Spezielle Dünger: Welcher Dünger zu Obst, Rasen und Zierpflanzen passt
- Ein Spezialdünger zählt über sein Nährstoffverhältnis und seine pH-Wirkung, nicht über den Pflanzennamen auf der Packung.
- Moorbeetdünger senken den pH-Wert: Sie passen zu Rhododendron und Heidelbeeren, aber nicht ohne Prüfung zu anderen Kulturen.
- Obst- und Ziergehölze einschließlich Rosen bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen.
- Beim Rasen sind 5 g Stickstoff je m² und Gabe bei Kurzzeitdünger eine Obergrenze, kein Sollwert.
- Bei viel Phosphat im Boden und Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger.

Rosendünger, Tomatendünger, Rasendünger, Rhododendrondünger: Im Regal steht für fast jede Pflanze ein eigener Sack, und die Frage, welchen Dünger du wirklich brauchst, wird schnell unübersichtlich. Wer nur nach dem Namen kauft, kann Nährstoffe ausbringen, die der Boden längst reichlich hat. Ich drehe jede Packung deshalb zuerst um und lese die Nährstoffangaben, bevor ich auf den Pflanzennamen vorne schaue.
Was einen Dünger zum Spezialdünger macht
Ein Spezialdünger unterscheidet sich von einem Universaldünger durch sein Nährstoffverhältnis und manchmal durch seine Wirkung auf den pH-Wert. Ein Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger kann deshalb auch andere Kulturen versorgen, wenn Zusammensetzung und Bodenversorgung zu deren Bedarf passen. Anders liegt es bei Moorbeet- und Zitrusdüngern: Sie wirken zusätzlich versauernd und lassen sich nicht ohne Prüfung gegen andere Dünger tauschen.
Ob ein Dünger passt, entscheidet sich am Bedarf der Pflanze, am Nährstoffvorrat im Boden und am Verhältnis der Nährstoffe im Sack. Den Vorrat zeigt dir eine Bodenuntersuchung, die die Grundlage für Auswahl und Menge einer notwendigen Düngung bildet. Die Mengenangabe auf der Packung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus und muss angepasst werden, wenn du zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst.
Stickstoff unterstützt das Wachstum, Phosphor den Energiestoffwechsel, Kalium die Regulation des Wasserhaushalts und Magnesium die Bildung des Blattgrüns. Auf dem Etikett stehen die Prozentgehalte für Stickstoff als N, Phosphat als P₂O₅ und KaliumoxidKaliumoxid (K2O) ist die chemische Form, in der der Kaliumgehalt von Düngern und Bodenproben angegeben wird. Die Angabe bezieht sich auf die Verbindung aus Kalium und Sauerstoff, nicht auf reines Kalium. als K₂O. Wie NPK, Spurenelemente und Pflanzenbedarf zusammenhängen, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Nährstoffe verstehen.
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, sodass ein Mangel entsteht, obwohl sie im Boden vorhanden sind. Welcher pH-Bereich passt, hängt von Bodenart, Humusgehalt und Pflanzengruppe ab; Bodenprobe und Befund behandelt derselbe Überblick im Abschnitt Boden kennen.
Bevor ich einen Spezialdünger kaufe, gehe ich diese Fragen durch.
- Liegt ein Bodenbefund mit Phosphor, Kalium, Magnesium und pH-Wert vor?
- Passt das Nährstoffverhältnis auf dem Etikett zum Bedarf der Pflanzengruppe?
- Ist eine versauernde Wirkung gewollt, wie bei Moorbeetpflanzen?
- Sind Kompost und Mist, die das Beet schon bekommt, eingerechnet?
- Steht bei Depotdüngern die Wirkungsdauer auf der Verpackung?
Welcher Dünger zu welcher Pflanzengruppe passt
Die Übersicht zeigt, worauf es bei den einzelnen Gruppen ankommt. Die Einzelheiten stehen in den Abschnitten darunter.
| Pflanzengruppe | Was der Dünger liefern soll | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Gemüse | Stickstoff nach Zehrer-Gruppe | Kompost liefert Phosphor, Kalium und Spurenelemente, Stickstoff ergänzt du gesondert |
| Obstbäume | Stickstoff als Ergänzung zum Kompost | Obstgehölze brauchen meist weniger Nährstoffe als Gemüse |
| Beerenobst | Erde und Dünger mit passender Kaliumausstattung | zählt zu den Kulturen mit höherem Kaliumbedarf |
| Heidelbeeren | sauer wirkender Dünger, etwa ein geeigneter Rhododendrondünger | kein gewöhnlicher Kompost, kein Stallmist |
| Rasen | Stickstoff in begrenzten Einzelgaben | Kalium im Herbst nur nach Bodenuntersuchung |
| Rosen | mehr Stickstoff als andere Ziergehölze | im Frühjahr langsam wirkend und organisch, im Sommer schnell wirkend |
| Rhododendron, Azaleen | Moorbeetdünger mit pH-senkender Wirkung | kein Gartenkompost, kein routinemäßiger Kalk |
| blaue Hortensien | verfügbares Aluminium bei saurem Boden | hohe Phosphatgehalte können die Blaufärbung beeinträchtigen |
| Stauden | Kompost, bei starkwachsenden Arten zusätzlich Hornmehl | magere Standorte bekommen keinen Kompost |
| Ziergehölze, Koniferen | Stickstoff nur bei festgestelltem Bedarf, ab Mai | der Boden deckt den Bedarf häufig weitgehend; Bittersalz allein versorgt Koniferen nicht ausgewogen |
| Kübel- und Balkonpflanzen | Langzeit- oder flüssige Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen | Grunddüngung der Erde anrechnen, kalkempfindliche Pflanzen gesondert behandeln |
| Zitruspflanzen | ausreichend Spurenelemente; Zitrusdünger wirken versauernd | Spezialsubstrat mit pH 5,0 bis 5,5 |
| Orchideen | Rücksicht auf die hohe Salzempfindlichkeit | kein Kompost, luftiges Rindensubstrat für Phalaenopsis |
Gemüse: nach Zehrer-Gruppe düngen
Beim Gemüse richtet sich der Dünger nach dem Nährstoffbedarf der Kultur: Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und Erbsen als Schwachzehrer. Kompost kann Gemüse mit Phosphor, Kalium und Spurenelementen grundversorgen, den zusätzlich benötigten Stickstoff ergänzt du gesondert, etwa mit Horndünger. Wie viel Dünger jede Art braucht, steht im Ratgeber zur Dosierung von Gemüsedünger je Gemüseart und Wachstumsphase, und die Zehrer-Einstufung deiner Beete kannst du mit dem Beetplaner in die Beetplanung einbeziehen.
Obstbäume und Beerensträucher
Obstgehölze brauchen meist weniger Nährstoffe als Gemüse. Die Grundversorgung übernimmt reifer Kompost auf der Baumscheibe, den Stickstoff ergänzt du mit Hornmehl. Das Hornmehl arbeitest du Ende März bis Anfang April leicht ein. Die Mengen in der Tabelle gelten bei passender Bodenversorgung, und ob dein Boden sie rechtfertigt, zeigt die Bodenuntersuchung.
| Gehölz | Kompost im Jahr | Hornmehl als Stickstoffergänzung |
|---|---|---|
| junge Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren | 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze | 10 g, ergänzend zur Kompostgabe |
| kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag | 4 l je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser | 70 bis 100 g je Baum |
| kleinkronige Kirsch- und Zwetschgenbäume im Vollertrag | 4 l je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser | 100 bis 140 g je Baum |
| Johannisbeere, Himbeere, Brombeere im Vollertrag | 2 l je Strauch | 100 g je Strauch |
Zusätzlichen Stickstoff gibst du bei Bedarf zur Blüte Ende März oder Anfang April und zum Hauptfruchtwachstum Anfang bis Mitte Juni. Nach Mitte Juli bekommen Obstgehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen. Zu viel Stickstoff fördert starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten und erhöht die Gefahr von Frostschäden an unausgereiftem Holz.
Hornspäne brauchen für die Umsetzung im Boden mehrere Monate, und eine späte Stickstofffreisetzung aus organischen Stoffen kann die Triebausreife von Gehölzen beeinträchtigen. Grobes Horn gehört bei Obstgehölzen deshalb ins Frühjahr und nicht in den Sommer. Steht der Baum im Rasen, vermindert eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser die Konkurrenz der Gräser um Wasser und Nährstoffe.
Kompost auf die Baumscheibe und dazu noch Volldünger aus dem Sack. Neben Kompost oder verrottetem Mist kann zusätzlicher Volldünger bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.
Kulturheidelbeeren brauchen eine eigene Versorgung. Sie wachsen in saurem Boden mit einem pH-Wert von 4 bis 5 und bekommen einen sauer wirkenden Dünger, beispielsweise einen geeigneten Rhododendrondünger. Gewöhnlicher Kompost und Stallmist sind für sie ungeeignet, weil deren Kalkgehalt häufig zu hoch ist. Gegossen wird mit kalkarmem Wasser wie aufgefangenem Regenwasser.
Bei einmaltragenden Erdbeeren liegt die wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli, weil sie für die Anlage der nächsten Blüte bedeutsam ist. Eine Frühjahrsgabe im Folgejahr brauchen sie nur auf leichten Sandböden oder bei schwacher Pflanzenentwicklung. Obstgehölze im Kübel düngst du ab August nicht mehr.
Rasendünger: Stickstoff in begrenzten Gaben
Beim Rasen bestimmt die Nutzung den Stickstoffbedarf, über weitere Nährstoffe entscheidet die Bodenuntersuchung. Für die Frühjahrsdüngung eines üblichen Gartenrasens gelten 4 bis 5 g Stickstoff je m² als Empfehlung. Die zweite Düngung folgt Ende Juni bis Anfang Juli mit 5 g Stickstoff je m².
Bevor ich im Frühjahr dünge, mähe ich den Rasen und reche das Schnittgut ab. Nach einer mineralischen Frühjahrsgabe gieße ich etwa 5 bis 10 l Wasser je m², damit sich der Dünger annähernd auflöst.
Je Gabe gelten beim Rasen höchstens 5 g Stickstoff je m² für Kurzzeitdünger und 10 g Stickstoff je m² für Langzeitdünger. Das sind Obergrenzen, kein pauschaler Düngebedarf.
Rasen-Langzeitdünger können je nach Produkt etwa 3 bis 4 Monate versorgen und das Auswaschungsrisiko gegenüber kurzfristig wirksamen Düngern verringern. Mulchmähen mit fein zerkleinertem, liegen bleibendem Schnittgut kann den Düngebedarf um 30 bis 50 % senken. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht, erst nach ausreichender Wiederbefeuchtung und sichtbarem Wachstum kommt wieder eine Gabe infrage.
Eine Herbstdüngung braucht normal genutzter Rasen nicht generell. Ob Kalium fehlt, klärt eine Bodenprobe, und bei Unterversorgung liegt das Zeitfenster dafür zwischen Mitte Oktober und Ende November. Moos im Rasen beweist übrigens keinen Kalkbedarf, denn auch Verdichtung, Schatten oder Nährstoffmangel können es begünstigen.
Rosen: Frühjahr, Sommer und ein fester Stickstoff-Schluss
Unter den Ziergehölzen haben Rosen einen höheren Stickstoffbedarf. Als jährliche Orientierung gelten 10 g Stickstoff je m² für Bodendeckerrosen. Für Edel-, Strauch- und Kletterrosen sind es 18 g je m², wobei du jeweils den Stickstoffvorrat des Bodens anrechnest.
Eingewachsene Rosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Dazu passen im März oder April etwa 3 l Kompost je m², ergänzt um eine bedarfsgerechte Stickstoffversorgung. Bei öfterblühenden Rosen kann ein schnell wirkender, vorzugsweise in Wasser gelöster Dünger während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni die Folgeblüte unterstützen.
Nach Mitte Juli bekommen Rosen keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Für Kübelrosen eignen sich ummantelte Langzeitdünger mit einer Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate.
Ich schreibe mir jedes Jahr in den Gartenkalender, wann die Forsythie am Zaun aufblüht. In dieser Woche stelle ich den organischen Rosendünger bereit und verteile ihn auf feuchtem Boden.
Rhododendron, Azaleen und Heide: Dünger mit pH-Wirkung
Rhododendren bevorzugen überwiegend einen pH-Wert von 4,5 bis 5,5. Die angegebene obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. reicht bis etwa pH 6,0. Moorbeetdünger senken den pH-Wert und bilden deshalb eine eigene Düngergruppe für säureliebende Kulturen.
Gewöhnlicher Gartenkompost ist für Moorbeetpflanzen ungeeignet, weil er Kalk enthält und typischerweise einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 hat. Auch Kalk bekommen Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken nicht routinemäßig. Eine gezielte Düngung setzt voraus, dass du pH-Wert sowie Phosphor-, Kalium- und Magnesiumgehalte des Bodens kennst.
Die Hauptdüngung liegt Anfang bis Mitte April, eine gegebenenfalls nötige zweite Gabe folgt nach der Blüte im Juni. Für Rhododendren eignen sich salzarme Depotdünger mit allen wichtigen Nährstoffen, und einen geeigneten Langzeitdünger gibst du einmal im Frühjahr. Ich verteile den Dünger außen unter der Krone auf der Oberfläche und gieße ihn an. Einhacken lasse ich ihn bleiben, weil die Feinwurzeln dicht unter der Oberfläche liegen. Gegossen wird bevorzugt mit Regenwasser.
Hortensien: blaue Blüten brauchen Aluminium
Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Mophead-Sorten können auch ohne Dünger gedeihen, und eine allgemeine Düngepflicht lässt sich für Bauernhortensien nicht ableiten.
Blau färben sich nur geeignete rote und rosafarbene Sorten. Dafür braucht es sauren Boden mit etwa pH 4 bis 5,5 und verfügbares Aluminium. Ab etwa pH 6,0 blühen umfärbbare Hortensien rosa statt blau.
Hohe Phosphatgehalte können die Aluminiumaufnahme und damit die Blaufärbung beeinträchtigen. Bei blauen Hortensien passt ein phosphatbetonter Blütendünger deshalb nicht zum Ziel. Alaunhaltige Hortensiendünger wendest du nach der jeweiligen Packungsanweisung an, und gegossen wird möglichst mit Regenwasser, damit der niedrige pH-Wert erhalten bleibt. Rostige Nägel in der Erde färben die Blüten dagegen nicht zuverlässig blau.
Stauden, Ziergehölze und Koniferen
Beetstauden brauchen mehr Nährstoffe als Steingarten- und Waldrandstauden, deren Stickstoffbedarf oft der Boden deckt. Prachtstauden können im Frühjahr 3 l Kompost je m² erhalten, den du flach einarbeitest. Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² bekommen.
Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten bekommen keinen Kompost. Übermäßige Düngung lässt Stauden nährstoffarmer Naturstandorte untypisch stark wachsen und verschlechtert ihre Winterhärte. Bei Lavendel gilt Kalium als blühfördernd, während stark stickstoffhaltige Dünger und Mist zu weichem, instabilem Wuchs führen können.
Mehr Phosphat, mehr Blüten? Eine erhöhte Phosphorgabe ist kein allgemeines Mittel für mehr Blüten. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und die Vermeidung von Stickstoffüberschüssen, denn zu viel Stickstoff kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern.
Welche Blumendünger zu welchen Blühpflanzen passen, vertieft ein eigener Ratgeber.
Bei vielen Ziergehölzen außer Rosen deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend. Zur Grundversorgung eingewachsener Ziergehölze passen jährlich 2 bis 4 l Kompost je m² im Frühjahr. Ist Stickstoff nötig, gibst du ihn Ziergehölzen und Nadelbäumen erst ab Mai, weil Reserven in Holz und Rinde den frühen Austrieb versorgen.
Koniferen brauchen bei der Pflanzung nicht grundsätzlich Dünger, und Bittersalz allein bietet ihnen keine ausgewogene Versorgung. Für Buchsbaum im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger nicht aus. Auf nährstoffreichen Böden kann eine zusätzliche Buchsbaumdüngung dagegen unterbleiben.
Kübel-, Balkon- und Zimmerpflanzen
Im Gefäß rechnest du die vorhandene Grunddüngung der Erde an, bevor du zusätzlich düngst. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Bei Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase liegt die Düngezeit zwischen Ende April und August.
Für viele Kübelpflanzen eignen sich Langzeit- oder flüssige Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen, kalkempfindliche Pflanzen brauchen eine gesonderte Wahl. Ist die Depotdüngung ausreichend bemessen, brauchen Kübelpflanzen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe. Der Bedarf unterscheidet sich je nach Art: Kübeloliven und Lorbeer zählen zu den Schwachzehrern, Oleander, Engelstrompete und Chinesischer Roseneibisch haben einen hohen Nährstoffbedarf. Pelargonien gehören zu den Starkzehrern und bekommen ohne Langzeitdünger nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.
Auch vorgedüngte torffreie Erde kann Stickstoff zeitweise unzureichend bereitstellen. Holzreiche Blumenerden brauchen eher stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen Erden rechnest du das enthaltene Phosphor an. Hornspäne oder Hornmehl mischst du schon vor dem Pflanzen unter die Erde, denn im kleinen Gefäß kann ihre Wirkung verzögert und unzureichend einsetzen.
Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Prüf die Feuchte tiefer im Topf oder über das Gewicht des Gefäßes, bevor du gießt oder Düngerlösung gibst. Flüssigdünger gehört nur auf feuchte Erde.
Zitruspflanzen brauchen neben den Hauptnährstoffen eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen. Bei heller, kühler Überwinterung bei 5 bis 10 °C setzt du die Düngung aus. Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen und bekommen keinen Kompost. In Hydrokulturen verwendest du im Innenbereich keine organischen Flüssigdünger, um Geruchsprobleme zu vermeiden.
Wie viel du je Düngerform gibst, erklärt der Ratgeber dazu, wie viel Blumendünger du je Düngerform und Pflanzengruppe gibst. Spezielle Anzuchterde ist nährstoffärmer als gewöhnliche Blumenerde; wie du Jungpflanzen von der Keimung bis zum Auspflanzen düngst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Spezialdünger richtig ausbringen
Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, leicht lösliche Mineraldünger wirken rasch, und umhüllte Depotdünger setzen Nährstoffe durch ihre Hüllschicht verzögert frei. Welche Form wofür taugt, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Düngerarten und Düngerformen. Kompost, Grünschnitt und Erntereste versorgen außerdem Bodenorganismen mit organischer Substanz und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf. Wie du Mulch, Gründüngung und Pflanzenjauchen einsetzt, steht dort im Abschnitt Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden.
Feste Dünger im Beet
Feste Dünger streust du möglichst auf feuchten Boden, damit sie unmittelbar wirken können. Auf nassen Pflanzenteilen liegen bleibender Dünger kann Ätzschäden verursachen, deshalb sparst du benetzte Blätter aus. Im Hausgarten ziehst du eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vor, um Auswaschungsverluste zu mindern. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g Stickstoff je m² nicht überschreiten.
Die Produktmenge in g je m² ergibt sich aus dem Bedarf des Nährstoffs in g je m², multipliziert mit 100 und geteilt durch den Gehalt im Dünger in %. Für 5 g Stickstoff je m² und einen Dünger mit 20 % Stickstoff sind das rechnerisch 25 g Produkt je m².
Für jeden Dünger wiege ich einmal die Menge ab, die ich brauche, schütte sie in einen alten Messbecher und markiere die Füllhöhe mit wasserfestem Stift. Jedes Produkt bekommt seine eigene Markierung, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.
Flüssigdünger, Depotdünger und Düngestäbchen
Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei Hitze und Trockenheit gießt du eine nötige Flüssigdüngung niedrig konzentriert auf den vorher angefeuchteten Boden und nicht über das Laub.
Depotdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, bedeckst ihn leicht mit Erde und gießt von oben an. Wirksam wird er nur in Verbindung mit Wasser, und seine Freisetzung hängt von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Bei niedrigen Temperaturen setzt die Wirkung zusätzlich verzögert ein, die Wirkungsdauer selbst steht auf der Verpackung. Auch umhüllte Depotdünger können bei hoher Bevorratung den Salzgehalt im Substrat zeitweise über den optimalen Bereich anheben.
Düngestäbchen steckst du in den Wurzelbereich der Topfpflanze. Bei der Menge richtest du dich nach der Dosierungsanweisung der konkreten Packung.
Blattdüngung: Überbrückung, kein Ersatz
Blattdüngung kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln. Gesprüht wird bevorzugt bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Eine feine Zerstäubung verringert schnelles Abtropfen, und bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen.
Dünger lagerst du verpackt oder abgedeckt in trockenen Räumen. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Blumendünger aufgenommen, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis. Bei Vergiftungsverdacht bei einem Haustier rufst du sofort die Tierarztpraxis an und nimmst die Verpackung mit, ohne Hausmittel zu geben oder Erbrechen auszulösen. Organische Dünger mit nicht ausreichend erhitztem Rizinusschrot können bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen.
Nährstoffungleichgewichte erkennen und korrigieren
Eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium zeigt Unter- oder Überversorgung und ermöglicht eine gezielte Düngerauswahl. Symptome an den Blättern sind dagegen nur Hinweise, denn Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome wie ein Nährstoffmangel verursachen.
Ein Nährstoff zu viel, ein anderer zu wenig
Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-DüngerEin NPK-Dünger ist ein Dünger, der die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) gemeinsam enthält; die Buchstaben im Namen stehen für genau diese Nährstoffe. Die Zahlen auf der Packung nennen ihre Anteile in Prozent.. Der Bodenbefund ordnet jeden Nährstoff einer Stufe zu, und daraus folgt die Düngung.
| Stufe im Bodenbefund | Was das für die Düngung heißt |
|---|---|
| C | anzustrebende mittlere Versorgung |
| D | nur 50 % des erwarteten Entzugs des betreffenden Nährstoffs durch Düngung ersetzen |
| E | Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren |
Sind Phosphat und Kali in Stufe D oder E hoch versorgt, können reine Stickstoffdünger eine zusätzliche NPK-Düngung ersetzen. Als Einzelnährstoffquellen liefern Horndünger vor allem Stickstoff, Superphosphat Phosphat und Kaliumsulfat Kalium.
Im Rechenbeispiel decken rund 167 g je m² eines Düngers mit NPK 12-8-16 einen Bedarf von 20 g Stickstoff je m². Dabei liefern sie rund 13 g P₂O₅ je m², obwohl nur 5 g P₂O₅ je m² gebraucht werden.
Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen, und ein Magnesiumüberschuss kann umgekehrt das Calciumgleichgewicht stören und Kaliummangel verursachen. Kalium und Magnesium stockst du deshalb nur nach Bodenbefund auf, sonst riskierst du beim jeweils anderen einen Mangel. Bittersalz ist gut wasserlösliches Magnesiumsulfat, das zur schnell wirkenden Blatt- und Bodendüngung eingesetzt werden kann. Besteht zugleich Kalkbedarf, kann ein magnesiumhaltiger Kalk einen festgestellten Magnesiummangel mit berücksichtigen.
Mangel trotz Nährstoffen im Boden
Ein Mangel kann auch entstehen, wenn Nährstoffe im Boden vorhanden sind, die Pflanze sie aber wegen Sauerstoffmangel, ungünstigem pH-Wert oder unausgewogener Nährstoffverhältnisse nicht aufnimmt. Die Tabelle zeigt, welche Beobachtung auf welchen Mangel hindeuten kann.
| Beobachtung | kann hindeuten auf | was du prüfst |
|---|---|---|
| ältere Blätter hell- bis gelbgrün, Wuchs gehemmt | Stickstoffmangel | Bodenvorrat und NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab., Kompost und Mist anrechnen |
| ältere Blätter zwischen zunächst grünen Adern aufgehellt | Magnesiummangel | Magnesium im Bodenbefund, hohes Kaliumangebot |
| ChlorosenChlorose ist eine unnatürliche Gelbfärbung der Blätter, weil das Blattgrün schlecht ausgebildet oder zerstört wird. Am häufigsten ist bei uns die Eisenmangel-Chlorose, oft ausgelöst durch kalkhaltigen Boden und Leitungswasser. und Nekrosen an den Rändern älterer Blätter, Welke | Kaliummangel | Trockenheit und Salzschäden, die ähnliche braune Ränder verursachen |
| junge Blätter gelb, Adern grün | Eisenmangel, nicht immer eindeutig von Manganmangel zu unterscheiden | Boden-pH, Gießwasserhärte, Staunässe |
| dunkelgrüne bis rötlich-violette Blätter, gehemmte Blütenbildung | Phosphormangel | Boden-pH, denn unter 5,5 und über 7,0 nimmt die Phosphatverfügbarkeit stark ab |
Eisenchlorosen entstehen häufig durch eingeschränkte Verfügbarkeit bei zu hohem Boden-pH und nicht durch einen tatsächlich zu kleinen Eisenvorrat. Bei Topfpflanzen kann hartes Gießwasser den Substrat-pH erhöhen und Eisenchlorosen begünstigen. Eine Standardbodenuntersuchung bestimmt Eisen nicht automatisch, deshalb vereinbarst du die Spurenelementanalyse gesondert mit dem Labor.
Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab. organischer Dünger, und Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Zeigt eine Pflanze im ausgetrockneten Beet Mangelsymptome, behebt eine weitere Düngergabe das Problem deshalb nicht zuverlässig.
Ist eine Eisengabe nötig, hängt die Wahl des Eisenchelats vom pH-Wert ab.
| Eisenchelat | Einsatzbereich |
|---|---|
| Eisen-EDTA | saurer Bereich unter pH 6 |
| Eisen-DTPA | im Zierpflanzenbau bis pH 7,5 angegeben |
| Eisen-EDDHA | auch im neutralen bis alkalischen Bereich bis pH 10 |
Eine Spurenelement-Blattdüngung kann eine vorübergehend eingeschränkte Bodenverfügbarkeit überbrücken, wirkt aber nur begrenzte Zeit. Im Obstbau sind Eisenchelate bei der Blattdüngung pflanzenverträglicher als Eisensalze wie Eisensulfat, die Berostungen und weitere Pflanzenschäden verursachen können. Bei Rosen mit aufnahmebedingtem Eisenmangel kann eine Blattbehandlung mit geeignetem Eisenchelatdünger helfen.
Zu viel gedüngt
Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du die Düngung ein. Bei einer Kübelpflanze spülst du überschüssige Nährsalze langsam aus dem Wurzelballen, während das Wasser frei abfließen kann. In schweren Fällen topfst du um und entfernst dabei möglichst viel der belasteten alten Erde. Weiße Beläge am Topfrand können auch aus Salzen des Gießwassers stammen und beweisen allein keine Überdüngung.
Was Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden: Nitrat kann mit Sickerwasser ins Grundwasser gelangen, und übermäßige Phosphoreinträge fördern das Algenwachstum in Gewässern. Ein hohes Stickstoffangebot kann außerdem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern, was keinen Verzicht auf Gemüse rechtfertigt, wohl aber bedarfsgerechtes Düngen. Die Hintergründe stehen im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Mangel und Überdüngung.
