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Winterschutz für Gartenpflanzen: Hilfsmittel von Vlies bis Topfmanschette richtig anwenden

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Winterschutz für Pflanzen: Tipps einer Gartenexpertin für Rosen, Stauden und Immergrüne · Alle Ratgeber zu Pflanzen überwintern

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Vlies ist luft- und wasserdurchlässig und bremst die Abstrahlung der Bodenwärme, Wärme erzeugt es selbst nicht.
  • Folie gehört um den Topf, für die Krone eignen sich luftdurchlässige Jute oder luftdurchlässiges Vlies.
  • Winterhart bepflanzte Kübel bekommen etwa 10 cm Laub auf die Erde, das Abzugsloch bleibt frei.
  • Keramikgefäße stehen im Winter auf etwa 1 bis 2 cm hohen Klötzchen, damit sich unter dem Topf kein Wasser sammelt.
  • Ein unbeheiztes Gewächshaus kann durchfrieren und eignet sich nur für Pflanzen, die geringen Frost vertragen.
  • Gesäubertes, trockenes Vlies lagerst du dunkel und mäusesicher und nutzt es im nächsten Winter wieder.

Jeden Herbst lege ich mir denselben Stapel zurecht: Vlies, Jutesäcke, eine Kokosmatte, trockenes Laub und ein Bund Reisig. Welches Material an welche Pflanze kommt, entscheidet mit darüber, ob der Schutz hilft oder ob darunter Nässe steht und Mäuse Deckung finden. Hier geht es um die Hilfsmittel selbst: was Vlies, Matten, Mulch, Frühbeet, Zelt und Kübelhüllen leisten, wo ihre Grenzen liegen und wie du sie anbringst.

Was du vor dem Einpacken wissen solltest

Winterschutz brauchen vor allem Pflanzen, denen Frost, Wintersonne oder Nässe zusetzen, etwa Immergrüne, Kübelpflanzen und nicht ganz winterharte Stauden. Angebracht wird er rechtzeitig vor den ersten stärkeren Frösten, abgenommen im Frühjahr schrittweise, je nach Empfindlichkeit der Pflanze und Wetterprognose. Zur Vorbereitung gehört, dass Obst- und Ziergehölze nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr bekommen, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Warum der Schutz nötig ist und wie du Zeitpunkt und Vorbereitung planst, zeigt der Ratgeber mit Winterschutz-Tipps vom richtigen Zeitpunkt bis zum Abbau im Frühjahr.

Welches Hilfsmittel schützt was?

Jedes Material hat seinen Platz: Manche schützen die Wurzeln von unten, andere die Topfwand, wieder andere die Krone gegen Wintersonne. Die Übersicht ordnet die gängigen Hilfsmittel nach ihrem Einsatz, die folgenden Abschnitte erklären, wie du sie anbringst.

Hilfsmittel schützt vor allem darauf achtest du
Gartenvlies bodennahe Kulturen, Wintergemüse, Kronen locker auflegen, Ränder sichern
Jute Kronen immergrüner Pflanzen, Topfwände luftdurchlässige Qualität wählen
Kokosmatte Wände winterhart bepflanzter Kübel Gießzugang offen lassen
Schilfmatte Stämme junger Bäume locker anbringen, Rinde kontrollieren
Laub Beete, Staudenzwischenräume, Kübelerde auf Beeten in dünnen Lagen, für Kübel trocken
Stroh Füllung von Drahtkörben trocken einfüllen
Reisig Stauden, junge Beerenruten luftig auflegen
Rindenmulch Wurzelzone von Stauden und Sträuchern Baumscheiben von Obstbäumen im Winter frei halten
Frühbeet Wintersalate, geschützte Kulturen an milden Tagen lüften
Winterschutzzelt größere Pflanzen, Pflanzengruppen verankern, für Luftaustausch sorgen
unbeheiztes Gewächshaus Pflanzen, die geringen Frost vertragen kann durchfrieren
Topfmanschette Topfwand Gießzugang offen lassen
Überwinterungssack ganze Pflanze samt Krone luftdurchlässiges Material, locker anlegen
Styropor-Platte Topfboden, Wände großer Kübel Abzugsloch frei lassen
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Vlies: Wie schützt es und wie legst du es auf?

Gartenvlies ist wasser- und luftdurchlässig. Es schützt bodennahe Kulturen vor Wärmeverlust, weil es die Abstrahlung der im Boden gespeicherten Wärme vermindert. Daraus ergibt sich auch seine Grenze: Vlies hält vorhandene Wärme zurück, selbst erzeugt es keine.

Ich lege das Vlies locker auf und beschwere die Ränder mit Erde. Steine oder Bretter halten genauso, Hauptsache, der Wind hebt keine Ecke an. Über Winter schützt Vlies Gemüse gegen Kälte und gegen Wintersonne. Stehender Grünkohl, Winterporree, Zuckerhut und Pak Choi lassen sich so an frostigen Standorten abdecken. Bei Hochstammrosen packe ich die Krone in Vlies und binde es unterhalb der Veredelungsstelle zusammen.

Endivien und Chinakohl vertragen als Richtwert Temperaturen bis etwa −4 °C. Grünkohl und Rosenkohl halten häufig bis etwa −10 °C aus, wobei Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung beide Werte verschieben. Wie Frosthärte und Wetter in deine Beetbelegung eingehen, erklärt der Abschnitt zu Klima und Wetter in der Gartenplanung.

Mythos-Check

„Ein Vlies bringt Tomaten und Zucchini über die ersten Frostnächte.“ In herbstlichen Frostnächten lassen sich Tomaten, Kürbisse und Zucchini mit Vlies meist nicht zuverlässig schützen. Ich ernte vor angesagtem Frost ab, was reif ist.

Herunter nehme ich das Vlies an einem trüben, windstillen oder regnerischen Tag. So bekommen Pflanzen, die lange abgedeckt waren, keinen Sonnenbrand.

Frostschutz-Vliese mit Temperaturanpassung

Im Handel gibt es Vliese, die sich der Temperatur anpassen sollen. Ich prüfe sie mit denselben Fragen wie jedes andere Vlies: Bleibt es luft- und wasserdurchlässig, liegt es locker auf, hält der Rand bei Wind? Wärme erzeugt auch ein solches Vlies nicht. Nach einer starken Frostnacht schaue ich deshalb unter die Bahn, statt mich auf die Angabe auf der Verpackung zu verlassen. Wer es ausprobieren will, legt es neben ein gewöhnliches Vlies und vergleicht im Frühjahr, wie die Pflanzen unter beiden aussehen.

Jute, Kokosmatte und Schilfmatte: Hüllen für Krone, Topf und Stamm

Jute als luftdurchlässiger Sonnenschutz

Jute nehme ich für alles, was oben herum geschützt werden muss. Immergrüne Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser, können es aus gefrorenem Boden aber nicht ausreichend nachliefern und vertrocknen dann. Eine Hülle aus luftdurchlässiger Jute schützt ihre Krone vor Wintersonne, luftdurchlässiges Vlies eignet sich ebenso. Gegossen werden Immergrüne bei Bedarf an frostfreien Tagen, und dann ausgiebig. Dickes Jutegewebe taugt außerdem als Wickel um den Topf.

Kokosmatte für die Kübelwand

Kokosfasermatten wickle ich um Kübel, die winterhart bepflanzt sind und draußen bleiben. Oben lasse ich die Erde frei, damit ich weiter gießen kann. Statt der Matte gehen auch mehrere Lagen Noppenfolie. Folie gehört allerdings nur um den Topf: Für die Krone eignen sich luftdurchlässige Jute oder Vlies, und Folie lässt keine Luft durch.

Schilfmatte am jungen Baumstamm

Junge Bäume mit glatter Rinde sind an sonnenexponierten Standorten besonders durch Frostrisse gefährdet. Eine Schilfmatte bringe ich locker bis knapp unter den Kronenansatz an. Unter Schilfmatten und ähnlichen Stammhüllen kann die Rinde länger feucht bleiben, deshalb schaue ich im Winter darunter nach. Ohne Hülle kommt ein Weißanstrich aus: Er vermindert die sonnenbedingte Erwärmung dunkler Stämme und beugt so Spannungsrissen vor.

Laub, Stroh, Reisig und Rindenmulch: Wie schützt du Wurzeln und Boden?

Natürliche Abdeckungen fallen meist im eigenen Garten an. Sie schützen von unten: die Wurzelzone, die Staudenhorste und die Erde im Kübel.

Laub

Herbstlaub rechst du von Rasen, Wegen und Teichen ab. Auf abgeräumten Beeten und zwischen Stauden darf es in dünnen Lagen liegen bleiben. Für die Kübel sammle ich trockenes Laub in Säcken unter einem Dach, damit ich im Spätherbst trockenes Füllmaterial habe.

Stroh und Reisig

Stroh nutze ich vor allem als Füllung. In einem selbstgebauten Drahtkorb um ein einzelnes Pflanzgefäß isoliert eine Schicht aus Laub oder Stroh, die 20 bis 30 cm dick ist. Reisig lege ich luftig über Stauden, die Schutz brauchen. Landnelken ‘Colorista’ können mit Winterschutz aus Reisig mehrjährig überdauern, blühen dann aber weniger üppig als im ersten Jahr.

Bei Brombeeren bleiben die jungen Ruten für die nächste Ernte stehen und bekommen in kalten Wintern Schilfmatten oder Tannenreisig. Wie du Beerensträucher, Gemüse im Beet und Kräuter schützt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Nutzpflanzen für die nächste Ernte über den Winter bringst.

Rindenmulch

Rindenmulch verteile ich über der Wurzelzone von Stauden und Sträuchern, bis die Erde darunter nicht mehr durchscheint. Eine Mulchdecke schützt die Bodenoberfläche zugleich vor Verschlämmung durch Starkregen. An Obstbäumen gilt im Winter das Gegenteil: Unverrottete Mulchreste kommen von der Baumscheibe, weil sie Feld- und Wühlmäusen Deckung bieten. Dort wäre der Mulch also kein Wurzelschutz, sondern ein Versteck für Mäuse direkt am Baum.

Frühbeet, Winterschutzzelt und Gewächshaus: Was leisten Schutzräume im Winter?

Das Frühbeet im Winter

Über Winter nutze ich das Frühbeet als geschützten Platz für Salate. Zwei Beispiele für die geschützte Kultur:

Salat Aussaat Pflanzung Ernte
Asia-Salat ‘Grün im Schnee’, geschützte Winterkultur Oktober Mitte Oktober bis Mitte November November bis März
Kopfsalat ‘Larissa’, geschützte Frühjahrsernte Ende September bis Anfang Oktober Mitte Oktober bis Anfang November Februar und März

Gefrorene Blätter fasse ich nicht an, geschnitten wird erst nach dem vollständigen Auftauen. An milden, sonnigen Tagen stelle ich den Deckel auf, damit die Luft wechseln kann. Welche Beete über Winter im Frühbeet oder unter Vlies stehen, halte ich zusammen mit Vor- und Nachkulturen im Beetplan fest. Digital geht das im Beetplaner für Kulturen und Belegungszeiten.

Im Frühjahr wechselt das Frühbeet die Aufgabe. Zusammen mit Lochfolie, Vlies und Folientunnel kann es die Gemüseernte um ein bis drei Wochen verfrühen. Wie du Abdeckungen dafür auswählst, befestigst und abnimmst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du das Mikroklima mit Folien und Vliesen steuerst.

Das Winterschutzzelt

Ein Winterschutzzelt ist ein Gestell mit einer Hülle aus Vlies oder Folie, das über eine größere Pflanze oder eine ganze Gruppe gestellt wird. Ich nehme dafür Vlies, weil es Luft und Wasser von sich aus durchlässt. Bei einer Folienhülle sorgst du wie beim Folientunnel mit offenen Enden für Luftaustausch. Das Gestell verankere ich fest im Boden. Nassen Schnee klopfe ich ab, bevor er die Hülle eindrückt.

Das unbeheizte Gewächshaus

Ein unbeheiztes Gewächshaus ist kein frostfreier Raum. Es kann im Winter durchfrieren und eignet sich deshalb nur für Pflanzen, die geringen Frost vertragen. Im Herbst putze ich die Scheiben, weil saubere Scheiben mehr Licht an die Pflanzen lassen. Temperaturgesteuerte Fensteröffner öffnen und schließen ohne Stromanschluss, das nimmt dir an sonnigen Wintertagen das Lüften ab. Planst du ein Gewächshaus neu, klärst du vor Kauf oder Bau mögliche Einschränkungen bei der zuständigen Baubehörde.

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Topfmanschette, Überwinterungssack und Styropor: Wie schützt du Kübel, die draußen bleiben?

Im Kübel fehlt den Wurzeln das umgebende Erdreich, die Kälte erreicht den Ballen von allen Seiten. Dazu kommt das Gefäß: Ton- und Keramikgefäße sind in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest. Meine winterhart bepflanzten Gefäße stelle ich vor dem Frost dicht zusammen an eine geschützte Hauswand, die absonnig bis schattig liegt.

Topfmanschette

Eine Topfmanschette isoliert die Gefäßwand. Du kannst sie fertig kaufen oder selbst wickeln, ich nehme dafür dickes Jutegewebe. Luftpolsterfolie und Wollvlies erfüllen denselben Zweck. Wichtig ist, dass du weiter an die Erde kommst, denn gegossen wird auch im Winter. Die Erdoberfläche winterhart bepflanzter Kübel deckst du etwa 10 cm hoch mit Laub ab. Das Abzugsloch bleibt dabei frei, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Überwinterungssack

Ein Überwinterungssack umhüllt die ganze Pflanze, nicht nur den Topf. Ich nehme Säcke aus luftdurchlässigem Vlies oder Jute, weil sie über der Krone liegen und dort gegen Wintersonne schützen sollen. Den Sack ziehe ich locker über und binde ihn unten zusammen, ohne Triebe einzuschnüren. Nach Tauwetter schaue ich hinein, ob sich innen Nässe hält.

Für Pflanzen, die frostfrei überwintern müssen, ist ein Sack keine Lösung. Olivenbäume zum Beispiel brauchen ein helles, frostfreies Quartier, und das schafft eine Hülle im Freien nicht.

Styropor-Platten

Eine Styroporplatte unter dem Kübel trennt den Topfboden vom gefrorenen Untergrund. Zugeschnittene Platten lassen sich auch seitlich an große Kübel stellen, eine Hülle aus Jute verdeckt sie. Die Platte darf das Abzugsloch nicht verschließen, sonst kann Staunässe entstehen. Keramikgefäße stelle ich auf etwa 1 bis 2 cm hohe Abstandsklötzchen, damit sich unter dem Topfboden kein Wasser sammelt.

Wenn Hüllen nicht reichen: Heizmatte, Sensor und Winterquartier

Heizmatten und Heizkabel geben aktiv Wärme an Topf oder Wurzelballen ab, Sensoren melden Temperatur und Feuchte aus dem Winterquartier. Beides gehört zur Überwinterung frostempfindlicher Pflanzen, für die Hüllen im Freien nicht ausreichen. Eine ungeheizte Garage ist dabei kein sicherer Ausweg, denn bei strengem Dauerfrost bietet sie frostempfindlichen Kübelpflanzen keine verlässliche Sicherheit. Wie Winterquartier, Heiztechnik und Frostwächter zusammenspielen, zeigt der Ratgeber zur Überwinterung von Mediterranen, Exoten und empfindlichen Kübelpflanzen.

Wie kombinierst du die Schutzmethoden?

Ein Material allein deckt selten alles ab, weil Wurzeln, Topf und Krone unterschiedlichen Schutz brauchen. Ich plane deshalb in Schichten, von unten nach oben.

Pflanze Schichten von unten nach oben worauf du achtest
winterhart bepflanzter Kübel Klötzchen oder Styroporplatte, Kokosmatte oder Jute um den Topf, etwa 10 cm Laub auf der Erde, bei Immergrünen Jute über der Krone Abzugsloch frei, Gießzugang offen
Staudenbeet Laub in dünnen Lagen zwischen den Stauden, darüber Reisig für empfindliche Arten gesunde Stängel und Samenstände stehen lassen
immergrünes Gehölz Rindenmulch über der Wurzelzone, luftdurchlässige Jute oder Vlies an der Krone bei Bedarf an frostfreien Tagen gießen
junger Obstbaum Schilfmatte locker am Stamm oder Weißanstrich Baumscheibe frei von unverrotteten Mulchresten

Im Staudenbeet lasse ich gesunde Stängel und Samenstände über Winter stehen, weil stehen gelassene Stauden Nützlingen Unterschlupf bieten. Kranke Pflanzenteile und alles, was störend in Wege ragt, schneide ich ab. Bei jeder Kombination prüfe ich am Ende zwei Dinge: ob die äußerste Schicht über der Krone noch Luft durchlässt und ob Wasser unten ablaufen kann.

Mini-Checkliste

Abzugsloch frei, Gießzugang offen, über der Krone luftdurchlässiges Material, Vliesränder beschwert, Keramik auf Klötzchen, Baumscheibe von Obstbäumen ohne Mulchreste.

Welche Fehler passieren beim Abdecken?

Folie liegt dicht auf der Pflanze und hat keine offene Stelle. Unter Folie fehlt der Luftaustausch, den Vlies und Jute von sich aus bieten. Bei Folientunneln sorgen deshalb offene Enden für frische Luft, und über Kronen gehört luftdurchlässiges Material.

Ein Kübel ist dick gewickelt, aber das Abzugsloch steckt unter einer Platte, oder der Topf steht in einer Pfütze. Dann staut sich Wasser im Gefäß. Bei Keramik kommt dazu, dass sie in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest ist.

Der Schutz kommt an einem strahlenden Tag herunter. Steigen die Temperaturen stark, nimmst du Vlies und Folie besser an einem trüben oder regnerischen Tag ab, um Hitzestau und Sonnenbrand zu vermeiden. Danach brauchen die Pflanzen Zeit, sich wieder an die Sonne zu gewöhnen.

Häufiger Fehler

Der Kübel ist sorgfältig eingepackt, aber niemand kommt mehr an die Erde. Immergrüne verdunsten weiter Wasser und können bei gefrorenem Boden vertrocknen, obwohl die Hülle sitzt. Lass beim Wickeln den Zugang zur Erde frei und gieß bei Bedarf an frostfreien Tagen.

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Wie schützt du nachhaltig?

Material, das mehrere Winter hält

Vlies und Folien säubere ich nach dem Abnehmen und lasse sie trocknen. Danach lagere ich sie dunkel und mäusesicher, so sind sie im nächsten Herbst wieder einsatzbereit. Jute, Kokosmatten und Styroporplatten bewahre ich ebenfalls trocken auf und nutze sie wieder. Auch biologisch abbaubare Abdeckfolien und Vliese gehören nicht auf den eigenen Kompost, weil sie sich dort nicht ausreichend schnell zersetzen. Biobasierte Kunststoffe sind zudem nicht automatisch biologisch abbaubar, und industrielle Kompostierbarkeit belegt keine Eignung für den Gartenkompost. Wenn es dir um weniger Abfall geht, ist ein gepflegtes Vlies für mehrere Winter deshalb die naheliegendere Wahl als eine abbaubare Bahn, die ohnehin nicht auf deinen Kompost darf.

Selbstgemachte Lösungen

Den Drahtkorb für die Laub- oder Strohfüllung biege ich aus einem Rest Maschendraht selbst. Ein Kübel, der draußen bleibt, kann auch in einen größeren Behälter wandern, den Zwischenraum füllst du mit trockenem Laub. Reisig fällt beim Strauchschnitt an. Vom ausgedienten Weihnachtsbaum schneide ich die Zweige ab und lege sie nach, wo eine Abdeckung Lücken hat.

Ein Frühbeet aus alten Paletten ist schnell gebaut. Prüfe vorher, ob das Holz Schadstoffe enthalten kann: Die Kennzeichnung HT steht für eine Hitzebehandlung und ersetzt keine Prüfung, wofür die Palette vorher genutzt wurde. Ungeschütztes Holz sollte keinen Erdkontakt haben und vor Regen und Spritzwasser geschützt sein. Pflanzgefäße aus dünnem Weichholz verrotten vergleichsweise schnell. Kaufst du neues Holz, nimm heimische Hölzer oder FSC-zertifiziertes Holz.

Igel nutzen große Laub- und Reisighaufen für den Winterschlaf, und solche Haufen bleiben möglichst ungestört liegen. Brauchst du Laub als Schutzmaterial, sammle es deshalb getrennt und greif nicht in den Igelhaufen.

Marias Erfahrung

Im Frühjahr notiere ich, welche Hülle an welcher Pflanze war und in welchem Zustand das Material ins Lager ging. Im Herbst sehe ich dann auf einen Blick, was ich nachkaufen muss und was noch hält.

Häufige Fragen

Welche Materialien eignen sich für den Winterschutz von Gartenpflanzen?
Über Beete und bodennahe Kulturen legst du Gartenvlies, weil es luft- und wasserdurchlässig ist. Kronen immergrüner Pflanzen schützt du mit luftdurchlässiger Jute oder Vlies vor Wintersonne, Töpfe umwickelst du mit Kokosfasermatte, dickem Jutegewebe oder mehreren Lagen Noppenfolie. Laub, Stroh und Reisig aus dem eigenen Garten isolieren am Boden, auf der Kübelerde und als Füllung um einzelne Gefäße. Welches Material passt, hängt davon ab, ob du Wurzeln, Topf oder Krone schützen willst.
Wie wirkt Vlies als Winterschutz?
Gartenvlies ist wasser- und luftdurchlässig und vermindert die Abstrahlung der Wärme, die der Boden gespeichert hat. Damit schützt es vor allem bodennahe Kulturen vor Wärmeverlust, selbst erzeugt es aber keine Wärme. Du legst es locker auf und sicherst die Ränder mit Erde, Steinen oder Brettern. Tomaten, Kürbisse und Zucchini lassen sich in herbstlichen Frostnächten mit Vlies meist nicht zuverlässig schützen.
Worin unterscheiden sich Winterschutzzelt und Gewächshaus?
Ein Winterschutzzelt ist ein Gestell mit Vlies- oder Folienhülle, das du im Herbst über einzelne Pflanzen oder Gruppen stellst und im Frühjahr wieder abbaust. Ein Gewächshaus steht dauerhaft, ist unbeheizt aber nicht frostfrei: Es kann im Winter durchfrieren und eignet sich dann nur für Pflanzen, die geringen Frost vertragen. Unter Folie brauchst du in beiden Fällen Luftaustausch, beim Folientunnel sorgen dafür offene Enden. Vor Kauf oder Bau eines Gewächshauses klärst du mögliche Einschränkungen bei der zuständigen Baubehörde.
Was spricht für Laub und Stroh als Winterschutz und worauf musst du achten?
Laub und Stroh fallen oft im eigenen Garten an und eignen sich als Isolierung. Trockenes Laub füllt den Zwischenraum zwischen Kübel und größerem Behälter, Laub oder Stroh füllt einen Drahtkorb um ein einzelnes Gefäß. Auf Beeten bleibt Laub in dünnen Lagen zwischen Stauden oder auf abgeräumten Flächen liegen, von Rasen, Wegen und Teichen rechst du es ab. An Obstbäumen entfernst du unverrottete Mulchreste im Winter von der Baumscheibe, weil sie Feld- und Wühlmäusen Deckung bieten.
Wann kommt der Winterschutz an die Pflanzen und wann wieder ab?
Empfindliche Pflanzen, die draußen überwintern, bekommen ihren Schutz rechtzeitig vor den ersten stärkeren Frösten. Im Frühjahr nimmst du ihn bei steigenden Temperaturen schrittweise ab und richtest dich nach der Empfindlichkeit der Pflanze und der Wetterprognose. Vlies und Folie nimmst du möglichst an einem trüben, windstillen oder regnerischen Tag ab, damit die Pflanzen keinen Sonnenbrand bekommen.
Warum vertrocknen immergrüne Pflanzen im Winter?
Immergrüne Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser. Aus gefrorenem Boden können sie es aber nicht ausreichend nachliefern und vertrocknen dann. Deshalb gießt du sie bei Bedarf an frostfreien Tagen ausgiebig und schützt ihre Krone mit luftdurchlässiger Jute oder Vlies vor Wintersonne.
Wie schütze ich Kübel, die draußen überwintern, mit mehreren Schichten?
Winterhart bepflanzte Kübel stellst du dicht zusammen an eine geschützte, absonnige bis schattige Hauswand. Den Topf umwickelst du mit einer Kokosfasermatte oder mehreren Lagen Noppenfolie, die Erde deckst du etwa 10 cm hoch mit Laub ab. Keramikgefäße kommen auf etwa 1 bis 2 cm hohe Abstandsklötzchen, damit sich unter dem Topfboden kein Wasser sammelt. Abzugsloch und Gießzugang bleiben bei allen Schichten frei.
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