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Spezielle Dünger: Welcher Dünger zu Obst, Rasen und Zierpflanzen passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 16 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ein Spezialdünger zählt über sein Nährstoffverhältnis und seine pH-Wirkung, nicht über den Pflanzennamen auf der Packung.
  • Moorbeetdünger senken den pH-Wert: Sie passen zu Rhododendron und Heidelbeeren, aber nicht ohne Prüfung zu anderen Kulturen.
  • Obst- und Ziergehölze einschließlich Rosen bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen.
  • Beim Rasen sind 5 g Stickstoff je m² und Gabe bei Kurzzeitdünger eine Obergrenze, kein Sollwert.
  • Bei viel Phosphat im Boden und Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger.
Gesunde, humusreiche Gartenerde in den Händen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Rosendünger, Tomatendünger, Rasendünger, Rhododendrondünger: Im Regal steht für fast jede Pflanze ein eigener Sack, und die Frage, welchen Dünger du wirklich brauchst, wird schnell unübersichtlich. Wer nur nach dem Namen kauft, kann Nährstoffe ausbringen, die der Boden längst reichlich hat. Ich drehe jede Packung deshalb zuerst um und lese die Nährstoffangaben, bevor ich auf den Pflanzennamen vorne schaue.

Was einen Dünger zum Spezialdünger macht

Ein Spezialdünger unterscheidet sich von einem Universaldünger durch sein Nährstoffverhältnis und manchmal durch seine Wirkung auf den pH-Wert. Ein Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger kann deshalb auch andere Kulturen versorgen, wenn Zusammensetzung und Bodenversorgung zu deren Bedarf passen. Anders liegt es bei Moorbeet- und Zitrusdüngern: Sie wirken zusätzlich versauernd und lassen sich nicht ohne Prüfung gegen andere Dünger tauschen.

Ob ein Dünger passt, entscheidet sich am Bedarf der Pflanze, am Nährstoffvorrat im Boden und am Verhältnis der Nährstoffe im Sack. Den Vorrat zeigt dir eine Bodenuntersuchung, die die Grundlage für Auswahl und Menge einer notwendigen Düngung bildet. Die Mengenangabe auf der Packung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus und muss angepasst werden, wenn du zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst.

Stickstoff unterstützt das Wachstum, Phosphor den Energiestoffwechsel, Kalium die Regulation des Wasserhaushalts und Magnesium die Bildung des Blattgrüns. Auf dem Etikett stehen die Prozentgehalte für Stickstoff als N, Phosphat als P₂O₅ und Kaliumoxid als K₂O. Wie NPK, Spurenelemente und Pflanzenbedarf zusammenhängen, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Nährstoffe verstehen.

Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, sodass ein Mangel entsteht, obwohl sie im Boden vorhanden sind. Welcher pH-Bereich passt, hängt von Bodenart, Humusgehalt und Pflanzengruppe ab; Bodenprobe und Befund behandelt derselbe Überblick im Abschnitt Boden kennen.

Mini-Checkliste

Bevor ich einen Spezialdünger kaufe, gehe ich diese Fragen durch.

  • Liegt ein Bodenbefund mit Phosphor, Kalium, Magnesium und pH-Wert vor?
  • Passt das Nährstoffverhältnis auf dem Etikett zum Bedarf der Pflanzengruppe?
  • Ist eine versauernde Wirkung gewollt, wie bei Moorbeetpflanzen?
  • Sind Kompost und Mist, die das Beet schon bekommt, eingerechnet?
  • Steht bei Depotdüngern die Wirkungsdauer auf der Verpackung?

Welcher Dünger zu welcher Pflanzengruppe passt

Die Übersicht zeigt, worauf es bei den einzelnen Gruppen ankommt. Die Einzelheiten stehen in den Abschnitten darunter.

Pflanzengruppe Was der Dünger liefern soll Worauf du achtest
Gemüse Stickstoff nach Zehrer-Gruppe Kompost liefert Phosphor, Kalium und Spurenelemente, Stickstoff ergänzt du gesondert
Obstbäume Stickstoff als Ergänzung zum Kompost Obstgehölze brauchen meist weniger Nährstoffe als Gemüse
Beerenobst Erde und Dünger mit passender Kaliumausstattung zählt zu den Kulturen mit höherem Kaliumbedarf
Heidelbeeren sauer wirkender Dünger, etwa ein geeigneter Rhododendrondünger kein gewöhnlicher Kompost, kein Stallmist
Rasen Stickstoff in begrenzten Einzelgaben Kalium im Herbst nur nach Bodenuntersuchung
Rosen mehr Stickstoff als andere Ziergehölze im Frühjahr langsam wirkend und organisch, im Sommer schnell wirkend
Rhododendron, Azaleen Moorbeetdünger mit pH-senkender Wirkung kein Gartenkompost, kein routinemäßiger Kalk
blaue Hortensien verfügbares Aluminium bei saurem Boden hohe Phosphatgehalte können die Blaufärbung beeinträchtigen
Stauden Kompost, bei starkwachsenden Arten zusätzlich Hornmehl magere Standorte bekommen keinen Kompost
Ziergehölze, Koniferen Stickstoff nur bei festgestelltem Bedarf, ab Mai der Boden deckt den Bedarf häufig weitgehend; Bittersalz allein versorgt Koniferen nicht ausgewogen
Kübel- und Balkonpflanzen Langzeit- oder flüssige Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen Grunddüngung der Erde anrechnen, kalkempfindliche Pflanzen gesondert behandeln
Zitruspflanzen ausreichend Spurenelemente; Zitrusdünger wirken versauernd Spezialsubstrat mit pH 5,0 bis 5,5
Orchideen Rücksicht auf die hohe Salzempfindlichkeit kein Kompost, luftiges Rindensubstrat für Phalaenopsis

Gemüse: nach Zehrer-Gruppe düngen

Beim Gemüse richtet sich der Dünger nach dem Nährstoffbedarf der Kultur: Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als Mittelzehrer und Erbsen als Schwachzehrer. Kompost kann Gemüse mit Phosphor, Kalium und Spurenelementen grundversorgen, den zusätzlich benötigten Stickstoff ergänzt du gesondert, etwa mit Horndünger. Wie viel Dünger jede Art braucht, steht im Ratgeber zur Dosierung von Gemüsedünger je Gemüseart und Wachstumsphase, und die Zehrer-Einstufung deiner Beete kannst du mit dem Beetplaner in die Beetplanung einbeziehen.

Obstbäume und Beerensträucher

Obstgehölze brauchen meist weniger Nährstoffe als Gemüse. Die Grundversorgung übernimmt reifer Kompost auf der Baumscheibe, den Stickstoff ergänzt du mit Hornmehl. Das Hornmehl arbeitest du Ende März bis Anfang April leicht ein. Die Mengen in der Tabelle gelten bei passender Bodenversorgung, und ob dein Boden sie rechtfertigt, zeigt die Bodenuntersuchung.

Gehölz Kompost im Jahr Hornmehl als Stickstoffergänzung
junge Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze 10 g, ergänzend zur Kompostgabe
kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag 4 l je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser 70 bis 100 g je Baum
kleinkronige Kirsch- und Zwetschgenbäume im Vollertrag 4 l je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser 100 bis 140 g je Baum
Johannisbeere, Himbeere, Brombeere im Vollertrag 2 l je Strauch 100 g je Strauch

Zusätzlichen Stickstoff gibst du bei Bedarf zur Blüte Ende März oder Anfang April und zum Hauptfruchtwachstum Anfang bis Mitte Juni. Nach Mitte Juli bekommen Obstgehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen. Zu viel Stickstoff fördert starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten und erhöht die Gefahr von Frostschäden an unausgereiftem Holz.

Hornspäne brauchen für die Umsetzung im Boden mehrere Monate, und eine späte Stickstofffreisetzung aus organischen Stoffen kann die Triebausreife von Gehölzen beeinträchtigen. Grobes Horn gehört bei Obstgehölzen deshalb ins Frühjahr und nicht in den Sommer. Steht der Baum im Rasen, vermindert eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser die Konkurrenz der Gräser um Wasser und Nährstoffe.

Häufiger Fehler

Kompost auf die Baumscheibe und dazu noch Volldünger aus dem Sack. Neben Kompost oder verrottetem Mist kann zusätzlicher Volldünger bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.

Kulturheidelbeeren brauchen eine eigene Versorgung. Sie wachsen in saurem Boden mit einem pH-Wert von 4 bis 5 und bekommen einen sauer wirkenden Dünger, beispielsweise einen geeigneten Rhododendrondünger. Gewöhnlicher Kompost und Stallmist sind für sie ungeeignet, weil deren Kalkgehalt häufig zu hoch ist. Gegossen wird mit kalkarmem Wasser wie aufgefangenem Regenwasser.

Bei einmaltragenden Erdbeeren liegt die wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli, weil sie für die Anlage der nächsten Blüte bedeutsam ist. Eine Frühjahrsgabe im Folgejahr brauchen sie nur auf leichten Sandböden oder bei schwacher Pflanzenentwicklung. Obstgehölze im Kübel düngst du ab August nicht mehr.

Rasendünger: Stickstoff in begrenzten Gaben

Beim Rasen bestimmt die Nutzung den Stickstoffbedarf, über weitere Nährstoffe entscheidet die Bodenuntersuchung. Für die Frühjahrsdüngung eines üblichen Gartenrasens gelten 4 bis 5 g Stickstoff je m² als Empfehlung. Die zweite Düngung folgt Ende Juni bis Anfang Juli mit 5 g Stickstoff je m².

Bevor ich im Frühjahr dünge, mähe ich den Rasen und reche das Schnittgut ab. Nach einer mineralischen Frühjahrsgabe gieße ich etwa 5 bis 10 l Wasser je m², damit sich der Dünger annähernd auflöst.

Zahl im Blick

Je Gabe gelten beim Rasen höchstens 5 g Stickstoff je m² für Kurzzeitdünger und 10 g Stickstoff je m² für Langzeitdünger. Das sind Obergrenzen, kein pauschaler Düngebedarf.

Rasen-Langzeitdünger können je nach Produkt etwa 3 bis 4 Monate versorgen und das Auswaschungsrisiko gegenüber kurzfristig wirksamen Düngern verringern. Mulchmähen mit fein zerkleinertem, liegen bleibendem Schnittgut kann den Düngebedarf um 30 bis 50 % senken. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht, erst nach ausreichender Wiederbefeuchtung und sichtbarem Wachstum kommt wieder eine Gabe infrage.

Eine Herbstdüngung braucht normal genutzter Rasen nicht generell. Ob Kalium fehlt, klärt eine Bodenprobe, und bei Unterversorgung liegt das Zeitfenster dafür zwischen Mitte Oktober und Ende November. Moos im Rasen beweist übrigens keinen Kalkbedarf, denn auch Verdichtung, Schatten oder Nährstoffmangel können es begünstigen.

Rosen: Frühjahr, Sommer und ein fester Stickstoff-Schluss

Unter den Ziergehölzen haben Rosen einen höheren Stickstoffbedarf. Als jährliche Orientierung gelten 10 g Stickstoff je m² für Bodendeckerrosen. Für Edel-, Strauch- und Kletterrosen sind es 18 g je m², wobei du jeweils den Stickstoffvorrat des Bodens anrechnest.

Eingewachsene Rosen bekommen zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Dazu passen im März oder April etwa 3 l Kompost je m², ergänzt um eine bedarfsgerechte Stickstoffversorgung. Bei öfterblühenden Rosen kann ein schnell wirkender, vorzugsweise in Wasser gelöster Dünger während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni die Folgeblüte unterstützen.

Nach Mitte Juli bekommen Rosen keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Für Kübelrosen eignen sich ummantelte Langzeitdünger mit einer Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate.

Marias Erfahrung

Ich schreibe mir jedes Jahr in den Gartenkalender, wann die Forsythie am Zaun aufblüht. In dieser Woche stelle ich den organischen Rosendünger bereit und verteile ihn auf feuchtem Boden.

Rhododendron, Azaleen und Heide: Dünger mit pH-Wirkung

Rhododendren bevorzugen überwiegend einen pH-Wert von 4,5 bis 5,5. Die angegebene obere Toleranz reicht bis etwa pH 6,0. Moorbeetdünger senken den pH-Wert und bilden deshalb eine eigene Düngergruppe für säureliebende Kulturen.

Gewöhnlicher Gartenkompost ist für Moorbeetpflanzen ungeeignet, weil er Kalk enthält und typischerweise einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 hat. Auch Kalk bekommen Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken nicht routinemäßig. Eine gezielte Düngung setzt voraus, dass du pH-Wert sowie Phosphor-, Kalium- und Magnesiumgehalte des Bodens kennst.

Die Hauptdüngung liegt Anfang bis Mitte April, eine gegebenenfalls nötige zweite Gabe folgt nach der Blüte im Juni. Für Rhododendren eignen sich salzarme Depotdünger mit allen wichtigen Nährstoffen, und einen geeigneten Langzeitdünger gibst du einmal im Frühjahr. Ich verteile den Dünger außen unter der Krone auf der Oberfläche und gieße ihn an. Einhacken lasse ich ihn bleiben, weil die Feinwurzeln dicht unter der Oberfläche liegen. Gegossen wird bevorzugt mit Regenwasser.

Hortensien: blaue Blüten brauchen Aluminium

Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Mophead-Sorten können auch ohne Dünger gedeihen, und eine allgemeine Düngepflicht lässt sich für Bauernhortensien nicht ableiten.

Blau färben sich nur geeignete rote und rosafarbene Sorten. Dafür braucht es sauren Boden mit etwa pH 4 bis 5,5 und verfügbares Aluminium. Ab etwa pH 6,0 blühen umfärbbare Hortensien rosa statt blau.

Hohe Phosphatgehalte können die Aluminiumaufnahme und damit die Blaufärbung beeinträchtigen. Bei blauen Hortensien passt ein phosphatbetonter Blütendünger deshalb nicht zum Ziel. Alaunhaltige Hortensiendünger wendest du nach der jeweiligen Packungsanweisung an, und gegossen wird möglichst mit Regenwasser, damit der niedrige pH-Wert erhalten bleibt. Rostige Nägel in der Erde färben die Blüten dagegen nicht zuverlässig blau.

Stauden, Ziergehölze und Koniferen

Beetstauden brauchen mehr Nährstoffe als Steingarten- und Waldrandstauden, deren Stickstoffbedarf oft der Boden deckt. Prachtstauden können im Frühjahr 3 l Kompost je m² erhalten, den du flach einarbeitest. Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² bekommen.

Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten bekommen keinen Kompost. Übermäßige Düngung lässt Stauden nährstoffarmer Naturstandorte untypisch stark wachsen und verschlechtert ihre Winterhärte. Bei Lavendel gilt Kalium als blühfördernd, während stark stickstoffhaltige Dünger und Mist zu weichem, instabilem Wuchs führen können.

Mythos-Check

Mehr Phosphat, mehr Blüten? Eine erhöhte Phosphorgabe ist kein allgemeines Mittel für mehr Blüten. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und die Vermeidung von Stickstoffüberschüssen, denn zu viel Stickstoff kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern.

Welche Blumendünger zu welchen Blühpflanzen passen, vertieft ein eigener Ratgeber.

Bei vielen Ziergehölzen außer Rosen deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend. Zur Grundversorgung eingewachsener Ziergehölze passen jährlich 2 bis 4 l Kompost je m² im Frühjahr. Ist Stickstoff nötig, gibst du ihn Ziergehölzen und Nadelbäumen erst ab Mai, weil Reserven in Holz und Rinde den frühen Austrieb versorgen.

Koniferen brauchen bei der Pflanzung nicht grundsätzlich Dünger, und Bittersalz allein bietet ihnen keine ausgewogene Versorgung. Für Buchsbaum im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger nicht aus. Auf nährstoffreichen Böden kann eine zusätzliche Buchsbaumdüngung dagegen unterbleiben.

Kübel-, Balkon- und Zimmerpflanzen

Im Gefäß rechnest du die vorhandene Grunddüngung der Erde an, bevor du zusätzlich düngst. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Bei Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase liegt die Düngezeit zwischen Ende April und August.

Für viele Kübelpflanzen eignen sich Langzeit- oder flüssige Volldünger mit Haupt- und Spurennährstoffen, kalkempfindliche Pflanzen brauchen eine gesonderte Wahl. Ist die Depotdüngung ausreichend bemessen, brauchen Kübelpflanzen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe. Der Bedarf unterscheidet sich je nach Art: Kübeloliven und Lorbeer zählen zu den Schwachzehrern, Oleander, Engelstrompete und Chinesischer Roseneibisch haben einen hohen Nährstoffbedarf. Pelargonien gehören zu den Starkzehrern und bekommen ohne Langzeitdünger nach dem Einwurzeln alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.

Auch vorgedüngte torffreie Erde kann Stickstoff zeitweise unzureichend bereitstellen. Holzreiche Blumenerden brauchen eher stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen Erden rechnest du das enthaltene Phosphor an. Hornspäne oder Hornmehl mischst du schon vor dem Pflanzen unter die Erde, denn im kleinen Gefäß kann ihre Wirkung verzögert und unzureichend einsetzen.

Tipp

Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Prüf die Feuchte tiefer im Topf oder über das Gewicht des Gefäßes, bevor du gießt oder Düngerlösung gibst. Flüssigdünger gehört nur auf feuchte Erde.

Zitruspflanzen brauchen neben den Hauptnährstoffen eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen. Bei heller, kühler Überwinterung bei 5 bis 10 °C setzt du die Düngung aus. Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen und bekommen keinen Kompost. In Hydrokulturen verwendest du im Innenbereich keine organischen Flüssigdünger, um Geruchsprobleme zu vermeiden.

Wie viel du je Düngerform gibst, erklärt der Ratgeber dazu, wie viel Blumendünger du je Düngerform und Pflanzengruppe gibst. Spezielle Anzuchterde ist nährstoffärmer als gewöhnliche Blumenerde; wie du Jungpflanzen von der Keimung bis zum Auspflanzen düngst, steht in einem eigenen Ratgeber.

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Spezialdünger richtig ausbringen

Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, leicht lösliche Mineraldünger wirken rasch, und umhüllte Depotdünger setzen Nährstoffe durch ihre Hüllschicht verzögert frei. Welche Form wofür taugt, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Düngerarten und Düngerformen. Kompost, Grünschnitt und Erntereste versorgen außerdem Bodenorganismen mit organischer Substanz und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf. Wie du Mulch, Gründüngung und Pflanzenjauchen einsetzt, steht dort im Abschnitt Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden.

Feste Dünger im Beet

Feste Dünger streust du möglichst auf feuchten Boden, damit sie unmittelbar wirken können. Auf nassen Pflanzenteilen liegen bleibender Dünger kann Ätzschäden verursachen, deshalb sparst du benetzte Blätter aus. Im Hausgarten ziehst du eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vor, um Auswaschungsverluste zu mindern. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g Stickstoff je m² nicht überschreiten.

Zahl im Blick

Die Produktmenge in g je m² ergibt sich aus dem Bedarf des Nährstoffs in g je m², multipliziert mit 100 und geteilt durch den Gehalt im Dünger in %. Für 5 g Stickstoff je m² und einen Dünger mit 20 % Stickstoff sind das rechnerisch 25 g Produkt je m².

Marias Erfahrung

Für jeden Dünger wiege ich einmal die Menge ab, die ich brauche, schütte sie in einen alten Messbecher und markiere die Füllhöhe mit wasserfestem Stift. Jedes Produkt bekommt seine eigene Markierung, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.

Flüssigdünger, Depotdünger und Düngestäbchen

Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei Hitze und Trockenheit gießt du eine nötige Flüssigdüngung niedrig konzentriert auf den vorher angefeuchteten Boden und nicht über das Laub.

Depotdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, bedeckst ihn leicht mit Erde und gießt von oben an. Wirksam wird er nur in Verbindung mit Wasser, und seine Freisetzung hängt von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Bei niedrigen Temperaturen setzt die Wirkung zusätzlich verzögert ein, die Wirkungsdauer selbst steht auf der Verpackung. Auch umhüllte Depotdünger können bei hoher Bevorratung den Salzgehalt im Substrat zeitweise über den optimalen Bereich anheben.

Düngestäbchen steckst du in den Wurzelbereich der Topfpflanze. Bei der Menge richtest du dich nach der Dosierungsanweisung der konkreten Packung.

Blattdüngung: Überbrückung, kein Ersatz

Blattdüngung kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln. Gesprüht wird bevorzugt bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Eine feine Zerstäubung verringert schnelles Abtropfen, und bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen.

Achtung

Dünger lagerst du verpackt oder abgedeckt in trockenen Räumen. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Blumendünger aufgenommen, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis. Bei Vergiftungsverdacht bei einem Haustier rufst du sofort die Tierarztpraxis an und nimmst die Verpackung mit, ohne Hausmittel zu geben oder Erbrechen auszulösen. Organische Dünger mit nicht ausreichend erhitztem Rizinusschrot können bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen.

Nährstoffungleichgewichte erkennen und korrigieren

Eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium zeigt Unter- oder Überversorgung und ermöglicht eine gezielte Düngerauswahl. Symptome an den Blättern sind dagegen nur Hinweise, denn Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome wie ein Nährstoffmangel verursachen.

Ein Nährstoff zu viel, ein anderer zu wenig

Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Der Bodenbefund ordnet jeden Nährstoff einer Stufe zu, und daraus folgt die Düngung.

Stufe im Bodenbefund Was das für die Düngung heißt
C anzustrebende mittlere Versorgung
D nur 50 % des erwarteten Entzugs des betreffenden Nährstoffs durch Düngung ersetzen
E Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren

Sind Phosphat und Kali in Stufe D oder E hoch versorgt, können reine Stickstoffdünger eine zusätzliche NPK-Düngung ersetzen. Als Einzelnährstoffquellen liefern Horndünger vor allem Stickstoff, Superphosphat Phosphat und Kaliumsulfat Kalium.

Zahl im Blick

Im Rechenbeispiel decken rund 167 g je m² eines Düngers mit NPK 12-8-16 einen Bedarf von 20 g Stickstoff je m². Dabei liefern sie rund 13 g P₂O₅ je m², obwohl nur 5 g P₂O₅ je m² gebraucht werden.

Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen, und ein Magnesiumüberschuss kann umgekehrt das Calciumgleichgewicht stören und Kaliummangel verursachen. Kalium und Magnesium stockst du deshalb nur nach Bodenbefund auf, sonst riskierst du beim jeweils anderen einen Mangel. Bittersalz ist gut wasserlösliches Magnesiumsulfat, das zur schnell wirkenden Blatt- und Bodendüngung eingesetzt werden kann. Besteht zugleich Kalkbedarf, kann ein magnesiumhaltiger Kalk einen festgestellten Magnesiummangel mit berücksichtigen.

Mangel trotz Nährstoffen im Boden

Ein Mangel kann auch entstehen, wenn Nährstoffe im Boden vorhanden sind, die Pflanze sie aber wegen Sauerstoffmangel, ungünstigem pH-Wert oder unausgewogener Nährstoffverhältnisse nicht aufnimmt. Die Tabelle zeigt, welche Beobachtung auf welchen Mangel hindeuten kann.

Beobachtung kann hindeuten auf was du prüfst
ältere Blätter hell- bis gelbgrün, Wuchs gehemmt Stickstoffmangel Bodenvorrat und Nachlieferung, Kompost und Mist anrechnen
ältere Blätter zwischen zunächst grünen Adern aufgehellt Magnesiummangel Magnesium im Bodenbefund, hohes Kaliumangebot
Chlorosen und Nekrosen an den Rändern älterer Blätter, Welke Kaliummangel Trockenheit und Salzschäden, die ähnliche braune Ränder verursachen
junge Blätter gelb, Adern grün Eisenmangel, nicht immer eindeutig von Manganmangel zu unterscheiden Boden-pH, Gießwasserhärte, Staunässe
dunkelgrüne bis rötlich-violette Blätter, gehemmte Blütenbildung Phosphormangel Boden-pH, denn unter 5,5 und über 7,0 nimmt die Phosphatverfügbarkeit stark ab

Eisenchlorosen entstehen häufig durch eingeschränkte Verfügbarkeit bei zu hohem Boden-pH und nicht durch einen tatsächlich zu kleinen Eisenvorrat. Bei Topfpflanzen kann hartes Gießwasser den Substrat-pH erhöhen und Eisenchlorosen begünstigen. Eine Standardbodenuntersuchung bestimmt Eisen nicht automatisch, deshalb vereinbarst du die Spurenelementanalyse gesondert mit dem Labor.

Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die Nährstofffreisetzung organischer Dünger, und Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Zeigt eine Pflanze im ausgetrockneten Beet Mangelsymptome, behebt eine weitere Düngergabe das Problem deshalb nicht zuverlässig.

Ist eine Eisengabe nötig, hängt die Wahl des Eisenchelats vom pH-Wert ab.

Eisenchelat Einsatzbereich
Eisen-EDTA saurer Bereich unter pH 6
Eisen-DTPA im Zierpflanzenbau bis pH 7,5 angegeben
Eisen-EDDHA auch im neutralen bis alkalischen Bereich bis pH 10

Eine Spurenelement-Blattdüngung kann eine vorübergehend eingeschränkte Bodenverfügbarkeit überbrücken, wirkt aber nur begrenzte Zeit. Im Obstbau sind Eisenchelate bei der Blattdüngung pflanzenverträglicher als Eisensalze wie Eisensulfat, die Berostungen und weitere Pflanzenschäden verursachen können. Bei Rosen mit aufnahmebedingtem Eisenmangel kann eine Blattbehandlung mit geeignetem Eisenchelatdünger helfen.

Zu viel gedüngt

Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du die Düngung ein. Bei einer Kübelpflanze spülst du überschüssige Nährsalze langsam aus dem Wurzelballen, während das Wasser frei abfließen kann. In schweren Fällen topfst du um und entfernst dabei möglichst viel der belasteten alten Erde. Weiße Beläge am Topfrand können auch aus Salzen des Gießwassers stammen und beweisen allein keine Überdüngung.

Was Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden: Nitrat kann mit Sickerwasser ins Grundwasser gelangen, und übermäßige Phosphoreinträge fördern das Algenwachstum in Gewässern. Ein hohes Stickstoffangebot kann außerdem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern, was keinen Verzicht auf Gemüse rechtfertigt, wohl aber bedarfsgerechtes Düngen. Die Hintergründe stehen im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Mangel und Überdüngung.

Häufige Fragen

Was sind spezielle Dünger, und wann brauchst du sie?
Spezielle Dünger haben ein Nährstoffverhältnis, das auf eine Pflanzengruppe abgestimmt ist; Moorbeet- und Zitrusdünger wirken zusätzlich versauernd. Ob du einen brauchst, hängt vom Bedarf der Pflanze und vom Nährstoffvorrat im Boden ab, den eine Bodenuntersuchung zeigt. Bei Rhododendron und Heidelbeeren zählt vor allem die pH-senkende Wirkung von Moorbeetdüngern.
Wo liegt der Unterschied zwischen Universaldünger und Spezialdünger?
Entscheidend ist nicht der Name, sondern das Nährstoffverhältnis und die Wirkung auf den pH-Wert. Ein Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger kann deshalb auch andere Kulturen versorgen, wenn seine Zusammensetzung und die Bodenversorgung zu deren Bedarf passen. Moorbeet- und Zitrusdünger wirken dagegen versauernd und lassen sich nicht ohne Prüfung für andere Pflanzen verwenden.
Was bedeuten Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer bei Gemüse?
Die Begriffe ordnen Gemüse nach seinem Nährstoffbedarf. Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als Mittelzehrer und Erbsen als Schwachzehrer. Tomaten haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen, die als Leguminosen mithilfe ihrer Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden können. Den tatsächlichen Düngebedarf bestimmen zusätzlich die vorhandenen und nachgelieferten Nährstoffe im Boden.
Welche Rolle spielen Eisen und Mangan für Pflanzen?
Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen und unterstützen unter anderem die Chlorophyll- und Eiweißbildung. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Häufig liegt die Ursache in einem zu hohen Boden-pH, der das Eisen festlegt, und nicht in einem zu kleinen Vorrat. Die Standardbodenuntersuchung bestimmt Eisen nicht automatisch, deshalb vereinbarst du eine Spurenelementanalyse gesondert mit dem Labor.
Welchen Einfluss hat die Mykorrhiza auf die Nährstoffaufnahme von Pflanzen?
Mykorrhizapilze können ihre Wirtspflanzen mit Phosphat, Nitrat und Wasser versorgen und erhalten dafür Zucker aus der Photosynthese. Sie erschließen vorhandene Bodennährstoffe, bringen aber selbst keine zusätzlichen Nährstoffe ein und ersetzen deshalb keinen Dünger. Eine hohe Phosphorversorgung kann die Mykorrhizierung vermindern, sodass eine Beimpfung bei guter Versorgung keinen sicheren Wachstumsvorteil bietet. Kohl, Raps und Spinat zählen außerdem zu den Nichtwirtspflanzen.
Stimmt es, dass mehr Dünger immer bessere Ergebnisse bringt?
Nein. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen, und ein Stickstoffüberschuss kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blüten fördern. Auch organische Dünger können bei zu hohen Gaben Pflanzen schädigen sowie Boden und Grundwasser belasten. Die Menge richtet sich deshalb nach Pflanzenbedarf und Bodenuntersuchung, wobei du Kompost und andere Dünger anrechnest.
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