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Torf richtig lagern: So bleibt der angebrochene Sack brauchbar

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Angebrochene Säcke lagerst du gut verschlossen, kühl, dunkel und trocken.
  • Das Etikett nennt Ausgangsstoffe, pH-Wert, Nährstoffe und Salzgehalt und zeigt dir, was du eigentlich lagerst.
  • Torffreie und torfreduzierte Erde verbrauchst du möglichst bald, weil beim Lagern Nährstofffreisetzung und Salzgehalt zunehmen können.
  • Ein strenger Geruch oder Pilze beim Öffnen beweisen für sich genommen nicht, dass das Material verdorben ist.
  • Ausgetrocknetes Material benetzt du langsam und wiederholt, länger gelagerte Erde mischst du frischer Erde bei.
  • Alte Sackreste gehören nicht in die Saatschale, weil Aussaaterde unter 0,5 g/l Salz enthalten soll und der Salzgehalt beim Lagern steigen kann.
Gesunde, humusreiche Gartenerde in den Händen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Bleibt vom Umtopfen ein angebrochener Sack Torf übrig, wartet er bis zur nächsten Pflanzsaison im Schuppen. Bei länger gelagerter Blumenerde können sich in dieser Zeit Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern. Ich räume meine Sackreste deshalb nach einer festen Reihenfolge weg: Etikett lesen, Sack beschriften, Öffnung verschließen, kühl und dunkel abstellen. Vor dem nächsten Einsatz prüfe ich Geruch und Struktur, erst dann kommt das Material in Topf oder Beet.

Was steckt in dem Sack, den du lagern willst?

Bevor du einen Rest wegräumst, lies das Etikett. Dort stehen die Ausgangsstoffe in absteigenden Volumenanteilen, dazu Angaben zu pH-Wert, Nährstoffen und Salzgehalt. Daran erkennst du, ob reiner Torf, torfbasierte Blumenerde, torfreduzierte oder torffreie Erde im Sack steckt. Auf das Wort Bio verlässt du dich dabei nicht, denn auch Bio-Blumenerde kann Torf enthalten.

Genau hinsehen lohnt sich bei Säcken mit der Aufschrift torfreduziert oder torfarm. Solche Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Zugleich können bei torfreduzierten Erden während längerer Lagerung Verpilzung, Nährstofffreisetzung und Salzgehalt zunehmen. Ein Sack, der zum großen Teil aus Torf bestehen kann, braucht beim Lagern also dieselbe Sorgfalt wie torffreie Ware.

So ordnest du die gängigen Sackwaren ein:

Sackware Was drinsteckt Worauf du beim Lagern achtest
Reiner Torf Hochmoortorf, von Natur aus nährstoffarm und sauer dunkel, kühl, trocken und gut verschlossen lagern; vor dem Einsatz Geruch und Struktur prüfen
Blumenerde auf Torfbasis pH-Wert eingestellt, je nach Produkt vorgedüngt Salzgehalt, pH-Wert und Struktur können sich bei längerer Lagerung verändern
Torfreduzierte oder torfarme Erde kann noch bis zu 70 % Torf enthalten Verpilzung, Nährstofffreisetzung und Salzgehalt können zunehmen
Torffreie Erde zum Beispiel Holzfasern, Rinde oder Kompost möglichst bald verwenden; Volumen, Nährstoffgehalt und pH-Wert können sich verändern

Ich schreibe mit wasserfestem Stift Inhalt und Öffnungsdatum auf jeden angebrochenen Sack, bevor er weggeräumt wird. So weiß ich beim nächsten Griff, was drin ist und wie lange es schon steht.

Wo und wie du Torf lagerst

Pflanzerde in Säcken lagerst du dunkel, kühl und trocken. Angebrochene Säcke verschließt du gut und stellst sie an einen möglichst kühlen, schattigen Platz. Für reinen Torf halte ich mich an genau dieselben Regeln.

Den Rest lasse ich im Originalsack, denn so bleibt das Etikett mit allen Angaben beim Material. Die Öffnung rolle ich mehrmals ein und klemme sie mit einer großen Klammer fest. Danach kommt der Sack auf ein Holzbrett im Schuppen, damit er nicht direkt auf feuchtem Boden steht.

Dünger gehört ebenfalls verpackt oder abgedeckt in einen trockenen Raum. Ich stelle Torf und Dünger getrennt voneinander ab, damit beim Umfüllen nichts verwechselt wird.

Marias Erfahrung

Ich lagere Torf so, wie er aus dem Sack kommt. Befeuchtet wird er erst, wenn ich ihn verwende.

Mini-Checkliste

Etikett gelesen · Inhalt und Datum auf dem Sack · Öffnung eingerollt und geklemmt · Platz kühl, dunkel und trocken · Sack nicht direkt auf feuchtem Boden · Dünger getrennt und verpackt

Torffreie und torfreduzierte Erde kürzer lagern

Torffreie Erde verwendest du möglichst bald nach dem Kauf. Bis dahin bewahrst du sie kühl, trocken und lichtgeschützt in gut verschlossener Verpackung auf. Während der Lagerung können sich Volumen, Nährstoffgehalt und pH-Wert verändern. Bei Wärme kann zusätzlich der Salzgehalt steigen, ein sonniger Platz scheidet für diese Säcke deshalb aus. Torfreduzierte Erde behandle ich genauso.

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Gelagerten Torf vor dem Einsatz prüfen

Bevor ich gelagertes Material verwende, greife ich in den Sack, rieche daran und reibe eine Probe zwischen den Fingern. Dabei achte ich darauf, ob es krümelt, klumpt oder zusammengesackt ist und ob es feucht oder trocken wirkt. Sitzt flaumiger Belag obenauf, nehme ich die oberste Schicht ab und schaue mir das Material darunter an.

Mythos-Check

„Riecht der Sack streng oder wachsen Pilze darauf, ist die Erde hin.“ Ein intensiver Geruch beim Öffnen kann von mikrobieller Aktivität stammen. Viele Pilze auf Blumenerde zersetzen abgestorbene organische Bestandteile. Beides ist für sich genommen kein Beweis, dass das Substrat unbrauchbar ist.

Hast du im Sack alte Topferde gesammelt, gelten engere Grenzen. Substrat aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder. Langjährig genutzte, stark versalzte oder zusammengesackte Erde eignet sich ebenfalls nicht für eine unveränderte Wiederverwendung.

Ausgetrockneten oder alten Torf wieder aufbereiten

Ausgetrocknete Topferde wird wieder aufnahmefähig, wenn du sie langsam und wiederholt benetzt. Bei Torf gehe ich genauso vor: Ich gebe ihn in einen Eimer, gieße Wasser darüber und mische mit der Hand durch. Nachgegossen wird erst, wenn das Wasser eingezogen ist. Danach drücke ich das Material durch ein grobes Sieb, damit keine Klumpen bleiben.

Länger gelagerte Blumenerde verwendest du nicht allein. Du befeuchtest sie und mischst sie frischer Erde bei. Steckt vorgedüngte Erde in der Mischung, rechnest du deren Grunddüngung an, bevor du zusätzlich düngst.

Aussaaterde soll einen Salzgehalt unter 0,5 g/l haben, und bei länger gelagerter Erde kann der Salzgehalt steigen; alte Sackreste gehören deshalb nicht in die Saatschale. Ob Anzuchterde überhaupt Torf braucht, erklärt ein eigener Ratgeber.

Torf mit Kompost mischen

Welche Mischung passt, richtet sich nach den Ansprüchen der Pflanzenart, die hineinkommt. Mischst du Torf mit Kompost zu eigener Blumenerde, sollte besonders gut durchgerotteter Kompost höchstens etwa 30 % ausmachen. Ob der Kompost reif und pflanzenverträglich ist, prüfst du vorher mit einem Kressetest. Für Moorbeetpflanzen wie Rhododendren eignet sich gewöhnlicher Gartenkompost wegen seiner pH-erhöhenden Wirkung nicht. Welche Pflanzen in torfhaltigem, saurem Boden gedeihen, steht im Ratgeber dazu.

Achtung

Kalk mischst du nicht nach Gefühl unter. Den genauen Kalkbedarf einer Substratmischung aus mehreren Komponenten bestimmt nur eine Analyse. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können bei der pH-Messung unzuverlässige Werte liefern.

Torf und Torfersatz kurz eingeordnet

Was Torf ausmacht

Hochmoortorf ist von Natur aus nährstoffarm und sauer, kann aber Wasser gut speichern. Unaufbereiteter Weißtorf liegt etwa bei pH 3 bis 4 und ist jünger und gröber strukturiert als der stärker zersetzte Schwarztorf. Wofür Torf im Garten taugt und welche ökologischen Folgen sein Abbau hat, ordnet ein eigener Ratgeber ein.

Torfersatz

Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei. Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosmaterialien können Torf in geeigneten Mischungen ersetzen; wann du besser zu solchen Alternativen greifst, liest du im Ratgeber dazu. Erdwahl, Torfanteil und Torfersatz im Überblick findest du im Abschnitt Erden und Substrate des Ratgebers Düngen, Boden und Kompost.

Häufige Fragen

Welche Eigenschaften hat Torf?
Hochmoortorf ist von Natur aus nährstoffarm und sauer, kann aber Wasser gut speichern. Unaufbereiteter Weißtorf liegt etwa bei pH 3 bis 4. In fertigen torfbasierten Kultursubstraten ist der pH-Wert eingestellt, viele Zierpflanzen wachsen darin bei pH 5,5 bis 6,5.
Worin unterscheiden sich Weißtorf und Schwarztorf?
Weißtorf ist die jüngere Torfform und gröber strukturiert. Schwarztorf ist älter und stärker zersetzt. Beide entstehen über Jahrtausende und sind in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbar.
Warum ist die Temperatur bei der Torflagerung wichtig?
Säcke mit Torf oder Erde gehören an einen kühlen, schattigen und trockenen Platz. Wärme kann das Material verändern, bei torffreier Erde kann dann zum Beispiel der Salzgehalt steigen. Ein sonniger Standort scheidet deshalb aus, ein kühler, dunkler und trockener Raum ist die bessere Wahl.
Wie bereitest du gelagerten Torf für Blumenerde vor?
Prüfe zuerst Geruch und Struktur, denn ein intensiver Geruch oder Pilze sind für sich genommen noch kein Zeichen für verdorbenes Material. Ausgetrocknetes Material benetzt du langsam und wiederholt, bis es wieder Wasser aufnimmt, und drückst Klumpen durch ein grobes Sieb. Länger gelagerte Erde mischst du frischer Erde bei, statt sie allein zu verwenden. Den Kalkbedarf einer selbst gemischten Substratmischung bestimmt nur eine Analyse, deshalb kalkst du nicht nach Gefühl.
Worin unterscheiden sich Kompost und Torf als Gartensubstrat?
Hochmoortorf ist nährstoffarm und sauer und speichert Wasser gut. Gewöhnlicher Gartenkompost hat typischerweise einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 und liefert neben Nährstoffen organische Substanz, die das Bodenleben fördert. Reiner Kompost eignet sich wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration nicht als Substrat für empfindliche Keimlinge. In selbst gemischter Blumenerde sollte besonders gut durchgerotteter Kompost höchstens etwa 30 % ausmachen.
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