Öko-Bodenverbesserer: welche Mittel erlaubt sind und wie du sie dosierst
- Im Hausgarten dient die Öko-Positivliste aus Anhang II der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165 als Orientierung.
- Den Öko-Status prüfst du über die Betriebsmittelliste; auf biotauglichen Düngern darf kein EU-Bio-Logo stehen.
- Eine Listung belegt die Verwendbarkeit eines Mittels, aber keine geprüfte Wirksamkeit.
- Horndünger enthalten 10 bis 14 % Stickstoff und ersetzen keine vollständige Nährstoffversorgung.
- Rinder- und Pferdemist begrenzt du wegen der Phosphatzufuhr auf höchstens 3 kg/m².
- Pflanzenkohle bringt kaum eigene Nährstoffe mit und wird vorher im Kompost aufgeladen.

Auf dem Sack steht „bio“, daneben liegt Hornmehl, und auf dem Kompost wartet Pflanzenkohle. Ob das alles in einen Garten passt, der nach Öko-Regeln laufen soll, verrät die Vorderseite der Packung nicht. Auch die richtige Menge steht dort selten für deinen Boden passend. Wer auf Verdacht streut, zahlt womöglich für Nährstoffe, die der Boden schon hat, oder für eine Wirkung, die niemand geprüft hat. Bevor ich ein neues Produkt ausbringe, suche ich es mit Namen in der Betriebsmittelliste und lege das Etikett neben den Befund meiner letzten Bodenprobe.
Was heißt „erlaubt“ im Hausgarten?
Im privaten Selbstversorgergarten dienen die Regeln der ökologischen Landwirtschaft als Orientierung, wenn du biologisch gärtnern willst. Maßgeblich ist Anhang II der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165. Er führt die Düngemittel und Bodenverbesserer auf, die in der ökologischen Produktion zulässig sind. Die dort genannten Beschränkungen hältst du ein, dazu kommen düngerechtliche Anforderungen.
Manche Regeln treffen deinen Garten anders als einen Hof. Die Düngeverordnung regelt vorrangig landwirtschaftlich genutzte Flächen und erfasst andere Flächen nur, wo sie das ausdrücklich bestimmt. Haus-, Nutz- und Kleingärten sind vom Anwendungsbereich der Bioabfallverordnung ausgenommen, das Düngemittel- und Pflanzenschutzrecht bleibt davon aber unberührt. Liegt dein Garten in einem Wasserschutzgebiet, können örtliche Schutzverordnungen oder behördliche Entscheidungen bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken.
Öko-Positivliste nennt man diesen Anhang, weil er aufzählt, was zulässig ist. Für Öko-Betriebe entscheidet am Ende die zuständige Kontrollstelle, ob die konkrete Verwendung eines Mittels zulässig ist.
Wie prüfst du, ob ein Produkt öko-tauglich ist?
Den Öko-Status eines Handelsprodukts erkennst du an seiner Listung, nicht am Namen. Die Betriebsmittelliste Deutschland dokumentiert, dass das FiBL ein Produkt auf Öko-Konformität geprüft hat. Dort suchst du das konkrete Produkt über den Produkt- oder Firmennamen. Hinter einer Betriebsmittelzertifizierung nach dem GGBM-Standard stehen Dokumentenprüfung, Produktanalysen und Inspektionen der Herstellungsstätten. Folgeinspektionen finden je nach Risikoklasse alle 1 bis 3 Jahre statt.
Genauso wichtig ist, was die Listung nicht sagt. Die Aufnahme in die Liste bestätigt die geprüfte Verwendbarkeit eines Mittels, aber keine geprüfte Düngewirksamkeit. Auch bei mikrobiellen Präparaten belegt sie nicht automatisch eine unabhängig geprüfte Wirksamkeit. Für die Bewertung stellst du also zwei Fragen: Darf ich das verwenden? Und braucht mein Boden das überhaupt?
Ein Bio-Logo auf dem Sack für den Nachweis halten. Biotaugliche Düngemittel dürfen gar nicht mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden. Bei Erde belegt ein Bio-Siegel allein auch keine Torffreiheit; dafür zählen die Angaben „torffrei“ oder „ohne Torf“.
Bei zugekauftem Kompost hilft das RAL-Gütezeichen weiter. Für gütegesicherten Kompost dokumentiert ein Prüfzeugnis die Eigenschaften und Analysenergebnisse der jeweiligen Charge.
Bevor ein Öko-Bodenverbesserer in den Einkaufswagen kommt
- Konkretes Produkt in der Betriebsmittelliste gefunden?
- Beschränkung aus der Positivliste gelesen, etwa zur Herkunft von Mist oder Tang?
- Deklarierten Nährstoffgehalt vom Etikett notiert?
- Bei Kompost: Prüfzeugnis der Charge vorhanden?
- Bei Pflanzenkohle: anerkannte Zertifizierung wie das European Biochar Certificate?
- Befund der letzten Bodenprobe zur Hand?
Was steht auf der Öko-Positivliste?
Für die Mittel, um die es hier vor allem geht, sieht die Liste so aus:
| Stoff | Auflage in der ökologischen Produktion |
|---|---|
| Hornmehl, Wolle | gelistet |
| Stallmist, kompostierter Stallmist | darf nicht aus industrieller Tierhaltung stammen |
| Algenprodukte | nur aus den gelisteten physikalischen Verfahren, wässriger Extraktion oder Fermentation; Tang aus ökologischer Aquakultur oder nachhaltiger Sammlung |
| Pflanzenkohle | aus pflanzlichen Ausgangsstoffen mit zulässiger Nacherntebehandlung; einschlägige Kontaminantengrenzen erfüllt |
| Calciumcarbonat natürlichen Ursprungs | gelistet |
| Steinmehl, natürlicher Sand, Ton, Tonminerale | gelistet |
Lies die Auflage immer mit, nicht nur den Stoffnamen. Für Mittel, die hier fehlen, etwa Blut- oder Knochenmehl, gehst du denselben Weg: das konkrete Produkt in der Betriebsmittelliste suchen und den deklarierten Gehalt vom Etikett ablesen.
Tierische Nebenprodukte: Horn, Wolle und Mist
Horn liefert Stickstoff, aber keinen Volldünger
Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne werden aus getrockneten Rinderhörnern und Rinderhufen hergestellt. Die Hornprodukte enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff, der nicht sofort vollständig pflanzenverfügbar ist. Daneben liefern sie Schwefel, aber nur geringe Gehalte an Phosphor und Kalium. Eine vollständige Nährstoffversorgung ersetzen sie deshalb nicht.
Die Körnung bestimmt das Tempo: Hornmehl setzt am schnellsten frei, Horngrieß etwas langsamer, Hornspäne am langsamsten. Für die vollständige Umsetzung von Hornmehl im Boden rechnest du mit etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Für kurze Frühjahrskulturen wie Radieschen oder Kopfsalat eignet sich Hornmehl deshalb besser als grobe Späne.
In kleinen Gefäßen müssen feste organische Dünger wie Hornspäne erst mikrobiell abgebaut werden, sodass ihre Wirkung verzögert und unzureichend einsetzen kann. Für torffreie Gefäßerde mischst du Hornspäne oder Hornmehl deshalb schon vor dem Pflanzen unter.
Zur Öko-Bewertung gehören zwei Punkte. Auch im ökologischen Gemüsebau eingesetzte HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. können Rohstoffe aus konventioneller Tierhaltung enthalten. Außerdem sind handelsübliche Hornspäne nicht grundsätzlich keimfrei, denn bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen.
Hornspäne streue ich mit Handschuhen, arbeite sie gleich leicht ein und wasche mir danach die Hände. Den Sack verschließe ich wieder und lagere ihn trocken im Schuppen.
Wolle und pflanzliche Alternativen
Wolle steht wie Hornmehl auf der Öko-Positivliste. Das reine Schafwollgranulat in einem Pelargonienversuch enthielt 10 % Stickstoff. Für die kurze KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. setzte es ihn aber zu langsam frei, bei schnellen Kulturen kann Wolle also zu träge sein.
Wer tierfrei düngen will, liest das Etikett genau: Organische Dünger können Horn oder Schafwolle enthalten und sind nicht automatisch vegan. Rapskuchen und Vinasse sind pflanzliche organische Düngemittel und können eine Alternative zu tierischen Ausgangsstoffen sein; ihre Listung prüfst du wie bei jedem anderen Produkt. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Ob organische oder mineralische Bodenverbesserer besser zu deinem Garten passen, wägt ein eigener Ratgeber ab.
Mist: Herkunft und Lagerzeit zählen
| Mist | Stickstoff im Tabellenmittel | Hinweis |
|---|---|---|
| Pferdemist | 0,4 bis 0,57 %, je nach Quelle | setzt Stickstoff vergleichsweise langsam frei |
| Rindermist | 0,5 bis 0,6 %, je nach Quelle | einzelne Chargen können abweichen |
| Hühnermist, frisch | 1,7 % | tabellierter Durchschnitt |
Die Werte ersetzen keine Untersuchung der konkreten Charge, denn der Nährstoffgehalt schwankt mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil.
Für den Öko-Garten zählt die Herkunft doppelt. Stallmist und kompostierter Stallmist dürfen nicht aus industrieller Tierhaltung stammen. Pferdemist holst du möglichst aus bekannten Haltungen, weil er Tierarzneimittelrückstände enthalten kann und Angaben zu Behandlungen häufig fehlen.
Für die Gartendüngung wird mindestens ein Jahr gelagerter Mist empfohlen. Diese Lagerdauer ersetzt allerdings keinen Hygienenachweis. Beim Kompostieren wird Mist mürbe und entwickelt sich zu einem meist angenehm riechenden Kompost.
Algenprodukte: Verfahren und Herkunft entscheiden
Bei Algenprodukten knüpft die Positivliste den Öko-Status an zwei Bedingungen. Gewonnen werden sie durch die gelisteten physikalischen Verfahren, durch wässrige Extraktion oder durch Fermentation. Der Tang selbst muss aus ökologischer Aquakultur oder aus nachhaltiger Sammlung stammen.
Algen- und Pflanzenextrakte können Pflanzenhormone als biostimulierende Inhaltsstoffe enthalten. Was ein Extrakt in deinem Beet bewirkt, belegt aber weder dieser Inhalt noch die Listung. Die Menge richtest du nach der Packungsangabe und passt sie an den Nährstoffvorrat deines Bodens und an weitere Dünger oder Kompost an.
Soll ein flüssiges Produkt laut Etikett über das Blatt gegeben werden, gelten die Regeln der Blattdüngung. Du sprühst bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Eine Blattgabe kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung über die Wurzeln.
Pflanzenkohle: erst aufladen, dann ausbringen
Pflanzenkohle für die ökologische Produktion muss aus pflanzlichen Ausgangsstoffen mit zulässiger Nacherntebehandlung stammen und die einschlägigen Kontaminantengrenzen erfüllen. Beim Kauf sollte eine anerkannte Zertifizierung wie das European Biochar Certificate die Prüfung von Schadstoffgehalten und Grenzwerten absichern.
Pflanzenkohle enthält selbst kaum pflanzenverfügbare Nährstoffe. Vor der Nutzung wird sie deshalb mit Nährstoffen beladen, zum Beispiel durch Zugabe zu frischem Kompost. Zusammen heißt das: Mit Pflanzenkohle kaufst du keinen Dünger, die Nährstoffe bringt erst der Kompost hinein.
Ich mische sie in den frischen Kompost und bringe diesen Kompost später so aus, wie es die Kompostgabe für das jeweilige Beet vorsieht.
Kompost, Kalk, Gesteinsmehl und Co.: kurz eingeordnet
Bei Kompost, Gründüngung, Kalk, Gesteinsmehlen, Tonmineralen und Mikrobenpräparaten geht es hier nur um die Einordnung für den Öko-Garten. Was sie im Boden leisten und welches Mittel zu deinem Boden passt, steht im Ratgeber über natürliche Bodenverbesserer für Sand-, Lehm- und Tonboden.
| Mittel | Öko-Einordnung | Vorher klären |
|---|---|---|
| Eigener Kompost | Hausgärten sind von der Bioabfallverordnung ausgenommen | nicht für Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren, weil Gartenkompost den pH-Wert anhebt |
| Zugekaufter Kompost | RAL-Prüfzeugnis dokumentiert die Charge | bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumgehalten im Boden Kompostzufuhr einschränken |
| Gründüngung | wächst als eigener Aufwuchs auf dem Beet | andere Pflanzenfamilie als Vor- und Nachkultur |
| Kalk | Calciumcarbonat natürlichen Ursprungs ist gelistet | nur nach pH-Messung; regelmäßiger Kompost kann schon Kalzium nachliefern |
| Gesteinsmehl | Steinmehl ist gelistet | Listung des konkreten Produkts |
| Ton, Tonminerale, Sand | gelistet | Bodenart und Ziel, etwa Durchlässigkeit oder Wasserspeicherung |
| EM, MykorrhizaMykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft zwischen bestimmten Bodenpilzen und Pflanzenwurzeln zum beiderseitigen Nutzen. Die Pilzfäden liefern der Pflanze Wasser und Nährsalze und erhalten dafür einen Teil der Kohlenhydrate, die die Pflanze durch Photosynthese bildet. und andere Mikrobenpräparate | Listung belegt keine geprüfte Wirksamkeit | Wirkung hängt von Boden, Klima, vorhandenen Mikroben und Produktqualität ab |
Bei Effektiven Mikroorganismen lohnt ein nüchterner Blick. In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die EM-Zugabe keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Beobachtete Wirkungen ließen sich dort auf das organische Material und die Nährstoffzufuhr der Bokashi- und Mistgaben zurückführen. Wie du Bodenlebewesen förderst und den Erfolg überprüfst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Erst messen: Bodenanalyse und pH-Wert
Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge jeder Düngung. Die Probe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich für Bodenart und Humusgehalt liegt. Liegt er über dem Zielbereich für Boden und Kultur, bringst du weder kalkhaltige Dünger noch Kompost aus. Wie du eine Bodenprobe nimmst und den pH-Wert einordnest, erklären die Abschnitte zu Boden, pH-Wert und Kalk.
Wie viel wovon? Richtwerte zur Dosierung
Die richtige Menge hängt am Bedarf der Kultur und daran, was Boden und andere Gaben schon liefern. Die übliche Packungsempfehlung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus und gilt nur, wenn du nicht zusätzlich Kompost oder andere Dünger einsetzt. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung rechnest du deshalb an, bevor du nachdüngst.
| Mittel | Orientierung | Bedingung |
|---|---|---|
| Reifer Kompost als Grundgabe | 3 l/m² jährlich im Frühjahr, flach eingearbeitet | Bodenanalyse entscheidet über Abweichungen; Stickstoff ist damit nicht automatisch gedeckt |
| Kompost im Ziergarten | höchstens 3 l/m² im Jahr | bei Phosphat-Gehaltsklasse C bis E |
| Rinder- und Pferdemist | höchstens 3 kg/m² | wegen der Phosphatzufuhr; als Alternative zu Kompost, nicht zusätzlich auf derselben Fläche |
| Horndünger für Schwachzehrer wie Feldsalat, Radieschen, Erbsen, Bohnen | bis 50 g/m² | nur bei zusätzlichem Stickstoffbedarf auf phosphat- und kaliumreichen Gemüsebeeten; zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| Horndünger für MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. wie Möhren, Spinat, Rote Bete, Gurken | bis 100 g/m² | Bedingungen wie bei Schwachzehrern |
| Horndünger für Starkzehrer wie Tomaten | bis 150 g/m² | je zur Hälfte bei der Pflanzung und etwa 3 bis 4 Wochen danach |
| Hornmehl für starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox, Pfingstrosen | bis 50 g/m² zusätzlich zu 3 l/m² Kompost im Frühjahr | keine Kompostgabe für Polsterstauden und mediterrane Stauden auf kargen Standorten |
| Bentonit | 0,5 bis 1 kg/m² zusammen mit Kompost | sehr durchlässige, trockene Ziergartenböden |
| Gewaschener Sand ohne Feinanteile | 2 bis 5 l/m² | schwere Böden, für bessere Durchlässigkeit; weitere Gaben je nach Bodenzustand |
| Kalk | Menge nach Befund | nur bei gemessen zu niedrigem pH-Wert |
| Algenprodukte, Mikrobenpräparate | Packungsangabe | an Bodenvorrat und weitere Gaben anpassen |
| Pflanzenkohle | keine Flächenmenge | vorher im Kompost aufladen |
Welche Kultur stark, mittel oder schwach zehrt, kannst du beim Planen mit dem Beetplaner für Zehrer-Einstufung und Anbaupausen berücksichtigen.
Für zugekaufte Dünger rechnest du vom Bedarf zur Menge. Als Bedarf zählt, was die Pflanze braucht, abzüglich des vorhandenen mineralischen Stickstoffs und der erwarteten NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab.. Die Düngermasse in g/m² ergibt sich dann aus diesem Bedarf mal 100, geteilt durch den deklarierten Nährstoffgehalt in Prozent.
Bei angenommenen 25 g Stickstoffbedarf je m² und einem Dünger mit 12 % Stickstoff ergeben sich rechnerisch rund 208 g Dünger je m². Eine einzelne Stickstoffgabe sollte im Garten 10 g N/m² nicht überschreiten, einen so hohen Bedarf verteilst du also auf mehrere Gaben.
Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiegst du ab, statt nach Augenmaß zu schütten.
Für jedes neue Produkt wiege ich die Menge für einen Quadratmeter einmal auf der Küchenwaage ab und markiere die Füllhöhe an einem alten Becher. Den Becher beschrifte ich mit dem Produktnamen, weil die Markierung nur für dieses eine Mittel stimmt.
Mehr ist dabei nicht besser. Auch organische Dünger können in einer pflanzenbaulich oder ökologisch zu hohen Menge ausgebracht werden. Übermäßige Phosphoreinträge fördern in Gewässern Algen und Wasserpflanzen, deren Abbau dort Sauerstoff verbraucht. Ein hohes StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. kann außerdem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern; das spricht für bedarfsgerechtes Düngen, nicht gegen Gemüse.
Ausbringen: Zeitpunkt, Wetter, Handgriffe
Im Hausgarten ziehst du die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vor, um Auswaschungsverluste zu mindern. Auf leeren Beeten kann im Herbst keine Pflanze freigesetzte Nährstoffe mehr aufnehmen. Eine Gründüngung bindet sie und vermindert die Auswaschung. Welcher Bodenverbesserer zu welchem Anlass im Jahr passt, ordnet der Ratgeber zum optimalen Zeitpunkt für Bodenverbesserer ein.
Für Stickstoff gelten zwei Termine. Horndünger bringst du im Gemüsegarten auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aus. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen.
Beim Ausbringen selbst helfen ein paar Handgriffe:
- Streu auf feuchten Boden und lass nichts auf nassen Pflanzenteilen liegen, weil dort Ätzschäden entstehen können.
- Arbeite Kompost nur oberflächlich ein, denn tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen.
- Gib frischen Kompost nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann.
- Siebe Kompost für Rasen und Blumenbeete auf Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm; zur Bodenverbesserung dürfen gröbere Stücke bleiben.
- Lass pauschale Kalk- und Kompostgaben im Moorbeet weg, also bei Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken.
„Organisch wirkt immer langsam.“ So pauschal stimmt das nicht. Organisch gebundene Nährstoffe müssen zwar erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen, und bei Frost, Trockenheit oder Staunässe wird kaum etwas frei. Bei feuchtwarmer Witterung können organische Dünger aber starke Nährstoffschübe auslösen. Eine weitere Gabe bei Kälte oder Trockenheit behebt ein akutes Problem deshalb nicht zuverlässig.
Pflanzenjauche selbst ansetzen
Pflanzenjauche setzt du ohne Zukauf an, zum Beispiel aus Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch.
| Schritt | Richtwert |
|---|---|
| Ansatz mit frischem Kraut | 1 kg grob zerkleinerte Blätter und Stängel auf 10 l Wasser |
| Ansatz mit getrocknetem Kraut | 100 bis 200 g auf 10 l Wasser |
| Gärzeit | etwa 2 bis 3 Wochen, bei Wärme etwa 14 Tage |
| Fertig, wenn | dunkel gefärbt und kein Schäumen mehr |
| Verdünnung für die Wurzelgabe | 1:10 mit Wasser |
Den Ansatz sicherst du mit einem luftdurchlässigen Gitter oder Netz gegen hineinfallende Tiere, nicht mit einem geschlossenen Deckel. Einmal täglich rührst du kräftig um. Für Ausbringmenge und Wiederholung gibt es keine allgemeingültige Vorgabe, weil der Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit schwankt. Ich gieße die verdünnte Jauche auf feuchten Boden und schaue mir Wuchs und Blattfarbe an, bevor ich über eine weitere Gabe entscheide.
Lohnt sich das? Kosten richtig vergleichen
Ein Sackpreis sagt wenig, solange du nicht weißt, wie viel Nährstoff im Sack steckt. Vergleiche deshalb den Preis je Kilogramm Nährstoff, nicht je Kilogramm Ware.
In einer Versuchskalkulation für den Erwerbsgartenbau ergeben 12 % Stickstoff im Hornmehl und 80 € je 100 kg Dünger Kosten von 6,67 € je kg GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist.. Mit dem deklarierten Gehalt und deinem Preis rechnest du dasselbe für jedes Produkt nach.
Sparen kannst du dort, wo der Boden schon versorgt ist. Bei Versorgungsstufe D brauchst du nur 50 % des erwarteten Entzugs eines Nährstoffs durch Düngung zu ersetzen. Bei Stufe E kann die zusätzliche Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 sinken. Kompostzusätze kannst du dir bei locker gemischten Garten- und Küchenabfällen normalerweise sparen, und Kalk beseitigt im Kompost keinen Sauerstoffmangel.
Eigener Kompost erspart den Zukauf, hat aber eine Grenze. Als Faustregel gegen Überdüngung braucht die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Wer viel eigenen Kompost und wenig Fläche hat, muss also eher bremsen als Kompost zukaufen.
Bei Mikrobenpräparaten und Extrakten bezahlst du für eine Wirkung, die die Listung nicht belegt. Eine Bodenuntersuchung zeigt dir dagegen, welcher Nährstoff wirklich fehlt.
Im Erwerbsanbau von Beetkulturen kann der Wechsel vom Schleuderstreuer zum fahrgassenaussparenden Kastenstreuer die ausgebrachte Düngermenge um bis zu 20 % senken. In einer betrieblichen Modellrechnung verursachte die Einzelfahrt mit dem Kastenstreuer trotz Düngereinsparung Mehrkosten. Präzise Technik bringt einen ermittelten Bedarf gezielter aus, sie ersetzt aber nicht seine Ermittlung.
Was trotz „natürlich“ nicht ins Beet gehört
Holzasche gehört weder als Dünger aufs Beet noch auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Gartenkompost tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, weil ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht werden. Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, rufst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
