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Dünger aus Bananenschalen und Kaffeesatz: welcher Küchenabfall wohin gehört

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Kaffeesatz getrocknet und in kleinen Mengen einarbeiten, er ist nur eine ergänzende Düngegabe
  • Bananenschalen zerkleinert auf den Kompost, in die Wurmkiste oder in den Bokashi-Eimer geben
  • Gekochtes, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot locken Ratten an und gehören nicht auf den Kompost
  • Blütenendfäule beruht häufig auf gestörtem Calciumtransport, nicht auf Calciummangel im Boden
  • Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C, Zitrusschalen und Gekochtes bleiben aus der Wurmkiste draußen
  • Bokashi-Ferment erst mit Erde nachreifen lassen, frisch kann es Pflanzen schädigen
  • Kompost aus Küchenresten verbessert Bodenstruktur und Wasserspeicher und kann Ausgaben für Dünger und Erde senken
Gesunde, humusreiche Gartenerde in den Händen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Neben meiner Spüle steht ein Sammeleimer mit Deckel. Kaffeesatz, Bananenschalen, Eierschalen und Gemüsereste landen darin, bis ich ihn zum Kompost trage. Richtig verwertet verbessern diese Reste deinen Boden und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf. Offen liegende Abfälle ziehen dagegen Fliegen an, und Gekochtes, Fleisch oder Käse locken auf dem Kompost Ratten. Für die meisten Küchenreste führt der Weg in den Garten deshalb über Kompost, Wurmkiste oder Bokashi-Eimer. Direkt ins Beet kommt bei mir nur getrockneter Kaffeesatz.

Dünger aus Bananenschalen und Kaffeesatz: was die beiden leisten

Kaffeesatz: getrocknet als Ergänzung oder auf den Kompost

Kaffeesatz enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium. Eine feste Düngerdosis lässt sich daraus nicht ableiten, darum behandelst du ihn als Ergänzung und nicht als Hauptdünger. Vor der Verwendung im Beet trocknest du ihn und arbeitest ihn in kleinen Mengen in die Erde ein. Ich breite den feuchten Satz dafür auf einem flachen Teller aus und lasse ihn offen stehen, bis er krümelig ist.

Viel hilft hier nicht viel. Auch organische Dünger lassen sich in einer Menge ausbringen, die für Pflanzen oder Umwelt zu hoch ist. Den größten Teil meines Kaffeesatzes gebe ich deshalb auf den Kompost oder in die Wurmkiste. Dort zersetzt er sich zusammen mit anderen Küchenresten und grobem Gartenmaterial.

Bananenschalen: besser über Kompost, Wurmkiste oder Bokashi

Bananenschalen wird viel Kalium nachgesagt, und oft landen sie deshalb direkt unter Rosen oder Tomaten. Entscheidend ist aber, wann ihre Nährstoffe frei werden. Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Trockenheit, Frost oder Staunässe setzen organische Dünger zudem kaum Nährstoffe frei. Eine Schale, die im trockenen Hochsommer auf der Erde liegt, hilft der Pflanze deshalb kurzfristig kaum. Offen liegend zieht sie außerdem Fliegen an.

Ich schneide Bananenschalen klein und gebe sie je nach Platz auf den Kompost, in die Wurmkiste oder in den Bokashi-Eimer. Zerkleinerte Obstabfälle sind dort gut aufgehoben. Über den fertigen Kompost oder Wurmkompost kehren ihre Nährstoffe in den Gartenkreislauf zurück. Einen Sud aus eingeweichten Schalen setze ich nicht an, denn für solche Ansätze gibt es weder eine feste Menge noch eine Verdünnung, auf die du dich verlassen kannst.

Welcher Küchenabfall wohin gehört

Die Wurmkiste nimmt nur pflanzliche Reste auf, und auf den Gartenkompost gehört nichts, was Ratten anlockt. Die Tabelle zeigt dir den passenden Weg für jeden Abfall.

Küchenabfall Wohin damit Worauf du achtest
Bananenschalen, rohe Obstreste Kompost, Wurmkiste, Bokashi zerkleinern, frisch Eingefülltes abdecken
Rohe Gemüsereste und Kartoffelschalen Kompost, Wurmkiste, Bokashi gekochte Reste aussortieren
Kaffeesatz Kompost, Wurmkiste, getrocknet direkt in die Erde im Beet nur in kleinen Mengen
Teesatz Kompost, Wurmkiste mit trockenem, grobem Material mischen
Eierschalen Kompost den Kalkbedarf klärt die Bodenprobe
Zitrusschalen Kompost nicht in die Wurmkiste
Gekochte Speisereste, Brot weder Kompost noch Wurmkiste können Ratten anlocken
Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Käse weder Kompost noch Wurmkiste können Ratten anlocken
Asche aus Ofen oder Kamin abgekühlt in den Hausmüll weder Dünger noch Kompostzutat

Eierschalen: Kalzium für den Kompost

Eierschalen eignen sich als Bestandteil eines gemischten Gartenkomposts. Ich zerdrücke sie in der Hand, bevor sie im Sammeleimer landen. Calcium ist ein Baustein der pflanzlichen Zellwände und wird für Zellteilung und Zellstreckung gebraucht.

Ob dein Boden zusätzlich Kalk braucht, beantworten Eierschalen nicht. Regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² im Jahr können im Hausgarten bereits genug Kalzium nachliefern. Ob trotzdem gekalkt wird, entscheidet der Bodenbefund. Wie du den pH-Wert einordnest, steht im Kapitel pH-Wert und Kalk des Überblicks zu Düngen, Boden und Kompost.

Mythos-Check

Eierschalen im Pflanzloch sollen Tomaten vor Blütenendfäule schützen. Blütenendfäule beruht aber häufig auf einem gestörten Calciumtransport zur Frucht und nicht auf fehlendem Calcium im Boden. Ungleichmäßige Wasserversorgung kann diesen Transport beeinträchtigen. Gleichmäßiges Gießen setzt deshalb dort an, wo die Ursache häufig liegt.

Teesatz und Teebeutel

Kaffee- und Teesatz eignen sich als Zutaten für den Gartenkompost, Tee darf auch in die Wurmkiste. Ich reiße Teebeutel auf, schütte den Inhalt in den Sammeleimer und werfe Klammer, Faden und Etikett in den Restmüll. Nasser Tee- und Kaffeesatz ist feucht und fein. Mische ihn mit trockenem, grobem Material, denn eine ausgewogene Kompostmischung verbindet feuchte mit trockenen und feine mit groben Bestandteilen.

Obst- und Gemüsereste

Rohe Obst- und Gemüsereste eignen sich für Kompost, Wurmkiste und Bokashi. Für den Bokashi-Eimer schneidest du sie klein. Auf dem Kompost deckst du frisch eingefüllte Reste ab, damit weniger Fruchtfliegen kommen.

Marias Erfahrung

Im Herbst sammle ich Laub in einem Vorrat neben dem Komposter. Im Winter schichte ich dann Küchenreste, Laub und Gehölzhäcksel in dünnen Lagen abwechselnd ein.

Kartoffelschalen und andere stärkehaltige Reste

Rohe Kartoffelschalen behandelst du wie andere Gemüsereste. Gekochte Schalen, Nudeln, Reis und Brot gehören dagegen nicht auf den Gartenkompost, weil Gekochtes und Brot Ratten anlocken können. In der Wurmkiste sind Getreideprodukte und Gekochtes ebenfalls ausgeschlossen.

Zitrusschalen

Als Obstabfall dürfen Zitrusschalen auf den gemischten Gartenkompost. Ich schneide sie klein und mische sie unter die übrigen Reste. In die Wurmkiste gehören sie dagegen nicht.

Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Gekochtes

Bei tierischen Resten und gekochtem Essen ist die Antwort kurz: nicht auf den Kompost, nicht in die Wurmkiste. Die Wurmkiste ist für pflanzliche Küchenreste gedacht, Fleisch, Milchprodukte und Gekochtes bleiben draußen. Ein Drahtgitter am Boden des Komposters erschwert Nagern das Eindringen. Gegen Wühlmäuse wählst du eine Maschenweite von höchstens 13 mm.

Achtung

Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Käse und Brot können auf dem Gartenkompost Ratten anlocken. Gib sie über die örtliche Abfallentsorgung ab.

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Küchenabfälle auf den Kompost: Fliegen, Geruch und Ratten vermeiden

Für Küchenreste zählen auf dem Kompost drei Handgriffe: mischen, abdecken, aussortieren. Wie du einen Kompost anlegst, pflegst und auf Reife prüfst, steht im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Im Alltag heißt das: feuchte mit trockenen, feine mit groben und stickstoffreiche mit stickstoffarmen Materialien kombinieren. Frische Küchenabfälle deckst du mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab oder mischst sie in tiefere Lagen ein. So lockst du weniger Fruchtfliegen an.

Am Geruch erkennst du, was im Haufen fehlt. Riecht der Kompost faulig, ist er zu nass, und Umsetzen mit trockenem, strukturreichem Material verbessert ihn. Ammoniakgeruch spricht für zu viel nährstoffreiches Material, dem du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischst. Kompoststarter brauchst du bei einer vielfältigen Mischung aus Küchen- und Gartenabfällen normalerweise nicht, und Kalk beseitigt keinen Sauerstoffmangel.

Ein Schnellkomposter, der laufend mit kleinen Abfallmengen befüllt wird, entwickelt häufig nur wenig Eigenwärme. Guter Kompost kann trotzdem entstehen, auch bei langsamer Kaltrotte. Auf Hitze als Hygieneschutz verlässt du dich deshalb nicht. Gartenkompost macht Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig unschädlich, weil die nötigen Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden. Ich esse und trinke bei der Kompostarbeit nicht und wasche mir danach die Hände. Sehr trockenes Material feuchte ich vor dem Umsetzen an, damit weniger Staub aufsteigt.

Asche aus Ofen oder Kamin gehört weder auf den Kompost noch ins Beet. Wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen kommt sie abgekühlt in den Hausmüll.

Ohne Garten oder mit wenig Platz: Wurmkiste, Bokashi und Balkonkomposter

Wurmkiste: Kompostwürmer verwerten pflanzliche Reste

Wer keinen Garten hat, kompostiert in der Wurmkiste. Darin verarbeiten Kompostwürmer der Art Eisenia fetida, die zur Familie der Regenwürmer zählt, pflanzliche Küchenreste zu Wurmkompost. Hinein dürfen Obst- und Gemüsereste, Tee und Kaffeesatz. Zitrusschalen, Fleisch, Milchprodukte, Getreideprodukte, Gekochtes und Verschimmeltes bleiben draußen.

Zahl im Blick

Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Bedingungen. Je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial ist Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Das Volumen der Bioabfälle sinkt dabei auf ungefähr ein Zehntel.

Die Würmer brauchen Sauerstoff, darum darf die Kiste nicht luftdicht verschlossen sein. Ist der Inhalt zu nass, mischst du trockene Kartonschnipsel unter. Wird er zu trocken, besprühst du ihn vorsichtig. Ich lege eine leicht feuchte Zeitung auf das Futter, damit es in der Kiste dunkel und feucht bleibt und weniger Fruchtfliegen kommen.

Eine neu gestartete Kiste bekommt zunächst nur kleine Mengen Küchenabfall, die du allmählich steigerst. Vor der Ernte aus einer Zweikammer-Kiste fütterst du nur noch die andere Kammer, damit die Würmer dorthin wandern. Die Flüssigkeit, die sich in der Kiste sammelt, kannst du im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt als Flüssigdünger verwenden.

Bokashi: fermentieren vor dem Kompostieren

Bokashi ist eine Vorbehandlung durch Milchsäuregärung. Die Küchenabfälle fermentieren luftdicht verschlossen im Eimer und werden so konserviert. Fertiger Dünger ist das noch nicht, denn anschließend muss das Material in Erde weiter umgesetzt werden.

Geeignet sind vor allem zerkleinerte Obst- und Gemüseabfälle. Du drückst sie im Eimer fest zusammen, damit möglichst wenig Luft dazwischen bleibt. Der Eimer braucht einen luftdichten Deckel und einen Siebeinsatz, unter dem sich Flüssigkeit sammelt. Diesen Saft lässt du etwa alle 2 bis 3 Tage ab. Die Fermentation selbst kann bei Zimmertemperatur laufen.

Nach dem letzten Befüllen bleibt der Eimer je nach Verfahren etwa 2 bis 6 Wochen geschlossen, bei Kälte auch länger. In dieser Zeit sammelst du in einem zweiten Eimer weiter. Nach dem Entleeren reinigst du Eimer und Einsatz und lässt beides an der Luft trocknen. Den abgelassenen Saft verwende ich nur draußen, weil er stark riechen kann. Für Gartenfreiflächen wird er im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt.

Häufiger Fehler

Den frischen Eimerinhalt direkt um bestehende Pflanzen verteilen. Das Ferment kann sie schädigen. In einem häuslichen Verfahren mischst du nach 6 Wochen Fermentation 1 Teil Ferment mit 4 Teilen Gartenerde oder Kompost. Die Mischung reift in einem offenen Behälter weitere 3 Monate und wird dabei gelegentlich umgesetzt.

Mythos-Check

Beim Bokashi sollen die zugesetzten Mikroorganismen den Boden zusätzlich beleben. In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe effektiver Mikroorganismen aber keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen der Bokashi- und Mistgaben gingen auf das organische Material und die zugeführten Nährstoffe zurück.

Balkonkomposter und elektrische Küchenkomposter

Eine kommunale Bauanleitung für den Balkon nutzt einen Kunststoffbehälter mit Deckel und mindestens 75 l Volumen. Er bekommt Öffnungen im Boden und an den Seiten und steht erhöht über einem Untersetzer. Elektrische Küchenkomposter zerkleinern und trocknen Bioabfälle dagegen in der Regel nur. Eine vollständige Kompostierung durch Mikroorganismen braucht mehr Zeit.

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Was Kompost aus Küchenresten im Boden bewirkt

Kompost verbessert die Struktur deines Bodens und hilft ihm, Wasser zu leiten und zu speichern. Sandige Böden halten mit ihm mehr Wasser und Nährstoffe, schwere Böden lockert er. Außerdem fördert Kompost das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenkrümel, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Humus ernährt die Bodenorganismen, und ihre Tätigkeit setzt wiederum Nährstoffe frei. Regelmäßige Kompostzufuhr kann zudem helfen, pH-Schwankungen im Boden abzufangen.

Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, doch die Gesamtgehalte sind nicht sofort pflanzenverfügbar. Stickstoff setzt er nur wenig frei, darum kann Gemüse je nach Bedarf der Kultur eine Ergänzung brauchen. Nährstoffe aus Kompost zählen mit, wenn du zusätzliche Düngung berechnest. Viel Stickstoff im Boden kann die Nitratanreicherung in Gemüse fördern. Das spricht für bedarfsgerechtes Düngen und nicht gegen Gemüse. Wie du den Bedarf ermittelst, behandelt das Kapitel Düngen nach Bedarf im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Eigener Kompost kann außerdem Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Die Herstellung synthetischer Mineraldünger ist energieaufwendig, und wer vorhandene Gartennährstoffe wiederverwertet, kann den Zukauf senken.

Wie viel Küchenkompost dein Garten verträgt

Als allgemeine Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach ein. Über Abweichungen entscheidet eine Bodenuntersuchung, denn sie ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte.

Für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle gelten als Faustregel gegen Überdüngung ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Eigenkompostierung ist nur sinnvoll, wenn du den Kompost im Garten auch brauchst. Wer viel Küchenabfall und wenig Beetfläche hat, gibt den Überschuss deshalb besser in die Biotonne, statt die Beete zu überdüngen.

Nicht jede Pflanze verträgt Küchenkompost:

  • Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren bekommen keinen gewöhnlichen Gartenkompost, weil er den pH-Wert anheben kann.
  • Für Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf kargen Standorten ist eine Kompostgabe nicht sinnvoll.
  • Frischer Kompost gehört nicht an Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann.
  • Orchideen und Farne erhalten keinen Kompost, bei anderen Zimmerpflanzen macht er höchstens etwa 20 Volumen-% der Erde aus.
  • Reiner Kompost taugt nicht als Substrat für Keimlinge, weil seine hohe Nährsalzkonzentration den Wurzeln Wasser entziehen kann.

In selbst gemischter Balkonkastenerde kann vollständig verrotteter Kompost bis zu 30 % ausmachen. Ob dein Kompost reif ist, zeigt ein Kressetest im Vergleich mit Gartenerde. Wächst die Kresse im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er mehr Zeit.

Pflanzenjauche und Gründüngung als Ergänzung zu Küchenresten

Pflanzenjauchen setzt du aus Kraut wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch an, ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit. Fertig vergorene Jauche verdünnst du für die Wurzeldüngung 1:10 mit Wasser, Menge und Wiederholung richten sich nach Pflanzenbedarf und Bodenvorrat. Ansatz und Gärzeit erklärt das Kapitel Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Bei der Gründüngung säst du eigens Pflanzen zur Bodenpflege aus, mähst sie später und lässt sie als Mulch liegen oder arbeitest sie ein. Auf frei gewordenen Beeten bindet die Gründüngung freigesetzte Nährstoffe, Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden zusätzlich Luftstickstoff. Weil Gründüngungspflanzen einer anderen Familie angehören sollten als Vor- und Nachkultur, hilft dir der Beetplaner beim Einhalten der Anbaupausen.

Häufige Fragen

Wie mache ich aus Bananenschalen und Kaffeesatz Dünger?
Am einfachsten gibst du beides auf den Kompost oder in die Wurmkiste, Bananenschalen zerkleinert auch in den Bokashi-Eimer. Der fertige Kompost oder Wurmkompost bringt ihre Bestandteile dann als Dünger und Bodenverbesserer ins Beet. Kaffeesatz kannst du zusätzlich getrocknet und in kleinen Mengen als ergänzende Gabe direkt in die Erde einarbeiten. Bokashi-Ferment muss vor der Verwendung noch mit Erde nachreifen.
Welche Küchenabfälle eignen sich als natürlicher Dünger für den Garten?
Rohe Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz sowie Eierschalen eignen sich als Zutaten für einen gemischten Gartenkompost. In die Wurmkiste gehören pflanzliche Küchenreste, Tee und Kaffeesatz, aber keine Zitrusschalen. Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot haben auf dem Gartenkompost nichts zu suchen, weil sie Ratten anlocken können.
Wie funktioniert die Kompostierung von Küchenabfällen?
Mikroorganismen und Bodentiere zersetzen die Reste, du sorgst für eine Mischung aus feuchten und trockenen, feinen und groben sowie stickstoffreichen und stickstoffarmen Materialien. Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig, frische Küchenabfälle deckst du gegen Fruchtfliegen mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab. Je nach Material und Rotteführung dauert die Reife etwa 4 bis 12 Monate, deshalb prüfst du den Reifezustand zusätzlich. Krankheitserreger tötet Gartenkompost dabei nicht zuverlässig ab, weil die nötigen Temperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden.
Welche Risiken bestehen bei Fleisch- und Fischresten im Garten?
Fleisch- und Fischreste können auf dem Gartenkompost Ratten anlocken, deshalb gehören sie dort nicht hin. Dasselbe gilt für gekochte Speisereste, Milchprodukte und Brot. In der Wurmkiste sind tierische Reste ebenfalls fehl am Platz, weil dort nur pflanzliche Küchenreste hineingehören. Ein Drahtgitter am Boden des Komposters erschwert Nagern zusätzlich das Eindringen.
Stimmt es, dass Kaffeesatz allen Pflanzen schadet?
Pauschal stimmt das nicht. Getrocknet und in kleinen Mengen in die Erde eingearbeitet ist Kaffeesatz eine ergänzende Düngegabe, auf dem Kompost und in der Wurmkiste eine geeignete Zutat. Er enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium, eine feste Dosis lässt sich daraus aber nicht ableiten. Wie bei jedem organischen Dünger kann eine übermäßige Menge Pflanzen und Umwelt belasten.
Welche Rolle spielen Mikroorganismen bei der Zersetzung von Küchenabfällen?
Bakterien und Pilze bauen die organischen Reste gemeinsam mit Regenwürmern, Asseln, Springschwänzen, Milben und Insektenlarven ab. Bei dieser Mineralisierung setzen Mikroorganismen mineralische Nährstoffe frei, die Pflanzenwurzeln aufnehmen können. Zusetzen musst du sie bei fachgerechter Kompostierung nicht, denn sie gelangen mit den Abfällen in ausreichender Zahl und Vielfalt in den Kompost.
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