Geraniendünger und Umwelt: So düngst du Geranien, ohne Wasser und Boden zu belasten
- Was Geranien nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden; zu viel Phosphor fördert im Gewässer Algen.
- Vorgedüngte Erde und eingemischten Langzeitdünger rechnest du an, bevor du flüssig nachdüngst.
- Flüssigdünger gibst du nur auf feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen.
- Auch organische Dünger und selbst angesetzte Jauchen können bei zu hohen Gaben Pflanzen und Umwelt belasten.
- Die Düngeverordnung zielt vorrangig auf landwirtschaftliche Flächen; im Wasserschutzgebiet können örtliche Regeln gelten.

Wenn unten aus dem Balkonkasten Wasser läuft, kann es gelöste Nährsalze mitnehmen. Bei Geranien liegt das nahe, weil sie als Starkzehrer viele Nährstoffe brauchen und entsprechend oft Dünger bekommen. Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden, und im Gewässer lässt zu viel Phosphor Algen wachsen. Ich dünge meine Pelargonien deshalb nach festen Handgriffen: Vorrat in der Erde anrechnen, Dünger abwiegen, die Lösung nur auf feuchte Erde gießen.
Was Geranien brauchen und welcher Dünger infrage kommt
Pelargonien gehören unter den Balkonpflanzen zu den nährstoffbedürftigen Starkzehrern und brauchen ein entsprechend versorgtes Substrat. Ohne Langzeitdünger bekommen sie nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt.. Welcher Dünger Geranien zu reicher Blüte verhilft und wie du ihn nach Zeitpunkt und Menge anwendest, erklärt der Ratgeber dazu.
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Umweltfreundlich ist ein Dünger aber nicht schon wegen seiner Herkunft, denn auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten. Was die beiden Gruppen sonst unterscheidet, findest du bei den Düngerarten und Düngerformen im Überblick.
Wie gelangt Dünger vom Balkon ins Wasser?
Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Auch Langzeitdünger wirken im Kübel nur in Verbindung mit Wasser. Gleichzeitig braucht jedes Pflanzgefäß einen funktionierenden Ablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließt und keine Staunässe entsteht. Mit diesem Wasser können gelöste Nährsalze ausgewaschen werden, auch solche, die ein umhüllter DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. schon freigesetzt hat. Gießt du mehr, als die Erde halten kann, spülst du also Dünger aus dem Topf, den die Geranie nicht mehr aufnimmt.
Im Gartenbeet gilt dasselbe Prinzip. Auf leeren Beeten können freigesetzte Nährstoffe nicht mehr von Pflanzen aufgenommen werden und sind deshalb auswaschungsgefährdet. Im Garten ziehst du darum die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vor.
Wenn Kälte oder Nässe die Freisetzung bremsen
Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und Staunässe kaum Nährstoffe frei. Eine weitere Gabe behebt einen akuten Mangel in dieser Lage nicht zuverlässig. Bei feuchtwarmer Witterung können organische Dünger dagegen starke Nährstoffschübe verursachen. Wer bei kaltem, nassem Wetter nachlegt, weil die Geranie stockt, baut also einen Vorrat auf, der auf einmal frei werden kann, sobald es feuchtwarm wird. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung ebenfalls von Temperatur und Feuchtigkeit ab.
Was überschüssige Nährstoffe im Gewässer anrichten
Übermäßige Phosphoreinträge fördern im Gewässer das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Sterben diese ab, verbraucht ihr Abbau Sauerstoff im Wasser. Jede Gabe über den Bedarf der Geranie hinaus erhöht das Risiko, dass Nährstoffe auf diesem Weg ankommen. Den Phosphatanteil eines Düngers erkennst du auf dem Etikett an der zweiten Zahl der NPK-Angabe, angegeben als P₂O₅.
Eutrophierung heißt die Überversorgung eines Gewässers mit Nährstoffen. Gemeint ist genau diese Kette aus stärkerem Algenwuchs und Sauerstoffverbrauch beim Abbau.
„Phosphatbetonter Dünger bringt mehr Blüten.“ Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Überschüssiger Phosphor fördert im Gewässer dagegen Algen. Ein Phosphat-Extra kann also die Umwelt belasten, ohne dass die Geranie sicher davon profitiert.
Was zu viel Dünger im Topf und im Boden anrichtet
Salz im Wurzelraum
Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein erhöhter Salzgehalt beeinträchtigt außerdem die Wasseraufnahme der Pflanze. Auch umhüllte Depotdünger können bei hoher Bevorratung den Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich heben. Erde für Kübel und Blumenkästen bringt selbst Salz mit: Für solche Topferde wird ein Salzgehalt von 2,5 bis 3 g/l angegeben.
Bevor du bei gelben Blättern nachdüngst, prüf die Wasserversorgung. Trockenheit kann auch bei vorhandenen Nährstoffen Mangelsymptome auslösen. Wer dann nachdüngt, erhöht den Salzgehalt einer Erde, aus der die Wurzeln gerade nichts aufnehmen können. Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du das Düngen ein und topfst gegebenenfalls um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst.
Bodenleben
Humus ernährt die BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben., deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt und über Regenwurmgänge auch Durchlüftung und Wasserversickerung unterstützt. Zugesetzte Mikroorganismen bringen nicht automatisch mehr: In einem vierjährigen biologischen Feldversuch ergab die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Wie Geraniendünger und Bodenmikroorganismen zusammenwirken und wie du bodenschonend düngst, vertieft ein eigener Ratgeber.
Geranien neben Teich und Blumenwiese
Für einen naturnahen Teich eignet sich eine Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen. Läuft Gießwasser aus einem gedüngten Kübel am Ufer hinein, kann es also genau den Phosphor mitbringen, der dort Algen wachsen lässt. Eine artenreiche Blumenwiese pflegst du extensiv ohne regelmäßige Rasendüngung und magerst sie durch das Abräumen des Mähguts aus. Auch dort sollen keine zusätzlichen Nährstoffe ankommen. Ich stelle meine Kübel auf kleine Holzkeile, damit das Wasser abläuft, und schaue dabei, wohin es fließt.
Gieß einen Kasten durch und verfolge, wohin das ablaufende Wasser fließt. Läuft es Richtung Teich oder Blumenwiese, stell die Gefäße an einen anderen Platz.
So düngst du Geranien umweltschonend
Vorrat anrechnen
Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde reicht deren Nährstoffvorrat häufig etwa 4 bis 6 Wochen ohne zusätzliche Düngung. Bei Topfpflanzen rechnest du die vorhandene Grunddüngung an, bevor du Flüssig- oder Depotdünger dazugibst. Mit bedarfsgerecht eingesetztem Langzeitdünger brauchen Kübelpflanzen im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung. Ich schreibe beim Umtopfen das Datum und den verwendeten Dünger auf ein Steckschild im Kasten. Ob Flüssigdünger oder Langzeitdünger besser zu deinen Geranien passt und wie du die gewählte Form anwendest, klärt ein eigener Ratgeber.
Abwiegen statt schätzen
Maßgeblich ist die Dosierungsanweisung des Düngers, den du verwendest. Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiegst du die Menge ab, statt sie nach Augenmaß zu schöpfen.
Für jeden neuen Dünger wiege ich die Packungsmenge für meine Gießkanne einmal mit der Waage ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher. Danach schöpfe ich nur noch bis zur Markierung.
Nur auf feuchte Erde
Gib Flüssigdünger nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei Hitze und Trockenheit gießt du ihn niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich und nicht über die Blätter. Organischen Flüssigdünger rühre ich nur für den Gießdurchgang an, den ich gerade vorhabe, weil angesetztes Düngewasser sonst gären kann.
Der Kasten hängt in der prallen Sonne, die Erde ist staubtrocken, und die Düngerlösung kommt sofort hinterher. Gieß zuerst mit klarem Wasser und dünge erst, wenn die Erde feucht ist.
Pausen einhalten
Kühl und frostfrei überwinterte Pelargonien brauchen während der Ruhephase keinen Dünger. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C bilden Pelargonien keine neuen Blütenanlagen. Niedrige Temperaturen verzögern zudem die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger. Wer im kalten Frühjahr früh Langzeitdünger gibt, versorgt also eine Pflanze, die noch keine Blüten anlegt, mit einem Dünger, dessen Wirkung sich ohnehin verzögert.
Kranke Pflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Staunässe kann bei Pelargonien die Wurzeln faulen lassen und so Wachstum und Blüte beeinträchtigen. Vernässte Geranien, deren Wurzeln noch nicht verfault sind, bekommen bis zum Abtrocknen weder Wasser noch Dünger.
Vorgedüngte Erde und Langzeitdünger angerechnet? Menge abgewogen? Erde vor dem Düngen feucht? Pflanze gesund und im Wachstum? Ablauf frei, und das Wasser fließt nicht Richtung Teich?
Gießwasser und Erde bewusst wählen
Gießwasser
Geranien vertragen weiches Regenwasser häufig besser als hartes Leitungswasser. Hartes Gießwasser kann den pH-Wert des Substrats erhöhen und dadurch die NährstoffverfügbarkeitNährstoffverfügbarkeit beschreibt, wie viel von den Nährstoffen im Boden eine Pflanze tatsächlich über die Wurzeln aufnehmen kann. Nährstoffe können vorhanden, aber fest gebunden sein, etwa wenn der Säuregrad (pH-Wert) nicht passt; dann kommt die Pflanze nicht heran. verändern. Regenwasser von Kupfer- oder Zinkdächern und von herbizidhaltigen Dachbahnen ist dagegen ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während es tiefer im Gefäß noch nass ist. Ich prüfe die Feuchte deshalb vor dem Gießen mit dem Finger unterhalb der Oberfläche. Eine Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen gezielt an der Wurzel, braucht aber einen Filter, weil die Tropfer verstopfen oder verkalken können.
Erde
Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. als Treibhausgas frei. Beim Kauf zählt deshalb das genaue Wort auf dem Sack. Bei torffreier Erde achtest du auf den Stickstoff: Ihre organischen Bestandteile können beim Abbau Stickstoff binden, und kompostreiche Mischungen können zugleich viel Phosphor und Kalium enthalten. In Versuchen zu torffreien Substraten, den HOT-Reallaboren, verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung gegenüber einer Düngung, die allein an das Gießwasser gekoppelt war.
Diese Werte helfen dir bei Erde und organischer Grunddüngung:
| Wert | Worum es geht |
|---|---|
| bis zu 70 % Torf | können als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Blumenerden noch enthalten |
| höchstens 30 % Kompost | im leichten Substrat für Pelargonien, die dem Regen ausgesetzt sind |
| 4 g Hornspäne je Liter Substrat | Beispiel für eine organische Grunddüngung beim Umtopfen |
| typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff | in Hornspänen, Horngrieß und Hornmehl; nicht alles davon ist sofort pflanzenverfügbar |
| etwa 6 Wochen | bis Hornmehl im Boden vollständig umgesetzt ist; gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate |
Mischst du Hornspäne in vorgedüngte Erde, rechnest du beide Vorräte an, bevor du flüssig nachdüngst.
Selbst gemachter Dünger: Jauche, Kompost, Küchenreste
Der Nährstoffgehalt selbst angesetzter PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. schwankt mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Düngehäufigkeit gibt es nicht, weil Bedarf der Pflanze und Vorrat in der Erde verschieden sind. Selbst gemacht heißt also nicht automatisch harmlos. Kaffeesatz und Eierschalen gehören als Bestandteile in den gemischten Gartenkompost. Holzasche kann Schwermetalle und Schadstoffe enthalten und gehört deshalb weder an die Pflanzen noch auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll. Wie du Geraniendünger aus Pflanzenjauche und Hausmitteln ansetzt, dosierst und lagerst, zeigt der Ratgeber zum Selbermachen.
Was gilt rechtlich für Hobbygärtner?
Die Düngeverordnung regelt vorrangig die Düngung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Andere Flächen erfasst sie nur, soweit sie das ausdrücklich bestimmt. Fachlich gilt im Garten trotzdem: Nährstoffe aus Kompost, StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. und Gründüngung rechnest du an, bevor du zusätzlich düngst.
Wohnst du in einem Wasserschutzgebiet, können örtliche Schutzverordnungen oder behördliche Entscheidungen bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken. Was davon für deinen Garten gilt, steht in der Verordnung für dein Schutzgebiet. Im Zweifel fragst du bei deiner Gemeinde nach.
Auf Düngerpackungen lohnt ein genauer Blick. Biotaugliche Düngemittel dürfen nicht mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden. Steht ein Produkt in der Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau, bestätigt das die geprüfte Verwendbarkeit, aber keine geprüfte Düngewirksamkeit. Organische Dünger können tierische Rohstoffe wie Horn und Schafwolle enthalten und sind deshalb nicht automatisch vegan. Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt.
Bewahre Dünger außer Reichweite von Kindern auf. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Blumendünger aufgenommen hat, wende dich zur Beurteilung an ein Giftinformationszentrum oder an die Kinderarztpraxis.
