Beutel.
Auf den Beutel schreibe ich Beet, Datum und das Wort Rhododendron. Beim Lesen des Befunds weiß ich so, dass ich den pH mit dem sauren Rhododendronbereich vergleiche und nicht mit dem Bereich für die Bodenart.
Was soll das Labor untersuchen?
Für die Düngeplanung beim Rhododendron zählen der pH-Wert sowie die Gehalte an Phosphor, Kalium und Magnesium. Genau diese vier Werte lasse ich bestimmen. Stickstoff steckt in diesem Umfang nicht drin: Eine Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH liefert keinen Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen.. Den müsstest du gesondert bestimmen lassen.
Den pH-Wert kannst du auch selbst messen, wenn das Gerät dafür taugt. Direkte Messungen im Substrat brauchen eine geeignete, kalibrierte Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden können unzuverlässige Werte liefern, ebenso Messungen in sehr trockenem Substrat. Details dazu, wie du den pH-Wert der Rhododendronerde misst, senkst und dauerhaft hältst, stehen in einem eigenen Ratgeber.
Für wiederkehrende Untersuchungen von Gartenböden gelten je nach Umfang Abstände von 4 bis 6 Jahren. Bei der Standarduntersuchung sind es 4 bis 5 Jahre, bei einer pH-Kontrolle 5 bis 6 Jahre.
Den Befund lesen
Ich lese zuerst den pH-Wert und danach die Nährstoffe. Liegt der Wert über etwa pH 6,0, setzt du zuerst am pH an. Bei den Nährstoffen helfen dir die Versorgungsstufen im Befund.
Versorgungsstufen zeigen, wie gut der Boden mit einem Nährstoff versorgt ist. Bei Stufe D braucht nur 50 % des erwarteten Entzugs dieses Nährstoffs durch Düngung ersetzt zu werden. Bei Stufe E kann die zusätzliche Düngung mit ihm vorübergehend auf 0 sinken.
Ist Phosphat hoch versorgt und fehlt zugleich Kalium oder Magnesium, sind gezielte EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-DüngerEin NPK-Dünger ist ein Dünger, der die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) gemeinsam enthält; die Buchstaben im Namen stehen für genau diese Nährstoffe. Die Zahlen auf der Packung nennen ihre Anteile in Prozent.. Ein VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. brächte mit dem knappen Nährstoff auch weiteres Phosphat in einen Boden, der davon bereits viel hat. Für die Menge rechnest du alles zusammen: die gemessenen Vorräte im Boden und jede zusätzliche Gabe aus anderen Düngern oder Kompost.
Den Boden nach dem Befund anpassen
Der pH passt: Wert halten
Liegt der pH im Rhododendronbereich, geht es darum, ihn dort zu halten. Dabei hilft ein Blick auf die pH-Wirkung deines Düngers. Ammoniumsulfat wirkt bodenversauernd, Kalksalpeter kann den pH-Wert dagegen erhöhen.
Der ganze Garten wird gekalkt oder mit Gartenkompost versorgt, und das Rhododendronbeet bekommt seinen Anteil mit. Für das saure Bodenmilieu von Rhododendren sind pauschale Kalk- und Gartenkompostgaben nicht angezeigt. Auch im übrigen Garten wird nur nach Befund gekalkt.
Der pH ist zu hoch: gezielt absenken
Liegt der Wert über der Toleranz, kommt SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. zum Absenken infrage.
Schwefel dosierst du nicht nach Augenmaß. Die Menge zur pH-Absenkung eines Substrats bestimmt eine Probesäuerung im Labor. Danach kontrollierst du den Verlauf, denn weiches Gießwasser und ammoniumbetonte Düngung können den pH in geschwefeltem Substrat weiter stark absenken.
Gut verrottete organische Substanz kann bei Gehölzen über chelatbildende Verbindungen die Eisenaufnahme verbessern. Bevor ich organisches Material gebe, prüfe ich seinen pH-Wert. Für Rhododendronerde gilt dasselbe, auch für torffreie oder selbst gemischte.
Bleibt dein Gartenboden von Natur aus über dem Rhododendronbereich, prüfe ich zuerst die Bodenart. Auf mittelschwerem humosem Boden kommen kalktolerante INKARHO-Rhododendren infrage, solange der pH ihren Bereich nicht übersteigt. Andernfalls setze ich den Rhododendron in ein Beet mit passender Rhododendronerde. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Ratgeber dazu, wie Rhododendronerde beschaffen sein muss und wie du sie bei der Pflanzung einsetzt.
Und danach: düngen, mulchen, gießen
Gedüngt wird bevorzugt im Frühjahr statt im Herbst, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Ziergehölze wie der Rhododendron bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen. Welche Nährstoffe in den Dünger gehören, steht im Ratgeber darüber, was ein Rhododendrondünger enthalten sollte und wie du ihn anwendest.
Mulch und Gießen gehören zur laufenden Pflege des Rhododendronbeets. Organischer Mulch vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und liefert BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. Nahrung. Mehr dazu findest du im Abschnitt über Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden.
