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Biologische Blumenerde: Was „Bio“ auf dem Sack heißt und wie du sie nutzt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 13 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • „Bio“ ist bei Blumenerde kein geschützter Begriff und garantiert keine Torffreiheit.
  • Maßgeblich für torffreie Erde sind die Angaben „torffrei“ oder „ohne Torf“.
  • Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen.
  • Trotz Vordüngung kann torffreie Bio-Erde zeitweise zu wenig Stickstoff bereitstellen.
  • Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte tiefer im Topf oder am Gefäßgewicht.
  • Selbst gemischte Blumenerde enthält höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost.
Eintopfen einer Zimmerpflanze mit frischer Blumenerde
Foto: Anna Shvets · Pexels License · Quelle ↗

Auf dem Sack steht „Bio“, und trotzdem kann Torf darin stecken. Ich drehe deshalb jeden Erdsack um, bevor er in den Wagen kommt, und lese zuerst die Liste der Ausgangsstoffe. Auch im Topf verhält sich torffreie Bio-Erde anders als torfhaltige Erde: Die Oberfläche kann trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Zudem kann trotz Vordüngung zeitweise Stickstoff fehlen.

Hier erfährst du, woran du auf dem Etikett erkennst, was in der Erde steckt, wie du sie mischst und düngst und wie du sie in Topf, Beet und Rasen einsetzt.

Was „Bio“ auf dem Erdsack bedeutet

Geschützt ist das Wort „Bio“ bei Blumenerde nicht. Eine Torffreiheit garantiert es deshalb auch nicht. Genauer hinschauen musst du bei „torfreduziert“ oder „torfarm“, denn so bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Ein Sack mit „Bio“ und „torfreduziert“ kann damit überwiegend aus Torf bestehen. Willst du torffrei gärtnern, sind die Angaben „torffrei“ oder „ohne Torf“ maßgeblich.

Mehr Auskunft geben Zeichen und Listen, hinter denen eine Prüfung steht:

Angabe Was dahintersteckt
„Bio“ Bei Blumenerde nicht geschützt, keine Garantie für Torffreiheit
„torfreduziert“, „torfarm“ Bis zu 70 % Torf sind noch möglich
„torffrei“, „ohne Torf“ Die maßgebliche Angabe für torffreie Erde
RAL-Gütezeichen Unabhängige Labore kontrollieren regelmäßig unter anderem pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Substratstruktur
Blauer Engel DE-UZ 234 Umweltzeichen für torffreie organische Kultursubstrate und Blumenerden, mit Anforderungen an Gebrauchstauglichkeit und Schadstoffgehalte
Eintrag in der Betriebsmittelliste für den Ökolandbau Bestätigt die geprüfte Verwendbarkeit, aber keine geprüfte Düngewirksamkeit
„Kultursubstrat“ Garantiert keinen bestimmten Nährstoffgehalt

Wirbt ein Sack mit einer solchen Listung, suche ich das konkrete Produkt über seinen Produkt- oder Firmennamen in der Datenbank. Für deinen eigenen Garten können die Regeln der ökologischen Landwirtschaft eine Orientierung sein, wenn du biologisch gärtnern willst.

Woraus biologische Blumenerde besteht

In torffreier Bio-Erde übernehmen Ersatzstoffe die Rolle des Torfs: Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost, Kokosfasern und Kokosmark kommen dafür infrage. Gemischt werden sie, damit Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot zusammenpassen. Was die einzelnen Torfersatzstoffe leisten und wie du torffreie Erden einsetzt, liest du im Ratgeber zu torffreier Blumenerde.

Organische Dünger: tierisch oder pflanzlich

Ist eine Bio-Erde organisch vorgedüngt, stammen ihre Nährstoffe überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material. Mineraldünger liefern Nährstoffe dagegen meist als Salze. Tierische Rohstoffe sind zum Beispiel Horn und Schafwolle, pflanzliche zum Beispiel Klee, Rapskuchen oder Vinasse. Vegan ist ein organischer Dünger deshalb nicht automatisch. Selbst Horndünger aus dem ökologischen Gemüsebau können Rohstoffe aus konventioneller Tierhaltung enthalten. Ein EU-Bio-Logo suchst du auf Düngern vergeblich, denn biotaugliche Düngemittel dürfen es nicht tragen.

Mineralische Zuschläge und Pflanzenkohle

Rein organisch muss biologische Erde nicht sein. Zu den Stoffen, die für die ökologische Produktion als Dünger und Bodenverbesserer zulässig sind, gehören auch Calciumcarbonat natürlichen Ursprungs, Steinmehl, natürlicher Sand, Ton und Tonminerale. In Kübelpflanzenerde sorgen Splitt, Bims oder Blähton für mehr Strukturstabilität. Blähton für Pflanzen sollte die RAL-Höchstwerte einhalten, bei Blähton für Bauzwecke spielen die Salzgehalte keine entsprechende Rolle. Viel Wasser hält Blähton nicht: Selbst bei kleiner Körnung nimmt er höchstens 25 Volumen-% auf.

Pflanzenkohle bringt selbst kaum pflanzenverfügbare Nährstoffe mit. Vor der Nutzung wird sie deshalb beladen, zum Beispiel indem sie frischem Kompost zugegeben wird. Kaufst du Pflanzenkohle, sichert eine anerkannte Zertifizierung wie das European Biochar Certificate die Prüfung von Schadstoffgehalten und Grenzwerten ab.

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Torffrei und nachhaltig: kurz eingeordnet

Torfabbau zerstört samt der dafür nötigen Entwässerung Moorlebensräume und setzt gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei. Torffreie Erde senkt den Torfbedarf und die damit verbundene CO₂-Freisetzung. Wie Torfabbau Moore zerstört und welche Erden und Substrate es gibt, steht im Kapitel Erden und Substrate unseres Grundlagenratgebers zu Düngen, Boden und Kompost.

Eigener Kompost kann außerdem Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern, und die Kompostierung führt Humus und Nährstoffe in den Stoffkreislauf zurück. Welche ökologischen Probleme herkömmliche Universalerde hat und was nachhaltige Alternativen leisten, vertieft ein eigener Ratgeber.

Bio-Erde im Topf und Kübel

Gefäß vorbereiten und füllen

Jedes direkt bepflanzte Gefäß braucht einen Ablauf, damit überschüssiges Wasser entweichen kann und keine Staunässe entsteht. In Balkonkästen gehört eine Dränageschicht von mindestens etwa 1 bis 2 cm unter die Erde, in größeren Gefäßen fällt sie dicker aus. In meine Kübel kommt über die Abzugslöcher eine etwa 3 cm hohe Schicht Blähton. Reiner Gartenboden taugt als Gefäßfüllung wenig, weil er beim Wässern verschlämmen und verdichten kann.

Beim Einfüllen drückst du die Erde leicht an und lässt unter dem Topfrand einen Gießrand von 1 bis 2 cm frei. Ziehst du eine Kübelpflanze um, sollte der neue Topf oben mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben als der alte. Für Fruchtgemüse auf Balkon und Terrasse sollte das Gefäß mindestens 10 l Substrat fassen. Mehr Erdvolumen kann auch mehr Wasser bevorraten.

Mini-Checkliste

Abzugslöcher frei, Dränageschicht darüber, Erde leicht angedrückt, Gießrand frei gelassen, Untersetzer nach starkem Regen ausgeleert.

Welche Bio-Erde zu welcher Pflanze passt

Für mehrjährige Kübelpflanzen nimmst du strukturstabile Kübelpflanzenerde, damit es im unteren Gefäßbereich nicht verdichtet und vernässt. Kalkempfindliche Kübelpflanzen bekommen ein Azaleen- oder Moorbeetpflanzensubstrat, das zu ihren Ansprüchen passt. Gewöhnlicher Gartenkompost ist für Moorbeetpflanzen ungeeignet: Er enthält Kalk, und sein pH-Wert liegt typischerweise bei 6,5 bis 7,5. Auch Rindenhumus und gütegesicherter Kompost garantieren keine saure Mischung, weil sie hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte mitbringen können.

Selbst gemischte komposthaltige Substrate sind wegen ihres häufig hohen pH-Werts oft ungeeignet für Zitrusgewächse. Orchideen und Farne bekommen keinen Kompost, und Phalaenopsis braucht ein sehr luft- und wasserdurchlässiges Rindensubstrat. Kakteen wiederum brauchen einen Sandanteil in der Erde. Welche Blumenerde zu welcher Pflanze, welchem Standort und welchem Topf passt, zeigt dir ein eigener Ratgeber.

Bio-Erde selbst mischen

Kompost liefert in selbst gemischter Erde Nährstoffe, bringt aber auch Salze mit. Reiner Kompost kann Keimlingswurzeln wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration Wasser entziehen, deshalb begrenzt du seinen Anteil.

Verwendung Mischung oder Grenze
Selbst gemischte Blumenerde höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteter Kompost
Balkonkastenerde bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost, der Rest zu gleichen Teilen Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlite
Kräuter und anspruchslose Stauden je 1 Teil Quarzsand, Gartenerde und reifer Kompost
Torffreie Beispielmischung jeweils etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesicherter Kompost, kein Rezept für Rhododendron- oder Aussaaterde
Pelargonien, die im Regen stehen leichtes Substrat mit höchstens 30 % Kompost
Zimmerpflanzen höchstens etwa 20 Volumen-% Kompost
Aussaat und Stecklinge meist höchstens 20 Volumen-% Kompost
Langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate 30 bis 40 Volumen-% Blähton zur Strukturstabilisierung
Orchideen und Farne kein Kompost

Den Kompost für die Erde siebe ich auf etwa 10 bis 15 mm ab. Ob er reif genug ist, zeigt dir ein Kressetest: Du säst Kresse in den Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch Reifezeit. Keimfrei ist Gartenkompost nicht, denn Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen tötet er nicht zuverlässig ab. Ausreichende Rottetemperaturen werden dafür oft nicht durchgehend erreicht.

Wie du einen Kompost mit passendem Standort, Material und System anlegst, erklärt das Kompost-Kapitel im Grundlagenratgeber zu Düngen, Boden und Kompost. Ohne Garten liefert eine Wurmkiste Kompost, der je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig ist.

Zahl im Blick

Salzgehalt je nach Erde: Aussaaterde unter 0,5 g/l, Pikiererde bis 1,5 g/l, Topferde für Kübel und Blumenkästen 2,5 bis 3 g/l.

Erde für Kübel und Kästen liegt im Salzgehalt also weit über dem, was Aussaaterde haben sollte. Für Aussaaten nimmst du deshalb spezielle Anzuchterde, die nährstoffärmer ist als gewöhnliche Blumenerde.

Düngen in biologischer Blumenerde

Vorgedüngte Blumenerde bringt einen Startvorrat mit. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde kommen Kübelpflanzen üblicherweise 4 bis 6 Wochen ohne zusätzlichen Dünger aus.

Bei torffreier Bio-Erde gilt das mit Vorbehalt. Ist sie organisch vorgedüngt, kann gerade zu Beginn oder am Ende der Kultur zu wenig verfügbarer Stickstoff da sein, obwohl Dünger in der Erde steckt. Organische Bestandteile wie Holzfasern können beim Abbau Stickstoff binden. Bei hohem Holzfaseranteil kann deshalb mehr Stickstoffdüngung nötig sein als bei der Erde, die du bisher verwendet hast. Kompostreiche Erde kann dagegen schon viel Phosphor und Kalium enthalten, die du bei der Nachdüngung anrechnest. Die Düngepause nach dem Umtopfen fällt damit genau in die Zeit, in der torffreie Bio-Erde Stickstoff zu knapp bereitstellen kann.

Vergilben ältere Blätter, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Vergilbung mit Blattfall kann aber auch von Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress kommen. Ist ein Mangel bestätigt, können mineralische oder flüssige Dünger ihn rasch ausgleichen. Auch organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen schnell mit Nährstoffen versorgen.

Kurz erklärt

Wurzeln nehmen Nährstoffe in mineralisch gelöster Form auf. Was organisch gebunden ist, etwa in Kompost, Horn oder Schafwolle, müssen Bodenmikroorganismen erst mineralisieren. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe geschieht das kaum, feuchtwarme Bedingungen können dagegen starke Freisetzungsschübe auslösen.

Feste organische Dünger untermischen

Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden. In kleinen Gefäßen kann ihre Wirkung deshalb verzögert und unzureichend einsetzen. Unter die Erde mischst du Hornspäne oder Hornmehl daher schon vor dem Pflanzen. Feines Hornmehl setzt Stickstoff schneller frei als Horngrieß und Hornspäne, weil es leichter mineralisiert wird. Im Boden ist Hornmehl in etwa 6 Wochen umgesetzt, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Hornprodukte liefern vor allem Stickstoff und Schwefel, aber wenig Phosphor und Kalium, eine vollständige Versorgung ersetzen sie deshalb nicht.

Als Beispiel für Kübeltomaten in torffreiem Substrat dient eine Grundgabe von etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter Substrat. Für Pelargonien ist eine organische Grunddüngung mit 4 g Hornspänen je Liter Substrat beim Umtopfen ein Beispiel. Bei jedem gekauften Dünger gilt die Dosierungsanweisung auf der Packung, und eine vorhandene Grunddüngung rechnest du an. Während die Früchte wachsen, kann bei Balkongemüse zusätzlich eine Flüssigdüngung nötig werden.

Beim Untermischen von Hornspänen trage ich Handschuhe und wasche mir danach gründlich die Hände.

Achtung

Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden darin Salmonellen nachgewiesen. Nicht ausreichend erhitzter Rizinusschrot in organischen Düngern kann bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Feste Dünger lagerst du verpackt oder abgedeckt in trockenen Räumen. Besteht der Verdacht, dass ein Kind größere Mengen Dünger aufgenommen hat, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis. Bei einem Haustier rufst du sofort die Tierarztpraxis an, nimmst die Verpackung mit, gibst keine Hausmittel und löst kein Erbrechen aus.

Flüssig düngen und Jauche

Düngerlösung gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachsen an. Im Haus verwendest du organische Flüssigdünger nur in Erdkultur und nicht in Hydrokultur, damit es nicht zu Geruchsproblemen kommt. Bei meinen Pelargonien brauche ich angesetztes Gießwasser mit organischem Flüssigdünger im selben Gießgang auf, weil es sonst gären kann.

Fertige Brennnesseljauche verdünnst du für etablierte Pflanzen im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Jungpflanzen bekommen sie im Verhältnis 1:20. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es für Pflanzenjauchen nicht, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat verschieden sind. Komposttee setzt du für jede Anwendung frisch an.

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Gießen und Pflege im Gefäß

Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während das Substrat weiter unten noch nass ist. Vor dem Gießen stecke ich deshalb den Finger tief in die Erde oder hebe den Topf kurz an. Ob du gießt, richtest du nach der Feuchte im unteren Bereich oder nach dem Gewicht des Gefäßes. Welkt eine Pflanze, prüfst du zuerst die Feuchte, denn auch vernässte und geschädigte Wurzeln lassen Topfpflanzen welken.

Erde mit viel Rindenhumus kann häufigeres Gießen verlangen, weil Rindenhumus weniger Wasser speichert als Torf. Hängst du den Flüssigdünger an jeden Gießgang, folgt die Düngermenge in solcher Erde also dem Gießrhythmus und nicht Pflanze und Gefäß. Bei torffreien Substraten kann es sinnvoll sein, die Nährstoffgabe pro Pflanze unabhängig vom Gießen zu bemessen. In den HOT-Reallaboren verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung gegenüber einer Düngung, die allein ans Gießwasser gekoppelt war.

Hartes Gießwasser kann den pH-Wert der Erde anheben und so Eisenchlorosen begünstigen. Kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren gießt du bevorzugt mit Regenwasser. Wasser von Kupfer- oder Zinkdächern ist für die Bewässerung allerdings ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet. Nach starkem Regen kippst du angestautes Wasser zügig aus dem Untersetzer. Steht ein Übertopf dauerhaft voll Wasser, können Luftmangel im Substrat und absterbende Wurzeln die Folge sein. Ganz ausgetrocknete Zimmerpflanzenerde benetzt du langsam und wiederholt, bis sie wieder Wasser aufnimmt.

Häufiger Fehler

Nachdüngen, weil die Pflanze schwächelt, obwohl die Erde nass steht oder ausgetrocknet ist. Trockenheit und Staunässe hemmen die Freisetzung aus organischen Düngern, eine weitere Gabe behebt das akute Problem deshalb nicht zuverlässig. Vernässte Kübelpflanzen mit noch nicht verfaulten Wurzeln gießt und düngst du erst wieder, wenn sie abgetrocknet sind und sich erholt haben.

Was du auf der Erde beobachtest

Beobachtung Einordnung
Intensiver Geruch frisch geöffneter Erde Kann von mikrobieller Aktivität stammen, die Erde ist dann nicht automatisch verdorben
Sichtbare Pilze in der Erde Können Zersetzer abgestorbener organischer Bestandteile sein, die Pflanzen sind deshalb nicht automatisch krank
Wiederkehrender flaumiger Schimmel auf Zimmerpflanzenerde Die oberste Erdschicht abzunehmen oder ganz umzutopfen kann sinnvoll sein
Weiße Krusten an Topfrand oder Erde Können aus Salzen des Gießwassers stammen und beweisen allein keine Überdüngung
Trauermücken an Zimmerpflanzen in torffreier Erde Eine etwa 1 cm hohe Auflage aus Quarzsand oder grobem Sand kann zusammen mit Gelbtafeln helfen

Bio-Erde im Beet

Im Beet arbeitest du organische Substanz in den vorhandenen Gartenboden ein. Kompost verbessert in sandigen Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung und lockert schwere Böden. Als Grundversorgung für Gartenbeete, Gehölze und Stauden arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l Kompost je m² leicht ein. Ob du davon abweichst, entscheidet die Bodenanalyse. Der Kompost bleibt dabei oben, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können.

Im Gemüsegarten sind 3 l je m² im Frühjahr zugleich die Obergrenze der jährlichen Grunddüngung. Den Stickstoff deckt diese Gabe nicht automatisch, weil er im Kompost überwiegend organisch gebunden ist. Du ergänzt ihn deshalb je nach Bedarf der Kultur. Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als Mittelzehrer und Erbsen als Schwachzehrer. Zehrer-Einstufung und Anbaupausen kannst du beim Planen deiner Beete im Beetplaner berücksichtigen.

Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde und nicht dasselbe wie Rindenmulch. Du kannst ihn in Gemüse- und Blumenbeete einarbeiten, wo er besonders schwere Böden lockert. Für wiederholte Gaben gilt die Kompostempfehlung von höchstens 2 bis 3 l je m² und Jahr im mehrjährigen Durchschnitt. Bereitest du eine Gehölzneupflanzung vor, kannst du 20 l Rindenhumus je m² oberflächlich einharken. Ausgereifter Rindenhumus bindet nur noch wenig Stickstoff, ganz außer Acht lassen solltest du die Stickstoffbindung aber nicht.

Keinen Kompost bekommen Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren. Dasselbe gilt für Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten. Mit der Bearbeitung wartest du, bis der Boden nicht mehr zu feucht ist. Auf Gemüsebeeten ist eine organische Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm üblich. Rindenmulch gehört wegen wachstumshemmender Gerbstoffe nicht dorthin, auf Gartenwegen kannst du ihn verwenden.

Organisches Material unterstützt die Bodenlebewesen, und Mikroorganismen setzen bei seinem Abbau mineralische Nährstoffe frei. Wie aktiv das Bodenleben ist, hängt unter anderem von Feuchte, Temperatur, pH-Wert und Nährstoffangebot ab. Wie Humus, Bodenleben und Bodenanalyse zusammenhängen, erklärt das Kapitel „Boden kennen“ im Grundlagenratgeber zu Düngen, Boden und Kompost.

Bio-Erde für den Rasen

Beim Rasen kommt es auf den Boden darunter an. Eine Rasenvegetationsschicht soll ungefähr 15 cm mächtig sein, gemeint ist die durchwurzelbare Bodenschicht und keine zusätzliche Auflage aus Sackerde. Vor einer Neuanlage verbesserst du lehmigen Boden mit Sand und sandigen Boden mit reifem Grünkompost. Die Bodenarbeiten dafür erledigst du nur, wenn der Boden ausreichend trocken ist.

Die Rasensaat arbeitest du etwa 0,5 bis 1 cm flach ein. In den ersten 3 bis 4 Wochen hältst du die obere Bodenschicht gleichmäßig feucht. Für Rasen sind etwa 2 l Kompost je m² eine Orientierung. Der Kompost sollte abgesiebt sein und nur Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm enthalten. Ich schlage ihn dafür vorher durch ein Durchwurfsieb. Bei Mulden, die tiefer als 2 cm sind, hebst du die Grasnarbe an und unterfütterst sie mit sandigem Rasensubstrat.

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Bio-Erde lagern und wiederverwenden

Torffreie Erde verbrauchst du möglichst bald. Bis dahin lagert der Sack gut verschlossen, kühl, trocken und lichtgeschützt. Mit der Zeit verändert sich die Erde: Verpilzung, Nährstofffreisetzung und Salzgehalt können zunehmen, und auch pH-Wert und Struktur können sich verändern. Für Aussaaten, bei denen der Salzgehalt unter 0,5 g/l bleiben soll, ist lange gelagerte Erde deshalb keine gute Wahl. Alte Sackware mischst du bei der Weiterverwendung unter frische Erde und nimmst sie nicht allein.

Marias Erfahrung

Auf jeden angebrochenen Erdsack schreibe ich mit Filzstift das Öffnungsdatum. Beim nächsten Umtopfen sehe ich so, welche Erde schon länger steht und unter frische gemischt wird.

Krankheitsfreie Gefäßerde aus dem Vorjahr kannst du erneut nutzen. Bei Balkonkästen und Kübeln bis etwa 30 Liter Inhalt frischst du sie dafür auf. Dazu mischst du die alte Erde mit etwa einem Drittel frischer Erde. Langjährig genutzte, zusammengesackte oder stark verfilzte Erde ersetzt du eher. Erde aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder. Ob Blumenerde wirklich jedes Jahr ausgetauscht werden muss und welche weiteren Mythen über Erde nicht stimmen, klärt ein eigener Ratgeber.

Häufige Fragen

Was unterscheidet biologische Blumenerde von herkömmlicher Erde?
Einen festen Standard gibt es nicht, denn die Bezeichnung „Bio“ ist bei Blumenerde nicht geschützt und garantiert keine Torffreiheit. Maßgeblich für torffreie Erde sind die Angaben „torffrei“ oder „ohne Torf“, dazu die Liste der Ausgangsstoffe auf dem Sack. Ist die Erde organisch vorgedüngt, liegen ihre Nährstoffe organisch gebunden vor und werden erst von Bodenmikroorganismen mineralisiert, bevor Wurzeln sie aufnehmen können.
Welche natürlichen Inhaltsstoffe enthält Bio-Blumenerde typischerweise?
Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost, Kokosfasern und Kokosmark können Torf ersetzen und werden so kombiniert, dass Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot zusammenpassen. Eine erprobte torffreie Mischung besteht aus jeweils etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesichertem Kompost. Mineralische Zuschläge wie Blähton, Bims oder Splitt verbessern die Strukturstabilität von Kübelpflanzenerde. Was ein bestimmtes Produkt enthält, steht in der Deklaration auf dem Sack.
Welche besonderen Pflegeanforderungen hat Bio-Substrat im Vergleich zu konventioneller Erde?
Bei torffreiem Bio-Substrat kann die Oberfläche trocken sein, während es weiter unten noch nass ist, deshalb prüfst du vor dem Gießen die Feuchte tiefer im Topf oder am Gefäßgewicht. Organische Bestandteile wie Holzfasern können Stickstoff binden, sodass trotz Vordüngung mehr Stickstoffdüngung nötig sein kann als bei der bisher verwendeten Erde. Angebrochene Säcke lagerst du gut verschlossen, kühl und schattig und verbrauchst torffreie Erde möglichst bald.
Wie versorge ich Starkzehrer in Bio-Erde ausreichend mit Nährstoffen?
Für Kübeltomaten in torffreiem Substrat dient eine Grundgabe von etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter Substrat als Beispiel, die du vor dem Pflanzen untermischst. Fein vermahlenes Hornmehl wird dabei schneller umgesetzt als gröbere Hornspäne. Während die Früchte wachsen, kann zusätzlich eine Flüssigdüngung nötig werden. Das Gefäß sollte für Fruchtgemüse mindestens 10 l Substrat fassen.
Welche Drainage braucht naturbelassene Blumenerde im Topf?
Jedes direkt bepflanzte Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abfließt und keine Staunässe entsteht. In Balkonkästen gehört eine Dränageschicht von mindestens etwa 1 bis 2 cm unter die Erde, in größeren Gefäßen fällt sie dicker aus. Für mehrjährige Kübel nimmst du strukturstabile Kübelpflanzenerde, damit es unten nicht verdichtet und vernässt; Blähton, Bims oder Splitt verbessern die Strukturstabilität. Angestautes Wasser im Untersetzer gießt du nach starkem Regen zügig ab.
Wie lässt sich Mulchen mit biologischer Erde kombinieren?
Im Gemüsebeet ist eine organische Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm üblich, feiner Rasenschnitt kommt angewelkt und dünner darauf. Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei, Gemüsepflanzen sollten vor dem Mulchen ungefähr 10 cm hoch sein. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden, was du bei der Düngung berücksichtigst. Rindenmulch eignet sich wegen wachstumshemmender Gerbstoffe nicht für Gemüsebeete.
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