Frühjahrsarbeiten im Garten: Was ansteht und in welcher Reihenfolge du es erledigst
- Beete erst bearbeiten, wenn keine Erde mehr an Grabgabel oder Spaten haften bleibt.
- Abgetrockneten Boden im Frühjahr mit Grabgabel oder Krail lockern statt erneut umgraben.
- Allgemein empfohlen sind 3 l Kompost je m² im Jahr, bekannte Nährstoffgehalte eingerechnet.
- Sommerflieder beim Aufbrechen der Knospen schneiden, Frühjahrsblüher erst nach der Blüte.
- Rasenfilz ab 1 cm Schichtstärke entfernen, eine dünnere Schicht kann nützlich sein.
- Salat und Kohlrabi je nach Witterung im April ins Freiland, wärmeliebendes Gemüse wartet.
Im Frühling stehen Beete, Sträucher, Rasen, Kübel, Teich und Wege gleichzeitig auf der Liste. Gehst du zu früh auf nasse Beete, kannst du genau den Boden verdichten, den du lockern wolltest. Ich ordne meine Frühjahrsarbeiten deshalb nach drei Zeichen im Garten statt nach festen Daten: abgetrockneter Boden, aufbrechende Knospen, das Ende der Fröste. Hier findest du die Aufgaben in der Reihenfolge, in der sie meist anstehen, und zu jeder das Zeichen, an dem du erkennst, dass sie dran ist.
Welche Gartenarbeiten stehen im Frühling an?
Die Reihenfolge ergibt sich aus Boden, Austrieb und Frost. Je nach Lage und Witterung beginnen die Phasen früher oder später, ihre Abfolge bleibt aber meist gleich.
| Phase | Woran du sie erkennst | Was dann ansteht |
|---|---|---|
| Vorbereiten | Beete noch nass oder gefroren | Gartenkalender anlegen, Werkzeug prüfen, Fugen auf Wegen jäten, Kernobst bei trockenem Wetter bis etwa −5 °C schneiden, frühe Kohlrabisorten ab Anfang März im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. vorziehen |
| Boden | keine Erde bleibt mehr an der Grabgabel haften | Boden lockern, Wurzelunkräuter ausgraben, Kompost einarbeiten, Bodenprobe nehmen |
| Austrieb | Knospen brechen auf, der Rasen wächst | Winterschutz abnehmen, Sommerflieder und Stauden schneiden, Rasen mähen, bei Filz vertikutierenVertikutieren ist ein Pflegeschritt für den Rasen: Scharfe Messer ritzen die Fläche leicht an und holen den Rasenfilz heraus. Rasenfilz ist eine Schicht aus liegen gebliebenem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenresten und Moos. |
| Milde Tage | Fröste werden seltener | Kübel tagsüber halbschattig nach draußen, Salat und Kohlrabi je nach Witterung im April ins Freiland, Teich reinigen |
| Frostfrei | keine Fröste mehr zu erwarten | wärmeliebendes Gemüse pflanzen, Sommerblumen säen, Lavendel schneiden |
Planen, solange die Beete noch nass sind
Wie lege ich einen Gartenkalender für das Frühjahr an?
Bevor ich das erste Beet anfasse, trage ich die Aufgaben der kommenden Wochen in eine einfache Tabelle ein. Ein Wandkalender erfüllt denselben Zweck. Neben jede Aufgabe schreibe ich das Zeichen, auf das ich warte, etwa den abgetrockneten Boden oder die aufbrechenden Knospen. So bleibt der Plan beweglich, wenn ein nasser Frühling alles nach hinten schiebt.
Feste Termine setze ich nur dort, wo eine Kultur sie vorgibt, zum Beispiel beim Vorziehen im Frühbeet. Das Gartentagebuch vom Vorjahr liegt dabei neben mir. Darin steht, welche Gemüsearten und Sorten sich bewährt haben, und genau diese Auswertung nutze ich für die neue Anbauplanung. Ich lese dort auch nach, welches Beet zuletzt Kohl getragen hat, weil die Fruchtfolge mitbestimmt, was wohin kommt.
Schreib dir auch Aufgaben für Regentage in den Kalender, etwa Saatgut sortieren, Anzuchtschalen reinigen und Pflanzpläne zeichnen. Dann hast du für jedes Wetter etwas Passendes zu tun.
Was kommt zuerst, was kann warten?
Nicht alles muss in derselben Woche erledigt sein. Bodenvorbereitung, Aussaat und der Schnitt der Sommerblüher hängen an ihrem Zeitfenster, ein neues Beet anzulegen kann dagegen warten. Wie du einen Garten anlegst, der von sich aus wenig Pflege braucht, zeigt ein eigener Ratgeber.
Ist mein Werkzeug bereit?
Vor dem ersten Einsatz prüfe ich jedes Handwerkzeug auf sichtbare Schäden und auf seine Funktion: lockere Stiele, schwergängige Gelenke, stumpfe Klingen. Wie du Werkzeug pflegst, reparierst und lagerst, vom Rostschutz bis zur sicheren Ablage, beschreibt der Technik-Ratgeber. Welche Hilfsmittel du in welcher Jahreszeit brauchst, liest du im Ratgeber dazu.
Welche Arbeit passt zu welchem Wetter?
Im Frühjahr bestimmt das Wetter die Reihenfolge oft stärker als jeder Plan. Ist der Boden zu nass, bleibst du vom Beet herunter, denn Betreten und Bearbeiten können ihn neu verdichten. Regentage nutze ich für Planung, Bestellungen und das Werkzeug.
Nach dem Regen: erst die Wege, dann die Beete
Nach einem Regen weicht die Fugenerde auf, sodass sich Fugen leichter auskratzen lassen. Die Beete brauchen dagegen Zeit, bis sie wieder abgetrocknet sind. Am Tag nach dem Regen arbeite ich deshalb auf Wegen und Terrasse und lasse die Beete noch in Ruhe. Zum Hacken wartest du, bis die Bodenoberfläche nach dem Regen wieder leicht abgetrocknet ist.
Frost, Vlies und warme Tage
Frostempfindliche Pflanzen bleiben unter Schutz, bis keine Fröste mehr zu erwarten sind. Die EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. nehme ich als grobe Marke, entscheidend ist für mich die Nachtfrostvorhersage für meinen Ort. An warmen Tagen musst du Frühbeete regelmäßig lüften. Steigen die Temperaturen stark an, nimmst du Vlies und Folie an einem trüben oder regnerischen Tag ab, damit weder Hitzestau noch Sonnenbrand entstehen.
Bodenvorbereitung: Wann ist der Boden bereit?
Lockern, Unkraut entfernen, Kompost einarbeiten: Diese Schritte erledige ich, bevor gesät oder gepflanzt wird.
Der Test mit der Grabgabel
Ob ein Beet bereit ist, zeigt dir dein Werkzeug. Bleibt keine Erde mehr an Grabgabel oder Spaten haften, ist der Boden ausreichend abgetrocknet. Erst dann fängst du mit dem Lockern an.
Ich stecke die Grabgabel an mehreren Stellen ins Beet, vor allem dort, wo im Winter lange Wasser stand, und ziehe sie wieder heraus. Klebt noch Erde an den Zinken, verschiebe ich das Lockern und kratze stattdessen Fugen aus.
Lockern statt umgraben
Im Frühjahr lockerst du abgetrockneten Boden mit Grabgabel oder Krail, ein erneutes Umgraben braucht es nicht. Der Sauzahn mit seinem sichelförmigen Zinken lockert schonend in die Tiefe und passt auch zwischen Gemüsereihen. Für die feine Beetvorbereitung nehme ich den Handgrubber, wobei seine Arbeitstiefe von Zinkenlänge und Druck abhängt. Zum Schluss ebnest du die lockere Erde mit dem Rechen ein und bereitest so die Saatfläche vor.
„Ein Beet muss jedes Frühjahr umgegraben werden.“ Umgraben im Herbst ist vor allem bei schweren Böden sinnvoll, wenn sie über den Winter voraussichtlich durchfrieren. Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabgabel, und wer im Herbst umgegraben hat, lockert im Frühjahr nur noch.
Unkraut gründlich entfernen
Wurzelunkräuter ziehst oder gräbst du vollständig heraus, zum Beispiel mit einer Gierschgabel, denn zurückbleibende Wurzelstücke können wieder austreiben. Samenunkräuter entfernst du, bevor sie Samen bilden. In Staudenpflanzungen ziehe ich Unkraut gezielt oder steche es aus. Flächiges Hacken würde dort die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. stören.
Kompost, Dünger und Kalk nach Bedarf
Kompost erhöht den Humusgehalt, und ein humoser Boden nimmt Wasser besser auf und speichert es besser. Allgemein empfohlen sind für Gartenbeete 3 l Kompost je m² im Jahr. Kennst du die Nährstoffgehalte deines Bodens, rechnest du sie dabei mit ein.
Welche Nährstoffe tatsächlich fehlen, zeigt eine Bodenuntersuchung, und nach ihr richtest du die Düngung aus. Ergibt sie die optimale VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). C, passt die Düngerempfehlung auf der Verpackung nur dann unverändert, wenn weder weiterer Dünger noch Kompost dazukommt. Wer im Frühjahr Kompost einarbeitet, rechnet ihn also bei der Düngung mit ein, statt einfach nach Packungsangabe zu düngen. Ob dein Boden Kalk braucht, hängt von Bodenart und pH-Wert ab, auch das klärt die Bodenuntersuchung. Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus.
Rückschnitt im Frühjahr: Was ist jetzt dran, was wartet?
Winterschutz abnehmen
Mit dem Austrieb nehme ich Reisig, Vlies und Laub von den Pflanzen. Dabei arbeite ich vorsichtig, damit die jungen Triebe nicht abbrechen. Gleichzeitig schaue ich mir jede Pflanze auf Frostschäden und Krankheitszeichen an und schneide geschädigte Teile heraus. Gesundes Material kommt auf den Kompost oder bleibt als Mulch liegen.
Sträucher: Sommerblüher jetzt, Frühjahrsblüher nach der Blüte
Sommerflieder der Art Buddleja davidii schneidest du zurück, wenn im Frühjahr die Knospen aufbrechen, denn er blüht an den neuen Trieben. Andere Sträucher, die am diesjährigen Holz blühen, behandelst du ähnlich. Frühjahrsblüher wie Forsythie und Flieder schneidest du dagegen erst nach der Blüte. Sie haben ihre Knospen schon im Vorjahr angelegt, ein Schnitt jetzt nähme dir die Blüten dieses Jahres.
Zu dicht gewordene freiwachsende Hecken lichtest du aus, indem du dicke Triebe bodennah herausnimmst. Alle Äste einzukürzen ersetzt das nicht. Bevor ich in Hecken und Sträucher greife, schaue ich nach Nestern und verschiebe die Arbeit, wenn dort gebrütet wird.
Stauden, Rosen und Lavendel
Stauden wie Storchschnabel oder Herbstanemone kannst du bodennah zurückschneiden. Bei Beetrosen schneide ich abgestorbene und schwache Triebe heraus und kürze die kräftigen ein. Kletterrosen lichtest du aus und lässt ihr Grundgerüst stehen. Mit frostempfindlichen Arten wie Lavendel wartest du, bis keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
Obstbäume
Bei Obstbäumen nimmst du sich kreuzende und nach innen wachsende Äste heraus, damit Licht und Luft in die Krone kommen. Den Winterschnitt am Kernobst kannst du bei trockenem Wetter bis etwa −5 °C erledigen. Alte Streuobstbäume schneidest du behutsam: Je Eingriff nimmst du in der Regel höchstens 30 % der Kronenmasse heraus. Wunden über 10 cm Durchmesser vermeidest du dort vor allem auf der Astoberseite, kleinere sind deshalb aber nicht automatisch unbedenklich. Die Schnittstellen behältst du danach im Blick.
Für Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser reicht als Orientierung die Gartenschere. Für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser greifst du zur Astschere.
Was braucht der Rasen im Frühjahr?
Laub abrechen und der erste Schnitt
Liegt noch Laub auf dem Rasen, reche ich es ab, damit die Gräser Licht und Luft bekommen. Sobald der Rasen wächst, steht der erste Schnitt an. Für ihn stelle ich den Mäher höher ein als später im Jahr.
Vertikutieren: nur bei Filz
Der Vertikutierer holt abgestorbene Pflanzenteile und Moos aus der GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz.. Rasenfilz entfernst du ab einer Schichtstärke von 1 cm, eine dünnere Filzschicht kann nützlich sein. Wer jedes Frühjahr ohne Prüfung vertikutiert, nimmt dem Rasen also womöglich eine Schicht, die ihm nützt. Ich steche deshalb vorher ein kleines Rasenstück aus und schaue mir die Schicht zwischen Grün und Erde von der Seite an. Den Vertikutierer stellst du nicht zu tief ein, damit die Graswurzeln heil bleiben.
Kahle Stellen nachsäen
In kahlen Stellen siedelt sich leicht Unkraut an, deshalb schließe ich sie im Frühjahr. Dafür harke ich sie auf, säe frische Rasensaat ein und trete die Saat fest. Bis zur Keimung hältst du die Stellen feucht. Für größere Flächen kann Rollrasen die Alternative sein.
Düngen und Moos
Auch beim Rasen richtest du die Düngung nach dem Bedarf aus, den eine Bodenuntersuchung zeigt, und gibst nicht mehr als nötig, weil zu viel Dünger schadet. Moos kann auf schattige, feuchte Stellen hindeuten. Dort kann es helfen, die Wachstumsbedingungen zu verbessern, etwa durch AuslichtenAuslichten ist ein Schnitt, bei dem einzelne Triebe ganz herausgenommen werden, statt alle einzukürzen. Bei Sträuchern schneidest du dafür ältere, kranke oder zu schwache Triebe direkt über dem Boden ab. überhängender Gehölze oder eine Bodenverbesserung.
Aussaat und Pflanzung: Was darf wann ins Beet?
Vorziehen und Frühbeet
Frühe Kohlrabisorten kannst du ab Anfang März im Frühbeet vorziehen, sofern die Anzuchttemperaturen passen. Für den ersten Satz Kohlrabi sind 14 bis 16 °C empfohlen, weil zu niedrige Temperaturen frühes SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. auslösen können. Ein Frühbeetkasten kann die Ernte gegenüber ungeschütztem Anbau um ein bis drei Wochen vorverlegen. Seine geneigte Abdeckung richtest du in Nord-Süd-Richtung aus, damit sie die Sonne nutzt.
Für die helle Tomatenanzucht säst du in Saatschalen bei 18–22 °C aus. Nach ungefähr 3 Wochen pikierst du die Sämlinge. Sie kommen dabei in 10-cm-Töpfe. Fehlt am Fenster Licht oder ist es nach dem Pikieren zu warm, begünstigt das blasse, dünne und weiche Jungpflanzen.
Abhärten heißt, vorgezogene Pflanzen an die Bedingungen draußen zu gewöhnen. Gemüse, das du im Zimmer oder im Frühbeet vorgezogen hast, härtest du ab, bevor es ins Freiland kommt.
Ins Freiland: erst Salat und Kohlrabi, dann das Wärmeliebende
Jungpflanzen von Salat und Kohlrabi können je nach Witterung im April ins Freiland. Wärmeliebendes Gemüse muss dagegen noch warten. Für Aussaaten soll der Boden locker und mäßig feucht sein, damit die Keimlinge Wasser aufnehmen und atmen können.
Mit Vlies oder Folie verfrühst du gesäte Puffbohnen, Radieschen und Möhren sowie gepflanzte Salate und Kohlrabi. Je nach örtlichem Klima kann die Freilandsaison mit Vlies etwa 3–4 Wochen früher beginnen. Die Abdeckung hält tagsüber eingestrahlte Sonnenwärme zurück, die der Boden nachts an die Luft darunter abgibt. Weil sie mit der Wärme des Bodens arbeitet, lege ich sie erst auf ein Beet, das abgetrocknet und schon etwas erwärmt ist. Das Vlies kommt locker aufs Beet, die Ränder beschwere ich mit Erde.
Bei Salat nimmst du das Vlies ab, sobald anhaltend 20–22 °C herrschen. Bei wärmeliebendem Gemüse liegt die Grenze bei anhaltenden Temperaturen ab 25 °C. Gemischt blühende Gurkensorten, die Insekten bestäuben, dürfen nicht dauerhaft unter geschlossenem Vlies bleiben.
Sommerblumen säen
Viele Sommerblumen säst du direkt ins Freiland, sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind. Dazu gehören Ringelblumen, Kornblumen, Sonnenblumen und Kosmeen. Ich säe sie in lockere, mäßig feuchte Erde und gieße mit weichem Strahl an, damit die Saat nicht wegschwemmt.
Stauden und Gehölze pflanzen
Stauden und Gehölze suchst du nach dem Standort aus, also nach Licht und Bodenfeuchte. Pflanzen, die zum Standort passen, machen weniger Pflegeaufwand und brauchen weniger zusätzliches Wasser. Beim Einsetzen lockere ich die Wurzeln vorsichtig und setze die Pflanze so tief, wie sie im Topf stand. Pfingstrosen, Rittersporn und Funkien eignen sich für eine Frühjahrspflanzung, wobei Rittersporn zu den Stauden mit hohem Wasserbedarf gehört.
Das Gemüsebeet planen
Lege die Beete so an, dass du jede Pflanze erreichst, ohne auf die Erde zu treten. Kopfkohl und andere Kreuzblütler gehören höchstens alle 4–5 Jahre auf dasselbe Beet. Mischkultur kann das Beet unterstützen, gegen Krankheiten und Schädlinge garantiert sie nichts. Beetflächen und Anbaupausen kannst du im Beetplaner festhalten, und passende Nachbarn für die Mischkultur findest du im Planer dazu.
Angießen nach Saat und Pflanzung
Setzlinge gießt du mit feinem Strahl an, damit der Ballen guten Kontakt zur umgebenden Erde bekommt. Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze brauchen häufiger zusätzliche Wassergaben als eingewachsene. Wie viel Wasser ein Beet braucht und wie der Boden es speichert, erklärt der Technik-Ratgeber im Abschnitt zum Gießen.
Kübel- und Balkonpflanzen: Wie starten sie in die Saison?
Raus aus dem Winterquartier
Ist die Witterung mild, stellst du überwinterte Kübelpflanzen zunächst tagsüber an einen halbschattigen Platz im Freien. Kündigt sich Frost an, räumst du sie wieder ein.
Abgestorbene oder frostgeschädigte Triebe schneide ich zurück. Fuchsien und Geranien, die zu lang geworden sind, kürze ich ein. Mit dem Düngen beginne ich, sobald die Pflanzen neu austreiben.
Umtopfen: Gefäßgröße und Wasserabzug
Ragen Wurzeln aus dem Topf oder trocknet die Erde auffallend schnell aus, kann das auf einen zu kleinen Topf hindeuten. Für Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika sollte das Gefäß mindestens 10 l fassen. Beim Durchmesser gelten für Fruchtgemüse etwa 30 cm als Orientierung. Größere Gefäße halten mehr Wasser und erlauben längere Pausen zwischen den Gießgängen. Wer Tomaten im Frühjahr in ein ausreichend großes Gefäß setzt, beeinflusst damit also auch, wie oft er im Sommer gießen muss.
Jedes Gefäß braucht Ablauflöcher, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis begünstigt. Hat das Gefäß Ablauflöcher, kann eine etwa 3 cm dicke Schicht Blähton als Drainage dienen. Aufgefüllt wird bei mir mit strukturstabilem Substrat. Kästen mit Wasserspeicher gießt du nach dem Bepflanzen zunächst von oben, bis die Pflanzen eingewurzelt sind und an das Reservoir kommen.
Balkon und Terrasse gestalten
Auf kleinen Balkonen sparen Blumenampeln und senkrechte Pflanzwände Platz. Thymian, Basilikum und Minze wachsen gut im Kübel und sind in der Küche griffbereit. Kombinierst du Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten, blüht es über eine längere Zeit. Lavendel oder Jasmin bringen Duft an die Sitzecke.
Schädlinge und Krankheiten: Wie beuge ich vor, worauf achte ich?
Vorbeugen bei den Frühjahrsarbeiten
Standortgerechte Pflanzen, Fruchtfolge und Mischkultur können das Risiko für Befall senken, garantieren aber nichts. Anzuchtschalen vom Vorjahr reinige ich vor der Aussaat: Erdreste entfernen, mit warmem Wasser, Spülmittel und Bürste schrubben, klar nachspülen und gut trocknen lassen. Das kann Infektionsquellen für Pflanzenkrankheiten verringern.
Kulturschutznetze legst du direkt nach Aussaat oder Pflanzung auf und schließt sie am Boden dicht ab. Tomaten pflanzt du an einen sonnigen, luftigen Platz unter ein lichtdurchlässiges Dach, damit die Blätter nicht dauerhaft nass bleiben. Gießen am Morgen gibt nassen Blättern Zeit zum Abtrocknen, was Pilzerkrankungen weniger begünstigt. Schneckenzäune können den Fraß an empfindlichen Jungpflanzen verringern.
Früh hinschauen und vorsichtig einordnen
Ich gehe im Frühjahr regelmäßig durch die Beete und schaue mir junge Triebe und Blattunterseiten an. Was dir dabei auffällt, ist ein Hinweis und noch keine Diagnose:
- Ein weißer, mehliger Belag auf den Blättern kann auf Echten Mehltau hindeuten.
- Ein grauer Schimmelbelag bei feuchter Witterung kann für Grauschimmel sprechen.
- Orangefarbene Flecken können auf einen Rostpilz hinweisen.
- Blattläuse sitzen oft an den jungen Trieben.
Notiere im Gartentagebuch, wo und wann dir Befall aufgefallen ist. Im nächsten Frühjahr weißt du dann, welche Beete du zuerst kontrollierst.
Befallene Pflanzenteile schneidest du heraus und gibst sie nicht auf den Kompost. Bei Grauschimmel sorgst du zusätzlich für mehr Luft zwischen den Pflanzen. Gießen über Kopf vermeidest du bei Pilzverdacht, weil es auch die Blätter benetzt. Einzelne Blattlauskolonien streife ich ab oder spüle sie mit Wasser herunter, das kann einen beginnenden Befall bremsen.
Bevor du etwas behandelst, bestimmst du die Ursache des Schadens. Bist du unsicher, holst du dir fachkundige Beratung.
Ein chemisches Pflanzenschutzmittel ist nur das letzte Mittel und dann nur eines mit Zulassung für Haus- und Kleingarten. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trag die dort empfohlene Schutzausrüstung und beachte die Wartezeit bis zur Ernte. Das Mittel gehört in der Originalverpackung in einen abschließbaren Schrank, den Kinder und Tiere nicht erreichen. Reste bringst du zur Schadstoffsammlung, niemals in Ausguss, Gully, Garten oder Hausmüll. Bedenke auch, dass solche Mittel Nützlinge treffen können.
Biodiversität: Wie schaffe ich Platz für Nützlinge?
Beim Aufräumen im Frühjahr lasse ich bewusst nicht alles verschwinden. Gesundes Herbstlaub darf auf passenden Beeten und unter Hecken in dünnen Lagen liegen bleiben. Zu einem Haufen gerecht, dient es Insekten und Igeln als Rückzugsort. In einer Ecke lasse ich außerdem einen Haufen aus Ästen und Totholz liegen, der Igeln und Eidechsen Unterschlupf bieten kann.
Eine Blühfläche anlegen
Einen Teil des Rasens kannst du in eine Blühfläche verwandeln: Grasnarbe abtragen, heimisches Saatgut einsäen. Mehrjährige Blühmischungen brauchen je nach Mischung 1–2 Mahden im Jahr, und das Schnittgut räumst du jedes Mal ab. Mähst du häufiger, kann den Pflanzen die Zeit zum Blühen und Aussamen fehlen.
Lebensräume für Gegenspieler
Ein kleiner Teich kann Frösche und Libellen anlocken. Wo dafür kein Platz ist, bietet ein Insektenhotel an der Hauswand Wildbienen eine Nistmöglichkeit. Marienkäfer und ihre Larven fressen Blattläuse, Vögel lesen Raupen ab, Igel fressen Schnecken. Ein vielfältiger Garten gibt diesen Tieren Lebensraum und kann so helfen, Schädlinge in Grenzen zu halten, garantiert ist das aber nicht.
Teich und Wassergarten: Was ist im Frühjahr zu tun?
Im Teich räume ich zuerst Laub, Schlamm und abgestorbene Pflanzenteile heraus. Ich arbeite dabei mit dem Kescher und lasse einen Teil des Bodensatzes liegen, weil er Mikroorganismen enthält.
Danach bereite ich den Teich so auf die Saison vor:
- Teichfolie auf Schäden prüfen und reparieren
- Pumpe und Filter nach Gebrauchsanweisung reinigen, vorher vom Strom trennen
- überwucherte Wasserpflanzen zurückschneiden, zu große Seerosen teilen und in frisches Substrat setzen
- den Rand mit Sumpf- und Uferpflanzen ergänzen
Ein Wasserspiel kann mehr Sauerstoff in den Teich bringen. Wasserpflanzen dünge ich nur, wenn sie erkennbar Bedarf zeigen, weil zu viele Nährstoffe Algenwachstum begünstigen können. Mit dem Füttern der Fische warte ich, bis sie wieder sichtbar aktiv sind, und beginne mit leicht verdaulichem Futter. Dabei achte ich auf Auffälligkeiten wie angelegte Flossen oder ungewöhnliches Verhalten und hole bei Verdacht fachkundigen Rat. Wie du Teich, Rasen und Kübel durch die Sommerhitze bringst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Kompost und Mulch: Was gehört im Frühjahr dazu?
Den Komposthaufen anlegen und pflegen
Für den Kompost wähle ich einen halbschattigen Platz. Ganz unten liegt eine Schicht grober Äste, damit Luft an das Material kommt. Darauf schichte ich im Wechsel grünes, stickstoffreiches Material wie Rasenschnitt und Küchenabfälle und braunes, kohlenstoffreiches wie Laub und Holzhäcksel.
Der Haufen soll sich so feucht anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Hält die Trockenheit an, kann es nötig werden, ihn zu wässern, damit die Umsetzung weiterläuft. Ich setze ihn um, wenn er innen verklebt und nass oder staubtrocken wirkt. Reif ist der Kompost, wenn er krümelig ist, erdig riecht und du die Ausgangsstoffe nicht mehr erkennst. Kranke Pflanzenteile gebe ich nicht dazu. Biologisch abbaubare Mulchfolie darf nur in den Gartenkompost, wenn sie ausdrücklich als heim- oder gartenkompostierbar gekennzeichnet ist.
Mulchen im Frühjahr
Im Gemüsebeet fängst du mit dem Mulchen gewöhnlich erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe an, Saatrillen und Jungpflanzen lässt du frei. Organischer Mulch kommt dort normalerweise etwa 2–3 cm dick aufs Beet, feiner Rasenschnitt nur dünn. Wie Mulch hilft, Wasser zu sparen, vertieft der Technik-Ratgeber in seinem Abschnitt „Wasser sparen“.
Zäune, Pergolen, Wege und Terrassen: Was braucht eine Frühjahrspflege?
Zäune, Pergolen und Rankhilfen
Auch an Zaun und Pergola schaue ich zuerst nach brütenden Vögeln und verschiebe die Arbeit, wenn nötig. Moos und Algen entfernst du mit einer weichen Bürste und warmem Seifenwasser. Morsche Stellen ersetzt du, raue Flächen schleifst du ab. Lose Schrauben ziehst du nach, rostige Beschläge tauschst du aus, und bei Bedarf bekommt das Holz eine neue Schutzlasur.
Wer Kletterpflanzen im Frühjahr schneidet, hat die Holzrankhilfe danach frei vor sich und kann sie prüfen und ausbessern. Für Rankhilfen verwendest du keine pflanzenschädlichen Lasuren und keine Farben mit Bioziden. Bindungen an Spalierpflanzen kontrollierst du und lockerst sie bei Bedarf, damit sie nicht in die wachsenden Triebe einwachsen. Holz, das trocken bleibt, ist gegen Pilzbefall geschützt, und Wasserabläufe und schräge Flächen helfen gegen stehende Nässe.
Pflegst du Holz mit Leinöl, können sich getränkte Lappen von selbst entzünden. Bis du sie wieder brauchst, gehören sie in einen nichtbrennbaren Behälter, der sich luftdicht verschließen lässt.
Wege und Terrassen
Auf befestigten Wegen fängst du mit dem Jäten im zeitigen Frühjahr an. Der Fugenkratzer holt Unkraut und Moos aus Pflasterfugen und von Mauerkanten, in passender Ausführung auch im Stehen. Was du herauskratzt, sammelst du auf, weil die Pflanzen noch Samen verbreiten können. Rotierende Wildkrautbürsten aus Stahlzöpfen eignen sich nicht für kratzempfindliche Beläge.
Nach dem Hochdruckreinigen füllst du herausgespülten Fugensand nach. Auf größeren Pflasterflächen sollen die Fugen wasserdurchlässig bleiben, damit Regen versickern kann. Regelmäßiges Fegen mit einem harten Straßenbesen hilft, kleine befestigte Flächen frei von Unkraut zu halten. Auf losen Kieswegen nimmst du größere Blätter mit einem Federbesen auf, denn gewöhnliche Besen und Hochdruckreiniger taugen dort nicht. Holzterrassen prüfe ich auf lose Bretter und splittrige Stellen.
Gegen Unkraut auf Wegen, Terrassen und anderen Nichtkulturlandflächen ist Salz nicht erlaubt. Beim Abflammen besteht erhöhte Brandgefahr, und Wurzelunkräuter können danach erneut austreiben.
Die Bewässerungsanlage nach dem Winter
Zur Wartung gehören das Freilegen versenkter Regner, das Reinigen der Filter und das Prüfen der Sensoren. Außenleitungen und Armaturen, die nicht frostsicher sind, bleiben entleert und abgesperrt, solange Frost droht. Wie du deinen Garten grundsätzlich richtig bewässerst, also wie viel, wann und womit, beschreibt ein eigener Ratgeber.

