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NPK-Werte auf dem Düngersack: was die Zahlen bedeuten und wie du danach dosierst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 13 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • NPK steht für Stickstoff, Phosphor und Kalium, die Zahlen nennen ihre Gehalte in Prozent.
  • Phosphat steht als P₂O₅ auf dem Sack, Kalium als K₂O, die vierte Zahl in 12-12-17-2 meint Magnesium als MgO.
  • Die Düngermenge in g/m² ist der Düngebedarf mal 100 geteilt durch den Prozentgehalt im Dünger.
  • Wer nach Stickstoff dosiert, prüft danach Phosphat und Kalium gegen den Bedarf.
  • Mehr Phosphat bringt nicht automatisch mehr Blüten.
Gesunde, humusreiche Gartenerde in den Händen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Im Regal stehen Düngersäcke mit drei Zahlen, und trotzdem bleibt offen, welcher aufs Beet gehört und wie viel davon. Wer nach Gefühl streut, bringt leicht einen Nährstoff aus, der im Boden längst reichlich vorhanden ist. Ich lege vor jedem Kauf meinen letzten Bodenbefund neben das Etikett und rechne kurz nach. Wer die Bedeutung von NPK kennt, kann Dünger vergleichen und die passende Menge selbst ausrechnen. Für Wahl und Dosierung ist die Nährstoffangabe der Teil des Etiketts, mit dem du wirklich rechnen kannst.

Was bedeuten die NPK-Werte auf dem Dünger?

NPK steht für die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Die Zahlen auf dem Sack folgen dieser Reihenfolge und nennen den Gehalt jeweils in Prozent. Bei Phosphor und Kalium steht dahinter allerdings nicht das reine Element. Üblich ist die Angabe von Phosphat als P₂O₅ und von Kalium als Kaliumoxid K₂O, nur Stickstoff erscheint direkt als N. In der Deklaration 12-12-17-2 steht die vierte Zahl für Magnesium, ebenfalls als Oxid MgO angegeben. Spurennährstoffe wie Eisen oder Mangan stehen gesondert auf dem Etikett.

Position Nährstoff Angegeben als NPK 12-12-17-2 NPK 15-8-20
1 Stickstoff N 12 % 15 %
2 Phosphat P₂O₅ 12 % 8 %
3 Kalium K₂O 17 % 20 %
4 Magnesium MgO 2 % nicht angegeben
Kurz erklärt

P₂O₅ und K₂O sind rechnerische Bezugsgrößen. Der Sack nennt also nicht den Gehalt an reinem Phosphor oder Kalium, sondern den Gehalt als Oxid. Vergleiche die Phosphatangabe deshalb nur mit einem Bedarf, der ebenfalls in P₂O₅ angegeben ist, und Kalium nur mit einem Bedarf in K₂O.

Welche Bedeutung haben N, P und K für die Pflanzenernährung?

Pflanzen nehmen Nährstoffe über die Wurzeln in mineralisch gelöster Form auf. Das gilt für Mineraldünger ebenso wie für Kompost oder Hornspäne, deren organisch gebundene Nährstoffe erst mineralisiert werden müssen. Weil Wurzeln Nährsalze in Wasser gelöst aufnehmen, kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl der Boden genug enthält.

Neben Stickstoff, Phosphor und Kalium zählen auch Magnesium, Calcium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen. Die NPK-Angabe beschreibt also drei der Hauptnährstoffe, nicht die ganze Ernährung. Wichtig ist außerdem: Dein Düngebedarf ist nicht dasselbe wie der Nährstoffbedarf der Pflanze. Was der Boden schon bereithält oder nachliefert, ziehst du ab, bevor du streust.

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Die Hauptnährstoffe im Detail

Ich schaue bei auffälligen Blättern zuerst, ob ältere oder junge Blätter betroffen sind, und prüfe die Erdfeuchte. Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, Eisenmangel dagegen an jüngeren. Symptome bleiben dabei Hinweise, keine sichere Diagnose.

Stickstoff (N) für Blätter und Triebe

Stickstoff braucht die Pflanze besonders für die Bildung und das Wachstum von Blättern und Trieben. Er ist Baustein von Eiweißen und Chlorophyll. Fehlt er, kann das Wachstum stocken, und ältere Blätter verfärben sich häufig hell- bis gelbgrün.

Ein Überschuss kann auffallend dunkelgrünes, weiches Gewebe hervorrufen und viel Laub auf Kosten der Blüten treiben. Bei Obstgehölzen fördert zu viel Stickstoff starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten. Außerdem steigt die Gefahr von Frostschäden an unausgereiftem Holz. Eine sehr hohe Stickstoffversorgung kann zudem Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten. Im Gemüsebeet kann ein hohes Stickstoffangebot die Nitratanreicherung fördern, ein Grund für bedarfsgerechtes Düngen und keiner gegen Gemüse.

Phosphor (P) für den Energiehaushalt

Phosphor ist für den Energiehaushalt der Pflanze wichtig und Bestandteil ihrer Nukleinsäuren. Bei Mangel kann das Wachstum gehemmt sein, die Blätter färben sich dann dunkelgrün bis rötlich-violett. Am Erscheinungsbild allein lässt sich ein Phosphormangel aber nicht eindeutig erkennen. Der Nährstoff muss dafür nicht im Boden fehlen: Kälte, Staunässe, Trockenheit und Verdichtung können die Aufnahme trotz Vorrat behindern.

Auch der pH-Wert spielt mit. Unterhalb von pH 5,5 nimmt die Löslichkeit vieler Phosphatverbindungen stark ab. Dasselbe gilt oberhalb von pH 7,0. Zu viel Phosphat hat ebenfalls Folgen, denn ein Überschuss kann Eisen und Zink festlegen. Bei blauen Hortensien kann Phosphat Aluminium im Substrat festlegen und so die Blaufärbung beeinträchtigen.

Mythos-Check

Mehr Phosphat für mehr Blüten? Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu reicherer Blüte, und phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung keine sinnvolle pauschale Wahl. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und das Vermeiden von Stickstoffüberschüssen. Lässt bei Chrysanthemen, Primeln oder Topfrosen das Wachstum während der Blüte nach, ist weniger Stickstoff angezeigt statt mehr Phosphat und Kalium.

Kalium (K) für den Wasserhaushalt

Kalium beeinflusst den Innendruck der Pflanzenzellen und ist am Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen beteiligt. Damit reguliert es wesentlich den Wasserhaushalt der Pflanze. Ein Mangel kann zunächst Welke verursachen, später Vergilbungen und absterbende Ränder an älteren Blättern. Beerenobst gehört zu den Kulturen mit höherem Kaliumbedarf.

Überhöhte Kaliumgaben können Salzschäden verursachen und durch Konkurrenz bei der Aufnahme Magnesium- oder Calciummangel begünstigen. Weil Magnesium ein Baustein des Chlorophylls ist, kann ein kaliumbetonter Dünger auf einem schon gut versorgten Boden so indirekt dem Blattgrün schaden.

Nährstoff Aufgabe in der Pflanze Mögliche Hinweise auf Mangel Mögliche Folgen von Überschuss
Stickstoff (N) Baustein von Eiweißen und Chlorophyll, Wachstum von Blättern und Trieben Hell- bis gelbgrüne Verfärbung zuerst an älteren Blättern, vermindertes Wachstum Dunkelgrünes, weiches Gewebe, viel Laub auf Kosten der Blüten
Phosphor (P) Energiehaushalt, Bestandteil der Nukleinsäuren Gehemmtes Wachstum, dunkelgrüne bis rötlich-violette Blätter Kann Eisen und Zink festlegen
Kalium (K) Zellinnendruck, Wasserhaushalt, Spaltöffnungen Zunächst Welke, später Vergilbung und absterbende Ränder älterer Blätter Salzschäden, kann Magnesium- oder Calciummangel begünstigen
Häufiger Fehler

Braune Blattränder gleich als Kaliummangel deuten und nachdüngen. Trockenheit und Salzschäden können ähnliche Symptome verursachen, ebenso Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung. Prüfe zuerst Erdfeuchte und Wurzeln. Wie die Pflanze tatsächlich versorgt ist, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse zusätzlich zur Bodenuntersuchung zeigen.

NPK-Werte entschlüsseln: was das Verhältnis über den Dünger verrät

Die Zahlen sagen nicht nur, wie viel von jedem Nährstoff im Sack steckt. Ihr Verhältnis zeigt auch, worauf ein Dünger ausgerichtet ist. Ist die erste Zahl die höchste, spricht man von einem stickstoffbetonten Dünger, überwiegt die dritte, von einem kaliumbetonten.

Betonung Woran du sie erkennst Beispiele
Stickstoffbetont Erste Zahl am höchsten Für Bambus wird ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor empfohlen
Kaliumbetont Dritte Zahl am höchsten NPK 15-8-20; Formulierung 15-5-25-2 als Beispiel für die schwache Nachdüngung von Phalaenopsis; Fuchsienhochstämmchen ab den ersten Knospen
Phosphatbetont Mittlere Zahl am höchsten Wird oft als Blütendünger angeboten, ist aber keine sinnvolle pauschale Wahl

Für die Wahl zählt, ob das Verhältnis zum Bedarf der Kultur und zu deinem Bodenbefund passt. Bei Lavendel gilt Kalium als blühfördernd, stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen.

Der Name auf dem Sack zählt weniger als das Verhältnis

Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger können auch andere Kulturen versorgen, wenn Nährstoffverhältnis und Bodenversorgung passen. Vorsicht gilt bei Düngern mit eigener pH-Wirkung. Moorbeet- und Zitrusdünger wirken versauernd und sind deshalb nicht ohne Prüfung gegen andere austauschbar. Auch die Stickstoffform wirkt auf den pH-Wert: Ammoniumbetonte Ernährung säuert eher an, nitratbetonte wirkt eher basisch.

Was sonst noch auf dem Etikett steht

Bei mineralischen Depotdüngern steht die Wirkungsdauer auf der Verpackung. Für harzumhüllte Produkte gilt diese Laufzeit bei einer bestimmten Bezugstemperatur und verkürzt sich, wenn es wärmer ist. Für Kübelpflanzen und Düngestäbchen ist die Dosierungsanweisung der jeweiligen Packung maßgeblich. Die Packungsempfehlung für Gartenböden setzt allerdings eine optimale Bodenversorgung voraus. Gibst du zusätzlich Kompost oder andere Dünger, passt sie nicht mehr unverändert.

Jenseits von NPK: Magnesium, Calcium, Schwefel und Spurennährstoffe

Magnesium, Calcium und Schwefel gehören wie Stickstoff, Phosphor und Kalium zu den Hauptnährstoffen. Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor zählen zu den Spurennährstoffen. Wenn ich einen neuen Sack öffne, suche ich nach der Magnesiumangabe und nach der gesonderten Liste der Spurennährstoffe.

Nährstoff Gruppe Aufgabe Möglicher Hinweis auf Mangel
Magnesium (Mg) Hauptnährstoff Bestandteil des Chlorophylls, wichtig für die Photosynthese Aufhellungen zwischen zunächst grünen Adern, vorwiegend an älteren Blättern
Calcium (Ca) Hauptnährstoff Baustein der Zellwände, nötig für Zellteilung und Zellstreckung Blütenendfäule bei Tomaten kann durch gestörten Calciumtransport entstehen, obwohl der Boden genug Calcium enthält
Schwefel (S) Hauptnährstoff Aufbau von Eiweißen Aufhellungen ähnlich wie bei Stickstoffmangel, zuerst an jüngeren Blättern
Eisen (Fe) Spurennährstoff Chlorophyll- und Eiweißbildung Jüngere Blätter zitronengelb bis gelbweiß, Hauptadern zunächst grün
Mangan (Mn) Spurennährstoff Photosynthese, Enzymaktivierung Helle punktförmige Blattflecken, Chlorosen an jungen Blättern
Zink (Zn) Spurennährstoff Enzymaktivierung, Eiweißsynthese Kleinblättrigkeit oder Rosettenbildung
Kupfer (Cu) Spurennährstoff Enzymfunktionen, Verholzung Welkende junge Blätter, leicht mit Trockenschäden zu verwechseln
Bor (B) Spurennährstoff Zellwandstrukturen, Zell- und Fortpflanzungsentwicklung Geschädigte Vegetationspunkte

Molybdän unterstützt den Nitratabbau. Bei Bor liegen Mangel und schädlicher Überschuss besonders nahe beieinander. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Häufig steckt hinter einer solchen Chlorose eine eingeschränkte Eisenverfügbarkeit bei zu hohem Boden-pH, kein zu kleiner Vorrat. Bei gelben jungen Blättern lohnt deshalb zuerst der Blick auf den pH-Wert, zumal eine Standardbodenuntersuchung Eisen nicht automatisch bestimmt.

Welchen Dünger wählst du nach dem Bodenbefund?

Ohne Befund rätst du, welcher Nährstoff fehlt und welcher längst reicht. Eine gängige Standardanalyse für Gartenboden erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert, pflanzenverfügbarer Stickstoff braucht eine gesonderte Nmin-Untersuchung. Wie du die Mischprobe nimmst und wie tief du dafür stichst, erklärt der Abschnitt zur Bodenanalyse im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.

Im Befund bekommt jeder Nährstoff eine eigene Versorgungsstufe. Daraus leitest du ab, was der Dünger liefern soll und was nicht.

Versorgungsstufe Bedeutung Was du mit diesem Nährstoff machst
C Anzustrebende mittlere Versorgung Nach dem Bedarf der Kultur düngen
D Hohe Versorgung Nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung ersetzen
E Sehr hohe Versorgung Zusätzliche Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren

Bei hohem Phosphatvorrat und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Liegen Phosphat und Kalium in Stufe D oder E, kann ein reiner Stickstoffdünger die zusätzliche NPK-Düngung ersetzen.

Kompost zählt dabei mit. Bei einem Düngeverfahren für Gemüse, das auf Kompost aufbaut, deckt eine jährliche Grundgabe von 3 l/m² den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf. Ausreichend verfügbaren Stickstoff liefert sie aber nicht automatisch. Wer neben dem Kompost noch einen Volldünger streut, bringt Phosphat und Kalium also doppelt aus, obwohl dem Beet vor allem Stickstoff fehlen kann.

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Die richtige Düngermenge berechnen

Ich rechne Düngermengen immer für einen Quadratmeter und multipliziere erst am Schluss mit der Beetfläche. So bleiben die Zahlen überschaubar, und ich kann sie direkt mit Bedarfsangaben vergleichen.

Schritt 1: den Düngebedarf ermitteln

Die nötige Stickstoffdüngung ergibt sich aus dem Bedarf der Pflanze abzüglich des vorhandenen mineralischen Stickstoffs und der Nachlieferung während der Kultur. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung ziehst du ebenfalls ab. Bei Topfpflanzen rechnest du die Grunddüngung der Erde an. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig schon genügend Nährstoffe nach. Ein Stickstoffwert aus dem Labor bleibt eine Momentaufnahme, weil sich der verfügbare Stickstoff im Lauf der Kultur verändert.

Posten Stickstoff
Bedarf der Kultur 15 g N/m²
abzüglich Bodenvorrat 5 g N/m²
abzüglich geschätzter Nachlieferung 7 g N/m²
verbleibender Düngebedarf 3 g N/m²

Zur Orientierung, wie viel Stickstoff verschiedene Kulturen brauchen:

Kultur Stickstoffbedarf Bezug und Vorbehalt
Radieschen ungefähr 9 g N/m² je Kultur, Bodenvorrat und Nachlieferung noch anrechnen
Rosenkohl ungefähr 30 g N/m² je Kultur, Bodenvorrat und Nachlieferung noch anrechnen
Gemischtes Beet einjähriger Sommerblumen 12 g N/m² jährlicher Planungsbedarf, Bodenbeitrag eingeschlossen
Bodendeckerrosen 10 g N/m² jährlich, Bodenvorräte vorher anrechnen
Edel-, Strauch- und Kletterrosen 18 g N/m² jährlich, Bodenvorräte vorher anrechnen
Häufig gemähter Rasen etwa 15 bis 20 g N/m² je Vegetationsperiode

Tomaten gelten als Starkzehrer, Rote Bete als Mittelzehrer und Erbsen als Schwachzehrer. Diese Einstufung kannst du bei der Beetplanung mit Zehrer-Einstufung und Anbaupausen gleich mitberücksichtigen.

Schritt 2: die Produktmenge ausrechnen

Für die Umrechnung vom Nährstoff auf den Dünger brauchst du nur die Prozentangabe vom Sack.

Düngermenge (g/m²) = Düngebedarf (g/m²) × 100 ÷ Nährstoffgehalt (%)

Für ein ganzes Beet multiplizierst du das Ergebnis mit der Fläche in m².

Düngebedarf Gehalt im Dünger Rechnung Düngermenge
5 g N/m² 20 % N 5 × 100 ÷ 20 25 g/m²
6 g N/m² 20 % N 6 × 100 ÷ 20 30 g/m²
250 g CaO/m² 80 % CaO 250 × 100 ÷ 80 rund 313 g/m²

Die Kalkzeile ist ein reines Rechenbeispiel, ob du kalkst, entscheidet der Befund. Sie zeigt aber, dass du mit Oxid-Angaben genauso rechnest, solange Bedarf und Gehalt dieselbe Bezugsgröße haben. Bei Horndüngern schwankt der Gehalt je nach Hersteller. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Rechne deshalb mit dem Wert, der auf deiner Packung steht.

Schritt 3: Phosphat und Kalium gegenprüfen

Ein Volldünger bringt alle Nährstoffe in seinem festen Verhältnis aus. Dosierst du ihn nach dem Stickstoffbedarf, kommen Phosphat und Kalium automatisch mit. Wie viel das ist, rechnest du umgekehrt aus: Düngermenge mal Prozentgehalt, geteilt durch 100.

Zahl im Blick

Rund 167 g/m² eines Düngers mit NPK 12-8-16 decken einen Bedarf von 20 g N/m². Sie liefern aber zugleich rund 13 g P₂O₅/m², obwohl der Phosphatbedarf nur 5 g P₂O₅/m² beträgt. Der größte Teil des Phosphats geht damit über den Bedarf hinaus.

Prüfe deshalb nach jeder Rechnung, was die berechnete Menge an anderen Nährstoffen mitliefert. Passt das Verhältnis nicht, ist ein Einzelnährstoffdünger die bessere Wahl.

Schritt 4: Gaben begrenzen und abwiegen

Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten. Liegt der Bedarf darüber, verteilst du ihn auf mehrere Gaben. Beim Rasen gilt je Gabe eine Obergrenze von 5 g Stickstoff je m² für Kurzzeitdünger. Für Langzeitdünger liegt sie bei 10 g je m². Beides sind Höchstmengen, keine Sollgaben. Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiegst du die Menge ab, statt sie nach Augenmaß zu schätzen.

Marias Erfahrung

Ich wiege die berechnete Menge für einen Quadratmeter einmal auf der Küchenwaage ab und schütte sie in einen alten Messbecher. Die Füllhöhe markiere ich mit wasserfestem Stift und schreibe den Düngernamen daneben. Für jeden weiteren Dünger kalibriere ich einen eigenen Becher, weil jeder ein anderes Schüttgewicht hat.

Mini-Checkliste

So gehst du beim Rechnen vor.

  • Versorgungsstufen für Phosphor, Kalium und Magnesium im Befund ablesen
  • Bedarf der Kultur nachschlagen, Bodenvorrat, Nachlieferung und Kompost abziehen
  • Produktmenge mit der Formel für einen Quadratmeter ausrechnen
  • Mitgelieferte Mengen an Phosphat und Kalium gegen den Bedarf prüfen
  • Einzelgabe begrenzen, Menge abwiegen und erst dann mit der Fläche multiplizieren
Achtung

Lagere Dünger verpackt oder abgedeckt in trockenen Räumen. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an. Bei Vergiftungsverdacht bei einem Haustier kontaktierst du sofort eine Tierarztpraxis, nimmst die Verpackung mit und löst kein Erbrechen aus.

Warum mehr Dünger nicht mehr hilft

Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein erhöhter Salzgehalt erschwert außerdem die Wasseraufnahme der Pflanzen. Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden: Nitrat gelangt mit dem Sickerwasser ins Grundwasser, und übermäßige Phosphoreinträge fördern Algenwachstum in Gewässern. Wie du Überdüngung erkennst und ihre Ursache klärst, behandelt der Abschnitt Mangel und Überdüngung im selben Ratgeber.

Organisch, mineralisch, Depot: was die Düngerform ändert

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe wenig frei, bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Abgabe. Wie sich Düngerarten und Düngerformen im Einzelnen unterscheiden, findest du im gleichnamigen Abschnitt des Ratgebers Düngen, Boden und Kompost.

Wann und wie du NPK-Dünger ausbringst

Im Hausgarten ist eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, weil so weniger ausgewaschen wird. Streudünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf nasses Laub, sonst drohen Ätzschäden an den Pflanzen. Obst- und Ziergehölze erhalten nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe ausreifen; mehr zum Timing steht im Abschnitt Düngen nach Bedarf desselben Ratgebers.

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Welcher Dünger passt zu welcher Pflanzengruppe?

Welches Verhältnis eine Kultur in welcher Wachstumsphase braucht, klärt der Ratgeber zum NPK-Verhältnis je Pflanze und Wachstumsphase. Welche Verhältnisse Zierpflanzen brauchen, steht in der Anleitung zur Wahl von Ziergartendünger nach den NPK-Werten. Welche Spezialdünger es gibt und wie du damit einzelne Pflanzengruppen versorgst, zeigt der Überblick über Spezialdünger für verschiedene Pflanzengruppen.

Jetzt dran

Hol den Düngersack aus dem Schuppen, schreib die Zahlen ab und leg sie neben deinen letzten Bodenbefund. Rechne für dein wichtigstes Beet die Menge je Quadratmeter aus und prüfe, wie viel Phosphat und Kalium dabei mitkommen. Fehlt der Befund, ist die Bodenprobe der erste Schritt vor dem nächsten Düngerkauf.

Häufige Fragen

Was bedeuten die NPK-Werte auf Düngersäcken und wie liest du sie richtig?
Die Zahlen nennen in fester Reihenfolge die Gehalte an Stickstoff, Phosphat und Kalium in Prozent. Phosphat ist dabei als P₂O₅ angegeben, Kalium als Kaliumoxid K₂O, nur Stickstoff erscheint direkt als N. Bei NPK 12-12-17-2 steht die vierte Zahl für Magnesium, angegeben als MgO. Spurennährstoffe wie Eisen stehen gesondert auf dem Etikett.
Wie berechnest du die richtige Düngermenge anhand der NPK-Werte?
Ermittle zuerst den Düngebedarf: den Bedarf der Pflanze abzüglich Bodenvorrat, Nachlieferung und der Nährstoffe aus Kompost oder Mist. Dann rechnest du den Düngebedarf in g/m² mal 100 und teilst durch den Prozentgehalt des Nährstoffs im Dünger. Prüfe anschließend, wie viel Phosphat und Kalium die berechnete Menge mitliefert, und gib je Stickstoffgabe nicht mehr als 10 g N/m².
Worin unterscheiden sich organische und mineralische NPK-Dünger in ihrer Wirkungsweise?
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, ihre Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie wenig frei, feuchtwarmes Wetter kann dagegen starke Schübe auslösen. Mineraldünger enthalten meist leicht lösliche Salze und decken einen kurzfristigen Bedarf rasch. Überdüngen lässt sich mit beiden Düngerarten.
Wie beeinflusst der pH-Wert des Bodens die Aufnahme von NPK-Nährstoffen?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, obwohl sie im Boden vorhanden sind. Unterhalb von pH 5,5 nimmt die Löslichkeit vieler Phosphatverbindungen stark ab. Dasselbe gilt oberhalb von pH 7,0. Welcher Bereich passt, hängt von Bodenart, Humusgehalt und Kultur ab.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Ernteergebnissen führt?
Nein, zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein erhöhter Salzgehalt erschwert außerdem die Wasseraufnahme der Pflanzen. Zu viel Stickstoff fördert weiches Gewebe und kann Laub auf Kosten der Blüten treiben. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten.
Was unterscheidet NPK-Dünger von Universaldüngern und Spezialdüngern?
Universal- und Volldünger liefern mehrere Hauptnährstoffe zusammen, Spezialdünger sind nach einer Pflanzengruppe benannt. Für die Wahl zählt vor allem das Nährstoffverhältnis auf dem Etikett, weniger der Name. Reine Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger können auch andere Kulturen versorgen, wenn ihr Verhältnis zu Bedarf und Bodenversorgung passt. Anders ist es bei Moorbeet- und Zitrusdüngern, die versauernd wirken und nicht ohne Prüfung austauschbar sind.
Wie unterscheiden sich Langzeitdünger von schnell wirkenden NPK-Düngern?
Leicht lösliche Mineraldünger stellen Nährstoffe rasch bereit. Bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung, deren Tempo von Temperatur und Feuchtigkeit abhängt. Bei Kälte setzt die Wirkung später ein, bei harzumhüllten Produkten verkürzt Wärme die angegebene Laufzeit. Die Wirkungsdauer steht auf der Verpackung, und bereits freigesetzte Nährstoffe können bei übermäßigem Gießen trotzdem ausgewaschen werden.
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