Gartenkalender November: Wintergemüse einlagern, Chicorée treiben, Beete winterfest machen
- Rote Bete vor Frost ernten; Pastinaken und Schwarzwurzeln dürfen über Winter im Beet bleiben.
- Grünkohl und Rosenkohl vertragen häufig bis etwa −10 °C, Endivien und Chinakohl als Richtwert bis etwa −4 °C.
- Nur gesundes, unverletztes Gemüse einlagern, kühl und vor Austrocknung geschützt.
- Chicorée vollständig dunkel treiben; jede getriebene Rübe wird einmal beerntet.
- Laub von Rasen, Wegen und Teich holen, in dünnen Lagen auf abgeräumte Beete und zwischen Stauden legen.
- Beetskizze mit Belegungszeiten anlegen, Geräte reinigen, ölen und bei Bedarf schärfen.
Im November entscheidest du für jedes Beet, ob es geräumt, geschützt oder stehen gelassen wird. Rote Bete muss vor dem Frost ins Lager, Grünkohl darf draußen bleiben, und die Chicoréerüben warten aufs Treiben. Ich gehe in diesem Monat jedes Beet einmal mit Zettel und Stift ab. Dabei notiere ich, was ich ernte, was ich abdecke und was den Winter über stehen bleibt.
Rote Bete ernten, Lagergemüse sortieren, Chicoréerüben ausgraben, Laub vom Rasen holen, Spargelkraut abschneiden, Kübel einpacken, Beetskizze zeichnen, Geräte ölen.
Welches Gemüse jetzt ins Lager muss und welches draußen bleibt
Wintergemüse hat keinen gemeinsamen Erntetermin, entscheidend ist die Frostverträglichkeit. Rote Bete erntest du vor dem ersten Frost. Möhren und Knollensellerie vertragen leichte Fröste, deshalb ernte ich sie, bevor stärkerer Frost angesagt ist. Pastinaken und Schwarzwurzeln können den Winter über im Beet bleiben, du holst sie nach Bedarf heraus.
| Kultur | Was im November gilt |
|---|---|
| Rote Bete | vor Frost ernten |
| Möhren, Knollensellerie | vertragen leichte Fröste |
| Pastinaken, Schwarzwurzeln | können im Winter im Beet bleiben |
| Endivien, Chinakohl | Richtwert: bis etwa −4 °C |
| Grünkohl | häufig bis etwa −10 °C, Ernte ab Ende Oktober |
| Rosenkohl | häufig bis etwa −10 °C, Ernte von Oktober bis Februar |
| Winterporree aus früher Pflanzung, etwa ‘Blaugrüner Winter’ | Ernte von November bis März |
| Wirsing ‘Winterfürst 2’ | Freilandernte von November bis Februar |
| Feldsalat aus Augustsaat | Ernte ab November |
Die Frostwerte sind Orientierungen, keine festen Grenzen. Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung verschieben sie. Über empfindlichere Kulturen lege ich Vlies, das Wintergemüse gegen Kälte und Wintersonne schützt. Bei einem Folientunnel lässt du die Enden offen, damit Luft ausgetauscht wird.
Salat steht im November nur noch geschützt. Den Asiasalat ‘Grün im Schnee’ kannst du in geschützter Winterkultur noch bis Mitte November pflanzen. Geerntet wird er von November bis März. Kopfsalat ‘Larissa’ für eine geschützte Frühjahrsernte setzt du bis Anfang November.
Gefrorene Salatblätter fasst du nicht an. Schneide sie erst, wenn sie vollständig aufgetaut sind.
„Grünkohl wird erst nach Frost mild.“ Für einen milderen Geschmack braucht Grünkohl keinen Frost. Auch eine längere Reifezeit bei niedrigen Temperaturen begünstigt die Zuckeranreicherung. Weil die Ernte ab Ende Oktober beginnt, musst du mit den ersten Blättern nicht auf die erste Frostnacht warten.
So lagerst du Wurzelgemüse, Kartoffeln und Kürbisse ein
Ins Lager kommt nur gesundes, unverletztes Gemüse. Was beim Graben angestochen wurde, lege ich beiseite und verbrauche es zuerst. Wurzelgemüse bewahrst du kühl auf und schützt es vor dem Austrocknen. Ich schichte Möhren und Rote Bete dafür in Kisten mit feuchtem Sand und stelle sie in den kühlen Keller. Ohne Keller bleibt dir eine Erdmiete im Garten. In beiden Fällen achtest du darauf, dass keine Mäuse an die Vorräte kommen.
| Lagergut | So lagert es |
|---|---|
| Wurzelgemüse wie Möhren und Rote Bete | gesund und unverletzt, kühl, vor Austrocknung geschützt |
| Kartoffeln | kühl, dunkel und trocken |
| Speisezwiebeln | nach gründlichem Trocknen kühl und trocken |
| Winterkürbisse | gut ausgereift, Schale hart und unverletzt, Stiel intakt; luftig, dunkel und trocken bei etwa 10 bis 12 °C |
| Süßkartoffeln | luftig und dunkel bei 13 bis 15 °C und 90 % relativer Luftfeuchte, einige Wochen |
| Dahlienknollen | nach dem Abtrocknen dunkel und kühl, nebeneinander |
| Canna | mit Erdballen bei 10 bis 15 °C, nicht austrocknen lassen |
Wurzelgemüse braucht Schutz vor dem Austrocknen, Zwiebeln und Kürbisse lagern dagegen trocken. Sie gehören deshalb nicht in die Sandkiste neben die Möhren, sondern an einen eigenen Platz.
Grüne oder stark keimende Kartoffeln isst du nicht. Vorbeugend lagerst du Kartoffeln kühl, dunkel und trocken.
Chicorée treiben: im Dunkeln und Rübe für Rübe
Chicoréerüben gräbst du wie das übrige Wurzelgemüse aus. Die Rüben, die du noch nicht treiben willst, lagerst du kühl und vor Austrocknung geschützt beim Wurzelgemüse. Zum Treiben stelle ich die ersten Rüben aufrecht in einen Eimer mit feuchtem Sand. Den Eimer decke ich lichtdicht ab, denn Chicorée wird vollständig dunkel getrieben. Ob die Rüben zusätzlich Deckerde bekommen, hängt von der Sorte ab.
Für das Treiben gibt es zwei Temperaturangaben: 12 bis 18 °C und 16 bis 20 °C. Ich hänge im Treibraum ein Thermometer auf und miss nach, bevor ich die Rüben hineinstelle.
„Eine Chicoréerübe bringt mehrere Ernten.“ Eine zur Sprossenbildung getriebene Chicoréerübe wird einmal beerntet.
Weil jede getriebene Rübe nur eine Ernte bringt und der Rest kühl im Lager liegt, holst du die Rüben nacheinander zum Treiben. So verteilst du die Chicoréeernte über den Winter.
Laub und abgeräumte Beete
Laub gehört nicht pauschal in die Biotonne. Von Rasen, Wegen und aus dem Teich holst du es heraus, denn auf dem Rasen kann eine geschlossene Laubdecke der GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. schaden. Auf abgeräumten Beeten und zwischen Stauden darf es in dünnen Lagen liegen bleiben. Was übrig ist, setze ich auf den Kompost.
Über den Gartenteich spanne ich ein Netz, das fallende Blätter abfängt. Die Pflanzen der Röhricht- und Sumpfzone schneidest du aber erst im März zurück. Ihre Halme unterstützen im Winter den Frostschutz und den Gasaustausch.
Winterroggen lässt sich als GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. nur bis Mitte oder Ende Oktober säen. Beete, die erst im November frei werden, bekommen bei mir deshalb eine dünne Lage Laub statt einer GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur..
Umgraben zur Frostgare ist nur auf schweren Böden sinnvoll, bei denen Durchfrieren zu erwarten ist. Leichte Böden lockerst du erst im Frühjahr mit der Grabgabel. Mehr zur Bodenbearbeitung steht im Ratgeber zur Gartenplanung im Abschnitt Boden.
Spargelbeet für den Winter vorbereiten
Im November ist das Spargelkraut abgestorben. Ich schneide es direkt über dem Boden ab und räume es vollständig vom Beet. Abgestorbenes Kraut kann Krankheitserreger und Schädlinge tragen. Auf den Kompost kommt es bei mir nur, wenn es eindeutig gesund aussieht. Danach ziehe ich Erde über die Stoppeln, bis die Schnittstellen bedeckt sind. Das kann Schädlingen den Platz zum Überwintern an den Triebresten nehmen.
Bei Grünspargel beginnt die reguläre Ernte erst im dritten bis vierten Standjahr. Die Herbstpflege gehört deshalb auch in die Jahre, in denen du noch kaum erntest.
Frostschutz für Stauden, Rosen und Kübel
Kahlfrost nennt man Frost ohne schützende Schneedecke. Boden und Pflanzen liegen dann ungeschützt in der Kälte.
Gesunde Staudenstängel und Samenstände lasse ich über Winter stehen. Fetthenne und Brandkraut haben standfeste, trockene BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe., die im Winter Struktur ins Beet bringen. Stehen gelassene Fruchtstände und Beerensträucher bieten Gartenvögeln im Herbst und Winter Nahrung. Kranke Stängel und alles, was in die Wege ragt, schneidest du ab. Zwischen den Stauden darf lockeres Laub liegen bleiben.
Niedrige Rosen häufle ich mit Erde an, bis die Veredelungsstelle bedeckt ist. Bei Hochstämmchen sitzt die Veredelungsstelle oben am Stamm, deshalb kommt dort ein Jutesack über die Krone. Steingärten decke ich mit Fichtenreisig ab.
Kübelpflanzen, die draußen überwintern, stelle ich in einen größeren Behälter. Den Zwischenraum fülle ich mit trockenem Laub, auch beim Lavendel im Topf. Ton- und Keramikgefäße sind in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest. Achte außerdem auf einen Wasserabzug, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Viele klassische Kübelpflanzen kommen in ein helles, frostfreies Winterquartier. Dort passen 5 bis 10 °C, wobei du die Eignung für deine Art vorher prüfst.
Den Pflanzplan skizzieren, solange du dich erinnerst
Im November weißt du noch genau, was auf welchem Beet stand. Ich zeichne jedes Gemüsebeet auf Papier und trage ein, was dort wuchs. Dazu notiere ich, was gut lief, was kaum wachsen wollte und wovon die Ernte zu groß oder zu klein war. Ein Beetplan hält die Gemüsearten und ihre Belegungszeiten fest, auch Vor- und NachkulturenEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen..
Zeichne Beetpläne im Maßstab 1:50. Dann entspricht 1 m im Beet 2 cm auf dem Papier.
Am Bildschirm kannst du deine Beete maßstabsgerecht digital skizzieren.
Ich schreibe auf die Beetskizze nicht nur die Kultur, sondern auch die Pflanzenfamilie. Daneben steht der Monat, in dem das Beet frei wurde.
Die Skizze brauchst du im Frühjahr für die FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt., denn Kulturen derselben Familie folgen nicht direkt aufeinander. Wie lang die Pause dauert, hängt von Familie und Boden ab, für Kohl liegen die Empfehlungen bei drei bis vier Jahren. Im Ratgeber zur Gartenplanung erfährst du, wie du die Fruchtfolge über mehrere Jahre planst.
Wer Kulturen nebeneinander auf ein Beet setzen will, kann nachsehen, welche Nachbarn zusammenpassen. Mischkultur kann einen gesunden Garten unterstützen, eine passende KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. ersetzt sie nicht.
Im Winter sichte ich auch meinen Saatgutvorrat. Für eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. zählst du die Samen genau ab und legst sie zum Keimen aus. Keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen nur wenige, säst du dichter aus oder kaufst neues Saatgut.
Die Paprika-Anzucht beginnt je nach Anzuchtbedingungen schon im Februar. Mit der Skizze aus dem November weißt du also vor der ersten Aussaat, welches Beet für die Paprika frei ist. Danach geht es weiter mit dem, was im Februar bei der ersten Anzucht ansteht.
Gartengeräte reinigen, ölen und schärfen
Wenn die Beete abgeräumt sind, kommen die Geräte an die Reihe. Ich reinige jede Schere nach dem letzten Schnitt, bevor sie in den Schuppen kommt.
Erde und Pflanzenreste von Spaten, Hacke und Rechen entfernen. Metallteile trocknen und ölen. Scheren und Messer bei Bedarf schärfen. Kaputtes reparieren. Alles trocken einlagern.
Im Gewächshaus putze ich vor dem Winter die Scheiben, weil saubere Scheiben mehr Licht zu den Pflanzen lassen.

