Gartenkalender März: Kartoffeln vorkeimen, Beete vorbereiten, Tomaten säen
- Pflanzkartoffeln an einem hellen Platz ohne volle Sonne vorkeimen.
- Wurzelunkraut mit den Wurzeln entfernen, leichte Böden mit der Grabgabel lockern.
- Ein falsches Saatbett 2 bis 4 Wochen vor Aussaat oder Pflanzung anlegen.
- Tomaten von Mitte bis Ende März auf der Fensterbank säen.
- Paprika und Chili vereinzeln, sobald die ersten echten Laubblätter erscheinen.
- Röhricht und Sumpfpflanzen am Teich erst im März zurückschneiden.

Im März will alles gleichzeitig erledigt werden: Die Pflanzkartoffeln brauchen ihren Platz zum Vorkeimen, das Gemüsebeet braucht nach dem Winter Pflege und auf der Fensterbank wird es eng. Ich teile den Monat deshalb in drei Arbeitsplätze auf: einen hellen Raum für die Kartoffeln, das Beet und die Fensterbank. Für jeden Platz führe ich eine eigene kurze Liste. Dazu kommt, was bewusst noch warten muss, denn manches gehört erst im April oder Mai ins Freie.
Pflanzkartoffeln zum Vorkeimen auslegen. Wurzelunkraut entfernen und die Beete lockern. Ältere Samen mit einer KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. prüfen. Tomaten säen, Paprika und Chili vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe.. Röhricht am Teich zurückschneiden.
Kartoffeln vorkeimen: hell, aber ohne volle Sonne
Pflanzkartoffeln keimst du an einem hellen Platz vor, an dem keine volle Sonne auf die Knollen fällt. Ich lege sie nebeneinander in eine flache Obstkiste oder stelle sie aufrecht in Eierkartons. Dort bilden sie kurze, gedrungene Triebe, mit denen sie später in die Erde kommen. Neben die Kiste lege ich ein Thermometer, weil es für das Vorkeimen eine Temperaturspanne gibt.
Für das Vorkeimen reichen die Empfehlungen von 12 bis 15 °C bis zu 15 bis 20 °C. Gepflanzt werden Kartoffeln bei mindestens 8 °C Bodentemperatur, üblicherweise von Mitte April bis Anfang Mai.
Bevor die Knollen ins Beet kommen, messe ich die Bodentemperatur. Bis dahin bleiben sie an ihrem hellen Platz in der Kiste. Vorgekeimte Pflanzkartoffeln gehören ins Beet und nicht in die Küche: Grüne oder stark keimende Kartoffeln isst du nicht. Speisekartoffeln lagerst du kühl, dunkel und trocken.
Gemüsebeet vorbereiten: Unkraut raus, Boden lockern
Sobald der Boden abgetrocknet ist, gehe ich mit Grabgabel und Hacke durch die Beete. Wurzelunkräuter wie Disteln und Quecke ziehst du möglichst mit ihren Wurzeln heraus, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Junge Samenunkräuter entfernst du mit flachem Hacken, das vermindert zugleich Wasserverluste.
Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabgabel, statt sie umzugraben. Umgraben zur Frostgare ist nur bei schweren Böden sinnvoll, bei denen ein Durchfrieren zu erwarten ist.
Gemüsebeete können im Frühjahr 3 l Kompost je m² erhalten, wenn der Bodenbefund dazu passt. Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, ob Kalk, Dünger oder nur Kompost nötig ist. Wie du Boden und Bodenuntersuchung in deiner Gartenplanung einordnest, steht im Ratgeber zur Gartenplanung.
Für ein falsches SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. richtest du die Fläche 2 bis 4 Wochen vor Aussaat oder Pflanzung her, säst aber noch nichts. In dieser Zeit keimen die Unkrautsamen. Du entfernst die Keimlinge oberflächlich und säst oder pflanzt erst danach.
Ich trage jede Reihe mit Art und Belegungszeit in einen Beetplan ein, Vor- und NachkulturenEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. eingeschlossen. Den Plan kannst du im Beetplaner mit Belegungszeiten anlegen.
Reihen für Steckzwiebeln
Steckzwiebeln planst du gleich mit ins Beet. Zwischen den Reihen lässt du 25 cm Platz. In der Reihe setzt du die Zwiebeln mit 5 bis 10 cm Abstand. Winterknoblauch gehört dagegen in den Herbst und wird Ende September bis Anfang Oktober gepflanzt.
Erste Direktsaaten im Freiland
Unter Vlies säst du erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet und schon etwas erwärmt ist. Ich prüfe das mit der Hand: Klebt die Erde noch in Klumpen, warte ich. Puffbohnen lassen sich bei geeigneten Bodenbedingungen schon ab Februar unter Folie oder Vlies säen. Im März bringst du sie also ebenfalls unter Abdeckung in die Erde, wenn der Boden passt.
Für Radieschen nehme ich die Werte der Sorte ‘Sora’ als Beispiel, andere Sorten können abweichen.
| Radieschen ‘Sora’ | Richtwert |
|---|---|
| DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. | März bis September |
| Saattiefe | 1 bis 2 cm |
| Abstand in der Reihe | 3 bis 5 cm nach dem Vereinzeln |
| Reihenabstand | 15 cm |
| Keimung | bei 8 bis 20 °C in 7 bis 14 Tagen |
Radieschen eignen sich als kurzlebige ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht.: Eine Reihe passt zwischen zwei Erbsenreihen. Du erntest sie, bevor sie den länger stehenden Erbsen den Platz nehmen. Weitere Kombinationen kannst du im Mischkultur-Werkzeug als Beetnachbarn durchspielen.
Bevor ich ältere Samentüten aufbrauche, mache ich eine Keimprobe mit genau abgezählten Samen. Keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen nur wenige davon, säe ich dichter oder besorge neues Saatgut.
Tomaten auf der Fensterbank säen
Tomaten säst du auf der Fensterbank von Mitte bis Ende März. Ins Freie kommen sie gewöhnlich erst ab Mitte Mai, wenn keine Kälte mehr droht. Wer früher sät, hat die Jungpflanzen also länger auf der Fensterbank stehen. Ich säe jede Sorte in eine eigene Schale und stecke ein beschriftetes Etikett dazu.
Später setzt du die Jungpflanzen einzeln in Anzuchttöpfe von 8 bis 10 cm. Dort ziehst du sie bei 16 bis 18 °C weiter.
Hast du im Vorjahr Samen einer Hybridsorte selbst gewonnen, entstehen daraus keine zuverlässig sortenechten Nachkommen. Die Pflanzen können also anders ausfallen als die Mutterpflanze.
Paprika, Chili und Kohlrabi weiterziehen
Paprika und Chili werden im Februar vorgezogen. Paprika kannst du je nach Anzuchtbedingungen auch noch Anfang März säen. Sie keimt bei ungefähr 25 °C zügig. Sobald sich die ersten echten Laubblätter bilden, vereinzelst du die Sämlinge von Paprika und Chili. Was sonst schon im Februar auf Fensterbank und Beet ansteht, findest du im Kalender für den Vormonat.
Die Schale bleibt nach dem Keimen am warmen Keimplatz stehen. Paprika braucht nach der Keimung aber einen sehr hellen Platz, also ziehst du sie ans hellste Fenster um.
Kohlrabi kann ab Anfang Februar bei 16 bis 18 °C keimen. Danach ziehst du ihn bei 14 bis 16 °C weiter, bis er Anfang April ins Beet kommt. Kohlfliegen können ab Anfang bis Mitte April auftreten, deshalb deckst du frühe Kohlkulturen vorbeugend mit Vlies ab. Pflanztermin und erste Kohlfliegen können also zusammenfallen, darum liegt bei mir das Vlies schon beim Pflanzen bereit.
Sommerblumen und Hornveilchen vorziehen
Hornveilchen der Sorte ‘Helen Mount’ kannst du ab Februar bei 16 bis 20 °C vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Ihre Samen keimen in 7 bis 14 Tagen. Sommerastern, Zinnien, Tagetes und Löwenmäulchen lassen sich bis Anfang Mai vorziehen. Ausgepflanzt werden sie Ende Mai. Ich säe sie in mehreren Durchgängen, damit die Fensterbank nicht auf einmal voll ist.
Rhabarber vortreiben
Zeigen sich am Rhabarber die ersten Triebspitzen, kannst du ihn vortreiben. Dafür stülpst du einen schwarzen Eimer oder einen Terrakottatopf über die Pflanze. Unter der Abdeckung kann sich die Erde früher erwärmen, und ohne Licht können die Stiele länger und zarter wachsen. Bei eingewachsenem Rhabarber endet die reguläre Ernte trotzdem gegen Ende Juni, damit die Pflanze Reservestoffe für das Folgejahr einlagern kann. Teilen und verjüngen solltest du ihn vorzugsweise im frühen Herbst, danach braucht jede Pflanze etwa 1 m² Platz.
Weitere Arbeiten im März: Teich, Lavendel, Gewächshaus
Röhricht und Pflanzen der Sumpfzone am Gartenteich schneidest du erst im März zurück. Über den Winter unterstützen ihre Halme Frostschutz und Gasaustausch.
Beim Lavendel gehört der kräftige Schnitt ins Frühjahr. Nach der Blüte nimmst du dagegen bei einem leichten RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. vor allem die verblühten Stängel ab. Im Gewächshaus putze ich vor der Anzucht die Scheiben, weil saubere Scheiben den Lichtzugang zu den Pflanzen verbessern.
Was im März noch warten muss
Einige Arbeiten gehören erst in die nächsten Wochen, auch wenn die ersten warmen Tage dazu einladen:
- Pflanzkartoffeln kommen üblicherweise erst ab Mitte April in die Erde, wenn der Boden warm genug ist.
- Zucchini und Kürbis ziehst du etwa vier Wochen vor dem geplanten Auspflanzen vor. Rechne also vom Pflanztermin in deinem Garten zurück.
- Vorgezogener Sellerie wird erst Mitte bis Ende Mai ausgepflanzt.
- Wärmebedürftige Jungpflanzen gewöhnst du zuerst an einem schattigen Platz an draußen. Sinken die Nachttemperaturen unter 10 °C, holst du sie wieder herein.
Welche Aussaaten, Pflanzungen und Pflegearbeiten im April in Gemüse- und Blumengarten folgen, steht im Kalender für den nächsten Monat.
